Dienstag, 24. Februar 2026

[Rezension] Gefährliche Träume - Martina Steinkühler

  


Titel: Gefährliche Träume

Autor:  Martina Steinkühler

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 1979

Seitenzahl: 160
Cover: © Ensslin
Begonnen: 06.02.2026
Beendet: 09.02.2026


Nicole, die erst seit kurzem in Hamburg lebt, findet einfach keinen Anschluss und zudem fühlt sie sich auch noch von ihrer Mathelehrerin unfair behandelt. Als sie Marc kennenlernt und durch ihn Teil einer Clique wird, ändert sich einiges. Dies liegt aber in erster Linie an den Drogen, die sie mit ihren neuen "Freunden" gemeinsam nimmt ...

Martina Steinkühler erzählt in "Gefährliche Träume" von einem Mädchen, das relativ schnell an die falschen Leute gerät und dadurch mit Drogen in Kontakt kommt. Doch ihr Umfeld erkennt schnell, dass Nicole sich verändert. Sowohl ihre Eltern, als auch ihre Freundin Danny und ihre Lehrerin sorgen schließlich dafür, dass Nicole ihre neuen Freundschaften zu überdenken beginnt.

Ich empfand die Darstellung von Nicole, die einfach nur dazugehören will, als sehr authentisch, auch wenn der Roman dabei nicht so recht in die Tiefe geht. Das Drogenthema selbst wird - wohl der Zeit der Veröffentlichung geschuldet - nur oberflächlich behandelt und die Clique selbst lernt der Leser nicht wirklich kennen. So geht es primär um den Weg raus aus diesem Sumpf. In diesem Roman geht dies allerdings eine Spur zu leicht für meinen Geschmack ...


Die Entstehung einer Abhängigkeit wird hier authentisch, wenngleich auch ohne Tiefe geschildert. Der Weg hinaus verläuft etwas zu einfach. Dennoch ein Roman, der für die damalige Zeit ein Thema anschneidet, dass viel zu oft unter den Teppich gekehrt wird!

Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 22. Februar 2026

[Rezension] Das Haus im Nebel (Wildflower-Reihe 1-4) - V.C. Andrews

 


Titel: Das Haus im Nebel (Wildflower-Reihe 1-4)

Autor:  V.C. Andrews

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2013

Seitenzahl: 604
Cover: © Edel Elements
Begonnen: 02.02.2026
Beendet: 10.02.2026


In einer gemeinsamen Leserunde haben wir im Februar eine weitere Reihe von V.C. Andrews begonnen. "Das Haus im Nebel" umfasst dabei die Geschichten von vier Mädchen und ihre ganz persönlichen Geschichten, in denen es zentral um Probleme mit ihren Eltern geht.

Misty, Star, Jade und Cat finden sich allesamt bei ihrer Psychologin Dr. Marlowe ein und werden aufgefordert, von sich zu erzählen. Der Stil ist dabei bewusst sehr distanziert gewählt, denn die Mädchen berichten nun in jedem Buch selbstständig von sich und ihren Problemen. Mit Misty, die ein recht typisches Scheidungskind darstellt, beginnt es und ich muss sagen, dass ich mich mit ihr recht schwer getan habe. Hier sorgte die Distanz tatsächlich für eine fehlende Nähe.

In Stars Geschichte geht es schließlich um Vernachlässigung. Ihre Mutter entzieht sich der Verantwortung und Star muss selbst auf sich und ihren Bruder aufpassen. Ihre Erzählung ging mir näher als die von Misty.

Bei Jade ist ein klassischer Scheidungsskrieg ausgebrochen, bei dem sie zwischen die Fronten gerät. Ihre Eltern sehen sie eher als Trophäe und merken nicht, wie sehr sie leidet. Jades Geschichte hat mich gepackt, zumal es hier sogar ein paar Thrillerelemente gibt.

Am Intensivsten fand ich Cats Erzählung. Hier ist der distanzierte Stil auch bitter nötig, denn es geht um Missbrauch. Teilweise wurde mir beim Lesen hier echt übel, denn was Cat in ihrem Elternhaus erlebt hat, wünsche ich niemanden. 

Stark ist auf jeden Fall, wie reflektiert alle vier Mädchen hier auf ihre eigenen Probleme zurückblicken. Die Gruppentherapie scheint zu wirken, auch wenn ich gerne noch ein paar stärkere Momente zwischen den Mädchen gehabt hätte. Für mich war hier noch keine richtige Verbindung zu spüren. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie der Abschlussband aufgebaut sein wird.


Die Geschichten von Misty, Star, Jade und Cat sind allesamt unterschiedlich intensiv, vom Gefühl her wird jede Geschichte extremer und der distanzierte Stil auch notwendiger. Mir fehlt es bisher allerdings an einem Band zwischen den Mädchen ...

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 20. Februar 2026

[Rezension] Als Fabian verschwand - Maja Gerber-Hess

  


Titel: 
Als Fabian verschwand

Autor:  Maja Gerber-Hess

Genre: Roman, Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 254
Cover: © cbj
Begonnen: 03.02.2026
Beendet: 06.02.2026


Maja Gerber-Hess beschreibt in "Als Fabian verschwand" das Leben einer Familie, die mit dem Verlust eines Kindes fertig werden muss. Erzählt wird besonders von Sina, der älteren Schwester, die ihre eigene Familie zerbrechen sieht und gleichzeitig selbst lange zu keinem normalen Leben mehr fähig ist.

Sehr glaubhaft und sensibel erzählt die Autorin von dem rätselhaften Verschwinden von Fabian und der damit verbundenen Ungewissheit. Es gibt hier keine rechte Auflösung, was zeigen soll, dass viele Kinder einfach spurlos verschwinden und es nie einen echten Abschluss gibt. Genau damit hat auch die Familie von Sina hier zu kämpfen.

Mir gefiel die authentische Beschreibung hier sehr. Es geht nicht primär um Fabian, sondern vielmehr um das Loch, das er hinterlässt und all die offenen, quälenden Fragen!


Ein Buch, das authentisch beschreibt, wie eine Familie nach dem Verschwinden ihres Kindes zerbricht.


Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 18. Februar 2026

[Rezension] Das Lied in der Weide - Ruth White




 Titel: Das Lied in der Weide

Autor:  Ruth White

Genre: Roman, Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 224
Cover: © dtv
Begonnen: 28.01.2026
Beendet: 30.01.2026


Mit "Das Lied in der Weide" habe ich mal wieder einen echten Buchschatz ausgegraben. Dieser Jugendroman beschäftigt sich auf sehr einfühlsame Art und Weise mit dem Erwachsenwerden. Tiny, die früher eine unsichtbare Freundin hatte und noch immer wenig Selbstvertrauen besitzt, kommt jetzt auf die High School. Sie verliebt sich in ihren Lehrer, findet Freunde und lernt auch sich selbst immer besser kennen. Wäre da bloß nicht ihr Stiefvater Vern, der sie bedrängt und schließlich auch eine Grenze überschreitet.

Zwischen allen schönen Momenten schleichen sich in diesem Buch auch einige dunkle Schatten ein. Tiny ist jedoch eine unfassbar starke Protagonistin, die sich nicht vor der Welt verschließt, sondern versucht, ihren Weg zu gehen. Auch wenn es in dieser Geschichte um Missbrauch geht, besitzt das Buch viele sehr positive und starke Momente, in denen Tiny zu sich selbst findet.

Die Autorin besitzt einen sehr sensiblen und eindringlichen Stil. Ich konnte mich unfassbar gut in Tiny hineinversetzen, die zwar etwas Schreckliches erlebt, aber verzweifelt versucht, sich davon nicht von ihrem Weg abbringen zu lassen. Mich hat diese Geschichte sehr berührt!


Ein berührender, tiefgründiger Jugendroman mit einem schwierigen Thema, aber einer wundervollen Botschaft! Für mich ein kleiner Buchschatz!

Ich vergebe 5 von 5.

Montag, 16. Februar 2026

[Rezension] Süßer Mond: Die dunklen Wächter - Rachel Hawthorne

 


Titel: Süßer Mond: Die dunklen Wächter

Autor:  Rachel Hawthorne

Genre: Fantasy

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 256
Cover: © Goldmann
Begonnen: 26.01.2026
Beendet: 28.01.2026


Fantasybücher lese ich relativ selten, da mir oft der Zugang zu den Welten fehlt, doch da ich Werwölfe mag, musste ich dieses Buch - das natürlich der erste Teil einer Reihe ist - einfach einmal ausprobieren und was soll ich sagen? Mir hat das Buch, das sogar definitiv "Twilight"-Vibes besitzt, echt gut gefallen.

Die Geschichte ist einfach aufgebaut und der Stil schnörkellos und leicht. So ist man direkt in der Handlung drin, die sich um Kayla dreht, die den Sommer als "Sherpa" in einem Wald arbeitet. Über die Bezeichnung "Sherpa" für die Jugendlichen, die hier als Wildnisführer arbeiten, bin ich anfangs erst mal gestolpert, kam sie mir doch etwas deplatziert vor. Ich fand die Idee hinter diesem Job aber ganz passend.

Kayla kehrt auf diese Weise in den Wald zurück, in dem ihre Eltern einst ums Leben kam und fühlt sich sofort zu Lucas hingezogen. Da sie ihn jedoch für unerreichbar hält, fängt sie etwas mit einem anderen Jungen an. Das Werwolfs- beziehungsweise Gestaltwandler-Thema wird hier sehr interessant eingebaut und es gibt auch einige kleinere Überraschungen. Zudem kommt die Geschichte ganz ohne Kitsch aus, besitzt aber dennoch starke Momente zwischen den beiden Protagonisten. Ich bin positiv überrascht von diesem Reihenauftakt und dieser beschriebenen Welt. Die Fortsetzungen würde ich tatsächlich lesen, wenn sie mir in die Hände fallen!


Ein einfach aufgebaute Werwolfsgeschichte mit "Twilight"-Vibes, die auf jeden Fall zu unterhalten weiß und mich positiv überrascht hat! 
 
Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 14. Februar 2026

[Rezension] Vielleicht morgen - Guillaume Musso

 


 Titel: Vielleicht morgen

Autor:  Guillaume Musso

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2015

Seitenzahl: 480
Cover: © Piper
Begonnen: 6.01.2026


Wer Guillaume Musso kennt, weiß, dass sich seine Bücher meistens in eine echte abgedrehte Richtung entwickeln. Darauf war ich auch bei diesem Roman, der sich auf den ersten hundert Seiten wie ein süßer Liebesroman liest, auf jeden Fall vorbereitet. Matt, der vor einem Jahr seine Frau bei einem tragischen Unfall verloren hat, kauft auf dem Flohmarkt einen alten Laptop. Über diesen kann er mit Emma kommunizieren - weiß jedoch noch nicht, dass Emma im Jahr 2010 lebt, er selbst aber im Jahr 2011 ...

Die Idee rund um zwei Menschen, die in unterschiedlichen Zeiten leben, ist sicherlich nicht neu, kann mich aber immer wieder gut unterhalten. Matt und Emma sind auch zwei sympathische Protagonisten, denn beide sind gerade in einem Punkt angekommen, an dem sie zu kämpfen haben. Matt muss mit dem Tod seiner Frau klarkommen und Emma mit ihrer Einsamkeit. Als Emma dann Matt kennenlernet, erkennt sie, was für eine Art Leben sie gerne führen würde.

Ab einem gewissen Punkt wird die Geschichte wieder einmal echt verrückt und wendet sich dann in eine Richtung, die man unmöglich kommen sehen kann. Ich finde Guillaume Mussos Bücher immer sehr mutig und sehr kreativ, doch leider oftmals auch eine Spur zu überdreht. Auch dieses Werk weiß zu unterhalten, war mir aber oft etwas "zu viel", gerade auch, weil es sich am Ende fast wie ein Actionthriller anfühlte. Unterhaltsam war der Roman auf jeden Fall, etwas weniger wäre hier aber mal wieder mehr gewesen.

Ein Buch, das sich anfangs wie ein Liebesroman liest, dann aber eine ganz neue Richtung einschlägt. Mir gefällt Mussos Kreativität, aber leider übertreibt er auch hier wieder ein klein wenig zu sehr ... 

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 12. Februar 2026

[Rezension] Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla - Håkan Nesser

  


Titel: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla 

Autor:  Håkan Nesser

Genre: Roman, Krimi

Erscheinungsjahr: 2005

Seitenzahl: 336
Cover: © btb
Begonnen: 23.01.2026
Beendet: 27.01.2026

Mir gefallen jene Romane von Håkan Nesser, die ohne Ermittler auskommen und die den Leser einfach nur in die Gedankenwelt der Charaktere entführen. Solch ein Roman ist "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla", der sogar ein wenig dem grandiosen Werk "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" ähnelt. Einige Details werden hier sogar erwähnt.

Es beginnt sehr ruhig und subtil mit der Erzählung eines Jungen namens Mauritz, der sich im Jahr 1967 mitten in der Pubertät befand, auf englische Musik abfährt und sich zum ersten Mal verliebt. Erst einmal bleibt unklar, was passieren wird, wir folgen einfach nur einem Teenager, der die Welt entdeckt. Doch dann stört ein Mord sein Erwachsenwerden und die Idylle in dem verschlafenen Ort. Das Opfer ist ausrechnet der Vater von Signhild, seiner ersten großen Liebe.

So ruhig und harmlos die ersten Seiten auch erscheinen mögen, so düster und abgründig wird es nach dem Mord. Mauritz sieht viel, hört eine Menge, aber versteht gewisse Dinge nicht. So ist er zu geblendet von seiner ersten  großen Liebe, um de Wahrheit wirklich näher zu kommen. Mir gefiel die Tiefe dieses Romans und auch das Ende, das letztendlich sehr schön zeigt, welche Kreise das Leben manchmal zieht. Für mich war dies endlich mal wieder ein richtig starker Roman von Nesser.


Ein Junge, der gerade dabei ist erwachsen zu werden, muss dies in den Schatten eines Mordes tun. Ein starker Roman mit Tiefgang

Ich vergebe 5 von 5.