Samstag, 25. März 2017

[Rezension] Demon Road - Derek Landy

Titel: Demon Road
Autor:  Derek Landy
Genre: Fantasy
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keins
Cover und Inhaltsangabe © Löwe





"Amber Lamont ist gerade 16 Jahre alt, als sie feststellen muss, dass ihre eigenen Eltern sie gerne zum Abendessen verspeisen möchten. Nur so könnten sie ihre Kräfte wieder aufladen. Alles klar: Ambers Eltern sind waschechte Dämonen.
Seitdem ist Amber auf der Flucht. Quer durch die USA ist sie auf der Demon Road unterwegs, einem magischen Straßennetz, das unheimliche Orte und schauerlichste Wesen miteinander verbindet. Sie trifft auf Vampire, Hexen und untote Serienkiller und erfährt nach und nach, was für teuflische Fähigkeiten in ihr stecken ..."




Als großer "Supernatural"- Fan stand dieses Buch trotz zahlreicher eher negativer Kritik schon lange auf meiner Wunschliste. Ich wollte gemeinsam mit Amber die Demon Road bereisen und gegen Hexen, Vampire und Untote kämpfen. Genau so abenteuerlich beginnt das Buch auch, hat jedoch soviel Handlung, dass mir beim Lesen leicht schwindelig wurde!

Derek Landy hat echt eine tolle Fantasie, doch ich denke, er ist sich über seine Zielgruppe nicht so recht bewusst. Sehr brutale Stellen wechseln sich mit einem recht seltsamen und teilweise recht "dummen" Humor ab. Eigentlich liebe ich Sarkasmus total, aber hier konnte ich leider kaum schmunzeln. (Ich kann mir aber vorstellen, dass der Humor im Original anders rüberkommt!) Es schwankt zwischen diesem recht kindlichen Stil und einer gewissen Härte, die ich persönlich Lesern ab 14 noch nicht zumuten würde!

Originell ist die Geschichte rund um die sagenumwobene Demon Road auf jeden Fall, doch die Charaktere sind leider alle recht schwierig, allen voran Amber. Auch die Übersetzung fand ich teilweise echt nicht gelungen, es gab Momente, die mich echt aus dem Buch katapultiert haben, da sie irgendwie nicht stimmig beziehungsweise flüssig gewirkt haben.




- Amber -

Amber wird zu Beginn der Geschichte als typische Außenseiterin beschrieben. Sie hat keine Freunde, ist dick und deswegen auch alles andere als Selbstbewusst. Schnell wird klar, dass auch ihre Eltern nicht für sie da sind und sich eigentlich überhaupt nicht für sie interessieren. Sie sprechen nicht mit ihr und integrieren sie auch nicht - bis auf den Tag, der alles verändern soll.

In dem Schnellrestaurant, in dem Amber arbeitet, gibt es einen Vorfall und auf dem Nachhauseweg wird sie von zwei Jungs blöd angemacht, die dann aber schnell ihre Lektion lernen, denn plötzlich wird Amber zu einem Monster. Ja, richtig gehört: Amber ist ein Dämon und plötzlich überaus interessant für ihre Eltern, die ihre Tochter plötzlich am liebsten verspeisen würden!

Amber in ihrer normalen menschlichen Form fand ich sehr interessant, sie war zu Beginn der Geschichte so schön unperfekt, hatte Ecken und Kanten und konnte damit gut Leben, immer als "hässlich" bezeichnet zu werden! In ihrer Dämonenform ist sie jedoch das komplette Gegenteil: Sie ist schlank, überaus anziehend und plötzlich fahren alle Männer auf sie ab. Die Aussage dahinter fand ich weniger schön und sie hat mich ein wenig geärgert, denn teilweise ist das Denken der Menschen in diesem Buch sehr oberflächlich ...

Amber als Dämon wirkt zudem recht unberechenbar. Sie wird selbstbewusst, wenn sie sich verwandelt (kein Wunder, bei dem Aussehen *Augen verdreh*), aber auch teilweise sehr egoistisch. Sie denkt weniger über ihr Handeln nach und das hat mich im Laufe der Geschichte arg gestört!

- Milo -

Der einzige echte Sympathieträger in diesem Buch war für mich Milo. Er ist Ambers Begleiter auf dem Road Trip und zum Ende der Geschichte erfahren wir auch noch etwas über seine Vergangenheit. Milo ist einfach ein cooler Typ, den ich als Leser gleich in mein Herz geschlossen habe!

- Glen -

Vom coolen Typen kommen wir jetzt zum nervigen Typen. Glen soll wohl für einen gewissen Humor in diesem Buch sorgen, hat mich aber teilweise echt stark genervt. Eigentlich brauchen Amber und Milo ihn überhaupt nicht, er ist nur eine Last mit einem eigenem Problem. Trotzdem werden sie zu so etwas wie Freunden und unterstützen sich gegenseitig. (Naja, fast gegenseitig ...)




Gleich vorneweg: Dieses Buch hat eher wenig mit der Welt von "Supernatural" zu tun. Eigentlich sind die einzigen Parallelen der coole Wagen, den Milo fährt und die Wesen, die sie auf ihrer Reise treffen. (Es hatte tatsächlich etwas von Sam und Deans typische Fällen!)

Uneigennützig handelt in "Demon Road" aber so gut wie niemand. Hier geht es nur um Ambers Leben, das durch ihre Eltern bedroht wird und ihren Versuch, ebenfalls mit einem mächtigen Dämonen einen Pakt einzugehen. Auf ihrer Reise trifft sie, wie der Klappentext schon andeutet, einige Gestalten und es wird eigentlich nie langweilig - eher das Gegenteil: Das Buch ist so vollgepackt, dass mir beim Lesen teilweise schwindelig wurde!

Die Idee hinter der "Demon Road" ist echt genial, der eigentliche Road Trip ist dann aber nicht sonderlich überraschend. Sie kommen von einem Übel ins Nächste, vieles wird dem Zufall überlassen (oder aber Ambers plötzlicher Stärke) und es geht kaum um das Zwischenmenschliche. (Oder Zwischen-DÄMONISCHE?) Auf jeden Fall kamen mir die Charaktere viel zu kurz. Positiv zu erwähnen ist zwar, dass der Autor komplett auf eine Liebesgeschichte verzichtet, aber im selben Atemzug hat er auch sämtliche Emotionen aus seiner Geschichte verbannt.

Auch die Aussage bezüglich Amber und ihrer plötzlich so ansehnlichen Dämonenform hat mir nicht sonderlich gefallen und mir das Buch doch recht oberflächlich erscheinen lassen. Leider zog sich das durch die gesamte Geschichte. In ihrer normalen Menschenform wird Amber weiterhin nicht wahrgenommen - während sie in ihrer Dämonenform plötzlich interessant auf andere wirkt. Ich hoffe, dass sie sich im nächsten Teil noch in eine andere Richtung entwickeln wird!

Wie zuvor angesprochen, war auch der Humor nicht so meins. Er passt meiner Meinung nach eher zu einem Kinderbuch, was "Demon Road" aufgrund einiger sehr gewalttätiger Szenen aber definitiv nicht ist! Zwar liebe ich Sarkasmus, aber hier waren mir manche Stellen einfach zu dumm. (Besonders Glen und die Toilette ...)

Abschließend möchte ich aber noch einmal sagen, dass ich das Buch wirklich sehr originell fand, es gibt sehr viel Inhalt und die ganzen Ideen mit den Dämonen, Vampiren und Hexen haben mir ausgesprochen gut gefallen. So gut, dass ich vermutlich auch noch den zweiten Teil lesen würde - ich hoffe hier aber, dass sich unsere Protagonistin noch entwickelt und die Geschichte endlich richtig rund wird!




Lange habe ich mich auf "Demon Road" von Derek Landy gefreut, doch leider konnte es meine Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Die Charaktere konnten mich bis auf Milo nicht so recht in den Bann ziehen und manche Handlungen und Ereignisse waren mir zu unlogisch und viel zu zusammengeschustert. Dennoch mochte ich die Grundidee und die Geschichte der Demon Road sehr gerne und hoffe, dass der nächste Teil besser werden wird!


Donnerstag, 23. März 2017

[Abgebrochen] Die Gästeliste - Sanne Averbeck

Titel: Die Gästeliste
Autor:  Sanne Averbeck
Genre: Krimi, Thriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Lyx



"Carola Martins hat die Menschen und sozialen Netzwerke fest im Griff. Regelmäßig veranstaltet sie Partys, zu denen sie wichtige Persönlichkeiten einlädt, und erschleicht sich subtil Vorteile. Ihrer Karriere im Rampenlicht scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch gerade, als sie den bedeutendsten Erfolgen entgegensieht, werden Menschen aus ihrem Bekanntenkreis brutal ermordet. Alles deutet auf Carola als Täterin hin. Offenbar will jemand ihr Leben vollkommen zerstören. Um das zu verhindern, muss sie ihren kostbarsten Besitz aus der Hand geben: die Gästeliste!"




"Die Gästeliste" von Sanne Averbeck war ein Buch, das beim großen A sehr gelobt wurde und auf das ich deswegen aufmerksam wurde. Ich hatte hier einen etwas "anderen" Thriller beziehungsweise Krimi erwartet und war nach der Einführung unserer Hauptcharakterin Carola eigentlich noch positiv gestimmt.

Carola selbst ist kein einfacher Charakter, sie ist sehr berechnend, was bereits auf der Party zu Beginn deutlich wird. Sie macht nichts ohne Hintergedanken und denkt immer darüber nach, wie sie nach außen hin wirkt. Sich online zu präsentieren ist ihr Leben und deswegen führt sie auch eine Gästeliste, um stets die perfekte Vorzeige-Party zu planen.

Ich denke, dass mir der Schreibstil der Autorin einfach nicht lag. Mein Kopfkino wollte einfach nicht einsetzen und irgendwann hatte ich leider auch keine Lust mehr auf die Tätersuche. Da Carola selbst solch ein schwieriger Charakter ist, hätte es meiner Meinung nach hier wenigstens einen anderen Sympathieträger geben sollen, um mich zum Weiterlesen zu animieren. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Menschen mit Ecken und Kanten, Menschen fern des Mainstreams, aber das alles dann doch nicht zu Carola, die für mich viel zu verblendet war. (Sorry für diese Ausdrucksweise, aber es ist das Wort, das sie meiner Meinung nach am besten beschreibt!)




Ich möchte hier auch gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, denn wie ihr oben bereits lesen konntet, musste ich das Buch leider abbrechen. So interessant die Geschichte auch anfing, so zäh war sie irgendwann für mich. Schon im ersten Drittel habe ich gemerkt, dass ich einfach keinen Zugang finde.

Da ich neuen und eher unbekannten Autoren aber gerne noch eine Chance gebe, habe ich mich noch bis über die Hälfte des Buches gequält - es dann aber endgültig aufgegeben. Für mich waren die "Morde" nur ein Randgeschehen und deswegen fand ich den ganzen Fall, auch mit diesem seltsamen Ermittler, mehr als sonderbar. Es wirkte alles etwas gewollt und ich hatte schreckliche Angst, wieder so eine typische "Gangster"-Auflösung am Ende vorzufinden.

Ich habe über die Hälfte gelesen, habe fieberhaft nach einer Person zum mitfiebern gesucht, aber leider das Buch immer wieder beiseite legen müssen, weil ich eben diese nicht fand. Die Plotidee ist sicher nicht schlecht, aber es war wohl einfach nicht mein Schreibstil und auch nicht die Art von Thriller, die mich fesseln können.

Wie gehabt verzichte ich hier auf eine Bewertung. Leider konnte mich auch die Suche nach dem Täter nicht mehr am Ball bleiben lassen. Vielleicht hätte mich das Ende noch vom Hocker reißen können, aber ich denke, dass es richtig war, das Buch abzubrechen, da ich keinen Zugang habe finden können! Das Leben ist zu kurz für Bücher, die einem nicht gefallen und deswegen hoffe ich, dass ich in das nächste Buch wieder abtauchen kann!

Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] Das Leben ist nur ein Moment - Heike Fröhling

Titel: Das Leben ist nur ein Moment
Autor:  Heike Fröhling
Genre: Roman
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Tinte & Feder



"Im Nachlass ihrer Großmutter findet Isabell Hinweise auf eine rätselhafte Vergangenheit. Sie reist nach Island, um Antworten zu finden. Dort lernt sie den jungen Isländer Gabríel kennen, der ihr bei ihrer Spurensuche hilft. Gemeinsam mit ihm findet sie immer mehr Hinweise, dass ihre Großmutter nie die Frau war, die sie vorgab zu sein, und dass das Schicksal der Verstorbenen bis heute sogar ihr eigenes Leben bestimmt …"




Es war mal wieder Zeit für einen Roman über ein Familiengeheimnis und da ich mal Lust hatte, gedanklich nach Island zu reisen, fiel meine Wahl auf "Das Leben ist nur ein Moment" von Heike Fröhling. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gehört, fand aber Cover und Klappentext direkt ansprechend.

Der Stil dieser deutschen Autorin ist recht einfach und flüssig. Zu Beginn der Geschichte kam er mir zwar ein wenig eintönig vor, aber er hat sich in eine angenehme Richtung entwickelt und der Lesefluss war im späteren Verlauf auch kein Problem mehr. Vielmehr war es dann der Plot, der, trotz der kürze des Buches, doch nicht so recht Fahrt aufnahm ...




- Isabell -

Isabell findet, wie im Klappentext angedeutet, im Nachlass ihrer Großmutter eine Kiste, die ihr Fragen aufwirft. Sofort ist ihre Neugierde gepackt und sie reist, völlig überstürzt, nach Island, um der Vergangenheit ihrer Großmutter auf die Spur zu gehen.

Isabell ist unsere Gegenwarts-Perspektive und recht typisch für solche Romane wird hier nach und nach die Geschichte offenbart, die in der Vergangenheit ihren Anfang nahm und natürlich auch Isabells Leben beeinflusst.

Mit Isabell selbst wurde ich beim Lesen nicht so recht warm. Ich habe keinen rechten Bezug zu ihr finden können und deswegen blieb hier das Mitfiebern leider auf. Außerdem fand ich ihre viel zu überstürzte Art teilweise ein wenig unpassend.

- Emma -

Der Vergangenheitsstrang hat mir auf jeden Fall besser gefallen. Er ist intensiver, auch wenn ich mir hier mehr historische Fakten gewünscht hätte. Emma ist die Großmutter von Isabell und ihre Geschichte beginnt bereits zum Ende des zweiten Weltkriegs. Sie geht nach Island, um dort ein neues Leben anzufangen. Doch wird ihr das gelingen?

Echte Sympathie konnte ich auch zu Emma nicht empfinden, was aber auch an ihren Entscheidungen lag, die sie im Laufe des Romans trifft. Auch hier hat mir leider eine emotionale Bindung gefehlt!




Seit gut einem Jahr lese ich nun Bücher über Familiengeheimnisse und ich habe schon einige Autoren ausprobiert. Vielleicht war mein Fehler, mit Lucinda Riley anzufangen, denn dadurch habe ich im Kopf eine Art Messlatte, die ich immer wieder etwas herunterschrauben muss!

"Das Leben ist nur ein Moment" ist eine recht leichte Lektüre. Das Lesen fällt nicht schwer, die Story ist durchaus nachvollziehbar, hielt für mich aber kaum Höhepunkte parat. Leider konnten mich beide Liebesgeschichten nicht so recht packen und die ganzen Zusammenhänge waren zwar recht komplex, aber irgendwie auch schnell zu durchschauen.

Insgesamt ist die Geschichte recht kurz und das ist wohl der Grund, warum kein Platz da war, die Geschichte intensiv zu erleben. Für mich war da kein Raum für echtes Gefühl und es kam mir fast nur wie eine nette Nacherzählung von Erlebnissen vor. Ich war beim Lesen leider meilenweit von den Charakteren entfernt und konnte deswegen auch nicht mitfiebern!

Die Beschreibung Islands fand ich allerdings gelungen und das Buch hat auch ein paar echt schöne Momente, doch leider wirkte es auf mich teilweise sehr gehetzt, was wohl vor allem an der Länge lag.




"Das Leben ist nur ein Moment" ist wirklich ein netter Roman, der mir aufgrund der Kürze aber
kaum Möglichkeiten bot, mich näher mit den Charakteren auseinanderzusetzen. Island als Setting fand ich toll, doch der Plot konnte mich leider nicht so recht mit auf die Reise nehmen ...


Sonntag, 19. März 2017

[Rezension] Mirror - Karl Olsberg

Titel: Mirror
Autor:  Karl Olsberg
Genre: Thriller
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Delete (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © Atb



"Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen."




Vor langer, langer Zeit habe ich bereits "Delete" von Karl Olsberg gelesen und ich habe das Buch über ein Online-Rollenspiel wahrlich geliebt! Jetzt war es mal wieder an der Zeit für ein weiteres Werk dieses tollen Autoren, da ich bereits wusste, dass ich es erneut von vorne bis hinten genießen werden können und so war es auch.

Karl Olsbergs Schreibstil wusste mich mit "Mirror" wieder einmal zu begeistern. Durch ständige Wechsel der Perspektiven wird eine enorme Spannung erzeugt und ich als Leser habe wieder einmal seine Leidenschaft spüren können. Ich mag es, Bücher zu lesen, die einen einfach mitnehmen, die von Anfang an das Kopfkino einschalten - und solche Geschichten schreibt Karl Olsberg, der für mich mittlerweile zu einem der liebsten deutschen Autoren geworden ist.

Witzig finde ich, dass Karl Olsberg sich auch ein wenig selbst auf die Schippe nimmt mit der Figur des Carl Poulson, der hier mit einem Freund die Mirrors erschaffen hat. Humor hat er, der gute Karl Olsberg und zusätzlich einen guten Blick auf unsere Gesellschaft, die sich ja gerne manipulieren lässt ...




- Andy -

Mein absolute Lieblingscharakter in Mirrors war auf jeden Fall Andy, der selbst viel Zeit am PC verbringt, aber kein normaler Junge ist. Andy hat eine leichte Form von Asperger und deswegen hat er Probleme im direkten Menschenkontakt. Als er einen "Mirror" geschenkt bekommt, ist er erst einmal skeptisch, merkt dann aber, wie hilfreich dieses Teil im "realen" Leben ist. Er findet endlich eine Freundin und gehört plötzlich "dazu". Da Andy jedoch ein sehr nachdenklicher Mensch ist, stellt er bald fest, dass die Mirrors nicht unbedingt nur Gutes vollbringen ...

Ich mochte Andy sehr, denn ich liebe Charaktere, die einfach anders sind und gegen den Strom schwimmen. Andy ist ein vielschichtiger junger Erwachsener, der durch seinen Mirror zwar erst neues Selbstvertrauen findet, aber schnell begreift, dass dieses nicht nur durch einen Computer hervorgebracht wird ...

- Freya -

Freya ist eine Journalistin, die durch einen kleinen Vorfall bemerkt, dass irgendwas mit den Mirrors nicht stimmt. Ihrer Einsatzbereitschaft und ihren Nachforschungen ist es zu verdanken, dass die Geschichte voran getrieben wird und nach und nach die Wahrheit über die Mirrors ans Licht kommt.

Freyas Kapitel mochte ich ebenfalls, denn sie waren für mich der größte Spiegel der aktuellen Gesellschaft. Freya hat vieles durchschaut, doch durch ihren Job als Journalistin weiß sie, wie hart es ist, dass alles an die Öffentlichkeit zu bringen.




Dass wir schon lange in einer Dystopie leben, ist nicht mehr zu verleugnen. Auch die Technik ist kaum noch aufzuhalten, so sehr man sich auch dagegen wehrt. Ich selbst besitze kein Handy, wir haben keinen Fernseher und auch kein Telefon, einfach weil wir es nicht brauchen. Aber was, wenn man durch den gesellschaftliche Druck abhängig von der Technik gemacht wird? Sind wir das in Zeiten von Smartphones nicht vielleicht bereits?

Karl Olsberg hat mit "Mirror" zwar kein neues Thema auf den Tisch gebracht, dafür aber eine Geschichte geschrieben, die uns mal wieder einen Spiegel vor die Nase hält. Das Szenario, das der Autor hier beschreibt, ist gar nicht einmal so abwegig. Die Mirrors, kleine Computer mit verschiedensten Funktionen und Erweiterungen, sollen in erster Linie dem Menschen helfen und dienen. In den ersten Kapitel gibt der Autor ein umfangreiches Bild über die Mirror und was sie so können und für mich als Technik-Muffel war das auch absolut notwendig.

Die technischen Fortschritte der Mirrors kann man fast schon auf unsere Zeit übertragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass all das bereits möglich ist oder in anderer Form bereits auf dem Markt vorhanden ist. Genau deswegen ist das Szenario auf der einen Seite so faszinierend und auf der anderen Seite so erschreckend. Karl Olsberg wechselt zu Beginn sehr häufig die Perspektiven und wir erfahren von unterschiedlichen Personen, wie sehr die Mirrors ihr Leben beeinflusst.

Ich möchte vom Inhalt gar nicht so viel erzählen, denn das Buch ist ein wahres Erlebnis, auf das man sich einfach einlassen muss. "Mirror" regt zum Nachdenken und urteilen über das eigene Leben ein. Inwieweit möchte ich mich von der Technik beeinflussen lassen? Braucht der Mensch wirklich Computer, Handys und co? All das kann der Leser nach der Lektüre dieses Buches selbst entscheiden und ich spreche dem Autoren hier wieder ein Lob aus. Es war sicher nicht mein letztes Werk von ihm!



Ein spannender und aktueller Thriller über den technischen Fortschritt, Abhängigkeit und
Manipulation. Aber Achtung, manch einer schaut mit diesem Buch wohl in den eigenen Spiegel ...

Freitag, 17. März 2017

[Rezension] Die Tür - Richard Laymon

Titel: Die Tür
Autor:  Richard Laymon
Genre: Thriller
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Das Spiel, Die Insel, Nacht, Der Geist, Rache, Das Treffen, Das Ufer, Die Jagd, Der Killer, Das Haus, Die Spur, Das Loch, Licht aus!, Die Show, In den finsteren Wäldern
Cover und Inhaltsangabe © HeyneHardcore

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Tief und düster ragt es in die Nacht empor. Das sogenannte Horrorhaus. Schreckliche Morde sollen dort über die Jahrzehnte geschehen sein. Immer wieder ist die Rede von Bestien, die grausame Massaker in dem Haus angerichtet haben sollen. Doch wer soll solche Schauergeschichten schon ernst nehmen? Dem jungen Mark geht es vor allem darum, Alison zu beeindrucken. Das Mädchen verspricht ihm ein Date, eine Nacht im Horrorhaus. Im Keller des makabren Anwesens will Mark sich seinen Ängsten stellen – ohne zu wissen, dass ihn ein Inferno des Grauens erwartet …"




Es ist wieder Zeit für einen neuen Laymon! Klar, auch wenn Richard Laymon jetzt schon seit mehr als zehn Jahren tot ist, kommen noch immer die "vergessenen" Romane/Novellen von ihm aus dem Werk, also jene Werke, die im Englischen nie so viel Anklang gefunden haben.

Zugegebenermaßen war ich etwas enttäuscht, als das Buch dann bei mir ankam. Es ist echt dünn und es stellte sich heraus, dass "Die Tür" nur eine von zwei Novellen ist. Da mir die letzten bei Heyne erschienen Bücher schon nicht mehr gefallen haben, ging ich mit wenigen Erwartungen an das Mini-Büchlein heran - wurde dann aber überrascht.

Auch wenn das Buch noch mit einem Vorwort, einer Leseprobe und der Auflistung aller Werke von Laymon in die Länge gezogen wurde, so versteckt sich im Inneren doch wieder einmal etwas, das ich als "typisch Laymon" beschreiben würde. Wie Jack Ketchum im Vorwort so schön sagt: "Laymons Stil ist so schön unperfekt ..." und genau das liebe ich an ihn so. Er ist ein Schriftsteller, der sich zu Lebzeiten nicht verbiegen hat lassen und einfach seinem Stil treu geblieben ist und das wird auch in diesen beiden Kurzgeschichten wieder deutlich!

Tolle Dialoge, eine geniale Atmosphäre und der typische schwarze Humor, das finden wir besonders in der ersten Kurzgeschichte, während die zweite uns mit auf einem Camping Ausflug nimmt und besonders am Ende noch eine kleine Wendung parat hält. Beide Geschichte habe ich gerne gelesen, auch wenn sie natürlich viel zu kurz waren. Aber was sollen wir tun? Genauso unvollendet hat Laymon diese Werke wohl hinterlassen und genau so müssen wir sie eben nun genießen!




"Die Tür" soll laut Klappentext der vierte "Keller-Roman" sein. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass "Der Keller" zu den wenigen Büchern zählt, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe, aber das sollte ich wohl schnell ändern! In der besagten ersten Kurzgeschichte werden wir in das Horrorhaus gebracht, in dem anscheinend die Morde in den "Keller-Romanen" stattfanden. Mark, der Protagonist, hat dort ein Date mit einem Mädchen, das er mag und das sich von ihm dort einschleusen lassen möchte.

Die Geschichte, wie Mark das "Horrorhaus", das mittlerweile eine art Museum ist, betritt, fand ich sehr atmosphärisch und es hat mir gezeigt, dass ich "Der Keller" unbedingt lesen muss. Besagter Keller kommt in "Dir Tür" nämlich auch fort und dort gibt es ein lLch, aus dem anscheinend eine Bestie gestiegen kam ...

Tolle Dialoge verbinden sich hier wieder mit einer teilweise sehr verrückten Geschichte, Schade ist allerdings, dass der Titel irreführend ist, denn besagte Tür spielt nur eine ganz unwichtige Nebenrolle, viel treffender ist da doch der Originaltitel, nämlich "Friday Night in Beast House", denn genau darum dreht sich diese Kurzgeschichte, um eine Nacht in dem Horrorhaus!

Die erste Kurzgeschichte/Novelle geht bis Seite 128 und ja, sie wirkt unfertig, ist aber dennoch lesenswert und ist wieder auf einem Niveau, das die letzten Bücher (Besonders "Das Haus" und "Der Killer") nicht haben halten können. Das Ende ist nicht blutig, aber irgendwie verrückt und es hat mich auf jeden Fall zum Lachen gebracht. Der Humor ist absolut meins und ich bin froh, mal wieder einen echten Laymon gelesen zu haben

Kommen wir nun zur zweiten Novelle, die den Namen "Die Wildnis" trägt. Sie ist in Form eines Reisetagebuchs verfasst und führt den Leser, wie der Titel schon vermuten lässt, in die freie Natur auf einem Campingausflug eines Jungen, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde. Auf seinem Trip trifft der Junge so einige Gestalten und das Buch ist vergleichbar mit Werken wie "In den finsteren Wäldern" oder "Die Jagd".

Insgesamt hat mir "Die Tür" von der Atmosphäre besser gefallen, doch die krankere Geschichte war auf jeden Fall "Die Wildnis", die mich besonders zum Ende hin begeistern konnte. Auch dieses Werk wirkt wieder leicht unfertig, aber wir werden wohl nie rausfinden, ob beide Kurzgeschichten nun der Anfang von etwas Neuem sein sollten oder nicht!

Ich kann das Buch aber dennoch empfehlen. Hier zeigt Laymon wieder seinen genialen Stil und auch, wenn wohl einige Szenen im deutschen etwas entschärft wurden, bieten beide Novellen doch gute Unterhaltung!




Meine erste Enttäuschung darüber, dass dieses Buch so dünn ist und eigentlich "nur" aus zwei
Novellen besteht, schlug beim Lesen wieder in Begeisterung um. Für Laymon-Fans ist dieses Buch wohl wieder ein Muss und macht wieder Appetit auf mehr Werke dieses viel zu früh verstorbenen Schriftstellers!



Dienstag, 14. März 2017

[Rezension] Es beginnt am siebten Tag - Alex Lake

Titel: Es beginnt am siebten Tag
Autor:  Alex Lake
Genre: Thriller
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keins
Cover und Inhaltsangabe © HarperCollins

Ich bedanke mich bei  und HarperCollins für das Rezensionsexemplar! Das Buch könnt ihr hier bestellen.



"Der Albtraum einer jeden Mutter: Die fünfjährige Anna ist verschwunden, als Rechtsanwältin Julia sie von der Schule abholen will. Wurde sie entführt? Ist sie tot? Sechs Tage und Nächte voller Angst, sechs Tage voller Selbstvorwürfe. Am siebten Tag taucht das Mädchen wieder auf. Es scheint unverletzt und hat keine Erinnerung an das, was geschah. Julia und ihr Mann Brian sind unendlich erleichtert. Bis Julia merkt, dass das Schlimmste für sie nun erst beginnt. Denn wer auch immer ihre Tochter in der Gewalt hatte und wiedergebracht hat, will nicht das Kind vernichten …"




"Es beginnt am siebten Tag" von Alex Lake war ein Buch, das mir bereits im Dezember bei "Blogg ein Buch" aufgefallen ist und auf das ich mich spontan noch vor Weihnachten beworben habe. Irgendwie kam dann nie eine Antwort bezüglich des Buches und ich war etwas erleichtert, denn zu der Zeit habe ich bei lieben Bloggerkollegen sehr schlechte Rezensionen zu dem Buch gelesen und ich hatte ehrlich gesagt keine große Lust mehr auf diesen "Thriller" ...

Dann, über drei Monate später traf das Buch plötzlich bei mir ein und ich war erst einmal hin und hergerissen. Große Lust hatte ich keine, aber ich habe meine Erwartungen etwas runtergeschraubt, um meiner Verpflichtung dennoch nachzugehen und habe mich also ins "Abenteuer" gestürzt.

Erst einmal vorweg: Alex Lake ist mit Sicherheit ein guter Autor, aber sein Schreibstil war mir eindeutig zu nüchtern. Außerdem sind mir einige Fehler in der Übersetzung oder im Lektorat aufgefallen (bestes Beispiel: Es wird jemand als sympathisch beschrieben, der unter anderen respektlos ist ... Es sollte hier wohl respektvoll heißen ...oder "Jahrbuch" eines Autoren hieß im Englischen wohl Anthologie und hat mit einem Jahrbuch recht wenig zu tun ...)

Das waren erst einmal nur wenige Faktoren, die für mich den Lesefluss gestört haben. Schlimmer fand ich aber eine Tatsache, die ich später in meiner Rezension noch erläutern werde ...




- Julia -

Julia ist die Mutter der vermissten Anna und leider einer der unsympathischsten Buchcharaktere, die mir je begegnet ist. Sie verkriecht sich in Selbstmitleid, gibt sich selbst die Schuld und denkt eigentlich kaum an ihre Tochter. Schlimmer ist noch ihr Noch-Ehemann Brian, der einfach mal nach ein paar Tagen sagt, dass Anna eh nicht mehr auftaucht und er jetzt sein Leben lieber allein weiterleben will, um glücklich zu sein. Hallo? Die beiden geben ihre Tochter nach nicht einmal einer Woche auf?

Ich bin kein Mensch, der Kinder mag oder selbst welche haben will, aber das hat mich unendlich wütend gemacht. Julias Selbstmitleid dauert geschlagene 236 Seiten (von insgesamt 477 Seiten) und war einfach nur nervig. Auch ihre Art, sich erst von ihrem Mann zu trennen, nur um dann, als Anna verschwunden ist, wieder "irgendwas" für ihn zu empfinden, war für mich unverständlich ...




Ihr merkt schon, wie sehr mich das Buch mit seinen 477 Seiten enttäuscht und größten Teils auch gelangweilt hat. Meiner Meinung nach verrät der Klappentext schon ALLES, besonders eben die Tatsache, dass Anna wieder auftaucht, wodurch die erste Hälfte des Buches unnötig in die Länge gezogen wird und nur aus den Schuldvorwürfen Julias besteht.

Dann sollte man meinen, dass die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt, doch letztendlich weiß der aufmerksame Leser bereits in der ersten Hälfte, wer der Täter und was das Motiv ist - Da es einfach keine andere Möglichkeit gibt und sonst kaum Personen involviert sind. Ich frage mich also nun, was dieses Werk mir sagen will? Es konnte mich leider überhaupt nicht unterhalten, der Klappentext hat mir sämtliche Spannung genommen und auch die Täterauflösung war leider alles andere als interessant oder originell.

Ich kann das Buch daher nicht weiterempfehlen. Es war für mich eine reinste Qual, es zu lesen, doch ich hatte die Hoffnung, dass nach Annas Auftauchen endlich noch alles in die versprochene Richtung gelenkt wird. Auch wenn an manchen Stellen ein recht angenehmer Stil des Autoren durchblitzen konnte, war mir aber das Gesamtbild zu eintönig. Die Grundidee ist eigentlich nicht schlecht, aber allein, dass der Klappentext alles bis auf den Täter vorgibt, vermindert den Lesespaß so sehr, dass dieses Buch einfach nur noch langweilig zu lesen ist ...




Leider war "Es beginnt am siebten Tag" von Alex Lake für mich ein großer Flop! Die
Kindesentführung wird zur Nebensache und der Hauptstrang konzentriert sich auf die zerbrochene Ehe von Julia und Brian, auf Selbstvorwürfe und auf eine öffentliche Demütigung dieser "Rabenmutter". Leider kaut der Klappentext alles vor und so konnte ich das Buch leider nicht genießen ...

Montag, 13. März 2017

[Blogtour] Gewinnspiel zu Eden Summer

Und die Blogtour zu "Eden Summer" ist nun bereits zu Ende und natürlich gibt es zum Abschluss auch noch etwas zu gewinnen. Der Aladin-Verlag stellt freundlicherweise ein Exemplar von "Eden Summer" zur Verfügung und ihr könnt es gewinnen!



Was ihr tun müsst?

Auf den teilnehmenden Blogs findet ihr das Gewinnspielformular, einfach die Fragen beantworten und schon seit ihr im Lostopf! Viel Glück!

Teilnahmebedingungen:

- Die Teilnahme am Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Darunter ist das Einverständnis der Eltern notwendig
- Der Versand des Gewinns erfolgt nur innerhalb Deutschlands, Österreich und der Schweiz.
- Für den Postversand wird keine Haftung übernommen
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
- Als Gewinner erklärt man sich mit einer öffentlichen Nennung einverstanden. Die zugesandte Adresse wird nach Versand SOFORT von mir gelöscht
- Nach der Bekanntgabe des Gewinners habt ihr 7 Tage Zeit, euch bei der genannten Email-Adresse zu melden. Ansonsten wird ein neuer Gewinner gezogen.
- Das Gewinnspiel endet am 19. März 2017 um 23:59Uhr


6.03.2017 - Rezension bei Anna auf Paradoxes Leben
7.03.2017 - "Charaktervorstellung" bei mir!
8.03.2017 - "Bücher, die an den Roman erinnern" bei Kristin von Wurm sucht Buch
9.03.2017 - "Verlagsvorstellung" bei Carolin von die Bücherwanderin
10.03.2017 - "Reaktionen auf das Buch im Ausland" bei Sarah von Books on Fire
11.03.2017 - "Das Thema Freundschaft im Roman" bei Jasmin von Bücherleser


Samstag, 11. März 2017

[Rezension] Der Mörder und das Mädchen - Sofie Sarenbrant

Titel: Das Mädchen und der Mörder
Autor:  Sofie Sarenbrant
Genre: Krimi, Thriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Rütten & Loening

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Noch einen Tag noch – dann, glaubt Cornelia, hat ihr Martyrium ein Ende, dann zieht sie mit Astrid, ihrer sechsjährigen Tochter, aus ihrem Haus aus und kann Hans, ihren gewalttätigen Mann, endlich verlassen. Doch am Morgen findet sie Hans tot im Gästezimmer. Emma Sköld, hochschwanger und sehr ehrgeizig, übernimmt den Fall: Für sie ist Cornelia die erste Verdächtige, doch es gibt auch eine andere Spur: Die kleine Astrid will in der Nacht einen Mann neben ihrem Bett gesehen haben, der sie gestreichelt hat."




"Der Mörder und das Mädchen" von Sofie Sarenbrant wird auf dem Cover als "Thriller" bezeichnet, doch im Inneren versteckt sich eher ein Krimi, der durch kurze und atmosphärische Kapitel zu punkten weiß. Von der Autorin habe ich bislang noch nicht viel gehört, ich war aber dennoch überrascht, wie angenehm und flott sich das Buch lesen ließ. Da wir mehrere agierende Personen habe, wird die Geschichte abwechseln aus verschiedenen Sichten erzählt. Dadurch geht es nicht nur um die (meistens) doch recht langweilige Ermittlungsarbeit, sondern wir bekommen Einblick in das Leben fast aller Charaktere!

Mir hat Sofie Sarenbrants Schreibstil ausgesprochen gut gefallen. Er ist kurz, prägnant und atmosphärisch. Sie hat das Talent, die Geschichte nicht unnötig in die Länge zu ziehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zwar ist das Buch tatsächlich kein versprochener Thriller, da es hier doch nur um die Aufklärung eines Falls geht und spannende Momente eher rar gesät sind, aber dennoch ist "Der Mörder und das Mädchen" mal wieder ein erfrischend mutiger Krimi, der sich nicht mit dem Einheitsbrei zufrieden gibt!




- Cornelia -

Eigentlich gibt es in "Der Mörder und das Mädchen" keinen direkten Protagonisten. Zu Beginn der Geschichte lernen wir Cornelia kennen, die sich endlich von ihrem gewalttätigen Ehemann Hans lösen möchte und mit ihrer Tochter Astrid ein neues Leben beginnen will. Sie hat ihr Haus zum Verkauf angeboten und bereits eine Wohnung für sich und ihre Tochter gefunden - doch dann kommt alles anders: Ihr Noch-Ehemann Hans liegt erstochen im Gästebett und Astrid behauptet, in der Nacht einen Mann an ihrem Bett gesehen zu haben.

Cornelia gerät natürlich unter Mordverdacht und es kommt so weit, dass niemand ihr mehr glaubt, dass ihr Ehemann sie geschlagen hat. Durch die Kürze der Kapitel gibt es nur kurze Einblicke in ihr Leben, doch dadurch wurde ich als Leser auch zum eigenen Mitdenken animiert. Könnte es sein, dass Cornelia ihren Mann getötet hat? Oder was steckt dahinter?

- Emma -

Emma ist die Ermittlerin in diesem Buch und sie hat so ganz eigene Probleme. Sie ist gerade schwanger von ihrem neuen Freund, während ihr Exfreund ihr weiterhin nachstellt und das alles nicht akzeptieren kann/will.

Ich weiß nicht, wie oft ich das hier schon erwähnt habe, aber Ermittler mag ich in Büchern selten und das war auch hier so. Echte Sympathien konnte ich für Emma und ihre Situation nicht aufbringen, aber ich war froh, dass alle Kapitel so kurz sind, dass sich ihre Abschnitte doch die Waage hielten.




Krimis lese ich nur noch selten, da ich ich finde, dass das Genre mittlerweile irgendwie ausgelutscht ist. Vor allem deutschen Krimis kann ich kaum noch etwas abgewinnen, da irgendwie jeder Autor einen eigenen Ermittler erfinden muss. Bei dem schwedischen Debüt "Der Mörder und das Mädchen" habe ich in erster Linie einen spannenden Thriller erwartet, doch letztendlich ist die Geschichte ein Krimi, in dem die Aufklärung einer Tat im Vordergrund steht.

Cornelia findet ihren toten Mann nur einen Tag nach einer Besichtigung in ihrem Haus. Die Schwester ihrer besten Freundin ist zufällig bei der Polizei und übernimmt den Fall, doch schnell treten die ersten Ungereimtheiten auf und besonders die Immobilienfirma wird näher beleuchtet. Als Leser bekommen wir hier Einblick in die Welt der Immobilienmakler und dies fand ich sehr interessant. (Auch wenn hier wieder deutlich wurde, dass dieses Buch definitiv kein Thriller ist!)

Du Geschichte besteht in erster Linie aus der Ermittlungsarbeit, aber auch den Problemen der einzelnen Personen. Wirklich fesselnd fand ich hier die kurzen Kapitel mit den ständig wechselnden Perspektiven. Die ganze Geschichte und die Zusammenhänge der einzelnen Charaktere fand ich sehr gut herausgearbeitet und ich war die ganze Zeit gespannt auf die letztendliche Auflösung.

Das Ende ist böse und das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich mag "offene" Enden, die mir als Leser die Chance bieten, die Geschichte weiterzudenken und das war hier der Fall. Zwar merkt man dem Buch stellenweise an, dass es sich hier um ein Debüt handelt (vor allem da nicht alle Stränge zu Ende gebracht worden!), aber dennoch empfand ich "Der Mörder und das Mädchen" als willkommene Abwechslung zwischen all den 0815-Krimis!




"Der Mörder und das Mädchen" ist zwar kein echter Thriller, bei dem die Spannung kaum auszuhalten ist, aber dennoch verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Cover ein interessanter und packender Krimi, der mit einer bösen Auflösung punkten kann, allerdings noch einige Stränge offen lässt! Ich bin gespannt, ob es hier eine Fortsetzung geben wird!



Donnerstag, 9. März 2017

[Rezension] Eden Summer - Liz Flanagan

Titel: Eden Summer
Autor:  Liz Flanagan
Genre: Jugendroman
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Aladin



"Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will."




Da ja im Moment unsere Blogtour zu "Eden Summer" von Liz Flanagan läuft, möchte ich euch meine Rezension zu diesem Buch nicht vorenthalten. Die Geschichte rund um die vermisste Eden hat mich auf jeden Fall mitgenommen. Sie ist sehr emotional und tiefgründig, auch wenn der Schreibstil doch recht einfach gehalten ist.

Liz Flanagan lässt den Leser hier noch einmal den Sommer von Eden spüren, ihre Veränderungen und Momente, die vielleicht zu ihrem Verschwinden beigetragen haben könnten. Durch die wirklich tollen Charaktere, die für mich das Highlight in diesem Buch waren, konnte ich beim Lesen mitfühlen. Ich mochte die tiefe Verbundenheit zwischen Jess und Eden.




- Jess -

Jess ist unsere Protagonistin, die uns durch die Geschichte führt. Zu Beginn ist Eden bereits verschwunden und Jess macht sich auf die Suche nach ihr. Eden und sie verbindet eine tiefe Freundschaft, obwohl beide wohl verschiedener nicht sein könnten. Jess wird von ihrem Umfeld als "Goth-Girl" wahrgenommen, liebt zerrissene Kleidung und hat knallrotes Haar. Sie lebt ihr Leben so wie sie es will und wird deswegen auch von Eden bewundert.

So unnahbar und tough Jess auch wirken mag, so zerbrechlich ist sie seit einem schlimmen Erlebnis. Sie lässt sich nicht mehr von anderen Menschen berühren und als Leser hat mich ihre Geschichte besonders mitgenommen. (Fast schon mehr als jene von Eden!!!)

Ich mochte Jess sehr, sie ist auf der einen Seite eine Kämpferin, doch auf der anderen Seite sehr nachdenklich.

- Eden -

Edens Verschwinden zu Beginn des Buches lässt den Leser erst einmal ratlos zurück, denn wir kennen dieses Mädchen ja nicht, wissen nur, dass ihr Jess sehr viel bedeutet. Nach und nach lernen wir aber auch jene Eden kennen, die eigentlich zwei Seiten hat.

Eden hat ihre Schwester Iona bei einem Unfall verloren und gibt sich selbst die Schuld dafür. Obwohl die beiden Geschwister sich nicht ausstehen konnten (oder gerade deshalb!) trauert Eden ungemein und verwandelt sich in ein Alkoholtrinkendes Frack, das nichts mehr von ihren unbeschwerten "alten Ich" hat!

Edens Geschichte hat mich auf jeden Fall mitgenommen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich Jess als Charakter interessanter fand und ich Edens Handlungen teilweise nicht so recht nachvollziehen konnte!




"Eden Summer" ist ein emotionales und tiefgründiges Buch, das mich, wie zuvor erwähnt, besonders durch die Charaktere überzeugen konnte. Die Geschichte handelt von einer tiefen Freundschaft, aber auch von Liebe, einem "dunklen Geheimnis" und der spannenden Suche nach Eden. Besonders gefallen haben mir die ständigen Rückblicke, in denen Jess sich an Momente mit Eden erinnert hat. Nach und nach lernen wir Eden so kennen und alles fügt sich wie ein Puzzle zusammen.

Jess war ein Charakter, den ich gleich in mein Herz geschlossen habe. Sie hat mich mit ihrer Art berührt, alles für ihre beste Freundin zu tun und gleichzeitig alles wegzustecken, nur damit es Eden gut geht. Die Momente des Sommers haben gezeigt, wie viel die Mädchen füreinander empfinden und wie tief ihre Verbundenheit ist! Das hat mich auf jeden Fall mitgenommen und ich konnte Jess verstehen, die Eden um jeden Preis lebendig wiedersehen wollte.

Leider muss ich jetzt auch zu einer kleinen Kritik kommen, denn das Familiengeheimnis, das im Klappentext bereits angesprochen wird, löst sich für den Leser schon im ersten Drittel des Buches auf und nimmt daher jede Menge Spannung, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt ist klar, worauf das alles hinausläuft. Eine gewisse Anspielung hätte es meiner Meinung nach nicht geben sollten.

Alles fügt sich im Laufe der Geschichte zusammen und die Vergangenheitsstränge haben mich tatsächlich mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle genommen. Das letztendliche Ende war allerdings durch das Wissen, das ich als Leser schon zu Anfang hatte, dann leider etwas schwach. Dennoch kann ich das Buch aber aufgrund der tollen Charaktere und der sensiblen Geschichte rund um Verlust, Trauer und den Mut, wieder nach vorne zu blicken, empfehlen!




"Eden Summer" hat aufgrund der toll ausgearbeiteten Charaktere begeistern können. Die Geschichte
ist intensiv, emotional und tiefgründig, auch wenn das Geheimnis zu schnell zu durchschauen ist!