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Samstag, 16. Mai 2020

[Rezension] Die Hummerschwestern - Beverly Jensen

Titel: Die Hummerschwestern
Autor:  Beverly Jensen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 22. April 2012
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe: © btb

Begonnen: 19.04.2020
Beendet: 22.04.2020



"Ein kleines Haus am Rande einer zerklüfteten Steilküste. Hier leben die Schwestern Idella und Avis nach dem Tod der Mutter allein mit ihrem chaotischen Vater. In einer Welt, die aus nichts als Kartoffelfarmen, Hummerfallen, rauen Männern und harter Arbeit zu bestehen scheint. Wäre da nicht die liebenswerte Maddie, das französischsprachige Dienstmädchen, das sich nach einer Familie sehnt und aus alten Lumpen eine Puppe zusammennäht, die ihr Ein und Alles ist. Und der schrullige Doktor, der ein schreckliches Geheimnis hütet. Und natürlich Avis’ störrische Kuh Bossy, die eines Tages beinahe im Schlamm versinkt. Über sieben Jahrzehnte hinweg begleiten wir die unvergesslichen Schwestern von Kanada nach Neuengland, wo Idella in ihrem Gemischtwarenladen in Maine kauzige Einheimische bedient, während ihr Mann anderen Frauen nachstellt. Und wo Avis an einem stürmischen Wintertag etwas ganz Entscheidendes verliert ..."




Dieser Bücherschrankfund hat mich angesprochen, da Stephen King sich für die Veröffentlichung eingesetzt und das Werk unter anderen mit "Die Bienenhüterin" verglichen hat. Dieses Buch hatte im vergangenen Jahr zu meinen Favoriten gehört. Die Autorin Beverly Jensen durfte die Veröffentlichung ihres ersten und einzigen Werkes leider nicht mehr miterleben. Ihre Familie und viele Autoren haben sich nach ihrem Tod dafür eingesetzt, dass "Die Hummerschwestern" ihren Weg zu den Lesern finden.

Mich hat die Geschichte von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Sie beginnt sehr emotional im Jahre 1916 mit der Geburt von Avis und Idellas Schwester und gleichzeitig mit einem sehr schweren Schicksalsschlag für die damals noch so jungen Mädchen.

"Die Hummerschwestern" erzählt nun, wie sich das Leben der beiden Schestern entwickelt und erstreckt sich von 1916 bis 1987. Im Fokus des Ganzen steht die ältere Schwester Idella, die für mich ein sehr starker und aufopferungsvoller Charakter war. Wir erleben mit, wie sie sich von ihrem Vater löst und schließlich einen eigenen Weg geht, der so einige Hürden bereithält.

Der Klappentext selbst verrät hierbei allerdings schon unnötig viel, denn die Geschichte selbst ist sehr ruhig und besitzt kaum Höhepunkte oder gar große Wendungen. Dafür gibt es viele kleine und stille Momente im Leben von Idella und auch von Avis, die mich absolut berühren konnten.

Die Autorin beschreibt hier, in welchen Richtungen das Leben verlaufen kann. Auf der einen Seite sind da die vielen Probleme, aber auf der anderen Seite auch die vielen tollen Erinnerungen, die auf ewig im Gedächtnis blieben.

"Die Hummerschwestern" haben mich auf jeden Fall berührt, wenngleich ich es doch etwas schade fand, dass Avis nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und es doch im Grunde fast nur um Idella ging. So konnte ich stellenweise nicht nachvollziehen, wie Avis nun am Ende gerade zu dieser doch sehr zerbrochenen Frau wurde ...




In "Die Hummerschwestern" beobachten wir zwei Schwestern, deren Leben sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Ein ungemein ruhiges, aber dennoch berührendes Werk von einer Autorin, die leider viel zu früh verstorben ist ...


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