Montag, 5. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] "The Dew Wood Footage" und "Rainfield Afternoon Club"

 



Es geht weiter mit meinem Creepy October in Rainfield. Heute geht es um gleich zwei Bücher und Orte. "The Dew Wood Footage", ein Buch das eine Hommage an meinen Lieblingsfilm "Blair Witch Project" sein sollte, war der zweite Roman, der mich und die Leser nach Rainfield führte.

Als ich es geschrieben habe, waren wir das erste Mal wohnungslos im Auto und anfangs war es eine schwere Zeit sich mit der Kälte und den ganzen neuen Begebenheiten anzufreunden. Das habe ich genutzt, um mit dem Stift in der Hand den Dew Wood zu erkunden, der nun nach all den Jahren mein liebster Rückzugsort rund um Rainfield ist.

Gemeinsam mit vier Filmstudenten begeben wir uns hier in den Wald und folgen einer Spur, die in einem Tagebuch hinterlassen wurde. Das Schreiben hat unfassbar viel Spaß gemacht und auch wenn das Buch nur wenige Leser gefunden hat bisher, bin ich noch immer begeistert von dem Plottwist, der wie immer einfach so kam und selbst mich beim Schreiben verblüfft hat!

Ich liebe die Geschichte nach wie vor sehr und reise gedanklich hier noch immer mit der kleinen Gruppe in den Wald!

Der dritte Rainfield-Roman, entführte mich und den Leser in eine Straße, die später in zahlreichen Büchern und Geschichten noch vorkommen wird und selbst ich nach wie vor noch als unfassbar unheimlich und geheimnisvoll empfinde.


Vier recht unterschiedliche Jugendliche, die gemeinsam nachsitzen müssen, freunden sich und beschließen, ihrer Mathelehrerin einen Streich zu spielen. Als die vier das Haus der Lehrerin betreten sehen sie aber etwas, das sie nicht verstehen und das sie auf das dunkle Geheimnis der Straße aufmerksam macht. Etwas liegt nämlich tief unter der Oberfläche verborgen ...

Schmerzhaft war hier beim Schreiben ein Verlust, den ich als Autorin gar nicht kommen sah. Auch hier geht es wieder um das Paranormale und um die Vorgeschichte der wohl unheimlichsten Straße von Rainfield!

Sonntag, 4. Oktober 2026

[Rezension] Die Insel der nackten Frauen - Inger Frimansson

 


Titel: Die Insel der nackten Frauen

Autor:  Inger Frimansson

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 379
Cover: © btb
Begonnen: 02.09.2026
Beendet: 04.09.2026


Im vergangenem Jahr habe ich Inger Frimansson durch "Die Katze, die nicht sterben wollte" für mich entdeckt. Der originelle Roman besaß Tiefgang und Atmosphäre. Nun durfte ich mein zweites Buch der Autorin lesen.

"Die Insel der nackten Frauen" handelt von dem Kriminalschriftsteller Tobias, der auf den Hof seines Vater zurückkehrt, um seiner Stiefmutter zur Hand zu gehen. Dabei fühlt er sich gleich zu Sabina hingezogen und irgendwann kann er sich leider nicht mehr zurückhalten. Allerdings werden die beiden beobachtet ...

Ich liebe Autoren als Protagonisten in Büchern eigentlich sehr, da ich mich gut mit ihnen identifizieren kann. Mit Tobias hatte ich von Anfang an aber Probleme, vor allem da er mir auf den ersten Seiten zu oft das Wort "normal" benutzt. Ich hatte bei ihm das Gefühl, dass er kein echter Künstler ist, der in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Besonders Sabinas geistig behinderten Sohn verurteilt er - genau wie viele andere es in diesem Buch tun - sehr schnell.

Die Handlung nimmt erst Fahrt auf, als es zu einem Mord kommt. Inger Frimanssons Stil hat mir abermals gut gefallen und auch die Nebencharaktere wie Tobias Freundin und auch der Vater sind gut gezeichnet. Leider schafft es das Buch aber nicht so recht, Tiefgang zu entwickeln.

Auch die titelgebende Insel kommt nur am Anfang kurz vor, hat aber im Grunde überhaupt keinen Bezug zur Geschichte. Zum Ende hin gibt es zwar noch einige starke Momente, in denen die Abgründe in den Charakteren offensichtlich werden, aber vom Hocker reißen konnte mich dieses Buch leider nicht.


Mein zweites Buch von Inger Frimansson konnte mich leider nicht so sehr begeistern wie ihr erstes - was sicherlich an dem Hauotcharakter lag, der mir für einen Schriftsteller zu festgefahren war.

Ich vergebe 3 von 5.

Samstag, 3. Oktober 2026

[Rezension] Der Graumacher - René Paul Niemann

 


Titel: Der Graumacher

Autor:  René Paul Niemann

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 254
Cover: © Edition Imago
Begonnen: 31.08.2026
Beendet: 02.09.2026


Vor einem unheimlichen grauen Haus gerät Rita, die als Volontärin bei einer Zeitung arbeitet, ins stolpern und findet hinter einem Gitter eine seltsame Gravur in einem Stein. Ihr Interesse ist geweckt und mit ihrem Kollegen Delius forscht sie nach. Dabei findet sie nicht nur heraus, dass in dem Gebäude zu Kriegszeiten eine Nervenheilanstalt war, nein, sie erfährt auch von einem Mädchen, das dort gefangen gehalten wurde. Zeitgleich erkennt Rita, dass jemand sie verfolgt ...

"Der Graumacher" ist ein Thrillerdebüt, das ich schon vor Jahren aus einem Bücherschrank gefischt habe und dem ich nun endlich einmal eine Chance geben wollte. Ich liebe es ja, wenn Autoren als, verlassene Gebäude als Schauplatz wählen, hätte mir hier aber etwas mehr Atmosphäre gewünscht.

Der Schreibstil von René Paul Nieman ist nicht schlecht, war mir aber ein wenig zu detailliert an den eher unwichtigen Stellen. Dadurch geht leider sehr viel verloren. Zudem legt er den Augenmerk eher auf die Geschichte des Gebäudes als auf die Charaktere. So bleibt Rita im Grunde eine Fremde. Man begleitet sie, hat aber das Gefühl, nichts über sie oder auch andere Charaktere zu erfahren. Das erschwert das Mitfiebern.

Mir gefiel die Geschichte aus der Vergangenheit, die vielleicht einen eigenen Strang verdient hätte, um etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Leider verläuft die Handlung mit der Rückkehr des "Graumachers" irgendwann ins Leere. Mir war das Ende zu unkreativ.

Mich hat dieses Debüt an mein eigenes erinnert, den man spürt zwar Leidenschaft, aber gleichzeitig ist da eine gewisse Unsicherheit vorhanden. Ich denke aber, dass der Autor so die Möglichkeit hatte, sich selbst zu finden und zu steigern.


Ein Thrillerdebüt, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte, obwohl mir die Geschichte des Gebäudes gefiel ...

Ich vergebe 3 von 5.

Freitag, 2. Oktober 2026

[Rezension] Starkes Gift - Dorothy L. Sayers


 Titel: Starkes Gift

Autor:  Dorothy L. Sayers

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 318
Cover: © Wunderlich
Begonnen: 28.08.2026
Beendet: 31.08.2026


"Starkes Gift" von Dorothy L. Sayers ist eigentlich der fünfte Teil einer Reihe rund um Lord Peter Wimsey, für mich aber der erste Krimi aus der Feder der Autorin. Das Buch beginnt mit einer sehr spannenden Gerichtsverhandlung, bei der die Kriminalschriftstellerin Harriet Vane angeklagt wird, ihren Geliebten, der ebenfalls Schriftsteller ist, vergiftet zu haben. Die Geschworenen kommen zu keinem einstimmigen Urteil, worüber Lord Peter Wimsey, der sich die Verhandlung angesehen hat, ganz froh ist. Er ist nämlich felsenfest davon überzeugt, dass Harriet unschuldig ist und so übernimmt er den Fall.

Mich hat dieser Krimi vom Stil und Aufbau stark an die Werke von Agatha Christie erinnert und deswegen hat mich die Geschichte auch von der ersten Seite in den Bann gezogen. Peter Wimsey ist ein ungewöhnlicher Ermittler, der sich hier auch noch in die Angeklagte verliebt und deswegen wohl auch eigene Interessen verfolgt, um ihre Unschuld zu beweisen.

Der Fall ist durchwegs sehr spannend und es sind schließlich die verschiedensten Charaktere involviert, um der Lösung näher zu kommen. Sehr unterhaltsam fand ich auch die spirituelle Sitzung. So etwas liebe ich gerade in solch alten Krimis sehr.

Wie der Titel schon andeutet, geht es um Gift, genauer gesagt um Arsen, das dem Opfer irgendwie verabreicht worden sein muss. Die Idee am Ende ist schon originell, auch wenn ich mich gefragt habe, ob es nicht leichtere und ungefährliche Wege gegeben hätte. Dorothy L. Sayers hat mich mit diesem Krimi und auch ihrem Ermittler auf jeden Fall für sich gewonnen und ich hoffe sehr, noch viele weitere Werke von ihr lesen zu dürfen!


Mein allererster und sicher nicht letzter Krimi von Dorothy L. Slayer. Klassisch und sehr unterhaltsam!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

[Creepy October in Rainfield] Rainfield High

 


Der Oktober ist der perfekte Monat, um Rainfield zu erkunden. Deswegen habe ich mir gedacht, ich stelle euch nun bis Halloween mal alle Bücher vor, die bisher in meiner kleinen, regnerischen Stadt spielen und ich erzähle euch mal ein paar hoffentlich interessante Hintergrundstorys.

Heute beginnen wir mit dem Buch, das mich nach Rainfield geführt hat. "Rainfield High" entstand im Jahr 2019 und zu einer Zeit, als wir unsere allerletzte Wohnung gekündigt hatten und war damit mein Lebensretter. Es war zu dem Zeitpunkt noch nicht geplant, den Ort öfter als einmal zu benutzen, denn ich brauchte einfach nur eine Stadt für eine High School.

Inspiriert wurde dieses Buch von meiner eigenen Schulzeit, denn da gab es einen Lehrer, der unaufmerksame Schüler gerne mal rausgeworfen oder mit Kreide beworfen hat. Da ich sehr schüchtern und unsicher war und dauernd auf dem Boden gestarrt habe, hielt er das damals für Unaufmerksamkeit und ich hatte das volle Kanne abbekommen. Karma hat allerdings tatsächlich dafür gesorgt, dass besagter Lehrer im Unterricht dann verstarb. Nicht in meiner Klasse zum Glück ...

Aus dieser Idee entstand schließlich Mr. Leach, der nach seinem Tod an die Rainfield High zurückkehrt und die Schule terrorisiert. Es handelt sich hier also um eine Geschichte über das Paranormale. Zu jener Anfangszeit von Rainfield habe ich mich nämlich noch nicht so recht an mein Lieblingsgenre - den Jugendthrillern - herangetraut.


Mittwoch, 30. September 2026

[Rezension] Das Mädchen im Nordwind - Karin Baldvinsson

 


Titel: Das Mädchen im Nordwind

Autor:  Karin Baldvinsson

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 572
Cover: © Ullstein
Begonnen: 28.08.2026
Beendet: 03.09.2026


Es war für mich mal wieder an der Zeit für einen Roman über ein dunkles Familiengeheimnis. Mit "Das Mädchen im Nordwind" habe ich auch wieder eine echte Perle in diesem Genre entdeckt. 

Auf zwei Zeitebenen wird von zwei sehr unterschiedlichen Leben erzählt. Zum einen haben wir Sofie, die in der Gegenwart per "Work & Travel" nach Island kommt und dort in dem Haus, das sie renovieren soll, ein auf deutsch verfasstes Tagebuch findet, das sie direkt in den Bann zieht. In diesem Tagebuch hat die Jüdin Luise ihre ganze tragische Geschichte niedergeschrieben, die damit begann, dass sie sich im Jahre 1936 in einen Isländer verliebte. 

Obwohl ich schon etliche Bücher über die Zeit des zweiten Weltkrieges gelesen habe, hat mich die Geschichte von Luise und Jónas sehr bewegt, denn es ist klar, dass die Liebe der beiden in dieser Zeit keinem echten Platz findet. Als deutscher Schauplatz und damit als Heimat von Luise dient hier Lüneburg, eine Stadt, die ich gut kenne, da ich im Norden Deutschlands aufgewachsen wird. Die Autorin baut spannende historische Ereignisse ein und zeigt, wie das Leben in Deutschland immer schwieriger und irgendwann sogar lebensgefährlich wurde.

Es ist selten, dass ich in diesem Genre einmal beide Zeitebenen gleich stark fand, doch hier war dies tatsächlich einmal der Fall. Mir gefielen beide Liebesgeschichten, auch wenn in der Gegenwart natürlich kein Krieg herrscht und die Charaktere hier mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben. Mich hat die gedankliche Reise nach Island sehr gefallen und die Geschichte hat mich sowohl unterhalten als auch berührt. Ich hoffe, noch einmal ein Buch der Autorin zu finden!



Ein starker und sehr bewegender Roman mit zwei sehr unterhaltsamen Liebesgeschichten!

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 29. September 2026

[Rezension] Der Keller - Minette Walters

  


Titel: Der Keller

Autor:  Minette Walters

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2016

Seitenzahl: 218
Cover: © Goldmann
Begonnen: 27.08.2026
Beendet: 29.08.2026


Mein drittes Buch von Minette Walters war für mich auch das abgründigste, denn in "Der Keller" geht um Muna, die vor Jahren von einer Familie entführt und wie eine Sklavin gehalten wird. Erst als der Sohn der Sangolis verschwindet, bekommt Muna nicht nur die Chance, mit der Außenwelt zu kommunizieren, sondern kann sich endlich an der ganzen grausamen Familie rächen und durch geschickte Manipulation den Spieß umdrehen.

Muna selbst tat mir beim Lesen echt leid, denn sie befand sich jahrelang in einer echten Hölle. Beeindruckt hat mich aber, wie intelligent sie ist. Sie hat sich nicht nur die englische Sprache beigebracht, nein, sie beobachtet wirklich alles um sich herum und nutzt dieses Wissen, um schließlich alle Familienmitglieder zu brechen. Diese Momente der wohlverdienten Rache sind auch das Herzstück dieses Buches.

Auf sehr erschreckende Weise erzählt Minette Walters davon, wie grausam Menschen zueinander sein können. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, das Karma letztendlich hier dafür sorgt, dass wirklich jeder seine gerechte Strafe bekommt. Allerdings muss man auch sagen, dass sich Muna selbst vermutlich nun auch selbst ihr restliches Leben verbauen wird. Sie entscheidet sich nämlich nicht für Freiheit, sondern für Rache.

Mit gerade einmal 220 Seiten ist die Geschichte sehr kurz, aber dennoch sehr intensiv. Einziges Manko ist für mich - wie auch schon bei den zwei anderen Büchern, die ich von der Autor gelesen habe - das Ende. Das Werk hört viel zu abrupt auf und ich hatte dadurch mal wieder das Gefühl, dass irgendwas fehlt.



Psychologische, sehr abgründige Spannung, die das Schlechte im Menschen zeigt. Eindringlich und intensiv, wenngleich zum Ende hin ein großer Knall fehlt.

Ich vergebe 4 von 5.