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Freitag, 30. Juni 2017

[Rezension] Was andere Menschen Liebe nennen - David Levithan, Andrea Cremer

Titel: Was andere Menschen Liebe nennen
Autor:  David Levithan, Andrea Cremer
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 26. Juni 2017
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © cbt

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.



"Der 16-jährige Stephen ist unsichtbar – und zwar schon von Geburt an. Ein Fluch lastet auf ihm. Ganz allein lebt er in einem Hochhauskomplex mitten in New York City. Eines Tages zieht dort Elizabeth mit ihrer Familie ein und es passiert etwas, womit Stephen nie in seinem Leben gerechnet hätte. Elizabeth kann ihn sehen! Zwischen den beiden entspinnt sich eine Liebesgeschichte, so traumhaft schön wie der Sommer, aber gleichzeitig auch so bedrohlich wie ein nahendes Unwetter. Und dann müssen die beiden eine Entscheidung treffen, die den Unterschied zwischen Liebe und Tod bedeuten kann."




"Was andere Menschen Liebe nennen" war ein Buch, das mich in der Verlagsvorschau sofort angebrochen hat. Ich habe eine lockere und doch emotionale Liebesgeschichte erwartet, muss jedoch gleich zu Beginn der Rezension sagen, dass der Fantasyanteil in diesem Buch doch überwiegt.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich und frisch, ein paar Mal kam ich ins Stolpern, aber dies könnte auch and der deutschen Übersetzung liegen. Insgesamt bin ich aber schnell in der Geschichte angekommen, was besonders auch an dem tollen und sehr tiefgründigen Anfang lag, denn hier erzählen die beiden Autoren die Geschichte des unsichtbaren Jungen Stephen, der still und unbemerkt sein Leben lebt, unbemerkt zwischen all den anderen Menschen ...

Diese Emotionalität verliert sich allerdings etwas, als es zur Liebesgeschichte kommt, die recht einfach aufgebaut ist und sehr schnell abläuft. Ich denke, als Leser sollte man sich von Cover und Klappentext nicht in die Irre führen lassen, denn im Zentrum der Handlung steht der Fluch, die Hintergrundgeschichte von Stephen und wie Elizabeth, Laurie und er darum kämpfen, das Böse abzuwenden.




- Stephen -

Stephen ist bereits seid seiner Geburt unsichtbar. Er kennt das Leben also gar nicht anders, ist aber seit dem Tod seiner geliebten Mutter furchtbar einsam. Der Vater hat die Familie schon früh verlassen und nun hat er niemanden mehr.

Die Geschichte von Stephen hat mich von der ersten Seite an mitgenommen. Hat sich nicht jeder von uns schon einmal gewünscht, unsichtbar zu sein? Da ich überhaupt nicht sozial bin, würde ich damit wahrscheinlich sehr gut zurechtkommen - bei Stephen sieht es aber anders aus. Er wünscht sich jemanden an seiner Seite, was ich auch absolut verstehen konnte.

- Elizabeth -

Elizabeth zieht mit ihrer Familie in das Haus, in dem Stephen lebt. Auf dem Flur begegnen sich die Beiden und es ist eigentlich alles furchtbar normal, denn sie kann ihn sehen. Stephen ist natürlich erst einmal geschockt, klammert sich dann aber an sie, weil sie eben der einzige Mensch ist, der ihn bis dahin wirklich sehen konnte.

Elizabeth hat auch eine kleine Hintergrundgeschichte, die aber in erster Linie ihren Bruder betrifft. Sie selbst bleibt leider recht blass. Auch wenn ich sie sehr sympathisch fand, fehlte mir doch ein gewisser Charakter. Sie hier zu beschreiben fällt mir deswegen schwer, denn außer der Tatsache, dass sie gerne Comics zeichnen/schreiben möchte, erfährt man, von ihrer menschlichen Seite, recht wenig über sie.

- Laurie -

Laurie, Elizabeths Bruder, muss ich an dieser Stelle auch unbedingt erwähnen. Er ist ein cooler und lustiger Typ, den ich fast interessanter als Elizabeth fand. Aus Stephen, Laurie und Elizabeth wird im Buch eine Art Dreiergespann. Gemeinsam versuchen sie, den Fluch zu lösen.




"Was andere Menschen Liebe nennen" hat mich besonders durch die Geschichte rund um den unsichtbaren Jungen Stephen begeistern können. Allerdings muss ich hier gleich sagen, dass der englische Titel "Invisibility" deutlich besser passt, denn in dem Buch steht eher der Fluch im Zentrum und weniger die Liebesgeschichte.

Das erste Kennenlernen von Stephen und Elizabeth fand ich dennoch sehr süß, auch wenn alles recht schnell und daher leider auch sehr oberflächlich ablief. Die beiden kennen sich kaum, verlieben sich aber unsterblich ineinander - was aber vor allem daran liegt, dass Elizabeth die einzige ist, die Stephen sehen kann. Ich hätte mir hier gewünscht, dass die zwei sich eher zaghafter annähern und sich wirklich charakterlich kennenlernen.

Die Liebesgeschichte läuft recht schnell ab und dann geht es auch schon zur Hauptstory: Wie wird Stephen den Fluch wieder los? Nach und nach erfahren wir die spannende Vorgeschichte und müssen uns dann gemeinsam mit Stephen, Elizabeth und Laurie einem Kampf gegen das Böse stellen.

Mich hat die Geschichte auf jeden Fall in den Bann gezogen, auch wenn ich ehrlich gesagt, etwas völlig anderes erwartet hätte. Die Beziehung unserer Hauptcharaktere steht nicht im Mittelpunkt, vielmehr geht es um die Welt der Flüche und der Magie. Ob Elizabeth, Laurie und Stephen es schaffen, den Fluch zu brechen, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, ich kann aber sagen, dass ich das Ende nicht ganz so passend fand. Vielleicht wird es hier aber noch einen zweiten Teil geben ...




"Was andere Menschen Liebe nennen" ist mehr eine Fantasygeschichte als ein jugendlicher
Liebesroman. Dennoch fesselt das Buch durch die interessanten Charaktere, dem stätigen Spannungsaufbau und einigen süßen Momenten zwischen Stephen und Elizabeth. Für meinen Geschmack hätte aber die Liebesgeschichte viel tiefgründiger sein müssen!

Weitere Meinungen zum Buch:
Nina von Avery little Book (4 von 5)
Sarah von Sarah liest (3,5 von 5)



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