Titel: Die Insel der nackten Frauen
Autor: Inger Frimansson
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2004
Seitenzahl: 379
Cover: © btb
Begonnen: 02.09.2026
Beendet: 04.09.2026
Im vergangenem Jahr habe ich Inger Frimansson durch "Die Katze, die nicht sterben wollte" für mich entdeckt. Der originelle Roman besaß Tiefgang und Atmosphäre. Nun durfte ich mein zweites Buch der Autorin lesen.
"Die Insel der nackten Frauen" handelt von dem Kriminalschriftsteller Tobias, der auf den Hof seines Vater zurückkehrt, um seiner Stiefmutter zur Hand zu gehen. Dabei fühlt er sich gleich zu Sabina hingezogen und irgendwann kann er sich leider nicht mehr zurückhalten. Allerdings werden die beiden beobachtet ...
Ich liebe Autoren als Protagonisten in Büchern eigentlich sehr, da ich mich gut mit ihnen identifizieren kann. Mit Tobias hatte ich von Anfang an aber Probleme, vor allem da er mir auf den ersten Seiten zu oft das Wort "normal" benutzt. Ich hatte bei ihm das Gefühl, dass er kein echter Künstler ist, der in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Besonders Sabinas geistig behinderten Sohn verurteilt er - genau wie viele andere es in diesem Buch tun - sehr schnell.
Die Handlung nimmt erst Fahrt auf, als es zu einem Mord kommt. Inger Frimanssons Stil hat mir abermals gut gefallen und auch die Nebencharaktere wie Tobias Freundin und auch der Vater sind gut gezeichnet. Leider schafft es das Buch aber nicht so recht, Tiefgang zu entwickeln.
Auch die titelgebende Insel kommt nur am Anfang kurz vor, hat aber im Grunde überhaupt keinen Bezug zur Geschichte. Zum Ende hin gibt es zwar noch einige starke Momente, in denen die Abgründe in den Charakteren offensichtlich werden, aber vom Hocker reißen konnte mich dieses Buch leider nicht.




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