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Donnerstag, 9. April 2026

[Rezension] Und sowas nennt ihr Liebe - Marie Louise Fischer

 


 Titel: Und sowas nennt ihr Liebe

Autor:   Marie Louise Fischer

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 318
Cover: © Pavillon
Begonnen: 19.03.2026
Beendet: 23.03.2026


Jürgen Molitor steht vor Gericht. Er wird angeklagt, seinen besten Freund Gerd erschossen zu haben. Der Staatsanwalt ist sich sicher, dass der Auslöser für diese Tat ganz woanders liegt und genau hier setzt dieser Roman an. Als Leser werden wir Teil der Familie Molitor, in der jeder eigene Probleme hat und statt einander zu helfen wird ein unfassbare Druck aufgebaut. Ein Druck, an dem Heranwachsende schnell einmal zerbrechen.

Während Jürgen Probleme mit seiner nächsten Versetzung hat und sich zeitgleich verliebt, fällt seine Schwester Martina auf einen älteren Mann herein und muss damit auch allein fertig werden. Die Eltern der beiden haben nämlich ganz eigene Sorgen. Helmuth Molitor, der Vater, hat nicht nur eine Affäre, sondern wird auch erpresst und seine Frau spürt schon lange, dass sie nicht mehr geliebt wird. Alles in allem zeichnet Marie Louise Fischer hier das Bild einer Familie, in der es keinerlei Zusammenhalt mehr gibt und jeder ein eigenes Päckchen zu tragen hat.

"Und sowas nennt ihr Liebe" war nun mein zweites Buch von Marie Louise Fischer. Die Autorin habe ich erst im letzten Jahr durch einen Krimi entdeckt. Auch wenn ihr Schreibstil aus heutiger Sicht etwas verkrampft und auch eingestaubt wirken mag, gefiel mir die vorhandene Tiefe und Vielschichtigkeit. Obwohl alles wie ein Krimi beginnt, geht es letztendlich doch um eine zerbrochene Familie, die vor der Wahl steht, einander zu verlieren oder endlich mal zuzuhören und hinzusehen.

Das Cover selbst passt für mich überhaupt nicht zu der Geschichte und ich muss auch ehrlicherweise sagen, dass mir das Ende eine Spur zu positiv war. Kein Gericht würde in solch einem Fall wohl so entscheiden. Hier hätte ich mir eine realistischere Auflösung gewünscht und auch innerhalb der Familie hatte es gerne noch etwas mehr Verständnis geben können. Beispielsweise werden psychische Probleme angesprochen ohne jedoch hier nach einer Lösung odee gar echten Hilfe zu suchen. Marie Louise Fischers Bücher sind mir dennoch mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich freue mich schon jetzt auf das Nächste!



Ein älterer Roman, der wie ein Krimi beginnt, doch dann eine Familie durchleuchtet, in der es echte Liebe schon lange nicht mehr zu geben scheint ...

Ich vergebe 4 von 5.

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