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Donnerstag, 23. Oktober 2025

[Rezension] Liar's Room - Zwei Lügner, ein Raum, kein Entkommen - Simon Lelic


 Titel: Liar's Room - Zwei Lügner, ein Raum, kein Entkommen

Autor:  Simon Lelic

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 337
Cover: © Bastei Lübbe
Begonnen: 18.09.2025
Beendet: 21.09.2025


Die Psychotherapeutin Susanna Fenton ist nicht die Person, die sie vorgibt zu sein und genau das weiß auch ihr neuer Klient, der an diesem Tag ihre Praxis betritt. Ja, Adam weiß ganz genau über ihre Vergangenheit Bescheid, weil er selbst ein Teil von ihr ist ...

"Liar's Room" besitzt eine interessante Ausgangslage, die mich sofort in den Bann gezogen hat. Wir wissen nämlich von der ersten Seite an, dass Susanna ein dunkles Geheimnis hütet und nun von Adam, der ihre Tochter entführt hat, gezwungen wird, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Dabei geht es in erster Linie um Schuld.

Erzählt wird abwechselnd von der Situation im Praxisraum, von der Vergangenheit selbst und von Emily, die in ihren Tagebuch über Adam schreibt. Dadurch entsteht eine tolle Dynamik, auch wenn die Spannung selbst eher subtil ist.

Die Wendungen sind gelungen, auch wenn ich mir das Puzzle ab einem gewissen Punkt schon selbst zusammensetzen konnte. Mir gefiel die Geschichte aus der Vergangenheit sehr. Nur das Ende selbst war dann etwas zu schnell erzählt und zu einfach. Es gibt hier nämlich keinen echten Showdown. Dennoch habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen!



"Liar's Room" ist ein Psychothriller mit guten Wendungen, aber einem etwas zu schnell erzählten Ende. Dennoch lesenswert!

Ich vergebe 4 von 5

Montag, 16. Juni 2025

[Rezension] Erinnerung an einen Mörder - Petra Hammesfahr

  


Titel: Erinnerung an einen Mörder

Autor:  Petra Hammesfahr

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 448
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 13.05.2025
Beendet: 16.05.2025


Der achtjährige Felix überlebt eine blutige Familientragödie, kann sich an den besagten Tag aber nicht mehr erinnern. Er ist sich allerdings sicher, dass sein Vater Thorsten nicht der Mörder sein kann. Es dauert einige Jahre bis die erste Erinnerungen zurückkehren, doch es soll noch viele Jahre dauern bis er herausfindet, was damals wirklich geschehen ist ...

Der Anfang von "Erinnerung an einen Mörder" geht unter die Haut, denn hier gibt es Einblick in eine Familie, in der es keine echte Liebe gibt. Es geht um Missbrauch und Vernachlässigung. Mittendrin ist der kleine Felix, der das alles noch nicht begreift.

Als Leser begleiten wir Felix später dann durch die kommenden Jahre. Auf dem Internat kommt es zum ersten Triggermoment, der die ersten Erinnerungen wachruft. Danach beginnt er, in seiner Heimat, nach der Wahrheit zu graben. Hier lässt die Story, die so stark anfing, leider etwas nach, denn die Autorin verstrickt sich mal wieder in unzähligen Theorien, bevor sie eine Richtung einschlägt, die ich nicht erwartet habe.

Das Ende ist sicherlich Geschmackssache. Mir war es eine Spur "to much" um ehrlich zu sein. Dennoch fand ich den Anfang und auch das Thema der verloren gegangenen Erinnerungen sehr interessant und vom Stil her sehr eindringlich umgesetzt. Für mich gehört das Buch zwar nicht zu Hammesfahrs besten, aber dennoch zu ihren stärkeren Werken und hat die Bezeichnung "Psychothriller" auf jeden Fall verdient!



Ein anfangs sehr beklemmender Psychothriller über Kindesmissbrauch und verlorenen Erinnerungen. Das Ende gefiel mir allerdings nicht.

Ich vergebe 4 von 5

Montag, 4. November 2024

[Rezension] Roberts Schwester - Petra Hammesfahr

 


Titel: Roberts Schwester

Autor:  Petra Hammesfahr

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 256
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 02.10.2024
Beendet: 08.10.2024


Mia vergöttert ihren Bruder Robert, obwohl dieser Schuld an einen Autounfall war, der ihr Leben komplett verändert hat. Ihre Karriere als Bildhauerin musste sie aufgeben und nun ist sie ganz auf die neue Frau von Robert fixiert, mit der sie unter einem Dach leben muss und die sie für eine Hochstaplerin hält. Als Robert plötzlich stirbt, steht für Mia schnell fest, wer dahintersteckt ...

Als großer Fan von Petra Hammesfahr war ich froh, endlich mal wieder einen ihrer psychologischen Thriller aus einem öffentlichen Bücherschrank gezogen zu haben. Meiner Meinung nach liegt in dieser tiefgründigen Betrachtung der Psyche ihre große Stärke und deswegen hat mich auf "Roberts Schwester" von Anfang an mitgerissen.

Als Leser weiß man hier nicht, auf welcher Seite man stehen soll. Die Protagonistin Mia wirkt sehr verloren. Ihre körperliche Behinderung schränkt sie so sehr ein, dass sie eigentlich gar kein eigenes Leben mehr führt und psychisch gesehen wandert sie das ganze Buch über an einem Abgrund herum. Die Liebe zu ihrem Bruder ist spürbar, zeitgleich hat sich zwischen den beiden aber auch eine tiefe Kluft sichtbar gemacht.

Gelungen sind auch die verschiedenen Charaktere, die sich nicht so einfach durchschauen lassen. So muss sich Mia nicht nur mit der Frau ihres Bruders herumschlagen, sondern hat plötzlich auch noch Isas im Rollstuhl sitzenden Bruder Jonas im Haus. So geraten hier zwei Geschwisterpaare aneinander und es ist Mia, die nach dem Tod ihres Bruders, ganz auf sich allein gestellt ist.

Spannend und selbst für den Leser unerträglich ist die Situation im Haus. Obwohl Roberts Tod schon auf den ersten Seiten passiert, reisen wir immer wieder in die Vergangenheit und zu verschiedenen Situationen, die wir durch Mias Augen sehen und analysieren. So setzt sich erst nach und nach das ganze schreckliche Puzzle zusammen, das in einem wirklich überraschendem Showdown endet. 



Erneut konnte mich Petra Hammesfahr mit ihrer psychologischen Tiefe in den Bann ziehen und zeigen, was für eine grandiose Autorin sie ist.

Ich vergebe 5 von 5.


Dienstag, 30. Juli 2024

[Rezension] Bélas Sünden - Petra Hammesfahr

  


Titel: Bélas Sünden

Autor:  Petra Hammesfahr

Genre: Thriller, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2003
Seitenzahl: 320
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 25.06.2024
Beendet: 28.06.2024


Lisa Szabo ist gerade erst der große Durchbruch als Schriftstellerin gelungen, als ein Toter in ihrem Schlafzimmer aufgefunden wird. Plötzlich muss sie sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte auseinandersetzen, aber auch mit dem Manuskript, an dem sie gerade arbeitet ...

In "Bélas Sünden" zeigt sich Petra Hammesfahr in Höchstform. Sehr eindringlich taucht sie in das Leben der Protagonistin Lisa ein, die auf dem ersten Blick ein wundervolles Leben führt. Doch nach und nach werden viele dunkle Schatten sichtbar, die alle von ihrem Mann Béla auszugehen scheinen, der nicht in der Lage ist, treu zu sein.

Lisa wird als recht naiv dargestellt, was auch passend für die Art der Geschichte ist, die hier erzählt wird. Sie ist von Anfang an hingerissen von Béla und verzeiht ihm im Grunde alles, nur um ihn nicht zu verlieren. Dabei bemerkt sie sich nicht einmal, dass außer dem Körperlichen gar nichts zwischen Béla und ihr ist. Als Leser fragt man sich natürlich, wie Lisa das alles so lange ertragen konnte. Sie wirkt sehr geblendet und verloren in dieser Beziehung. 

Die vielen kleinen Wendungen konnten mich überzeugen. So malt sich Lisa als Autorin auch immer wieder die verschiedensten Szenarien aus, durch die sie der Wahrheit dann Stück für Stück näher kommt. Für mich ist "Bélas Sünden" definitiv einer der stärksten Psychothriller der Autorin!


Mit "Bélas Sünden" konnte mich Petra Hammesfahr durch die vielen kleinen Wendunden und Schockmomente wieder absolut überzeugen. Ein wahrer Psychothriller!

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 11. Juni 2024

[Rezension] Die Schwiegertochter - Philippa Gregory

 


Titel: Die Schwiegertochter

Autor:  Philippa Gregory

Genre: Roman, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2000
Seitenzahl: 400
Cover: © Aufbau Taschenbuch Verlag
Begonnen: 11.05.2024
Beendet: 18.05.2024


Elizabeth hält sich selbst für die perfekte Schwiegermutter, doch leider hält sie Ruth nicht für sie passende Frau für ihren Sohn. Ruth, die selbst kaum etwas innerhalb ihrer Beziehung und auch ihrer neuen Familie zu sagen hat, bekommt schließlich ein Baby, das sie eigentlich gar nicht wollte. Plötzlich ist sie überfordert und Elizabeth ist bereit, alles für ihren Enkel zu tun ...

"Die Schwiegertochter" besitzt einen angenehmen Schreibstil und konfrontiert den Leser mit den recht typischen Problemen zu Schwiegereltern, die sich dauernd einmischen wollen. Ruth selbst ist hier von Anfang an leider eine sehr naive und schwache Frau, die praktisch alles mit sich machen lässt. Sie verliert ihren Job, zieht mit ihrem Mann in die Nähe ihrer Schwiegereltern und lässt sich dann auch dazu drängen, nicht mehr zu verhüten, obwohl sie selbst eigentlich einen ganz anderen Plan für ihr Leben hat.

Nach der Geburt ihres Sohnes leidet sie an Depressionen und muss sich anhören, wie unfähig und krank sie ist. Immer wieder springt Elizabeth ein, die vorgibt, einfach nur das Beste für ihren Enkel zu wollen. Sie kontrolliert auch ihren Sohn Patrick, der für mich der lächerlichste Charakter in diesem Buch war. Ich konnte einfach nicht verstehen, wieso Ruth mit einem solchen Nann, der total abhängig von seinen Eltern ist und gar keine eigene Meinung besitzt, zusammen sein kann. Die Beziehung der Beiden wirkte auch nicht besonders liebevoll. Immer ging es nur um körperliche Begierde, nie um etwas Greifbares.

Ich habe mich mit diesem Psychothriller doch recht schwer getan. Alle Charaktere waren furchtbar anstrengend und Sympathieträger gibt es hier leider keinen einzigen. Mir waren alle zu festgefahren, vor allem Ruth, die bis zum Ende in ihrer Rolle feststecken bleibt. Die Themen die angesprochen werden, sind allerdings gelungen, besonders die Geschichte von Ruth als Mutter, die Probleme hat, ihren Sohn zu lieben. Auf den letzten Seiten schlägt die Autorin noch eine bitterböse Richtung ein, die der Leser so allerdings längst erwartet. Deprimierend ist hier, dass gewisse Charaktere nun auch weiterhin in diesem doch sehr trostlosen Leben gefangen bleiben werden ...


"Die Schwiegertochter" ist ein Psychothriller, der viele interessante Themen anschlägt, letztendlich aber durch die anstrengenden Charaktere doch mit den Nerven der Leser spielt. Die naive Ruth und der verweichlichte Mamasohn Patrick waren einfach nicht meins ...

Ich vergebe 3 von 5.





Freitag, 31. Mai 2024

[Rezension] Irgendwann holt es dich ein - Jane Hill

 


Titel: Irgendwann holt es dich ein

Autor:  Jane Hill

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 320
Cover: © RM Buch und Medien
Begonnen: 03.05.2024
Beendet: 07.05.2024


"Wir haben etwas Furchtbares getan!" Diese Worte hört Kate von einer ehemaligen Mitschülerin, kurz bevor sich diese vor eine U-Bahn stürzt. Plötzlich erinnert sich Kate wieder an ihre Schulzeit und an das Mobbing. Alte Wunden reißen auf und es scheint jemand zu geben, der schonungslos darin herumstochern will ...

"Irgendwann holt es dich ein" von Jane Hill besitzt einen spannenden Einstieg. Der Leser wird mit einem augenscheinlichen Selbstmord konfrontiert und lernt dann Kate kennen, sie sich gerade nach mehreren Fehlgeburten auf Probe von ihrem Mann getrennt hat. Schnell taucht Kate in ihre eigene Vergangenheit und damit auch an die teure Mädchenschule Lady Jane Grey, auf der sie durch ein Stipendium kam und von Anfang an ausgegrenzt wurde.

Die Autorin erzählt die Geschichte recht ruhig und der Aufbau wirkt dadurch auch recht einfach. Zentrale Themen sind Mobbing und Ausgrenzung. Außerdem geht es um die Aufarbeitung der eigenen Fehler. Als echten Psychothriller würde ich das Buch allerdings nicht beschreiben, denn dazu fehlte es stellenweise doch etwas an Tempo und Tiefgang. Die kleinen Wendungen am Ende haben mir hier aber sehr gut gefallen. Für meinen Geschmack hätte die Vergangenheit aber noch etwas intensiver eingearbeitet werden können! Dennoch aber lesenswert!


Irgendwann holt die eigene Vergangenheit jeden ein. Das muss auch Kate in dieser recht ruhig erzählten Geschichte erkennen, in der sie sich dem Mobbing aus ihrer Schulzeit stellen muss. Lesenswert, wenn auch etwas spannungsarm an manchen Stellen!

Ich vergebe 4 von 5.


Sonntag, 11. Februar 2024

[Rezension] Adrenalin - Michael Robotham

 


Titel: Adrenalin

Autor:  Michael Robotham

Genre: Psychothriller, Thriller

Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 448
Cover: © Goldmann
Begonnen: 25.01.2024
Beendet: 02.02.2024


Der renommierte Psychotherapeut Joe O’Loughlin, der gerade erst von seiner Parkinson-Erkrankung erfahren hat, wird in seinem sonderbaren Fall hineingezogen. Eine junge Krankenschwester wird ermordet und ausgerechnet Bobby, einer seiner Patienten, hat Gewaltfantasien, die zu dieser Tat passen. Bald steckt Joe allerdings tiefer in der ganzen Sache drin, als er anfangs vermutet hat und sein eigenes Leben ist in Gefahr ...

Ich habe nun schon einige Bücher von Robotham gelesen, muss allerdings sagen, dass mir die Reihe rund um Joe O’Loughlin nicht so recht gefallen will. Er ist zwar mit seinem Scharfsinn ein spannender Charakter, aber für meinen Geschmack geht es stets zu sehr um sein Privatleben und eher weniger um den Fall. Interessant ist hier zwar, dass Joe trotz seines psychologischen Fachwissens selbst in eine Sackgasse gerät, doch der größte Teil des Buches ist hier wirklich viel zu spannungsarm. 

Der Fall wirkt leider nicht so recht präsent. Da wird zwar die tote Krankenschwester am Anfang kurz eingeführt und es gibt einige Gespräche mit Bobby, die wohl seinen verwirrten Geist durchleuchten sollen, aber dann driftet der Autor immer wieder ab, nur um dann ein Ende zu präsentieren, dass mich ehrlich gesagt ein wenig frustriert hat.

"Adrenalin" soll wohl in erster Linie eine Einführung des Charakters von Joe O’Loughlin sein und war für mich stellenweise daher zu zäh und wenig fesselnd. Als echten "Psychothriller" oder gar "Thriller" würde ich dieses Buch eher nicht bezeichnen. Die psychologischen Analysen sind allerdings sehr gelungen! 


    "Adrenalin" war für mich leider zu spannungsarm und zu sehr auf die Einführung des Protagonisten fokussiert. Der Fall selbst ist ganz nett, konnte mich aber nicht vom Hocker reißen ...

Ich vergebe 3 von 5.


Freitag, 10. November 2023

[Rezension] Darling Jim - Christian Mørk

 


Titel: Darling Jim

Autor:  Christian Mørk

Genre: Thriller, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 352
Cover: © Piper
Begonnen: 06.10.2023
Beendet: 11.10.2023


Der neugierige Postbote Desmond sieht durch den Postschlitz die tote Moira Walsh. In ihrem Haus finden sich schließlich noch zwei weitere tote Frauen, die anscheinend lange Zeit dort gefangen gehalten worden sind. Was ist geschehen? Und was hat das alles mit dem Märchenerzähler Jim zu tun, der von Pub zu Pub zieht und reihenweise Frauenherzen bricht?

Das Buch beginnt mit drei rätselhaften und sehr grausamen Todesfällen, die erst einmal sprachlos machen. Schließlich taucht das erste Tagebuch eines der Opfer auf und erzählt schließlich den ersten Teil einer sehr tragischen Geschichte über einen Mann, der besser nicht mit einer ganzen Familie gespielt hätte.

Spannend fand ich, dass die Opfer selbst Mithilfe der Tagebücher ihre ganze Geschichte erzählen. Allerdings kamen mir fast alle Frauen hier doch sehr naiv vor, denn sie fallen leider alle auf den Charmeur Jim herein und wollen erst einmal gar nicht sehen, was für ein mieser Spieler er ist.

Die fantasievolle Geschichte, die Jim im Pub erzählt, bietet eine nette Paralelle, riss mich aber immer wieder aus der Haupthandlung heraus. Dadurch gab es für mich einige Längen. Leider zeichnet sich auch früh ab, was genau im Hause der Walshs passiert ist. Als echten Psychothriller würde ich das Buch daher nicht bezeichnen, dafür waren mir die Frauen zu naiv und Jims Charakter viel zu leicht zu durchschauen.



Für mich war "Darling Jim" eher ein Roman als ein Psychothriller, denn es zeichnet sich viel zu früh ab, welche Tragödie sich im Haus der Walshs zugetragen hat und die Charaktere wirkten auf mich allesamt etwas zu naiv.

Ich vergebe 3 von 5.


Montag, 6. März 2023

[Rezension] Mein Herz so schwarz - Jenny Blackhurst

 


Titel: Mein Herz so schwarz

Autor:  Jenny Blackhurst

Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 400
Cover: © Bastei Lübbe
Begonnen: 14.02.2023
Beendet: 17.02.2023



Evie stürzt sich am Tag ihrer Hochzeit von einer Klippe. Ihr Bräutigam ist verzweifelt, will sie aber - da ihre Leiche nicht gefunden wird - nicht aufgeben. Nur ihre beste Freundin Rebecca scheint mehr über ihre dunkle Vergangenheit zu wissen und versucht nun, sich endlich von Evie zu lösen. Doch dann bekommt sie die erste Nachricht von ihr ...

Ich habe schon einige Psychothriller von Jenny Blackhurst gelesen, die mich allesamt sehr gut unterhalten haben. Auch "Mein Herz so schwarz" ist durch die kurzen, knackigen Kapitel von Anfang an sehr fesselnd. Nach und nach erfährt der Leser mehr über Evies Vergangenheit während es in der Gegenwart um die aufopferungsvolle Rebecca geht, die Richard tröstet und zeitgleich seltsame Nachrichten bekommt.

Von Anfang an steht die Frage, ob Evie wirklich tot ist, im Zentrum dieses Psychothrillers. Durch die Cliffhanger konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie sich das ganze Puzzle zusammensetzen lässt. Der einzige Schwachpunkt ihrer Werke ist allerdings auch hier stark ausgesprägt, denn Vieles ist leider zu offensichtlich. So war das Ende keine allzu große Überraschung für mich. Gefallen hat mir die gesamte Geschichte aber dennoch und es war bestimmt nicht mein letztes Werk der Autorin.




Jenny Blackhurst erzeugt mit ihren Psychothrillern durch die kurzen Kapitel einen unglaublichen Sog. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, was mit Evie passiert ist. Einzig die Tatsache, dass sich die Auflösung schon früh abzeichnet, trübt das Lesevergnügen ein klein wenig ...

Ich vergebe 4 von 5.





Donnerstag, 5. Januar 2023

[Rezension] Dolores - Stephen King

 





Titel: 
Dolores

Autor:  Stephen King

Genre: Roman, Horror. Psychothriller
Erscheinungsjahr: 1992
Seitenzahl: 352
Cover: © Heyne

Begonnen: 12.12.2022
Beendet: 18.12.2022


Dolores Claiborne sitzt auf dem Polizeirevier und erklärt, dass sie Vera Donovan, für die sie viele Jahre gearbeitet hat, nicht umgebracht hat. Allerdings gibt es andere Dinge, die Dolores endlich erzählen will und so wird das Verhör zu einer Lebensbeichte ...

Ich kannte weder den Roman noch die recht bekannte Verfilmung zu "Dolores" und so war ich erst einmal über die Form dieser Geschichte überrascht. Es gibt keine Kapitel und so liest sich das gesamte Buch, als würde Dolores tatsächlich auf dem Polizeirevier sitzen und alles beichten, was sie schon lange belastet.



Vera Donovan steht nur am Anfang und am Ende im Fokus. Im Grunde geht es darum, was mit dem Mann von Dolores passiert ist. Ihre Erzählung ist dabei intensiv, ehrlich, geht in die Tiefe und hat mir eiskalte Schauer über den Rücken laufen lassen. Allein die Sonnenfinsternis, die auch schon in Kings "Das Spiel" eine Rolle spielt, empfand ich als sehr atmosphärische und auch passende Szenerie. Es kam mir vor, als hätte sich auch auf Dolores Seele kurzzeitig ein Schatten gelegt.




"Dolores" ist ein  Psychothriller, der mich von der ersten Seite in den Bann gezogen hat und den ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe mit Dolores gelitten und schließlich sogar eine Beziehung zu Vera aufgebaut, die erst wie ein Monster erscheint, dann aber auch eine eigene sehr berührende Geschichte bekommt. Für mich gehört "Dolores" definitiv zu den stärksten Bücher von Stephen King!




"Dolores" ist ein unfassbar spannender und intensiver Psychothriller, der mich tief eine sehr düstere Lebensgeschichte gezogen hat. An die Sonnenfinsternis werde ich sicher noch lange zurückdenken müssen!

Ich vergebe 5 von 5.


Samstag, 10. September 2022

[Rezension] Die Moortochter - Karen Dionne

 


Titel: Die Moortochter

Autor:  Karen Dionne

Genre: Psychothriller, Thriller
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 384
Cover: © Goldmann

Begonnen: 10.08.2022
Beendet: 14.08.2022



Helene Pelletier wurde jahrelang mit ihrer Mutter in einer Blockhütte von ihrem Vater gefangen gehalten. Heute ist sie frei, lebt mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann allerdings noch immer im Moor. Als ihr Vater aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommt, weiß sie genau, dass er Jagd auf sie machen wird - und dass nur sie allein in der Lage ist, ihn aufzuhalten!




Von Anfang an baut die Autorin, die selbst lange vollkommen autark im Moor gelebt hat, eine wunderbare Atmosphäre auf, während wir Helene in der Gegenwart und auch in Form von einer rückblickenden Erzählung ihrer Kindheit kennenlernen. Die Abgeschiedenheit und auch die Bedrohlichkeit des Moores ist durchgehend zu spüren, nur an Spannung mangelt es diesem Buch leider in beiden Strängen.

Es ist durchaus interessant, Helenes Vorgeschichte zu erfahren, wäre da nicht ein Problem: Der Leser weiß von Anfang an, wie es ausgeht. Die Einblicke in die Persönlichkeit und auch die Unberechenbarkeit des Vaters sind gelungen, aber ich hatte beim Lesen mehr Angst vor dem Moor als vor diesem "Psychopathen". Dies liegt sicherlich auch daran, dass auch Helene hin- und hergerissen ist. Es ist spürbar, dass sie ihren Vater zwar liebt, aber gleichzeitig auch abgrundtief hasst.



Ich würde "Die Moortochter" nicht direkt als Psychothriller bezeichnen, sondern eher als einen Roman, der sich mit dem Überleben in der Natur beschäftigt. Dies ist durchaus fesselnd und gut dargestellt, doch die Jagd nach dem Vater geht dadurch leider stark unter und das Ende ist nicht nur vorhersehbar sondern auch etwas lahm und einfach ...

"Die Moortochter" ist ein interessanter Einblick in das autarke Leben im Moor, war mir als Psychothriller aber nicht eindringlich und auch leider nicht spannend genug ...

Ich vergebe 3 von 5.