Mittwoch, 23. September 2026

[Rezension] Home, sweet home - Joy Fielding

 


Titel: Home, sweet home

Autor:  Joy Fielding

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2022

Seitenzahl: 476
Cover: © Goldmann
Begonnen: 21.08.2026
Beendet: 24.08.2026


Joy Fielding begleitet mich schon seit ihrem Erstlingswerk treu durch mein ganzes Leben. Während sie früher den Fokus eher auf atemlose Spannung gelegt hat, sind ihre neueren Werke doch deutlich ruhiger und reifer. So ist auch "Home, sweet home" eher ein Roman, der die einzelnen Bewohner einer Straße beleuchtet.

Auf den ersten Seiten wird angekündigt, dass irgendwann ein Schuss fallen und den Frieden in der kleinen Sackgasse namens Carlyle Terrace stören wird. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg und der Leser erfährt nicht nur, was hinter den verschlossenen Türen so passiert, sondern auch, dass in jeden Haus eine potentielle Tatwaffe vorhanden ist.

Maggie ist gerade frisch verlassen worden, Heidi muss sich mit ihrer Schwiegermutter herumschlagen und Olivia mit den Lügen ihres arbeitslosen Mannes. Am schlimmsten trifft es jedoch Dani, die ein echtes Monster zum Mann hat und mehr als einmal von ihm erniedrigt wird. Joy Fielding zeichnet hier mal wieder das Bild von Frauen, die unter Männern zu leiden haben, was in ihren Büchern ja immer ein beliebtes Thema ist.

Ich mag Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln und so hat es mir Spaß gemacht, hinter die einzelnen Fassaden zu schauen und mich mit den Problemen der Bewohner zu beschäftigen. Fielding zeigt, wie wenig Nachbarn doch übereinander wissen und wie sehr alle doch bemüht sind, ein gewisses Bild aufrecht zu erhalten. Was es genau mit dem Schuss, der fallen wird, auf sich hat, ist allerdings wenig überraschend, was wohl auch der Schwachpunkt dieser Geschichte ist. Alles löst sich so auf, wie man erwartet und vielleicht eine Spur zu einfach ...


Ein Roman, der hinter die verschlossenen Türen blickt. Ruhig, aber dennoch fesselnd!

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 22. September 2026

[Rezension] Die verschwundenen Studentinnen - Alex Michaelides

 


 Titel: Die verschwundenen Studentinnen 

Autor:  Alex Michaelides

Genre: Thriller, Krimi 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 352
Cover: © Droemer

Begonnen: 18.08.2026
Beendet: 21.08.2026


Mariana, die als Traumatherapeutin arbeitet und besonders auf Gruppentherapien spezialisiert ist, wird von ihrer Nichte Zoe über einen Mord informiert. So kehrt Mariana an ihr früheres College im Cambridge zurück und ist sich sofort sicher, dass Professor Fosca der Mörder ist. Doch wie kann sie ihm die Tat nachweisen?

Mit "Die verschwundenen Studentinnen" habe ich mich von Anfang an schwer getan, obwohl der Stil sehr einfach und die Kapitel extrem kurz sind. Mariana als Therapeutin hätte eigentlich eine angenehme Protagonistin sein können, hätte ich bei ihr nicht pausenlos das Gefühl gehabt, dass sie sich überhaupt nicht für ihre Patienten interessiert. Bestes Beispiel ist hier Henry, der sie dringend braucht und so viele Hilfeschreie aussendet, von Mariana aber im Stich gelassen wird, damit diese ihre Nachforschungen in Ruhe anstellen kann.

Einen echten Bezug zu den Morden hat Mariana erst einmal nicht und so sind die Opfer für uns Leser auch nicht mehr als Namen. Es beginnt eine recht zähe Ermittlungsarbeit, die mit Psychologie und der griechischen Mythologie gewürzt wird. Das wirkt stellenweise recht trocken. Zu einem echten Thriller entwickelt sich das Buch nicht.

Einzig das Ende ist halbwegs überraschend, wenngleich ich nicht genau weiß, ob für mich wirklich alles zusammenpasste. Letztendlich war ich von diesem Buch allerdings stark enttäuscht, denn echte Spannung kam leider zu keinem einzigen Zeitpunkt auf.


Statt Spannung empfand ich bei diesem Thriller leider eher Langeweile und viel Unverständnis für die Protagonistin.

Ich vergebe 2 von 5.

Sonntag, 20. September 2026

[Rezension] Geheimnis einer Nachtigall - Victoria Holt

 


 Titel: Geheimnis einer Nachtigall

Autor:  Victoria Holt

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1990

Seitenzahl: 422
Cover: © Knaur
Begonnen: 17.08.2026
Beendet: 20.08.2026


Ich bin schon lange großer Fan von Victoria Holt, die mich bisher noch mit keinem Buch enttäuscht hat. Ihre unvorhersehbaren Geschichten begeistern mich besonders durch die starken Protagonistinnen. So war es auch bei dieser Geschichte, die von Susanna handelt, die nach dem Tod der Mutter und einer Zeit bei ihrem Vater in Indien auf einem Internat lernt, selbstständig zu sein. Etwas zu schnell lässt sie sich zu einer Ehe hinreißen, die ganz sanft beginnt, sich aber als echter Albtraum entpuppt.

In Aubrey, ihrem Mann scheint nämlich etwas Dunkles zu schlummern, das von einem unheimlichen Arzt freigesetzt wird. Diesem Arzt gibt Susanna schließlich die Schuld daran, dass ihr ganzes Leben im Chaos versinkt und sie beginnt ihn zu jagen, während sie versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Victoria Holt sorgt in diesem Buch für einige Tragödien, die nicht nur an Susanna nagen, sondern auch den Leser mitnehmen. Es ist sehr spannend zu sehen, wie Susanna sich weiter entwickelt und versucht, ihren eigene Platz zu finden.

Überraschend viele Themen spricht die Autorin in diesem Werk an. Zum einen geht es um eine unglückliche Ehe, zum anderen aber auch um eine Frau, die ihre Berufung sucht. Seit Kindheitstagen hat Susanna nämlich bereits eine besondere Gabe. Sie kann Schmerzen lindern. Das macht sie zu einer perfekten Krankenschwester, gerade in einer Zeit der Kriege. Überrascht war ich, dass in diesem Buch Florence Nightingale auftritt, die Susanna als großes Vorbild dient und sie auf den richtigen Weg führt.

Mich hat Susannas Lebensgeschichte bestens unterhalten und einen guten Einblick in die damalige Zeit gegeben. Für mich bisher eins der besten Bücher, die ich von Victoria Holt gelesen habe.


Victoria Holt enttäuscht nie. Eine wendungsreiche Geschichte und ein gelungener Einblick ins 19. Jahrhundert!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 18. September 2026

[Rezension] Mörderfinder - Die Spur der Mädchen - Arno Strobel

 


 Titel: Mörderfinder - Die Spur der Mädchen

Autor:  Arno Strobel

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 342
Cover: © Fischer
Begonnen: 14.08.2026
Beendet: 17.08.2026


Mit Arno Strobel hatte ich nach einigen sehr schwachen Werken eigentlich schon abgeschlossen. Doch dann fand ich den ersten Teil seiner Krimireihe in einem Bücherschrank und konnte diesen auch noch in einer Leserunde lesen. Zum Glück habe ich Strobel noch eine Chance gegeben, denn "Mörderfinder - Die Spur der Mädchen" war seit langem mal wieder ein Thriller, der mich wirklich gepackt und mitgerissen hat.

Sehr unheimlich beginnt die Geschichte für einen Vater, der vor sechs Jahren seine Tochter verloren hat. Nun findet er Lenis Schulrucksack und andere persönliche Gegenstände, die andeuten, dass sie zurück sein könnte. Zeitgleich verschwinden wieder Kinder und es scheint, dass der Täter von damals wieder zuschlägt.

Als Ermittler tritt hier Max Bischoff auf, der eigentlich den Polizeidienst hinter sich gelassen hat und nun Dozent an einer Uni ist. Er bringt den Studenten bei, sich in die Täter hineinzuversetzen, wird nun aber von Lenis Vater beauftragt, herauszufinden, was geschehen ist. Dabei offenbart sich eine sehr grauenvoll Geschichte, die mich beim Lesen oft an meine Grenzen gebracht hat.

Sehr aufwühlend ist das Thema, geht es doch um Kinder, die misshandelt werden. Das hat mich an einigen Stellen echt an meine Grenzen gebracht und ein paar Mal sogar Übelkeit ausgelöst. 

Spannend bleibt die Tätersuche, die hier pausenlos zum Miträtseln einlädt. Teilweise lässt sich das Puzzle selbst zusammensetzen, da es nicht allzu viele Verdächtige gibt. Ich hatte in eine andere, etwas kompliziertere Richtung gedacht, war aber auch so mit dem stimmigen Ende zufrieden. Mit diesem Werk hat mich Arno Strobel wieder zurückerobert. Ich hoffe, noch weitere Teile der Reihe zu finden!



Ein spannender Thriller, der aufwühlt und mich ein paar Mal an meine Grenzen gebracht hat. Damit hat Strobel mich als Leser zurückgewonnen!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 16. September 2026

[Rezension] Aufgeklärt! Ungesühnt! - Berühmte Schriftsteller über aufregende Mordfälle der Kriminalgeschichte

 


Titel: Aufgeklärt! Ungesühnt!

Autor:  Arthur Conan Doyle, Ellery Queen, Edgar Wallace und andere

Genre: True Crime Kriminalgeschichten 

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 688
Cover: © Bechtermünz Verlag

Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 18.08.2026


Die Idee, berühmte Autoren über echte Kriminalfälle schreiben zu lassen, hat mich bei diesem Doppelband besonders angesprochen. In "Aufgeklärt!" und "Ungesühnt" hat der Herausgeber Richard Glyn Jones viele Artikel gesammelt, die Schriftsteller über historische Fälle verfasst haben.

Dabei geht es zum Beispiel um sehr bekannte Mörder wie Jack the Ripper oder auch der rätselhafte Fall der Lizzie Borden. Gleichzeitig wird aber auch von anderen Morden erzählt und einige Autoren lassen sich auch zu eigenen Theorien hinreißen.

Interessant fand ich die Schlussfolgerungen von Arthur Conan Doyle, der ja einst einen Fall aufgeklärt hat. Nur interessierte sich niemand so recht für die zahlreichen Beweise, die er geliefert hat. So werden in den einzelnen Geschichten auch die Fehler des Rechtssystems immer wieder deutlich und es zeigt sich, dass manchmal einfach nur der erst beste Schuldige genommen wurde, um einen Fall abschließen zu können.

Die einzelnen Fälle sind mal mehr und mal weniger spannend. Einige wenige, in denen es vorwiegend um lange und auch langweilige Prozesse ging, konnten mich nicht so recht fesseln. Die Erzählweise ist hier auch sehr unterschiedlich. Mal wird ein  Fall nur oberflächlich nacherzählt, mal wird alles in eine richtige Geschichte verpackt und für einen Spannungsbogen gesorgt. So war es für mich eine recht durchwachsene Sammlung mit einigen Höhen und einigen Tiefen. Etwa die Hälfte der Fälle fand ich interessant, die andere war mir etwas zu zäh erzählt.


Eine durchwachsene Sammlung mit echten Kriminalgeschichten, die von berühmten Autoren mal mehr und mal weniger stark nacherzählt werden.

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 14. September 2026

[Rezension] Hochprozentiges Spiel - Christine Bernath

  


Titel: Hochprozentiges Spiel

Autor:  Christine Bernath

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 192
Cover: © RM Buch und Medien
Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 15.08.2026


Dieses Buch hatte ich schon eine gefühlte Ewigkeit liegen, denn ich dachte, dass es einfach nur ein recht typisches Buch über Alkoholkonsum unter Jugendlichen ist. Schon nach wenigen Seiten war mir jedoch klar, dass diese Geschichte so viel mehr ist und überraschend tief geht.

Schon der Einstieg geht unter die Haut, denn wir lernen Anna kennen, die von ihren Eltern gedrängt wird, endlich wieder "normal" zu sein. In einem Restaurant kippt Anna beim Anblick von Alkohol jedoch einfach um. Nach und nach wird klar, dass irgendwas passiert sein muss, das für ihre äußerlichen und innerlichen Narben verantwortlich ist.

Erzählt wird von Anna vor und nach einem schrecklichen Ereignis, das für den Leser erst einmal nicht greifbar ist. Vergangenheit und Gegenwart sind nicht gekennzeichnet, doch das störte mich nicht, denn beides verschmilzt immer mehr miteinander und zeichnet nicht nur das Bild einer Teenagerin auf, die Fehler begeht, sondern beschäftigt sich auch damit, wie Freundschaft eben nicht sein sollte. 

Ich war begeistert darüber, wie die Autorin hier dieses schwierige Thema einbaut und wirklich zeigt, was Alkohol für große Schäden anrichten kann. Mich hat dieses Jugendbuch begeistert und ich hoffe, noch einmal in den Genuss von einem Werk der Autorin zu kommen!


Ein Jugendbuch, das überraschend tief geht und das Thema Alkoholmissbrauch mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Stark!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 12. September 2026

[Rezension] Ostseesühne - Eva Almstädt

 


Titel: Ostseesühne

Autor:  Eva Almstädt

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 368
Cover: © RM Buch und Medien Vertrieb
Begonnen: 11.08.2026
Beendet: 13.07.2026


In einem Bücherschrank stieß ich auf den neunten Teil einer sehr bekannten Krimireihe, die an der Ostsee spielt. Da ich Eva Almstädt bisher noch nicht kannte, sah ich es als gute Möglichkeit, mich mit ihrem Stil und auch ihrer Ermittlerin Pia Korittki vertraut zu machen.

Der Einstieg ist leicht, denn die Autorin besitzt einen sehr einfachen und schnörkellosen Stil. So wird man direkt mit einem Mord und einem Leichenfund in einem Teich konfrontiert. Gleichzeitig ist die Familie des Hofes, auf dem sich der Teuch befindet, scheinbar spurlos verschwunden. Es kursieren Gerüchte, dass die Fuhrmanns einst ein Mädchen gefangen hielten.

Die Bewohner des Dorfes erfüllen zwar sämtliche Klischees, die man sich vorstellen kann, aber irgendwie passt das zu einem lockerleichten Krimi wie diesen. Ein paar Längen gibt es zwar während der Ermittlung und für Pias Privatleben konnte ich auch nicht das nötige Interesse aufbringen, aber der Fall selbst hat mich doch überraschend gut unterhalten und zum Ende hin sogar überrascht. Ich hatte Angst, dass die Autorin den offensichtlichen Weg wählt, doch stattdessen baut sie tatsächlich noch eine Überraschung ein.

Ich bin positiv überrascht von dieser Reihe und würde tatsächlich auch noch einmal zu einem Teil greifen, wenn er mir in die Hände fällt!


Ein leichter, angenehmer Krimi, der Spannung besitzt, wenngleich auch einem typischen Aufbau und Muster folgt. Ich fühlte mich gut unterhalten!

Ich vergebe 4 von 5.