Donnerstag, 27. August 2026

[Rezension] Wenn wir uns wiedersehen - Mary Higgins Clark

  


Titel: Wenn wir uns wiedersehen

Autor:  Mary Higgins Clark

Genre: Thriller, Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 364
Cover: © Heyne
Begonnen: 24.07.2026
Beendet: 27.07.2026


Mary Higgins Clarks Bücher begleiten mich auch durch dieses Jahr und ich bin immer froh, wenn sie etwas originellere Themen aufgreift und auf die typischen naiven und zu abhängigen Frauen als Protagonistin verzichtet. Das war in diesem Buch zum Glück der Fall.

In "Wenn wir uns wiedersehen" geht es um Molly, die ihren Mann erschlagen haben soll, aich selbst aber nicht mehr an die Tat erinnert. Kurz zuvor hat sie herausgefunden, dass ihr Mann Gary eine Affäre hatte und von dieser Frau sogar ein Kind erwartet. So gesehen hat sie also ein recht eindeutiges Motiv. Als sie nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt, erhält Molly überraschenderweise Hilfe von einer alten Freundin. Fran will sie nicht nur für eine Show über wahre Verbrechen gewinnen, sondern ihr helfen, endlich die Wahrheit herauszufinden. Dabei stochern die beiden in ein Wespennest herum ...

Mir gefiel die kritische Betrachtung des Gesundheitssystems, in dem es mehr un Geld als um den Menschen geht. Alles scheint sich hier nämlich um die Klinik zu drehen, in der Gary vor seinem Tod tätig war. Gleichzeitig erscheinen aber noch andere Verdächtige und weitere Tote, die zeigen, dass der wahre Täter nicht will, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Ein klein wenig träge wirkt die Geschichte an einigen Stellen. So dauert es auch sehr lange bis Molly sich mit der Affäre ihres Mannes trifft, obwohl dies eigentlich die erste Anlaufstelle wäre, um Antworten zu finden. Ich empfand Fran zudem auch als viel tatkräftiger als Molly. Fran unterstützt ihre Freundin und ist es, die immer mehr Wahrheiten ausgräbt. Das Ende hatte ich in Teilen leider schon erwartet, denn vieles war mir eine Spur zu offensichtlich. Dennoch war dies für mich  mal wieder eins der stärkeren Bücher von Mary Higgins Clark, wenn auch nicht ihr Bestes!



Nicht das stärkste Buch von Mary Higgins Clark, aber dennoch eins von ihren besseren und kreativeren.

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 25. August 2026

[Rezension] Gänsehaut - Um Mitternacht, wenn die Vogelscheuche erwacht - R. L. Stine

 


Titel: Gänsehaut - Um Mitternacht, wenn die Vogelscheuche erwacht

Autor:  R. L. Stine

Genre: Grusel

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 226
Cover: © Omnibus

Begonnen: 14.07.2026
Beendet: 09.08.2026


Mit meinem Mann gemeinsam habe ich das nächste Buch aus der Gänsehaut-Reihe gelesen. Die Geschichte rund um die zum Leben erwachenden Vogelscheuchen ist - ähnlich wie die Story mit den Gartenzwergen und dem Monsterblut - ein echter Klassiker der Reihe für mich.

Jodie und Mark fahren in den Sommerferien wie immer zu ihren Großeltern auf eine Farm, doch in diesem Jahr ist einiges anders. Ihre Großeltern verhalten sich anders als sonst und der alte Stanley mit seinem Zauberbuch ist immer in der Nähe.

Ich finde Vogelscheuchen nach wie vor echt unheimlich und ich weiß auch noch, wie ich dieses Buch als Kind nachts gelesen hatte und dabei echt Angst hatte. Diese unheimliche Stimmung habe ich zum Glück auch als Erwachsene noch gespürt. Es ist spannend, mit Jodie und Mark das Geheimnis der Vogelscheuchen zu lösen und ihnen am Ende gegenüberzustehen. Ich hatte viel Spaß beim Vorlesen und auch beim Vorgelesen bekommen! Dafür ist die nostalgische Reihe für mich absolut perfekt geeignet!


Ein toller Gänsehautteil über unheimliche Vogelscheuchen, die zum Leben erwachen!
Ich vergebe 5 von 5.

Montag, 24. August 2026

[Rezension] Foulspiel - Angela Gerrits

 


Titel: Foulspiel

Autor:  Angela Gerrits

Genre: Jugendkrimi

Erscheinungsjahr: 2007

Seitenzahl: 204
Cover: © Carlsen

Begonnen: 22.07.2026
Beendet: 24.07.2026


In einer weiteren spontanen Leserunde haben wir uns dieses Mal einen Jugendkrimi aus der Labyrinthe-Reihe vorgenommen. Bisher hat mich fast jedes Buch aus der Reihe sehr gut unterhalten, denn die Geschichten werden schnörkellos und sehr spannend erzählt.

In "Foulspiel" wird der Leser direkt auf den ersten Seiten mit einer Tat konfrontiert, die Jenny begangen haben soll. Was genau geschehen und wer das Opfer ist, bleibt lange im Nebel verborgen und das macht diesen Jugendkrimi ungemein spannend.

Wir erleben, wie Jenny mit ihrer Mutter nach Hamburg zieht und dort eigentlich gar nicht bleiben möchte. Durch einen Unfall lernt sie jedoch Marco kennen, verliebt sich und erkennt dabei gar nicht, was alles um sie herum passiert. Zeitgleich kommt sie nämlich noch auf die Spur ihres leiblichen Vaters, den ihre Mutter ihr viele Jahre verschwiegen hat.

Langweilig wird die Geschichte zu keinem Zeitpunkt und es macht Spaß, selbst darüber nachzudenken, wie alles zusammenpasst. Jenny mag zwar etwas naiv sein, aber das ließ sich hier leicht mit der rosaroten Brille erklären, die sie trägt. Das Ende ist zwar einfach gehalten, aber die ganzen Zusammenhänge empfand ich als sehr stimmig. Für mich war"Foulspiel" eine tolle Unterhaltung und eine passende Lektüre für eine Leserunde!




Ein unterhaltsamer Jugendthriller, der zu eigenen Mutmaßungen einlädt und schnörkellos eine sehr gute Spannung bietet!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 22. August 2026

[Rezension] Samsara - Doris Dörrie

 


Titel: Samsara

Autor:  Doris Dörrie

Genre: Kurzgeschichten

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 332
Cover: © Diogenes

Begonnen: 21.07.2026
Beendet: 23.07.2026


Als großer Fan von Doris Dörrie musste ich unbedingt mal wieder ein Buch von ihr lesen. Von ihren Kurzgeschichten war ich bisher immer sehr begeistert, da sie stets miteinander verbunden sind und dadurch viele Blickwinkel präsentieren. "Samsara", was sowohl der Titel der Sammlung, als auch einer der Geschichten ist, bezeichnet dabei den ewigen Kreislauf des Lebens mit der Geburt, dem Tod, der Widergeburt und dem Leiden. Ums Leiden geht es bei Doris Dörrie auch, denn sie schaut wie gewohnt hinter die Fassade ihrer Charaktere.

Neben überforderten Müttern, magersüchtigen Töchtern, verlorener Liebe und der typischen Midlife-Crisis erzählt Dörrie auch von Anna, die im 16. Jahrhundert lebt. Wir begleiten sie auf ihrem Weg zu Gott, was wie ein großer Kontrast zu den Erzählungen aus der heutigen Zeit wirkt, in Wahrheit aber auch nur eine Suche nach der eigenen Identität beschreibt.

Wie so oft bei einem Kurzgeschichtenband gefallen einige Erzählungen mehr als andere. Ich empfand die ersten Geschichten als etwas tiefgründiger als die letzten, die teilweise etwas schwammig wirken. Aus ihnen konnte ich letztendlich weniger mitnehmen. Dennoch habe ich "Samsara" sehr gerne gelesen und ich halte Doris Dörrie nach wie vor für eine sehr talentierte Autorin, die auf ganz charmante Art ihre Finger fest in die Wunden der heutigen Gesellschaft drückt!



Abermals konnte mich Doris Dörrie mit ihrem Tiefgang und ihrem scharfen Blick überzeugen, auch wenn ich die ersten Geschichten hier stärker als die letzten fand!

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 20. August 2026

[Rezension] Die Schwestern von Midford Manor - Unter Verdacht - Jessica Fellowes

   


Titel: Die Schwestern von Mitford Manor - Unter Verdacht

Autor:  Jessica Fellowes 

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 494
Cover: © Piper

Begonnen: 17.07.2026
Beendet: 21.07.2026


Angezogen von dem Vergleich mit "Downton Abbey" auf dem Buchrücken habe ich den ersten Teil der Reihe rund um "Die Schwestern von Mitford Manor" gelesen. Die Autorin entführt in die goldenen 20er Jahre und beschäftigt sich mit einem echten historischen Mordfall, der bis heute ungeklärt geblieben ist. Die Krankenschwester Florence Nightingale Shore wird in einem Zug brutal erschlagen und verstirbt wenig später im Krankenhaus. In dieser Geschichte nehmen das neue Kindermädchen Louisa, die vor ihrem Onkel flieht und Nancy Mitford die Ermittlungen auf.

So interessant der Fall auch beginnt, so träge verläuft leider dieses Buch. Ich wurde nicht so recht warm mit den Charakteren, die hier recht schnell zueinander finden und Detektive spielen. Auch die Zeit war für mich leider nicht so recht spürbar. Durch die kurzen Kapitel liest es sich zwar sehr leicht, aber ich hatte das Gefühl, dass die Krimihandlung nicht im Fokus steht und nur schleppend vorankommt. Spannung war für mich keine spürbar. 

Die Wendungen peppen das ganze zwar ein wenig auf, aber retten könnten diese den Roman für mich nicht. Ich war tatsächlich froh, als ich endlich durch war und so sollte sich Lesen definitiv nicht anfühlen. Die Idee ist sicherlich nicht schlecht, doch durch den zu leichten Stil und die fehlende Atmosphäre wird hier kaum etwas aufgebaut, das mitreißen kann!



Leider wurde der Krimi mit jeder Seite träger und leerer, obwohl der echte historische Fall eigentlich die perfekte Ausgangslage bietet. Für mich leider eine Enttäuschung!

Ich vergebe 2 von 5

Dienstag, 18. August 2026

[Rezension] Der Geblendete - Dean Koontz

 


Titel: Der Geblendete 

Autor:  Dean Koontz

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2003

Seitenzahl: 888
Cover: © Heyne

Begonnen: 16.06.2026
Beendet: 22.06.2026


Die letzten Bücher, die ich von Dean Koontz gelesen habe, gehörten eher seiner quantitativen Phase an, weswegen ich diesen Wälzer, der fast 900 Seiten umfasst, erst einmal eine ganze Weile vor mich hergeschoben habe. Doch nun habe ich mich herangewagt und dabei ein echtes Meisterwerk entdecken dürfen, das vom Stil und Aufbau stark an Stephen King erinnert.

Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweise. So lernen wir mit Junior Cain erst einmal einen Mann kennen, der das abgrundtief Böse darstellt, denn er tötet gleich auf den ersten Seiten seine Frau Naomi, die er eigentlich liebt. Das Töten liebt er allerdings noch viel mehr und es zeigt sich schnell, dass er auch schon etliche Frauen missbraucht hat.

Eine dieser Frauen ist von ihm schwanger, stirbt aber bei der Geburt. Gleichzeitig wird auch noch der Junge Bartolomew geboren, der im Alter von drei Jahren erblinden wird, aber dennoch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen soll. Wie alles zusammengeführt wird, kann man über viele hundert Seiten nur erahnen, doch spielt das Paranormale und vor allem die Frage, ob es mehrere Wirklichkeiten gibt, eine sehr große Rolle.

Ich hatte wirklich Angst vor den knapp 900 Seiten, doch das war unbegründet, denn ich flog förmlich durch das Buch, denn die vielschichtigen Charaktere reißen einfach mit. Einen klassischen Horrorroman findet man hier allerdings nicht, ich würde es eher als psychologischen Horror bezeichnen, im dem auch sehr viele philosophische Fragen eine Rolle spielen. Junior Cain, der keinerlei Grenzen zu kennen scheint, steht Kindern gegenüber, die wohlbehütet aufwachsen und noch gar nicht wissen, wie grausam die Welt ist. Das gefiel mir ausgesprochen gut und ich glaube fast, dass ich mit "Der Geblendete" nun das stärkste, intensivste und auch berührendste Buch von Koontz gelesen habe! Für mich war dieses Werk ein großes Highlight!




"Der Geblendete" hat mich auf fast 900 Seiten bestens unterhalten und mich an die alten King-Romane erinnert. Für mich ist das wohl das stärkste, intensivste und emotionalste Buch von dean Koontz!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.

Sonntag, 16. August 2026

[Rezension] Blueprint - Blaupause - Charlotte Kerner

  


Titel: Blueprint - Blaupause 

Autor:  Charlotte Kerner 

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 204
Cover: © Gulliver

Begonnen: 15.07.2026
Beendet: 17.07.2026


In einer kleinen, spontanen Zweier-Leserunde haben wir uns mit dem Buch "Blueprint - Blaupause" beschäftigt, in dem es um die berühmte Komponistin Iris geht, die an MS erkrankt und ihr Talent erhalten will. So entschließt sie sich dafür, selbst klonen zu lassen und nennt ihr Kind, das gleichzeitig auch ihr Zwilling ist, Siri. Die beiden scheinen so sehr miteinander verbunden zu sein, dass für Siri kein eigenes und freies Leben möglich ist. Erst nach dem Tod von Iris beginnt das Mädchen, ihr Leben als Klon zu reflektieren, zu verstehen und auch zu teilen.

Der Stil, den die Autorin auserwählt hat, ist gerade zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, obwohl er sehr gut zu der Geschichte passt. Mal berichtet Siri von ihren Gedanken, mal spricht sie ihre Mutter/Schwester direkt an und mal greift ein auktorialer Erzähler ein, der das Gesamtbild abbildet. Der Stil beschreibt gut, dass Siri sich oftmals nicht als Individium betrachtet, funktioniert an einigen Stellen aber nicht ganz so gut. Spannend hätte ich hier auch noch Iris' eigene Sicht gefunden, denn sie wirkt in der Erzählung sehr kühl, distanziert und egoistisch. Was hat sie beispielsweise in ihren Tagebüchern hinterlassen?

Charlotte Kerner beschreibt das Leben von einem Klon, erzählt aber gleichzeitig auch von den Erwartungen und Hoffnungen, die viele Eltern in ihre Kinder setzen. Viele möchten in ihren Nachkommen ja eine Version von sich selbst sehen. Bei Iris ist da zusätzlich noch der Wunsch, ihr eigenes Talent zu bewahren. Obwohl in diesem Buch sehr oft das Wort "Liebe" fällt, ist das, was sich da zwischen Siri und Iris befindet, sicherlich etwas ganz anderes. 

Ethische und moralische Fragen werden aufgeworfen und letztendlich geht es auch darum, was genau uns als Mensch eigentlich aus und auch einzigartig macht. Als Schullektüre kann ich mir das Buch gut vorstellen, denke aber, dass der Stil und Aufbau einige Schüler abschrecken könnte. Mir hat das Buch auf jeden Fall gefallen und zum Nachdenken angeregt.


Ein interessanter Einblick in eine sehr spannende Thematik, bei der nur der Stil das Lesen und tiefe Abtauchen ein wenig erschwert.
Ich vergebe 4 von 5.