Montag, 9. Mai 2016

[Rezension] Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance - Estelle Laure

Titel: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
Autor: Estelle Laure
Genre: Roman, Jugendroman
Verlag: KJB
Seitenzahl: 256
Cover und Inhaltsangabe ©  KJB



"Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance."




"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" ist ein recht typischer und leicht zu lesender Jugendroman über ein Mädchen, das plötzlich auf sich selbst gestellt ist und mit dieser neuen Situation umgehen muss.

An und für sich ist die gesamte Handlung voller Tragik, aber diese Gefühle der Machtlosigkeit, der Angst und der Verzweiflung blieben für mich leider auf der Strecke. Ich bin mir unsicher, ob dies an dem Schreibstil oder Charakteren lag, denn eigentlich hat die ganze Geschichte, wenn ich sie noch einmal im Kopf durchgehe, wirklich potenzial!

In manchen Abschnitten gibt es einige tolle, philosophische Ansätze, die meiner Meinung jedoch nicht bis zum Ende ausgearbeitet wurde. Insgesamt wirkte die ganze Story für mich nicht rund. Die Jugendlichkeit der Protagonistin kam für mich nicht rüber und leider hat mich das Buch auch nicht berühren können, obwohl den Charakteren so einige Schicksalsschläge widerfahren!




- Lucille -

Lucille war für meinen Geschmack viel zu stark und selbstsicher dargestellt. Urplötzlich ist sie auf sich allein gestellt, muss sich um ihre Schwester und ihr Leben kümmern und das packt sie alles mit viel zu viel Leichtigkeit. Klar, in Büchern muss es auch stärkere Personen geben, Personen, die mit allem klar kommen und sich nichts gefallen lassen, aber hier konnte ich leider keinerlei Bezug zu Lucille finden.

Durch ihre enorme Stärke wirkt die ganze Geschichte ein wenig schwach. Nachdem ihre Mutter verschwunden ist, kümmert sie sich um das Haus, ihre Schwester und nimmt einen Job an. Nebenbei wird auch noch eine kleine Liebesgeschichte erzählt und das alles wird einfach runtergeschluckt. Momente der Schwäche, die ja durchaus menschlich sind, habe ich in dem Buch leider vergebens gesucht!

- Digby -

Digby ist der Zwillingsbruder von Lucilles bester Freundin. Er ist selbst glücklich vergeben und doch merkt man schnell, dass er sich auch zu Lucille hingezogen fühlt.

Mit Digby wurde ich leider auch nicht warm. Er hat eine Freundin, die er augenscheinlich liebt und dann fängt er doch etwas mit Lucille an, kann jedoch auch nicht direkt zu ihr stehen. Diese ganze Liebesgeschichte hat mich stark von der eigentlichen Handlung abgelenkt!




Für "Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" habe ich mich ganz spontan entschieden. ich dachte, es hier wieder mit einem tollen Jugendbuch zu tun zu haben, das mich zum Nachdenken anregt, doch leider blieb dieses Buch weit hinter meinen Erwartungen. Das ist schaden, denn eigentlich hat die Geschichte wirklich potenzial.

Meiner Meinung nach hat Estelle Laure hier zu viele Themen aufgeworfen, die einfach nicht miteinander harmonisieren wollten. Zum einen ist da die Sache mit Lucille, die plötzlich auf sich allein gestellt ist. Diese Ausgangssituation hätte für mich gereicht, die ganze Liebesgeschichte und die kleinen Nebendetails waren für mich nur Ablenkung.

Die Frage "wie viel ein Mensch eigentlich alleine bewältigen kann" wird auch nur oberflächlich angeschnitten. Lucille ist zu stark, als dass man als Leser Mitgefühl mit ihr haben kann. Ja, ich habe mir beim Lesen eher gedacht: "Hey, das packt sie jetzt eh!" Eine andere Charakterwahl hätte hier sehr viel ausgemacht!

Ob es in diesem Buch wirklich um Glück geht, kann ich jetzt nicht beantworten. Glück bedeutet ja meistens etwas Unerwartetes, eine positive Wende. Hier in dem Buch ist es Lucille, die alles alleine stemmt. Sie hat daher aber auch leider keinen Platz, sich zu entwickeln. Sie ist am Anfang der Geschichte beinahe die gleiche Person wie am Ende!

Apropos Ende ... Leider konnte mich dieses überhaupt nicht überzeugen. Es bleiben für meinen Geschmack zu viele Fragen offen und es wirkte alles so, als müsste es noch gewollt auf ein "Happy End" gebracht werden.




Für mich war "Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" eher ein oberflächlicher Roman, der für mich zu viele Themen angesprochen hat. Es war kein richtiger roter Faden zu erkennen und was nun Glück und was Schicksal war, lässt sich für mich auch nicht entscheiden!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.






1 Kommentar:

  1. Hallo Jessi,
    schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Der Klappentext klingt eigentlich total vielversprechend. Ich werde es mal im Auge behalten.
    LG anja

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