Samstag, 23. Mai 2026

[Rezension] Märchenhaft erwählt (Band 1) - Maya Shepherd

  


Titel: Märchenhaft erwählt 1

Autor:  Maya Shepherd

Genre: Märchen 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 374
Cover: © Sternensand Verlag
Begonnen: 24.04.2026
Beendet: 28.04.2026


Kaum jemand weiß von mir, dass ich mit Märchen tatsächlich aufgewachsen bin und viele davon noch immer in meinem Herzen trage. So habe ich spontan diesen ersten Band einer märchenhaften Trilogie aus einem Bücherschrank befreit.

In "Märchenhaft erwählt" geht es um einen Prinzen, der bei seiner Geburt verflucht wurde. Ein Kuss soll Lean eines Tages ins Unglück stürzen. Zum Glück konnte der Flucht ein wenig abgemildert werden und so kann ein Kuss der wahren Liebe ihn schließlich retten. Nach einer Tradition seines Landes müssen zwölf auserwählte Mädchen in Prüfungen um den Platz an seiner Seite ringen, darunter sind auch die Schwestern Heera und Medea. Kann es sein, dass eine der beiden Leans große Liebe ist?

Maya Shepherd verbindet viele altbekannte Ideen, um ein eigenes Märchen zu kreieren. Besonders gefallen hat mir Heera als Charakter, denn sie ist frech, sagt immer ihre Meinung und hinterfragt zum Glück auch die Prüfungen, in denen sich die Mädchen für die Liebe in Gefahr bringen sollen.

Ich bin förmlich durch dieses lockerleichte Märchen geflogen, das zwar kaum in die Tiefe geht, aber einem klassischen Muster folgt und daher wie die alte Grimm-Märchen zu unterhalten weiß. Viele Prüfungen lösen sich zwar recht leicht auf, aber mir gefiel die Kreativität, mit der die Autorin ihre Welt fühlt. Nur manchmal hat sie sich vielleicht ein wenig zu sehr von gewissen bekannten Szenen inspirieren lassen. So besaß ich die Jagdszene, die fast genauso in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" vorkam, zu wenig Eigenes. Insgesamt war ich aber wirklich positiv überrascht von diesem Reihenauftakt und würde sogar den zweiten Teil lesen, wenn er mir einmal in die Hände fällt!


Eine märchenhafte, lockerleichte Erzählung, die viele Ideen verbindet und vor allem durch die freche weibliche Protagonistin zu unterhalten weiß.

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 22. Mai 2026

[Spontane Leserunde] Erinnerungen an Anne Frank - Alison Leslie Gold

 


Über das lange Pfingstwochenende bot sich nun wieder die Gelegenheit, mit meiner Autorenfreundin Sandra Pulletz ein Buch gemeinsam zu lesen. Dieses Mal erinnern wir uns gemeinsam ein wenig an Anne Frank. 

Leseabschnitte

1. Abschnitt: Anfang bis Kapitel 7

2. Abschnitt: Kapitel 8 bis Kapitel 15

3. Abschnitt: Kapitel 16 bis Kapitel 21

4. Abschnitt: Kapitel 22 bis Ende


Ich wünsche uns angenehme Lesestunden. Wer mit einsteigen mag, ist herzlich eingeladen. Jeder liest in seinem Tempo.

Donnerstag, 21. Mai 2026

[Rezension] Sieben - Mark Frost


 Titel: Sieben

Autor:  Mark Frost

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 512
Cover: © Heyne
Begonnen: 22.04.2026
Beendet: 27.04.2026


Ich bin ja immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und bei diesem Buch wusste ich direkt, dass mich eine sehr verrückte und abgedrehte Geschichte erwarten wird, denn Mark Frost ist schließlich der Mitschöpfer von "Twin Peaks". "Sieben" ist der originelle Auftakt einer Reihe, in dem Arthur Conan Doyle im Mittelpunkt steht.

Doyle, der zu dem Zeitpunkt der Geschichte noch nicht allzu bekannt oder gar berühmt ist, wird zu einer Séance eingeladen, die schließlich sehr blutig endet. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Sparks, der Geheimagent der Königin sein soll, wird er von seltsamen Mächten verfolgt und gerät so an eine finstere Bruderschaft.

"Sieben" ist pure Unterhaltung, wenngleich die Geschichte stellenweise auch sehr überladen wirkt. Es treten einige obskure Gestalten auf, die teilweise sogar aus der Schauerliteratur bekannt sind und Doyle wird wirklich gnadenlos durch die Story gejagt. Besonders gefallen hat mir die düstere Vorgeschichte von Alexander, die fast ein eigenes Buch füllen könnte. Ich hatte auf jeden Fall Spaß mit dem Buch, auch wenn ich beim Zuschlagen das Gefühl gehabt habe, dass an einigen Stellen weniger mehr gewesen wäre, gerade, um mehr Atmosphäre und vielleicht sogar Tiefe zu erzeugen.


Ein überdrehter und sehr verrückter Romam, in dem Arthur Conan Doyle ein sehr unterhaltsames Abenteuer erlebt!

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 19. Mai 2026

[Rezension] Zeit der Kirschblüte - Holly Thompson

 


Titel: Zeit der Kirschblüte

Autor:  Holly Thompson

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 382
Cover: © Goldmann
Begonnen: 21.04.2026
Beendet: 24.04.2026


Alles beginnt im Jahre 1970 mit einem Unfall, bei dem Caitlin ihre beste Freundin Mie verliert. Viele Jahre später kehrt Caitlin als Englischlehrerin nach Japan zurück. Angetrieben von ihrer eigenen Schuld und Trauer bewegt sie sich scheinbar ziellos durch die japanische Kultur bis sie ein junges Mädchen trifft, das genauso verloren ist wie sie selbst ...

"Zeit der Kirschblüte" ist ein sehr ruhiger und sensibler Roman, der von einer Frau erzählt, die von ihrer Vergangenheit verfolgt wird, allerdings (noch) nicht bereit zu sein scheint, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Wie die im Titel erwähnten Kirschblüten selbst ist auch der Stil der Autorin sehr sanft und berührend. Es gibt nahezu keine Höhepunkte in diesem Buch, keine Wendungen und auch keine großen Momente. Alles wird sehr leise erzählt, was für mich fast schon meditativ wirkte. Wir reisen mit Caitlin ganz gemächlich in die Vergangenheit und verarbeiten diese.

Interessante Einblicke gibt es in die japanische Kultur und dies aus der Sicht von zwei Charakteren, die beide wohl niemals ganz dazugehören werden. Für mich war dieser Roman sehr stimmig, dennoch habe ich gemerkt, dass mir beim Zuschlagen etwas fehlte. Vielleicht verlief mir alles ein wenig zu geradlinig, gerade zum Ende hin, als sich die Botschaft dieses Romans herauskristallisierte. An die Ruhe, die diese Geschichte ausstrahlt, werde ich mich aber sicherlich noch lange erinnern.


Ein sehr sanfter, fast schon meditativer Roman, der die japanische Kultur durchleuchtet und gleichzeitig von Schuld und Trauer erzählt.

Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 17. Mai 2026

[Rezension] Die falsche Zeugin - Karin Slaughter


Titel: 
Die falsche Zeugin

Autor:  Karin Slaughter

Genre: Thriller 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 592
Cover: © Harper Collins
Begonnen: 16.04.2026
Beendet: 22.04.2026


Karin Slaughters Bücher kenne ich noch aus meiner Jugend und damit aus meiner Anfangszeit als Thrillerleserin. Irgendwann habe ich ihre Werke aus den Augen verloren und dann dieses recht aktuelle Buch, das während der Corona-Pandemie spielt, gefunden. Lange lag es allerdings herum, denn die beinahe 600 Seiten haben mich doch ein wenig abgeschreckt. Meine Angst war jedoch unbegründet, denn ich bin förmlich durch die Seiten geflogen.

Allein der Einstieg, der von dem wohl schrecklichsten Tag im Leben von der Babysitterin Callie erzählt, ist unfassbar spannend, tragisch und hart. Hier musste ich beim Lesen schon ein paar Mal innehalten. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht allerdings die Anwältin Leigh, die nun einen mutmaßlichen Vergewaltiger vertreten soll. Andrew ist jedoch kein Unbekannter für sie, sondern der Junge, auf den sowohl Callie als auch Leigh früher aufgepasst haben und der etwas über die beiden Schwestern zu wissen scheint.

Spannend fand ich hier die Beziehung der beiden Schwestern, die sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Callie konnte die Geschehnisse aus ihrer Jugend niemals verarbeiten und rutschte in eine Drogensucht, während Leigh versucht, ein halbwegs normales Leben zu führen und die Vergangenheit nicht an sich heranzulassen. Mir gefiel die Härte der Geschichte, denn es zeigt sich an Callie sehr schön, wie schnell eine einzige Entscheidung das Leben in eine Sackgasse lenkt.

Auch der Gegenwartsstrang bleibt interessant, denn der Leser erkennt sehr schnell, dass Andrew ein echtes Monster ist, das eigentlich eingesperrt gehört. Leigh ist allerdings gezwungen, sich für ihn einzusetzen und den Opfern somit einen weiteren Faustschlag zu verpassen. Dieser Zwiespalt in Hinblick auf ihre eigene Vorgeschichte ist absolut gelungen. Ich hätte selbst nicht gewusst, was ich an Leighs Stelle hätte tun sollen. Große Wendungen und Überraschungen gibt es in diesem Thriller nicht, aber die waren für mich auch nicht nötig, denn die Einblicke in die menschlichen Abgründe reichen hier vollkommen aus. Ich sollte wohl wieder öfter zu einem Buch der Autorin greifen!


Ein sehr harter und schonungsloser Thriller, der auch ohne Wendungen zu fesseln weiß!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 15. Mai 2026

[Rezension] Das Spiel des Engels - Carlos Ruiz Zafón

 


Titel: Das Spiel des Engels

Autor:  Carlos Ruiz Zafón

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 712
Cover: © Fischer
Begonnen:15.04.2026
Beendet: 21.04.2026


"Der Schatten des Windes" war vor sechs Jahren mein Einstieg in die magische Welt von Carlos Ruiz Zafón und ein großes Highlight. Allein die Idee rund um den "Friedhof der vergessenen Bücher" gefällt mir sehr. "Das Spiel des Engels" ist der zweite Teil der Reihe, auch wenn es hier um andere Charaktere geht.

Im Fokus dieses Romans steht der Autor David Martín, den wir erst einmal durch die Anfänge seiner Karriere begleiten. Hier ist neben der Liebe zum Lesen auch die Magie des Schreiben in jeder Zeile spürbar, was mich als Schriftstellerin natürlich sehr berührt und inspiriert hat. David Martín gerät an die unterschiedlichsten Leute, die es mal mehr und weniger gut mit ihn meinen. Während er seinen eigenen Weg und damit auch seine eigene Geschichte sucht, bekommt er einige Aufgaben, mit denen er sich beinahe obsessiv beschäftigt und dabei manchmal sogar sein Leben vergisst. So soll er beispielsweise für einen Verleger eine eigene Religion erschaffen. 

Carlos Ruiz Zafón schickt seinen Protagonisten auf eine bizarre Reise durch die Welt der Bücher und dem Wahn des Schreibens, den wir Autoren wohl allesamt kennen. Obwohl das Buch mehr als 700 Seiten lang ist, bin ich nur so durch die Geschichte geflogen und mochte natürlich auch den "Friedhof der vergessenen Bücher", der hier auch eine wichtige und wegweisende Rolle spielt, sehr. Der Autor würzt seine Geschichte mit vielen Geheimnissen, unerwarteten Abenteuern, gruseligen Momenten und natürlich auch mit Liebe sowie Freundschaft.

Ich glaube, wer Literatur liebt, kommt an der magischen, abenteuerlichen und sehr atmosphärischen Welt von Zafón nicht vorbei! Für mich als Autorin ist er er ein großes Vorbild, denn seine Geschichten wirken kreativ, mutig und vor allem auch unfassbar lebendig!


Ein magischer Roman voller Liebe zur Literatur, Abenteuer und Atmosphäre. 

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 13. Mai 2026

[Rezension] Geheimnis in Weiß - J. Jefferson Farjeon

  


Titel: Geheimnis in Weiß

Autor:  J. Jefferson Farjeon

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 282
Cover: © Klett-Cotta
Begonnen: 14.04.2026
Beendet: 16.04.2026


Ein Zug bleibt an Weihnachten stecken und mehrere Passagiere suchen Zuflucht in einem Haus, das seltsamerweise offen steht. Von den Bewohner fehlt jede Spur und dann passiert auch schon der erste Mord ...

"Geheimnis in Weiß" erschien erstmals 1937 und liest sich zu Beginn ein wenig wie ein Krimi von Agatha Christie. Die Atmosphäre auf den ersten Seiten gefiel mir und die Charaktere wirkten zwar etwas klischeehaft, aber dennoch interessant. Besonders der Parapsychologe Edward Maltby sorgt für ein paar unterhaltsame Gespräche über Geister und entwickelt hier auch noch einen detektivischen Spürsinn.

Leider erzählt der Autor den größen Teil des Geschehens in Dialogen, wodurch bei mir leider keine Spannung aufkam. Den Mittelteil, in dem es im Grunde nur um Mutmaßungen geht, fand ich dermaßen zäh, dass ich einige Male überlegt habe, das Buch zur Seite zu legen. Dies hätte ich auch besser tun sollen, denn die ganze Auflösung wirkt etwas unbeholfen zusammengeschustert, um auf alle Fragen eine passende Antwort zu finden. Mich hat dieser Krimi leider enttäuscht.


Ein Krimi, der stark anfängt, sich aber schnell in endlosen und zähen Dialogen verliert. 


Ich vergebe 2 von 5.