Dienstag, 13. Oktober 2026

[Rezension] Parasiten-Person - Celia Fremlin

 


Titel: Parasiten-Person 

Autor:  Celia Fremlin

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1991

Seitenzahl: 240
Cover: © Diogenes

Begonnen: 10.09.2026
Beendet: 14.09.2026


Ich verehre Celia Fremlin und ihre Werke nun schon seit ein paar Jahren und habe sogar eine Straße in Rainfield nach ihr benannt, weil ich gerade den Tiefgang in ihren Werken sehr inspirierend finde. Nun habe ich mal wieder ein Buch von ihr gefunden, das perfekt zu meinem recht düsteren Jahr gepasst hat.

In "Parasiten-Person" beschäftigt sich Fremlin mit einem Thema, das zu ihrer Schaffenszeit gerne einmal unter den Teppich gekehrt wurde. Es geht nämlich um Depressionen. Der Protagonist Martin Lockwood schreibt an einer Doktorarbeit zu dem Thema und interviewt dazu Betroffene. Besonders sensibel geht er dabei nicht vor, ihm sind die Menschen im Grunde egal, ihm geht es nur darum, ein statistisches Bild zu erschaffen.

So trifft er auch auf Ruth, ein viel jüngeres, sehr labiles Mädchen, das gerade versucht hat, sich das Leben zu nehmen und offen zugibt, es nur getan zu haben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie will Teil der Doktorarbeit werden und pflanzt Martin schließlich die groteske Idee ein, dass hinter jeden Depressiven eine sogenannte "Parasiten-Person" steht, die dem Erkrankten sämtliche Energie entzieht. Auf einmal meint Martin zu erkennen, dass er selbst schon lange depressiv ist und ausgesaugt wird.

Fremlin widmet sich hier einen sehr wichtigen Thema, zeigt aber auch gleichzeitig auf, wie wenig Verständnis Betroffene oft bekommen. Martin interessiert sich nicht für die erkrankten Menschen, sondern will das Thema nur benutzen, um selbst berühmt zu werden. Im Grunde ist er hier der Parasit dieser Geschichte und als Leser muss man ihn einfach furchtbar abstoßend finde.

Ruth ist ein spannender Charakter, der sich außerhalb jeglicher Moralvorstellungen bewegt. Das fand ich spannend, denn im Grunde ist sie es, die hier alle Hebel in der Hand hält und jeden manipuliert. Zum Ende hin wird die Geschichte sehr abstrakt und wie von der Autorin gewohnt bitterböse. Für mich war dieses tiefgründige Werk ein echtes Highlight!



Celia Fremlin hat hier einen bitterböse, sehr abgründigen Roman verfasst, der das sehr wichtige Thema der an Depressionen erkrankten Menschen einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet. Ein Highlight!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.

Montag, 12. Oktober 2026

[Rezension] Die Rebellion der Maddie Freeman - Katie Kacvinsky

  


Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman

Autor:  Katie Kacvinsky

Genre: Dystopie, Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2013

Seitenzahl: 380
Cover: © Baumhaus
Begonnen: 08.09.2026
Beendet: 11.09.2026


Diesen ersten Teil einer Reihe hatte ich bereits in meiner Jugend als Hörbuch begonnen, aber nie beendet. Damals war ich großer Fan von Dystopien, fühlte mich aber regelrecht erschlagen von all den Reihen, die damals herauskamen. Wie ihr ja vermutlich schon mitbekommen habt, bin ich einfach kein Reihenleser. Dennoch habe ich diesen ersten Band aus einem Bücherschrank mitgenommen, denn ich finde die hier beschriebene Welt sehr interessant.

Maddie lebt in einer fast ausschließlich digitalen Welt. Online findet nicht nur der Unterricht statt, nein, sie trifft sich dort auch mit ihren Freunden und schafft Erinnerungen nur noch über den Bildschirm. Doch dann lernt sie Justin kennen, der sie zu einer Lerngruppe einlädt und ihr eine ganz neue Sicht auf die Offline-Welt ermöglicht. Bald ist sie jedoch gezwungen, sich zwischen ihrer Familie und dem Widerstand zu entscheiden ...

Katie Kacvinsky hat eine interessante Welt erschaffen. Ich muss allerdings sagen, dass dieses gesellige Leben in Cafés und Bars, das Maddie hier entdeckt, eh nie meins war, also konnte ich stellenweise nicht so recht mitfühlen. Ich hätte es vermutlich interessanter gefunden, wenn sie sich mehr in der Natur bewegt hätte. Ich bevorzuge eher ein einsames und zurückgezogenes Leben.

Dennoch hat es Spaß gemacht, hier mit Maddie aus der gewohnten digitalen Welt, zu der sie durch ihren Vater noch einmal einen besonders Bezug hat, auszubrechen. In gewisser Weise zeichnet sich in dieser Geschichte auch unsere aktuelle, stark von Handys abhängige Gesellschaft ab, in der die Menschen zwar unterwegs, aber irgendwie dennoch pausenlos erreichbar sind.

Die kleine Liebesgeschichte gefiel mir ebenfalls, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass die Beschreibung sämtlicher Charaktere etwas oberflächlich blieb. Für eine leichte Jugend-Dystopie ist das aber passend. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, endet aber recht harmlos und ohne großen Cliffhanger. Sollte mir der zweite Teil irgendwann in die Hände fallen, werde ich ihm aber eine Chance geben! 


Eine interessante Welt, die unserer gar nicht so unähnlich ist und daher zum Nachdenken anregt. Das Buch unterhält auf jeden Fall, blieb mir in diesem ersten Band aber noch etwas zu harmlos.

Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 11. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Whimbrel House



Der Creepy October schreitet voran und heute geht es um "Whimbrel House". 2021 erschien dieser paranormale Roman, in dem Amanda mit ihrer Mutter ein altes Hotel renovieren will. Dabei wecken sie jedoch die Geister der Vergangenheit auf, die eine schreckliche Geschichte über das ehemalige Waisenhaus, das sich in dem Gebäude einst befand, zu erzählen wissen.


Auch an das Schreiben von diesem Buch erinnere ich mich gerne zurück, denn das war nach "Bluebell Calwyn" auch mein zweiter Versuch, ein Buch komplett auf zwei Zeitebenen spielen zu lassen. Das hat erneut unfassbar viel Spaß gemacht und zum Glück fügte sich wie immer alles von ganz allein zusammen. Übrigens mag ich die kleine Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen hier sehr, die beiden haben einfach beim Schreiben zueinander gefunden.

Der gruseligste Ort für mich beim Schreiben war hier der Fahrstuhl im Hotel, der auch noch eine zentrale und sehr böse Rolle spielt.

Na, wollt ihr das Hotel und vielleicht sogar den Fahrstuhl betreten?

Samstag, 10. Oktober 2026

[Rezension] Ein Ort für die Ewigkeit - Val McDermid

 


 Titel: Ein Ort für die Ewigkeit

Autor:  Val McDermid

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 590
Cover: © Knaur
Begonnen: 04.09.2026
Beendet: 10.09.2026


Mein allererstes Buch von Val McDermid konnte mich leider nicht so recht in den Bann ziehen. Dennoch wollte ich der Autorin noch eine Chance geben und habe mich an "Ein Ort für die Ewigkeit" herangewagt. In diesem sehr ruhigen erzählen Kriminalroman geht es um ein Mädchen, das im Jahre 1963 verschwindet. Detektive Inspector George Bennett versucht alles, um den Fall aufzuklären und findet dann tatsächlich eine Spur, die zu einem Tatversächtigen und auch einer Hinrichtung führen soll.

Der Fall rund um die verschwundene Alison ist sehr interessant aufgebaut, auch wenn Val McDermid einen sehr ruhigen Schreibstil besitzt. Im Mittelpunkt steht das Dorf Scardale, in dem George auf eine Mauer des Schweigens stößt. Die Atmosphäre innerhalb des Ortes, in dem fast alle miteinander verwandt sind, hat mir gut gefallen. 

Nach gut 400 Seiten scheint der Fall rund um Alison erst einmal abgeschlossen zu sein, doch dann will die Journalistin Catherine Heathcote im Jahre 1998 ein Buch über den Fall schreiben. Nach so vielen Jahren kommt endlich die ganze Wahrheit ans Tageslicht. Besonders das Ende hat mir hier gefallen, auch wenn ich ehrlicherweise sagen muss, die ganze Zeit schon in diese Richtung gedacht zu haben.

Mein zweites Buch von Val McDermid konnte mich auf jeden Fall mitreißen, auch wenn er mir an manchen Stellen eine Spur zu ruhig erzählt wird und doch gerade am Anfang bei den Ermittlungen einige Längen vorhanden sind. Die Autorin widmet sich aber einem sehr schwierigen Thema, das im Jahr von Alisons Verschwinden wohl tatsächlich ganz anders betrachtet worden wäre als heutzutage. Mir hat dieser Roman und vor allem der Besuch in Scardale gefallen!



Ein ruhigen erzähler, aber dennoch fesselnder Kriminalfall, bei dem erst viele Jahre später die ganze erschreckende Wahrheit offenbart wird!

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 9. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Bluebell Calwyn - Die Hexe von Rainfiel




 2021 habe ich endgültig gemerkt, dass ich von Rainfield einfach nicht mehr loskomme und so war es an der Zeit, mich mit der Gründungsgeschichte des Ortes zu beschäftigen. Das hat auch extrem viel Spaß gemacht, denn es geht in "Bluebell Calwyn" um eine unheimliche Puppe, die sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit


auftaucht und für ganz schön viel Chaos sorgt.


Es ist auch eine Geschichte, die sich mit einer Hexenverfolgung beschäftigt und zeigt, wie schnell Menschen urteilen. Das kennen wir ja auch heute noch und es war interessant, hier die Parallelen zur Gegenwart zu sehen. Bluebell muss sehr viel Leid ertragen und versucht, dennoch irgendwie den Glauben an ihre Mitmenschen nicht zu verlieren. So ergeht es mir ja auch sehr oft, seit ich die Gesellschaft nur noch aus der Ferne beobachte.

2021 war übrigens das Jahr, in dem ich mich erstmals mit mehreren Zeitebenen befasst habe. Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert hat. 

Na, seid ihr bereit, euch mit den Anfängen von Rainfield zu beschäftigen?


Donnerstag, 8. Oktober 2026

[Rezension] Löcher - Louis Sachar


  Titel: Löcher

Autor:  Louis Sachar

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 286
Cover: © Gulliver
Begonnen: 05.09.2026
Beendet: 08.09.2026


Eine gemeinsame Leserunde brachte mich zu einem Buch, das ich schon lange lesen wollte. "Löcher" erzählt von einer Besserungsanstalt mitten in der texanischen Wüste, in der auch aus Stanley, der einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, wieder ein angepasstes Mitglied der Gesellschaft gemacht werden soll. Gemeinsam mit anderen Jungs, die eine Straftat begangen haben, muss er tagtäglich in der Hitze ein Loch ausgraben. Was ihn anfangs an seine Grenzen bringt, macht ihn schließlich immer stärker.

Stanley symbolisiert hier den typischen Außenseiter, der etwas übergewichtig ist und an seiner Schule keine Freunde hat. Im Camp Green Lake lernt er erstmal echten Zusammenhalt kennen und findet ihn Zero, den alle für dumm halten, nicht nur einen echten Freund, sondern erlebt mit diesem auch noch ein großes Abenteuer.

Mich hat der herausfordernde Alltag innerhalb der Besserungsanstalt von Anfang an gepackt, denn es wirkte alles so, als sollten die Jungs mit dem Löcher buddeln nur beschäftigt und gleichzeitig abgehärtet werden. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sich irgendwo noch ein Geheimnis verbirgt, das mit der Geschichte des Ortes verbunden ist.

Sehr angenehm baut der Autor auch die tragische Vergangenheit einer Lehrerin und eines Zwiebelverkäufers ein. Auf sehr leichte Art und Weise erzählt er damit auch von schwierigen Themen wie Rassismus. Etwas verwundert hat mich, wie wenig innerhalb des Camps rebelliert wird und wie sehr sich alle mit ihrem Schicksal abgefunden haben.

Mich hat das Abenteuer, in dem es für mich vorwiegend um Freundschaft, das Entdecken der eigenen Stärke und um Zusammenhalt geht, gut unterhalten. Mein einziger Kritikpunkt betrifft lediglich die vielen Zufälle, die für mich zu einem etwas übertriebenen Happy End führen. Der Geschichte hätte hier ein etwas kritischer Nachklang sicher besser gestanden, gerade wenn man sieht, wie oft das Buch als Schullektüre gelesen wird. Dennoch hatte ich großes Vergnügen, dieses Buch, das ich in meiner Kindheit schon einmal in der Hand hatte, als Erwachsene endlich kennengelernt zu haben. 


Ein unterhaltsames Abenteuer, in dem es um Freundschaft, das Entdecken der eigenen Stärken und echten Zusammenhalt geht. Nur das Ende besaß für mich leider keinen echten Nachklang ...

Ich vergebe 4 von 5.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Shy or Evil

 

Heute geht es beim Creepy October in Rainfield um den vierten Rainfield-Roman und gleichzeitig wohl auch den, der sehr viele harte Themen behandelt. 

Abermals geht es an die Rainfield High und wir begleiten Shirley an ihrem ersten Schultag, an dem sie direkt zur Außenseiterin wird. Auch Camper, der aufgrund seines Albinismus ebenfalls ausgegrenzt wird, hat es nicht leicht. Auf einer


Party eskaliert das Mobbing schließlich und die beiden werden in ein Spukhaus in der Ramshakle Road gesperrt. Am nächsten Morgen ist Shirley vollkommen anders und nicht mehr schüchtern ...

Allein wenn ich an diese Geschichte und das Schreiben denke, beschleunigt sich mein Puls, denn Shirleys Story ist böse und leider auch sehr schmerzhaft. Ich weiß gar nicht, wie viele Tränen ich damals beim Schreiben vergossen habe ...