Donnerstag, 24. Juni 2021

[Rezension] Vielleicht wird es ein schöner Sommer - Susanne Fülscher

 


Titel: Vielleicht wird es ein schöner Sommer

Autor:  Susanne Fülscher
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 1996
Anzahl der Seiten: 159
Cover und Inhalsangabe: © Ensslin u. L., Ening. 

Begonnen: 17.05.2021
Beendet: 18.05.2021


Wie das wohl mit der großen Liebe sein wird. Die 17jährige Susa versucht immer wieder es sich vorzustellen, doch bisher hat noch kein Junge bei ihr Herzklopfen verursacht. Eines Tages lernt sie Rosanna, ein selbstbewußtes und unbekümmertes Mädchen kennen. Die beiden freunden sich an und aus Freundschaft wird Susas erste Liebe.



"Vielleicht wird es ein schöner Sommer" hat mich sowohl von der Inhaltsangabe, als auch vom Titel direkt angesprochen. Es ist die Geschichte von Susa, die kurz davor ist mit ihrem Freund Pele, in den sie überhaupt nicht verliebt ist, zu schlafen, sich auf einmal aber zu einem Mädchen hingezogen fühlt, das neu in ihre Klasse kommt.

Es ist primär keine Geschichte über Homosexualität, denn sowohl Susa, als auch Rosana wissen eigentlich gar nicht, was das genau zwischen ihnen ist. Sie spüren nur, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen und das dies das einzige ist, das für einen kurzen, zerbrechlichen Augenblick eine Rolle spielt.

Anfangs hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Susa doch etwas unreif wirkt, vor allem dafür, dass sie bereits in der Elften ist. Sie ist in allem doch sehr unsicher und beugt sich in vielen Dingen dem Gruppenzwang. Dennoch halte ich ihre Darstellung für glaubhaft, denn wir leben leider in einer Welt, in der die Gesellschaft großen Druck ausübt - gerade auf junge Menschen.

Die kleine Liebesgeschichte zwischen Susa und Rosanna hat mir auf jeden Fall gefallen, zeigt die Autorin hier doch gut die Verwirrtheit der beiden auf. Während Rosanna relativ schnell akzeptiert, sich zu einem Mädchen hingezogen zu fühlen, ist Susa es, die damit große Probleme hat. Probleme, die allerdings auch nur durch das sehr eingeschränkte Denken ihrer Mitmenschen vorhanden sind.

"Vielleicht wird es ein schöner Sommer" ist ein sehr sensibles Jugendbuch, das einen sehr guten Einblick in die Gedankenwelt Heranwachsender gibt. Obwohl das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist die Geschichte selbst noch immer aktuell und zeigt, wie wenig sich doch auf dem Welt verändert. Positiv überrascht hat mich die Tatsache, dass es kein übertriebenes Happy Ende gab. So hallt die Story definitiv noch länger nach ...


'Vielleicht wird es ein schöner Sommer" ist ein sehr sensibles Jugendbuch, das aufzeigt, dass wir jede Art von Liebe akzeptieren und endlich aufhören sollten, Menschen in eine gewisse Schublade zu drängen.

Ich vergebe 4 von 5.




Dienstag, 22. Juni 2021

[Rezension] Der Werwolf von Tarker Mill - Stephen King

 


Titel: Der Werwolf von Tarker Mill

Autor:  Stephen King
Genre: Horror
Erscheinungsdatum: 1992
Anzahl der Seiten: 383
Cover und Inhalsangabe: © Bastei Lübbe

Begonnen: 17.05.2021
Beendet: 17.05.2021


"Nachts, wenn der Vollmond aufsteigt, kannst du sein Heulen hören. Dann ist es bereits zu spät für dich ... Dieses Buch enthält die vollständige Geschichte Das Jahr des Werwolfs, die Stephen King im Stil alter Kalendergeschichten erzählt und die sein Freund Berni Wrightson großartig illustriert hat (Zwölf Farb-Tafeln und sechsunddreißig Schwarzweiß-Zeichnungen); ein Vorwort von Stephen King, wie es zu der Geschichte und zu der Verfilmung kam, das vollständige von Stephen King verfasste Drehbuch zum Film »Der Werwolf von Tarker Mills«, sowie zahlreiche Bilder aus dem Film."



"Der Werwolf von Tarker Mill" ist kein normaler Roman von Stephen King. Ursprünglich im Stil alter Kalendergeschichten verfasst, werden hier die blutigen Vollmondtage geschildert, in denen eine mörderische Kreatur umhergeht und Bewohner einer Kleinstadt tötet.

Schon das Vorwort von King erklärt King, wie es zur Idee dieses Buches, das schließlich auch die Grundlage für die Verfilmung darstellt, kam. Natürlich geht es hier in erster Linie um die Vermarktung seines damaligen Erfolges. Mit passenden Illustrationen von Berni Wrightson versehen, entsteht trotz der Kürze dennoch eine atmosphärische Geschichte. 

Nach und nach schildert Stephen King was am Vollmondtag jedes Monats geschieht. Dabei nimmt er sich, wie er selbst betont, die künstlerische Freiheit heraus, den Werwolf an zahlreichen Feiertagen auf der Bildfläche erscheinen zu lassen. So gibt es beispielsweise ein blutiges Aufeinandertreffen am Valentinstag, am Unabhängigkeitstag und auch an Halloween. So passen die geschilderten Ereignisse tatsächlich sehr gut zum Verlauf eines Jahres.

Über die Kürze der jeweiligen Begegnungen war ich am Anfang etwas enttäuscht, denn King geht hier kaum über die 500  Wörter pro Monat hinaus, damit es eben auf einen Kalender passen würde. Dadurch wird alles natürlich schnell abgehandelt. Ab dem Juli wird es allerdings etwas länger und auch spannender, denn da erscheint der wohl wichtigste Charakter dieser Geschichte auf der Bildfläche. Der im Rollstuhl sitzende Marty war hier wirklich mein großer Held.

Ich habe alle 12 Abschnitte am Stück gelesen und war relativ schnell mit dieser Geschichte durch. "Der Werwolf von Tarker Mill" ist definitiv anders als andere King-Bücher, aber sein brillanter Stil ist dennoch zu erkennen und durch die passenden Bilder entsteht hier doch noch eine wundervolle (Kurz-)Geschichte, die mich auf jeden Fall gut unterhalten hat. Auf das abgedruckte Drehbuch, das übrigens mehr als die Hälfte des Buches einnimmt, hätte ich allerdings verzichten können und habe es deshalb nur kurz überflogen. Den Film werde ich mir aber definitiv ansehen!


Für King-Fans ist "Der Werwolf von Tarker Mill" trotz der Kürze definitiv ein Muss. Ich möchte den Aufbau als Kalendergeschichten, die Illustrationen und auch die Charaktere. Es hätte aber gerne länger sein können, Kalender hin oder her ...

Ich vergebe 3 von 5-


Sonntag, 20. Juni 2021

[Rezension] Straße der Toten - Joe R. Lansdale

 


Titel: Straße der Toten

Autor:  Joe R. Lansdale
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Anzahl der Seiten: 285
Cover und Inhalsangabe: © Golkonda Verlag

Begonnen: 14.05.2021
Beendet: 17.05.2021


"Reverend Jebidiah Mercer weiß die Bibel ebenso gut zu handhaben wie seine Revolver. Von seinem schlechten Gewissen verfolgt hetzt er durch den Wilden Westen und legt sich mit allem an, was sich ihm in den Weg stellt: indianischen Zombies, hungrigen Ghulen, Gespenstern, Werwölfen und anderen grässlichen Geschöpfen. Und doch ist er stets nur auf der Suche nach innerem Frieden ..."



Es war für unsere kleine Leserunde mal wieder an der Zeit, etwas von Lansdale zu lesen, denn ich habe ihn und seine verrückten Geschichten echt vermisst.

"Straße der Toten" ist mehr oder weniger ein Geschichtenband rund um die Abenteuer des Revolverpredigers Jebidiah Mercer. Die erste Story namens "Dead in the West", die in diesem Buch auch die längste ist, führt Jeb erst einmal ein und zeigt, dass er doch ein sehr unkonventioneller Geistlicher ist, der sich nicht scheut, seinen Revolver einzusetzen und selbst noch gar nicht so recht weiß, wo sein Platz auf dieser Welt ist.

Ich mochte es, hier erst einmal mehr über Jeb zu erfahren, gleichzeitig aber schon direkt in eine echt crazy Story über Vampir/Ghule/Zombies hineingeworfen zu werden. Teilweise sind die Kämpfe echt brutal und blutig, denn Jeb muss hier die abscheulichsten Ausgeburten der Hölle besiegen.

Jeb als rechte Hand Gottes hat mich echt gut unterhalten. Er reist in den folgenden Geschichten durch den wilden Westen und erlebt ein blutiges Abenteuer nach dem anderen. Wie bei Lansdale nicht anders gewohnt, gibt es einige Toten. Dabei wirkt alles auch etwas etwas ernster als beispielsweise bei der "Hap & Leonard"-Reihe. Sein Humor war zwar dennoch vorhanden, aber richtige Lacher gab es für mich nur selten. Dafür haben sich auch hier wieder einige Bilder in meinem Kopf gebrannt, wie das der Koboldkönigin. Lansdale kommt hier recht schnell zur Sache und so erleben wir sehr rasante Showdowns. Teilweise hätte ich mir gewünscht, dass die einzelnen Abenteuer etwas länger wären, dennoch hat mich dieser Auftakt begeistert und ich hoffe, es wird weiter gehen!"


Ein Revolverprediger, der einsam durch den wilden Westen streift und blutrünstige Kreaturen bekämpft. Jeb ist ein echt cooler Charakter und ich hoffe, Teil weiterer Abenteuer sein zu dürfen.

Ich vergebe 4 von 5.



Freitag, 18. Juni 2021

[Rezension] Das Geheimnis jenes Sommers - Susan Stairs

 


Titel: Das Geheimnis jenes Sommers

Autor:  Susan Stairs
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Anzahl der Seiten: 337
Cover und Inhalsangabe: © Bastei Lübbe

Begonnen: 11.05.2021
Beendet: 14.05.2021


"Das alte Foto lässt Orla keine Ruhe. Wer ist der fremde Junge, der zwischen ihren Eltern steht? Und wieso sieht ihre Mutter glücklicher aus, als Orla sie je erlebt hat? Da ihre Eltern sich weigern, die Fragen zu beantworten, zeigt Orla das Foto im Dorf herum. So hört sie zum ersten Mal von Tim, ihrem Cousin aus England. Er war vierzehn, als er den Sommer bei Tante und Onkel in Irland verbringen sollte. Ein Sommer, der als Abenteuer begann und mit einer Katastrophe endete ..."


Ich mag Bücher, in denen es um dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit geht, die Wellen bis in die Gegenwart schlagen und so sprach mich "Das Geheimnis jenes Sommers" direkt an. 
In zwei Zeitebenen erfahren wir, was es mit dem Jungen auf sich hat, der damals einen Sommer bei seiner Tante und seinem Onkel verbrachte, aber heute in keinen Erzählungen mehr auftaucht ...

Der Vergangenheitsstrang ist hier der deutlich stärkere Teil der Geschichte, denn hier sind wir dabei, wie Tim nach Irland kommt und einige Abenteuer erlebt. Er freundet sich beispielsweise mit der Nachbarstochter an und verliebt sich in sie. Zeitgleich findet er im Ort aber keine anderen Freunde und kann zudem das doch sehr seltsame Verhalten seiner schwangeren Tante nicht wirklich verstehen, die immer wieder in seiner Nähe in Tränen ausbricht.

Das Buch selbst ist sehr ruhig erzählt. Im Gegenwartsstrang geht es im Grunde nur darum, wie Orla schließlich mehr über diesen rätselhaften Jungen herausfindet und dabei einem "dunklen" Geheimnis auf die Spur kommt. Mir gefiel die sehr einfache Erzählweise und ich fand auch spannend, was Tim in jenem Sommer erlebt hat. Zeitgleich habe ich mich natürlich auch gefragt, was denn damals nun passiert ist. Die letztendliche Auflösung war gut, aber leider auch etwas unspektakulär. Dennoch habe "Das Geheimnis jenes Sommer" gerne gelesen und empfehle es besonders Lesern, die vielleicht in diesem "Familiengeheimnis"-Genre noch nicht allzu viel gelesen haben und auch etwas mit sanfteren Romanen anfangen können!


Mich hat "Das Geheimnis jenes Sommers" auf jeden Fall gut unterhalten, auch wenn das Ende doch eine Spur zu unspektakulär ist. Eher nicht für Vielleser in diesem Genre, aber jeder, der ruhige Romane mag, wird hier eine gute Unterhaltung finden!

Ich vergebe 4 von 5.


Mittwoch, 16. Juni 2021

[Rezension] Für immer und dich - Anna Rosina Fischer


 Titel: Für immer und dich

Autor:  Anna Rosina Fischer
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 2. März 2020
Anzahl der Seiten: 384
Cover und Inhalsangabe: © Piper

Begonnen: 11.05.2021
Beendet: 13.05.2021


"Zwei Menschen. Zwei Stunden. Dreißig Stationen. Und was danach geschah ...  
Ein Scheißtag wie jeder andere auch. Dachte Jonas jedenfalls. Doch als er an einem kalten Nachmittag im Januar ein Mädchen in der Berliner S-Bahn kennenlernt, ist es von jetzt auf gleich um ihn geschehen. Gemeinsam fahren sie weit … viel weiter als eigentlich geplant, und danach ist nichts mehr wie zuvor. Denn weder gelingt es Jonas dieses Mädchen aus dem Kopf zu bekommen noch ist an ihr jener schicksalhafte Tag spurlos vorüber gegangen. "


Hin und wieder muss es mal für mich auch in der Buchwelt etwas fürs Herz sein und "Für immer und dich" war so ein Buch, das mich von den ersten Seiten an nicht nur unterhalten, sondern auch berührt und zum Lachen gebracht hat.

Der Einstieg ist hier schon einmal echt originell, erleben wir doch das erste Aufeinandertreffen von Jonas und einer hübschen Unbekannten in der Berliner S-Bahn. Von Anfang an ist da eine gewisse Chemie zwischen den beiden, sie scherzen miteinander, kommen sich immer näher und erleben in Schnelldurchlauf eine Beziehung. Die beiden wollen sich unbedingt wiedersehen, dich die Unbekannte taucht nicht auf, was einen sehr tragischen Grund hat.

Jonas scheint auf den ersten Blick ein stinknormaler Junge mitten in der Pubertät zu sein, doch da ist vielmehr. Ich fand es toll, dass dies mal eine Liebesgeschichte mit einem männlichen Protagonisten ist, der zwar in vielerlei Hinsicht echt unbeholfen ist, aber doch das Herz am rechten Fleck hat. Ich fand es toll, wie er sich um seine Schwester kümmert, seiner Mutter hilft und auch seinen Bruder, der kaum sein Zimmer verlässt, wieder motiviert, mehr aus seinem Leben zu machen.

"Für immer und dich" ist vielmehr als nur ein Liebesroman. Der Grund, warum Jonas Traumfrau nicht auftaucht, hat mich hier echt mitgenommen. Dennoch besitzt der Roman viele herzerwärmende und sehr positive Momente. Es war schön zu sehen, wie die beiden wieder zueinander finden und wie sie sich gegenseitig unterstützen. Für mich war das Lesen wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Den beiden stellen sich viele Steine in den Weg, aber es ist doch schön zu sehen, wie viel man erreichen kann, wenn man die richtigen Leute als Unterstützung hat!


"Für immer und dich" von Anna Rosina Fischer hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Ich mochte Jonas und habe mit ihn mitgefiebert, gelacht und auch einiges darüber gelernt, dass Aufgeben nie eine Option ist. Ein toller Roman!

Ich vergebe 5 von 5.


Montag, 14. Juni 2021

[Rezension] Klippentanz - Laila El Omari

 


Titel: Klippentanz

Autor:  Laila El Omari
Genre: Jugendbuch, Roman
Erscheinungsdatum: 16. September 2014
Anzahl der Seiten: 240
Cover und Inhalsangabe: © Bastei Lübbe

Begonnen: 09.05.2021
Beendet: 11.05.2021


»Guten Morgen, Claire. Sie dürften bemerkt haben, dass sich Ihr Fahrzeug nicht mehr unter Ihrer Kontrolle befindet. Ab sofort bestimme ich, wohin Ihre Fahrt geht. Im Augenblick gibt es nur eines, das Sie wissen sollten: In zwei Stunden und dreißig Minuten sind Sie höchstwahrscheinlich tot.« Als die hochschwangere Claire Arden diese Worte aus dem Lautsprecher ihres nagelneuen selbstfahrenden Autos vernimmt, hält sie es zunächst für einen schlechten Scherz. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie tatsächlich in ihrem Wagen gefangen ist. Und sie ist nicht die Einzige – noch sieben weitere Passagiere sind in derselben Situation: Die Systeme ihrer Autos wurden geknackt, und nun befinden sie sich auf einem fatalen Kollisionskurs. Doch damit nicht genug: Der Hacker streamt das ganze live im Internet, und die Zuschauer entscheiden über Leben und Tod der acht Passagiere …


"Klippentanz" war mal wieder so ein Buch, das ich zufällig in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe und bei dem mich in erster Linie das Cover angesprochen hat. Der Klappentext klang zwar auch sehr mysteriös, allerdings auch etwas nichtssagend.

Um die Story in wenigen Worten zusammenzufassen: Elinor verliebt sich in einen neuen Schüler, bekommt dann seltsame Mails, die auf ein Mädchen hindeuten, das einst von den Klippen fiel und findet dann die Leiche einer Mitschülerin. Kann es sein, dass Sebastian, an den sie ihr Herz verloren hat, etwas mit beiden Fällen zu tun hat? Und wenn ja, ist sie dann auch in Gefahr?

Die ersten Seiten haben mich beinahe abgeschreckt, denn sie sind sehr poetisch geschrieben, besitzen aber kaum Tiefe. Zum Glück wandelt sich der Stil dann aber und wir haben hier ein Jugendbuch, das besonders auf Dialoge ausgelegt ist. Diese Dialoge wirken auf jeden Fall lebendig, aber sie konnten bei mir keinerlei Gefühle hervorrufen. Elinor und auch alle anderen Charaktere bleiben leider sehr farblos und agieren einfach nur.

Die Story war für mich leider auch sehr lahm. Das Buch liest sich ab einem gewissen Punkt zwar sehr flüssig, aber es passiert einfach nichts, was überraschen könnte. Sogar die "Liebesgeschichte" ging mir nicht sonderlich nahe und Sebastian habe ich irgendwie nicht abkaufen können, dass er etwas für Elinor empfindet.

Die Jugendlichen wirkten auf mich zudem nicht besonders jugendlich. Ich glaube kaum, dass Leute in diesem Alter so miteinander sprechen. Es hat für mich nicht ausgereicht, einfach nur immer wieder die einzelnen Unterrichtsfächer beschrieben zu bekommen oder den Teenies in ein Café Kakao trinken zu sehen. Leider konnte mich die Atmosphäre des Buches genauso wenig wie die letztendliche Auflösung überzeugen ... Diese zeichnet sich doch viel zu früh ab und konnte bei mir, da ich das Gefühl hatte, die Beweggründe der einzelnen Personen nicht zu erfahren, leider keine Emotionen hervorrufen ...


Laila El Omari besitzt einen ganz guten Schreibstil, konnte mich mit dieser dich sehr oberflächlichen Geschichte, die mir viel zu erwachsen für ein Jugendbuch vorkam, leider nicht überzeugen ... 

Ich vergebe 2 von 5.


Samstag, 12. Juni 2021

[Rezension] The Passenger - John Marrs

  


Titel: The Passenger

Autor:  John Marrs
Genre: Thriller, Roman
Erscheinungsdatum: 9. Juni 2020
Anzahl der Seiten: 497
Cover und Inhalsangabe: © Heyne Verlag

Begonnen: 05.05.2021
Beendet: 06.05.2021


»Guten Morgen, Claire. Sie dürften bemerkt haben, dass sich Ihr Fahrzeug nicht mehr unter Ihrer Kontrolle befindet. Ab sofort bestimme ich, wohin Ihre Fahrt geht. Im Augenblick gibt es nur eines, das Sie wissen sollten: In zwei Stunden und dreißig Minuten sind Sie höchstwahrscheinlich tot.« Als die hochschwangere Claire Arden diese Worte aus dem Lautsprecher ihres nagelneuen selbstfahrenden Autos vernimmt, hält sie es zunächst für einen schlechten Scherz. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie tatsächlich in ihrem Wagen gefangen ist. Und sie ist nicht die Einzige – noch sieben weitere Passagiere sind in derselben Situation: Die Systeme ihrer Autos wurden geknackt, und nun befinden sie sich auf einem fatalen Kollisionskurs. Doch damit nicht genug: Der Hacker streamt das ganze live im Internet, und die Zuschauer entscheiden über Leben und Tod der acht Passagiere …


Mit "The Passenger" habe ich nach "The One - Finde dein perfektes Match" und "Wenn Schweigen tötet" nun mein drittes Buch von John Marrs gelesen, der für mich in diesem Jahr eine echt große Entdeckung war. Seine Geschichten sind nicht nur spannend, sondern auch kritisch und damit hat er mich wirklich für sich gewonnen.

In "The Passenger" widmet er sich nun dem Thema, ob autonomes Fahren tatsächlich die Zukunft sein sollte und welche Gefahren sich dahinter verbergen. Mehrere Passagiere werden in ihren vollständig selbstfahrenden Autos plötzlich auf eine Fahrt in den Tod geschickt. Zeitgleich bekommt das Untersuchungskomitee, das sich sonst immer mit der Frage beschäftigt, wer bei Unfällen mit solchen autonomen Autos verantwortlich ist und auch die Öffentlichkeit die Aufgabe, einen Passagier auszuwählen, der verschont werden soll. Aber wie sollte man über Leben und Tod von vollkommen Fremden entscheiden? Und vor allem, kann das Leben eines Menschen viel mehr wert sein als das eines anderen?

Die Geschichte ist von der allerersten Seite an sehr mitreißend, denn wir lernen hier bereits die einzelnen Passagiere kennen und erfahren zeitgleich, dass ihre Autos am Ende der Fahrt wohl kollidieren und explodieren werden. Es gibt, wie auch in den anderen Büchern von Marrs, wieder zahlreiche Blickwinkel, wodurch es nie langweilig wird. Während wir mehr zu den einzelnen Personen erfahren und auch ihre Geheimnisse aufgedeckt werden, erfahren wir durch Libby was im Untersuchungskomitee vor sich geht. Dadurch gibt es nicht nur viele Hintergründe über die Gefahren des autonomen Fahrens, nein, der Autor zeigt auch, wie schnell sich Menschen beeinflussen lassen. 

Das Spiel, dass der Hacker hier treibt ist bitterböse, hat mir als Leser aber auch Mal wieder die Augen geöffnet. Besonders die Überlegungen darüber, ob ein Mensch mehr wert sein sollte als ein anderer haben mich sehr nachdenklich gemacht und mir wieder einmal vor Augen geführt, was auf dieser Welt schief läuft.

John Marrs ist für mich ein Meister der Cliffhanger. Mir fiel es schwer, das Buch aus den Händen zu legen und obwohl ich wieder zahlreiche Überraschungen und Wendungen erwartet habe, haben mich die Geheimnisse der Passagiere und auch die Hintergründe des Hackangriffs wirklich erstaunt. Sehr geschickt zeigt der Autor hier auf, dass eine Medaille immer zwei Seiten hat und dass wir endlich aufhören sollten, einander zu verurteilen ...


"The Passenger" ist ein waschechter Thriller, bei dem ich kaum Zeit zum Durchatmen finden konnte und der mich besonders durch die Gesellschaftskritik absolut überzeugen konnte!

Ich vergebe 5 von 5.