Mittwoch, 6. Juli 2016

[Rezension] Der Feind in mir - Kevin O`Brien

Titel: Der Feind in mir
Autor: Kevin O`Brien
Genre: Thriller, Psychothriller
Verlag: Bastei Lübbe
Cover und Inhaltsangabe ©  Bastei Lübbe




"Die Hypnosetherapeutin Olivia zieht nach Seattle, um nach einer gescheiterten Ehe neu anzufangen. Einer ihrer ersten Patienten ist Collin, ein stark verängstigter Jugendlicher. Als Olivia Collin in Hypnose versetzt, erkennt sie den Grund für seine Angst: In Trance nimmt Collin die Persönlichkeit eines Killers an, der vor über 50 Jahren mehrere Frauen umbrachte. Olivia ist geschockt. Tief im Inneren ahnt sie, dass sie es hier nicht einfach nur mit einem Fall von Identitätsstörung zu tun hat. Und sie soll Recht behalten: Bald bedrohen skrupellose Männer ihr und Collins Leben."





"Der Feind in mir" ist ein Buch, das spontan bei mir gelandet ist. Der Klappentext klang spannend und ich habe einen "normalen" Thriller erwartet. Dieses Buch ist jedoch viel mehr! Es ist ein Psychothriller mit einer überaus originellen Story und mit zwei tollen Charakteren fern des Ermittler-Klischees!

Kevin O`Brien war mir bis zu diesem Buch unbekannt. Jetzt werde ich aber auf jeden Fall nach weiteren Büchern von ihm Ausschau halten. "Der Feind in mir" war ein Buch nach meinem Geschmack: tiefgründig, Charakterstark und durchgehend spannend durch stetige Wechsel der Perspektive. Der Schreibstil ist rasant und doch so beschreibend, dass das ganze Buch wie ein Film vor meinen Augen ablief!





- Collin -

Collin ist ein junger Schauspieler, der schon sehr viel durchgemacht hat. Er war im Haus, als seine Mutter und deren Freund ermordet wurde und von da an ist er ziemlich einsam und hat kaum Freunde. Als er dann doch noch Anschluss findet, lässt er sich hypnotisieren, was der größte Fehler seines Lebens ist. Unter Hypnose spricht ein völlig fremder Mann aus ihm - ein Serienkiller aus den 50ern.

Collin habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Während des gesamten Buches kreist die Frage umher, ob er, als bekannter Schauspieler, vielleicht nur eine Rolle spielt und in Wahrheit gar nicht hypnotisiert wird. Ich habe mit Collin mitfiebern können und habe mich genau wie er verzweifelt gefühlt, als plötzlich all die Morde in seinem Umfeld geschehen. Hängt das mit der Hypnose zusammen?

Ich würde Collin als sehr intelligenten, wenn auch einsamen Jungen beschreiben. Er will sich um jeden Preis anpassen, doch schafft es nicht so recht. Nur seine Großeltern scheinen wirklich für ihn da zu sein, doch auch ihnen kann er nicht alles anvertrauen. So trägt er dauernd die Frage mit sich rum, ob er vielleicht verrückt wird!

- Olivia - 

Auf der anderen Seite steht Olivia, eine Therapeutin, die sich auf Hypnose spezialisiert hat. Sie hat eine eigene Geschichte, die sehr spannend und originell in dieses Buch integriert wurde.

Olivia möchte Collin helfen, nachdem sie ihn hypnotisiert hat. Worauf sie sich da einlässt, weiß sie allerdings nicht, denn auch in ihrem Umfeld geschehen plötzlich Dinge, die allen Anschein nach sie oder Collin als Ziel haben!

Olivia ist eine starke Person, die hier jedoch auch einige Schicksalsschläge erleben muss. Ihre Abschnitte habe ich ebenso gerne wie die von Collin gelesen!





"Der Feind in mir", ein unscheinbarer Titel, hinter dem sich jedoch eine besondere Geschichte verbergt. Das Thema Hypnose ist zwar nicht neu, auch nicht im Thrillergenre, wird hier aber sehr originell umgesetzt. Die Momente, in denen der Serienmörder aus Collin spricht, haben eine Gänsehaut auf meinem Rücken erzeugt. Das Buch ist eine gute Mischung aus Spannung, Grusel und Psychologie und ich habe mich bestens unterhalten gefühlt!

Die Handlung nimmt ziemlich schnell Fahrt auf. Wir erfahren kleine Hintergrundgeschichten, die helfen, die Charaktere kennenzulernen. Der Fall um Collin, seine tote Mutter und den seltsamen Hypnosesitzungen ist jedoch immer präsent. Als Leser habe ich mir viele Fragen gestellt und schwankte zwischen einer paranormalen Erklärung und einer "realitätsnahen" Auflösung.

Das Ende fand ich dann sehr originell und ich, als Vielleser in diesem Genre war wirklich überrascht, denn damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Der Autor hat hier an den richtigen Stellen für Vertrauen gesorgt und mich so komplett auf eine falsche Fährte geschickt! Solche Thriller beziehungsweise Psychothriller gibt es wahrlich nicht oft, umso glücklicher bin ich, dieses Buch entdeckt zu haben!





Ein fesselnder Psychothriller mit einigen Gruselmomenten und einer überraschenden Auflösung! Mehr davon!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Kommentare:

  1. Hört sich interessant an und danke für deine tolle Rezi.
    Mal sehen ob das Buch etwas für mich ist.

    Lg Lara

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  2. Oooohhh - ist notiert, da es voll meinen Geschmack trifft - muss ich lesen!!!

    ♥liche Grüße - Deine Lenchen

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  3. Sehr guter Beitrag! Ich höre gerade das Hörbuch hierzu und bin auch sehr auf das Ende gespannt.
    Eines ist mir sofort aufgefallen....Kevin O´Brien schreibt wie Sebastian Fitzek. Sehr gut für leute, die Fitzek mögen, denn endlich gibt es einen Autor, der eine ähnliche Stimmung in einem Buch erzeugen kann, wie Fitzek und immer für eine Überraschung gut ist.

    Viele Grüße aus Bayern,
    Mario

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    1. Hi Mario ;)

      Ich weiß nicht, ob ich ihn mit Fitzek vergleichen würde. Ich finde, O Brien hat schon etwas sehr Eigenes und Unverwechselbares an sich! ;) Fitzek ist wohl auch nur so erfolgreich wegen seine Selbstinszenierungen. Da würde ich eher jemandem wie O Brien den Erfolg wünschen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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