Sonntag, 28. August 2016

[Rezension] Der Traummacher - Max Bentow

Titel: Der Traummacher
Autor: Max Bentow
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Das Hexenmädchen (5 von 5), Das Dornenkind (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe ©  Goldmann

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.




"Simona ist eine lebenslustige junge Frau und im Begriff, gemeinsam mit ihrer Freundin Alina eine Werbeagentur in Berlin aufzubauen – bis sie eines Nachts auf tragische Weise ihrem Herzleiden erliegt. Ihre Mutter ist fortan eine gebrochene Frau, die das Trauma nicht überwinden kann: Sie hört Simonas Stimme und wird von schrecklichen Fantasien verfolgt. Doch dann ereignet sich etwas Unfassbares – sie wird im Keller ihres Hauses auf bestialische Weise ermordet, ihr Körper ist mit Biss-Spuren übersät. Nils Trojan und sein Team, die sofort am Tatort eintreffen, sind noch nie mit einem solch schockierenden Anblick konfrontiert worden. Doch dies ist erst der Anfang, denn wenig später wird auch Alina in einer verlassenen Turnhalle am Rande Berlins tot aufgefunden, ihr Hals entstellt von denselben grausamen Malen. Nils Trojan ermittelt fieberhaft, und was er enthüllt, führt ihn an den schwärzesten Abgrund, in den er je geblickt hat ..."




Lange habe ich mich auf das neue Buch von Max Bentow gefreut. Seine Bücher garantieren stets atemlose Spannung und besonders sein letztes Buch "Das Dornenkind" hat mich bestens unterhalten.
"Der Traummacher" klang nach einer spannenden Geschichte und es geht auch recht rasant los. Leider muss ich hier aber sagen, dass Max Bentow das Niveau nicht halten konnte. Mit "Das Dornenkind" oder "Das Hexenmädchen" ist dieses Buch nicht zu vergleichen, was allerdings auch kein Vorwurf sein soll!

Max Bentows Schreibstil ist aber weiterhin gut. Sein Schwächeln muss an der Story liegen, denn "Der Traummacher" bietet kaum Platz für Überraschungen und Wendungen. Als Thriller-Leser wird einen schnell klar, wie alles zusammenpasst und vor allem was es mit Simonas Tod auf sich hat. "Der Traummacher" ist aber keineswegs schlecht, er ist immer noch ein Thriller, der ein paar Stunden Unterhaltung bietet, aber eben nicht an die vorherigen Werke heranreicht!




Nils Trojan 

Ermittler sind in Büchern ja nie meins, aber Nils Trojan ist mir doch sympathisch. (Auch wenn diese Sympathie durch manche Aktionen immer wieder Risse bekommt!) Er ist sehr sensibel, was mir gut gefällt und er lässt sich oft von seinen Gefühlen leiten.

Max Bentoe verzichtet meistens auf große Beschreibungen der Ermittlungsarbeit, doch hier muss ich sagen, dass mir in "Der Traummacher" die ganze Ermittlung so sehr nach Schema F schmeckte. Hier ein Zeuge, da ein Zeuge/Tatverdächtiger und doch war alles sehr geradlinig. Es gab zwar immer noch wenig Einblick in die Polizeiarbeit, aber was man erfahren hat, war stellenweise leider sehr langatmig.

Nils Trojans Privatleben wird ebenfalls thematisiert. Es gibt ein paar Entwicklungen, aber irgendwie konnte mich seine ganze Geschichte mit Jana nicht so recht in den Bann ziehen. Sie hat stellenweise auch zu stark von der eigentlichen Handlung abgelenkt.

Alina

Eine direkte Hauptperson besitzt das Buch nicht - obwohl, vielleicht doch, denn es dreht sich alles um die verstorbene Simona. Alina war damals die beste Freundin von Simona. Die beiden hatten eine Werbeagentur geleitet und heute macht Alina die ganze Arbeit allein.

Als Simonas Mutter plötzlich wirre Dinge sieht und von sich gibt, wird auch Alina wieder in die Vergangenheit katapultiert und sieht ihre damalige Freundin wieder vor sich. Sind die Toten etwa zurückgekehrt?




Die Geschichte beginnt sehr spannend und originell mit Simonas plötzlichen Tod. Hier wird eine weitere Person, die sehr undurchsichtig bleibt, in die Geschichte mit hineingezogen. Wie passt das alles zusammen? Ein Jahr später bekommt Simonas Mutter plötzlich "Besuch"! Was geht da vor sich? Können Tote wirklich wieder zum Leben zurückkehren?

Am Anfang habe ich das Buch förmlich verschlungen. Die Seiten flogen förmlich dahin und es wurden viele Fragen aufgeworfen. Nach der Hälfte des Buches lies die Spannung dann aber nach und es zog sich dahin. Die Ermittlungen lief sehr einfach ab, Zeigen wurden befragt, ein paar Tatverdächtige traten auf und doch hat sich da für mich als Leser schnell alles zusammenfügen können! Die Geschichte rund um Simonas rätselhaften Tod konnte leider nur auf eine Weise logisch aufgeklärt werden und so war das "Mysterium Simona" für mich sehr schnell durchschaut!

Die Sache mit den menschlichen Bissen fand ich originell, die letztliche Hauptthematik allerdings nicht mehr. Ja, ich muss sagen, dass ist einfach nicht mein Thema, da es doch schon in so vielen Thrillern vorhanden ist und immer als "ultimative Erklärung" für Verbrechen herdient. Mir sind berechnende und intelligente Serienkiller lieber - so, wie sie sonst in Max Bentows Büchern zu finden sind!

Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch zu Beginn wirklich begeistern konnte. Ich dachte: Wow, wieder ein toller Max Bentow mit vielen interessanten Charakteren und originellen Verstrickungen. Allerdings gab es zu wenig mögliche Täter und die ganze Sache mit Simona war zu leicht zu durchschauen. Als gute Urlaubslektüre würde ich das Buch dennoch empfehlen, es liest sich trotz einiger sehr langatmiger Momente doch recht flott weg! Wer Max Bentow jedoch noch nicht kennt, sollte mit einem anderen Buch starten!




Ein durchaus spannender Thriller, dessen Auflösung doch zu schnell zu durchschauen ist und der leider zum Ende hin nicht mehr zu überraschen weiß!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.



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