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Freitag, 31. Juli 2026

[Rezension] Wo waren Sie, Dr. Highley? - Mary Higgins Clark

   


Titel: Wo waren Sie,  Dr. Highley?

Autor:  Mary Higgins Clark

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 1992

Seitenzahl: 316
Cover: © Heyne 

Begonnen: 29.06.2026
Beendet: 01.07.2026


Mary Higgins Clark ist mit ihren Büchern fester Bestandteil meines Lebens, denn ihre Geschichten bieten solide und leicht zugängliche Unterhaltung - auch wenn sie selten Highlights sind.

In "Wo waren Sie, Dr. Highley" geht es um einen Arzt, der schon auf den ersten Seiten eine Leiche fortschaffen muss - dabei aber von der Richterin Katie, die zufällig gerade im Krankenhaus liegt, beobachtet wird. Der Täter selbst ist also von Anfang an bekannt, dennoch ist eine gewisse Spannung durch die sehr kurzen Kapitel weiterhin vorhanden.

Mir gefiel das Krankenhaus als Schauplatz und auch der kleine Einblick in die Welt der Medizin, auch wenn das, was Dr. Highley hier tut, wohl in der Realität nicht machbar ist. Es besitzt allerdings einen guten Unterhaltungswert. Mary Higgins Clark hätte hier aber auch gerne mehr Wissen einbauen können.

Weniger gefallen hat mir die Tatsache, dass der Arzt hier viel zu viele Beweise hinterlässt und alles viel zu offensichtlich erscheint. Das ganze Puzzle lässt sich relativ leicht zusammensetzen und Katie war mir in vielerlei Hinsicht zu naiv. Ich verstehe nicht, wieso Frauen in solch älteren Werken immer so schwach dargestellt werden müssen ...



Pure Durschnittskost von Mary Higgins Clark. Für zwischendurch nicht schlecht, da die kurzen Kapitel einen schnellen Zugang ermöglichen, aber ansonsten fehlt einiges, damit diese dünne Story in Erinnerung bleibt ...

Ich vergebe 3 von 5.

Donnerstag, 30. Juli 2026

[Rezension] Die Wahrheit, wie Delly sie sieht - Katherine Hannigan

  


Titel: Die Wahrheit, wie Delly sie sieht

Autor:  Katherine Hannigan

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2015

Seitenzahl: 304
Cover: © dtv

Begonnen: 28.06.2026
Beendet: 30.06.2026


Delly kann einfach nichts dagegen tun, dass sie immer wieder aneckt und Ärger macht. Nun droht sie sogar von der Schule zu fliegen, wenn sie sich nicht endlich ändert. Zum Glück ist da plötzlich die neue Mitschülerin namens Ferris, die nicht spricht und sich nicht anfassen lässt. Es beginnt eine Freundschaft, die keine Worte braucht und die zeigt, wie leicht Akzeptanz doch sein kann ...

Ich empfand Delly als sehr interessante Protagonistin, die mit ihren kreativen Wortschöpfungen auch einen gewissen Humor mit hineinbringt. Mehr noch gefiel mir aber Ferris, die eine unfassbare Ruhe ausstrahlt und gleich mehrere Kinder wie magisch anzieht. Hier zeigt sich schön, dass eine Freundschaft keine Worte benötigt. Die Kinder halten wie selbstverständlich zusammen und verurteilen Ferris nicht. 

Das Buch ist sehr positiv, sieht man von der Vorgeschichte von Ferris ab, die man als erwachsener Leser sicherlich sehr früh schon erahnen kann. Durch die sehr kurzen Kapitel fehlte es mir allerdings ein wenig an Tiefe. Gerade zum Ende hin wird vieles zu schnell erzählt und für mich stand Delly auch zu sehr im Mittelpunkt. Gerne hätte ich auch einmal alles aus Ferris' Sicht erfahren.

Mir hat dieses sensible Buch, das von mehreren sehr unterschiedlichen Kindern, die zueinander finden, erzählt, von der Botschaft dennoch sehr gefallen. An Ferris werde ich wohl noch länger zurückdenken!

 


Ein sensibler Jugendroman, der zeigt, wie leicht Freundschaften entstehen, wenn man einander einfach so akzeptiert wie man ist!

Ich vergebe 4 von 5.

Mittwoch, 29. Juli 2026

[Rezension] Gottlos - Karin Slaughter

  


Titel: Gottlos

Autor:  Karin Slaughter

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 512
Cover: © Rowohlt 

Begonnen: 25.06.2026
Beendet: 29.06.2026

Da mich Karin Slaughter vor einiger Zeit mit "Die falsche Zeugin" wieder daran erinnert hat, wie gerne ich sie in meiner Jugend gelesen habe, griff ich nun zu "Gottlos", das allerdings Teil einer Serie rund um die Ermittler von Grant County ist.

Der Fall selbst ist interessant, denn es geht um ein Mädchen, das lebendig begraben wurde. Die Spur führt schnell zu einer religiösen Farm, auf der Abby zuvor gelebt hat und es wird klar, dass die Wahrheit hinter dem Mord dort verborgen liegt.

Ich kenne die vorherigen Teile nicht, habe aber gespürt, dass hier einige Geschichten der Ermittler und auch der Gerichtsmedizinerin Sara fortgesetzt werden. So geht es um ihre Beziehung zu dem Chief Jeffrey, die nach einem Seitensprung neu entflammt, obwohl noch einiges zwischen ihnen steht. Zeitgleich wird auch von der Polizistin Lena erzählt, die von ihrem Freund geschlagen wird. Diese ganzen privaten Probleme lenken stark vom eigentlich Fall ab.

"Gottlos" war für mich kein echter Thriller, denn es gab so gut wie keine Spannung. Die Ermittlungen innerhalb der Sekte liefen sehr ruhig ab und bestanden im Grunde nur aus Gesprächen, die zeigen sollten, wie fanatisch die Gemeinschaft ist. Mir fehlte hier auch das Originelle, denn irgendwie lag das Motiv für den Mord dadurch auch schnell auf der Hand.

Dieses Buch hat mir mal wieder klar gezeigt, wieso ich mit Ermittlerkrimis selten etwas anfangen kann. Die ganzen klischeehaften Probleme, die zu sehr vom eigentlichen Fall ablenken, langweilen mich. So war es für mich auch hier schwer, bis zum Ende am Ball zu bleiben. Eine echte Wendung gab es hier leider auch nicht. Das Buch hat sich für mich leider nicht gelohnt. 


Für mich war "Gottlos" wieder einmal ein typischer Ermittlerkrimi, in dem die persönlichen Probleme zu sehr vom eigentlichen Fall ablenken. Die breite Masse an Lesern scheint das zu lieben, mich langweilt es zu Tode ...
Ich vergebe 2 von 5.

Montag, 27. Juli 2026

[Rezension] Das Labyrinth der träumenden Bücher - Walter Moers

  


Titel: Das Labyrinth der träumenden Bücher 

Autor:  Walter Moers

Genre: Fantasy

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 432
Cover: © Knaus

Begonnen: 24.06.2026
Beendet: 28.06.2026


Da mich "Die Stadt der träumenden Bücher" regelrecht umgehauen hat, wollte ich direkt in die Fortsetzung eintauchen, was bei mir - als Leser, der keine Reihen mag - absolut selten ist. Die Geschichte spielt nun 200 Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Band. Hildegunst von Mythenmetz ist nun ein gefeierter Schrifsteller, hat jedoch seine Inspiration verloren und schreibt ohne echte Leidrnschaft. Als er einen Brief mit einem schlechten Manuskript und einer eindeutigen Botschaft bekommt, macht er sich auf den Weg nach Buchhaim, das nach dem Brand neu errichtet wurde.

Vom Stil und der Sprache besitzt diese Fortsetzung auf jeden Fall dasselbe Niveau wie der Vorgänger und auch die Illustrationen haben mir wieder gut gefallen. Leider ist die Handlung in diesem Buch wirklich sehr dünn und ein echtes Abenteuer erwartet den Leser hier leider auch nicht. Stattdessen erkunden wir Buchhaim und werden praktisch mit Fakten bombardiert.

Sehr ausschweifend wird auch der Puppetismus behandelt. Mythenmetz scheint - wie es sich für einen Autor gehört - regelrecht besessen von dem Thema zu sein. In seinem Nachwort entschuldigt sich der Autor selbst für die Ausschweifungen, aber irgendwie hat es für mich dennoch meine Euphorie für Zamonien etwas gedämpft.

Eigentlich ist es recht sympathisch und menschlich, dass dieser Teil nun so viele Schwächen aufweist. Das passt sogar ganz gut zu einem Schriftsteller, der die Inspiration und Liebe zum Schreiben verloren hat. Ich war von diesem Buch aber dennoch sehr enttäuscht, besonders da die Geschichte wohl erst im dritten Teil, den ich nicht besitzte, wirklich beginnt und mir hier alles recht leblos vorkam ...




Leider besitzt der zweite Band kein echtes Abenteuer und beschäftigt sich nur mit Buchhaim und dem Puppetismus und das auf sehr trockene, leblose Art. Schade!

Ich vergebe 3 von 5.

Sonntag, 26. Juli 2026

[Spontane Leserunde] Das Mädchen mit dem Perlenohrring - Tracy Chevalier

 


Und weiter geht's in diesem Sommer, der spontanen Leserunden. Dieses Mal lesen meine Autorenfreundin Sandra Pulletz und ich "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Tracy Chevalier und tauchen somit in die Hintergrundgeschichte eines bekannten Kunstwerks ein. Wir sind gespannt. Wer mit einsteigen will, ist wie immer herzlich willkommen!

Leseabschnitte:

1. Abschnitt - 1664

2. Abschnitt - 1665

3. Abschnitt - 1666

4. Abschnitt - 1676


Ich wünsche uns wie immer sehr viel Freude!


Samstag, 25. Juli 2026

[Rezension] Fear Street - Spiel des Schreckens

 


Titel: Fear Street - Nacht der Vergeltung (Doppelband, enthält: "Risiko" und "Lampenfieber")

Autor:  R. L. Stine

Genre: Grusel

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 302
Cover: © Loewe

Begonnen: 22.06.2026
Beendet: 25.06.2026


Es ging für mich in dieser Woche erneut nach Shadyside und in die Fear Street, denn die Geschichten sind nach wie vor eine gute Inspiration für meine eigenen Werke. Erneut handelt es sich hierbei um einen Doppelband mit zwei älteren Werken, die ich in meiner Jugend bereits gelesen habe.

"Risiko" handelt von einem erschreckenden Körpertausch. Nicole ist, nachdem sie von ihrem Freund verlassen wurde, mit ihrem Leben nicht mehr zufrieden und so lässt sie sich auf den Vorschlag ihrer besten Freundin Lucy ein. Die beiden tauschen die Körper und damit beginnt ein wahrer Albtraum für Nicole, denn sie findet Lucys Eltern tot in ihrem Haus. R.L. Stine jagt den Leser förmlich durch diese Geschichte, die ich auch beim zweiten Lesen nach all den Jahren wieder verschlungen habe. Zwar konnte ich mich an das Ende noch erinnern, aber dennoch halte ich diese Geschichte für einen unfassbar starken Psychothriller für Jugendliche!

"Lampenfieber" ist hingegen ein echter Klassiker der Reihe. Selena ist der Star im Schultheater und es ist klar, dass sie auch dir Hauptrolle in "Romeo und Julia" bekommen wird. Doch dann schickt ihr jemand unheimliche Botschaften und bei den Proben kommt es zu einigen erschreckenden Vorkommnissen. Diese Geschichte liebe ich noch immer sehr, denn sie beinhaltet alles, was einen guten Jugendthriller ausmacht. R.L. Stine beendet beinahe jedes Kapitel mit einem Cliffhanger und lässt alle Charaktere verdächtig erscheinen.

Mich hat auch dieser Doppelband wieder begeistert, Inspiriert und vor allem sehr nostalgisch gestimmt. Ich kommte von Shadyside und der Fear Street genauso wenig los wie vor Rainfield. Es ist nach wie vor toll, in den Büchern eine echte Quelle der Inspiration zu finden!


Ein weiterer Doppelband mit zwei sehr starken und auxh recht unterschiedlichen Teilen der Reihe. Einfach Klasse!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 23. Juli 2026

[Rezension] Die Stadt der träumenden Bücher - Walter Moers


 Titel: Die Stadt der träumenden Bücher 

Autor:  Walter Moers

Genre: Fantasy

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 464
Cover: © Piper



Begonnen: 21.06.2026
Beendet: 24.06.2026


Zum Start meines neuen Lesetagebuchs habe ich mir ein Buch ausgesucht, bei dem ich schon im Gefühl hatte, dass es ein einzigartiges Leseerlebnis sein wird. Tatsächlich erwartete mich ein echtes Abenteuer, das mit jedem Umblättern neue Überraschungen offenbarte und mich noch tiefer in meine geliebte Welt der Bücher hineinzog.

Walter Moers hat mit Zamonien eine Welt erschaffen, die jeder Leser einfach lieben muss. Gemeinsam mit dem Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz reisen wir nach Buchhaim, um uns auf die Suche nach dem Verfasser eines geheimnisvollen und viel zu perfekten Manuskript zu begeben. Hildegunst muss dabei einige Gefahren bestehen und das unterirdische Labyrinth überleben, in dem nicht nur Buchlinge, Bücherwurm und Harpyre lauern, sondern auch noch der Schattenkönig auf ihn wartet. 

Mich hat dieser detaillierte Welt, in der aich alles um Literatur dreht, direkt in den Bann gezogen. Die Illustrationen sind stimmig und ziehen den Leser immer tiefer in die Geschichte hinein, von der ich hoffe, dass sie niemals zu Ende gehen wird. Walter Moers Umgang mit Worten hat mich umgehauen und bei mir ein ähnliches Gefühl erzeugt wie das rätselhafte Manuskript, denn ich habe mih gefragt, ob ich als Schriftstellerin jemals auch nur ansatzweise dieses Niveau erreichen könnte.

Der Autor lässt nicht nur die zahlreichen Orten, die Hildegunst besucht, lebendig werden, sondern auch die skurillsten Geschöpfe. Sein Ideenreichtum scheint nahezu grenzenlos zu sein. Für mich war "Die Stadt der Träume Bücher" ein großes Highlight und so stark, dass ich direkt in den zweiten Band eintauchen möchte, weil ich Zamonien bereits vermisse!




Ein einzigartiges Leseerlebnis, bei dem man saß Gefühl hat, mit jedem Umblättern tiefer in die Geschichte hineingezogen zu werden. Ein Meisterwerk, das jeder gelesen haben sollte, der Literatur liebt!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.

Dienstag, 21. Juli 2026

[Spontane Leserunde] Foulspiel - Angela Gerrits


Da meiner lieben Autorenkollegin Sandra Pulletz und mir spontane Leserunden zu liegen scheinen, geht es nun mit einem Jugendkrimi für uns weiter. Wer mag, darf gerne einsteigen. 

Ich wünsche uns abermals viel Spaß und eine angenehme Unterhaltung!

Leseabschnitte

1. Abschnitt - Kapitel 1 bis Kapitel 6

2. Abschnitt - Kapitel 7 bis Kapitel 10

3. Abschnitt - Kapitel 11 bis Kapitel 15

4. Abschnitt - Kapitel 16 bis Ende 

[Rezension] Mary Wolf - Cynthia D. Grant

 


Titel: Mary Wolf

Autor:  Cynthia D. Grant

Genre: Roman, Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenzahl: 262
Cover: © Middelhauve

Begonnen: 19.06.2026
Beendet: 22.06.2026


"Mary Wolf" von Cynthia D. Grant beschäftigt sich mal auf ganz andere Art und Weise mit der Suche nach dem eigenem Zuhause. Mary, die schon viel zu lange mit ihren Eltern und ihren Schwestern in einem Caravan durch Amerika reist, sehnt sich nach einem festen Ort, Sicherheit und einer Zukunft. Doch ihr Vater verliert immer wieder seinen Job und ihre Mutter ist hochschwanger. Die Familie wächst und die Probleme werden immer größer ...

Ich finde alternative Lebensentwürfe ja sehr spannend und liebe es selbst, umherzuziehen, doch in diesem Werk geht es eher um den Wunsch, sesshaft zu werden und ein Leben wie alle anderen zu führen. Ich konnte Mary, die das ziellose Umherreisen leid ist, tatsächlich verstehen, denn frei ist das Leben, das sie mit ihren Eltern führt, nicht. Es ist spürbar, dass keine eigene und damit freie Entscheidung dahintersteckt. Der Vater besitzt keine Perspektiven mehr und die Mutter akzeptiert dies einfach, weil sie denkt, keine Wahl zu haben. 

Mich hat das Buch überaschenderweise stark mitgenommen und aufgewühlt, weil es immer weiter bergab mit der Familie geht und sie dabei auch einander immer mehr verlieren. Gleichzeitig sind sie durch ihr Landstreicherleben aber auch miteinander verbunden und können als Individuen gar keinen eigenen Weg einschlagen. Mary bleibt als einzige wirklich hoffnungsvoll, auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt. Sie lernt, erwachsen zu sein und schließlich auch eigene Entscheidungen zu treffen.

Das Ende hat mich geschockt, obwohl bereits spürbar war, dass es irgendwann eskalieren muss, da niemand wirklich glücklich in diesem Buch ist. Obwohl viele Ansichten so weit von meinen entfernt sind, konnte mich die Geschichte mitreißen und berühren. Ein starkes Werk!


Ein starkes Werk über ein Mädchen, das ihrer Familie durchs ganze Land folgt, aber selbst von einem anderen Leben und einem Zuhause träumt!

Ich vergebe 5 von 5.

Sonntag, 19. Juli 2026

[Rezension] Der Mann von nebenan - Amelie Fried

 


Titel: Der Mann von nebenan 

Autor:  Amalie Fried

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 336
Cover: © Heyne (zum Welttag des Buches)

Begonnen: 19.06.2026
Beendet: 21.06.2026


Vor ein paar Jahren konnte mich "Paradis" von Amelie Fried leider nicht so recht überzeugen, doch nun war ich bereit, der Autorin noch einmal eine Chance zu geben.

Ähnlich wie in "Paradies" geht es auch in "Der Mann von nebenan" hauptsächlich um sehr frustrierte Menschen und um einen typischen Nachbarsschaftsstreit. Kate zieht nach ihrer Scheidung in das Haus von einem alten Freund. Den Nachbarn Matuschek findet sie eigentlich ganz nett, auch wenn er es mit Ordnung und Gesetzen sehr genau nimmt. Doch dann geraten die beiden aneinander, Matuschek zieht Kate vor Gericht und sie verbündet sich mit anderen frustrierten Frauen aus der Nachbarschaft, um es dem verhassten Nachbarn endlich heimzuzahlen.

In "Der Mann von nebenan" geht es im Grunde um die Dinge, vor denen ich im echten Leben geflohen bin. Matuschek symbolisiert den klassischen und sehr spießigen Nachbarn, der seine gesamte Freizeit damit füllt, alles anzuprangern, was sich seiner Meinung nach nicht gehört und nicht den deutschen Gesetzen entspricht. Kate als frustrierte, gerade geschiedene Frau hat selbst nun genug Zeit, um in den Nachbarschaftskrieg einzusteigen. 

Für mich sind Nachbarn wie Matuschek ja der absolute Albtraum und ich verstehe nach wie vor nicht, wie man seine Lebenszeit mit solchen Dingen verschwendet kann. Verbitterte Menschen gibt es in diesem Roman viele und das macht die Geschichte ein wenig eindimensional. Kate lässt sich auch nur schwer als sympathisch beschreiben und auch die anderen Frauen sind einfach nur gefrustet. Zum Glück ist der Unterhaltungswert dieses Buch doch so hoch, dass dich dies etwas ausgleicht.

Mir hat dieses Werk deutlich besser gefallen als "Paradies", weil es als Leser doch eine gewisse Genugtuung verschafft, dass der Nachbar schließlich das bekommt, was er verdient. Mir gefiel auch die sehr chaotische und im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilte Herangehensweise der Frauen sehr. Das erzeugt einen passenden Humor, der mich durch die Geschichte getragen hat. Es handelt sich hierbei eher um eine leichte Kost ohne echte Tiefe, aber mit einem ganz guten Unterhaltungswert! Als Krimi sollte man das Buch allerdings nicht lesen!



Eine leichte Kost, die - wenn man die eindimensionalen Charakter ausblenden - zumindest einen guten Unterhaltungswert besitzt!

Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 18. Juli 2026

[Rezension] Zonenkinder - Jana Hensel

  


Titel:  Zonenkinder 

Autor:  Jana Hensel

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 176
Cover: © Rowohlt

Begonnen: 17.06.2026
Beendet: 20.06.2026


Ich bin ja selbst in einem Ort aufgewachsen, der direkt an der früheren Grenze lag. Die Grenzwachtürme kenne ich noch als Lost Place und gelebt habe ich tatsächlich meine gesamte Kindheit und Jugend in einem typischen DDR-Neubau. So bin ich immer noch stark mit dem Thema verbunden und lese in Büchern auch immer wieder sehr gerne darüber.

In einer gemeinsamen Leserunde haben wir uns daher mit "Zonenkinder" in die Zeit nach dem Mauerfall begeben. Die Autorin erzählt hier recht trocken von den Veränderungen und erinnert sich an vieles, was sie in der DDR geliebt hat und nun schmerzlich vermisst. Dabei springt sie nicht nur thematisch immer hin und her, nein, auch zeitlich weiß man irgendwie nie, in welchem Jahr sie sich gedanklich gerade befindet.

Ohne Vorwissen lässt sich das Buch zudem sehr schwer lesen. Sie ballert nämlich mit DDR-Begriffen förmlich um sich ohne irgendwelche Erklärungen abzugeben. Dem Buch fehlt es an Struktur und Tiefe. Natürlich sind es hier die Erinnerungen eines Kindes, das gedanklich noch in der DDR gefangen bleibt und gelernt hat, alles und jeden aus Westdeutschland zu verteufeln, doch dennoch hat man das Gefühl, dass die Autorin alles abwerten will, was ihr selbst nicht gefällt und dabei im Namen aller "Zonenkinder" und damit einer ganzen Generation spricht. Gerade der abwertende Ton und die Verallgemeinerungen darüber, dass in Westdeutschland ja alle reiche Schnösel sind, haben mir gar nicht gefallen.

Die abgedruckten Bilder aus der DDR-Zeit werten das Buch zwar ein wenig auf, doch letztendlich blieb ich mit dem Eindruck zurück, dass hier nur oberflächlich auf die DDR geblickt wird und es vielmehr um die Grenze geht, die noch viel zu lange im Kopf der Autorin vorhanden blieb ...



Ein sehr oberflächlicher, viel zu wertender unf trockener Einblick in die Zeit der DDR und der Wende. 

Ich vergebe 2 von 5.

Freitag, 17. Juli 2026

[Rezension] Vertrau mir, wenn du kannst - Judith Kelman

   


Titel:  Vertrau mir, wenn du kannst

Autor:  Judith Kelman

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 395
Cover: © Bechtermünz

Begonnen: 16.06.2026
Beendet: 19.06.2026


Ich liebe es ja, alte und sehr unbekannte Bücher zu entdecken, zu denen man nur schwer Rezensionen findet. Solch ein Buch war nun auch "Vertrau mir, wenn du kannst" von Judith Kelman, bei dem nicht einmal der Klappentext so recht andeutet, welche Art von Geschichte und welches Genre geboten wird.

Neben der rätselhaften Geschichte einer Frau, die auf einer Insel lebt und in ein leeres Kinderbett starrt, wird von Bethany Logan erzählt, die sich an einer Schule um Kinder mit einer Lernbehinderung kümmert. Eins dieser Kinder ist Pip, der sie abgrundtief zu hassen scheint und keine Gelegenheit auslässt, ihr das auch zu zeigen. Leider ist Pip der Sohn vom Schuldirektor, weswegen auch Beschwerden nichts bringen.

Bethany findet nun heraus, dass mit Pips Herkunft etwas nicht stimmt und erfährt dann von einem Jungen namens Ethan, der einst von einer Insel entführt wurde. Da ihr niemand diese Geschichte glauben will, bringt sie den Jungen kurzerhand selbst auf die Insel zurück und erlebt dort dann einen wahren Albtraum.

Zu Beginn war dieses Werk sehr eindringlich, denn gerade das Thema rund um die Kinder, die sich langsamer entwickeln als andere Gleichaltrige, wird sehr sensibel eingebaut. Bethany empfand ich als spannende Protagonistin, auch wenn ich ihre Gedankengänge nicht immer nachvollziehen konnte. Sie entführt den Jungen nun nämlich selbst, um ihn zu einer Familie zu bringen, in die er vielleicht gar nicht hineinpasst.

Leider hat sich das Buch für mich etwas verloren, als es für Bethany und den Jungen auf die Insel ging. Die Charaktere dort sind interessant, aber mit dem Ende beziehungsweise der Auflösung konnte ich nichts anfangen. Ich bin mir auch recht unsicher, in welches Genre ich das Buch einordnen würde. Es ist weder so recht ein Krimi noch ein Psychothriller, denn dafür ist die Handlung zu glatt und geradlinig ...



EIn Buch, das sehr eindringlich beginnt, sich aber irgendwann verliert und ein Ende besitzt, mit dem ich nichts anfangen konnte!

Ich vergebe 3 von 5.