Montag, 19. Februar 2018

[Rezension] Und hinter dir die Finsternis - Mary Higgins Clark

Titel: Und hinter dir die Finsternis
Autor:  Mary Higgins Clark
Genre: Krimi, Thriller
Erscheinungsdatum: 24. September 2007
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Als Kind hat Kay Lansing in der Familienkapelle der Carringtons den Streit eines Paares belauscht, in dem es um eine Erpressung ging. In derselben Nacht verschwand eine junge Frau für immer spurlos. Aber erst 22 Jahre später, frisch verheiratet, wird Kay gezwungen, nach dem Hintergrund ihres Erlebnisses zu forschen – ihr eigener Mann Peter Carrington wird beschuldigt, für das Verschwinden der jungen Frau verantwortlich zu sein. Und noch ein anderer Verdacht hält sich hartnäckig: Peter könnte seine erste Ehefrau im eigenen Swimmingpool ertränkt haben. Als das Verfahren gegen ihn neu aufgenommen wird und er nach einer revidierten Zeugenaussage unter Mordanklage steht, stürzt Kay sich fieberhaft in die Suche nach der Wahrheit, die sie nicht nur in die Vergangenheit ihres Mannes, sondern auch in ihre eigene führt. Sie ahnt nicht, dass ihre Entdeckung sie in tödliche Gefahr bringen wird."




Urplötzlich, wie aus dem Nichts, hatte ich mal wieder Lust auf ein Buch von Mary Higgins Clark. Die Autorin hat mich als Jugendliche mit ihren Büchern, die ich mir damals immer aus der Bücherei ausgeliehen habe, stets gut unterhalten können.

Nun wurde es mal wieder Zeit für ein Buch von ihr, allerdings muss ich gleich sagen, dass ich wohl entweder schon zu alt für ihre Geschichten oder aber gedanklich noch viel zu jung bin. Ich weiß einfach nicht, wieso, aber so dermaßen distanziert und nüchtern war mir ihr Schreibstil gar nicht in Erinnerung geblieben.

Schuld daran ist wohl, dass es viele verschiedene Blickwinkel gibt, so viele, dass die Autorin natürlich keine Zeit, jeden Charakter näher zu beleuchten. Sie gibt so viel preis wie sie eben preisgeben möchte und das funktioniert im Krimi-Bereich ja bekanntlich sehr gut! Da kommt es meistens (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!) nicht auf Nähe, sondern viel mehr aufs Miträtseln an!




Auf eine genaue Charakterbeschreibung verzichte ich an dieser Stelle und ich werde die Rezension auch so kurz wie möglich halten, denn ich muss leider sagen, dass mein heutiges "Ich" mit Mary Higgins Clark einfach nicht mehr warm wurde.

Obwohl die Geschichte rund um mehrere Morde, die in der Vergangenheit liegen und nie aufgedeckt wurden, interessant gestaltet wurde und auch viele Blickwinkel neues Licht auf das damalige Geschehen werfen, wirkt die Geschichte doch sehr altbacken. Es ist, als hätte man als Thrillerleser die Handlung so oder so ähnlich schon einmal gelesen - sie ist eben absolut austauschbar.

Diese Austauschbarkeit wäre im Grunde nicht schlimm - wenn denn die Unterhaltung stimmen würde. Ich konnte mich aber auf den Fall, der hier viele Jahre später noch einmal aufgerollt wird, nicht so recht einlassen. Das lag wohl in erster Linie an einer gewissen Nüchternheit, denn natürlich steht hier das Gesetz im Vordergrund. Wir haben es mit dem Gericht zu tun (Puhh, Gerichtsverhandlungen selbst finde ich in Büchern sehr anstrengend!), mit der Sicht der Anwälte und natürlich mit den Medien, die hier eine große Story wittern.

Was mir eindeutig gefehlt hat: Etwas mehr Persönlichkeit bei den Charakter. Im Zentrum des ganzen steht die junge Kay, die frisch verheiratet mit ansehen muss, wie ihr Ehemann beschuldigt wird, für mehrere Morde verantwortlich zu sein ... Sie will ihrem Mann natürlich beistehen und die Wahrheit herausfinden - erinnert sie sich doch selbst an einige Dinge von damals ...

Schon zu Beginn wir das Kennenlernen von Kay und Peter fix abgearbeitet und als Leser konnte ich einfach nicht verstehen, wieso die beiden jetzt genau zusammen sind. Von Liebe war nichts spürbar und auch nach der Hochzeit verhalten sich beide irgendwie sonderbar.

Dieses Unnahbare zog sich für mich durchs gesamte Buch und dadurch konnte ich zwar miträtseln, aber nicht direkt mitfiebern. Für mich war diese Geschichte bis zum Ende durchschnittliche Krimikost, nicht mehr und nicht weniger, eine Story, die ich leider schon nach kurzer Zeit wieder vergessen haben werde!



Mary Higgins Clark konnte mich leider mit "Und hinter dir die Finsternis" nicht fesseln. Es war für mich nur ein durchschnittlicher Krimi, den ich innerhalb kürzester Zeit wohl wieder vergessen haben werde und der mich leider überhaupt nicht in die Handlung hat abtauchen lassen. Die Autorin ist wohl einfach nichts mehr für mich ...


Freitag, 16. Februar 2018

[Rezension] Ich will dich nicht töten (Band 3) - Dan Wells

Titel: Ich will dich nicht töten
Autor:  Dan Wells
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2010
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

Achtung! Band 3 einer Reihe! Rezension enthät Spoiler!




"Meine wichtigsten Regeln lauten: Sieh Mädchen nicht an. Sprich nicht länger mit ihnen als nötig. Und, um Gottes willen, verlieb dich nicht in sie! Doch nun ist da Marci, und sie ist unwiderstehlich. Ich möchte mit ihr zusammen sein. Ich möchte sie berühren. Ich möchte einfach ein normaler sechzehnjähriger Junge sein. Doch ich bin alles andere als das – ich bin ein Serienkiller. Ich weiß, dass es dort draußen Dämonen gibt. Ich träume von ihnen, jede Nacht. Und ich fürchte, dass das Dunkle in mir erneut die Oberhand gewinnt. Ja, ich liebe Marci. Und ich will sie nicht töten. Aber alle Regeln sind gebrochen, und wie kann ich das Schlimmste jetzt noch verhindern?"




Mittlerweile bin ich beim dritten Band der "Serienkiller"-Reihe angekommen. Erst einmal bin ich echt stolz, dass ich es geschafft habe, eine Reihe doch so lange zu verfolgen. Schuld daran wird wohl der Protagonist John Cleaver sein, den ich durch seinen einzigartigen Charakter echt in mein Herz geschlossen habe! (Auch wenn er das selbst als Mensch, der keinerlei Empathie besitzt, wohl nicht hören will!)

Allerdings muss ich sagen, dass mir der Schreibstil im ersten Teil bis jetzt tatsächlich am besten gefallen hat, besonders weil es da noch diesen tollen schwarzen Humor gab, der mich zum Lachen gebracht hat. Diesen Humor hat der Autor aber schon im letzten Teil irgendwie verloren, in diesem Band ist er kaum noch vorhanden!

Dennoch lässt sich das Buch leicht lesen, ich brauchte aber etwas Zeit, um in der Geschichte anzukommen - Schuld daran war wohl, dass der Autor John hier immer wieder (brilliant) ermitteln und Täterprofile erstellen lässt, was die Spannung leider wenig vorantreibt!




- John Wayne Cleaver -

Ja, was soll ich sagen? Ich mag ihn immer noch sehr gerne, auch wenn ich mir hie gewünscht hätte, auch wieder mehr Privates von ihn zu erfahren. Er kommt hier zwar mehr oder weniger mit Marcie zusammen, nimmt an seinem ersten Ball teil und tut endlich auch das, was andere Jugendliche in dem Alter so treiben, aber irgendwie habe ich mir einen intensiveren Einblick in seine Gedankenwelt gewünscht!

In diesem Teil stand ich John Wayne Cleaver nicht so nah, was natürlich auch meinen Lesefluss etwas gestört hat. Ich hatte das Gefühl, dass es für ihn nur noch um den Serienmörder/Dämonen geht und das er davon vollkommen besessen ist. Das war gut dargestellt, allerdings hätte ich mir hin und wieder etwas Abwechslung gewünscht!

- Marcie -

Brooke hat nun keine Lust mehr auf John und so betritt Marcie die Bildfläche. Sie ist genau wie Brooke sehr beliebt und interessiert sich urplötzlich für John - weil er eben als Held gefeiert wird, nachdem er im letzten Band die Frauen gerettet hat.

Ich muss sagen, dass mir Brooke deutlich sympathischer war und ich sie irgendwie vermisst habe. Brooke hat eindeutig besser zu John gepasst, Marcie konnte ich lange Zeit nicht so recht einschätzen!




Nun habe ich endlich den dritten Band gelesen, der mich zwar gut unterhalten konnte, aber dem das gewisse Etwas vom ersten Teil gefehlt hat. Schuld daran ist wohl, dass jedes Buch bis jetzt gleich angefangen hat: Wir haben das erste Opfer des nächsten Serienmörders und natürlich landen die Leichen wieder bei Johns Mutter im Bestattungsunternehmen, damit er sie sich anschauen kann.

Einzige Abwechslung bietet die Tatsache, dass auch an der Schule seltsame Dinge vor sich gehen ... Hier kommt es nämlich zu einigen rätselhaften Selbstmorden. Diese Geschichte wird allerdings erst ab der Hälfte direkt aufgegriffen!

Erst einmal geht es um einen neuen Serienmörder namens "Der Handlanger". Den Opfern werden die Hände und Zungen abgeschnitten, später dann auch noch andere Körperteile. Wer oder besser was steckt dahinter?

Durch den letzten Teil hat John ja bereits die Spur zu dem nächsten Dämon, beziehungsweise zur Dämonin namens Niemand aufgenommen. Ist der Handlanger in Wahrheit Niemand? Oder steckt dieses Mal ein Täter aus Fleisch und Blut dahinter?

Die erste Hälfte des Buches besteht aus der Annäherung von John und Marcie. Beide bilden wie aus dem Nichts ein Ermittlerteam und beschäftigen sich damit, den Täter durchschauen zu wollen. Das hat mich zu Beginn tatsächlich enorm gelangweilt, denn die Geschichte kommt nicht direkt voran. Außer dem Auffinden der verschiedenen Opfer passiert hier erst einmal nichts.

Zum Glück nimmt das Buch ab der Hälfte aber dann endlich Fahrt auf und auch die Selbstmord-Sache wird mit einbezogen. Toll fand ich hier auch, John und Marcie auf den Ball zu begleiten, denn hier beginnt die Geschichte endlich spannend zu werden! Auch John zeigt einmal eine menschliche Seite, was mir echt gut gefallen hat!

Das Ende fand ich mit der Auflösung und einem echten Schockmoment dann echt krass. Das hat den lahmen Anfang auf jeden Fall komplett ausgeglichen. Die letzten Seiten habe ich beinahe inhaliert und am Ende musste ich mir sogar ein paar Tränen verkneifen. Echt klasse!




Die erste Hälfte des Buches ist mit der neuen "Liebesgeschichte" von Marcie und John etwas lahm und auch die Ermittlungen ziehen sich etwas, dafür ist die andere Hälfte aber unfassbar spannend und krass von der Auflösung und des Schockmoments am Ende! Für mich war der dritte Teil durch den zähen Anfang zwar etwas schwächer als der allererste Teil, aber dennoch war ich irgendwann wieder in der Geschichte gefangen! 

Mittwoch, 14. Februar 2018

[Mein neues Buch] Ymberra: Momente der Hoffnung - Jeidra Rainey

Titel: Ymberra: Momente der Hoffnung
Autor:  Jeidra Rainey
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2018
Anzahl der Seiten: 368





Valentinstag war eigentlich all die Jahre ein Feiertag, den ich nie besonders beachtet habe und der für mich eigentlich keine echte Bedeutung hat. Das will ich aber nun ändern, denn dieser Tag, der ganz im Zeichen der Liebe steht, passt perfekt zu der Geschichte von Pearl und Jesper!

Jetzt ist es also endlich so weit: Mein fünftes Buch steht ab heute in den Startlöchern und ich bin natürlich mächtig aufgeregt! Ich bin ja ein Mensch, der von Selbstzweifeln geprägt ist und der vor jeder Veröffentlichung mit sich hadert. Soll ich oder soll ich nicht?

Beim Schreiben selbst denke ich selten an die spätere Veröffentlichung, viel zu verloren bin ich in meinen eigenen Geschichten. Am Ende ist es dann aber wie das Auftauchen aus einem unendlichen Meer: Ich komme in der Realität an und diese überrollt mich förmlich.

Ich bin kein Autor, der auf die Bestsellerlisten möchte (Das wäre echt ein Horror für mich! Bin ich irgendwie sonderbar?). Stattdessen möchte ich einfach nur Schreiben und mich in meinen Geschichten verlieren. Meine Bücher werden der breiten Masse wohl eher weniger gefallen, aber dafür tue ich es auch nicht - Ich schreibe wohl, um selbst dieser Welt zu entfliehen und anderen die Möglichkeit zu geben, mit mir auf die Reise zu gehen!

Diese Reise führt nun nach Ymberra und natürlich bin ich dankbar über jeden Leser, der mit mir kommen mag, um die Geschichte von Pearl, Jesper und auch Mariella zu entdecken. Es geht um Liebe, aber auch um ein System, das unserem gar nicht so unähnlich ist. Bist du bereit zu kämpfen? Für die Liebe? Und für die Hoffnung?




Du hast die Wahl: Das Glück oder die Einsamkeit? Wirst du ein Fortunas oder ein Devius sein?

Ymberra, die Regeninsel, hat alle Sünden der vergangenen Zivilisationen fortgespült und bietet nun den einzig bewohnbaren Ort auf dieser Welt. Es gibt keine Kriege, keine Anfeindungen und keine Krankheiten mehr. Für die nötige Ordnung sorgt das Momentum, das Jahr der Entscheidung, das die Menschen in zwei Klassen einteilt.

Pearl hat Angst vor ihrem Momentum, bei dem es in erster Linie um Kompromisse und nicht um die ganz große Liebe geht. Der Druck, ein Fortunas zu werden, ist groß. Was, wenn sich niemand ihren Namen auf die Stirn tätowieren lassen möchte? Und wenn sie selbst niemanden findet, dessen Namen sie ihr restliches Leben tragen möchte?

Jesper verabscheut das System, er rebelliert, muss aber dennoch am Momentum teilnehmen. Für ihn steht fest: Er wird sich seinen eigenen Namen auf die Stirn tätowieren lassen, so wie es einst seine Mutter getan hat. Doch was, wenn die Liebe plötzlich dazwischenfunkt? Wenn ein Funken Hoffnung alles verändert?

Sonntag, 11. Februar 2018

[Rezension] Die Oleanderfrauen - Teresa Simon

Titel: Die Oleanderfrauen
Autor:  Teresa Simon
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 9. Januar 2018
Anzahl der Seiten: 544
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.




"Die Oleanderfrauen" war mein erstes Buch von Teresa Simon und von Anfang an hat mich ihr Schreibstil in den Bann gezogen. Geschickt lässt sie alle Personen bereits nach wenigen Seiten zum Leben erwachen, wodurch ich schon nach dem ersten Kennenlernen aller Charaktere das Gefühl hatte, diese schon ewig zu kennen.

Zwar ist Teresa Simons Schreibstil stellenweise sehr ruhig, aber dennoch besitzt er eine Intensivität, der ich mich nicht entziehen konnte. Teilweise gibt es in diesem Roman den recht typischen Aufbau von Vergangenheit und Gegenwart, aber dennoch sorgt sie hierbei für so einige Überraschungen und Wendungen! Ihr Schreibstil hat mir auf jeden Fall Lust auf noch mehr Bücher von ihr gemacht!



- Sophie -

Natürlich muss ich auch hier wieder mit der Vergangenheitssicht beginnen, denn die ist auch in diesem Buch mal wieder deutlich stärker. Sophie Terhoven ist die Tochter eines bekannten Kaffeebarons und sie hat schon früh gelehrt bekommen, wie wichtig es ist, sich mit der richtigen Gesellschaft zu umgeben.

Wenn es nach ihren Eltern geht, soll sie irgendwann anständig verheiratet werden - doch leider funkt da die Liebe dazwischen. Sie mag nämlich Hannes, den Sohn der Köchin und bald entwickelt sich daraus eine heimliche Romanze.

Sophie empfand ich als tollen Charakter, denn sie macht eigentlich immer das, was auch ihr Herz ihr sagt. Natürlich kommt es hier im Laufe des Buches auch zu einigen Überraschungen, doch sie versucht immer stark zu bleiben. Das habe ich an ihr bewundert!

- Jule -

Jule konnte ich erst gar nicht so recht einordnen. Sie besitzt in der Gegenwart ein Café names "Strandperlchen", doch um ihre Zukunft sieht es nicht ganz so gut aus, denn ihr steht eine saftige Mieterhöhung bevor,

Sie möchte ihr Café, das ihr absoluter Lebenstraum ist, nicht verlieren, was sie doch recht wehleidig werden lässt. Das war auch leider eine Charaktereigenschaft, die mir nicht so recht gefallen hat, denn im Laufe der Geschichte hatte ich das Gefühl, dass sie jedem, wirklich jedem, auf die Nase binden muss, dass ihr Café bald vielleicht nicht mehr existiert - fast so, als erwarte sie, dass irgendjemand sie rettet. Irgendwie hätte ich mir bei jemanden, der sich ein eigenes Café erarbeitet hat, viel mehr Eigeninitiative gewünscht.

Aus diesem Grund wurde ich mit Julie nicht so richtig warm. Sie ist ein herzensguter Mensch und durch ihre "Leidenschaft", sich um Familienangelegenheiten zu kümmern, passt sie erst einmal auch gut in die Geschichte, aber so richtig ans Herz wachsen konnte sie mir leider nicht!

- Johanna -

Interessant fand ich, dass es in der Gegenwart zu Beginn erst einmal zwei Stränge gab, die parallel laufen und sich irgendwann verbinden. Hier haben wir nämlich noch Johanna, eine ältere Frau, die auf dem Dachboden einen Koffer mit Babykleidung, einem Amulett und einem Tagebuch findet.

Das Tagebuch wird von ihr sehr interessiert gelesen und ist die Geschichte von Sophie Terhoven, die dann nach und nach aufgerollt wird.




"Die Oleanderfrauen" war in diesem Jahr mein erstes Buch über Familiengeheimnisse. In dem Genre ist es, meine Meinung nach schwer, noch wirklich interessante Bücher zu finden, da sich alle vom Aufbau doch recht ähneln. Teresa Simon hat aber mit diesem Roman tatsächlich noch für Abwechslung sorgen können.

Anfangs dachte ich, dass die Geschichte doch recht vorhersehbar ist, doch es gab einige große Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte und die mir gut gefallen haben. Natürlich gab es aber auch wieder Handlungsstränge, die ein wenig vorhersehbar waren, aber ich denke, bei solchen Büchern kann man sich als Leser auch mal freuen, wenn man schon ein paar Dinge durchschaut hat!

Die Liebesgeschichte von Sophie und Hannes fand ich süß, aber sie ging mir hier leider nicht sonderlich nah. Mir haben hier ein wenig die Emotionen gefehlt, denn irgendwie muss ich gestehen, dass ich bei Hannes selbst stets ein schlechtes Gefühl hatte. Ich kann nicht genau sagen, woher es kam, aber für mich war immer Sophie die treibende Kraft dieser Beziehung.

Auch wenn für mich in dem Roman die ganz großen Gefühle ausblieben, konnte ich doch mit dem Charakteren mitfiebern. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Malte, der hier eine kleine eigene Geschichte hat. Er ist Sophies bester Freund und auch er muss mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten am eigenen Leib erfahren, was es heißt, ausgeschlossen zu sein.

Toll fand ich die Beschreibungen Hamburgs zur Zeit des Nationalsozialismus. Hier erfahren wir natürlich mehr über die Anfänge der Judenverfolgung und der Manipulation der Menschen. Lennie, Sophies kleiner Bruder, ist Mitglied der Hitlerjugend und als Leser wäre ich oft gerne ins Buch gestiegen, um ihn wachzurütteln. Erschreckend, wie bereits Kinder in solch einem Maße beeinflusst wurden konnten!

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, muss allerdings gestehen, dass ich auch hier den Vergangenheitsstrang wieder deutlich stärker und intensiver fand. Manchmal musste ich mir, wenn ich gesehen habe, dass es im nächsten Kapitel mit Jule in der Gegenwat weitergeht, einen Ruck geben, um weiterzulesen, denn leider wurde ich mit ihr nicht so richtig warm, auch wenn ich ihr Umfeld und ihre Leidenschaft für die Kaffeezubereitung sehr interessant fand!




Ich hatte viel Spaß mit dieser Geschichte rund um die "Oleanderfrauen", bei denen das Glück anscheinend immer mit Schmerz verbunden ist! Zwar blieben bei mir die großen Emotionen aus, aber der Atmosphäre des Buches konnte ich mich nicht entziehen. Das ging sogar so weit, dass ich als Teetrinker sogar Lust auf Kaffee bekam. Nur das "Strandperlchen" würde ich wohl nicht besuchen ...




Freitag, 9. Februar 2018

[Rezension] Malika oder: Komm mit in meinen Traum - Valérie Valère

Titel: Malika oder: Komm mit in meinem Traum
Autor:  Valérie Valère
Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 1981
Anzahl der Seiten: 257
Cover und Inhaltsangabe © dtv




"Die Geschwister Malika und Wilfried leben mehr oder weniger sich selbst überlasen in einer großen Wohnung in Paris. Die Kälte und Gleichgültigkeit ihrer Umgebung führt dazu, dass sie immer leidenschaftlicher um ihre eigene Welt der Träume und Gefühle kämpfen ...




Valérie Valère starb bereits mit 21 Jahren. Sie brachte sich um, weil sie die Welt, in der sie leben musste, nicht mehr ertragen konnte. Diese Melancholie überträgt sie auch auf ihre Bücher, die im Grunde eine Anklage an die gefühlskalte Welt der Erwachsenen sind.

Nachdem ich "Das Haus der verrückten Kinder" gelesen habe, das ihre Zeit der Magersucht beschreibt, musste ich auch einen ihrer fiktiven Romane lesen. "Malika oder: Komm mit in meinem Traum" ist dabei wieder einmal ein sehr intensives Leseerlebnis, ein Buch, das einen tief unter die Oberfläche zieht und das einen nur hin und wieder kurz zum Luftschnappen auftauchen lässt.

Ich finde es Wahnsinn, was für ein Talent Valérie Valère zum Schreiben besaß. Jedes Wort stimmt, jeder einzelne Dialog der beiden Geschwister geht unter die Haut. Es kommt nicht oft vor, dass ich ganze Abschnitte noch einmal lese, um die Worte ein weiteres Mal auf mich wirken zu lassen, aber bei "Malika" war dies der Fall!

Das Geschehen erleben wir aus der Sicht beider Geschwister, auch wenn Wilfrieds Abschnitte überwiegen. Beide reden den Leser mit "Sie" an, was eine gewisse Distanz schafft und bereits ein Fingerzeig ist, der so viel aussag wie "Wir wollen nicht so sein wie ihr!"




- Wilfried -

Wir erfahren die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht des 15-Jährigen Wilfrieds. Er ist kein normaler Teenager, denn er hat keine Freunde und lebt praktisch nur für seine jüngere Schwester. Schnell wird klar, wie viel sie ihm bedeutet, auch wenn er sich dies selbst erst mal nicht eingestehen will.

Wilfried verliebt sich in eine ältere Frau, anscheinend seine Traumfrau, doch Malika lässt ihn nicht los. Immer wieder sieht er ihr Gesicht vor sich und unbemerkt verliebt er sich dabei immer mehr in sie.

Er ist verwirrt von seinen Gefühlen, die es in dieser "normalen" Welt ja eigentlich nicht geben darf, weswegen er sich immer mehr in eine Traumwelt zurückzieht, die er mit Malika teilen kann. Dort können sie glücklich und frei sein.

- Malika -

Wahrscheinlich werden jetzt einige von euch geschockt sein, zu hören, dass Malika zu Beginn der Geschichte gerade einmal neun Jahre ist. Sie ist allerdings ein sehr intelligentes und reifes Mädchen, das die Welt viel klarer sieht, als so mancher Erwachsener.

Sie liebt ihren Bruder, kann ihre Gefühle aber anfangs auch nicht so recht einordnen. Natürlich ist es schwer, in dem Alter ohne Elten aufzuwachsen, aber Malika und Wilfried sorgen dennoch für ihr eigenes Glück - auch wenn sie dabei nicht so recht Kind sein dürfen ...

Bei manchen Aussagen Malikas bekam ich beim Lesen eine Gänsehaut, so fragt sie ihren Bruder als sie im Park ein Liebespaar sieht, beispielsweise: "Warum küsst du mich nicht so?"

Sie möchte immer mit ihrem Bruder zusammen sein, ja ihn ganz für sich besitzen, denn nur er schafft es, dass sie der Welt da draußen entfliehen kann, nur bei ihm ist sie glücklich ...




"Malika oder: Komm mit in meinen Traum" ist ein Buch, das sich mit Worten schwer beschreiben lässt, denn es ist ein Erlebnis. Als Leser werden wir zwischen Malika und Wilfried katapultiert, die sich aneinanderklammern, um dieser schrecklichen Welt zu entfliehen. Ihre Mutter ist früh verstorben, der Vater ist nur ein oder zwei Mal im Jahr bei ihnen, interessiert sich sonst aber nicht für sie. Die Haushälterin hält sich aus allem heraus, sieht gar nicht, was da vor sich geht.

Malika und Wilfried haben genug Geld, aber reicht das aus, um glücklich zu sein? Beide waren früh auf sich allein gestellt. Sie haben die Wohnung neu eingerichtet, denn ihr Vater ist ja eh nie anwesend. Ihr Umfeld ist komplett auf sie abgestimmt, wenn sie zusammen sind, sind sie frei und unbeschwert.

Wilfried trifft dann aber plötzlich seine Traumfrau, die ihn auch noch anspricht. Das, was andere in der Pubertät erleben, verwirrt ihn, denn immer und überall ist seine Schwester anwesend. Malika beherrscht seine Gedanken, seine Gefühle, ja sein ganzes Leben.

Sein Versuch, auszubrechen und "normal" zu sein, endet in einem echten Drama. Immer mehr triftet er in eine Traumwelt, die er sich mit seiner kleineren Schwester teilt. Das was zwischen ihnen ist, ist so intensiv, dass ich beim Lesen oft das Atmen vergessen habe. Ich wurde von den Gefühlen der beiden überrollt, denn Valérie Valère findet hier stets die richtigen Worte, die auf der einen Seite eine ungemeine Ehrlichkeit, auf der anderen auch eine gewisse Melancholie besitzen - denn sie wollen nicht in unsere "perfekte" Welt passen ...

Malika und Wilfried verziehen sich in einem Traum, denn nur ein Traum verspricht die echte Freiheit. Natürlich steht hier eine Frage im Zentrum der ganzen Geschichte: "Darf ich meine Schwester oder meinen Bruder lieben?"

Das Ende war so schmerzhaft, dass ich das Gefühl hatte, zu ertrinken. "Malika oder: Komm mit in meinen Traum" ist keine leichte Kost. Es ist vielmehr ein Buch, das sehr melancholisch ist und einen tief in ein Loch zieht. Zum Glück ist der Leser in diesem Loch nicht allein: Malika und Wilfried leisten ihm Gesellschaft! Die letzten paar Seiten haben mich fertig gemacht, mich aufgewühlt und innerlich zerrissen ...

Wer dieses Buch von Valérie Valère liest, muss offen und viel Verständnis aufbringen. In ihrer Meinung festgefahrene Menschen werden die Geschichten wohl mit ganz anderen Augen sehen, vielleicht sogar skandalös oder abartig finden. Wer aber der Gesellschaft kritisch gegenübersteht, nicht alles hinnimmt und selbst gerne mit- und nachdenkt, der wird die Botschaft dieses Buches verstehen!




Nach nur zwei Büchern kann ich sagen, dass Valérie Valère meine absolute Lieblingsschriftstellerin geworden ist. Ihre Geschichten sind intensiv, jedes Wort habe ich am eigenen Leib gespürt, jedes Gefühl hat mir die Kehle zugeschnürt! "Malika oder: Komm mit in meinem Traum" war ein intensives Erlebnis, ein Erlebnis, das mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen hat. Ein absolutes Highlight!

Mittwoch, 7. Februar 2018

[Rezension] Blitze des Bösen - John Saul

Titel: Blitze des Bösen
Autor:  John Saul
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 1996
Anzahl der Seiten: 429
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Fünf Jahre lang hat ein sadistischer Serienkiller in Seattle seine perversen Leidenschaften befriedigt. Jetzt wartet er in der Todeszelle auf seine Hinrichtung.
Fünf Jahre lang hat die Journalistin Anne Jeffers die Geschichte und die Prozesse verfolgt und dafür gekämpft, dass Richard Kraven auf den elektrischen Stuhl kommt.
Am Tag der Hinrichtung will er ein letztes Mal mit Anne reden. Er beteuert ihr noch immer seine Unschuld und das es ihr leid tun werde, denn der wahre Täter wird weitermorden...
Kurz nach der Hinrichtung bekommt Anne eine furchtbare Nachricht, die ihr Leben verändern wird - weitreichend verändern. Aber das merkt sie erst als fast zu spät ist."




Auf der Suche nach gutem Horror bleibe ich immer wieder bei Stephen King, Dean Koontz und John Saul hängen. Besonders John Saul gehört für mich so den Autoren, die es tatsächlich immer wieder schaffen, bei mir für etwas Gänsehautstimmung zu sorgen.

"Blitze des Bösen" ist hierbei allerdings kein echter Horrorroman, sondern vielmehr ein Thriller, der trotz der Serienkiller-Thematik recht ruhig erzählt wird. Eine gewisse Atmosphäre ist vorhanden, aber für mich hat hier der für den Autoren so typische bedrohliche Unterton gefehlt. Mir gefallen zudem seine Bücher, in denen das Böse unschuldige Kinder befällt, deutlich mehr!




- Anne Jeffers -

Anne Jeffers ist Journalistin und hat sich für die Hinrichtung des Serienmörders Richard Kraven eingesetzt. Dieser soll zahlreiche Morde begangen haben, streiten die Taten aber nach wie vor ab. Am Tag der Hinrichtung will er noch einmal mit Anne Jeffers sprechen, die allerdings hart bleibt und felsenfest davon überzeugt ist, dass er der Killer ist und damit den Tod verdient.

Diese Härte von Anne Jeffers hat mich gleich zu Beginn abgestoßen. Sie war für mich definitiv kein Sympathieträger, eher das Gegenteil! Sie ist zwar sehr schlagfertig, aber ihr Job geht ihr dabei über alles. Für die große Story würde sie wohl alles tun und diesen Charakterzug habe ich an ihr wahrhaft gehasst.

Ab und an spielt sie in diesem Roman die liebende Ehefrau und Mutter, doch ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihrem Mann und auch ihren Kindern nicht sonderlich nahe stand. Ein weiterer Punkt, der sie leider recht unsympathisch erschienen ließ.

- Glen Jeffers -

Glen ist Anne Jeffers Mann. Er ist Architekt und erleidet zu Beginn der Geschichte einen Herzinfarkt, der wohl eigentlich tödlich hätte enden sollen .. Allerdings überlebt er, hat dann allerdings schreckliche Alpträume und verliert öfter einmal die Kontrolle über seinen Körper. Sind das die Nachwirkungen des Herzstillstandes? Oder steckt da doch etwas anderes dahinter?




"Blitze des Bösen" war für mich ein eher ungewöhnlicher Roman von John Saul, was vermutlich daran lag, dass ich bisher nur Bücher von ihm gelesen habe, in denen es um Kinder geht, die in den Sog des Bösen geraten. Nun geht es in diesem Werk allerdings hauptsächlich um einen Serienmörder, der hingerichtet wird, im Anschluss allerdings zurückkehrt und scheinbar weitermordet!

Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Zu Beginn setzt sich Saul auch erst einmal mit der Todesstrafe auseinander. Ist die Ermordung eines Mörder moralisch oder nicht? Was, wenn es sich dabei um einen Unschuldigen handelt? Fakt ist eins: Richard Kraven hat bis zum Schluss seine Unschuld beteuert.

Toll fand ich, dass auch der Leser erst einmal nicht weiß, ob Richard Kraven denn nun tatsächlich der gesuchte Serienmörder war. Dieses Spiel mit dem Ungewissen hat mich durch das erste Drittel de Buches rasen lassen. Fesselnd sind hier zudem die kleinen Wendungen und Überraschungen und natürlich auch die paranormale Seite des ganzen Geschehens!

Weniger positiv, ja fast schon ernüchternd, empfand ich die Charaktere, da es in dieser Geschichte leider kaum einen Sympathieträger gibt. Wir haben zwar tolle Sichtwechsel und ein paar interessante Nebencharaktere, aber für mich war leider niemand dabei, mit dem ich mitfiebern konnte! Enttäuschend fand ich leider auch den Polizisten oder vielmehr die Konstellation von dem Polizisten und Anne Jeffers!

Der Roman ist aber durchwegs spannend, wenn auch an einigen Stellen leicht vorhersehbar. Wir haben hier keinen echten Horror, nur ein paar eklige Szenen, die aber glücklicherweise doch recht kurz gehalten sind. Schade fand ich, dass auf die Geschichte des Serienkillers nicht näher eingegangen wurde. Das Ende war zwar passend, aber doch recht kurz. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen, auch wenn es wohl nicht zu meinen Lieblingen des Autoren gehören wird!




"Blitze des Bösen" ist ein interessanter Thriller, der mich die meiste Zeit gut unterhalten konnte! Enttäuschend waren für mich allerdings die Charaktere, die mir durchwegs unsympathisch waren und deshalb keinen Spielraum zum Mitfiebern boten. Mir haben andere Romane des Autoren deutlich besser gefallen!

Sonntag, 4. Februar 2018

[Rezension] Geschehnisse am Wasser - Kerstin Ekman

Titel: Geschehnisse am Wasser
Autor:  Kerstin Ekman
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2011
Anzahl der Seiten: 576
Cover und Inhaltsangabe © btb



"Mittsommer 1974: Eigentlich wollte Dan seine Freundin Annie Raft vom Bus abholen. Doch er taucht nicht auf. Allein irrt die junge Lehrerin mit ihrer Tochter durch die Gegend auf der Suche nach dem Mann, mit dem sie ein neues Leben beginnen wollte. Auf dem Weg bemerkt sie einen fremdländisch aussehenden Mann, und wenig später macht sie in den nordschwedischen Wäldern einen grausigen Fund: ein Zelt mit den Leichen zweier junger Menschen. 18 Jahre später sieht Annie ihre mittlerweile erwachsene Tochter in den Armen eines dunkelhaarigen Mannes, der ihr merkwürdig bekannt vorkommt. Kurz darauf ist Annie verschwunden."




Wieder mal gab es für mich einen Zufallsfund in einem Bücherschrank, der sich unglaublich interessant angehört hat. "Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman ist einer der meistgelesensten Romane Schwedens und hat anscheinend zahlreiche Preise gewonnen. Dies liegt wohl in erster Linie an Kerstin Ekmans Schreibstil, der doch recht ungewöhnlich ist.

Die Autorin beschreibt alles bis ins kleinste Detail. Und mit "alles" meine ich wirklich alles! Dabei ist sie sehr mutig und schlägt einen eigenen Weg ein, der mir allerdings so gar nicht gefallen hat. Alles wirkt furchtbar hochtrabend, so gewollt und doch irgendwie komplett leer. Ich weiß nicht ob ich im Geiste noch viel zu jung für das Buch bin, aber allein der Stil kam mir furchtbar altmodisch vor.

Am Anfang fand ich die zahlreichen Landschaftsbeschreibungen noch schön, irgendwann haben mich auch diese genervt. Das Buch besitzt keinen roten Faden, es schweift dauernd ab und verliert sich in nichtssagenden Handlungssträngen.




An dieser Stelle muss ich auf eine Beschreibung der Charaktere verzichten, denn alle wirkten so kühl und distanziert, dass ich niemanden so richtig kennengelernt haben. Obwohl Annie und ihre Tochter Mia im Klappentext erwähnt werden, ist ihre Rolle in der Geschichte doch recht klein. Durch einen Zufall finden sie die beiden Leichen und das war es schon.

Vielmehr steht Johann im Zentrum des Ganzen. Er flieht, natürlich auch ganz zufällig, am Tag des Mordes vor seinen Brüdern, die ihm im Brunnen eingesperrt haben. Irgendwie gelangt Johann dann, mit einem Aal, den er aus dem Brunnen rettet, zu einer Frau und einer sonderbaren Kommune/Sekte/Was-auch-immer.

Warum ich den Aal erwähne? Er war hier tatsächlich noch der interessanteste "Charakter" und ich denke, wenn ich mich an das Buch zurückerinnere, wird mir in erster Linie der Aal in Erinnerung bleiben und das Mysterium, was es nun eigentlich mit ihm auf sich hat.

Die restliche Story ist sehr fad und besitzt keinen roten Faden. Wir haben hier den Mord an einem Mann und einer Frau, beide bleiben für den Leser unbekannt, was recht problematisch ist. Wie soll ich bei einer Aufklärung mitfiebern, wenn ich keinerlei Verbindung zu dem Opfer habe? Ach richtig, in dem Buch soll es ja vorwiegend um die ganzen Menschen gehen, die unmittelbar daran beteiligt sind ...

Da haben wir dann einen Ermittler, der nicht mehr ermitteln darf, einen Arzt, der von seiner Frau verlassen wird und einen pubertierenden Jungen, der zum ersten Mal aus seinem gewohnten Umfeld herausbricht. Ein roter Faden existiert hier aber nicht und die Charaktere sind allesamt furchtbar langweilig. An vielen Stellen war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, aber ich dachte, dass ja irgendwas dran sein muss, dass dieser Roman einer der meistgelesensten Schwedens ist.

Leider hat mich auch das Ende nicht überzeugt. Hier hat die Autorin einen Plot-Twist erschaffen wollen, der für mich einfach nicht funktioniert hat. Schlimm genug, dass ich als Leser keine Verbindung zu den Opfern hatte, jetzt blieb auch der echte Mörder im Hintergrund verborgen. Das Buch hat sich für mich so gelesen, als wollte die Autorin eine Mischung aus sämtlichen Genres erzeugen, wir haben unpassende "Erotik", einen unwichtigen Kriminalfall, eine recht oberflächliche Charakterstudie und natürlich auch noch den Flair von unendlichen Landschaftsbeschreibungen. Für mich ein echter Flop!




"Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman war ein Buch, das ich von Anfang an nicht verstehen konnte. Sie hat zahlreiche Preise für diese Geschichte bekommen, die für mich keinen roten Faden besaß. Ihr Schreibstil war mutig und anders, aber viel zu hochtrabend und an vielen Stellen einfach nur inhaltslos. Für mich leider ein großer Flop!

Freitag, 2. Februar 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat Januar 2018

Das neue Jahr hat begonnen und der Januar stand für mich dabei ungewollt im Zeichen des Feuers. Neben einer interessanten Leserunde zu Stephen Kings "Feuerkind" gab es für mich einen Jugendthriller namens "Feuerschwester" und einen Horrorroman von Dean Koontz namens "Die Kälte des Feuers".

Ansonsten war der Monat magisch, hatte aber auch so seine spannenden Momente mit echt tollen Thrillern und Horrorgeschichten. Es war diesem Monat eine tolle Mischung der verschiedensten Genre, von Klassisch bis Sci-Fi, was mich tatsächlich überrascht hat. Besonders gefreut hat mich zudem die Veröffentlichung meiner Autorenkollegin Sandra Pulletz, die einen wundervollen Liebesroman herausgebracht hat!

Insgesamt bin ich mit dem Monat sehr zufrieden, auch wenn es doch viele Bücher gab, die eher durchschnittliche Kost waren.

Gelesen habe ich 13 Bücher gelesen!

- Roman - 

13 Stufen - Kazuaki Takano (5 von 5)
Ein Ire zum Verlieben - Sandra Pulletz (5 von 5)
Die Kälte des Feuers - Dean Koontz (4 von 5)
Das Feuerkind - Stephen King (3 von 5)


- Thriller -

Die Rivalin - Michael Robotham (5 von 5)
Mr. Monster (Band 2) - Dan Wells (4 von 5)


- Jugendbuch -

Magic Circle (Band 3), Hilferuf aus dem Jenseits - Isobel Bird (5 von 5)
Magic Circle (Band 2), Geheimnisvolle Offenbarung - Isobel Bird (4 von 5)
Bis(s) zur Mittagsstunde (Band 2) - Stephenie Meyer (4 von 5)


- Jugendthriller -

Feuerschwester - Emiko Jean (3 von 5)


- Spiele-Comic -

Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 02 - Die Moriarty-Akte (5+ von 5)


- Science-Fiction -

Bluescreen (Ein Mirador-Roman) - Dan Wells Titel: Bluescreen (2 von 5)


- Klassisches -

Die Abenteuer des Sherlock Holmes - Arthur Conan Doyle (5 von 5)



Cover © Hawkify


Hier muss ich einfach Laura aus "Ein Ire zum Verlieben" nennen. Sie ist eine starke Frau, die sich nach einer schmerzhaften Trennung erst einmal selbst finden muss. Ich fand sie sehr sympathisch, besonders ihre Leidenschaft fürs Fotografieren!



Cover © Reclam
Sherlock Holmes hat mich wieder einmal total in den Bann gezogen mit seinen abwechslungsreichen Fällen! Ich mag seine Art, auch wenn viele Leute ihn vielleicht für überheblich oder arrogant halten. Er bleibt sich allerdings selbst treu und es war interessant, in diesem Monat durch "Ein Skandal in Böhmen" auch mal eine andere Seite an ihm kennenlernen zu dürfen!

Cover © Schneider Buch


Meinen besten Buchmoment hatte ich in diesem Monat mit Cooper aus dem dritten Teil von "Magic Circle". Hier erfahren wir nämlich endlich mehr über sie und ich muss sagen, sie ist mein absoluter Lieblingscharakter aus der Reihe. Es war toll, mit ihr zusammen einen Mordfall zu lösen und mit einem Geist zu kommunizieren!

Cover © Goldmann


Atemlose Spannung hatte ich in diesem Monat mit "Die Rivalin" von Michael Robotham. Das Buch war für mich ein Psychothriller ganz nach meinem Geschmack mit einem sehr überraschendem Schlüsselmoment. Besonders faszinierend fand ich hier, dass der Autor es geschafft hat, tief in die Abgründe der menschlichen Seele zu tauchen und das Leben zweier Schwangerer Frauen von allen Seiten zu beleuchten!

Cover © Penguin Verlag



Die originellste Idee war für mich in diesem Monat "13 Stufen" von Kazuaki Takano. Der Autor beleuchtet hier die japanische Kultur in Bezug auf die Todesstrafe. Er bleibt kritisch, verurteilt aber keinerlei Meinungen. Krass fand ich an diesem Buch zudem die Auflösung auf dem letzten Seiten, die mich absolut geschockt hat. Hier musste ich erst mal schlucken und das Buch hat mich auf jeden Fall auch nach dem Lesen noch bewegt!

Und wie sah euer Januar aus? Seid ihr zufrieden mit dem ersten Lesemonat in diesem Jahr?