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Sonntag, 12. September 2021

[Rezension] Das Haus der Schwestern - Charlotte Link

 


Titel: Das Haus der Schwestern

Autor:  Charlotte Link

Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: Mai 1999
Anzahl der Seiten: 597
Cover und Inhalsangabe: © Goldmann

Begonnen: 12.08.2021
Beendet: 17.08.2021


"Eigentlich war die Weihnachtsreise als Geburtstagsgeschenk gedacht - und als letzter Rettungsversuch einer zerrütteten Ehe. Doch für das deutsche Ehepaar Barbara und Ralph Amberg läuft von Anfang an alles schief und sie werden in Westhill House eingeschneit.
Ruhelos und getrieben, durchstöbert Barbara die Räume des alten Farmhauses und sieht sich plötzlich mit der Lebensgeschichte jener Frau konfrontiert, der Westhill House einmal gehört hat: Frances Gray.

Wie in Trance taucht Barbara beim Lesen in ein beklemmendes Geflecht aus Liebe und Hass, Verachtung, Abhängigkeit und unbändigem Freiheitswillen. Mehr und mehr identifiziert sie sich mit Frances und blickt in die Abgründe ihrer eigenen Seele. Schließlich ist eine Entscheidung unausweichlich, die nicht nur Barbaras Leben radikal verändern wird ..."


Charlotte Link und ihre Bücher folgen mir schon länger. Ich habe von ihr bereits einige sehr fesselnde Bücher gelesen, aber auch einige, die absolut unlogisch und viel zu konstruiert waren. "Das Haus der Schwestern" lag schon lange in meinem Kofferraum und nun wollte ich dem Buch eine Chance geben.

In zwei Zeitebenen wird einmal die Geschichte der "Frauenrechtlerin" Frances erzählt, die während des ersten und zweiten Weltkrieges viel erlebt hat, zum anderen gibt es in der Gegenwart ein frustriertes deutsches Ehepaar, dass nach Yorkshire reist, um ihre Beziehung zu retten, dann aber mit einem versteckten Manuskript und damit der Vergangenheit der ehemaligen Hausbesitzerin in Kontakt kommen. 

Auf fast 600 Seiten erzählt Charlotte Link hier eine unfassbar zähe Geschichte, die sich wohl mit der Entwicklung des Feminismus in England beschäftigen soll, dabei aber doch viel zu abhängige, naive und vor allem unlogisch handelnde Frauenfiguren aufzeigt. Ich weiß nicht, welchen Charakter ich am schlimmsten und unsympathischsten fand. Frances mit ihren Lügen und Affären? Oder doch Barbara in der Gegenwart, die sich einfach um den Finger wickeln lässt, als ein gutaussehender Mann auftaucht? 

Die Autorin stellt den Feminismus hier sehr seltsam da und es kam mir fast so vor, als hätte sie nicht verstanden, was genau unabhängige Frauen ausmacht. Das ist schade, denn gerade das Thema der Suffragetten gibt doch eine Menge her ...

Während ich mich die ganze Zeit gefragt habe, was mit dem Vergangenheitsstrang den ausgesagt werden soll , hat mich der eigentlich doch sehr sinnlose Abschnitt aus der Gegenwart vollkommen irritiert. Hier landen zwei typische Wohlstandsdeutsche in Yorkshire und es geht eigentlich nur darum, dass sie denken, zu verhungern und zu erfrieren, nachdem sie eingeschneit wurden ... Auch ihre kindischen Streitereien gingen mir irgendwann so sehr auf die Nerven, dass ich das Buch am liebsten aus dem Auto geworfen hätte. Warum ich durchgehalten habe? Weil ich echt dachte, da käme noch irgendeine bedeutende Botschaft. Es kam aber leider keine und das Ende ist leider sehr konstruiert und irgendwie auch sehr frustrierend ...


Das kann Charlotte Link deutlich besser. Leider ist "Das Haus der Schwestern" nun das zweite Buch von ihr, dass mich absolut enttäuscht und frustriert hat. Ich hatte da Gefühl, dass sie das Feminismus-Thema nicht verstanden hat ... So viele unlogisch handelnde und naive Frauen auf einem Haufen habe ich selten in einem Buch vorgefunden ...

Ich vergebe 2 von 5.



2 Kommentare:

  1. Ach Jessi, nun habe ich auf eine bombastische Rezension gehofft :P
    Ich habe das Buch auch schon seit Jahren auf dem SuB, aber nun habe ich eine leise Ahnung, warum es noch nicht klick gemacht hat. Allerdings habe ich bisher auch keine Erfahrung mit Charlotte Link.

    Fühl dich gedrückt.
    Andrea

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    1. Huhu Andrea :D

      Also ich fand Charlotte Link bisher eigentlich immer toll oder zumindest so solide, dass es mich unterhalten hat, aber das war eins der seltenen Bücher, bei denen ich echt bereue, bis zum Ende durchgehalten zu haben. ;/ Das passiert bei mir nicht oft, aber das Buch hat mich echt genervt, ich hoffe, ja, dass es dir besser gefällt, aber ich glaube fast, dass dieses Buch dir Charlotte Link für immer vermiesen könnte! :P

      Ich empfehle daher eher "Das Tal des Fuchses" von ihr. Das ist klasse!

      Liebe Grüße
      Jessi

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