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Montag, 22. Mai 2023

[Rezension] Nachtschwärmerin - Leila Mottley

 


Titel: Nachtschwärmerin

Autor:  Leila Mottley

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2022
Seitenzahl: 416
Cover: © Ecco Verlag
Begonnen: 28.04.2023
Beendet: 03.05.2023


Kiara ist gerade einmal siebzehn Jahre alt und lebt allein mit ihrem Bruder in einem heruntergekommenen Apartment. Verzweifelt versucht sie Arbeit zu finden um die Miete zahlen zu können, landet aus Verzweiflung dann aber in der Prostitution. Als dann die Cops ins Spiel kommen, wird sie Teil eines großen Skandalprozesses ...

"Nachtschwärmerin" zeichnet knallhart das Leben einer Siebzehnjährigen auf, die sich ohne Eltern durchschlagen muss. Ihr Bruder Marcus ist keine große Hilfe, denn er will Rapper werden und schmeißt jeden Job schnell wieder hin. Als sie mit einer Mieterhöhung zu kämpfen hat und sich gleichzeitig um den vernachlässigten Nachbarssohn Trevor kümmern muss, rutscht sie in die Prostitution ...

Sehr sensibel beschreibt die Autorin, die selbst erst siebzehn war, als sie begonnen hat, den Roman zu schreiben, wie unfair die Gesellschaft mit People of Color umgeht. Kiara ist selbst - wie sie später selbst erkennt - noch ein Kind, das eigentlich beschützt werden sollte, hier aber eiskalt von der Polizei ausgenutzt wird. Der sexuelle Missbrauch geht hier sehr nahe und ich musste an manchen Stellen echt schlucken.

Es ist allerdings - allein am Schreibstil - spürbar, dass "Nachtschwärmerin" ein Debütroman ist. Vieles schneidet die Autorin nur an und verliert sich manchmal in der Verzweiflung ihrer Protagonistin. Gerade die Beziehung zwischen Kiara und ihrem Bruder, aber auch die Vorgeschichte mit ihrer Mutter und ihrem Onkel werden dadurch nur oberflächlich behandelt. Dennoch zeigt dieser Roman sehr treffend, wie hart und unfair das Leben sein kann und wie wenig sich doch bisher verändert hat. So etwas wie Kiara erleben nämlich nach wie vor viel zu viele Mädchen und Frauen ...


Ein sensibler Roman über Armut, Prostitution und sexuellen Missbrauch, der kaum aktueller sein könnte. Auch wenn ich ein paar Probleme mit dem Schreibstil und einigen Hintergrundgeschichten hatte, empfehle ich das Buch gerne weiter!
Ich vergebe 4 von 5.




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