Dienstag, 26. Mai 2015

[Interview] Autorenduo Susanne Faust und Carolin Lockstein

Heute darf ich ganz herzlich ein Autorenduo bei uns hier auf dem Blog begrüßen. Susanne Faust und Carolin Lockstein haben im vergangenem Jahr ihren ersten Roman „Das Ende vom Lied ist kein schlechter Anfang“ bei Mainbook veröffentlicht.



Hallo Susanne und Carolin, erzählt doch gleich zu Beginn mal ein wenig über euch!!!

Eine Scheidung, eine Hochzeit, eine Trennung, mehrere neue Lieben, ein Kind – wir haben schon eine Menge zusammen erlebt. Mittlerweile können wir am Gesichtsausdruck erkennen, ob die andere gut geschlafen oder schnell einen Parkplatz gefunden hat. Jede weiß von der anderen wie sie ihren Kaffee trinkt, dass Susanne immer einen Pfefferstreuer braucht, dass Carolin Unmengen Milch in ihren Kaffee gießt. Wir können sehr hart arbeiten, uns aber auch sehr nett belohnen. Unser 15-jähriges Jubiläum haben wir zum Beispiel in Miami auf einer einwöchigen Reise gefeiert. Woran wir glauben: Persil wäscht alles rein, auch das Gewissen. Was wir nie tun würden: Die letzte Seite eines Buches zuerst lesen.

Ihr arbeitet ja schon länger als Journalistenteam. Wie habt ihr zueinander gefunden?

Wir waren beide als Redakteurinnen bei dem Frauenmagazin Maxi angestellt und haben dort viele Reportagen gemeinsam recherchiert und geschrieben.

Wer von euch beiden hatte denn die Idee, einen Roman zu schreiben?

Wir beide wollten mal einen Roman über das langsame Scheitern einer Beziehung lesen, die Zwischentöne hören und nicht nur den großen Knall. Damit starten viele Romane, ist uns irgendwann aufgefallen. Wir haben ganz unterschiedliche Freundinnen und auch ein paar gemeinsame und an so genannten Mädelsabenden fiel oft der Satz „das müsste man mal aufschreiben“. Das haben wir dann getan. Es ist so schwierig für Frauen geworden, zu lieben und auch denjenigen zu finden, den wir lieben wollen. Wir können heute ökonomisch ohne Männer überleben. Und wir können bestimmen, ob und wann wir Kinder haben wollen. Das hat die Beziehung zwischen Männern und Frauen wirklich komplett verändert. Das, was übrig geblieben ist, ist die Liebe. Und wir wissen alle, wie empfindlich die Liebe ist. Wie schwierig es mit ihr ist jeden Tag. Auch wenn am Anfang die Liebe da war, wo bleibt sie dann jeden Tag und das nach Jahren? Damit versuchen die beide Hauptfiguren in unserem Roman zurecht zu kommen. Über allem schwebt das große Thema Freundschaft.


Und wie arbeitet es sich zu zweit an einem Buch? Gibt es manchmal auch Streit?

Wir haben Teile zusammen geschrieben und Teile unabhängig voneinander. Das ging gut, weil es ja zwei Protagonistinnen gibt und zwei Perspektiven, aus der die jeweilige Geschichte erzählt wird. Dicke Luft gibt es im Büro auch mal beim Schreiben, aber wenn der Computer aus ist, ist alles verdampft. Für schlechte Laune entschuldigt sich die eine bei der anderen, obwohl es eigentlich auch ohne Entschuldigung ginge.


In eurem Roman „Das Ende vom Lied ist kein schlechter Anfang“ geht es ja ebenfalls um Journalistinnen. Habt ihr dort eigene Geschichten mit in das Buch gebracht?

Die Geschichte hat natürlich autobiografische Züge. Aber sie steht mehr in der Tradition des allgemeinen Lebensgefühls. Es geht mehr um eine Verbundenheit mit den Menschen, die so etwas auch erlebt haben. Beim Schreiben haben die Figuren plötzlich angefangen, von selbst zu laufen und zu sprechen – und das war ein großer Glücksmoment für uns.

In dem Buch geht es um Anne und Ellen, repräsentieren diese beiden Protagonistin euch selbst? Wenn ja, wer ist wer?

Jede von uns hat eine Figur geschrieben. Susanne die der Anne, Carolin hat Ellen zum Leben erweckt.

Arbeitet ihr derzeit an einem neuen gemeinsamen Projekt?

Wir arbeiten zurzeit vor allem daran, Geld zu verdienen und schreiben Auftragsarbeiten. Es gibt eine Sachbuch-Idee, zu der wir ein Konzept geschrieben haben. Und wir werden von Leserinnen immer wieder gefragt, ob es eine Fortsetzung der Geschichte von Anne und Ellen gibt. Die würden wir natürlich am allerliebsten sofort schreiben. Sobald etwas Zeit ist, fangen wir damit an und erzählen wie „...ist kein schlechter Anfang“ weitergeht.

Schreibt ihr denn auch jede von euch allein an etwas? Oder wollt ihr auch weiterhin als Autorenduo arbeiten?

Wir haben ein gemeinsames Büro und arbeiten weiterhin als Autorinnen-Duo. Carolin hat im vergangenen Jahr eine Krimi-Kurzgeschichte („Leben für den Tod“) geschrieben, die auch einen Preis gewonnen hat.


Sind schon weitere Veröffentlichungen geplant?


Konkrete Veröffentlichungs-Daten gibt es derzeit nicht. Allerdings schreibt eine Freundin aus Zürich gerade ein Drehbuch aus dem Roman. Und wer weiß, vielleicht eignet es sich als Film?

Ich bedanke mich ganz herzlich für das interessante Interview. ;) Und, wie fandet ihr es, meine leiben Leser? Habt ihr vielleicht noch Fragen an die beiden Autorinnen?

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