Sonntag, 9. Dezember 2018

[Rezension] Den Himmel stürmen - Paolo Giordano

Titel: Den Himmel stürmen
Autor:  Paolo Giordano
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2018
Anzahl der Seiten: 528
Cover und Inhaltsangabe © Rowohlt




"Teresa kommt jede Sommerferien zu ihrer Großmutter nach Apulien. Eines Nachts beobachtet sie, wie drei Jungs, fast noch Kinder, heimlich in das Schwimmbad eindringen. Sie sind frei, voller Leidenschaft. Die nächsten zwanzig Jahre werden sie gemeinsam verbringen, einen Hof führen, dem Rhythmus der Natur angepasst, säen, ernten, zerstören, auf der fiebrigen Suche nach dem Feuer, das sie am Leben hält. Mit einer enormen Beobachtungsgabe schreibt Paolo Giordano über Beziehungen, über Menschen, die ihre Ideale leben. In ihrer Sehnsucht nach einer alternativen Welt sind sie zu allem bereit. Sie kennen keine Grenzen, sie wollen den Himmel stürmen."





Der Schreibstil von Paolo Giordano ist sehr tiefgründig, sehr bildhaft und definitiv sehr intensiv. Er ist ein begnadeter Schriftsteller, der ein gutes Auge zum Detail hat und nicht umsonst solch einen internationalen Erfolg genießt.

Dennoch hatte ich einige Schwierigkeiten ins Buch zu finden. Einiges war mir zu detailliert, es wurde sich auf Dinge versteift, die mich als Leser weniger interessiert haben, wodurch das Buch für mich leider keine einfache Kost war!



- Teresa -

Teresa verbringt ihre Ferien bei ihrer Großmutter und verliebt sich dort in Bern, der mit ein paar anderen Jungs auf einen Hof lebt. Sie finden zusammen, aber nur, weil Bern die Zügel von Anfang an in die Hand nimmt und ja, so kann man es hier ganz klar sagen, Teresa an einer Leine hält, die "Freiheit" verspricht.

Ich weiß nicht, was genau ich über Teresa denken soll. Auf der einen Seite wirkte sie auf mich furchtbar schwach, vor allem wenn sie Dinge getan hat, die nicht von ihr selbst kamen, sondern wieder einmal Bern als Initiator hatten. Auf der anderen Seite ist sie aber auch stark, dass alles beinahe ein Leben lang zu "ertragen". Für sie hat es sich in dem Moment vielleicht nicht so angefühlt, aber mir tat sie streckenweise wirklich furchtbar leid.

- Bern -

Ja, Bern ist der Mittelpunkt dieses Romans und es fällt mir auch hier schwer, zu sagen, wie er beim Lesen auf mich gewirkt hat. Sympathisch auf keinen Fall und auch Verständnis konnte ich ihm leider nicht entgegenbringen.

Ich mag Menschen, die eigene Ideale haben, die sich nicht anpassen wollen und die gegen den Strom schwimmen, aber Bern führt dies ins Extreme und merkt gar nicht, wie er sein gesamtes Umfeld manipuliert.

Habe ich Bern gehasst? Ja, vielleicht ... Beim Lesen habe ich im Bezug auf ihn tatsächlich nur negative Gefühle gehabt - ein weiterer Grund, warum das Buch wirklich anstrengend zu lesen war.




"Den Himmel stürmen" von Paolo Giordano ist das allererste Buch, bei dem ich einfach nicht sage kann, ob es mir nun gefallen hat oder nicht. Auf der einen Seite mochte ich den Schreibstil, der sehr intensiv ist. Paolo Giordano hat hier auch einige wundervolle Zitate geschaffen, die ich noch lange in Erinnerung behalten werde.

Auf der anderen Seite war mir sein Stil aber, wie oben bereits erwähnt, zu detailliert. Teilweise habe ich mich durch ellenlange Beschreibungen des Hofes gequält, musste dann noch irgendwie den wirren Auffassungen von Bern folgen und mich an Teresas Seite durch ein Leben kämpfen, dass alles andere als gesund ist.

Ich bin eigentlich ein sehr verständnisvoller Mensch, der ja auch recht alternativ und fern des gesellschaftlichen Lebens lebt, doch Berns "Vision" habe ich hier nicht so wirklich verstanden. Es waren ein paar gut und zum Nachdenken anregende Ansätze vorhanden, aber allgemein verfiel er mir zu sehr ins Extreme. Es ist gut, eine eigene Weltanschauung zu besitzen, allerdings sollte man diese nicht anderen Menschen aufzwingen.

Bern war daher ein sehr schwieriger Charakter und ich habe mich deswegen auch an der Seite von Teresa alles andere als wohl gefühlt. Ich habe versucht, die Liebe, die zwischen den beiden ist, zu verstehen, aber es gelang mir einfach nicht.

Der Autor gibt hier verschiedene Blickwinkel auf und spinnt hier eine Geschichte zusammen, die sich über viele Jahre erstrickt und immer wieder Bern in den Fokus rückt. Ich habe sehr lange gebraucht, um das Buch zu Ende zu lesen und weiß nicht, was oder ob ich überhaupt etwas nach dem Zuschlagen des Buches empfunden habe.




"Den Himmel stürmen" ist eine Geschichte, die ich an dieser Stelle nur schwer bewerten kann. Ich weiß einfach nicht, ob ich es nun gut oder schlecht fand, ja, ob ich überhaupt eine Meinung zu der Story und den Charakteren habe. Ich konnte mich nicht reinfühlen, nicht abtauchen, nichts empfinden. Und das ist etwas, dass ein Buch tatsächlich noch nie bei mir ausgelöst hat ...




Freitag, 7. Dezember 2018

[Rezension] Kuhime 1: Die Menschenfresserin - Hideo Takenaka

Titel: Kuhime 1: Die Menschenfresserin
Autor:  Hideo Takenaka
Genre: Manga
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2018
Anzahl der Seiten: 176
Cover und Inhaltsangabe © Cross Cult

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!





"Sie wartet auf dich. Sie will dich. Sie will dein Fleisch. Verschlingt dich mit Haut und Haar. Sie ist eine Menschenfresserin.

Es sollte eigentlich nur eine harmlose Mutprobe werden. Doch als sich Seiji und seine Freundin Mai in ein altes, verlassenes Haus wagen, treffen sie auf Lady Nene, ein menschenfressendes Monster im Körper einer attraktiven Frau, das Mai auf grausame Art und Weise das Leben nimmt. Als Seiji panisch die Flucht ergreift, bekommt er unverhofft Hilfe von Kiri, einem Mädchen mit schneeweißem Haar, das dieselben mysteriösen Fähigkeiten zu besitzen scheint, wie das Monster in Frauengestalt."




Heute möchte ich euch mal wieder einen Manga vorstellen, den ich zusammen mit anderen Lesern auf "Lovelybooks" entdecken durfte. Gerade im Mangabereich ist es schwer, gute Horrorgeschichten zu finden. Umso glücklicher war, endlich mal wieder eine spannende und auch leicht gruselige Story gefunden zu haben!

Der erste Teil von "Kuhime" beginnt mit einer Mutprobe, die leider alles andere als gut endet. Ein paar Freunde wollen sich ein altes, verlassendes Hotel ansehen, ahnen aber nicht, was im Inneren auf sie lauert.

Hier geht es gleich zu Beginn des Mangas mächtig zur Sache und es wird wirklich sehr blutig und brutal, was ich hier aber absolut passend finde. Im Zentrum des ganzen stehen nämlich Monster, die Menschenfleisch essen ...

So müssen unsere Freunde bald ums Überleben kämpfen, geraten von einem Schlamassel aber schnell ins nächste. Der gesamte Manga ist superspannend aufgebaut und lässt sich sehr flott lesen, da eher die Bilder, als der Text im Fokus stehen.

Der Zeichenstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Gerade zu Beginn in dem verlassenen Haus kommt hier eine tolle Atmosphäre aus. Auch die Monster wirken sehr bedrohlich und es ist interessant, dass sie von den Menschen unterschiedlich gesehen werden!

Ich bin gespannt, wie Kiri zu solch einem Monster geworden ist und vor allem, wie es mit Lady Nene, von der auf jeden Fall die größte Gefahr ausgeht, weitergeht. Dieser erste Band hat definitiv Lust auf mehr gemacht!




"Kuhime" ist ein Manga mit einem tollen Zeichenstil und einer durchgehend spannenden Geschichte! Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil!


Mittwoch, 5. Dezember 2018

[Rezension] Die Beobachterin - Caroline Eriksson

Titel: Die Beobachterin
Autor:  Caroline Eriksson
Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 12. November 2018
Anzahl der Seiten: 336
Cover und Inhaltsangabe © Penguin Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!




"Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird – und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödliche Gefahr bringt ..."




Vor ein paar Jahren habe ich bereits "Die Vermissten" von Caroline Eriksson gelesen. Der Psychothriller hat der breiten Masse damals nicht gefallen, mir allerdings schon, weil er eben etwas ganz Eigenes an sich hatte und sich von vielen anderen Bücher in diesem Genre unterschieden hat. Besonders das Verwirrspiel hat mich begeistert und ist mir noch immer in Erinnerung geblieben.

"Die Beobachterin" ist ebenso mysteriös wie "Die Vermissten" aufgebaut. Die Autorin bleibt ihrem Stil hier treu und lässt den Leser erst einmal unzählige Fragen aufkommen. Gerade im Psychothrillerbereich finde ich es sehr interessant, wenn ein Autor es schafft, seine Leser in eine gewisse Richtung zu drängen. Caroline Eriksson ist dies auch in ihrem zweiten Buch definitiv gelungen, auch wenn ich sagen muss, dass ich auf die eigentliche Lösung des ganzen hier schon recht schnell gekommen bin.




- Elena -

Elena ist Autorin und vielleicht konnte ich mich genau deshalb so gut in sie hineinversetzen. Da sie seit der Trennung von ihrem Mann nichts mehr geschrieben hat, versucht sie, die Tage irgendwie herumzubekommen und als Lektorin ein wenig Geld zu verdienen.

Als Elenas Schwester ihr rät, sich mit Arbeit "abzulenken" und sie an das Motto ihres Verlegers erinnert, nämlich "Grabe, wo du stehts", beginnt sie wieder zu schreiben. Zufälligerweise beobachtet sie nämlich durch das Fenster ihres Fensters das Nachbarhaus, in dem ein Geheimnis verborgen zu sein scheint ....

Ich empfand Elena als sehr tiefgründigen Charakter. Sie hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, taucht aber dennoch tief in das Leben ihrer Nachbarin ein. Als Autorin agiert sie hier natürlich als Beobachterin, doch entspricht das, was sie sieht, wirklich der Wahrheit?

- Leo -

Leo, der Sohn der Nachbarin, empfand ich als weiteren spannenden Charakter. Er möchte wie Elena schreiben und gibt ihr im Laufe der Geschichte auch etwas zu lesen, dass sie recht verstört zurücklässt.

Er ist es auch, der Elena tiefer in die Geschehnisse seiner Familie hineinzieht und das fand ich hier echt interessant.




Wer "Die Vermissten" von Caroline Eriksson gelesen hat, wird hier bei "Die Beobachterin" einen kleinen Vorteil haben. Es werden ähnlich viele Fragen aufgeworfen und es wird ähnlich mit der Wahrnehmung des Lesers gespielt,

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht, aber dennoch tiefgründig. Der Hauptstrang beschäftigt sich mit Elena, die selbst als Schriftstellerin arbeitet, momentan aber aufrund einer fehlenden Idee nicht schreibt. Erst als sie das seltsame Verhalten ihrer Nachbarin beobachtet, setzt sie sich wieder an den Laptop und beginnt ein neues Manuskript ...

Zwischen ihren Kapiteln gibt es immer wieder Einblicke in das Leben eines Ehemanns und einer Frau, die es anscheinend auf ihren Mann abgesehen hat. Es geht um Untreue, Verrat und eine Liebe, die vielleicht doch nicht ausreicht. Natürlich stellt sich hier die Frage, um wen es in dieser Geschichte geht ...

Gekonnt verschmilzt hier Realität mit der Geschichte, die immer wieder aufgeworfen wird und der Leser wird wirklich geschickt verwirrt und in eine gewisse Richtung gedrängt!

Durch die vielschichtigen, aber recht undurchschaubaren Charaktere bleibt das Miträtseln bis zum Ende sehr spannend. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dieser Auflösung tatsächlich schon zu Beginn gerechnet habe, was aber auch einfach daran liegt, dass ich schon viele Thriller gelesen habe, die sich in diese Richtung entwickelt haben.

So passend ich das Ende auch fand, so muss ich auch ehrlicherweise sagen, dass es nicht allzu viel Neues bietet. Ich habe mich durch das Buch zwar sehr gut unterhalten gefühlt, aber die große Überraschung war für mich leider nur eine Bestätigung meiner eigenen Theorie!




Auch wenn die Grundidee nicht neu ist, weiß dieser Psychothriller doch zu unterhalten. Das Ende war für mich zwar früh abzusehen, dürfte aber besonders jene Leser überraschen, die noch nicht allzu viel im Thrillerbereich gelesen haben! Ich mochte die vielschichtigen Charaktere und konnte mich besonders mit Elena sehr gut identifizieren!

Montag, 3. Dezember 2018

[Rezension] Spiele-Comic Noir: Loup Garou - Pegasus Spiele

Titel: Spiele-Comic Noir: Loup Garou
Genre: Spiele-Comic
Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2018
Cover und Inhaltsangabe © Pegasus Spiele

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Willkommen in einer Fantasy-Welt, in der neben Menschen auch Werwölfe, Vampire und andere Monster hausen. Du bist der Lehrling eines berühmten Magiers. Eines Tages wirst du im finsteren Wald von einem Werwolf angefallen und kannst dich fortan selbst in einen verwandeln, wenn du willst. Du erlebst in der Folgezeit viele Abenteuer und meisterst einige Kämpfe, bei denen dir deine Werwolf-Kräfte durchaus nützlich sind. Doch dann wartet deine ultimative Aufgabe auf dich: Immer mehr Werwölfe verschwinden spurlos, und die Vampire in ihrer Feste stellen plötzlich ein großes Heer auf  ..."




Loup Garou war nun mittlerweile mein vierter Spiele-Comic und ich bin nach wie vor überaus begeistert von diesem Spielprinzip. Im Gegensatz zu normalen Abenteuerspielebüchern werden diese Geschichten in Form von Comicbildern erzählt und wir als Leser schlüpfen in die Rolle des Protagonisten und müssen eigene Entscheidungen treffen und so einige Kämpfe bestreiten.

Während es in den "Sherlock Holmes Spiele-Comics" eher ums Lösen eines Falles ging, steht in "Loup Garou" ganz das Rollenspiel im Mittelpunkt, was hier wirklich unfassbar abwechslungsreich in die Geschichte eingebaut wurde. Es gibt keine unendlich lange Anleitung, nein, alles wird innerhalb des Comics sehr einfach erklärt, sodass selbst Anfänger in dem Bereich schnell in die Handlung einsteigen können.

So füllen wir zu Beginn erst einmal unseren Charakterbogen aus, den man sich auch ganz einfach auf der Homepage von Pegasus-Spiele ausdrucken kann. Im Laufe des Abenteuers werden wir so einige Gegenstände finden, einige Waffen und Kleidungstücke und sogar treue Begleiter, die an unserer Seite kämpfen!

Außerdem gibt es verschiedene Fähigkeiten, die wir erlernen können, wodurch unser Held noch einmal spezialisiert wird. All das und das Kampfsystem empfand ich als sehr angenehm und leicht, sodass man sich wirklich auf die Geschichte konzentriere konnte und nicht auf hundert Werte achten musste. Dennoch gab es sehr individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, wodurch dieser Comic durchaus mehrere Male gelesen werden kann.

Als Leser schlüpfen wir in die Rolle von Eoras, der sich zu Beginn "leider" in einen Werwolf verwandelt. Wir können im späteren Verlauf selbst entscheiden, wann wir uns verwandeln und wann wir besser in Menschengestalt bleiben, sodass auch hier noch einmal viele Richtungen aufgezeigt werden, in die sich die Geschichte entwickeln kann.

Neben der Suche nach dem vermissten Magier und dem Herausfinden, warum so viele Menschen beziehungsweise Werwölfe verschwinden, gibt es einige "Quests", die witzig in die ganze Geschichte eingebaut sind. Diese Quests sind wichtig, um an Goldstücke zu kommen, die benötigt werden, um die Ausrüstung zu verbessern!

Die Kämpfe, die zu Beginn noch recht einfach erschienen, werden im Verlauf viel härter und leider in vielen Fällen auch tödlich. Ich weiß nicht, wie oft ich bei einem der Kämpfe gestorben bin, aber zum Ende hin war es oft so, dass man nicht einmal mehr würfeln beziehungsweise die Scheibe bemühen musste, weil die eigenen Lebenspunkte so gering waren, dass der Kampf eh von Anfang an verloren war. Das war aber teilweise die eigene Schuld, weil ich es tatsächlich nicht geschafft habe, genug Leben wiederherzustellen. In dieser Hinsicht wird das Buch zum Ende hin aber echt hart und sehr herausfordernd.

Neben den Quests und den Kämpfen gibt es auch wieder einige Rätsel zu lösen, was auch großen Spaß gemacht hat! Ich fand diesen Spiele-Comic wieder äußerst gelungen und abwechslungsreich und kann wirklich sagen, dass mir diese Art noch eine Spur mehr gefällt als stinknormale Abenteuerspielebücher. Ich hatte einfach das Gefühl, noch tiefer in der Geschichte drin zu sein!




Wieder einmal ein toller Spielecomic, der ein tolles und abwechslungsreiches Abenteuer bereit hält!
Klare Empfehlung!

Samstag, 1. Dezember 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemoat Novemer 2018

Der Monat November war für mich lesetechnisch ein sehr starker Monat. Zum einen fing er mit einer wunderbaren Leserunde zu einem weiteren Stephen King Buch an, das uns alle ungemein fasziniert hat, zum anderen habe ich mal wieder Autoren entdecken dürfen, die mich angenehm überrascht haben.

Ich habe mir zudem vorgenommen, von nun an mindestens ein Buch auf englisch im Monat zu lesen. Angefangen habe ich mit dem ersten Band von "Harry Potter" und war überrascht, wie gut es sich doch lesen ließ. Nun bin ich positiv gestimmt, in Zukunft auch Bücher im Original lesen zu können!

Im November habe ich 12 Bücher gelesen.


- Roman -


- Thriller -


- Jugendbuch -


- Horror -


- Abenteuer-Spielbuch -




Cover © Bloomsbury
Ich habe gerade gemerkt, dass ich in diesen Monat tatsächlich wenige Bücher mit weiblichen Protagonisten gelesen habe. Die Männer waren im November hier tatsächlich einmal in der Überzahl, was mich selbst überrascht. Als tollen weiblichen (Neben-)Charakter habe ich allerdings Hermione Granger in "Harry Potter and the Philosophers Stone"empfunden. Zu Beginn der Geschichte ging es für sie nur darum, selbst gut dazustehen, doch schließlich beweißt sie Mut und lernt dadurch echte Freundschaft kennen!

Cover © Diogenes




Robert Beck ist von seiner Art her nicht unbedingt ein sympathischer Charakter, nein, ganz im Gegenteil. In "Becks letzter Sommer" hat seine Geschichte mich dennoch berührt. Becks, der selbst nie seinen Traum verwirklicht hat, versucht dies nun mit einem seiner talentierten Schüler nachzuholen. Doch ist das tatsächlich der Weg, der alle Beteiligten glücklich macht?

Cover © Goldmann



Den spannendsten Buchmoment hatte ich auf jeden Fall mit "Angstrausch" von Sarah Lotz. Nach diesem Buch hat sie es endgültig geschafft, sich einen Platz auf der Liste meiner absoluten Lieblingsautoren zu sichern. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und mich gefühlt, als wäre ich selber gerade auf dem Weg zum "Mount Everest". Die Geschichte besaß ein hohes Spannungsniveau und einige echt intensive Momente, bei denen ich förmlich die Kälte und die Anstrengung spüren konnte.

Cover  © Droemer



So direkt emotional berührt hat mich in diesem Monat leider kein Buch. Traurig fand ich aber die Geschichte, die sich in "Grenzgänger" offenbart hat und die sich so oder so ähnlich tatsächlich zugetragen haben könnte. Es ist eine Geschichte über ein Kinderheim, in dem wirklich schreckliche Dinge geschehen!



Meinen gruseligsten Buchmoment hatte ich auf jeden Fall mit "Desperation" von Stephen King. Es
war ein Horrorbuch, das diesen Namen tatsächlich verdient und mich seit langen mal wieder wirklich gruseln konnte. Von der ersten Seite an ist das Buch ungemein spannend und die beinahe 800 Seiten verfliegen hier tatsächlich wie im Flug!


Und wie sah euer November aus?


Freitag, 30. November 2018

[Rezension] Grenzgänger - Mechthild Borrmann

Titel: Grenzgänger
Autor:  Mechthild Borrmann
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2018
Anzahl der Seiten: 288
Cover und Inhaltsangabe © Droemer




"Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen."





Nun habe ich endlich mein allererstes Buch von Mechthild Borrmann gelesen, die im Moment ja tatsächlich enorm gehypt wird. Überall wimmelt es von sehr positiven Rezensionen zu "Grenzgänger" und so war ich sehr neugierig auf die mir bisher unbekannte Autorin geworden.

Mechthild Borrmanns Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Ihre Geschichte baut sie hier auf verschiedenen Zeitebenen auf, was mich zu Beginn ein klein wenig verwirrt hat, aber Durchhalten lohnt sich hier wirklich.

Mechthild Borrmann gibt sich viel Mühe mit der Beschreibung ihrer Charaktere, allerdings hat mir doch, zugegebenermaßen, etwas die Nähe zu den Personen gefehlt. Es war eine gewisse Distanz da, die vielleicht auch nötig war, um das Buch nicht allzu melancholisch erscheinen zu lassen! Obwohl ich manche Geschehnisse todtraurig fand, muss ich doch sagen, dass ich mit den Charakteren nicht zu 100% mitfiebern konnte!




- Henni -

Im Zentrum aller steht Henni und ihr Leben. Sie hat frühzeitig ihre Mutter verloren und musste sich um ihre Geschwister kümmern, was dazu geführt hat, dass sie selbst eine echte Kindheit besaß. Hennis Geschichte ist bist zum sehr bitteren "Ende" wirklich tragisch und weiß zu fesseln. Ich konnte beim Lesen ihrer Abschnitte stets die Last spüren, die sie mit sich herumtragen muss. So sollte tatsächlich keine "normale" Kindheit aussehen!

- Elsa -

Elsa war für mich der Charakter, der besonders viel Herz hier bewiesen hat und für einen gewissen Ausgleich gesorgt hat. So ist sie diejenige, die stets an Elsa glaubt und sich damit beinahe gegen das gesamte Dorf stellt, in dem sie lebt.

Dieser Charakter war hier für mich sehr wichtig innerhalb der Geschichte, denn hier gab es echte Lichtblicke und Hoffnungen, was dem Buch die ansonsten doch recht vorherrschende Schwere genommen hat!




"Grenzgänger" von Mechthild Borrmanm ist ein Buch, das zum Nach- und Mitdenken einlädt. Es ist eine fiktive Geschichte, die sich aber so oder so ähnlich sicher zugetragen haben könnte. Besonders die Thematik rund um die körperlichen und seelischen Misshandlungen in kirchlichen Heimen hat mich hier sehr mitgenommen.

Zu Beginn hatte ich zwar ein paar Schwierigkeiten mich in die verschiedenen Zeitebenen reinzufinden, aber nach gut fünfzig Seiten war ich dann endlich in der Geschichte drin. Es ist auf emotionaler Sicht teilweise keine leichte Kost, besonders wenn der Leser Einblicke in den Heimalltag bekommt. Hier hat Mechthild Borrmann aber eine gewisse Distanz geschaffen, die meiner Meinung auch nötig war. So war "Grenzgänger" für mich ein sehr wichtiges Buch, das mich aber an keiner Stelle direkt zum weinen bringen konnte. Dafür fehlte mir tatsächlich eine gewisse Nähe zu den Charakteren.

Der Klappentext gibt leider auch schon recht viel von der Story vor, weswegen ich an einigen Wendepunkten in Hennis Leben, nicht mehr so recht schockiert war, da ich diese im Vorfeld schon erahnt habe. Eine echte Überraschung und auch Tragik bietet das Buch erst zum Ende hin.

Dennoch hat mich die Geschichte von Henni, ihren Geschwister, Elsa und Thomas mitgenommen. Viele Ungerechtigkeiten haben dafür gesorgt, dass ich beim Lesen vor allem eines empfand: Hass. So fand ich Hennis Vater, der völlig verändert vom Krieg zurückgekehrt ist, als ungemein schwachen Mann, der hier einfach seine Kinder im Stich lässt und nur noch Gott in seinem Leben haben will. Ich empfand ihn beinahe so schlimm wie die Schwester im Heim, die bei den Kindern für "Zucht" und "Ordnung" sorgt.

Mechthild Borrmann betrachtet hier auch die Kirche sehr kritisch. Viele Anspielungen, die unsere Elsa hier wiedergibt, empfand ich als sehr passend. Wir Menschen lassen uns leider viel zu oft blenden und agieren dann nur noch als Mitläufer. Das wird hier bezüglich Henni, die hier noch in zwei Mordfälle verwickelt wird, schnell deutlich. Ein Gerücht wird schnell zur herbeigesehnten Wahrheit und es gibt kaum noch Leute, die Dinge hinterfragen. In dieser Hinsicht lässt sich die Geschichte mit Sicherheit auch auf unsere Zeit übertragen.

"Grenzgänger" ist auf jeden Fall eine Geschichte, vor der man sich nicht verschließen sollte. Der Leser sollte sich vor Augen halten, dass so und nicht anders der Heimalltag für viele Kinder aussah und dass die Kirche ihre "Unantastbarkeit" viele Male ausgenutzt hat. Mich konnte vor allem das Ende, das noch einmal zum eigenen Interpretieren und Nachdenken einlädt, begeistern, auch wenn mir doch das eine oder andere Mal die Nähe zu den Charakteren gefehlt hat.




"Grenzgänger" ist eine wichtige Geschichte über die verlorene Kindheit mehrerer Menschen. Es geht um den grausigen Alltag in einem kirchlichen Heim, aber auch um die Frage, ob es in dieser kalten, trostlosen Welt doch noch Gerechtigkeit und auch Verständnis gibt!

Mittwoch, 28. November 2018

[Rezension] Alice im Düsterland - Ein Fantasy Spielebuch - Jonathan Green

Titel: Alice im Düsterwald
Autor:  Jonathan Green
Genre: Spielebuch
Erscheinungsdatum: 21. September 2018
Anzahl der Seiten: 320
Cover und Inhaltsangabe © Mantikore Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!




"Es sind viele Jahre vergangen, seit Alice das Wunderland besucht hat. Wieder treiben dort finstere Mächte ihr Unwesen und erneut rufen die Bewohner Alice um Hilfe. Doch an dem magischen Ort hat sich vieles verändert …
In diesem interaktiven Roman schlüpfst du in die Rolle der berühmten Hauptfigur aus Alice im Wunderland. Begib dich auf eine magische Reise und triff alte Gefährten, wie den verrückten Hutmacher und die Grinsekatze. Aber hüte dich vor der Herzkönigin und ihrem Jabberwocky!"




Schon in meiner Jugend hielt ich mein erstes "Abenteuer-Spiele-Buch" in der Hand und fand die Idee dahinter, dass man eben selbst in die Rolle des Protagonisten schlüpft und ganz eigene Entscheidungen trifft, überaus faszinierend. Aus dem Mantikore Verlag kannte ich bereits einige der "Einsamer Wolf"- Bücher, wusste also genau, worauf ich mich hier einlasse.

Das Setting von "Alice im Wunderland", das hier eine sehr düstere Welt offenbart, fand ich auf jeden Fall toll gewählt. Als Leser sind wir Alice und müssen eigene Entscheidungen treffen, die hier das eine oder andere Mal ganz schön blutig enden können. Und mit "blutig" meine ich wirklich blutig! Wer Fan von "Alice im Wunderland" ist, sollte sich darauf gefasst machen, seine Lieblingscharaktere hier eventuell sterben zu sehen ...

Auf dem Abenteuerblatt notieren wir zu Beginn alle Werte, die hier wichtig sind und beim Lesen finden wir zudem so einige Ausrüstungsgegenstände. Das System mit dem Würfel (oder alternativ Kartenziehen) ist sehr einfach gehalten und für war für mich gut verständlich, allerdings gab es dennoch Leute bei der Leserunde, die damit ein paar Probleme hatten.

Der Aufbau der Geschichte mit den doch sehr kurzen Abschnitten hat mir hier gut gefallen. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach, wenig bildhaft und manchmal etwas holprig, aber es kommt hier wirklich auf das "Mitmachen" an, also die eigenen Entscheidungen.

Diese Entscheidungen haben es hier auch in sich! Als Alice erkunden wir den "Düsterwald" und begegnen so einigen Gefahren. So kommt es in diesem Buch auch zu einigen Kämpfen. Da man den Kampfwert selbst bestimmen kann, war es hier für mich durch einen recht hohen Wert einfach. Empfehlen würde sich hier tatsächlich, gezielt auf "Logik" und "Kampf" zu setzen.

Toll fand ich die verschiedenen Schauplätze, die natürlich an die Originalgeschichte angelehnt sind. Besonders witzig, wenn auch recht schwierig empfand ich das Labyrinth, das mich tatsächlich extrem verwirrt hat. Ich dachte schon, ich wäre hier auf ewig verloren.

Es gibt im Laufe des Abenteuers einige Rätsel zu lösen und Gefahren zu überstehen. Beides macht sehr großen Spaß, frustriert nur etwas, wenn man kurz nach dem erfolgreichen Lösen eines Rätsels oder dem Bestehen eines sehr schwierigen Kampfes dann recht unspektakulär stirbt.

Das ist mir hier insgesamt nun zwei Mal passiert. Erfolgreich habe ich das Buch bis jetzt noch nicht beendet. Es lädt also definitiv zum mehrmaligem Lesen ein, was ich auch gut finde. Es gibt auch einige Überraschungen, die das Abenteuer auf jeden Fall sehr abwechslungsreich machen. Manche Werte habe ich allerdings nicht gebraucht, besonders der "Wahnsinnswert" war bei mir sehr konstant, obwohl er eigentlich hätte steigen müssen.

"Alice im Düsterland" ist auf jeden Fall ein sehr originelles und auch fesselndes Abenteuer, in dem der Leser selbst zur Hauptfigur wird. Die Regeln sind gut verständlich, nur der Schreibstil hätte an einigen Stellen doch ruhig etwas ausschweifender, atmosphärischer und vielleicht auch etwas spannender sein können! Dann wäre das Buch wirklich perfekt gewesen!




"Alice im Düsterwald" ist ein Abenteuer-Spielebuch, das auf jeden Fall zu unterhalten weiß und viele Stunden Spaß bereit hält. Der Leser trifft hier eigene, manchmal sehr tödliche Entscheidungen und entdeckt nebenbei ein sehr düsteres Land, in dem es so einige Gefahren gibt! Ich hatte Spaß, auch wenn mir der Stil teilweise zu einfach war und zu wenig Atmosphäre besaß!