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Mittwoch, 15. April 2026

[Rezension] An einem Tag im November - Petra Hammesfahe

 


Titel: An einem Tag im November

Autor:   Petra Hammesfahr

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2016

Seitenzahl: 510
Cover: © Diana
Begonnen: 24.03.2026
Beendet: 27.03.2026


Petra Hammesfahr begleitet mich schon seit meiner Jugend. Mittlerweile habe ich also schon etliche Bücher von ihr gelesen und kenne natürlich auch ihren Stil, in dem sie oft sehr weit ausholt, um sehr viele Stränge erst parallel laufen zu lassen und erst am Ende die Schnittpunkte anzusteuern. Auch in "An einem Tag im November" gibt es sehr viele Geschichten, die sich erst im späteren Verlauf verbinden.

Im Mittelpunkt steht hier tatsächlich die Suche nach einem vermissten Kind. Die kleine Emilie ist verschwunden und Verdächtige gibt es direkt viele und ebenso viele Mutmaßungen von der Polizei. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir die Ermittlerabschnitte in diesem Buch gar nicht gefallen haben. Klinkhammer selbst stellt fast nur Vermutungen an, hat keinerlei Beweise und demnach auch keine einzige Spur. Erst ein Zufallsfund bringt ihn dann nach sehr viel Herumgerate der Wahrheit näher.

Gefallen haben mir hingegen die unterschiedlichen Themen, die Petra Hammesfahr hier anspricht. Da ist zum Beispiel die Mädchengang namens "Trio Infernale" mit den zwei gefürchteten russischen Mädchen, die nicht nur an ihrer Schule Angst und Schrecken verbreiten. Keiner scheint die Gruppe aufhalten zu können.

Auch die Familie von Emilie wird beleuchtet und hier zeigt sich besonders die Überforderung der Mutter. Mir fehlte bei Anne jedoch echte Trauer. Für mich hat sie nicht wie eine Frau reagiert, die gerade ihr Kind verloren hat.

Letztendlich holt Petra Hammesfahr aber viel zu weit aus. Am Ende zeigt sich doch, dass viele Stränge eigentlich nicht dazu beigetragen haben, die Story voranzutreiben. Vieles wirkt gerade zum Ende hin sehr unwichtig. Ich hätte es besser gefunden, wenn die einzelnen Charaktere mehr Tiefe gehabt hätten und der Unfang des Geschehens etwas minimiert worden wäre. Für mich ist "An einem Tag im November" nicht der stärkste Roman der Autorin, aber auch nicht ihr schlechtester.


Viele Stränge, die sich erst am Ende verbinden, ergeben hier zwar eine sehr umfangreiche Geschichte, doch mir fehlte es mal wieder an Tiefgang ...

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 13. April 2026

[Rezension] Alle meine Schwestern - Judith Lennox

 


Titel: Alle meine Schwestern

Autor:   Judith Lennox

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 588
Cover: © Piper
Begonnen: 23.03.2026
Beendet: 26.03.2026


Ich habe nun schon einige Bücher von Judith Lennox gelesen und weiß daher, dass ihre Geschichten oft sehr ähnlich aufgebaut sind. Sie verfolgt das Leben ihrer Charaktere über mehrere Jahre und beschreibt die Höhen und Tiefen, die eben dazugehören.

In "Alle meine Schwestern" geht es Marianne, Iris, Eva und Clemency. Obwohl die vier Schwestern sind, besitzen sie alle ganz unterschiedliche Charaktere, Ansichten und auch Ziele im Leben. Marianne trifft recht schnell ihre große Liebe, was besonders die hübsche und etwas eitle Iris überrascht, die eigentlich fest damit gerechnet hat, als erste zu heiraten. Da kein passender Mann auftaucht, wird sie kurzerhand Krankenschwester, um ihrer Familie zu entkommen. Eva hingegen verschreibt sich der Kunst und das Nesthäckchen Clemency ist gezwungen, bei ihrer Familie und ihren Brüdern zu bleiben, obwohl es dort etliche Probleme und wenig Harmonie gibt.

Judith Lennox beschreibt den Beginn des 19. Jahrhunderts sehr lebendig und lässt auch immer wieder historische Ereignisse einfließen. Sie besitzt einen sehr flotten Schreibstil, der mich auch bei diesem Buch wieder durch die Seiten fliegen ließ. Es macht Spaß, die Charaktere durch ihr Leben zu begleiten und zu sehen, dass es immer wieder Momente gibt, die es erforderlich machen, eine neue Richtung einzuschlagen.

Das Band der vier Schwestern untereinander empfand ich allerdings als recht dünn und wie in anderen Werken fiel mir auch hier wieder auf, dass es oft an großen Gefühlen und intensiveren Momenten fehlt. Es ist immer sehr viel Handlung auf wenig Raum, wodurch das Mitfühlen mir manchmal etwas schwer fällt. Gerne gelesen habe ich aber auch dieses Buch, das sicherlich nicht mein letztes der Autorin gewesen sein wird.


Vier Schwestern, die Anfang des 19. Jahrhunderts ganz eigene Wege einschlagen werden hier sehr unterhaltsam beschrieben. Es fehlte nur mal wieder an intensiven Momenten zum Mitfühlen und Mitleiden.

Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 11. April 2026

[Rezension] Das Gesetz der Serie - Val McDemid

 


Titel: Das Gesetz der Serie

Autor:   Val McDermid 

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 358
Cover: © Knaur
Begonnen: 20.03.2026
Beendet: 24.03.2026


Schon lange wollte ich einmal ein Buch von Val McDermid lesen. Da ich zwei ihrer Werke schon vor einer Weile gefunden, entschied ich mich dafür, mit "Das Gesetz der Serie" zu beginnen, da ich das Soap-Thema hier interessant fand und auch eine Leibwächterin als Ermittlerin ganz originell klang.

Wir reisen gemeinsam mit der Leibwächterin Kate Brannigan an das Set einer Seifenoper namens "Nordlichter". Die Darstellerin Gloria hat einen Drohbrief erhalten und nun Angst um ihr Leben. Sterben soll jedoch bald eine ganz andere Person. Leider ist die Geschichte von Anfang an sehr träge. Da ist zwar der Drohbrief, der eine gewisse Gefahr erzeugen soll, doch ansonsten passiert lange erst einmal gar nicht. Spannung habe ich lange Zeit vergebens gesucht.

Ich dachte mir im Vorfeld zwar schon, dass die Welt der Soaps hier eher kritisch betrachtet wird, aber dass alles so oberflächlich und klischeehaft bleibt, hätte ich nicht erwartet. Die Charaktere sind furchtbar eindimensional und das betrifft sogar Kate Brannigan selbst, die ohne groß etwas zu leisten mal eben diesen sehr unspektakulären Fall aufklärt. Gestreckt wird alles mit einigen Nebenstorys über Kates Mitarbeiter, die mir allesamt auch zu blass gezeichnet waren. 

Vermutlich wird mein erstes Buch von Val McDermid nun auch schon mein letztes gewesen sein, denn mit ihrem Stil konnte ich wenig anfangen. Eventuell gebe ich ihr aber noch eine zweite Chance, denn vielleicht hatte ich hier eher eins ihrer schwächeren Werke erwischt. Begeistern konnte mich an diesem Buch nämlich im Grunde kaum etwas.



Für mich war alles an diesem Buch viel zu träge und eindimensional. Der Fall selbst hätte kaum unspektakulärer sein können ...

Ich vergebe 2 von 5.

Donnerstag, 9. April 2026

[Rezension] Und sowas nennt ihr Liebe - Marie Louise Fischer

 


 Titel: Und sowas nennt ihr Liebe

Autor:   Marie Louise Fischer

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 318
Cover: © Pavillon
Begonnen: 19.03.2026
Beendet: 23.03.2026


Jürgen Molitor steht vor Gericht. Er wird angeklagt, seinen besten Freund Gerd erschossen zu haben. Der Staatsanwalt ist sich sicher, dass der Auslöser für diese Tat ganz woanders liegt und genau hier setzt dieser Roman an. Als Leser werden wir Teil der Familie Molitor, in der jeder eigene Probleme hat und statt einander zu helfen wird ein unfassbare Druck aufgebaut. Ein Druck, an dem Heranwachsende schnell einmal zerbrechen.

Während Jürgen Probleme mit seiner nächsten Versetzung hat und sich zeitgleich verliebt, fällt seine Schwester Martina auf einen älteren Mann herein und muss damit auch allein fertig werden. Die Eltern der beiden haben nämlich ganz eigene Sorgen. Helmuth Molitor, der Vater, hat nicht nur eine Affäre, sondern wird auch erpresst und seine Frau spürt schon lange, dass sie nicht mehr geliebt wird. Alles in allem zeichnet Marie Louise Fischer hier das Bild einer Familie, in der es keinerlei Zusammenhalt mehr gibt und jeder ein eigenes Päckchen zu tragen hat.

"Und sowas nennt ihr Liebe" war nun mein zweites Buch von Marie Louise Fischer. Die Autorin habe ich erst im letzten Jahr durch einen Krimi entdeckt. Auch wenn ihr Schreibstil aus heutiger Sicht etwas verkrampft und auch eingestaubt wirken mag, gefiel mir die vorhandene Tiefe und Vielschichtigkeit. Obwohl alles wie ein Krimi beginnt, geht es letztendlich doch um eine zerbrochene Familie, die vor der Wahl steht, einander zu verlieren oder endlich mal zuzuhören und hinzusehen.

Das Cover selbst passt für mich überhaupt nicht zu der Geschichte und ich muss auch ehrlicherweise sagen, dass mir das Ende eine Spur zu positiv war. Kein Gericht würde in solch einem Fall wohl so entscheiden. Hier hätte ich mir eine realistischere Auflösung gewünscht und auch innerhalb der Familie hatte es gerne noch etwas mehr Verständnis geben können. Beispielsweise werden psychische Probleme angesprochen ohne jedoch hier nach einer Lösung odee gar echten Hilfe zu suchen. Marie Louise Fischers Bücher sind mir dennoch mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich freue mich schon jetzt auf das Nächste!



Ein älterer Roman, der wie ein Krimi beginnt, doch dann eine Familie durchleuchtet, in der es echte Liebe schon lange nicht mehr zu geben scheint ...

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 7. April 2026

[Rezension] Schreiende Schatten - Maggie Shayne

  


Titel: Schreiende Schatten

Autor:   Magie Shayne

Genre: Roman, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 366
Cover: © Weltbild
Begonnen: 17.03.2026
Beendet: 20.03.2026


Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei dem Buch keine allzu großen Erwartungen hatte, denn alles an dem Buch wirkt unfassbar schwammig. Titel, Cover und sogar dee Klappentext geben meiner Meinung nach nicht besonders viel her. Doch ich wollte diesem Thriller dennoch eine Chance geben.

Die Geschichte selbst beginnt mit einem brutalen Mord an zwei kleinen Kindern, an dem Detective Vince beinahe zerbricht und erst einmal beurlaubt wird. In diesem Urlaub beginnt er jedoch in einem kleinen Ort eigene Nachforschungen anzustellen und kommt dadurch mit Holly in Kontakt, die selbst einst miterleben musste, wie ihre Schwester entführt wurde ...

Obwohl durch die Kindermorde am Anfang doch eine gewisse Spannung aufgebaut wird, verpufft diese recht schnell wieder, denn der ganze Fall wirkt seltsam schwammig und eine echte Spur gibt es nicht. Zudem ist Holly, die mit ihren verdrängten Erinnerungen zu kämpfen hat, leider ein sehr blasser und langweiliger Charakter.

Die recht typische Liebesgeschichte hat mich bei diesem Buch am meisten genervt. Zwischen Holly und dem Detective gibt es ab dem ersten Moment eine gewisse Anziehung, doch beide wollen sich dieser natürlich nicht hingeben. Das Hin und Her der beiden ist füllend und ging mir mächtig auf die Nerven.

Das Ende selbst hätte eigentlich gut sein können, doch irgendwie ergeben gewisse Dinge einfach keinen rechten Sinn. Für mich war "Schreiende Schatten" so eine typische Massenware in diesem Genre und ein Buch, das ich in wenigen Tagen wohl schon komplett vergessen haben werde!



Liest sich leider wie typische Thriller-Massenware ... Für Vielleser in diesem Genre sicher nicht geeignet.

Ich vergebe 2 von 5.

Sonntag, 5. April 2026

[Rezension] Ludvig meine Liebe - Katarina von Bredow

 


Titel: Ludvig meine Liebe

Autor:  Katarina von Bredow

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 1994

Seitenzahl: 218
Cover: © Bertelsmann
Begonnen: 16.03.2026
Beendet: 19.03.2026


Amanda gräbt ihre alten Tagebücher aus und blickt auf ihre Jugend zurück. Damals hat sie sich in ihren Bruder Ludvig verliebt und sich in dieser geheimen sowie verbotenen Liebe beinahe selbst verloren.

Sehr einfühlsam widmet sich Katarina von Bredow einem sehr schwierigen Thema, beschreibt sie doch, wie sich zwei Geschwister (die eventuell auch nur Halbgeschwister sind!) ineinander verlieben, obwohl sie wissen, dass diese Liebe keine Zukunft haben kann. In erster Linie geht es zwischen den beiden um eine körperliche Anziehung. Sie kommen nicht mehr los voneinander, reagieren eifersüchtig wenn andere Partner auftauchen und klammern sich immer wieder voller Verzweiflung aneinander. Als Leser wünscht man sich für die beiden eine ganz andere Welt.

Dieser Jugendroman ist sehr schmerzhaft und zeigt, wie Menschen sich verbiegen, um in ein gewisses Bild zu passen. Das tun auch Amanda und Ludvig als ihre Liebe wie eine Seifenblase immer wieder an der harten Realität platzt. Mir hat das Buch und vor allem auch der Tiefgang gefallen!


Ein berührender Jugendroman, der sich sensible mit einem schwierigen Thema auseinandersetzt ohne dabei ein Urteil zu fällen! Lesenswert!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 4. April 2026

[Rezension] Mädchenmörder - Thea Dorn

 


Titel: Mädchenmörder

Autor:   Thea Dorn

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2020

Seitenzahl: 324
Cover: © Goldmann
Begonnen: 12.03.2026
Beendet: 16.03.2026


Thea Dorn wagt sich mit "Mädchenmörder" mutig an ein sehr schwieriges Thema, denn sie erzählt nicht nur von einer schrecklichen Entführung, sondern auch von einem Opfer, das sich schließlich emotional mit dem Täter verbündet und sogar davon überzeugt ist, dass da zwischen ihnen Liebe sein könnte.

Der Roman ist dabei sehr ungewöhnlich aufgebaut. Julia selbst erzählt ihre Geschichte in Form eines Buches, das die ganze Wahrheit beinhalten soll. Julia kommt dabei aber immer wieder an ihre Grenzen, denn sie schildert nicht nur die Entführung und den Missbrauch, sondern auch ihren eigenen Wandel von einem Opfer zur Mitwisserin, die eventuell sogar selbst eine Täterin ist. 

Als Leser wusste ich gar nicht so genau, was ich für Julia empfinden sollte. Sie durchlebt tatsächlich die Hölle in den Fängen ihres Entführer, doch zeitgleich setzt die Zeit mit ihm auch etwas in ihr frei. Sie verändert sich und es stellt sich die Frage, ob sie nicht selbst auch ein Monster sein kann.

Mich hat diese Geschichte wirklich sehr mitgenommen, besonders im letzten Teil, in dem Julia beginnt, Briefe an ihren Entführer zu schreiben, um ihm nahe zu sein. Hier gibt es auch noch eine sehr bittere Überraschung. Vermutlich ist das Buch nicht für jeden Leser geeignet, doch für mich war spürbar, wie tiefgründig sich Thea Dorn mit dem ganzen Thema beschäftigt hat und sich ganz bewusst dazu entschieden hat, auch mal eine etwas dunklere Seite, die selten verstanden wird, zu präsentieren. Mir hat es gefallen!



Ein ungewöhnliches Buch mit einer ungewöhnlichen Protagonistin und einer mutigen Erzählweise. Nicht für jeden Leser geeignet, aber mir hats gefallen!


Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 2. April 2026

[Spontane Leserunde] Der Richter und sein Henker - Friedrich Dürrenmatt

 


Erneut haben meine Autorenfreundin Sandra Pulletz und ich ein Buch entdeckt, dass wir gemeinsam spontan hier lesen. 

Dabei handelt es sich um "Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt.

Da das Buch keine Kapitel und Einteilungen hat, lesen wir grob eingeteilt in drei Abschnitte.


Leseabschnitte

1. Abschnitt - Anfang

2. Abschnitt - Mitte 

3. Abschnitt - Ende


Mittwoch, 1. April 2026

[Rezension] Bevor ich dich sah - Emily Houghton

 


Titel: Bevor ich dich sah

Autor:  Emily Houghton

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 432
Cover: © Heyne
Begonnen: 11.03.2026
Beendet: 16.03.2026



"Bevor ich dich sah" ist ein  berührender Roman über zwei Menschen, die sich im Krankenhaus begegnen und schließlich ineinander verlieben. Alice hat einen Brand überlebt und solch schlimme Verbrennungen erlitten, dass sie nur dir Schwestern in ihre Nähe lässt. Sie kommt sich wie ein Monster vor, liegt hinter einem Vorhang und ausgerechnet neben dem Lehrer Alfie, der mit seiner guten Laune die ganze Station unterhält.

Abwechselnd erzählt die Autorin aus der Sicht von Alfie und Alice. Die beiden sehen einander nicht, freunden sich doch schließlich miteinander an. Alfie war mir anfangs eine Spur zu überdreht und zu kommunikativ. Ich glaube, mir wäre er in solch einem Krankenhaus tierisch auf die Nerven gegangen. Sein Sarkasmus sorgt allerdings auch für eine Leichtigkeit, sodass dieser Roman niemals wirklich zu schwer wirkt oder zu sehr in die Tiefe geht.

Schön fand ich, dass bei Protagonisten eine eigene Vorgeschichte besitzen. So zeigt sich hier auch, dass Alfies Plauderlaune im Grunde nur Teil seiner Maske ist. Schade ist hier jedoch ein wenig, dass er diese Maske wohl auch weiterhin tragen wird. Mit Alice konnte ich von Anfang an mitfühlen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie sich nicht so sehr auf ihr Äußeres versteift. Mir persönlich hätte Akzeptanz und damit eine andere Botschaft mehr gefallen. 

Zum Ende hin fehlten mir im Buch ein paar stärkere und einprägsame Momente. Dennoch habe ich die Liebesgeschichte von Alice und Alfie aber sehr gerne gelesen.


Ein berührender Roman über zwei Menschen, die beide nach einem schweren Schicksalsschlag zu sich selbst und zueinander finden ...

Ich vergebe 4 von 5.

Montag, 30. März 2026

[Rezension] Ghetto Kidz - Morton Rhue


 Titel: Ghetto Kidz

Autor:  Morton Rhue 

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 252
Cover: © Ravensburger
Begonnen: 09.03.2026
Beendet: 12.03.2026


In einer spontanen Leserunde mit einer lieben Autorenfreundin durfte ich mal wieder ein Buch von Morton Rhue lesen. Schon seit meiner Schulzeit, in der wir "Die Welle" gelesen haben, begleitet er mich und bringt mich immer wieder mit Themen in Kontakt, die nach wie vor wichtig sind.

In "Ghetto Kidz" wird der Leser in ein amerikanisches Ghetto katapultiert, in dem hauptsächlich Afroamerikaner leben. Morde, Drogen, Waffenhandel und Bandenkriege gehört auch für Kalon, der zu Beginn der Geschichte zwölf Jahre als ist, zum Alltag. Beim Lesen schnürt es einen schon auf den ersten Seiten, auf denen ein kleiner Junge stirbt, die Kehle zusammen.

Wir begleiten Kalon durch seine Jugend und spüren dabei, wie er selbst immer weiter abrutscht. Immer wieder tauchen Chancen auf, die er jedoch verstreichen lässt, weil er keinerlei Hoffnung sieht. Er kann sich die Welt außerhalb des Ghettos noch nicht mal vorstellen. 

Kalon vergleicht das Ghetto sehr treffend mit einem Dschungel, denn es herrschen ganz eigene Gesetze. Auf der schockierende Weise durchleuchtet Morton Rhue hier das Leben von Menschen, die schließlich in die Kriminalität und Gewalt gedrängt werden. Mich hat Kalons Weg hier echt sehr mitgenommen. Anhand dieses Buches zeigt sich sehr schön, in welcher Weise die Politik und auch die Gesellschaft nach wie vor versagt. Ein starkes und nach wir vor sehr wichtiges Werk!


Ein tiefer und schonungsloser Einblick in ein amerikanisches Ghetto, in den ganz eigene Gesetze herrschen. Sehr schockierend, sehr wachrüttelnd!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 28. März 2026

[Rezension] Hüter der fünf Leben - Nica Stevens

 


 Titel: Hüter der fünf Leben

Autor:  Nica Stevens

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 288
Cover: © Carlsen
Begonnen: 02.03.2026
Beendet: 11.03.2026



Mit Fantasy tue ich mich ja immer etwas schwer. Dennoch habe ich dieses Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank mitgenommen, denn es hat mich angesprochen, dass die Protagonist Vivirn hier in einen kanadischen Nationalpark reist und dort auf Liam trifft, den sie schon seit Kindertagen kennt, doch der sich ihr nie angenähert. 

In diesem Jahr wirkt Liam besonders geheimnisvoll. Er verbringt viel Zeit in der Wildnis und hat ein seltsames, leuchtendes Mal auf der Brust. Mit dieser Entdeckung beginnt auch das große Abenteuer in diesem Buch, denn Vivien ergründet mit Liam gemeinsam seine Vergangenheit und kommt dadurch den "Hütern der fünf Leben" auf die Spur.

Ich fand die Geschichte sehr kreativ und einzigartig. Zudem erzählt die Autorin alles sehr flott und verzichtet darauf, aus der ganzen Idee eine Reihe zu machen. Langeweile kam bei mir zu keinem Zeitpunkt auf, allerdings fühlte es sich ein wenig so an, als würde gewisse Handlungen zu schnell erzählt werden. Gerade das Vertraute zwischen Liam und Vivien kam mir zu schnell. Daher konnte ich die Emotionen zwischen den Beiden nicht wirklich spüren.

Dennoch hat mich das Buch auf jeden Fall positiv überrascht und bis zur letzten Seite in den Bann ziehen können. Ich kann sie daher auch Lesern empfehlen, die auch etwas Schwierigkeiten mit dem Fantasygenre haben!


Ein origineller und einzigartiger Fantasyroman mit interessanten Protagonisten und einer spannenden Handlung. Manches wird nur eine Spur zu schnell erzählt ...

Ich vergebe 4 von 5.