Mittwoch, 12. August 2026

[Rezension] Böses Blut - Hilary Norman

  


Titel: Böses Blut

Autor:  Hilary Norman 

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2003

Seitenzahl: 574
Cover: © Bastei Lübbe

Begonnen: 09.07.2026
Beendet: 13.07.2026


Hilary Norman hat mich mit ihren Büchern schon durch meine Jugend begleitet und ich weiß, dass ich auch diesen Thriller damals bereits verschlungen habe. Auch beim zweiten Lesen hat mich die Lebensgeschichte von Laura direkt in den Bann gezogen und sehr berührt.

Wie erfahren erst einmal, wie Laura schon früh ihre Eltern verliert und dann in ein Mädchenpensionat gesteckt wird, in dem sie von ihrem Mitschülerin gemobbt wird. Auf einem Schulausflug eskaliert alles und sie ersticht die Anführerin der Mädchenclique. Diese eine Tat und die anschließende Zeit im Gefängnis prägen sie. Als sie ihren späteren Mann Roger kennenlernt, ahnt sie noch nicht, dass er sie nur auserwählt hat, weil sie seiner Meinung nach "böses Blut" besitzt ...

Ich liebe den leichten Schreibstil von Hilary Norman, der dennoch Tiefgang besitzt. Die Charaktere haben allesamt ihre Probleme, Narben und auch ihre Geheimnisse. Besonders interessant fand ich Laura beste Freundin Gus und ihre Geschichte, die auch gut ein eigenes Buch hätte füllen können. Mir gefiel der Zusammenhalt zwischen den beiden Frauen.

Für mich war "Böses Blut" ein echter Psychothriller. Besonders die Ehe mit Roger, in die Laura förmlich hineingezogen wird, sorgt für Gänsehaut. Roger ist nämlich einer der abartigsten Männer, den ich jemals in einem Buch getroffen habe. Sein Umgang mit seiner Frau hat mich echt geschockt. Mir tat Laura, die eigentlich nur ihren Platz sucht, furchtbar leid. Zum Ende hin eskaliert alles und auch wenn es sich auf den ersten Blick einfach löst, findet Roger hier doch nahezu die perfekte Rache. Für mich gehört dieses Buch definitiv zu den stärksten Werken der Autorin, das einen echten Sog ausübt. Ich werde an Lauras Geschichte sicher noch eine Weile zu knabbern haben!


Als großer Fan der Autorin halte ich "Böses Blut" für eins ihrer stärksten Bücher mit einem unfassbare Sog und vielschichtigen Charakteren!

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 11. August 2026

[Rezension] Zeitsprung ins Jetzt - Ali Sparkes

 


Titel: Zeitsprung ins Jetzt

Autor:  Ali Sparkes 

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 400
Cover: © Fischer

Begonnen: 10.07.2026
Beendet: 14.07.2026


Die Geschwister Rachel und Ben finden ein unterirdisches Labor, in dem sich zwei Kinder in ihrem Alter im Kälteschlaf befinden. Als Polly und Freddy erwachen, erzählen sie, dass sie aus dem Jahr 1956 stammen und nun unbedingt wissen wollen, was mit ihnen und ihrem Vater passiert ist. Allerdings sind bereits Geheimagenten auf der Suche nach ihnen ...

Durch den sehr leichten Schreibstil lässt sich dieses Kinder- beziehungsweise Jugendbuch sehr schnell lesen. Der Humor ist gelungen und lebt vor allem davon, dass sich Polly und Freddy plötzlich im Jahr 2007 zurechtfinden müssen. Die ganzen Ideen sind hier sicherlich nicht neu, besitzen aber einen guten unterhaltungswert.

Die vier Kinder/Jugendlichen als Protagonisten sind sehr angenehm. Jeder besitzt Eigenarten und es dauert nicht lange, bis die vier ein Team werden und dieses große Abenteuer gemeinsam meistern. Zum Ende hin nimmt die Spannung immer mehr zu, sodass es kaum möglich ist, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Geschichte hinter dem Kälteschlaf und die Sache mit den Agenten sowie der Regierung gefielen mir als junggebliebener Erwachsener allerdings nicht und ich glaube, als Jugendlicher oder gar als Kind hätte ich das alles noch weniger gemocht. Das ist allerdings auch mein einziger Kritikpunkt, denn ansonsten war es ein angenehmes Leseabenteuer!



Ein lockerleichtes, sehr amüsantes Jugendbuch mit tollen Charakteren. Nur die Hintergrundgeschichte war nicht so meins ...

Ich vergebe 4 von 5.


Montag, 10. August 2026

[Rezension] Der unheimliche Weg - Agatha Christie

 


Titel: Der unheimliche Weg

Autor:  Agatha Christie

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 1995

Seitenzahl: 160
Cover: © Scherz

Begonnen: 07.07.2026
Beendet: 09.07.2026


Mehrere Wissenschaftler verschwinden, darunter auch Tom Betterson. Als auch seine Frau nach einem Flugzeugabsturz stirbt, soll Sylvia, die ihr Leben gerade beenden will, als Spionin in ihre Rolle schlüpfen und die Hintermänner aufspüren ...

Mir war zu Beginn nicht klar, dass es sich bei "Der unheimliche Weg" nicht um einen typischen Christie-Krimi, sondern um einen Spionageroman handelt. Beim Lesen hatte ich auch tatsächlich das Gefühl, gar kein Buch von Agatha Christie zu lesen, denn hier gibt es keinen klassischen Fall, der gelöst werden muss. Stattdessen landen wie mitten im Kalten Krieg, doch echte Gefahr war für mich nicht spürbar und die ganze Geschichte wirkt furchtbar dünn und sehr schräg.

Interessant fand ich die Protagonistin Sylvia, die ganz ungewollt eine neue Identität bekommt und dann in einer ganz neuen Welt mitten in der Wüste landet. Allerdings fehlt es dem gesamten Buch an Spannung. Agatha Christie wollte hier sicherlich mal experimentell ein neues Genre ausprobieren, doch für mich funktionierte hier nur wenig. Eventuell liegt es aber auch daran, dass mich bisher noch nie ein Spionageroman wirklich mitgerissen hat. So war es auch mit diesem Buch, das für mich bisher das langweiligste war, was mir von der Autorin, die ich sonst sehr schätze, in die Hände fiel ...
 


Kein Krimi, sondern ein seltsamer Spionageroman, der mich nicht unterhalten und auch nicht mitreißen konnte ...

Ich vergebe 2 von 5

Sonntag, 9. August 2026

[Rezension] Gänsehaut - Der Schrecken, der aus der Tiefe kam - R. L. Stine

 


Titel: Gänsehaut - Der Schrecken, der aus der Tiefe kam

Autor:  R. L. Stine

Genre: Grusel

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 226
Cover: © Omnibus

Begonnen: 06.07.2026
Beendet: 12.07.2026


Noch immer liebe ich es, gemeinsam mit meinem Mann jene Bücher noch einmal zu lesen, die ich im meiner Kindheit und Jugend geliebt habe. "Der Schrecken, der aus der Tiefe kam" war allerdings ein Teil der Gänsehaut-Reihe, der mir schon damals nicht besonders gruselig vorkam.

Billy verbringt in dieser Geschichten die Ferien mit seiner Schwester Sheena auf dem Forschungsschiff seines Onkels. Im Meer trifft er allerdings nicht nur auf Fische und Haie, sondern auch auf ein Meeresungeheuer und auf eine Meerjungfrau.

Für mich fühlte sich dieser Teil eher wie ein Abenteuerbuch an. An Grusel fehlt es dieser Unterwasserwelt ein wenig, aber dennoch weiß die Geschichte zu unterhalten, denn Billy muss sich schließlich für die gefangene Meerjungsfrau einsetzen. Etwas origineller hätte ich allerdings eine böse Meerjungsfrau gefunden, denn irgendwie fehlte mir der echte Schrecken.

Spaß beim gegenseitigen Vorlesen hatten wir aber auch mit diesem Buch wieder! Das nostalgische Gefühl geht zum Glück nicht verloren!


Dieses Gänsehaut-Buch, das wir uns wieder gegenseitig vorgelesen haben, ist eher eine Abenteuergeschichte. Trotz fehlendem Grusel aber dennoch unterhaltsam!

Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 8. August 2026

[Rezension] Elisabeth - Kaiserin wider Willen - Brigitte Hamann


 Titel: Elisabeth - Kaiserin wider Willen

Autor:  Brigitte Hamann

Genre: Biografie

Erscheinungsjahr: 2013

Seitenzahl: 638
Cover: © Piper

Begonnen: 07.07.2026
Beendet: 10.07.2026


"Elisabeth - Kaiserin wider Willen" ist eine sehr umfangreiche Biografie, die das gesamte Leben von Sisi aufzeichnet. Dabei zeigt die Autorin ein sehr ehrliches Bild jener Frau, die gar keine Kaiserin sein wollte, viele Jahre in einem goldenen Käfig gefangen blieb und einige Schicksalsschläge einstecken musste. Spannend finde ich an Sisi ihr fehlendes Klassenbewusstsein und ihren Widerstand gegen die am Hof geltenden Regeln. 

Auf über 600 Seiten wird Elisabeth wirklich von allen Seiten beleuchtet. Angefangen mit ihrer Verlobung, stürzt sie sich schnell in ein Leben, das ihr selbst nur wenig gefiel und das sie immer unglücklicher sowie kränklicher machte. Ich habe in diesem Buch viele Dinge erfahren, die ich noch nicht wusste. So war mir gar nicht klar, dass ihr Sohn Selbstmord beging und sie selbst ermordet wurde.

Interessant sind die abgedruckten Bilder und auch die von Sisi verfassten Gedichte, die zeigen, dass aus ihr eher eine Dichterin und Schriftstellerin hätte werden sollen. Zum Ende hin wurden es mir hier allerdings zu viele Gedichte, die den Weg in diese Biografie fanden. 

So interessant ich die gesammelten Fakten hier auch fand, war mir die Erzählweise manchmal doch recht trocken und dadurch auch langatmig. Es fiel mir oft schwer, am Ball zu bleiben, besonders wenn es um die politischen Verstrickungen ging. Auch fehlte es mir an Nähe. Brigitte Hamann hat enorm viel Recherchearbeit geleistet und in diesem Buch, das wohl auch schon etliche Male überarbeitet und erweitert wurde, erfährt der Leser wohl nahezu alles über Sisi. Dennoch hätte mir eine etwas lebhaftere Erzählweise deutlich mehr gefallen.
 


Eine sehr umfangreiche und sicherlich perfekt recherchierte Biografie, die sich allerdings sehr überladen und dadurch trocken anfühlt beim Lesen.

Ich vergebe 3 von 5.

Freitag, 7. August 2026

[Spontane Leserunde] Der Friedhof der vergessenen Bücher - Carlos Ruiz Zafón

 


Es geht weiter im Sommer der spontanen Leserunden mit einem Buch mit Erzählungen von Carlos Ruiz Zafón über den "Friedhof der vergessenen Bücher", der aus seiner beliebten Buchreihe bereits bekannt ist. Mit dabei ist wieder meine Autorenkollegin Sandra Pulletz. Wer mit einsteigen will, kann das gerne tun

Leseabschnitte/einzelne Geschichten

1. Blanca und der Abschied

2. Namenlos

3. Ein junges Mädchen aus Barcelona

4. Die Feuerrose 

5. Der Fürst des Parnass

6. Eine Weihnachtsgeschichte

7. Alicia im Morgengrauen 

8. Graue Männer

9. Die Frau aus Dunst

10. Gaudi in Manhattan

11. Apokalypse in zwei Minuten


[Rezension] 18, Und schon am Ende? - Klara Obermüller

  


Titel: 18, Und schon am Ende?

Autor:  Klara Obermüller

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 1982

Seitenzahl: 148
Cover: © Benziger

Begonnen: 05.07.2026
Beendet: 07.07.2026


Als Ursula ihre Lehrstelle in einem Bücherladen verliert, bricht für sie ihre ganze Welt zusammen. Ihre Eltern haben ihr nämlich eingeredet, dass dies ihre allerletzte Chance sei und nun kommt es Ursula so vor, als wäre ihr Leben wirklich schon vorbei ...

Von der ersten Seite dieses Jugendbuches konnte ich mit Ursula mitfühlen, denn ich habe in meiner Teenagerzeit Ähnliches erlebt. Ursula findet ihren Platz einfach nicht und bekommt von ihren Eltern dauernd zu hören, dass sie eine Versagerin ist. Geliebt wird sie von niemanden und an sämtlichen Erwartungen ist sie längst zerbrochen. So ist es kein großes Wunder, dass sie kein Selbstvertrauen und auch keine Hoffnung mehr besitzt. 

Etwas geschockt hat mich der Verlauf des Romans, denn Ursula tut dasselbe, was ich in meiner Jugend versucht habe: Sie versucht sich das Leben zu nehmen, erwacht dann aber im Krankenhaus. Mit der Hilfe der Krankenschwester Marianne, die ihr einen Platz und ein offenes Ohr anbietet, schöpft Ursula neue Hoffnung auf eine eigene Zukunft fern von ihren Eltern. Die Autorin spricht hier sicher vielen Jugendlichen aus der Seele!
 


Ein sensibler Jugendroman, der sicherlich vielen Teenagern aus der Seele spricht!

Ich vergebe 5 von 5.