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Samstag, 4. September 2021

[Rezension] Fahrenheit 451 - Ray Bradbury

 


Titel: Fahrenheit 451

Autor:  Ray Bradbury

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 2008
Anzahl der Seiten: 240
Cover und Inhalsangabe: © Diogenes

Begonnen: 04.08.2021
Beendet: 06.08.2021


"›Fahrenheit 451‹ ist die Temperatur, bei der »Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt«. In Ray Bradburys Zukunftsvision ist die Feuerwehr nicht mehr mit Wasserspritzen ausgerüstet, sondern mit Flammenwerfern, die genau diesen Hitzegrad erzeugen, um die letzten Zeugnisse individualistischen Denkens – die Bücher – zu vernichten. Da beginnt der Feuerwehrmann Guy Montag, sich Fragen zu stellen… Die beängstigende Geschichte von einer Welt, in der das Bücherlesen mit Gefängnis und Tod bestraft wird, ist ein zeitloses Plädoyer für das freie Denken."


"Fahrenheit 451" von Ray Bradbury war ein Buch, das ich schon lange lesen wollte. Nun habe ich es endlich entdeckt und eins der wohl intensivsten Leserlebnisse meines Lebens gehabt.

Dieses dystopische Werk zeigt eine Welt auf, die unserer gar nicht zu unähnlich ist und auch sehr gut zur aktuellen Zeit passt, in der das eigene und freie Denken durch geschickte Manipulation doch bereits eingeschränkt wird. In "Fahrenheit 451" geht es nun um Guy Montag, der bei der Feuerwehr arbeitet, die allerdings nicht die Aufgabe hat, Brände zu löschen, sondern gezielt Bücher verbrennt, um das eigenständige Denken einzuschränken. "Fahrenheit 451" bezieht sich hierbei auf die Temperatur, bei der Papier sich entzündet.

Ray Bradbury baut eine sehr erschreckende und vor allem schnelllebige Welt auf, in der Menschen eher wie Maschinen wirken. Um es mit einem passenden Zitat aus dem Buch auszudrücken: "Will man verhindern, dass es politisches Missvergnügen gibt, sorge man dafür, dass ein Mensch nicht beide Seiten einer Frage kennenlerne. Oder noch besser gar keine." Die Menschen sollen nicht denken, sondern einfach nur "agieren". Der Grundgedanke ist der, eine Gesellschaft zu erschaffen, in der alle gleich sind, ja, in der es keine Minderheiten gibt und jeder dadurch glücklich wird. Doch wo bleibt dann das, was uns zu Menschen macht? Nämlich die eigene Persönlichkeit? Eine Persönlichkeit, die sich durch das eigenständige Denken entwickeln muss!

Ich hatte beim Lesen hier sehr oft einen Gänsehaut und habe mir zeitgleich so viele Stellen markiert wie wohl in keinem anderen Buch zuvor. Ich dachte das George Orwells "1984" bereits eine sehr passende Dystopie und auch Gesellschaftskritik ist, aber Ray Bradburys Werk ist noch viel intensiver, vielschichtiger und vor allem auch treffender in seiner Kritik. Gleichzeitig löst das Buch eine Menge in dem Leser aus (oder sollte es zumindest!), denn der Vergleich des Menschen mit dem Phönix ist treffend. Wir verbrennen unser Welt immer wieder, werden aus der Asche neugeboren, aber wir lernen einfach nichts aus unseren Fehlern ...

Ich habe mit "Fahrenheit 451" mal wieder ein echtes Highlight entdecken dürfte. Das Buch hat sich durch seine Intensität, seiner treffenden Gesellschaftskritik und vor allem seinen vielen Gänsehautmomenten einen Platz ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsbücher erkämpft hat! Ein Must-Read für Denker, Kritiker und Menschen, die sich aus der eigenen Blase befreien wollen! 


Für mich ist "Fahrenheit 451" ein echtes Meisterwerk und definitiv ein Buch, das man gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit lesen und verstehen sollte! 

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


3 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Das ist auch ein Buch, dass ich schon lange lesen will, ich aber leider noch nicht dazu gekommen bin. Deine Rezension lässt es aber auf meiner Wunschliste wieder weiter nach oben rutschen. Ich hatte das ehrlich gesagt etwas aus den Augen verloren... ich hoffe, ich komme jetzt doch endlich mal dazu.
    Der Vergleich zur heutigen Gesellschaft scheint ja sehr treffend zu sein.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu Aleshanee :D

      Ich finde ja, es passt perfekt zum aktuellen Zeitgeschehen und es hilft einen irgendwie auch, zu erkennen, wie wichtig es ist, selbst nachzudenken.

      Ich fand "Fahrenheit 451" sogar besser als Orwells "1984", was im Gegensatz zu diesem Buch doch recht trocken erzählt wirr. Hier leidet man irgendwie sehr mit dem Protagonisten, der anders sein will, es aber nicht darf!

      ich denke, das Buch wird dir auch gefallen!

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Ja, leider spiegelt das sehr gut die heutige Gesellschaft wider.

      Alleine dein Text/Zitat
      vor allem schnelllebige Welt auf, in der Menschen eher wie Maschinen wirken. Um es mit einem passenden Zitat aus dem Buch auszudrücken: "Will man verhindern, dass es politisches Missvergnügen gibt, sorge man dafür, dass ein Mensch nicht beide Seiten einer Frage kennenlerne. Oder noch besser gar keine." Die Menschen sollen nicht denken, sondern einfach nur "agieren".

      Braucht man nur vor die Tür zu gehen oder social media durchzuscrollen, da sieht man genau das. Gruselig. Vor allem wenn man überlegt wie sich das wohl weiterentwickelt...

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