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Donnerstag, 6. Februar 2020

[Rezension] The Girls - Emma Cline

Titel: The Girls
Autor:  Emma Cline
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2016
Anzahl der Seiten: 352
Cover und Inhaltsangabe: © Carl Hanser Verlag


Begonnen: 02.01.2020
Beendet: 08.01.2020



"Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte."



"The Girls" habe ich vor einigen Jahren schon auf zahlreichen Blogs gesehen. Nun konnte ich das Buch auch endlich lesen und es hätte wohl kaum besser gepasst. Ich sehe mich selbst ebenfalls als sehr freiheitsliebenden, teilweise aber auch recht rebellischen Menschen. Die Hippiewelle aus den 60ern finde ich ungemein interessant, auch wenn es natürlich auch hier viele negative Seiten und Entwicklungen gab.

Und genau diese negativen Seiten beschreibt Emma Cline in "The Girls". Dabei lässt sich die Autorin erst einmal Zeit, um ihre Protagonistin einzuführen. So erfahren wir erst einmal, wie iEvies Verhältnis zu ihrer Mutter ist und wie sehr sie sich eine echte Familie oder eine echte Freundschaft wünscht.

Evie lernt eine Gruppe von Mädchen und schließlich auch die Ranch, auf der diese leben, kennen. Schnell gerät sie in einen Strudel augenscheinlich "bedingungsloser" Liebe und merkt dabei nicht einmal, wie sehr sie dabei doch in eine sehr schädliche Welt aus Sex, Drogen und wilden Orgien eintaucht.

"The Girls" besitzt natürlich einige Parallelen zu den Manson-Morden. Besonders Russel erinnert hier stark an Charles Manson, der seine "Mädchen" schließlich eine gewisse Richtung drängt.

Das Buch entwickelt sich allerdings nicht zu einem Thriller, sondern bleibt sehr ruhig und teilweise sogar recht melancholisch. Dem Leser ist klar, in welcher Tragödie das Ganze enden wird. Interessanter sind daher die Bindungen der Mädchen, die Hintergründe und die Ranch, die hier Zuflucht bietet, wenn die Welt da draußen sich mal wieder viel zu langsam dreht.

Viele Ansichten dieser Kommune konnte ich natürlich verstehen. Da ist zum einen die Hoffnung, wirklich geliebt zu werden in einer Welt, in der es nur noch auf Geld ankommt. Viele Jugendliche werden sich sicher mit Evies Leben identifizieren können. Der Druck aus dem Elternhaus wird doch immer größer, es kommt nicht drauf an, wer die eigenen Kinder sind, sondern was sie leisten können.

Umso erschreckender empfand ich hier dann die Richtung, die das ganze zum Ende hin einschlägt. Natürlich ist es ein Extrem, aber es nagt leider doch an der Realität. Für mich hat Emma Cline hier einen beeindruckenden Roman geschaffen, der wohl noch eine Weile nachklingt!




"The Girls" zeigt auf erschreckende Art und Weise, wohin der Wunsch nach "grenzenloser" Freiheit und bedingungsloser Liebe führen kann! Viele Anspielungen an die Manson Family machen dieses Buch zu einem sehr eindringlichen und erschreckendem Werk!

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