Donnerstag, 7. April 2016

[Rezension] Fremdes Leben - Petra Hammesfahr

Titel: Fremdes Leben
Autor: Petra Hammesfahr
Genre: Roman
Verlag: Diana
Seitenzahl: 496
Cover und Inhaltsangabe ©  Diana




"Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht …"




Petra Hammesfahr kenne ich bereits seit vielen Jahren. "Die Lüge", mein Erstling von ihrer, ist mir noch immer gut in Erinnerung geblieben und auch zahlreiche andere Bücher von ihr, meist mit psychologischen Themen, konnten mich überzeugen. "Fremdes Leben" hat mich deswegen gleich angesprochen und so kam ich nicht darum, in dieses Buch abzutauchen. Leider trifft das "Abtauchen" hier nur teilweise zu, denn "Fremdes Leben" ist ganz anders als ihre Bücher zuvor!

Wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre das wohl "ruhig". Es ist in erster Linie, wie das Cover andeutet, ein Roman, der den Hauptaugenmerk nicht auf die Spannung setzt. Viel mehr wird hier die leise Geschichte einer Frau erzählt, die sich erst einmal selbst wiederfinden muss und sich auf die Suche nach der Wahrheit über ihren "Unfall" begibt!




- Claudia Beerman -

Zu Beginn der Geschichte wacht Claudia Beermann aus dem Koma auf und denkt, sie sei Cilly Castrup. Natürlich wird sie schnell eines besseren belehrt, denn anscheinend ist sie in Wahrheit Claudia, die verheiratet ist und einen Sohn hat.

Ihre Ehe ist schon lange zu Ende und existiert eigentlich nur noch auf dem Papier. Ihr Mann hat sie all die Zeit nicht besucht und längst eine neue Frau gefunden. (Ein Szenario was mich anfangs ein wenig wütend gemacht hat!) Nach und nach wird jedoch klar, dass Claudia Beermann hier nicht nur das "Opfer" ist. Nein, für mich war sie von Anfang an leider nicht besonders sympathisch, weswegen ihre Geschichte, die eigentlich sehr schlimm ist, bei mir kaum Emotionen erzeugen konnte!

- Nebencharaktere -

Bei den Charakteren habe ich mich ein wenig schwer getan, sie alle zuzuordnen. Viele blieben blass und es brauchte einige Zeit, bis ich die ganzen Zusammenhänge begriffen habe. Leider waren die Charaktere für mich ein Grund, warum ich nicht zu Hundert Prozent in der Geschichte abtauchen konnte. Ich fühlte mich teilweise erdrückt, unwissend, denn Claudias Gedanken und Erinnerungsfetzen sind recht verwirrend und helfen nicht dabei, die Personen einschätzen zu können!




Wie bereits zu erahnen ist, konnte mich "Fremdes Leben" von Petra Hammesfahr nur teilweise überzeugen. Ihr tiefgründiger und psychologischer Schreibstil ist auf jeden Fall zu erahnen, aber für mich war die Geschichte teilweise zu langatmig. Durch Claudias "Flashbacks" bekommen wir nur stückchenweise Informationen, doch diese sind teilweise so verworren, dass es schwer fällt, zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Dieses Spiel hat die Autorin beabsichtigt, aber leider fehlte mir im gesamten Buch der Wendepunkt.

Die Frage, was Claudia zu verbergen hat und ob sie sich tatsächlich nicht erinnern kann oder will, zieht sich durchs ganze Buch und eigentlich empfand ich den ganzen Plot als sehr interessant. Leider hat es das Buch aber nicht geschafft, mich zu fesseln. Ich schwamm die ganze Zeit an der Oberfläche und an einigen Stellen musste ich mich zum Weiterlesen zwingen. Von Petra Hammesfahr bin ich hier anderes gewohnt!




Ein interessanter Plot, ein angenehmer Schreibstil, aber leider nicht die Petra Hammesfahr, die ich kenne und mag. Für mich war die Geschichte zu verwirrend und teilweise zu langatmig!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.





Kommentare:

  1. Huhu, danke für Deine sehr ehrlich Meinung. Leider habe ich bisher weder dieses, noch ein anderes Buch von Petra Hammesfahr gelesen.
    Liebe Grüße, Tanja

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  2. Hi Jessi,
    ich glaube, hier war es wieder einmal Glück, die Hörbuchversion gewählt zu haben :)
    Denn diese war gekürzt und besaß obendrauf auch noch die perfekte Sprecherin für diese Geschichte.
    So empfand ich die Handlung schon als fesselnd, war aber zugegebenermaßen an einer Stelle des Endes, etwas enttäuscht über die Reaktion zu einer bestimmten Person.
    Mag jetzt hier nicht ins Detail gehen wegen Spoiler.
    Liebe Grüße
    Ela

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