Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Telefonseelsorge - Emma Lots

Titel: Telefonseelsorge
Autor: Emma Lots
Verlag: FeuerWerke Verlag
Genre: Roman
Seitenzahl: 212
ISBN: 978-3945362099 

Vielen Dank an die Autorin für dieses Rezensionsexemplar!





„Jessies Leben verläuft so gar nicht wie geplant. Statt beruflich an der Seite ihres Freundes durchzustarten und die Familienplanung voranzutreiben, arbeitet sie als schlecht bezahlte Praktikantin in einer Werbeagentur, wohnt in einem winzigen Loch und wird auch noch von ihrem Freund betrogen. Was tun, wenn man sich von der Familie und den Freunden ein „Das haben wir dir doch gleich gesagt!“ nicht anhören will? Genau! Man wählt nachts betrunken einfach irgendeine Nummer und heult sich aus …“





Schon vor ein paar Wochen habe ich dieses Buch von der Autorin bekommen, von der ich logischerweise zuvor noch nichts gehört habe. „Telefonseelsorge“ ist Emma Lots Debüt und auch wenn ich das Cover mit dem Aschenbecher zu Beginn ein wenig abschreckend fand (Ja, ich hasse Zigaretten!), habe ich mich doch ans Lesen gemacht. Schließlich heiß ich auch Jessi, wenn auch ohne das „e“ und Namensvetter müssen schließlich zusammenhalten!

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und genau aus diesem Grund perfekt für diesen Roman, der komplett aus der Sicht der lieben Jessie geschrieben ist. Dieser Stil hat den Buch auf jeden Fall gut getan, denn so erleben wir Jessies chaotisches Leben hautnah und werden schon auf den ersten Seiten in ihre kleine, große Welt eingezogen. Der Schreibstil konnte mich auf jeden Fall auch wegen der witzigen Dialoge und Gedanken Jessies absolut überzeugen!




Jessies ist eine Protagonistin mit der sich wohl jede Frau ein klein wenig identifizieren kann. Sie ist sehr tollpatschig und gerät mit ihrer Art in so manchen Schlamassel. Sie ist wirklich eine sehr liebevolle Person, die ich gleich schon auf den ersten Seiten ins Herz geschlossen habe, denn sie beweist wieder einmal, dass man auf dieser Welt nicht perfekt sein muss.

Jessies führt eine recht seltsame Beziehung mit Oli. Oli ist ein echter Egoist und schmeißt sich an jede Frau ran, um sein Ego zu stärken. Jessie, die ihre rosarote Brille trägt, will das alles natürlich nicht so recht wahrhaben und ich als Leser hätte sie am liebsten öfters einmal durchgeschüttelt, damit sie sich endlich von diesem Mistkerl abwendet.

Im weiteren Verlauf der Geschichte geht es auch um Jessies „Telefonseelsorge“, sprich sie ruft einen wildfremden Menschen an und verrät ihm all ihre Probleme. Manchmal ist es eben einfacher, sich Fremden anzuvertrauen, als Personen, die im näheren Umfeld sind. Der Mann, den sie Frank tauft, hört ihr zu und schnell wird klar, dass er irgendwie anders zu sein scheint. Doch wird Jessie das auch begreifen?




„Telefonseelsorge“ war für mich eine riesige Überraschung. Die Autorin hatte mich schon in ihrer Email neugierig gemacht und da stand gleich fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss! Schon nach den ersten Seiten war ich vollständig in der Geschichte drin und ich kann sagen, dass Emma Lots absolut meinen Humor getroffen hat. 

In dem Buch gab es etliche Stellen wo ich wirklich lautstark loslachen musste und vieles davon habe ich dann auch meinem Mann erzählt, der es ebenso witzig fand. (Ich sage nur Klebeband oder Klopapier!) Jessies Art ist einfach absolut liebenswürdig und ihre tollpatschige und schon recht naive Art ist echt einmalig!

Der Humor ist der Hauptbestandteil dieses Buches und die eigentliche Geschichte rückt dadurch ein wenig in den Hintergrund. Es geht in „Telefonseelsorge“ mehr um Jessie und ihre unbeholfene Art, als um eine wirklich intensive Liebesgeschichte. Klar, ihr geheimnisvoller Gesprächspartner und auch der egoistische Oli treiben das Gefühlschaos in Jessie an, aber ich fand die ganzen Nebendetails und kleinen Anekdoten viel interessanter. Zum Beispiel Jessies Ernährungsumstellung, ihr Klo-Projekt auf der Arbeit und ihre Beziehung zu der Arbeitskollegin Birgit.

Die eigentliche Liebesgeschichte hat dann auch einen Hauch Romantik, aber nicht zu viel um kitschig zu wirken. Das hat mir sehr gut gefallen. Natürlich ist die Geschichte wie die meisten Liebesgeschichten schon ein wenig vorhersehbar, aber trotzdem wurde „Telefonseelsorge“ für mich überhaupt nicht langweilig. Jessie ist mir wirklich ans Herz gewachsen und ich fand es schade, dass das Buch „nur“ 212 Seiten hatte! Auf jeden Fall werde ich nach weiteren Büchern der Autorin Ausschau halten!




Ein witziger Frauenroman mit einer wirklich liebenswerten Protagonistin und einem tollen Humor!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.
                                                            

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