Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut - Tessa Gratton

Titel: Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie blut
Autor: Tessa Gratton
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Seitenzahl: 448
ISBN:  978-3570152867 
Cover und Inhaltsangabe © cbj





„Es hört sich ganz einfach an: Zeichne einen Kreis ... Lege ein welkes Blatt in den Mittelpunkt ... Sprich einen Zauberspruch ... Und opfere einen Tropfen Blut ...

Der letzte Teil ist keineswegs einfach. Aber Silla spürt, dass der Zauber richtig ist. Und richtig war in Sillas Leben nichts mehr, seit ihre Eltern einen grausamen Tod fanden. Erst das geheimnisvolle Zauberbuch, das ein Unbekannter vor ihrer Tür abgelegt hat, scheint Sillas Leben wieder Sinn zu geben. Ein Buch voller Zaubersprüche, die allesamt mit dem Blut des Magiers ausgeführt werden. Als Silla tief in den Strudel ihrer eigenen berauschenden Magie gezogen wird, gibt es nur einen, der sie warnt: Nick, der Junge von nebenan, der ahnt, dass die Blutmagie dunkle, uralte Mächte heraufbeschwört und dass sie Segen sein kann – oder Fluch.“




Puhh, mit dem Schreibstil von Tessa Gratton hatte ich so meine Probleme. Zugegebenermaßen lese ich wenig Fantasy-Sachen, doch wenn ich etwas lese, möchte ich voll und ganz in die mir fremde Welt abtauchen. Bei diesem Buch ist mir das leider nicht so recht gelungen. Ähnlich wie die Protagonistin wurde ich ein wenig ins kalte Wasser geworfen und musste plötzlich mit der Welt der Magie klarkommen, ohne einen direkten Zugang zu finden.

Zudem ging mir in dem Buch einfach alles zu schnell. Knall hier, Knall da, Spannung, Spannung, Spannung, kurzer Moment durchatmen und nächste Konfrontation. Das war mir zu viel, vor allem da ich mich mit den Charakteren nicht anfreunden konnte und ich deswegen nicht das Gefühl hatte, mitfiebern zu müssen!




Ja, die Charaktere... Ich habe leider keinen direkten Zugang zu ihnen finden können. Zum einen ist da Silla, die plötzlich ein Buch findet und in die Welt der Magie eintaucht und zum anderen Nick, der auf Silla trifft und schnell mit ihr gemeinsam alles erforscht. Das Zueinanderfinden der zwei ging mir zu schnell, zu emotionslos. Wohl ein Grund, warum ich zu den beiden Protagonisten keinen direkten Zugang finden konnte.

Eine weiterer Erzählstrang beginnt vor über 100 Jahren. Tagebuchähnlich wird hier die Geschichte von Josephine Darly erzählt, die beschließt, ewig zu leben. Natürlich mit Magie, genauer gesagt Blut-Magie. Sie macht die Geschichte spannend, denn sie ist lange Zeit der unbekannte Feind und spielt im weiteren Verlauf des Buches noch eine große Rolle.




Unter Blut-Magie habe ich mir ein sehr spannendes und fantasievolles Thema vorgestellt. Ich wollte mit diesem Buch tief in die Welt der Magie eintauchen und selbst das Gefühl bekommen, zaubern zu können. (Ja, wer wünscht sich das nicht!) Leider wurde ich ein wenig enttäuscht, denn alles rund um die Magie des Blutes wird nur schnell abgehandelt.

Das Buch lässt sich schnell und gut lesen, aber mit hat ein gewisser Bann gefehlt. Klar, es ist spannend, aber trotzdem hat sich mein Puls bei keiner einzigen Stelle beschleunigt und auch das Ende ließ mich eine Spur zu kalt.

Auch mit den Charakteren kam ich nicht ganz so gut klar. Sie agieren im Grunde nur und außer der familiären Situation erfährt man nicht sehr viel über sie. Obwohl Silla eigentlich ein normales Mädchen darstellen soll, kam sie mir hier im Buch eher wie eine Art Heldin vor, die plötzlich diese Magiekräfte hat und alles kann. Über ihre Gedanken und Gefühle erfährt man recht wenig, weswegen auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und Nick schon nach gut 100 Seiten abgehandelt ist.




Ich würde das Buch eher jüngeren Lesern empfehlen. Es ließt sich auf jeden Fall gut, hatte für mich aber keine nennenswerten Höhen und Tiefen!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Montag, 28. September 2015

[Rezension] Trügerische Nähe - Susanne Kliem

Titel: Trügerische Nähe
Autor: Susanne Kliem
Verlag: carl`s books
Genre: Kriminalroman, Roman
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3570585504 
Cover und Inhaltsangabe © carl`s books





„In einem Dorf vor den Toren Berlins erfüllen sich zwei Paare Mitte vierzig ihren Traum: Sie ziehen auf einen stilvoll renovierten Hof und freuen sich auf ein beschauliches, naturnahes Landleben. Die beiden Männer kennen sich aus Studienzeiten, auch ihre Partnerinnen Marlis und Nora verstehen sich gut. Als ganz unerwartet Livia, Marlis’ attraktive Tochter aus erster Ehe, auftaucht, setzt sie eine gefährliche Dynamik in Gang. Die junge Frau wirkt verzweifelt, scheint in etwas verstrickt, über das sie nicht sprechen möchte. Alle sorgen sich um sie. Doch Livia verfolgt ihre ganz eigenen abgründigen Interessen und spielt die Bewohner gnadenlos gegeneinander aus. In kürzester Zeit verwandelt sich der idyllische Hof in einen beklemmenden Ort: Eifersucht, Neid und Verdächtigungen vergiften alle Beziehungen und enden in erbitterter Feindschaft. Dann wird auf einer Waldlichtung eine Leiche gefunden. Und allen ist klar, dass der Täter nur einer von ihnen sein kann … “




Von Susanne Kliem habe ich im Vorfeld noch gar nichts gehört, umso gespannter war ich auf ihren Schreibstil, denn Elisabeth Hermann sagt über das Buch, dass es ein „meisterhaftes Psychodrama“ ist und jetzt, nach dem Lesen, kann ich dieser Aussage voll und ganz zustimmen. Susanne Kliems Stil ist geradlinig und besticht besonders durch ihre Charaktertiefe, die lebhaften, emotionalen Dialoge und das Miteinander der agierenden Personen. Nach nur wenigen Seiten war ich in diesem Buch gefangen und habe mich gefühlt, als würde ich selbst mit auf den Hof gezogen sein. Alle Gefühle wie Hass, Neid, Eifersucht, Verlangen und Einsamkeit waren auch bei mir zu spüren. So muss ein gutes, mitreißendes Buch sein!




Die Tiefe der einzelnen Charaktere und die Darstellung der jeweiligen Probleme machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Es gibt kaum einen Charakter, der blass bleibt. Ja, selbst die Nebencharaktere werden perfekt ausgearbeitet, sodass ich das Gefühl hatte, alle Personen in diesem Buch näher kennenlernen zu dürfen.

Wie der Klappentext vermuten lässt, geht es in erster Linie um die zwei Paare, die auf einem einsamen Hof ziehen, um dort zusammen zu leben. Zum einen ist da Nora, die nicht mehr arbeiten kann und nun auf dem Land die Ruhe sucht. Die Ehe zu ihrem Mann Alexander funktioniert nicht mehr richtig und beide versuchen sie krampfhaft zu retten.

Alexander ist der Analytiker. Er scheint alles zu durchschauen, sich einfach zurückzulehnen und zu beobachten, aber dennoch hat er so seine schwachen Momente. Seine Überheblichkeit und seine Selbstverliebtheit stehen ihm im Grunde selbst im Weg.

Das andere Paar besteht aus der toughen Marlis, die sich selbst einzureden versucht, dass ihr Leben perfekt ist. Die Beziehung zu ihrem Mann Johannes ist auch alles andere als rosig, aber das will sie sich natürlich nicht eingestehen.

Johannes und Alex waren alte Studienfreunde, aber auch bei ihnen sind Spannungen zu merken. Ist da Eifersucht im Spiel? Oder steckt da wirklich mehr dahinter?

Als Marlis Tochter Livia an den Hof kommt, werden alte Wunden aufgerissen und neue zugefügt. Livia ist wie ein Parasit, der sich auf dem Hof einnistet und Schaden anrichten will. Was hat sie vor? Und warum ist sie nicht mehr auf der Schauspielschule?

Ich fand Livia einen sehr interessanten Charakter. Sie ist ein Mädchen, das ihren Weg noch nicht gefunden hat. Sie kennt sich im Grunde selbst nicht und steht zwischen Lügen und Wahrheiten, ohne selbst zu begreifen, wie riskant ihr Leben auf diese Weise ist.




Obwohl der Titel „Trügerische Nähe“ eher schwach wirkt, verbirgt sich im Inneren des Buches doch ein wahrer Schatz. Als Leser werden wir in die Welt von zwei Paaren eingeführt, die zusammenleben wollen, aber nicht recht wissen, auf was sie sich da eingelassen haben. Sie versuchen zu retten, was noch zu retten ist, aber als dann Livia zu ihren stößt, werden sie an ihre Grenzen gebracht.

Livia ist optisch die reinste Perfektion, aber wie sieht es mit ihrem Inneren aus? Ist ihr schönes Aussehen vielleicht nur Fassade? Wie zuvor erwähnt mochte ich sie sehr, denn sie nimmt die Rolle des Parasiten ein, der plötzlich auf dem Hof auftaucht und metaphorisch betrachtet in die Gedanken der vier mehr oder weniger zerbrochenen Menschen eindringt. Sie will zerstören, vielleicht weil sie selbst nicht das Gefühl hat, komplett zu sein. Ein schönes Aussehen ist schließlich noch lange nicht alles, vor allem wenn man Schauspielerin werden möchte!

Spannend wird das Buch durch das ganze Miteinander der Personen. Es wird schnell klar, dass auf dem neuen Hof nichts perfekt ist, auch wenn alle krampfhaft versuchen, dies nach außen zu zeigen. Es kommt zu Eskalationen, was vor allem daran liegt, dass Livia plötzlich allen Männern den Kopf verdreht. Angefangen mit Lukas, dem Sohn von Nora, hin zu Alexander und Johannes. Für sie scheint es ein Spiel zu sein, ohne das ihr bewusst ist, was sie anrichtet.

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen und musste auch zwischen dem Lesen immer wieder an die Geschichte denken, was bei mir wirklich nur bei guten Büchern passiert. Besonders mitfühlen konnte ich mit Nora, die sich sehr allein fühlt und damit umgehen muss, dass ihr Mann ihr einfach nicht treu sein kann. An manchen Stellen habe ich Alexander mit seiner überheblichen Art wirklich abgrundtief gehasst.

Einen Kriminalroman würde ich das Buch eher nicht nennen. Es ist wie Elisabeth Hermann so schön gesagt hat, ein Psychodrama auf höchstem Niveau. Erst zum Ende hin, kommt es zu einem kleinen Kriminalfall, der aber schnell gelöst und auch recht vorhersehbar ist. Ich bin mir ein wenig unschlüssig, ob das Ende wirklich zu der restlichen Geschichte passt, denn es wirkt teilweise zu hektisch und fast schon ein wenig zusammengewürfelt. Die Stärke der ersten 300 Seiten wurden deswegen ein wenig abgeschwächt, aber ich muss trotzdem sagen, dass mich die ganze Geschichte trotzdem voll und ganz überzeugt hat!




Ein Psychodrama auf höchstem Niveau! Ich konnte bei dem Buch gar nicht mehr aufhören zu lesen und war voll und ganz in der Geschichte gefangen! Mehr davon!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Samstag, 26. September 2015

[Rezension] Der Beobachter - Charlotte Link

Titel: Der Beobachter
Autor: Charlotte Link
Verlag: Blanvalet
Genre: Thriller, Krimi
Seitenzahl: 652
ISBN: 978-3442367269 
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet





„Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen. Als Beobachter. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen besteht. Nur aus der Ferne liebt er die schöne Gillian Ward. Die beruflich erfolgreiche Frau, glücklich verheiratet, Mutter einer reizenden Tochter, wird von ihm über die Maßen idealisiert. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Denn nichts ist so, wie es scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.“




Schon vor langer Zeit habe ich das Buch mit meinem Mann im Buchladen mal „probe“ gelesen, wobei wir da nur den Prolog kannten, der sehr spannend und geheimnisvoll war und Lust auf das Buch machte. Lange Zeit habe ich „Der Beobachter“ dann aber nicht gelesen. Mein erstes Buch der Autorin war „Das Tal des Fuches“ und da war ich schon sehr stark von ihrem Stil begeistert, aber dennoch hatte mich das Buch nicht dazu gebracht, noch weitere Bücher von ihr zu lesen. Bis jetzt. Jetzt musste ich endlich wissen, was sich hinter der Ausgangssituation von „Der Beobachter“ verbirgt!

Charlotte Links Stil lässt sich ganz einfach beschreiben. Sie legt viel Wert auf ihre Charaktere. Ja, all die Menschen, die in ihren Büchern vorkommen, werden haargenau geschrieben und bekommen von dem ersten Moment, an dem sie auftauchen, auch schon Leben eingehaucht. Das nenne ich Talent!

Leider kommt auch in diesem Buch die Spannung ein wenig zu kurz. Vieles wird durch die Charaktertiefe unzählige Male erwähnt und es wird auch viel drumherum erzählt, was die Geschichte nicht wirklich voran bringt!




In Charlotte Links Büchern kommen immer sehr viele Charaktere vor. So auch in „Der Beobachter“, bei dem ich kaum einen Hauptcharakter benennen kann. Eigentlich wechseln sich die Sichtweisen ständig ab, was für Abwechslung sorgt, aber manchmal die Geschichte auch nur unnötig in die Länge zieht!
Gillian ist eine junge Mutter, die gar nicht in solch einer perfekten Welt lebt wie es der Klappentext vielleicht vermuten lässt! Ihre Tochter wendet sich immer mehr von ihr ab und die Beziehung zu ihrem Mann steht auch auf wackligen Beinen. Da kommt ihr der hübsche Handballlehrer ihrer Tochter gerade recht. Ich muss gestehen, dass mit Gillian leider überhaupt nicht sympathisch war, weswegen ich ihre Abschnitte überhaupt nicht mochte. Schade ist das besonders deswegen, weil sie zum Ende hin im Fokus des Täters steht und ich nicht so recht mitfiebern konnte.

Spannend hingegen fand ich Samson, der hier die Rolle des „Beobachters“ einnimmt. Er hat kein echtes, eigenes Leben und streift deswegen durch die Gegend, um sich den Alltag von Menschen anzusehen, deren Platz er gerne einnehmen würde. Ich finde, er hätte stärker in die Geschichte involviert werden sollen, denn schließlich heißt das Buch „Der Beobachter“. Um das Beobachten an und für sich geht es aber nur am Rande.

Ein Krimi kommt ja heutzutage fast gar nicht mehr ohne Polizeiarbeit aus, was ich wirklich schade finde! Hier wirkt die Arbeit der Polizei eher sehr oberflächlich und stellenweise unlogisch. Die Schlussfolgerungen konnte ich teilweise nicht so recht nachvollziehen!




Mein zweites Buch von Charlotte Link und es lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Mir war von Anfang an klar, dass ich keinen nervenaufreibenden Thriller erwarten kann, doch teilweise ha sich das Buch für mich doch extrem gezogen. Nach dem brillanten Einstieg mit dem Prolog, geht es dann zwar kurzzeitig spannend mit einem Mord weiter, aber das war es dann auch schon. Wir erfahren viel über Gillian und ihr Leben, was mich teilweise aufgrund ihres Charakters nicht so recht interessiert hat und auch über die Arbeit der Polizei, die anfangs nur aus Mutmaßungen besteht. (Ich konnte auch nicht ganz nachvollziehen, warum bereits nach dem ersten Opfer davon ausgegangen wird, dass es es einen zweiten Mord geben wird?)

Charlotte Link hat sich als Schauplatz dieses Buches für England entschieden, was für mich auch teilweise einen fahlen Beigeschmack hinterlassen hat, da doch viele typisch deutsche Dinge vorkamen und ich mir die Geschichte leider überhaupt nicht in England vorstellen konnte. Da hat sich eine Art Barriere in meinem Kopf gebildet, die einfach keinen Zusammenhang zu England aufbauen konnte. Ich weiß nicht, ob es hier an mangelnder Recherche lag oder aber um die Idee des Verlages, doch mal einen internationalen Schauplatz zu wählen, ich möchte auf jeden Fall keinerlei Mutmaßungen darüber anstellen!

Die Geschichte nimmt sehr langsam Fahrt auf, aber am Ende beweist die Autorin, dass sie doch auch spannende Momente gut aufs Papier bringen kann. Für meinen Geschmack gab es davon aber leider zu wenig und die letztendliche Auflösung fand ich nicht ganz stimmig und nachvollziehbar!




Eher ein Krimi mit toller Charakterzeichnung, aber wenig Spannung! Den Schreibstil der Autorin muss ich aber auf jeden Fall loben!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Donnerstag, 24. September 2015

[Rezension] Die Spur - Richard Laymon

Titel: Die Spur
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne Hardcore
Genre: Horror
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3453676466 
Cover und Inhaltsangabe © Heyne Hardcore




„Gillian O’Neill ist jung und attraktiv – und sie hat ein ausgefallenes Hobby. Nachts sucht sie nach Häusern, deren Besitzer offensichtlich für längere Zeit verreist sind, und richtet sich dort ein. Das Problem ist nur, dass Gillian dieses Mal das Haus eines Serienkillers erwischt hat – eines Serienkillers, der seine Opfer gerne in die Wildnis verschleppt. In die Finsternis. Wo er ungestört ist. Wo niemand ihre Schreie hört ...“




Wie lange bin ich jetzt schon Fan von Richard Laymon? Zehn Jahre? Und noch immer können mich seine Bücher begeistern, da ich seinen einmaligen Schreibstil einfach toll finde. Wenn ich ein Buch von ihm aufschlage, weiß ich sofort, dass es von ihm ist. Das war auch bei „Die Spur“ der Fall, aber ich muss gleich zu Beginn der Rezension erwähnen, dass dies kein Laymon auf seinem höchsten Niveau es. „Die Spur“ wirkt von der Story doch ein wenig zusammengewürfelt, fast schon schnell zusammengeschustert. Spannend ist das Buch auf jeden Fall, vielleicht sogar empfehlenswert für Leute, die mit Laymon anfangen wollen, aber sich noch nicht an seine ganz harten Sachen herantrauen.




Den Hauptteil des Buches nimmt die Geschichte rund um Rick ein, der zusammen mit seiner Freundin Bert (Sie heißt eigentlich Bertha, aber will natürlich nicht so genannt werden!) einen Wanderausflug macht. Wenn ich an Wanderausflüge denke, kommt mir dabei als erstes eine schöne Landschaft und Ruhe in den Sinn, nicht so aber bei Laymon. Im Wald treffen sie als erstes auf eine Gruppe von jungen Männern, die besonders Rick sehr suspekt vorkommen. Haben die Jungs es etwa auf seine Bert abgesehen?

Rick ist ein typischer Laymon-Charakter, den man nicht so ernst nehmen sollte. Als sie im Wald auch noch auf zwei hübsche Mädchen treffen, muss er sich selbst zusammenreißen, um seiner Bert treu zu bleiben.

Die beiden Mädchen, die sie später treffen, Andrea und Bonnie, werden kurzzeitige Reisebegleiter und sind im späteren Verlauf noch einmal in die Geschichte involviert. Wie, das müsst ihr wohl selbst rausfinden! ;)

Neben der Situation aus dem Wald, erfahren wir auch die Sicht einer Gillian, die eine seltsame Leidenschaft hegt: Sie besucht die Häuser von Fremden, wenn die Besitzer gerade im Urlaub sind. Dieses Mal hat sie sich ein echtes Schmuckstück ausgesucht, ein Luxus-Haus, das jedoch schnell zum Alptraum wird. Gillian fand ich ein wenig interessanter als Rick, da sie doch mit dieser Leidenschaft und ihren Geschichten über andere Häuser, die sie schon besucht hat, für Spannung gesorgt hat.




Ein typischer Laymon? Nicht ganz, aber doch schon ziemlich nah dran! „Die Spur“ ist verhältnismäßig ruhig. Schon der Einstieg ins Buch beginnt mit einem Mord, der Laymon-untypisch recht schnell abgearbeitet wird. Wenig Blut, wenig nackte Haut und wenig Sarkasmus.

Für mich brauchte das Buch eine Weile, bis es wirklich Fahrt aufnahm, vor allem wenn ich es mit anderen Büchern von Richard Laymon vergleiche! Die Wanderung und das Treffen der verschiedensten Personen nimmt sehr viel Platz ein und auch Gillians Besuch im Haus wird stark in die Länge gezogen. Die beiden Erzählstränge treffen sich erst sehr spät und ich war ein wenig enttäuscht, dass die beiden Geschichten eigentlich wenig miteinander zu tun hatten! (Ja, der gute Richard Laymon wollte hier seine Leser wohl auf eine falsche Fährte führen! Bei mir hat es geklappt!)

Dass Laymon ein Faible für Wanderausflüge hat, die ganz schön böse enden, ist ja bekannt. Die Wanderung von Rick und Bert geht da aber noch verhältnismäßig ruhig daher. Sie treffen so einige Leute, die einen sind in Ordnung, die anderen eben nicht. Rick jedoch misstraut grundsätzlich erst einmal jedem Mann, da er als Kind mit seinen Eltern auf einer Wanderung etwas Schreckliches erlebt hat. Verständlich, dass er da hinter jeder Ecke das Böse lauern sieht, aber dennoch passiert in „Die Spur“ besonders bei dem Wanderausflug erst zum Schluss etwas.

Ja, das Ende. Beim Ende überschlägt sich die Handlung dann ein wenig, als wollte Laymon plötzlich wieder zu seinem Stil zurückfinden. Puhh, ich empfand das Ende teilweise als ein wenig anstrengend, fast schon zu schnell. Ich hatte das Gefühl, beim Lesen nicht mehr mitzukommen. Da ich andere Bücher von ihm kenne, bei dem der Spannungsbogen fast von der ersten Seite vorhanden ist, muss ich leider sagen, dass ich den Schluss überhaupt nicht gelungen fand. Die Spannung kommt zu plötzlich und es treten dann auch noch Personen auf, die zuvor überhaupt keine Rolle gespielt haben. Das Ende hat mich deswegen eher enttäuscht!




Nicht ganz so sarkastisch und blutig wie seine anderen Bücher und eher ruhig, aber ich kann das Buch Fans des Autoren trotzdem ans Herz lesen. (Aber diese lesen wahrscheinlich eh JEDES seiner Bücher!)

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Dienstag, 22. September 2015

Buchvorstellung zu meiner "Schattentour"

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch schon mal mein neues Buch mit dem Namen "Schattentour" vorstellen! Das Buch ist als E-book bereits in allen Shops verfügbar, das Taschenbuch folgt am 8. Oktober. "Schattentour" ist ein spannender Thriller über ein verlassenen Hotel, das noch immer leise vor sich hinlebt und die Vergangenheit nicht von sich abschütteln kann.

Hier der Klappentext:

"Shannon, Malte, Lara und Adam sind Urban Explorer. Sie gehen regelmäßig gemeinsam auf sogenannte Urbex-Touren, um sich alte, längst vergessene Gebäude anzuschauen, Fotos zu machen und in die Vergangenheit dieser Lost Places abzutauchen. Im Internet wurden sie auf das „Unus“ aufmerksam, einst ein Luxushotel, das seit vielen Jahren einsam und verlassen im Wald in der Nähe Frankfurts ruht. Doch schnell stellen sie fest, dass sie dort nicht allein sind. Ein Geisterjägerteam hat sich diese Nacht für ihre paranormalen Untersuchungen ausgesucht. Beide Gruppen merken schnell, dass mit dem Hotel etwas nicht stimmt. Sie finden seltsame Gästebucheinträge und Lebensmittel, die noch haltbar sind, obwohl das Hotel vor über 20 Jahren geschlossen wurde. Das „Unus“ ist noch am Leben und verbirgt ein tödliches Geheimnis!"



Kurz etwas über die Entstehung und zu den Charakteren:


Schreiben ist mein Leben und da ich schon immer eine Leidenschaft für alte, verlassene Gebäude hegte, musste ich unbedingt ein Buch darüber schreiben. Die Idee, diese in einem alten Hotel spielen zu lassen, kam ganz spontan. Nach und nach hat sich das "Unus" vor meinen inneren Augen errichtet und mir leise seine Geschichte erzählt.


Die Charaktere in diesem Buch sind mir auch unsagbar nahe gekommen. Zum einen ist da Shannon, eine junge Amerikanerin, die wirklich mutig und selbstbewusst ist. Sie liebt alte Gebäude, genau wie ich und begeistert ihre Freunde Malte, Adam und Lara mit ihr zusammen auf sogenannten "Urbex"-Touren zu gehen. Gemeinsam haben sie schon viele Gebäude besichtigt und in der besagten Nacht steht das Unus auf den Plan. Ob das so eine gute Idee ist? Das solltet ihr wohl selber lesen. ;)

Aus der Gruppe der Urban Explorer gefiel mir auch Adam sehr gut. Er ist ein durchgeknallter Punk mit einem grünen Iro und er hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Adam ist sehr mutig und lässt sich von niemanden etwas sagen.

Malte ist das komplette Gegenteil von ihm. Er ist unsicher, obwohl er das eigentlich nicht sein muss. Das Unus macht ihm von Anfang an angst, vor allem, da er die Dunkelheit fürchtet. Werden ihm seine eigenen Ängste noch im Weg stehen?

Desweiteren tritt eine Gruppe "Geisterjäger" auf, die "Ghost Discoverers", die das Unus nach Geistern absuchen will. Elin, die ursprünglich aus Schweden kommt, ist besessen von Geistern seit ihre geliebte Großmutter gestorben ist. Zusammen mit Fynn und Carly, die sie beide im Internet kennenlernt, bildet sie eine Geisterjägergruppe, obwohl jeder der drei anscheinend andere Ziele verfolgt. Spukt es wirklich in dem Hotel? Oder sind die wahren Geister vielleicht die Schatten der Vergangenheit?


Hier könnt ihr euch auch eine Leseprobe anschauen! Ich hoffe, euch wird mein neues Buch gefallen! Ich freue mich über jeden neuen Leser!

Montag, 21. September 2015

[Rezension] Pretty Little Liars: Teuflisch (Band 5) - Sara Shepard

Titel: Pretty Little Liars: Teuflisch (Band 5)
Autor: Sara Shepard
Verlag: cbt
Genre: Jugendthriller, Jugendroman
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3570307748 
Cover und Inhaltsangabe © cbt

ACHTUNG! Rezension kann Spoiler enthalten, da Band 5 der Reihe!




„Alis Mörder sitzt hinter Gittern und die Identität von A. ist aufgeklärt: Endlich sind Hanna, Spencer, Aria und Emily sicher! Doch das bedeutet noch lange keinen Frieden in Rosewood: Zickenkrieg, Familiengeheimnisse und verbotene Dates halten die Freundinnen auf Trab. Dann die Katastrophe: A.s Mörder wird freigesprochen. Und sie sind wieder da: Die bedrohlichen SMS. Kein Zweifel – A. ist zurück!“




Weiter geht es mit den Pretty Little Liars im fünften Band und ich kann meine Lobesrede hier nur fortführen. Sara Shepard versteht es einfach, die fünf Mädchen Leben zu lassen und sie vor immer neuen Problemen zu stellen. Zwar geht es in diesem Teil eher etwas ruhiger zu, aber dennoch konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen!




Aria ist nach der missglückten Beziehung mit ihrem Lehrer ein wenig einsam und triff hier auf Xavier, der jedoch später ihre Mutter datet. Natürlich bekommt „A“ das alles mit und erpresst sie!

Emily trifft ebenfalls einen anderen Jungen, obwohl sie ja eigentlich auf Mädchen steht. Kan sie sich etwa in Isaac verlieben?

Spencer wird von ihrer Familie erneut im Stich gelassen. (Bei Spencers Eltern packt mich immer die Wut. Wie kann man so zu seinem Kind sein?) Ihre Großmutter stirbt und seltsamerweise bekommt sie nichts vom Erbe ab. Was kann nur dahinter stecken?

Hanna freundet sich endlich mit ihrer Stiefschwester an, doch diese scheint ganz eigene Pläne zu verfolgen. Kann sie Kate vertrauen?




Zu Beginn von diesem Band wusste ich als Leser natürlich schon, wer „A“ war und das der „Mörder“ von Ali endlich im Gefängnis sitzt. Demzufolge fing das Buch sehr ruhig an, denn „A“ konnte sich im ersten Drittel natürlich nicht einmischen! Natürlich wird schnell klar, dass „A“ noch längst nicht weg ist, sondern dass sie immer noch lauert, bereit, jederzeit aus ihrem Versteck zu kommen.

Ian, der in diesem Teil angeklagt wird, wird immer wieder mit Alis Ermordung in Verbindung gebracht. Doch ist das wirklich die Wahrheit? Oder ist er nur Teil des perfiden Spiels von „A“? In diesem Band heißt es wieder, Hinweise zu suchen und zu kombinieren, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Das Buch unterscheidet sich stark von der Serie, da hier auch ganz andere Personen auftauchen und eine wichtige Rolle spielen!

Im letzten Drittel nimmt das Buch dann noch einmal richtig fahrt auf und wir entdecken so einige Überraschungen. Interessant fand ich, wie bei allen Teilen zuvor, dass alle Mädchen ihre eigene Geschichte haben, aber trotzdem unwiderruflich miteinander verbunden sind. Das macht die Reihe zu etwas ganz Besonderem!




Ich bin ein Suchti und muss wohl auch noch die restlichen Teile lesen!

7
Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Samstag, 19. September 2015

[Rezension] Der Totschläger - Chris Carter

Titel: Der Totschläger
Originaltitel: One by one
Autor: Chris Carter
Verlag: Ullstein
Genre: Thriller
Seitenzahl: 464
ISBN: 978-3548285764   
Cover und Inhaltsangabe © Ullstein




„Er sagt, du hast keine Wahl. Er sagt, du kannst nur zusehen. Es liegt nicht in deiner Macht, seine Taten zu verhindern. Aber es gibt immer Wege. Und du wirst jeden einzelnen gehen. Bis du ihn gefunden hast. Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß – Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber …“




Endlich! Mein erster Chris Carter. Es wurde ja wirklich Zeit! ;)
Von einer anderen Bloggerin wurden mit jetzt schon oft die Bücher empfohlen und obwohl ich immer davon ausging, Chris Carter würde nur überdrehte, viel zu übertriebene Actionthriller schreiben, habe ich mich an mein erstes Buch von ihm gewagt. Meine Meinung muss ich auf den Schlag revidieren, denn in den Büchern steckt wirklich viel mehr und jetzt habe ich wohl einen neuen Lieblingsautoren gefunden!

Schon nach den ersten Seite wurde ich in eine ungemein spannende Geschichte gezogen, die selbst bei mir als eingefleischten Thriller- und Horrorfan für einen beschleunigten Puls gesorgt hat. Chris Carter versteht es wirklich, ein enormes Tempo aufzunehmen und die gesamte Geschichte so voranzutreiben, dass sie an keiner einzigen Stelle langweilig wird. Sogar die Polizeiarbeit und die Ermittlungen von Hunter werden abwechslungsreich dargestellt und dann, wenn ich dachte, jetzt kommt ein eher ruhigeres Kapitel, stürmte der Autor wieder nach vorne und brachte mein Herz zum Klopfen! So muss ein guter Thriller sein!




Viele von euch kennen Robert Hunter ja sicher schon! (Ich schäme mich direkt, dass ich den Büchern nie so recht Beachtung geschenkt habe!) Robert Hunter arbeitet beim LAPD und er versteht es meisterhaft, sich in Personen hineinzuversetzen. Er ist ein tougher Ermittler, der oft ein wenig zu hart wirkt, aber im Inneren wohl auch einen weichen Kern hat!

Zu Beginn des Buches bekommt er einen Anruf von einem Mann, der ihm eine Internetadresse gibt. Als er die Seite aufruft, sieht Hunter einen gefesselten Mann und soll sich nun zwischen Tod durch Ertrinken und Tod durch Verbrennen entscheiden. Das ist erst der Anfang einer schrecklichen Mordserie, denn später dürfen Internetuser abstimmen, wie die betreffenden Opfer sterben müssen.

Allein die Stellen, in denen der fremde Mann sich wieder bei Hunter meldet, waren für mich extrem nervenaufreibend. Carter schreibt hier sehr brutal und hat mich mit den Opfern mitfühlen lassen.




Wow. Mein erstes Buch von Chris Carter und ich bin echt begeistert. Spannender kann ein Thriller wohl kaum sein. „Der Totschläger“, Band 5 der Reihe, beginnt mit einem riesigen Spannungsbogen. Allein die Ausgangssituation bezüglich des Mörders, der übers Internet abstimmen lässt, wie die Opfer sterben werden, fand ich sehr originell. Wie es wohl auch in der Realität geschehen würde, stimmen die Menschen ab und machen sich somit selbst schuldig. Ist das der Plan des Mörders? Oder geht es ihm um etwas anderes?

Hunter und sein Team tappen lange im Dunkeln. Ein Mord nach dem anderen passiert und die Polizeiarbeit geht nur mühsam voran und es scheint, dass Hunter dem Killer nicht näher kommen kann. Wird es ihm gelingen, den Mörder doch noch zu entlarven? Und wie passen die Opfer zusammen?

Die ganze Auflösung am Ende fand ich logisch und nachvollziehbar und beim großen Showdown musste ich oft die Luft anhalten. Spannend fand ich zudem, dass zum Schluss wirklich alles zusammengepasst hat und ich den Mörder teilweise sogar verstehen konnte. Wir leben wirklich in einer sehr oberflächlichen, intoleranten Welt!

„Der Totenschläger“ hat mich von der ersten Seite begeistern können. Es war für mich ein echter Genuss, das Buch zu lesen und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Das einzige, was ich mich frage, warum im Deutschen der Titel „Der Totschläger“ lautet, denn auch nach Beendigung des Buches finde ich den Titel sehr unpassend! Der englische Originaltitel „One by one“ hat da schon besser gepasst!

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, besonders für Leute, die blutige Thriller mit einer tollen Geschichte mögen!




Ein Thriller, der das Herz rasen lässt. Nichts für Zartbesaitete, aber alle anderen MÜSSEN dieses Buch wohl einfach lesen!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Donnerstag, 17. September 2015

[Rezension] Tote Lehrer gehen nicht shoppen - Catherine MacPhail

Titel: Tote Lehrer gehen nicht shoppen
Autor: Catherine MacPhail 
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch, Kinderbuch
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3570402870 
Cover und Inhaltsangabe © cbj




„Tyler Lawless hat eine ungewöhnliche Gabe: Sie kann Tote sehen. Das Problem ist, dass niemand ihr glaubt – alle gehen davon aus, dass sie sich nur interessant machen will und alles erfindet. Als Tyler schließlich deswegen von der Schule fliegt, nimmt sie sich fest vor, an ihrer neuen Schule niemandem etwas von ihrem unheimlichen Talent zu verraten. Doch dann macht der seltsam schweigsame Junge aus der letzten Reihe ihr klar, dass er ihre Unterstützung braucht – und Tyler beschließt, ihm zu helfen. Aber wird man ihr diesmal glauben?“ 




Wie es sich für einen Jugendroman gehört, ist der Schreibstil sehr einfach, fast schon kindlich naiv gehalten. Ich kam gut in die Geschichte rein, aber ich muss sagen, dass ich allein von der Stoy her viel mehr erwartet habe. Klar, das Buch ist für Jugendliche, aber ich fand es doch sehr kindlich. Ich habe mich teilweise in meine Grundschulzeit zurückversetzt gefühlt, als ich meine allerersten Bücher gelesen habe. Damals war ich von den „Gänsehaut“-Büchern von R.L Stine besessen und ich denke allein vom Schreibstil kann man die Bücher vergleichen. 

Was ich bei den „Gänsehaut“-Büchern als Kind mochte, war die unterschwellige Spannung, der leichte Gruselfaktor und die teilweise witzigen Charaktere, mit denen sich wohl jedes Kind in dem Alter identifizieren kann. Bei „Tote Lehrer gehen nicht shoppen“ von Catherine MacPhail hat es mir einfach an Spannung und einem gewissen Biss gefehlt. Die Dialoge waren, selbst wenn ich eher von einer jüngeren Zielgruppe ausgehe, oft recht hölzern und es fiel mir an manchen Stellen schwer, der Geschichte zu folgen. Im Grunde ist das Buch sehr vorhersehbar und deswegen war sie für mich, als älterer Leser, ein wenig eintönig. 




Tyler ist ein junges Mädchen, das gerne Geschichten erfindet und davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Ich empfand sie beim Lesen als recht naiv, denn sie hat ein sehr schnelles Mundwerk und denkt nicht nach, wenn sie etwas von sich gibt. Auf ihrer alten Schule hat sie den Ruf weg, sich Geschichten auszudenken, weswegen sie zu Beginn des Buches auf eine neue Schule wechselt.

Allein diese Ausgangssituation fand ich ein wenig seltsam. Warum sollte ein Mädchen in dem Alter von der Schule abgemahnt werden, weil sie sich „Geschichten“ ausdenkt? Irgendwie bekam ich beim Lesen das Gefühl, dass Tyler hier viel zu hart dafür bestraft wurde und mir als Leser wurde vermittelt, dass Kreativität etwas schlechtes ist.

Etwas schade fand ich, dass Ben, der tote Junge, nur ganz kurz in Erscheinung tritt. Im Grunde geht es nur um die Gruselgeschichte über ihn, die in der Schule die Runde machen und Tylers Versuche, die Wahrheit über seinen Mord rauszufinden!




Zugegebenermaßen bin ich von einer ganz anderen Geschichte ausgegangen. Anhand des Covers und der Beschreibung habe ich erwartet, dass Tyler und der tote Junge Ben wirklich miteinander agieren und kommunizieren und dass dieses Buch auch ein wenig Witz für junge Leser enthält, aber leider ist dies nicht der Fall. Das Buch ist sehr einfach gehalten, im Grunde eine typische Gruselgeschichte für Kinder, die sich gut vor dem Einschlafen erzählen lässt, aber wohl schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Tyler empfand ich beim Lesen auch als recht anstrengend. Sie ist zwar sehr kreativ, aber für meinen Geschmack war sie zu naiv. Klar, das Buch ist ein einfacher Roman für sehr junge Leser und ich versuche dies bei der Beurteilung zu berücksichtigen, aber dennoch hat mir irgendwie das gewisse Etwas gefehlt. Wenn ich an die Bücher denke, die ich mit elf oder zwölf Jahren gelesen habe, passt dieses irgendwie nicht ganz so gut dazu. Wahrscheinlich hätte ich es in dem Alter auch einfach beiseite gelegt!

Das Cover und der Titel passen meiner Meinung nach weniger zu dem Inhalt des Buches! „Tote Lehrer gehen nicht shoppen“ hört sich für mich ein wenig frech und lustig an, aber solche Momente sucht man im Buch vergebens. Es ist mehr eine „Geistergeschichte“ die dem typischen Schema folgt. Da war ein Mord und der Geist von dem Opfer irrt hier noch umher. Das Ende fand ich dann auch eher seltsam, als wirklich „logisch“ (ein komisches Wort, das nicht so recht zu einer Geistergeschichte passen will!). Ich hoffe, die eher jüngeren Leser werden dadurch nicht verwirrt werden!

Vom Schreibstil ließ sich das Buch auf jeden Fall gut lesen. Mit rund 224 Seiten ist es auch für Lesemuffel absolut machbar und deswegen empfehle ich dieses Buch gerne jüngeren Lesern, die eine nette Geschichte über Geister lesen wollen!




Empfehlenswert für ganz junge Leser, die auf Geistergeschichten stehen. Für Jugendliche und junge Erwachsene wird das Buch wohl zu vorhersehbar sein!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten!