Seiten

Sonntag, 6. August 2017

[Rezension] Ein unerwarteter Gast - Agatha Christie

Titel: Ein unerwarteter Gast
Autor:  Agatha Christie
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: 2008
Anzahl der Seiten: 160
Cover und Inhaltsangabe © Fischer



"Ein Fremder verunglückt im dichten Nebel mit seinem Wagen und kommt auf der Suche nach Hilfe zu einem nahegelegenen Haus, in dem offensichtlich gerade ein Mord geschehen ist. Er überrascht dort eine Frau bei ihrem toten Mann - eine Pistole in der Hand. Ist sie tatsächlich die Mörderin oder spricht nur der Augenschein gegen sie? Versucht sie einen der übrigen Hausbewohner zu decken? Und welche Rolle spielt der unerwartete Gast bei der Lösung dieses Falles?"




Und wieder geht es mit einem Buch von Agatha Christie weiter. Ich weiß auch nicht, aber momentan sind ihre Bücher beinahe die einzigen, die mich etwas ablenken und in denen ich vollständig abtauchen kann.

"Ein unerwarteter Gast" ist zwar eine recht kurz, aber dennoch sehr intensive Geschichte mit so vielen unerwarteten Wendungen, dass ich beim Lesen den Mud nicht mehr zubekommen habe. Ich mag den Stil von Agatha Christie sehr gerne, eben weil sie kleine Hinweise einbaut, mich aber dennoch immer wieder auf die falsche Spur lenkt!

Viel über die Hintergründe dieser Geschichte, die Agatha Christie eigentlich als Bühnenstück verfasst hat, habe ich allerdings nicht herausgefunden! Interessant ist es, dass wir hier eine Geschichte ohne Hercules Poirot oder Miss Marple vorfinden.




- Michael Starkwedder -

Michael Starkwedder ist unserer "ungebetener Gast", der hier eine Autopanne hat und plötzlich in einen Mord gerät. Er hilft Laura Warwick, die ihm gesteht, ihren Mann umgebracht zu haben, einfach, weil er sie hübsch und interessant findet - so scheint es am Anfang jedenfalls. Doch hat sie wirklich etwas mit dem Mord zu tun?

Ich konnte Michaels Entscheidung, einer wildfremden Frau zu helfen, am Anfang nicht direkt verstehen, aber natürlich kommt alles anders, als man denkt und am Ende ergibt alles Sinn und Michael selbst war vielleicht gar nicht so unerwartet ...




Auf gut 160 Seiten ist "Ein unerwarteter Gast" von Agatha Christie eine Geschichte, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sie hat von Anfang an einen gewissen Bann und ist ein Kriminalfall der besonderen Art.

Allein das Ausgangsszenario ist ungemein spannend. Wir haben hier einen Mord und ich als Leser habe Laura Warwick tatsächlich geglaubt, dass sie ihren Mann getötet hat. Warum ein wildfremder Mann, der zufällig vorbeikam, ihr dann so bereitwillig hilft, alles auf jemand anderen zu schieben, fand ich zwar merkwürdig, aber ich konnte mir keinen Reim darauf bilden.

Geschickt wurde auch ich als Leser an der Nase herumgeführt, denn in dieser Geschichte gibt es so einige Wendungen und irgendwann kommen wir an einen Punkt, an dem es jeder gewesen sein könnte, denn ganz so wie es scheint, war der Hausherr nicht besonders beliebt.

Interessant fand ich, dass es hier auch darum geht, sich füreinander einzusetzen, aber im Zwiespalt dann die Gesetze zu haben. So ist da erst einmal unserer "unerwarteter Gast", der Laura Warwick bereitwillig hilft, aber es gibt noch so einige andere, die sich unwissend einer falschen Auffassung hingeben und Leute schützen, die sie gar nicht schützen müssten. In einem Beispiel wird auch deutlich, das diese "Treue" nur bis zu einem gewissen Punkt reicht.

Mit der Auflösung hätte ich auf jeden Fall nicht gerechnet und es lässt sich am einfachsten mit den Worten "Wow" beschreiben. Toll, wie viele Wendungen es gab und wie die Wahrheit dennoch erst am Ende herauskam. Ein echt toller Krimi!




"Ein unerwarteter Gast" ist ein Krimi mit zahlreichen Wendungen, mit einem genialen Plot und viel
Spielraum zum Miträtseln. Das Ende ist genial und hat mich sprachlos zurückgelassen. So müssen gute Krimis sein!






3 Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    die Rezension macht jetzt richtig Lust auf das Buch. Der Plot und die Überraschungen hören sich sehr vielversprechend an. Irgendwann ist bestimmt mal wieder ein Krimi aus dem Hause Christie dran.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Nicole :D

      Agatha Christie ist echt toll! Mir gefallen die alten Krimis mittlerweile echt besser als die aktuellen! Agatha Christies Bücher sind einfach so schön originell! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
  2. Die Romanumarbeitung ist vom literarischen Standpunkt miserabel - der Bearbeiter hat im Grunde nur ein paar Regieanweisungen in Erzähltext umgewandelt (und dies sehr unoriginell), darüber hinaus handelt es sich praktisch um das unveränderte Theaterstück. Dies allerdings ist sehr gelungen und vielleicht sogar ihr bestes, denn sie war wiederum eher eine Romanautorin als eine Dramatikerin.
    Man wird also in diesem Buch die wunderbaren ironischen Seitenkommentare vermissen, die in den meisten Romanen Christies zu finden sind. Wenn man darüber hinweg sieht, wird man mit einem spannenden Kriminalfall belohnt.

    AntwortenLöschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung
dieses Blogs.