Montag, 26. Juni 2017

[Rezension] Ich will brav sein - Clara Weiss

Titel: Ich will brav sein
Autor:  Clara Weiss
Genre: Psychothriller, Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 19. Juni 2017
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Der Sommer steht vor der Tür, als die Studentin Juli das kleine Dachzimmer in dem charmanten Münchner Mietshaus bezieht. Sie teilt die Wohnung mit der jungen Schauspielerin Greta, die ihr auf Anhieb sympathisch ist, und zunächst ist Juli glücklich in ihrer neuen Umgebung. Doch dann mehren sich die Hinweise, dass Greta ein ebenso undurchsichtiges wie grausames Spiel mit ihr treibt – und während eine mörderische Hitzewelle die Stadt wie eine Glocke umschließt, gerät Julis Leben immer mehr zur Hölle: Sie entdeckt eine Leiche auf dem Dachboden, ihre beste Freundin verschwindet, ein stummes Mädchen im Treppenhaus versetzt sie in Angst und Schrecken. Als sich weitere Todesfälle ereignen, weiß sie, dass auch sie selbst in höchster Gefahr ist. Aber da ist es fast schon zu spät ..."




Auf "Ich will brav sein" von Clara Weiss war ich schon seit der Verlagsvorschau gespannt. Schon das Cover verbreitete eine unheimliche Atmosphäre und so habe ich mich gleich nach Erhalt des Buches in dieses psychologische Abenteuer gestürzt.

Clara Weiss hat einen sehr einfachen und angenehmen Schreibstil. Obwohl ihre Charaktere um die 30 sind, las sich dieses Buch für mich eher wie ein guter Jugendthriller und ist meiner Meinung auch für jüngere Leser absolut geeignet. Obwohl einige Tote vorkommen, so ist die Geschichte doch mehr auf eine psychologische Ebene ausgelegt und das ist der Autorin, bis auf die Streuung viel zu vieler Hinweise, auch sehr gut gelungen. Ihr Schreibstil ist zwar sehr einfach, aber dennoch atmosphärisch und tiefgründig.




- Juli -

Juli studiert Psychologie und ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Im Zug findet sie in ihrer Tasche einen Hinweis, dass sie am schwarzen Brett der Kunsthochschule suchen soll und so kommt sie zu der im Klappentext beschriebenen Wohnung im Dachgeschoss. Wohnungen im Dachgeschoss sind nie besonders empfehlenswert, aber hier trifft Juli auch noch auf eine Mitbewohnerin, die recht eigen ist.

Juli selbst wirkt recht wirr, sehr ängstlich und irgendwie auch sehr verloren. Für mich war sie dennoch eine sehr angenehme Protagonistin, die ich hier in der Geschichte gerne begleitet habe.

- Greta -

Greta ist die Vermieterin und neue Mitbewohnerin von Juli. Sie ist Schauspielerin und hat einen regelrechten Ordnungswahn. Hinzu kommt, dass sie recht eigen ist, oft viel zu streng reagiert und irgendetwas zu verbergen scheint. Sonderlich sympathisch war mir Greta nicht, was definitiv an ihrer überheblichen Art lag. Auch die Beziehung zu ihrem Freund ist alles andere als normal und liebevoll ...




Durch den sehr einfachen Schreibstil hat mich das Buch schon nach wenigen Seiten gefangen genommen. Zu Beginn erfahren wir als Einstieg eine Art Prolog/Vorgeschichte über ein Mädchen, das in eine Kammer gesperrt wird und dort Angst vor einer Zauberin zu haben scheint. Sehr atmosphärisch wird die Geschichte dieses Kindes immer mal wieder eingeschoben und so fügt sich nach und nach ein sehr grausames und trauriges Leben zusammen.

"Ich will brav sein" geht unter die Haut, die Geschichte ist eindringlich, tiefgründig und sehr atmosphärisch. Besonders den Dachboden empfand ich als sehr unheimlichen Ort, auch wenn es hier eher weniger Beschreibungen der Morde,Toten und Taten gibt, sodass dieses Buch definitiv auch für jüngere Leser geeignet ist.

Interessant fand ich, dass es mehrere Rätsel gab und auch einige tolle Nebencharaktere. So ist da zum Beispiel der Obsthändler, der sehr mürrisch wirkt und seinen Laden nicht gerade optimal führt. Ihn fand ich von Anfang an sehr sonderbar, ich hatte förmlich Angst vor ihm.

Dann ist da Greta mit ihrem Freund, eine eher weniger harmonische Beziehung. Auf der anderen Seite steht Juli, die ebenfalls in einer Beziehung steckt, ihren Freund bei ihrem Umzug aber zurückgelassen hat. Sie will nach ihren Wurzeln forschen und sucht einen bestimmten Garten aus den Erzählungen ihrer Mutter.

"Ich will brav sein" hat mich von Anfang an bestens unterhalten, auch wenn ich jetzt zu meiner einzigen Kritik kommen muss: Die Auflösung war mir schon nach einigen Seiten klar, beziehungsweise direkt nach dem Fund der Notiz im Zug und dem Anruf beim Einzug. Hier bin ich der Meinung, dass es besser gewesen wäre, weniger Hinweise zu verstreuen oder ganz darauf zu verzichten. Leider war das Ende für mich, trotz der interessanten Hintergrundgeschichte, eher der schwächste Teil des Buches, einfach weil es nur diese eine Auflösung gab, um alles erklären zu können. Hier würde mich die Meinung von anderen Leser interessieren, ob diese Hinweise wirklich so offensichtlich sind oder ob ich einfach nur Glück hatte!




"Ich will brav sein" war für mich ein guter und lesenswerter Psychothriller mit einigen tollen
Geheimnissen und Verstrickungen. Durch den einfachen Schreibstil und dem Aufbau denke ich, dass dieses Buch besonders jüngere Leser begeistern sollte. Die letztendliche Auflösung war für mich als Erwachsener schnell absehbar, weswegen mich das Ende ein wenig enttäuscht hat. Dennoch empfehle ich diesen Psychothriller gerne weiter!

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    als ob ich nicht genug Bücher auf der WL hätte! XD Wenn die Stimmung passt, dann finde ich es jetzt auch nicht so schlimm, wenn man das Ende erahnen kann. Es kommt halt immer auf das Gesamtpaket an. Jedenfalls klingt es gut, grad wenn ich an Dachböden denke, der dürfte Gruselfaktor bringen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D
      Oh ja, Dachböden haben ja echt einen ganz eigenen und tollen Flair! Hier hat mir das Gesamtpaket dieses Psychothrillers auf jeden Fall zugesagt, eine tolle Atmosphäre, die dann auch über die Vorhersehbarkeit etwas wegtröstet! ;D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hallo Jessi,

    da das Buch demnächst auch bei mir ansteht, habe ich jetzt erstmal nur dein Fazit gelesen. Das klingt, als sei es, ähnlich wie meine letzten beiden Psychothriller, insgesamt gute Unterhaltung. :o)

    Ich finde ja allgemein auch: Es muss nicht immer perfekt sein, wenn das Lesefeeling trotzdem stimmt.

    Viele Grüße
    Patricia

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    1. Hi Patricia :D
      Bin schon echt gespannt, wie du das Buch findest und ob du auch so schnell auf die Auflösung kommst :D

      Und ja, ein Buch muss echt nicht perfekt sein, nur gut unterhalten können und einen gefangen nehmen. Das ist die Hauptsache! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  3. Liebe Jessi,

    wieder einmal habe ich deine Rezension gern gelesen und si unter der meinen verlinkt.

    Ich habe diesen Thriller ein wenig anders empfunden, aber insgesamt doch gern gelesen.

    Viele liebe Grüße

    Nisnis

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