Freitag, 9. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Bluebell Calwyn - Die Hexe von Rainfiel




 2021 habe ich endgültig gemerkt, dass ich von Rainfield einfach nicht mehr loskomme und so war es an der Zeit, mich mit der Gründungsgeschichte des Ortes zu beschäftigen. Das hat auch extrem viel Spaß gemacht, denn es geht in "Bluebell Calwyn" um eine unheimliche Puppe, die sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit


auftaucht und für ganz schön viel Chaos sorgt.


Es ist auch eine Geschichte, die sich mit einer Hexenverfolgung beschäftigt und zeigt, wie schnell Menschen urteilen. Das kennen wir ja auch heute noch und es war interessant, hier die Parallelen zur Gegenwart zu sehen. Bluebell muss sehr viel Leid ertragen und versucht, dennoch irgendwie den Glauben an ihre Mitmenschen nicht zu verlieren. So ergeht es mir ja auch sehr oft, seit ich die Gesellschaft nur noch aus der Ferne beobachte.

2021 war übrigens das Jahr, in dem ixh mich erstmals mit mehreren Zeitebenen befasst habe. Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert hat. 

Na, seid ihr bereit, euch mit den Anfängen von Rainfield zu beschäftigen?


Donnerstag, 8. Oktober 2026

[Rezension] Löcher - Louis Sachar


  Titel: Löcher

Autor:  Louis Sachar

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 286
Cover: © Gulliver
Begonnen: 05.09.2026
Beendet: 08.09.2026


Eine gemeinsame Leserunde brachte mich zu einem Buch, das ich schon lange lesen wollte. "Löcher" erzählt von einer Besserungsanstalt mitten in der texanischen Wüste, in der auch aus Stanley, der einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, wieder ein angepasstes Mitglied der Gesellschaft gemacht werden soll. Gemeinsam mit anderen Jungs, die eine Straftat begangen haben, muss er tagtäglich in der Hitze ein Loch ausgraben. Was ihn anfangs an seine Grenzen bringt, macht ihn schließlich immer stärker.

Stanley symbolisiert hier den typischen Außenseiter, der etwas übergewichtig ist und an seiner Schule keine Freunde hat. Im Camp Green Lake lernt er erstmal echten Zusammenhalt kennen und findet ihn Zero, den alle für dumm halten, nicht nur einen echten Freund, sondern erlebt mit diesem auch noch ein großes Abenteuer.

Mich hat der herausfordernde Alltag innerhalb der Besserungsanstalt von Anfang an gepackt, denn es wirkte alles so, als sollten die Jungs mit dem Löcher buddeln nur beschäftigt und gleichzeitig abgehärtet werden. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sich irgendwo noch ein Geheimnis verbirgt, das mit der Geschichte des Ortes verbunden ist.

Sehr angenehm baut der Autor auch die tragische Vergangenheit einer Lehrerin und eines Zwiebelverkäufers ein. Auf sehr leichte Art und Weise erzählt er damit auch von schwierigen Themen wie Rassismus. Etwas verwundert hat mich, wie wenig innerhalb des Camps rebelliert wird und wie sehr sich alle mit ihrem Schicksal abgefunden haben.

Mich hat das Abenteuer, in dem es für mich vorwiegend um Freundschaft, das Entdecken der eigenen Stärke und um Zusammenhalt geht, gut unterhalten. Mein einziger Kritikpunkt betrifft lediglich die vielen Zufälle, die für mich zu einem etwas übertriebenen Happy End führen. Der Geschichte hätte hier ein etwas kritischer Nachklang sicher besser gestanden, gerade wenn man sieht, wie oft das Buch als Schullektüre gelesen wird. Dennoch hatte ich großes Vergnügen, dieses Buch, das ich in meiner Kindheit schon einmal in der Hand hatte, als Erwachsene endlich kennengelernt zu haben. 


Ein unterhaltsames Abenteuer, in dem es um Freundschaft, das Entdecken der eigenen Stärken und echten Zusammenhalt geht. Nur das Ende besaß für mich leider keinen echten Nachklang ...

Ich vergebe 4 von 5.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Shy or Evil

 

Heute geht es beim Creepy October in Rainfield um den vierten Rainfield-Roman und gleichzeitig wohl auch den, der sehr viele harte Themen behandelt. 

Abermals geht es an die Rainfield High und wir begleiten Shirley an ihrem ersten Schultag, an dem sie direkt zur Außenseiterin wird. Auch Camper, der aufgrund seines Albinismus ebenfalls ausgegrenzt wird, hat es nicht leicht. Auf einer


Party eskaliert das Mobbing schließlich und die beiden werden in ein Spukhaus in der Ramshakle Road gesperrt. Am nächsten Morgen ist Shirley vollkommen anders und nicht mehr schüchtern ...

Allein wenn ich an diese Geschichte und das Schreiben denke, beschleunigt sich mein Puls, denn Shirleys Story ist böse und leider auch sehr schmerzhaft. Ich weiß gar nicht, wie viele Tränen ich damals beim Schreiben vergossen habe ...

Dienstag, 6. Oktober 2026

[Rezension] Darüber reden - Julian Barnes

  


Titel: Darüber reden

Autor:  Julian Barnes 

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 270
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 03.09.2026
Beendet: 07.09.2026


Im Jahre 2022 habe ich mit "Vom Ende einer Geschichte" mein erstes Buch von Julian Barnes gelesen, das sich auch als ein großes Highlight entpuppte. Etwas ernüchternd fand ich jedoch dann mein zweites Buch von ihm, nämlich "Die einzige Geschichte", denn das war für mich ein sehr einseitiger Einblick in eine Beziehung.
Nun konnte ich ein drittes Buch von ihm lesen und leider hat es mich erneut leider etwas enttäuscht.

Dabei ist die Erzählweise echt originell und hat mich abholen können, denn die drei Protagonisten, die hier so etwas wie eine Dreiecksbeziehung führen, sprechen den Leser direkt an als wären sie Teil eines Interviews. Das erschafft drei recht unterschiedliche Blickwinkel auf verschiedene Situationen. Später bekommen auch noch ein paar andere Charaktere eine Stimme, die einen Blick von außen auf das Dreiergespann werfen.

Die Story lässt sich recht einfach in einem Satz zusammenfassen: Stuart kommt mit Gillian zusammen, doch dann, am Tag seiner Hochzeit, verliebt sich Stuarts bester Freund Oliver in Gillian. Mit waren die Erzählstimmen von Stuart und Oliver zu ähnlich, manchmal hatte ich das Gefühl, die beiden wären ein und dieselbe Person. Es fiel mir manchmal schwer, sie auseinander zu halten. Leider war der Humor auch gar nicht meins, aber das liegt tatsächlich in erster Linie an mir, weil ich da echt schräg bin. Ich denke, das Buch lebt etwas von diesem typischen britischen Humor, mit dem ich noch nie etwas anfangen konnte.

Ich empfand die Charaktere leider als sehr anstrengend. Manchmal hätte ich sie gerne gepackt und durchgeschüttelt. Ich wusste auch nicht so recht, auf wessen Seite ich stehen sollte. Mir gefiel es nicht wirklich, dass alle nicht miteinander, sondern eben nur über einander geredet haben. So waren eigentlich alle Beziehungen und Freundschaften zum Scheitern verurteilt. Eventuell ging es Julian Barnes aber genau darum, dies aufzuzeigen ...


Obwohl ich die Erzählweise sehr originell fand, konnte mich die Geschichte dieser Dreiecksbeziehung nicht so recht abholen. Ich war viel zu oft genervt von den Charakteren und konnte mit dem Humor nur wenig anfangen.

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 5. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] "The Dew Wood Footage" und "Rainfield Afternoon Club"

 



Es geht weiter mit meinem Creepy October in Rainfield. Heute geht es um gleich zwei Bücher und Orte. "The Dew Wood Footage", ein Buch das eine Hommage an meinen Lieblingsfilm "Blair Witch Project" sein sollte, war der zweite Roman, der mich und die Leser nach Rainfield führte.

Als ich es geschrieben habe, waren wir das erste Mal wohnungslos im Auto und anfangs war es eine schwere Zeit sich mit der Kälte und den ganzen neuen Begebenheiten anzufreunden. Das habe ich genutzt, um mit dem Stift in der Hand den Dew Wood zu erkunden, der nun nach all den Jahren mein liebster Rückzugsort rund um Rainfield ist.

Gemeinsam mit vier Filmstudenten begeben wir uns hier in den Wald und folgen einer Spur, die in einem Tagebuch hinterlassen wurde. Das Schreiben hat unfassbar viel Spaß gemacht und auch wenn das Buch nur wenige Leser gefunden hat bisher, bin ich noch immer begeistert von dem Plottwist, der wie immer einfach so kam und selbst mich beim Schreiben verblüfft hat!

Ich liebe die Geschichte nach wie vor sehr und reise gedanklich hier noch immer mit der kleinen Gruppe in den Wald!

Der dritte Rainfield-Roman, entführte mich und den Leser in eine Straße, die später in zahlreichen Büchern und Geschichten noch vorkommen wird und selbst ich nach wie vor noch als unfassbar unheimlich und geheimnisvoll empfinde.


Vier recht unterschiedliche Jugendliche, die gemeinsam nachsitzen müssen, freunden sich und beschließen, ihrer Mathelehrerin einen Streich zu spielen. Als die vier das Haus der Lehrerin betreten sehen sie aber etwas, das sie nicht verstehen und das sie auf das dunkle Geheimnis der Straße aufmerksam macht. Etwas liegt nämlich tief unter der Oberfläche verborgen ...

Schmerzhaft war hier beim Schreiben ein Verlust, den ich als Autorin gar nicht kommen sah. Auch hier geht es wieder um das Paranormale und um die Vorgeschichte der wohl unheimlichsten Straße von Rainfield!

Sonntag, 4. Oktober 2026

[Rezension] Die Insel der nackten Frauen - Inger Frimansson

 


Titel: Die Insel der nackten Frauen

Autor:  Inger Frimansson

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 379
Cover: © btb
Begonnen: 02.09.2026
Beendet: 04.09.2026


Im vergangenem Jahr habe ich Inger Frimansson durch "Die Katze, die nicht sterben wollte" für mich entdeckt. Der originelle Roman besaß Tiefgang und Atmosphäre. Nun durfte ich mein zweites Buch der Autorin lesen.

"Die Insel der nackten Frauen" handelt von dem Kriminalschriftsteller Tobias, der auf den Hof seines Vater zurückkehrt, um seiner Stiefmutter zur Hand zu gehen. Dabei fühlt er sich gleich zu Sabina hingezogen und irgendwann kann er sich leider nicht mehr zurückhalten. Allerdings werden die beiden beobachtet ...

Ich liebe Autoren als Protagonisten in Büchern eigentlich sehr, da ich mich gut mit ihnen identifizieren kann. Mit Tobias hatte ich von Anfang an aber Probleme, vor allem da er mir auf den ersten Seiten zu oft das Wort "normal" benutzt. Ich hatte bei ihm das Gefühl, dass er kein echter Künstler ist, der in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Besonders Sabinas geistig behinderten Sohn verurteilt er - genau wie viele andere es in diesem Buch tun - sehr schnell.

Die Handlung nimmt erst Fahrt auf, als es zu einem Mord kommt. Inger Frimanssons Stil hat mir abermals gut gefallen und auch die Nebencharaktere wie Tobias Freundin und auch der Vater sind gut gezeichnet. Leider schafft es das Buch aber nicht so recht, Tiefgang zu entwickeln.

Auch die titelgebende Insel kommt nur am Anfang kurz vor, hat aber im Grunde überhaupt keinen Bezug zur Geschichte. Zum Ende hin gibt es zwar noch einige starke Momente, in denen die Abgründe in den Charakteren offensichtlich werden, aber vom Hocker reißen konnte mich dieses Buch leider nicht.


Mein zweites Buch von Inger Frimansson konnte mich leider nicht so sehr begeistern wie ihr erstes - was sicherlich an dem Hauotcharakter lag, der mir für einen Schriftsteller zu festgefahren war.

Ich vergebe 3 von 5.

Samstag, 3. Oktober 2026

[Rezension] Der Graumacher - René Paul Niemann

 


Titel: Der Graumacher

Autor:  René Paul Niemann

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 254
Cover: © Edition Imago
Begonnen: 31.08.2026
Beendet: 02.09.2026


Vor einem unheimlichen grauen Haus gerät Rita, die als Volontärin bei einer Zeitung arbeitet, ins stolpern und findet hinter einem Gitter eine seltsame Gravur in einem Stein. Ihr Interesse ist geweckt und mit ihrem Kollegen Delius forscht sie nach. Dabei findet sie nicht nur heraus, dass in dem Gebäude zu Kriegszeiten eine Nervenheilanstalt war, nein, sie erfährt auch von einem Mädchen, das dort gefangen gehalten wurde. Zeitgleich erkennt Rita, dass jemand sie verfolgt ...

"Der Graumacher" ist ein Thrillerdebüt, das ich schon vor Jahren aus einem Bücherschrank gefischt habe und dem ich nun endlich einmal eine Chance geben wollte. Ich liebe es ja, wenn Autoren als, verlassene Gebäude als Schauplatz wählen, hätte mir hier aber etwas mehr Atmosphäre gewünscht.

Der Schreibstil von René Paul Nieman ist nicht schlecht, war mir aber ein wenig zu detailliert an den eher unwichtigen Stellen. Dadurch geht leider sehr viel verloren. Zudem legt er den Augenmerk eher auf die Geschichte des Gebäudes als auf die Charaktere. So bleibt Rita im Grunde eine Fremde. Man begleitet sie, hat aber das Gefühl, nichts über sie oder auch andere Charaktere zu erfahren. Das erschwert das Mitfiebern.

Mir gefiel die Geschichte aus der Vergangenheit, die vielleicht einen eigenen Strang verdient hätte, um etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Leider verläuft die Handlung mit der Rückkehr des "Graumachers" irgendwann ins Leere. Mir war das Ende zu unkreativ.

Mich hat dieses Debüt an mein eigenes erinnert, den man spürt zwar Leidenschaft, aber gleichzeitig ist da eine gewisse Unsicherheit vorhanden. Ich denke aber, dass der Autor so die Möglichkeit hatte, sich selbst zu finden und zu steigern.


Ein Thrillerdebüt, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte, obwohl mir die Geschichte des Gebäudes gefiel ...

Ich vergebe 3 von 5.