Donnerstag, 23. Januar 2020

[Rezension] 15 Gruselstories - Robert Bloch

Titel: 15 Gruselstories
Autor:  Robert Bloch
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1965
Anzahl der Seiten: 301
Cover und Inhalsangabe: © Heyne


Begonnen: 3.12.2019
Beendet: 14.12.2019




Der Zauberlehrling
Das unersättliche Haus
Ich küsse deinen Schatten
Ihr sehr ergebener Jack the Ripper
Mr. Steinway
Wachsfigurenkabinett
Der zuständige Geist
Die süße Puppe
Henoch, der Eingeweihte
Rückkehr zum Sabbat
Der Gott ohne Gesicht
Die Axt im Spukhaus
Mutter der Schlangen
Das Zeichen des Satyrs
Die Käfer



Von Robert Bloch wollte ich schon lange einmal etwas lesen. Zufällig bin ich da auf diese, leider heute nur schwer erhältliche Anthologie gestoßen. Durch diese 15 Kurzgeschichten hatte ich einen sehr guten Einblick in sein Schaffenswerk und Robert Bloch hat mich durch diese unheimlichen, kurzen Stories inspiriert, mich selbst einmal wieder an kurzen Geschichten zu versuchen.

Die Mischung diesen Kurzgeschichten hat mir hier sehr gut gefallen. Robert Bloch, dessen bekanntestes Werk wohl "Psycho" ist, besitzt einen sehr einfachen, aber dennoch einprägsamen Schreibstil. Schnörkellos kommt er schnell zum Kern seiner Geschichte, lässt seinen Charakteren aber gleichzeitig Zeit, sich zu entfalten.

Ich würde die Stories in diesem Buch durchwegs dem klassischen Horror zuordnen. Das Unheimliche schleicht sich auf leisen Sohlen an und schlägt dann in einem Finale voller Wendungen und böser Überraschungen zu. Dabei bereist Robert Bloch in seinen Geschichten einige Länder wie Ägypten und Griechenland, lässt seine Protagonisten aber auch andere, typische Gruselorte wie ein Wachsfigurenkabinett, ein Spukhaus oder aber eine Zaubershow aufsuchen.

In "Ihr sehr ergebener Jack the Ripper" rollt Bloch auch noch einmal den Fall eines der wohl grausamsten Serienmörder auf und präsentiert eine interessante Theorie. Meine Favoriten in diesem Buch waren "Mr. Steinway", "Wachsfigurenkabinett", "Henoch der Eingeweihte" und "Die Axt im Spukhaus". Bei vielen der Kurzgeschichten konnte ich mich wirklich gruseln und ich freue mich schon jetzt, bald mehr von Robert Bloch entdecken zu dürfen!




Mein erstes zaghaftes Herantasten an die Werke von Bloch hat mich zu diesem Kurzgeschichtenband geführt, der mich nicht nur gegruselt, sondern auch neugierig auf weitere Bücher dieses talentierten Horrorautors gemacht hat!


Dienstag, 21. Januar 2020

[Rezension] Solange du da bist - Marc Levy

Titel: Solange du da bist
Autor:  Marc Levy
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. März 2002
Anzahl der Seiten: 277
Cover und Inhaltsangabe © Aufbau

Begonnen:  04.12.19
Beendet: 05.12.19



"San Francisco an einem Winterabend, ein viktorianisches Haus mit Blick auf die Golden-Gate-Bridge. Arthur, ein junger Architekt, kommt von der Arbeit, schaltet sein Radio ein und läßt sich von Peggy Lees rauchiger Stimme unter die Dusche begleiten. Als er, leicht beunruhigt, einen Schrank öffnet, weil von dort ein merkwürdiges Summen zu hören ist, erschrickt er: Eine Frau sitzt dort mit hingebungsvoll geschlossenen Augen und bewegt sich im Rhythmus des Liedes. Damit beginnt für Arthur eine Geschichte, so verrückt, daß er sie selbst kaum glauben kann, die ihn anfangs schrecklich nervt, dann amüsiert, dann erschüttert, ihm schließlich aber eine grenzenlose, schmerzliche Liebe bringt. Denn Lauren ist ein Phantom, sie ist die nur ihm allein sichtbare Gestalt einer jungen Frau, die nach einem schweren Autounfall seit Monaten im Koma liegt. Und als Arthur eines Tages begreift, daß sie nur ihn hat, um vielleicht doch wieder ins Leben zurückzukehren, nachdem die Ärzte ihren Körper aufgegeben haben, faßt er einen tollkühnen Entschluß."



"Solange du da bist" war ein Buch, das mir seit meiner Jugend immer mal wieder begegnet ist. Ich hatte es früher sogar viele Jahre auf dem SUB, allerdings nie in Angriff genommen. Nun habe ich das Buch im Bücherschrank entdeckt und da ich es im Dezember wenigstens Buchtechnisch etwas beschaulich angehen lassen wollen, dachte ich, dass jetzt die Zeit ist, das Buch endlich einmal in Angriff zu nehmen!

Zuallererst muss ich gestehen, dass ich mich auf den ersten Seiten mit dem Schreibstil doch recht schwer getan habe. Er kam mir stellenweise doch recht holperig vor. Außerdem habe ich schnell festgestellt, dass ich mit dem Humor doch nicht so gut klar kam - aber dafür kann der Autor nichts ...

Die Geschichte von Lauren, einer Assistenzärztin, die bei einem Unfall kurzzeitig tot ist, dann aber wieder atmet und ins Koma versetzt wird, hat mich dann aber doch in den Bann gezogen. Ihre Seele, ihr Geist oder wie auch immer man es nennen soll, taucht schließlich in ihrer alten Wohnung auf und wird von dem neuen Mieter Arthur wahrgenommen.

Dieser glaubt ihr schließlich und möchte ihr helfen. Dafür tut er wirklich sehr viel für sie und überschreitet das eine oder andere Mal sogar das Gesetz. Die erste Hälfte des Buches empfand ich als ungemein fesselnd, denn hier kommen die beiden zueinander und Arthur kommt an einem Punkt, an dem er alles, wirklich alles für sie tun würde.

Ab der Hälfte wandelt sich die Geschichte dann allerdings und es gibt auch eine etwas unnötige Polizeiermittlung, die ich als Leser, der ja schon alles darüber wusste, nicht so recht genießen konnte. Hier bekommt dann auch Arthur plötzlich eine eigene Vorgeschichte, die ich zwar echt interessant fand, weil sie zeigt, wieso er so aufopferungsvoll ist, aber die mich leider etwas aus der Haupthandlung gerissen hat.

Leider wirkt Lauren selbst etwas blass, was sicher nicht nur daran lag, dass sie ein Geist oder was auch immer war. Als Leser erfährt man leider recht wenig von ihr und demzufolge oberflächlich empfand ich dann die Liebesgeschichte.

In der Biografie des Autors habe ich gelesen, dass er die Geschichte ursprünglich für seinen Sohn geschrieben hat, um ihm von einem Mann zu erzählen, der sich "in den Inhalt eines Menschen und nicht die Hülle" verliebt. Leider empfand ich es persönlich doch so, dass sich Arthur hier von Laurens Aussehen hat beeinflussen lassen, denn auch das Körperliche kommt hier nicht zu kurz.

Das Ende fand ich allerdings gut und passend. Mir kamen sogar ein paar Tränen, auch wenn die ganz großen Emotionen jetzt hier nicht spüren konnte ...





"Solange du da bist" ist eine interessante Geschichte über eine Komapatientin, die bei einem ihr völlig fremden Mann als "Geist" erscheint. Eine locker und leichte Liebesgeschichte, die allerdings anders als erwartet, doch nicht so recht in die Tiefe geht und teilweise durch mehrere unwichtige Handlungsstränge doch in die Länge gezogen wird ...

Sonntag, 19. Januar 2020

[Rezension] Die Bienenhüterin - Sue Kidd Monk

Titel: Die Bienenhüterin 
Autor:  Sue Kidd Monk
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. April 2005
Anzahl der Seiten: 352
Cover und Inhaltsangabe © btb

Begonnen:  28.11.19
Beendet: 03.02.19



"Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor …"



Mit "Die Bienenhüterin" habe ich einen wahren Schatz aus dem Bücherschrank ausgegraben und ich bin so glücklich, dass ich dieses Buch entdecken durfte. Lilys Geschichte wird hier mit so viel Einfühlungsvermögen erzählt, dass ich mich schon auf den ersten Seiten total in den Buch verliebt habe.

Lily wächst ohne Mutter auf und lebt bei ihrem gewalttätigen Vater, der ihr keinerlei Liebe entgegenbringt. Als das farbige Haushälterin auf der Straße einen Streit ausbricht und sofort als Schuldige feststeht, läuft Lily mit ihr kurzerhand davon. Und so beginnt die Geschichte von Liebe, Selbstfindung und vor allem von Hoffnung.

Die Geschichte selbst spielt im Jahr 1964. Der Präsident hat das Bürgerrechtsgesetz unterschrieben, was allerdings nicht bedeutet, dass der Rassismus plötzlich über Nacht ausstirbt. Nein, ganz im Gegenteil. Für mich war das Buch hier teilweise doch sehr schwer zu ertragen, denn natürlich erkennt man als Leser die ganzen Ungerechtigkeiten, kann aber, so wie die Charaktere, nichts tun.

Rassismus ist ja noch immer ein sehr aktuelles Thema und genau deswegen ist mir das Buch so nahe gegangen. Hinzu kommt, dass mir die drei Schwestern, bei denen Lily unterkommt, ungemein ans Herz gewachsen sind. Da ist die verständnisvolle Augusta, die hochsensible May und die doch sehr sture June. Alle drei fand ich ungemein faszinierend.

Natürlich geht es in diesem Buch auch um Bienen und ich muss sagen, dass ich das ganze Wissen, dass die Autorin hier einbaut, ungemein interessant fand. So sind Bienen den Menschen doch gar nicht so unähnlich und doch besitzen sie ein ganz eigenes, geheimes Leben.

Die Schwestern und auch die "Töchter Mariens" haben mich zum Lachen, aber auch zum weinen gebracht. Ich war froh, endlich mal wieder ein Buch gefunden zu haben, dass mich auf eine Achterbahnfahrt voller Gefühle mitgenommen hat. Lily ist so ein wundervolles Mädchen, die allerdings hier kein einfaches Leben hat und sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss, um eine Zukunft zu haben.

Das Ende selbst und besonders ein Schlüsselmoment hat mich extrem mitgenommen. Ich musste beim Lesen echt sehr viel weinen und deswegen war "Die Bienenhüterin" ein Buch, das ich mit Sicherheit niemals wieder vergessen werde. Es ist eine der wenigen Geschichten, die ich wirklich tief in mein Herz eingeschlossen habe und irgendwie hoffe ich, Lilly, Zach, Rosaleen, Augusta, May und June irgendwann noch einmal begegnen zu dürfen!





"Die Bienenhüterin" war für mich eine große Überraschung. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte enorm berührt und selten musste ich beim Lesen so viel weinen. Es hat sich damit sowohl einen Platz in meinem Herzen, als auch unter meinen Lieblingsbüchern verdient!

Samstag, 18. Januar 2020

[Rezension] Tausche Hüftgold gegen Liebe - Heidi Oehlmann


Titel: Tausche Hüftgold gegen Liebe 
Autor:  Heidi Oehlmann
Genre: Roman, Liebesroman
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2020
Anzahl der Seiten: 254
Cover und Inhaltsangabe: © Heidi Oehlmann





"Serena ist mit ihren 33 Jahren noch immer Jungfrau. Sie hat den Traum einer eigenen Familie längst aufgegeben und findet Trost im Essen. Ihre beste Freundin Isabell will ihr unbedingt beim Abnehmen helfen. Bevor es dazu kommt, haben die beiden einen verhängnisvollen Autounfall, der sie im Körper der jeweils anderen wiederfinden lässt. Während Isabell gegen Serenas Übergewicht kämpft, lernt Serena den gut aussehenden Kurt kennen und fühlt sich zu ihm hingezogen.
Haben Kurt und Serena eine Chance? Oder lässt er sie fallen, sobald der Tausch wieder rückgängig gemacht wird?"



Ich verfolge Heidi Oehlmann und ihre Bücher nun schon eine ganze Weile und ich halte sie für eine unglaublich talentierte deutsche Autorin. Aus diesem Grund hat es mich ungemein gefreut, dass ich auch ihr neuestes Werk vorab lesen dufte.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir hierbei erst einmal die beiden Protagonistinnen kennen. Im Mittelpunkt steht die übergewichtige Serena, die hier in der "Ich-Form" erst einmal von ihren Problemen mit ihrem Körper und ihrer Einsamkeit berichtet. Serena hat sehr wenig Selbstvertrauen und dementsprechend hatte sie auch noch nie einen Freund, denn sie glaubt, dass kein Mann aufgrund ihres Übergewichts in die verlieben könnte.

Serenas beste Freundin Isabell will ihr unbedingt helfen - in erster Linie beim Abnehmen. Deswegen bringt sie Serena zu einem Personal Trainer, doch nach dem Treffen passiert dann ein Unglück und die beiden doch recht unterschiedlichen Frauen finden sich im Körper der jeweils anderen wieder.

Solche Körpertausch-Geschichten kenne ich bereits aus Filmen, doch in Buchform ist es mir noch nicht untergekommen. Umso überraschter war ich doch, wie gut es hier funktionierte. Ich hatte keine Probleme die beiden Frauen in ihren neuen Körpern auseinander zu halten und war furchtbar angetan von den kleinen und auch großen Herausforderungen, die sie hier zu meistern haben!

Neben dem neuem privaten und auch beruflichen Umfeld steht bei beiden Frauen natürlich die Liebe im Fokus. Besonders Serenas Geschichte hat mich hier absolut begeistert, aber auch Isabell entwickelt sich von der doch recht oberflächlichen doch noch in eine sehr sympathische Frau, die versteht, dass es im Leben nicht nur auf das Aussehen ankommt!

Serena, die hier durch den neuen, "perfekten" Körper endlich Selbstvertrauen bekommt und Isabell, die endlich sieht, wie schwer es ihre Freundin hat, waren hier zwei tolle Charaktere, die ganz eigene Erkenntnisse aus dem Körpertausch gezogen haben! Das Buch hat mich bis zum Ende gefesselt und die Liebesgeschichte hat hier mein Herz berührt. Wieder einmal ist Heidi Oehlmann hier ein Werk gelungen, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. Weiter so!




Der Körpertausch der beiden ungleichen Freundinnen hat mich hier bestens unterhalten. Ein toller Liebesroman, bei dem ich nur so durch die Seiten geflogen bin!




Freitag, 17. Januar 2020

[Rezension] Liebe Mutter, es geht mir gut ... - Margaret Millar

Titel: Liebe Mutter, es geht mir gut ... 
Autor:  Margaret Millar
Genre: Roman, Krimi
Erscheinungsdatum: 28. Januar 2015
Anzahl der Seiten: 240
Cover und Inhaltsangabe © Diogenes

Begonnen:  25.11.19
Beendet: 29.11.19



"Helen Clarvoe, die ebenso reich ist wie labil, lebt allein in einer kalifornischen Stadt. Zuerst glaubt sie, das Opfer irgendeines anonymen Irren zu sein, aber bald muss sie erkennen, dass die drohende Stimme am Telephon niemand anderem gehört als ihrer ehemaligen Kindheitsfreundin Evelyn Merrick – Evelyn, die all das verkörperte, was Helen hätte sein wollen."




Da ich Patricia Highmith in den letzten Jahren lieben gelernt habe und in ihren Werken nun schon öfters die Werke von Margaret Millar angepriesen wurden, stand für mich schnell fest, dass ich einmal ein Buch von ihr ausprobieren wollte. "Liebe Mutter, es geht mir gut ..." erwies sich hier als regelrechter Glücksgriff.

Ich war von Anfang an fasziniert von Margaret Millars Schreibstil und ihrer Charaktertiefe. Da ich außergewöhnliche Charaktere mag, war ich hier besonders von Helen Clarvoe angetan, die eigentlich nie ihr Hotelzimmer verlässt und plötzlich von einer ihr scheinbar unbekannten Frau belästigt wirkt.

Alles beginnt ihr nämlich mit einem Anruf, der bei mir tatsächlich für eine Gänsehaut gesorgt hat. Evelyn scheint hier recht skrupellos zu sein und benutzt Worte als messerscharfe Waffen. Bald überschlagen sich die Dinge und Evelyn scheint regelrecht besessen von ihren Anrufen zu sein ...

Toll fand ich die Atmosphäre des Buches. Unterschwellig wird eine ungemeine Spannung erzeugt und gleichzeitig bekommt der Leser Einblick in alle Personen - allen voran natürlich Helen Clarvoe, mit der ich wirklich enormes Mitleid hatte. Ihre ganze Familiensituation ist echt schrecklich und beim Lesen musste ich echt das eine oder andere Mal meine Wut herunterschlucken.

Das Ende dieses Buches ist dann echt brilliant und hat mich, obwohl ich schon viele Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen habe, ungemein überrascht. Sehr geschickt lässt die Autorin hier das gesamte Grauen durchblitzen und ich habe das Buch dann tatsächlich mit dem Gefühl zuschlagen, wieder eine talentierte und ungemein inspirierende Autorin entdeckt zu haben!




Für mich war mein allererstes Buch von Margaret Millar eine große Überraschung. Charaktertiefe vereint sich hier mit einer spannenden und leicht unheimlichen Atmosphäre und punktet am Ende mit einer unerwarteten Wendung. Ich möchte mehr von ihr lesen. Auf der Stelle!


Mittwoch, 15. Januar 2020

[Rezension] Der verbotene Liebesbrief - Lucinda Riley

Titel: Der verbotene Liebesbrief
Autor:  Lucinda Riley
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 18. September 2017
Anzahl der Seiten: 704
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann

Begonnen:  21.11.19
Beendet: 27.11.19



"Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, trauert das ganze Land. Die junge Journalistin Joanna Haslam soll in der Presse von dem großen Ereignis berichten und wohnt der Trauerfeier bei. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, einen Umschlag mit alten Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joannas Neugier ist geweckt, und sie beginnt zu recherchieren. Noch kann sie nicht ahnen, dass sie sich damit auf eine Mission begibt, die nicht nur äußerst gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann ..."




"Der verbotene Liebesbrief" war nun mein achtes Buch von Lucinda Riley und ich bin nach wie vor begeistert von der Intensität ihrer Werke. Diese Geschichte unterscheidet sich allerdings ein wenig von ihren bisherigen Werke. Zum einen wohl, weil hier die gesamte Geschichte auf einer Zeitebene spielt und es daher keinen Vergangenheitsstrang gibt, zum anderen aber auch, weil es schon fast in Richtung Thriller geht!

Der Anfang der Geschichte hat mich hier besonders mitgenommen, denn hier stirbt Sir James Harrison und es wird klar, was für ein toller Großvater er war. Joanna Haslam, eine Journalistin, die zu seiner Trauerfeier geschickt wird, findet dann aber heraus, dass es noch einige Geheimnisse gibt, die der Verstorbene offensichtlich nicht mit ins Grab nehmen konnte.

So gibt es einen ominösen Liebesbrief, der um jeden Preis gefunden werden muss und dabei gibt es Leute, die auf der Jagd dabei sogar über Leichen gehen. Ich war doch überrascht, wie viele Menschen hier doch zu Tode kommen und oft habe ich mir die Frage gestellt, ob es das überhaupt wert war.

"Der verbotene Liebesbrief" hat mich auf jeden Fall gut unterhalten und für einige doch sehr spannende Lesestunden gesorgt. Ich mochte Joanna, die hier Nachforschungen anstellt, genau wie Zoe und Markus, die beiden Enkel des Verstorbenen und Simon, der hier doch einen sehr gefährlichen Job ausübt. Natürlich kommt hier die Liebe auch nicht zu kurz und neben der atemlosen Suche nach dem Brief gibt es auch jede Menge Romantik.

Die Autorin hält das Geheimnis um den Brief bis zum Ende hin aufrecht, aber natürlich gibt es nicht sonderlich viele Möglichkeiten, was denn da nun so Skandalöses drin stehen konnte. So wirkte für mich das Ende leider etwas überladen, auch von den ganzen Verstrickungen her. Die Auflösung selbst hat mir zwar gefallen, aber nach den 704 Seiten hatte ich irgendwie nur einen Gedanken: Es war etwas "to much".

Dennoch muss ich sagen, dass ich "Der verbotene Liebesbrief" gerne gelesen und auch förmlich verschlungen habe. Es ist anders als die restlichen Werke von Lucinda Riley, aber dennoch lesenswert. Vor dem Aufschlagen des Buches sollte man sich allerdings darauf einstellen, statt den gewohnten Emotionen doch eher eine actiongeladene Geschichte präsentiert zu bekommen - ganz im Stil von James Bond.





"Der verbotene Liebesbrief" war ein Buch, das mich vollkommen überrascht hat. Die Charaktere waren wieder gut ausgearbeitet, die Geschichte fesselnd und interessant, nur die ganzen
Zusammenhänge wirkten für mich, gerade zum Ende hin, etwas überladen. Dennoch ein lesenswerter Roman aus der Feder von Lucinda Riley!

Montag, 13. Januar 2020

[Rezension] Im Tal der Könige - Cecilia Holland

Titel: Im Tal der Könige
Autor:  Cecilia Holland
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 28. April 2005
Anzahl der Seiten: 256
Cover und Inhaltsangabe © Weltbild

Begonnen:  20.10.19
Beendet: 24.11.19



Ägypten, 1347 vor Christus: Nach dem gewaltsamen Tod des Pharaos Echnaton kommt der junge Tutanchamun auf den Thron. Hungersnöte, politishe Intrigen und Aufruhr bestimmen seine Regierungszeit. Er stirbt unter mysteriösen Umständen; hastig und an einem geheimen Ort wird er begraben.

3200 Jahre später nimmt der Archäologe Howard Carter den Kampf mit Bürokraten und skeptischen Geldgebern auf. Er glaubt, zu wissen, wo das Grab des Tutanchamun zu finden ist - und er behält Recht. Doch der Preis für seine großartige Entdeckung ist hoch...




Für Ägypten und besonders auch für Ausgrabungen interessiere ich mich schon lange, doch ich habe selten Bücher zu diesem Thema gelesen. Durch einen Bücherschrankfund bin ich auf "Das Tal der Könige" von Cecilia Holland gestoßen. Das Buch selbst teilt sich hierbei in zwei Handlungsstränge ein. In der ersten Hälfte begleiten wir Howard Carter zu seinem Sensationsfund, in der zweiten Hälfte reisen wir ins alte Ägypten und die Autorin offenbart uns eine ganz eigene Theorie, wie es zum Tod Tutanchamuns.

Das Buch regt auf jeden Fall zu weiteren Nachforschungen an. Ich hatte mir parallel zum Lesen tatsächlich ein paar Dokus angeschaut, denn die Thematik rund um Echnaton, dem Kindskönig und die ganzen Rätsel hinsichtlich der Grabkammern ist wirklich faszinierend.

"Im Tal der Könige" liest sich zu Beginn erst einmal wie ein Bericht und Howard Carters Weg zur Grabkammer von Tutanchamun ist natürlich sehr lange und mit sehr vielen Hürden gespickt. Es hieß hier, dass die Autorin im Vorfeld mit dem Sohn von Carter gesprochen hat, allerdings wird in diesem ersten Handlungsstrang wenig Neues aufgedeckt und im Grunde nur Fakten präsentiert, die jetzt keinen tiefgründigen Einblick in Carters Lebenswerk bieten. Dennoch war es interessant zu sehen, wie anstrengend und vor allem langwierig solche Ausgrabungen doch sind!

In der zweiten Hälfte führt uns die Autorin schließlich in die Zeit Tutanchamuns und präsentiert hier eine eigene Theorie. Hier las sich das Buch endlich wie ein echter Roman und es gab auch einige sehr spannende Momente. Natürlich ist dieser Strang allerdings rein fiktiv und steht etwas im Kontrast zum Anfang.

Das Buch ist schon im Jahre 2005 erschienen und deswegen wird auch vieles von der Autorin anders dargestellt. So sollte der zweite Abschnitt nicht als historische Abhandlung gelesen werden, sondern in erster Linie als Roman. So ist Tutanchamun hier beispielsweise der Bruder Echnaton, wird von seiner Frau (die ja eigentlich seine Schwester war!) verabscheut und kommt schließlich zu einem Tode, der, wenn man sich kurz über ihn beliest, doch sehr abwegig erscheint. Dennoch weiß das Buch aber gut zu unterhalten und ich habe es bis zum Schluss gerne gelesen!





"Im Tal der Könige" wird wohl nur Leute wirklich begeistern, die gerade erst in das "Ägypten"-Thema eingestiegen sind und sich langsam an die damaligen Geschehnisse herantasten wollen. Dabei ist die erste Hälfte des Buches ein historischer Einblick in Howard Carters Arbeit, während der zweite reine Fiktion ist! Wenn man das im Hinterkopf behält, ist die Geschichte dennoch sehr interessant zu lesen!