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Freitag, 26. November 2021

[Rezension] Besuch von drüben (Gruselgeschichten) - Algernon Blackwood

 


Titel: Besuch von drüben (Gruselgeschichten)

Autor:  Algernon Blackwood

Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsjahr: 1991
Anzahl der Seiten: 234
Cover und Inhalsangabe: © Suhrkamp

Begonnen: 22.10.2021
Beendet: 27.10.2021




Die düstere Jahreszeit hat begonnen und ich versuche mich ein wenig in Stimmung zu bringen, was allerdings gar nicht so einfach ist, da ich in den letzten Monaten nur sehr wenig Bücher aus dem Horrorbereich aus den öffentlichen Bücherschränken gefischt habe. 

Diesen Kurzgeschichtenband hatte ich schon vor einiger Zeit entdeckt und mir aufgehoben. Die acht Gruselgeschichten passen nämlich perfekt zu Halloween. Algernon Blackwood beschäftigt sich dabei fast ausschließlich mit dem Geisterthema und lässt auch den größten Teil der Geschichten in einem Spukhaus spielen.

Sein Schreibstil ist einzigartig und - um es in seinem Stil auszudrücken - von einer profunden Intensität. Er erschafft einprägsame und schaurige Bilder. Dabei interpretiert er das Geisterthema nicht unbedingt neu, aber erschafft dennoch angenehm atmosphärische Geschichten.

Mein persönlicher Favorit war die erste Kurzgeschichte namens "Der Horcher", in der tagebuchartig der Spuk in einer Mietwohnung geschildert wird. Viele von Blackwoods Geschichten schildern hier ein pararnormales Ereignis und geben eine kurze Erklärung dafür ab. Ich muss allerdings auch ehrlich anmerken, dass mir die Enden der einzelnen Geschichten oft zu schnell abgearbeitet wurden. Ich hätte an einigen Stellen gerne noch erfahren, wie es mit mit den Charakteren denn nun weitergeht.

Etwas unpassend fand ich die Story "Seltsame Abenteuer eines Privatsekretärs in New York", die ein etwas merkwüdiges Ende hat und nicht direkt zu den anderen Geistergeschichten passt. In "Die Spukinsel" gibt es einen interessanten Schauplatz, aber es war eine der Geschichten, die für mich keinen echten Sinn ergaben. "Zimmer frei", "Besuch von drüben" und "ein gestohlenes Leben" sind hingegen klassische Gruselgeschichten, die mir wirklich gefallen haben.

Richtig gegruselt habe ich mich beim Lesen leider nicht. Dafür waren sich dich Geschichten vom Aufbau etwas zu ähnlich. Dennoch empfand ich sie als unterhaltsam und sprachlich wirklich auf einem sehr hohen Niveau verfasst. Einige Bilder haben sich wirklich eingeprägt und an einigen Stellen hatte ich zumindest ein leicht mulmiges Gefühl beim Lesen. Ich bin auf jeden Fall froh, diesen Schriftsteller nun kennengelernt zu haben.


Acht wirklich atmosphärische Geistergeschichten, die tolle Bilder erschaffen und perfekt in diese düstere Jahreszeit passen. Wirklich gegruselt habe ich mich nicht, aber Algernon Blackwood hat mich dennoch tief beeindruckt!

Ich vergebe 4 von 5.


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