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Dienstag, 7. Dezember 2021

[Rezension] Blutskinder - Sam Hayes

 


 Titel: Blutskinder

Autor:   Sam Hayes

Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsjahr: 2008
Anzahl der Seiten: 412
Cover: © Ullstein

Begonnen: 10.12.2021
Beendet: 14.12..2021




Momentan habe ich mich wieder etwas den Thrillern und vor allem auch Psychothrillern zugewandt, da diese doch gut zu der aktuellen düsteren Jahreszeit und auch meiner nicht wirklich vorhandenen Weihnachtsstimmung passen. "Blutskinder" war hier ein echte Überraschung, denn die Geschichte konnte mich von der ersten Seite an fesseln.

Zu Beginn lässt eine Mutter ihr Baby beim Einkaufen im Auto zurück und sieht bei ihrer Rückkehr, wie eine Gestalt mit der kleinen Natasha fortläuft. Die Mutter zerbricht an diesem Ereignis und wirkt auch Jahre später noch furchtbar verloren.

Im Fokus der Handlung steht nun aber Robert, der gerade erst zum zweiten Mal geheiratet hat. Seine Stieftochter Ruby soll auf eine neue Schule wechseln, doch ihre Mutter sträubt sich plötzlich, als sie eine Geburtsurkunde einreichen soll. Robert wird nun misstrauisch. Könnte es sein, dass Erin gar nicht Rubys Mutter ist? 

Neben Robert und der Mutter, der ihr Kind gestohlen wurde, gibt es in diesem Buch noch einen dritten, sehr aufwühlenden Strang. Hier bekommt ein 15-jährige Mädchen ein Baby und flieht schließlich, um sich der Großstadt allein durchzuschlagen. Ihre Geschichte geht wirklich unter die Haut und hat mich an vielen Stellen schlucken lassen.

Die Autorin besitzt einen sehr ruhigen Stil, der aber dennoch bewegt und vor allem zum mitfiebern und miträtseln einlädt. Mit Robert und seinem Misstrauen habe ich mich zwar etwas schwerer getan, vor allem, da er alles überstürzt und vollkommene kopflos handelt, aber dennoch symbolisiert er sehr schön einen Menschen, der auf den ersten Blick urteilt und sich einfach ein eigenes abild zurechtlegt.

Spannend ist hier natürlich die Frage, wer Erin wirklich ist und ob Ruby ihre leibliche Tochter sein kann. Ich fand es toll, wie sich nach und nach die drei Stränge miteinander verbinden und einige schockierende Details offenbaren. Nur Roberts Nachforschungen hätten gerne weniger füllend sein können.

Das Ende selbst konnte ich mir ab einem gewissen Punkt zwar schon zusammenreimen, aber dennoch bietet das Buch bis zum Ende einige Überraschungen und vor allem auch neue Blickwinkel. Für mich war "Blutskinder" daher ein wirklich starker und vielschichtiger Psychothriller, der zeigt, dass die Wahrheit oft tief vergraben liegt!


Endlich durfte ich wieder einmal einen Psychothriller lesen, der mich so richtig in den Bann gezogen und zum miträtseln, aber auch mitleiden animiert hat! Eine bittere Geschichte über Mütter, die ihre Kinder lieben und doch viele Fehler begehen ...

Ich vergebe 4 von 5.




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