Samstag, 31. Januar 2026

[Rezension] Das Löwenmädchen - Erik Fosnes Hansen

 


 Titel: Das Löwenmädchen

Autor:  Erik Fosnes Hansen

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 385
Cover: © Kiepenheuer & Witsch
Begonnen: 12.01.2026
Beendet: 15.01.2026


Im Jahre 1912 kommt in einem winzigen, norwegischen Dorf ein Kind zur Welt, das am ganzen Körper feine blonde Haare hat. Die Mutter der kleinen Eva stirbt bei der Geburt und ihr Vater ist mit dem ungewöhnlichen Baby erst einmal überfordert, lernt es dann aber lieben und will es vor der großen Welt beschützen. Doch Eva will irgendwann all die Dinge sehen und erleben, die andere auch erleben dürfen ...

"Das Löwenmädchen" klang vom Klappentext her nach einem Buch mit viel Emotionen und einer wichtigen Botschaft. Leider ist der Schreibstil von Erik Fosnes Hansen sehr überladen. Der Autor beschreibt alles bis ins kleinste Detail, vergisst dabei aber seine Figuren, die alle sehr farblos und leider auch recht leblos wirken.

Eva selbst schließt der Leser zwar schnell ins Herz und es gibt einige wirklich starke Momente voller Menschlichkeit in diesem Roman. Doch leider gehen auch die durch die träge Erzählweise immer wieder verloren. Manchmal driftet der Autor meilenweit ab und findet nicht wirklich den Weg in die Seele seiner Charaktere.

Vielleicht hätte ich dem Buch mehr Zeit widmen sollen, aber ab einem gewissen Punkt hatte mich die Geschichte bereits verloren. Für mich war leider auch kein echter roter Faden erkennbar, auch wenn ich Evas Entwicklungen selbst ganz interessant fand. So sehr ich sie auch mochte, blieb da aber bis zum Ende leider eine gewisse Distanz vorhanden ...


Ein Roman, der so ein wichtiges Thema behandelt und doch durch den überladenen Schreibstil weder ein eigenes Tempo findet, noch einen roten Faden. Schade ...

Ich vergebe 2 von 5.

Donnerstag, 29. Januar 2026

[Rezension] Die Toten von Fleat House - Lucinda Riley


  Titel: Die Toten von Fleat House

Autor:  Lucinda Riley

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2023

Seitenzahl: 544
Cover: © Goldmann
Begonnen: 09.01.2026
Beendet: 14.01.2026


Der 18-jährige Charlie wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Was auf den ersten Blick wie ein Unfall aussieht - er hat die falschen Tabletten eingenommen - entpuppt sich schließlich als Mord, als es auf dem Internat noch zu weiteren rätselhaften Todesfällen kommt. Detective Inspector Jazz Hunter, die ihren Job eigentlich gekündigt hat, forscht nach und kommt gleich mehreren dunklen Geheimnissen auf die Spur!

Lucindas Einzelbände rund um düstere Familiengeheimnisse haben mich vor vielen Jahren mit einem Genre vertraut gemacht, von dem ich dachte, eigentlich nichts mit anfangen zu können. Doch Riley besitzt eine wundervolle Art des Geschichtenerzählens und so war ich ihren Werken schnell verfallen. "Die Toten von Fleat House" stammt aus ihrem Nachlass und wurde bereits 2006 verfasst. Es handelt sich um ihren einzigen Krimi, der wohl der Auftakt einer Reihe werden sollte.

Jazz Hunter als Ermittlerin gefiel mir hier sehr gut, denn sie bringt auch eine eigene Geschichte mit, denn schließlich wurde sie von ihrem Mann, der zeitgleich auch noch ihr Kollege ist, betrogen. Auf der Dienststelle wussten alle lange vor ihr davon und demzufolge hat sie nun keine Lust mehr auf den Job und will lieber Künstlerin werden. Doch der Fall des toten Internatsschülers interessiert sie und sie beginnt, in die richtige Richtung zu ermittelt.

"Die Toten von Fleat House" orientiert sich an einem klassischen Krimiaufbau. Jazz befragt die Leute aus dem Umfeld des Internats und deckt nebenbei - wie es sich bei Lucinda Riley gehört - noch ein altes Familiengeheimnis auf. Das Ende weiß zu überraschen. Schade, dass diese Reihe nicht fortgesetzt werden kann ...


Ein klassisch aufgebauter Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin und einem spannenden Schauplatz!

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 27. Januar 2026

[Rezension] Everlasting - Der Mann, der aus der Zeit fiel - Holly-Jane Rahlens


 Titel: Everlasting

Autor:  Holly-Jane Rahlens

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 432
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 08.01.2026
Beendet: 12.01.2026


Finn lebt im Jahr 2264, in der die Liebe nahezu ausgestorben und die Geburtenrate immer weiter sinkt. Er ist Historiker und ein Fachmann für die tote Sprache Deutsch. Als ein geheimnisvolles Tagebuch gefunden wird, soll er dieses lesen und übersetzen. Anfangs nimmt er das Tagebuch des jungen Mädchens nicht ernst, doch dann reist er durch die Zeit und schaut Eliana zum ersten Mal in die Augen ...

Es gibt kein "Ich" in der Zukunft, in der Finn lebt. Die Menschen sprechen über sich immer in der dritten Person, was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, doch perfekt zu der Welt passt. Es ist eine sehr kalte, gefühlsarme Welt, in der es keine romantische Liebe gibt. Finn, der nie daran gedacht hat, etwas zu hinterfragen, reist erst einmal nur beim Lesen des Tagebuchs und dann auch körperlich durch die Zeit. Das sorgt natürlich für viele witzige Momente, da er vieles aus der Vergangenheit nicht verstehen kann.

Die Autorin legt hier viel Wert auf Beschreibungen. Mir gefiel die Erzählform, denn sowohl das Tagebuch, das auszugsweise natürlich auch eine Rolle spielt, als auch Finns amüsante Zeitreisen, sorgen für eine tolle Dynamik. Etwas Charaktertiefe und vielleicht auch etwas mehr Momente zwischen ihm und Eliana hätte es für mich aber noch gebraucht, um ihre Liebe etwas intensiver zu spüren. Mir fehlte der letzte Funken! Dennoch fand ich diesen Genremix, der sich fast schon als Sci-Fi-Lovestory beschreiben lässt, sehr originell!


Ein spannender Genremix, der zwei Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten, durch eine schöne Liebesgeschichte verbindet! Ich habe das Buch gerne gelesen!


Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 25. Januar 2026

[Rezension] Das Verhängnis - Joy Fielding

 


 Titel: Das Verhängnis

Autor:  Joy Fielding

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 414
Cover: © Goldmann
Begonnen: 07.01.2026
Beendet: 09.01.2026


Alles beginnt in einer Bar mit einer typischen Wette unter Männern. Der erste, der mit der einsam wirkenden Suzy im Bett landet, ist der Gewinner. Suzy entscheidet sich, den Abend mit dem sensiblen Will zu verbringen, doch am nächsten Morgen beginnt ein ganz anderes Spiel ...

In "Das Verhängnis" widmet sich Joy Fielding, die mich gefühlt schon mein halbes Leben lang mit ihren Büchern begleitet, mal wieder ihrem Lieblingsthema, geht es doch um Männer, die Frauen alles andere als anständig behandeln. Suzy selbst steckt in einer gewalttätigen Ehe fest, während Jeff eine offene Beziehung führt und Tom gerade mit einer Scheidung konfrontiert wird, die er nicht akzeptieren will. Dadurch ergeben sich hier Dynamiken, die sich schließlich verselbstständigen und zu einem wahren Pulverfass werden.

Ein echter Thriller ist "Das Verhängnis" sicherlich nicht. Das Werk unterscheidet sich deutlich von anderen Büchern der Autorin, denn hier ist lange Zeit nicht klar, wie sich alles entwickelt wird und von wem eventuell eine tödliche Gefahr ausgeht. Schlucken musste ich öfter bei Toms Abschnitten, denn hier zeigt sich, dass er Frauen im Grunde nur als Objekte ansieht.

Mir gefiel es, dass lange Zeit gar nicht so ersichtlich ist, wer mit wem spielt. Im großen Showdown eskaliert schließlich alles und es gibt sogar noch eine echt coole Wendung, die ich nicht erwartet habe. Mich konnte dieses Buch bestens unterhalten! 


Ungewöhnlich und mit einer coolen Wendung! Mich konnte das Buch perfekt unterhalten!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 23. Januar 2026

[Rezension] Schöne Gegend - Ross Raisin

 


Titel: Schöne Gegend

Autor:  Ross Raisin

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2007

Seitenzahl: 320
Cover: © Karl Blessing Verlag
Begonnen: 03.01.2026
Beendet: 07.01.2026


Sam Marsdyke ist nach einem Vorfall mit einer Mitschülerin von der Schule geflogen und arbeitet nun auf der Schaffarm seiner Eltern. Er ist ein Außenseiter und sein Ruf ist längst ruiniert, als das neue Nachbarsmädchen Josephine sich für ihn zu interessieren beginnt. Die beiden hauen gemeinsam ab, doch ihre Flucht endet früher als gedacht ...

Mir "Schöne Gegend", das vom Cover beinahe wie ein Regionalkrimi wirkt, von Ross Raisin habe ich mich leider von Anfang an sehr schwer getan, obwohl ich Sam als Hauptcharakter sehr spannend fand. Leider verzichtet der Autor auf Anführungszeichen in der wörtlichen Rede, wodurch gerade Dialoge nur schwer zu folgen sind. Natürlich ist dies ein bewusstes Stilmittel, das sicherlich Sams eigenwilligen Charakter unterstreichen soll, doch mich riss es immer wieder aus der Handlung.

Bis zur gemeinsamen Flucht plätschert das Buch ausgesprochen träge vor sich hin. Der Autor erzählt alles aus Sams Außenseiter-Sicht und lange passiert erst mal gar nichts, obwohl hier wirklich beinahe krampfhaft versucht wird, Tiefe zu erzeugen. Die gemeinsame Flucht von Josephine und Sam beginnt erst im letzten Drittel des Buches und wird recht schnell erzählt. Für mich war zwischen ihm und dem Mädchen keine echte Verbindung spürbar. Auf mich wirkte das ganze Werk irgendwie wie eine Rohfassung, der es an Tiefe und einen gewissen Feinschliff fehlte.


Die Geschichte vom Außenseiter Sam, der ungewollt in eine gewisse Rolle gedrängt wird, hätte mich eigentlich begeistern müssen, aber die Erzählform ist sehr träge und es fehlt leider an Tiefe.

Ich vergebe 2 von 5.

Mittwoch, 21. Januar 2026

[Rezension] Schneeblüte - Nancy Pickard

 


 Titel: Schneeblüte

Autor:  Nancy Pickard

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2007

Seitenzahl: 416
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 03.01.2026
Beendet: 07.01.2026


An jenem Tag, an dem Mitch und Abby zum ersten Mal miteinander schlafen wollen, wird nicht nur eine unbekannte Tote aufgefunden. Nein, Mitch verschwindet und Abby bekommt nur zu hören, dass sie selbst der Grund dafür ist. Damit muss Abby schließlich leben - bis 17 Jahre später Mitchs Mutter stirbt und Mitch zurückkehrt ...

Die Autorin erzählt in einem Vergangenheitsstrang von den damaligen Geschehnissen, lässt die Charakter, die in all den Jahren irgendwie nie so wirklich miteinander gesprochen haben, aber auch in der Gegenwart aufeinanderprallen. Den Anfang mit dem Auffinden des toten Mädchens im Jahre 1987 fand ich noch halbwegs interessant, denn der Leser erfährt hier bereits, dass Mitch etwas gesehen hat, das er nicht sehen sollte. Danach lässt das Buch allerdings nach und verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit.

Verstehen konnte ich beispielsweise nicht, warum Mitch und Abby damals - als sie so unfassbar verliebt ineinander waren - nicht versucht haben, sich zu kontaktieren. Nimmt man es wirklich einfach so hin, wenn der Freund plötzlich verschwindet? Zum anderen geht es natürlich auch um das namenlose tote Mädchen, von dem der Leser aber schnell erfährt, um wen es sich handelt. Das große Geheimnis, das um sie gemacht wurde, war für mich nicht wirklich spannend.

Ich habe mich wieder einmal bis zum Ende durchgequält. das zwar ganz nett war, aber für mich die sehr oberflächliche Erzählung nicht so recht retten konnte. Vermutlich wäre es besser gewesen, das Buch abzubrechen ...


Schon zu Beginn des Jahres gab es für mich den ersten Flop, denn dieser Thriller war zäh wie Kaugummi und wenig überraschend.

Ich vergebe 2 von 5.


Montag, 19. Januar 2026

[Rezension] Das Schneemädchen - Eowyn Ivey

 


Titel: Das Schneemädchen

Autor:  Eowyn Ivey

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 464
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 29.12.2025
Beendet: 04.01.2026


Mabel und Jack fangen in den 20er Jahren ein ganz neues Leben als Farmer in Alaska an. Sie fliehen vor dem Schmerz darüber, keine Kinder bekommen zu können. Der erste Winter stellt sich bereits vor einer großen Herausforderung, besonders da Mabel immer depressiver wird. Doch dann bauen sie gemeinsam ein Mädchen aus Schnee und nur einen Tag später taucht ein Wintermädchen auf, das ihr Leben komplett auf den Kopf stellt ...

"Das Schneemädchen" ist ein sehr ruhiger, teilweise sehr poetischer Roman, der in die Einsamkeit Alaskas entführt. Sehr melancholisch beschreibt die Autorin das einfache Landleben und die Ehe von Mabel und Jack. Beide leben mit den Jahreszeiten, kümmern sich im Winter um ihre Felder und hoffen im Winter, irgendwie über die Runden zu kommen. Doch dann taucht da dieses Mädchen auf, das beide aus der Melancholie führt.

Beinahe magisch wird zu Beginn von dem rätselhaften Mädchen erzählt, von dem auch der Leser erst einmal nicht weiß, ob es real ist oder nicht. Für mich ließ die Geschichte aber irgendwann leider nach, als das Mädchen immer realer und greifbarer wird. Von der Handlung her passiert in diesem Buch nämlich reichlich wenig. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass die Autorin in erster Linie die Einsamkeit Alaskas und die Hürden eines solchen einfachen Lebens beschreiben will. Mabels Entwicklungen haben mir gefallen, doch das Ende selbst kam mir lieblos und etwas unkreativ. Die Seele des Romans ging in einem der vielen Winter leider verloren!


Magisch beginnt dieser sehr ruhige und melancholische Roman, doch dann geht immer mehr verloren und ich weiß letztendlich gar nicht so recht, was die Autorin hier genau erzählen wollte ...

Ich vergebe 3 von 5.