Titel: Der Sündenbock
Autor: Daphne du Maurier
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1959
Seitenzahl: 443
Cover: © Bertelsmann
Begonnen: 30.06.2026
Beendet: 03.07.2026
Seit "Rebecca", das tatsächlich eins meiner Lieblingsbücher geworden ist, bin ich großer Fan von Daphne du Maurier und sehr begeistert davon, wie vielfätig ihre Werke doch sind. "Der Sündenbock" handelt von zwei Männern, die sich zufällig treffen und sich so ähnlich sehen, dass sie ihre Leben tauschen.
Ganz freiwillig läuft dieser Tausch allerdings nicht ab. Der Engländer John, der aktuell sehr einsam ist und nichts mit seinem Leben anzufangen weiß, erwacht in Jeans Hotelzimmer in der Kleidung seines Doppelgängers. Er erfährt nicht nur, dass Jean ein französischer Graf ist und eine riesige Familie besitzt, sondern taucht auch noch immer tiefer in den Grund dafür ein, wieso Jean sein Leben so einfach aufgibt.
Ich habe nun schon etliche Geschichte über solche Doppelgänger gelesen, die miteinander tauschen, doch nach wir vor finde ich das Thema sehr spannend. John erkennt relativ schnell, wie schwierig das Verhältnis innerhalb der Familie ist, denn Jean hatte Affären und zudem ein großer Lügner. Interessant ist hier, dass John auf seine eigene, ruhige und ehrliche Art versucht, Herr über das ganze Chaos zu werden. Hier zeigt sich, wie unterschiedlich die Männer doch sind und wie schwer es ist, die eigene Identität abzulegen, wenn man in eine andere Rolle schlüpft. Im Grunde blitzt der wahre Charakter immer durch.
"Der Sündenbock" ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer und vielschichtiger Roman. Nur das Ende empfand ich dann als viel zu unbefriedigend und deprimierend. Es mag zu Johns Charakter passen, aber es wäre doch schön gewesen, wenn er auch etwas mehr Selbstbewusstsein aus der ganzen Geschichte mitgenommen hätte! Interessant wäre zudem sicherlich auch einmal ein Kapitel aus Jeans Sicht gewesen, der zur selben Zeit ja auch Johns Leben zerstört hat.



