Donnerstag, 12. November 2015

[Rezension] Die Scherben der Wahrheit - Mark Billingham

Titel: Die Scherben der Wahrheit
Autor: Mark Billingham
Verlag: Atrium Zürich
Genre: Roman, Thriller
Seitenzahl: 480
ISBN:  978-3855350575 
Cover und Inhaltsangabe © Atrium Zürich




„In einer regnerischen Nacht kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Mehrere Menschen werden verletzt, für Paul Hopwood kommt jede Hilfe zu spät. Die Polizei glaubt, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs in diesem Teil Londons keine Seltenheit ist. Pauls hochschwangere Frau Helen aber will nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Als sie unbekannte Nummern auf Pauls Handy entdeckt, erhärtet sich ihr Verdacht. Helen begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, auf der Suche nach der Antwort auf eine fürchterliche Frage: Wer war der Mann wirklich, dessen Kind sie unter dem Herzen trägt?“




Mark Billinghams Schreibstil ist eher ruhig, erzeugt aber dennoch eine unterschwellige Spannung. Das Buch hier als richtigen Thriller zu bezeichnen, fällt mir allerdings schwer. Es ist vielmehr ein Roman über eine Frau, die nach und nach die Wahrheit über ihren Mann herausfindet. Eine Wahrheit, die sie zuvor nicht erahnen konnte. Ein wenig hat das Buch schon etwas von einem Krimi, da die Suche danach, was da an der Bushaltestelle wirklich passiert ist, im Mittelpunkt steht!




Paul und Helens Ehe steht auf wackligen Beinen, aber beide möchten daran arbeiten – schon für das Baby, das in Helen heranwächst. Paul lernen wir am Anfang nur kurz lebend kennen, denn die Schießerei an der Bushaltestelle, bei der er von einem Auto angefahren wird, kommt recht schnell. Wer ist Paul wirklich? Und hatte er ein Geheimnis?

Im weiteren Verlauf der Geschichte lernen wir Helen besser kennen, die gar nicht richtig trauern kann. Sie ist hin und hergerissen und will alles bezüglich des Unfalls genau wissen. Diese Art an ihr hat mir nicht besonders gut gefallen, denn ich konnte mich kaum mit ihr identifizieren. Ich habe ein wenig eine schwache, verletzliche Seite bei ihr vermisst!

Hingegen gut ausgearbeitet fand ich die „Gang“, bestehend aus mehreren Jugendlichen. Besonders wird hier Theo beleuchtet, der in der Nacht des „Unfalls“ eine zentrale Rolle gespielt hat! Wir lernen ihn vor und nach dem „Unfall“ kennen und sehen, wie er langsam an den Schuldgefühlen zerbricht!




„Die Scherben der Wahrheit“ wirkt sehr geradlinig und leider auch viel zu ruhig. Die unterschwellige Spannung kommt zwar hin und wieder durch, aber der größte Teil des Buches besteht leider aus Ermittlungen von Helen, ihrem Alltag, ihre Vorbereitungen für die Beerdigung und Theos Schuldgefühlen. Die viel zu ruhige Schreibweise hat es für mich leider nicht geschafft, einen Höhepunkt zu definieren. Das Buch ist in sich schlüssig, auch von der Auflösung her, aber es hatte für mich nichts, das lange im Gedächtnis bleibt!

Das Buch ließ sich auf jeden Fall gut und schnell lesen. Ich konnte dabei fast immer abschalten und musste nicht viel nachdenken. Auf der einen Seite empfand ich dies als positiv, doch auf der anderen fiel somit das „Mitfiebern“ weg. Helens Geschichte fand ich sehr tragisch, vor allem da sie hochschwanger ist und jetzt allein mit der Geburt und ihrem Leben fertig werden muss. Leider fand ich Helens Charakter hingegen nicht sehr sympathisch. Sie wirkt wie eine Superheldin, die selbst schwanger noch allen Ungereimtheiten nachgeht und dabei nur funktioniert. Eine weiche, menschliche Seite hat mir bei ihr einfach gefehlt.

Die ganze Auflösung am Ende fand ich aber gelungen. Das Buch besitzt einen roten Faden, von dem zwar immer mal wieder abgewichen wird, aber der trotzdem nie aus den Augen verloren wird. Nach und nach kommt die Wahrheit über Paul ans Licht und was bei dieser angeblichen „Mutprobe“ wirklich passiert ist. Das fand ich interessant, auch wenn es vom Thema her absolut nicht meins war!




„Die Scherben der Wahrheit“ ist ein Buch, das sich flott lesen lässt und interessante Auflösung besitzt, doch mich leider aufgrund der übertriebenen Protagonistin und einer gewissen fehlenden Spannung nicht zu 100 Prozent überzeugen konnte!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

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