Mittwoch, 4. Januar 2017

[Rezension] Obsidian, Band 1: Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout

Titel: Obsidian, Band 1: Schattendunkel
Autor:  Jennifer L. Armentrout
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Carlsen




"Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…"




"Obsidian" von Jennifer L. Armentrout ist ein Buch, das im letzten Jahr extrem gehypt wurde. Immer wieder habe ich überschwängliche Lobrezensionen über die Reihe gelesen, doch ich habe mich nie herangetastet. Jetzt, zum Jahreswechsel hat mich der erste Band begleitet und ich muss sagen, dass ich maßlos enttäuscht wurde. Es ist wieder einmal ein Hype, den ich nicht verstehen werde!

Jennifer L. Armentrouts Schreibstil ist meiner Meinung nach nichts Besonderes. Er hat nichts Eigenes, keinen Wiedererkennungswert und war für mich eine Spur zu oberflächlich. Schreiben kann sie, allerdings wirkt das alles wie ein Baukasten, was vielleicht aber auch an der Übersetzung und/oder Lektorat liegt.

Insgesamt war das Buch recht einfach zu lesen, doch mir fehlte die Nähe zu den Charakteren, eine mutige und kreative Geschichte und letztendlich auch Spannung und das Gefühl des Mitfieberns.




- Katy -

Katy war für mich zu Beginn eigentlich eine angenehme Protagonistin. Als Bloggerin muss man sie wohl einfach sympatisch finden, doch im Laufe des Buches konnte ich ihre Gedanken und ihre ganze Art nicht mehr verstehen. Ihre Buchliebe wird auch nie direkt thematisiert, geschweige denn, dass sie einen echten Charakter bekam. Auf mich wirkte sie vollständig auf Daemon Black fixiert und deswegen teilweise recht eindimensional. Ich hätte mir gewünscht, mehr über sie zu erfahren und eine Entwicklung mitzuerleben.

- Daemon -

Dann haben wir Daemon, den sonderbaren Nachbarn von Katy, der natürlich irgendein übernatürliche Wesen sein muss. (Twilight lässt grüßen!) Ob es sich hier um einen Vampir, einen Werwolf oder etwas anderes handelt, lasse ich offen.

Daemon als Charakter hat mir leider überhaupt nicht zugesagt, da er als typischer Bad Boy dargestellt wird. Was Katy an ihm findet (außer seinem tollen Aussehen), kann ich schlecht sagen, denn von ihm erfährt man leider nicht sonderlich viel.




Wenn das erste Buch im neuen Jahr ein Flop ist, kann das Jahr nur besser werden, besagt ein altes Sprichwort. Also, das hoffe ich zumindest, denn mit "Obsidian" hatte ich jetzt wirklich einen riesigen Reinfall. Vom Schreibstil ist der Reihenauftakt recht angenehm zu lesen, doch es fehlte meiner Meinung an einer Seele. Das Buch wirkte auf mich wie ein Bausatz aller bekannten Bestseller-Bücher ... Wir haben da Twilight und diese bedingungslose Liebe zwischen einem Menschenmädchen und einem Wesen, dann ist da diese typische "Bad Boy trifft freches Mädchen"- Geschichte, die für mich leider überhaupt nicht originell war.

Die erste Hälfe des Buches nutzt die Autorin um eine recht klischeehafte Geschichte rund um ein Mädchen, das in eine neue Gegend zieht, aufzubauen. Katy trifft auf Daemon, ihren Nachbarn und findet ihn gleichzeitig unwiderstehlich und einfach nur abstoßend. Wie das gehen soll? In "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" fand ich das alles noch nachvollziehbar und sogar süß, doch in "Obsidian" hat mich das alles nur noch genervt. (Okay, Edward in "Twilight" wollte Bella ja eigentlich auch nicht an sich ranlassen!)

Schade fand ich zudem, dass alle Randfiguren recht unwichtig zu sein scheinen. Da haben wir zum Beispiel Daemons Schwester Dee, die urplötzlich Katys beste Freundin wird. Wer Dee nun aber wirklich ist, erfährt der Leser nicht, denn sie bleibt blass und eindimensional und ist einfach nur Daemons Schwester und Katys Freundin.

Was ich seltsam finde: Als Jugendlicher habe ich die "Biss"-Bücher tatsächlich geliebt! Ja, ich oute mich: Ich mag Bella und Edward, dennoch konnte ich Katy und Daemon überhaupt nichts abgewinnen!

Ich weiß, wie viele Leute dieses Buch bis in den Himmel loben, doch mich konnte es nicht erreichen. Unzählige Male war ich kurz davor, es einfach abzubrechen, doch dann habe ich mich doch noch gezwungen, durchzuhalten, weil ich unbedingt wissen wollte, was so gut an dieser Reihe sein soll. Leider konnte mich die Auflösung zu Deamon auch nicht recht überzeugen, denn von allen "paranormalen" Wesen musste die Autorin gerade das nehmen, das ich in Büchern selten mag. (Es gibt aber auch hier Ausnahmen, aber ich kann keine Bücher nennen aufgrund von Spoilern!)




An und für sich ist die Idee hinter Daemon und Dee letztendlich nicht schlecht und auch Katy und Daemons Geschichte hätte fesselnd erzählt werden können, doch durch diese vielen Klischees blieb der Autorin kein Platz mehr für etwas Eigenes! Mich konnte das Buch daher nicht erreichen und ich werde auch die Folgebände nicht lesen. Wenigstens weiß ich jetzt, dass Hypes einfach nichts für mich sind!




Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    genau so etwas hatte ich schon bei den ganzen begeisterten Rezensionen vermutet. Auch wenn sie so positiv ausgefallen sind, habe immer gleich an einen Flickenteppich aus Althergebrachtem gedacht. Trotzdem hat es mich lange gereizt - gut zu wissen, dass ich an der Reihe getrost vorbei gehen kann.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole,
      ja, mich wundert es immer wieder, dass solche Bücher so sehr gehypt werden und andere Autoren, die echt mit Leidenschaft und originellen Ideen herausstechen, kaum Beachtung finden. Aber so ist die Welt eben, Mainstream ...

      Im Übrigen würde dir das Wesen aus "Obsidian" aber wohl gefallen! ;) Ich kenne ja deinen Geschmack mittlerweile etwas. Aber im Grunde ist die Story nur ein lauwarmer Abklatsch von Twilight! ;(

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Hallo Jessi,

      ich glaube, solche Bücher kommen gut an, weil sie ideal zum Abschalten sind. Und wer ev. Twilight noch nicht gelesen hat, findet doch etwas Neues darin.

      XD Nein, mit dem Wesen allein lockst du mich nicht. Hier warten viel zu viele andere Bücher am SuB.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Hi Nicole :D

      Nein, nein locken wollte ich dich nicht! :D Ich weiß aber dennoch, dass du auf dieses Wesen stehst! :P

      Aber ne, es lohnt sich definitiv nicht, dann lieber weiter den SUB abbauen!

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hallo Jessi,

    oje, das Buch dümpelt hier auch noch ungelesen rum. *schäm* Und noch mehr "oje" zu deiner Bewertung! Ich glaube, das ist so ein Buch, dass man nur lieben oder hassen kann. Man liest darüber wirklich die unterschiedlichsten Meinungen.

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Hi Steffi,

      ich möchte dir jetzt aber nicht die Lust am Lesen verderben! ;) Ich glaube auch, entweder man wird das Buch lieben oder eben hassen, da zwischen gibt es nichts. Komischerweise liest man aber viel mehr positive Rezensionen als negative!

      Liebe Grüße
      Jessi

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  3. Hey Jessi,

    es ist echt erstaunlich wie die Meinungen auseinander gehen, aber wie gesagt finde ich das echt interessant!
    Wie schon gesagt, fand ich das Buch richtig gut, auch wenn mir einige Schwächen, die du genannt hast, auch aufgefallen sind. Mir z.B gefiel die Auflösung, diese "paranormalen Wesen" fand ich echt anschaulich.
    Auch wenn dir das Buch nicht gefallen hat, fand ich die Rezension echt gelungen :)

    Lg
    Vincent

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    1. Hi Vincent! :D

      Im letzten Jahr hatte ich auch echt viele Bücher mit diesem "Wesen" und das meiste hat mir gut gefallen! :D Aber ich glaube "Obsidian" ist echt ein buch, das man entweder abgöttisch liebt oder eben hasst! Dazwischen gibt es nicht viel. Im übrigen mochte ich die "Biss"-Reihe als Jugendliche sehr gerne, aber hier hatte ich echt keine Gefühle gespürt ... leider ;(

      Liebe Grüße
      Jessi

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  4. Hi Jessi,

    das war nun wirklich mal ein interessanter Kontrast unserer ansonsten doch recht ähnlichen Vorlieben. ;o)
    Musste grad erstmal mein eigenes Urteil nachlesen: Bei mir bekam das Buch tatsächlich auch 4,5 Sterne, wobei das allerdings schon Mitte 2014 war. Da ich nicht unbedingt viele Hype-Titel lese, sondern um die meisten Bücher einen großen Bogen mache, empfand ich die, auch in meiner Rezi benannten, Klischees gar nicht so schlimm. Gefallen hat mir derzeit vor allem die, in 2014 wohlgemerkt, neue Art Wesen, die zumindest für mich noch nicht so ausgenudelt waren. Darüber hinaus alles schon dagewesen, so schrieb auch ich. Nichtsdestotrotz ist J. L. A.s Schreibstil in dieser Reihe für mich tatsächlich gut geeignet, abzuschalten und mich berieseln zu lassen. In den Folgebänden waren es wohl zum Teil auch die Cliffhanger und die weiteren Figuren, die mich dazu bewegt haben, am Ball zu bleiben. Irgendwas hatten die Bücher aus meiner Sicht, obwohl ich mich nicht in der Mainstreamecke heimisch fühle. Twilight hat mich hingegen nicht überzeugt. Ich mag eher die bitterbösen Vampire, die sich im Dunklen tummeln. Das war mir bei Edward und Co. zu viel Glitzer und Freundlichkeit. ;o) Und auch sonst war die ganze Konstruktion eher lahm in meinen Augen. Aber, wie gesagt, lustig, dass wir mal nicht übereinstimmende Fazits hatten. *grins

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Hi Patricia :D

      Du hast recht, sonst haben wir doch einen recht ähnlichen Geschmack! ;) Ich glaube ich war vielleicht auch ein wenig voreingenommen wegen "Twilight", das mich als Jugendliche ja echt begeistert hat und das ich auch so unendlich süß und romantisch. Dagegen fand ich "Obsidian" eher recht lasch und teilweise auch recht nervig ... so richtig abschalten konnte ich bei dem Schreibstil auch nicht, es hat sich irgendwie so angefühlt, als wollte die Autorin unbedingt alle "Bestseller" vereinen, sogar Harry Potter-feeling hatte ich teilweise. Ich habe aber auch schon gelesen, dass die Fortsetzungen origineller sein sollen, vielleicht musste sie da erst einmal ihren eigenen Stil finden! ;)

      Und ich steh eher auf die zahmen Vampire! *Lach! ;D Und es ist ja nicht schlimm, unterschiedlicher Meinung zu sein, eher im Gegenteil. Das macht das Lesen ja so spannend!

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Jessi

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  5. Harry Potter habe ich auch nicht gelesen. Mit den Büchern wird ja beispielsweise, ähnlich wie bei Twilight, auch allerhand verglichen und ich denk dann immer nur "Achso???", ganz einfach weil mir Ähnlichkeiten zu vielen Hype-Büchern natürlich völlig entgehen ... ;o)

    Euch ebenso ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Patricia

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