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Samstag, 4. Juli 2026

[Rezension] Ein praktischer Mann - Anna Bergmark

 


Titel: Ein praktischer Mann

Autor:  Anna Bergmark

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 284
Cover: © Scherz

Begonnen: 02.06.2026
Beendet: 05.06.2026


Bengts Frau Eva verschwindet spurlos. Ist sie weggelaufen? Wurde sie entführt? Als die Polizei die Suche abbrechen muss, findet Bengt sich in einer tiefen Einsamkeit wieder und klammert sich beinahe panisch an seinek gewohnten Alltag. Er hält sich schließlich für einen praktischen Mann und ist daher bereit, mit dem Kapitel abzuschließen. Doch dann taucht eine Hellseherin auf, die genau zu wissen scheint, was mit Eva passiert ist.

"Ein praktischer Mann" von Anna Bergmark fokussiert sich auf das Innenleben eines Ehemanns und liest sich bis auf wenige Ausnahmen wie ein einziger Monolog, den er mit sich selbst führt. Bengt lässt keinerlei Gefühle zu. Er trauert nicht und seine Gedanken an Eva und auch an Frauen im Allgemeinen sind durchwegs sehr negativ. Das lässt den Leser natürlich schon früh erahnen, was wirklich mit Eva passiert ist.

Trotz dieser Vorhersehbarkeit geht das Buch in die Tiefe, denn Bengt ist gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Während er seinem gewohnten Ablauf folgt, schleicht sich die Einsamkeit in sein Leben. Interessant fand ich die Hellseherin, die auftaucht und die - genau wie der Leser - sofort erkennt, was in Bengt schlummert.

Viel Handlung besitzt das Buch nicht, denn es dreht sich im Grunde nur um die Kämpfe in Bengts Kopf. Es wird alles sehr ruhig und auch sehr langsam erzählt. Dies muss man mögen, denn einen Spannungsbogen besitzt das Buch nicht. Für mich hatte jede Seite dasselbe Lesegefühl ausgestrahlt. Schade ist, dass man Eva selbst nicht kennenlernen darf, es also nur Bengts eigene Ansichten zu hören gibt. Mitleid mit ihm zu haben ist schwer. Für mich war er schon ein sehr unangenehmer Protagonist. Das Buch selbst hebt sich dabei aber definitiv ab! 



Ein sehr ruhiger Roman, der sich fast wie ein einziger Monolog liest und dabei auf jeden Fall in die Tiefe geht.

Ich vergebe 4 von 5.

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