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Sonntag, 16. Oktober 2016

[Rezension] Anonym - Ursula Poznanski, Arno Strobel

Titel: Anonym 
Autor: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Genre: Thriller
Verlag: Wunderlich
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Ursula Poznanski: Saeculum, Erebos, Fünf, blinde Vögel
Arno Strobel: Der Trakt, Das Script, Das Dorf, Die Flut, Der Sarg, Das Rachespiel
Cover und Inhaltsangabe ©  Wunderlich




"Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...

Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums "Morituri". Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben..."




Von Arno Strobel wollte ich nach den letzten Enttäuschungen eigentlich kein Buch mehr lesen, denn ich komme mit seinem Schreibstil einfach nicht mehr klar. Auch das letzte Buch des Autorenduos zog einfach an mir vorbei, nachdem ich gehört habe, wie schrecklich die Auflösung ist. Von "Anonym" habe ich allerdings nun durchwegs Gutes gehört und so habe ich hier dem Autorenduo eine Chance gegeben.

Ich muss gleich sagen, dass dies ein recht typischer Thriller nach dem typischen Muster ist - was jetzt allerdings keine Kritik sein soll. Solche Thriller muss es wohl auch geben! Abwechselnd wir aus der Sicht von Nina und Daniel eine Geschichte eines Mörders erzählt, der im Internet über seine Opfer abstimmen lässt. Hin und wieder lassen die Autoren auch den Täter zu Wort kommen!

Am besten hat mir in diesem Buch die Sichtweise von Nina gefallen, denn hier entstand für mich mehr Spannung. Ich muss allerdings anmerken, dass ich kein großer Freund von Ermittlungsarbeit bin, was hier die Leser meines Blogs mittlerweile wissen sollten. Demzufolge war mir auch hier die ganze Seite aus Sicht der Polizei oftmals ein wenig eintönig. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack!




- Nina Salomon -

Nina wird die neue Partnerin von Daniel Buchholz und die beiden können sich von der ersten Sekunde an nicht wirklich gut leiden. Kein Wunder, dass Nina nicht im Team arbeiten will und lieber auf eigene Faust loszieht!

Nina empfand ich als interessanten Charakter, allerdings finde ich es in Büchern mittlerweile nicht mehr so originell, wenn auch das Privatleben der Ermittler beleuchtet wird und es dort natürlich ein traumatisches Erlebnis gab, das erst einmal in Szene gesetzt wird. Das führt zwar zu Nähe, aber dennoch wirft es mich immer wieder aus der Geschichte!

- Daniel Buchholz -

Die Sicht von Daniel fand ich zu Beginn etwas zäh. Als Charakter war er mir nicht sympathisch und die Entwicklungen zwischen ihm und Nina liefen mir etwas zu schnell ab. Da ich kein großer Freund von Ermittlern bin, kann ich hier auch wenig über unsere beiden Protagonisten sagen.




Die Grundidee von "Anonym" ist zwar nicht neu, aber dennoch aktuell und interessant. Das Internet bietet in der heutigen Zeit ja viele Plattformen und das Szenario, das dieses Buch schreibt, ist gar nicht so abwegig. Im Internet finden die Menschen Freiheit und eben die gewünschte Anonymität.

Ein wenig hat mich das Buch an "Der Totschläger" von Chris Carter erinnert, in der es allerdings eine Homepage gab, in denen die User über die Todesart abstimmen konnten. In "Anonym" werden allerdings vier mögliche Opfer zur Wahl gestellt und einer davon muss anschließend dran glauben. Klar, dass diese Seite innerhalb kürzester Zeit regen Anklang findet, denn wie sonst könnte man sich schnell von einem gehassten Mitmenschen entledigen?

Ursula Poznanski und Arno Strobel haben hier eine Geschichte verfasst, die zum Nachdenken anregt. Ist die Anonymität des Internets ein Segen oder ein Fluch? Verlieren wir dadurch vielleicht unser Gesicht?

Der Killer hier ist der Polizei lange Zeit voraus und das ist meiner Meinung nach eine Schwachstelle des Thrillers. Die sehr spannenden Momente wechseln sich mit den Alltagsproblemen und der Polizeiarbeit ab. Leider bleibt auch nicht viel Spielraum, was den Täter angeht, denn es wird früh klar, dass nur eine Nebenperson in Frage kommen kann! Hier hätten die Autoren ruhig noch andere Tatverdächtige präsentieren können! ;)

Trotz dieser Kritik muss ich aber sagen, dass mich das Buch unterhalten konnte. Ich bin schon lange ein Fan von Ursula Poznanski und auch wenn ich finde, dass die beiden vom Schreibstil nicht unbedingt harmonisieren, kann ich "Anonym" doch für einen schönen, kalten Herbstabend empfehlen!




Ein Buch mit kleinen Schwächen, das allerdings gut unterhält!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.








5 Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    ich habe mich für dieses Buch für die Leserunde bei Wasliestdu beworben und bin gespannt, ob ich gezogen werde. Ich habe von Poznanski selbst noch nichts gelesen, aber es wird eigentlich mal höchste Zeit! Irgendwann muss man doch mal anfangen. ;-) Und das Thema ist obendrein auch noch interessant.

    Liebste Grüße
    Steffi

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    1. Hi Steffi :D
      Stimmt, das Thema ist echt interessant und ich finde, Poznanski sollte man auf jeden Fall mal ausprobieren! :D Sie schreibt echt toll! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hallo Jessi,

    eigentlich wollte ich das Buch ja nicht mehr lesen/hören. Die Betonung liegt auf "eigentlich". Jetzt hast du mich wieder neugierig gemacht.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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