Sonntag, 25. Januar 2026

[Rezension] Das Verhängnis - Joy Fielding

 


 Titel: Das Verhängnis

Autor:  Joy Fielding

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 414
Cover: © Goldmann
Begonnen: 07.01.2026
Beendet: 09.01.2026


Alles beginnt in einer Bar mit einer typischen Wette unter Männern. Der erste, der mit der einsam wirkenden Suzy im Bett landet, ist der Gewinner. Suzy entscheidet sich, den Abend mit dem sensiblen Will zu verbringen, doch am nächsten Morgen beginnt ein ganz anderes Spiel ...

In "Das Verhängnis" widmet sich Joy Fielding, die mich gefühlt schon mein halbes Leben lang mit ihren Büchern begleitet, mal wieder ihrem Lieblingsthema, geht es doch um Männer, die Frauen alles andere als anständig behandeln. Suzy selbst steckt in einer gewalttätigen Ehe fest, während Jeff eine offene Beziehung führt und Tom gerade mit einer Scheidung konfrontiert wird, die er nicht akzeptieren will. Dadurch ergeben sich hier Dynamiken, die sich schließlich verselbstständigen und zu einem wahren Pulverfass werden.

Ein echter Thriller ist "Das Verhängnis" sicherlich nicht. Das Werk unterscheidet sich deutlich von anderen Büchern der Autorin, denn hier ist lange Zeit nicht klar, wie sich alles entwickelt wird und von wem eventuell eine tödliche Gefahr ausgeht. Schlucken musste ich öfter bei Toms Abschnitten, denn hier zeigt sich, dass er Frauen im Grunde nur als Objekte ansieht.

Mir gefiel es, dass lange Zeit gar nicht so ersichtlich ist, wer mit wem spielt. Im großen Showdown eskaliert schließlich alles und es gibt sogar noch eine echt coole Wendung, die ich nicht erwartet habe. Mich konnte dieses Buch bestens unterhalten! 


Ungewöhnlich und mit einer coolen Wendung! Mich konnte das Buch perfekt unterhalten!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 23. Januar 2026

[Rezension] Schöne Gegend - Ross Raisin

 


Titel: Schöne Gegend

Autor:  Ross Raisin

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2007

Seitenzahl: 320
Cover: © Karl Blessing Verlag
Begonnen: 03.01.2026
Beendet: 07.01.2026


Sam Marsdyke ist nach einem Vorfall mit einer Mitschülerin von der Schule geflogen und arbeitet nun auf der Schaffarm seiner Eltern. Er ist ein Außenseiter und sein Ruf ist längst ruiniert, als das neue Nachbarsmädchen Josephine sich für ihn zu interessieren beginnt. Die beiden hauen gemeinsam ab, doch ihre Flucht endet früher als gedacht ...

Mir "Schöne Gegend", das vom Cover beinahe wie ein Regionalkrimi wirkt, von Ross Raisin habe ich mich leider von Anfang an sehr schwer getan, obwohl ich Sam als Hauptcharakter sehr spannend fand. Leider verzichtet der Autor auf Anführungszeichen in der wörtlichen Rede, wodurch gerade Dialoge nur schwer zu folgen sind. Natürlich ist dies ein bewusstes Stilmittel, das sicherlich Sams eigenwilligen Charakter unterstreichen soll, doch mich riss es immer wieder aus der Handlung.

Bis zur gemeinsamen Flucht plätschert das Buch ausgesprochen träge vor sich hin. Der Autor erzählt alles aus Sams Außenseiter-Sicht und lange passiert erst mal gar nichts, obwohl hier wirklich beinahe krampfhaft versucht wird, Tiefe zu erzeugen. Die gemeinsame Flucht von Josephine und Sam beginnt erst im letzten Drittel des Buches und wird recht schnell erzählt. Für mich war zwischen ihm und dem Mädchen keine echte Verbindung spürbar. Auf mich wirkte das ganze Werk irgendwie wie eine Rohfassung, der es an Tiefe und einen gewissen Feinschliff fehlte.


Die Geschichte vom Außenseiter Sam, der ungewollt in eine gewisse Rolle gedrängt wird, hätte mich eigentlich begeistern müssen, aber die Erzählform ist sehr träge und es fehlt leider an Tiefe.

Ich vergebe 2 von 5.

Mittwoch, 21. Januar 2026

[Rezension] Schneeblüte - Nancy Pickard

 


 Titel: Schneeblüte

Autor:  Nancy Pickard

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2007

Seitenzahl: 416
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 03.01.2026
Beendet: 07.01.2026


An jenem Tag, an dem Mitch und Abby zum ersten Mal miteinander schlafen wollen, wird nicht nur eine unbekannte Tote aufgefunden. Nein, Mitch verschwindet und Abby bekommt nur zu hören, dass sie selbst der Grund dafür ist. Damit muss Abby schließlich leben - bis 17 Jahre später Mitchs Mutter stirbt und Mitch zurückkehrt ...

Die Autorin erzählt in einem Vergangenheitsstrang von den damaligen Geschehnissen, lässt die Charakter, die in all den Jahren irgendwie nie so wirklich miteinander gesprochen haben, aber auch in der Gegenwart aufeinanderprallen. Den Anfang mit dem Auffinden des toten Mädchens im Jahre 1987 fand ich noch halbwegs interessant, denn der Leser erfährt hier bereits, dass Mitch etwas gesehen hat, das er nicht sehen sollte. Danach lässt das Buch allerdings nach und verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit.

Verstehen konnte ich beispielsweise nicht, warum Mitch und Abby damals - als sie so unfassbar verliebt ineinander waren - nicht versucht haben, sich zu kontaktieren. Nimmt man es wirklich einfach so hin, wenn der Freund plötzlich verschwindet? Zum anderen geht es natürlich auch um das namenlose tote Mädchen, von dem der Leser aber schnell erfährt, um wen es sich handelt. Das große Geheimnis, das um sie gemacht wurde, war für mich nicht wirklich spannend.

Ich habe mich wieder einmal bis zum Ende durchgequält. das zwar ganz nett war, aber für mich die sehr oberflächliche Erzählung nicht so recht retten konnte. Vermutlich wäre es besser gewesen, das Buch abzubrechen ...


Schon zu Beginn des Jahres gab es für mich den ersten Flop, denn dieser Thriller war zäh wie Kaugummi und wenig überraschend.

Ich vergebe 2 von 5.


Montag, 19. Januar 2026

[Rezension] Das Schneemädchen - Eowyn Ivey

 


Titel: Das Schneemädchen

Autor:  Eowyn Ivey

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 464
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 29.12.2025
Beendet: 04.01.2026


Mabel und Jack fangen in den 20er Jahren ein ganz neues Leben als Farmer in Alaska an. Sie fliehen vor dem Schmerz darüber, keine Kinder bekommen zu können. Der erste Winter stellt sich bereits vor einer großen Herausforderung, besonders da Mabel immer depressiver wird. Doch dann bauen sie gemeinsam ein Mädchen aus Schnee und nur einen Tag später taucht ein Wintermädchen auf, das ihr Leben komplett auf den Kopf stellt ...

"Das Schneemädchen" ist ein sehr ruhiger, teilweise sehr poetischer Roman, der in die Einsamkeit Alaskas entführt. Sehr melancholisch beschreibt die Autorin das einfache Landleben und die Ehe von Mabel und Jack. Beide leben mit den Jahreszeiten, kümmern sich im Winter um ihre Felder und hoffen im Winter, irgendwie über die Runden zu kommen. Doch dann taucht da dieses Mädchen auf, das beide aus der Melancholie führt.

Beinahe magisch wird zu Beginn von dem rätselhaften Mädchen erzählt, von dem auch der Leser erst einmal nicht weiß, ob es real ist oder nicht. Für mich ließ die Geschichte aber irgendwann leider nach, als das Mädchen immer realer und greifbarer wird. Von der Handlung her passiert in diesem Buch nämlich reichlich wenig. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass die Autorin in erster Linie die Einsamkeit Alaskas und die Hürden eines solchen einfachen Lebens beschreiben will. Mabels Entwicklungen haben mir gefallen, doch das Ende selbst kam mir lieblos und etwas unkreativ. Die Seele des Romans ging in einem der vielen Winter leider verloren!


Magisch beginnt dieser sehr ruhige und melancholische Roman, doch dann geht immer mehr verloren und ich weiß letztendlich gar nicht so recht, was die Autorin hier genau erzählen wollte ...

Ich vergebe 3 von 5.


Samstag, 17. Januar 2026

[Rezension] Schattenspiel - Charlotte Link


  Titel: Schattenspiel

Autor:  Charlotte Link

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 528
Cover: © Club Ausgabe
Begonnen: 29.12.2025
Beendet: 04.01.2026


David Bellino, der selbst immer nur verzweifelt auf der Suche nach echten Freundschaften war und nun stinkreich ist, sieht sich damit konfrontiert, dass jemand ihn so sehr hasst, dass er ihn tot sehen will. Kurzerhand lädt David vier alte Freunde ein, in deren Leben er eine düstere Rolle gespielt hat. Doch bevor sie sich alle ausprechen können, wird David ermordet aufgefunden ... 

Charlotte Link hat mich das ganze letzte Jahr treu begleitet und so habe ich das neue Jahr mit einem weiteren Werk von ihr begonnen. In "Schattenspiel" zeichnet sie mehrere sehr tragische Lebensgeschichten auf. Mary, Gina, Natalie, Steve und auch seine Freundin Laura machen David für die Sackgassen verantwortlich, in der sie gelandet sind. Natalie ist tablettensüchtig, Gina hat ihre große Liebe verloren, Steve saß im Gefängnis und Mary ist gefangen in einer gewalttätigen Ehe. 

Link zeigt sehr schön auf, wie David von allen in die Rolle des Sündenbocks gedrängt wird. Klar hat er Fehler begangen, aber alle vier Freunde und auch seine Freundin Laura machen es sich sehr einfach, indem sie ihn für all ihre Probleme verantwortlich machen.

Die Auflösung selbst bietet zwar keine allzu große Überraschung oder gar Wendung, dennoch hat mich auch dieses Werk begeistert. Mir gefiel vor allem die Charaktertiefe in den sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten und die Tragik, mit denen es bei allen Berg ab ging. Das Buch zeigt perfekt auf, wie Menschen lieber einen Schuldigen suchen statt Verantwortung zu übernehmen. Auch dieses Werk von Charlotte Link konnte mich begeistern!



Charlotte Link zeichnet hier verschiedene sehr tragische Lebensgeschichten auf und zeigt, wie einfach es ist, sich einen Sündenbock zu suchen und die Verantwortung für eigene Entscheidungen so abzugeben. 

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 16. Januar 2026

[Rezension] Im Winter der Löwen - Jan Costin Wagner

 


Titel: Im Winter der Löwen 

Autor:  Jan Costin Wagner

Genre: Roman, Krimi

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 290
Cover: © RM Buch und Medien Vertrieb
Begonnen: 24.12.2025
Beendet: 27.12.2025


Kimmo Joentaa arbeitet an Weihnachten und kommt dadurch mit einer Prostitutierten, die sich selbst Larissa nennt, in Kontakt. Larissa wird plötzlich Teil seines Lebens während er einen mysteriösen Fall lösen muss, bei dem erst ein Gerichtsmediziner, den er kennt stirbt und schließlich auch noch ein Puppenbauer ermordet wird. Beide waren zuvor bei einer TV-Show zu Gast ...

Ich mag die Melancholie, die Jan Costin Wagner in seinen Büchern verströmt und die für mich perfekt zur mental sehr fordernden Weihnachtszeit passen. Dieses Jahr habe ich die eiskalten Feiertage also mit Kommissar Joentaa verbracht, den ich mittlerweile wirklich ins Herz geschlossen habe. Hier wird eine Frau, von der er überhaupt nichts weiß, auf sehr abstrakte Weise Teil seines Lebens. Sie scheint zur rechten Zeit zu kommen.

Der Fall selbst ist wie immer sehr ruhig aufgebaut, weiß aber dennoch zu fesseln. Im Grunde löst Joentaa den Fall hier, in dem er sich die besagte TV-Show immer und immer wieder anschaut. Als Leser bekommen wir bereits ein paar Einblicke und Andeutungen, was den Täter betrifft. Erst am Ende fügt sich hier allerdings alles zu einem sehr traurigen und schaurigen Ende zusammen.

"Im Winter der Löwen" war für mich wieder ein starker Krimi mit Tiefgang. Mich inspiriert der Autor nach wie vor sehr und ich hoffe, im neuen Jahr noch eine ganze Weile von seinen Büchern begleitet zu werden!




Melancholische Feiertage mit dem nachdenklichen Kommissar Kimmo Joentaa und einem sehr traurigen Fall! Mich hat der Krimi unterhalten und berührt!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 15. Januar 2026

[Rezension] Die schwarzen Vögel - Maarten`t Hart

 


 Titel: Die schwarzen Vögel

Autor:  Maarten`t Hart

Genre: Roman, Krimi

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 320
Cover: © Piper
Begonnen: 29.122025
Beendet: 31.12.2025


Als seine Frau für eine Woche verreist, trifft sich Thomas Kuyper mit der Bibliothekarin Jenny, die er schon lange sehr anziehend findet. Doch dann taucht plötzlich die Polizei bei ihm auf: Jenny ist verschwunden und er ist der letzte, der sie lebend gesehen hat. Zu allem Überfluss ist Thomas auch noch Pharmakologe und experimentiert mit Ratten, die laut Ansicht der Polizei eine Leiche restlos beseitigen können ...

Von Maarten 't Hart habe ich zuvor noch nie etwas gehört gehabt, doch sein Stil hat mich von der ersten Seiten an gepackt und ein wenig an Patricia Highsmith erinnert. "Die schwarzen Vögel" ist ein außergewöhnlicher Krimi, der eine Ehe aufzeichnet, in der es schon lange Probleme gab. Leonie will unbedingt ein Kind und will nicht einsehen, dass es ihr selbst wohl niemals vergönnt werden wird. Thomas wird von diesem Kinderwunsch erdrückt und sucht deswegen die Nähe zu der unkomplizierten Jenny.

Alle Charaktere haben Ecken und Kanten, was mir hier besonders gut gefallen hat. Die Geschichte wird anfangs aus der Sicht von Thomas, später aber auch anhand von Briefen und Leonies sehr tiefgründigen Tagebucheinträgen erzählt. Überrascht war ich über all die Emotionen, die spürbar waren. Leonie ist verletzt und wird von ihrer Eifersucht förmlich zerrissen, zeitgleich bringt sie aber auch jede Menge Verständnis auf und hält zu ihrem Mann. Das hat mich sehr beeindruckt.

Die ganze Zeit stellt sich die Frage, wo Jenny stecken könnte. Das Tierlabor, in dem Thomas arbeitet, bietet dabei natürlich einen schaurigen möglichen Schauplatz für einen Mord. Die Wendung hat mir echt gefallen und ich bin begeistert darüber, daß Jahr mit diesem Highlight und dieser Neuentdeckung abschließen zu können.


Ein Krimi über eine zerbrechende Ehe, Eifersucht und eine Liebe, die sich nicht so leicht in Worte fassen lässt. Für mich war das Buch ein Highlight und der Autor eine grandiose Neuentdeckung zum Jahresende!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.