Donnerstag, 5. November 2015

[Rezension] Young World - Chris Weitz

Titel: Young World – Die Clans von New York
Originaltitel: The Young World
Autor: Chris Weitz
Verlag: dtv
Genre: Jugendbuch, Endzeitroman, Dystopie
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3423761215 
Cover und Inhaltsangabe © dtv




„Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.“




Der Plot von „Young World“ hört sich nicht neu an. Bücher, in denen Jugendliche die einzigen Überlebenden nach einer schrecklichen Katastrophe sind, gibt es bereits seit unzähligen Jahren und dennoch habe ich mich für dieses Buch entschieden! Nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Buch wirklich spannend und fesselnd ist, jedoch die typischen Klischees eines Endzeitszenarios vereint. (Was mich nicht sonderlich gestört hat, da ich die Endzeit so oder so sehr aufregend finde!)

„Young World“ wird aus den Sichten von zwei Teenagern erzählt, die vom Charakter nicht unterschiedlicher sein könnten. Das fand ich spannend und es hat das Buch vorangetrieben! Allerdings waren mir die zahlreichen „Kampfszenen“ eine Spur zu langatmig, da ich eher Fan des Zwischenmenschlichen bin und bei seitenlangen Beschreibungen von Kämpfen gedanklich abschalte!




Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Donna und Jefferson erzählt. Donna war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie trauert der alten Welt nach, klammert sich an jede noch so kleine Erinnerung und hat innerlicher schon aufgeben. Ich konnte ihre Gefühlswelt nachvollziehen, denn es muss schwer sein, in einer solchen Welt zu leben und zu wissen, dass mit 18 Jahren dann alles vorbei ist. (Ja, die Jugendlichen werden in diesem Alter dann ebenfalls krank!)

Jefferson ist ebenfalls ein liebenswerter Charakter. Er übernimmt die Führungsrolle, obwohl er mit dieser oft überfordert ist. Ich war froh, dass Jefferson nicht als der typische harte Anführer beschrieben wurde. Stattdessen ist er ein Junge voller Schmerz, Hoffnung, aber auch Mut! Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn so konnte ich mich sowohl in Donna, als auch in Jefferson hineinversetzen!




Eine Welt, in der nur Jugendliche leben? Jugendliche, die sich in Clans zusammengeschlossen haben, um zu überleben? Die Idee ist wie gesagt nicht neu, aber dennoch in „Young World“ fesselns umgesetzt, was wohl vor allem an den sympathischen Charakteren liegt, die Fahrt in die Geschichte bringen.

Das Buch beschreibt die Welt nach dem Ausbruch einer Krankheit, die alle Erwachsenen und Kinder getötet hat. Es blieben nur noch die Jugendlichen über, die sich jetzt in verschiedenen Clans verbündet haben und dort größtenteils friedlich leben. Zu Beginn nehmen des Buch nehmen wir an dem Clanleben von Jefferson und Donna teil und werden erst einmal in diese Zeit hineinversetzt. Das ist dem Autoren auch recht gut gelungen, auch wenn mir hier und da doch ein klein wenig Hintergrundwissen gefehlt hat. Meiner Meinung nach hätte gerade das „Vorher“ noch ein wenig besser beleuchtet werden können, auch wenn immer wieder kleine Überbleibsel aus der alten Welt gefunden und angesprochen werden.

„Young World“ ist ein solider und spannender Jugendroman. Natürlich kommt wieder das typische Szenario vor, in dem unsere Hauptcharaktere versuchen, die Wahrheit über die Krankheit herauszufinden und sich auf die Suche machen, um „Rettung“ zu finden. Schließlich wollen sie sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden, bald sterben zu müssen. Leider hat sich der Autor hier sehr oft dem Zufall bedient. Im Grunde stolpern unsere Jugendlichen von einem Clan zum nächsten, lernen neue Leute kennen, werden angegriffen und fliehen weiter. Auch das Ende ist dann mehr dem Zufall geschuldet, als wirklichem Tatendrang unserer Gruppe!




Nichtsdestotrotz kann ich sagen, dass sich dieses Buch besonders für Endzeitfreunde lohnt. Die Geschichte ist zwar nicht einmalig, dafür aber spannend und emotional erzählt!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    als Endzeitfreund kann ich dazu natürlich nicht "nein" sagen. Ab auf die Wunschliste damit.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  2. Hey Jessi,
    was die Länge der Kampf / Action Szenen angeht, ging es mir ähnlich :-)
    Liebe Grüße
    Tanja

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  3. Guten Morgen Jessi,
    ich fand bei dieser Geschichte hat man gemerkt dass der Autor sonst Drehbücher schreibt. An sich mochte ich die Charaktere und die Ideen, aber der Schreibstil war einfach für mich ohne Gefühle.
    Liebe GRüße
    Fiorella

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  4. Hallo Jessi,
    ich habe das Buch gehört und kann deine "Kritik" nachvollziehen. Mir war der Mittelteil etwas zu zäh, wie sie so von kampf zu Kampf stolpern...
    LG anja

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