Mittwoch, 19. September 2018

[Rezension] Die Blackstone Chroniken (Band 1): Die Puppe - John Saul

Titel: Die Blackstone Chroniken (Band 1): Die Puppe
Autor:  John Saul
Genre: Horrorroman
Erscheinungsdatum: 1998
Anzahl der Seiten: 127
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe




"Als der Umbau der alten Irrenanstalt vorerst gestoppt wird, gerät der Bauunternehmer Bill McGuire in Schwierigkeiten: schliesslich hat er eine Familie zu versorgen, und seine Frau Elizabeth erwartet gerade ihr zweites Baby. Die wunderschöne Puppe, die bei ihm abgegeben wird, interessiert ihn daher nicht allzusehr. Doch seine kleine Tochter Megan ist begeistert, und auch Elizabeth erliegt nach und nach dem unheimlichen Zauber des blondgelockten Wesens ... ein tödlicher Fehler."




Als langjähriger Fan von John Saul stand schon lange fest, dass ich mich endlich einmal an die Blackstone Chroniken wagen muss, einen Fortsetzungsroman in insgesamt 6 Bänden. Dabei ist jedes Buch doch recht kurz und beinhaltet jeweils die Geschichte verschiedener Personen. Alles dreht sich um die Irrenanstalt von Blackstone, die nun abgerissen werden sollen. Seltsame Geschenke werden abgeschickt, Geschenke, die etwas mit der alten Psychiatrie zu tun haben ...

Für mich gehört John Saul neben Stephen Kind und auch Dean Koontz schon lange zu den besten Horrorautoren. Seine Bücher sind atmosphärisch und intensiv. Das kleine Städtchen Blackstone verströmt auch hier einen ganz eigenen Flair ...




- Bill McGuire -

In diesem ersten Band wird die tragische Geschichte von Bill und seiner Familie erzählt. Zu Beginn bekommen sie ein Paket ohne Absender, im Inneren befindet sich eine Puppe, die Bills Tochter Megan sofort anziehend finden.

Bills Frau ist gerade hochschwanger. Sie freuen sich auf das Kind, doch dann kommt alles anders als gedacht ...




Schon im Vorwort schreibt John Saul, dass er durch Stephen Kings Fortsetungsroman "The green Mile" endlich motiviert war, etwas Ähnliches zu schreiben. Im Grunde könnte man aufgrund der Kürze wohl besser alle Bände als Gesamtwerk lesen, denn wie an der Seitenzahl ersichtlich hat dieser erste Teil nur die Länge einer Novelle.

Trotz der Kürze gelingt es John Saul allerdings dennoch, hier eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Wir haben erst einmal die Blackstone Irrenanstalt und dem Sohn des ehemaligen Direktors, der hier immer wieder Bilder von den einstigen Zuständen innerhalb der Klinik hinaufbeschwört. Ich denke an dieser Stelle wird Oliver das Bindeglied aller Bände sein, denn er ist es auch, der für die Zeitung einen Artikel über das Gebäude schreiben will.

Im Zentrum dieser Geschichte steht nun allerdings Bill McGuire, der Bauunternehmer, der für den Abriss der Klinik verantwortlich ist. Er ist ein guter Mann, der seine Frau und seine Tochter liebt und ihnen eine tolle Zukunft bieten will. Doch leider verzögert sich der Abriss und schließlich bekommt Bills Familie eine unheimliche Puppe zugeschickt ...

Ich habe das Buch sehr schnell gelesen und wirklich genossen. Für meinen Geschmack hätte es zwar gerne noch intensiver und auch länger sein können, aber dennoch hatte ich beim Lesen eine Gänsehaut. Ich hatte das Gefühl, mich selbst der Puppe nicht mehr entziehen zu können!

Wir lernen hier auch gleich ein paar weitere Bewohner von Blackstone kennen und ich bin schon jetzt gespannt, in welche Richtung sich die weiteren Bücher entwickelt werden. Ich fand das Ende dieses Bandes schon sehr unheimlich und tragisch - so muss für mich tatsächlich ein guter Horrorroman sein, der tatsächlich Lust auf mehr macht!




Der erste Teil der Blackstone Chroniken hat mich. obwohl er doch sehr kurz gehalten ist, vollkommen überzeugt. "Die Puppe" ist das erste grauenvolle Geschenk, das hier eine sympathische Familie ins Unglück stürzt ... Ich bin auf den nächsten Band gespannt!

Sonntag, 16. September 2018

[Rezension] Gefährliche Geliebte - Haruki Murakami

Titel: Gefährliche Geliebte
Autor:  Haruki Murakami
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Juli 2002
Anzahl der Seiten: 217
Cover und Inhaltsangabe © btb



"Hajime lebt so wie Millionen Japaner: in geordneten Verhältnissen, geschäftlich erfolgreich. Er betreibt einen Jazzclub in einem schicken Viertel von Tokio, ist verheirat und hat zwei Töchter. Da tritt eines Abends Shimamoto an die Bar, seine Jugendliebe, mit der er einst ganz in die Welt der Musik versunken ist. Wie eine Halluzination erscheint sie immer ganz geheimnisumwoben an regnerischen Abenden und rührt mit ihrem bezaubernden Lächeln verloren geglaubte Saiten in Hajime an. Langsam zieht sie ihn aus seiner so perfekt erscheinenden Welt, bis er schließlich bereit ist, alles für sie zu opfern."




Endlich habe ich mein allererstes Buch von Haruki Murakami gelesen und ich muss sagen, dass er mich mit diesem Werk bereits vollkommen überzeugen konnte. In Japan ist er ja er einer der meistgelesensten Autoren und ich empfand seinen Schreibstil, trotz stellenweise etwas holpriger Übersetzung, hier doch wundervoll.

Sehr kritisch betrachtet Murakami in "Gefährliche Geliebte" das Leben seines Protagonisten in einer Welt, in der er einfach nur zu funktionieren hat, ja, in der echte und große Gefühle gar nicht so wirklich angesehen werden. Intensiv setzt der Autor sich hier mit den Gedanken Hajimes auseinander, der zu Beginn der Geschichte ein verwirrter, pubertierender Jugendlicher ist und schließlich zu einem Mann heranwächst, der sich selbst nicht mehr zu kennen scheint ...




- Hajime -

Hajime, ein Einzelkind, lernt in der Schule Shimamoto, die ebenfalls keine Geschwister hat, kennen und zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Einzelkinder selbst sind in Japan nicht besonders angesehen, sie gelten als eigenbrötlerisch und egoistisch. Und so kann Hajime hier auch beschrieben werden.

Er ist kein einfacher Charakter, sondern einer mit Ecken und Kanten. Auf den ersten gut 100 Seiten erfahren wir, wie er zu dem Mann heranwächst, der schließlich verheiratet und Inhaber zweier gut laufender Jazz-Bars werden wird. Es ist eine Geschichte, in der Hajime so einige Fehler begeht. Fehler, die er noch Jahre später bereut,

Obwohl Hajime durch seine Art nicht unbedingt ein sympathischer Buchcharakter ist, so strahlt das Buch doch eine gewisse Ehrlichkeit und Nähe aus. So sind wir dabei, wie Hajime seine ersten Erfahrungen sammelt, wie er zum ersten Mal seine Freundin betrügt und wie er augenscheinlich nicht einmal Reue empfindet.

In gewisser Weise ist Hajime ein Egoist, der sich auch selbst betrügt. Seine Charakterzeichnung hat mir hier ausgesprochen gut gefallen, denn Murakami hat hier einen Menschen geschaffen, der alles andere als perfekt ist, der Fehler begeht und sich selbst verliert.




"Gefährliche Geliebte" ist wohl ein nicht ganz so passender Titel für diesen sehr tiefgründigen Roman. Die Neuübersetzung namens "Südlich der Grenze, westlich der Sonne" ist eindeutig passender, denn es gibt eine wundervolle und treffende Anspielung dazu,

Ich war überrascht, wie schnell ich in dieser Geschichte angekommen bin. Schon nach wenigen Seiten war ich von Hajime als Charakter begeistert. Als Leser wachsen wir mit ihm heran und sind dabei, wie er im jugendlichen Leichtsinn so einige Fehler begeht. Fehler, die er nach außen hin nicht zu bereuen scheint, die ihn aber noch viele Jahre verfolgen sollen.

Haruki Murakami lässt sich hier Zeit, Hajime von allen Seiten zu betrachten. Dabei besitzt er eine schonungslose Ehrlichkeit und lässt seinen Protagonisten einfach leben. Als Leser wachsen wir mit Haruki heran und finden uns irgendwann in einem gut geordneten Leben wieder. Ein Leben, das überhaupt nicht zu dem Einzelgänger Hajime passen will.

Sehr passend antwortet Hajime auf die Frage, ob er denn glücklich ist, damit, dass er zumindest nicht unglücklich ist. Und das beschreibt sein Leben hier sehr gut. Er hat sich angepasst an die Gesellschaft, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Diese Möglichkeit bietet ihm seine Jugendliebe, die plötzlich auftaucht und alles, was er sich erarbeitet und aufgebaut hat, in Frage stellt.

Kritisch betrachtet Murakami in diesen Werk auch Japans Schattenseiten, besonders im gesellschaftlichen Leben. Hier haben wir beispielsweise Hajimes Schwiegervater, der nur auf das große Geld aus ist. Hajime passt sich dieser Welt an, obwohl er sich in ihr nicht wohl fühlt. Es ist, wie Shimamoto es ganz treffend formuliert so, dass auch Hajime die Hoffnung hat, dass es irgendwo anders, ja besser ist. Doch was, wenn es viel zu schwer ist, eine endgültige Entscheidung zu treffen?

"Gefährliche Geliebte" ist in gewissem Maße auch eine Liebesgeschichte. Eine tragische Liebesgeschichte, in der allerdings vor allem Leidenschaft zu spüren ist. Es ist eine Art der Erotik, der ich tatsächlich etwas abgewinnen konnte, was vermutlich an Murakamis Umgang mit Worten liegt. Er driftet nicht ins Vulgäre ab, sondern lässt Hajime einfach leben und lieben. (Und sich dabei selbst verlieren/wiederfinden!)




"Gefährliche Geliebte" war mein erstes Buch von Haruki Murakami und es hat mich zutiefst beeindruckt. Die Geschichte ist intensiv, tiefgründig und steckt voller Überraschungen. Es ist die Charakterzeichnung eines Verlorenen, der gleichzeitig ruhelos auf der Suche nach dem eigenen "Ich" ist. Ich bin auf weitere Bücher von ihm gespannt!

Donnerstag, 13. September 2018

[Rezension] Blutrausch - Er muss töten - Chris Carter

Titel: Blutrausch - Er muss töten
Autor:  Chris Carter
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 24. August 2018
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © Ullstein



„Seit 37 Jahren bei der Truppe, und das Einzige, was ich vergessen möchte, ist das, was in diesem Zimmer ist.“ Ein Polizist vom LAPD warnt die Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia vor dem schockierenden Anblick. Die beiden Detectives sind auf Morde spezialisiert, bei denen der Täter mit extremer Brutalität vorgegangen ist. Im Morddezernat intern als ultra violent, kurz „UV“ eingestuft. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen, sind die UV-Einheit, und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens. Sie jagen einen Serienkiller, der die Welt einlädt, seine Galerie der Toten zu besichtigen."




Thriller, in denen ein Ermittler im Fokus steht, haben für mich im Laufe der letzten Jahre den Reiz verloren. Einzige Ausnahme bildet hier tatsächlich Chris Carter, denn hier weiß ich als Leser genau, auf was für eine Geschichte ich mich einlasse.

Wie bereits in den Bänden zuvor steigt Chris Carter auch hier direkt beim ersten Mord ein und lässt den Leser hautnah dabei sein. Nach und nach gibt er auch Einblick in den Täter, geht hier aber wieder spärlich mit Informationen um, sodass der Leser auch hier, an der Seite von Hunter und Garcia, miträtseln kann.

Toll an den Thrillern von Chris Carter finde ich auf jeden Fall die schonungslose Herangehensweise. Seine Bücher sind wir Kinofilme aufgebaut, es gibt Einblicke in die Opfer, in den Täter und natürlich auch in die Ermittlungsarbeit. Dabei steht zum Glück aber endlich einmal nicht das Privatleben des Ermittlers im Mittelpunkt sondern der Fall!




- Hunter und Garcia -

Ein Ermittlerduo, dass ich im Laufe der Jahre tatsächlich lieb gewonnen habe, denn sie sind sehr professionell und ein wirklich gut aufeinander eingespieltes Team.

Mein Lieblings ist hier natürlich immer noch Robert Hunter, der schon mit einem Blick so viele Fakten sammelt. Er hat etwas von einem modernen Sherlock Holmes!

Erfrischend ist hier auf jeden Fall, dass die beiden zwar hin und wieder ein paar private Dinge austauschen, es aber im Rahmen bleibt und nicht von den Ermittlungen ablenkt! Allerdings muss ich sagen, dass ich Hunters kurze Liebesgeschichte hier nicht unbedingt gebraucht hätte.




Zu Beginn der Geschichte lernt der Leser eine junge Frau kennen, die schließlich das Opfer eines bestialischen Mörders werden soll. Das erschreckende Ausmaß dieser Tat wird erst deutlich, als Hunter und Garcia später am Tatort erscheinen. Die Frau wurde gehäutet, Arme und Beine abgetrennt. Auf Latein hat der Täter eine Botschaft hinterlassen.

Hunter und Garcia sind sofort von dem Fall angetan, der überaus grausam zu sein scheint. Ich musste hier beim Lesen auch oft Luft schnappen, obwohl ich in meinem Leben schon hunderte Horrorfime gesehen/gelesen habe, bin ich doch immer wieder überrascht, wie sehr mich einige Dinge dennoch mitnehmen. Besonders wenn es wieder einmal um Tiere geht ...

"Blutrausch - Er muss töten" ist nichts für schwache Nerven. Im Laufe der Geschichte lernen wir auch noch andere Opfer kurz vor der Tat kennen, was die ganze Situation noch schlimmer macht, denn für den Leser sind die Toten dann keine Unbekannten mehr.

Etwas zäh empfand ich hier allerdings den Zwist zwischen FBI und LAPD. Hunter und Garcia werden aufgefordert, den Fall abzugeben, da es bereits einige Morde zuvor in anderen Staaten gab, die ein ähnliches Muster aufweisen. Natürlich haben sie sich aber längst in den Kopf gesetzt, den Täter selbst zu schnappen. Allgemein empfand die Streitigkeiten hier etwas unpassend, denn im Grunde ziehen sie doch alle am selben Strang ...

Diese Uneinigkeit zwischen den einzelnen Ermittlern hat für mich die Haupthandlung etwas abgeschwächt. Tatsächlich gab es hier zum ersten Mal bei einem Buch von Chris Carter einige Längen. Obwohl er stets am Ende vom Kapitel für einen Cliffhanger sorgt, blieben manche Abschnitte für mich doch nichts als Lückenfüller.

Die Geschichte über diesen Serienkiller, der ein reinstes Blutbad anrichtet, hat mir aber wieder gut gefallen und der große Showdown besaß für mich tatsächlich noch einen echten Schockmoment. Auch wenn der Täter schlussendlich doch recht einfach geschnappt wurde und seine Motivation hinter den Morden nicht ganz so intensiv wie sonst behandelt wurde, besaß das Buch doch einige Überraschungen und so konnte mich auch der neunte Band, den ich zwar etwas schwächer als die Vorgänger fand, wieder einmal begeistern!




Chris Carters Thriller sind blutig und nichts für schwache Nerven. Auch der neunte Fall von Hunter und Garcia lief in meinem Kopf wieder wie ein Kinofilm ab, auch wenn es ein paar Längen gab. Der Showdown hat es aber in sich und weiß tatsächlich zu überraschen ...

Montag, 10. September 2018

[Rezension] Norra Latin - Die Schule der Träume - Sara B. Elfgren

Titel: Norra Latin - Die Schule der Träume
Autor:  Sara B. Elfgren
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 31. August 2018
Anzahl der Seiten: 639
Cover und Inhaltsangabe © Arctis Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und die Leserunde!



"Tamar und Clea haben die Aufnahmeprüfung der renommierten Stockholmer Schauspielschule Norra Latin bestanden. Die beiden sind grundverschieden, doch sie verbindet der Traum von einer Schauspielkarriere. Aber dass der Schulalltag so aufregend wird, hätten sie nie gedacht. Denn es gibt Gerüchte über eine Tragödie, die sich dort vor Jahrzehnten ereignet hat. Was ist damals bei einer Shakespeare-Aufführung passiert? Und wer ist der mysteriöse »Schatten« von Norra Latin? Je tiefer Tamar und Clea in die Vergangenheit eintauchen, desto größer wird das Rätsel – und die Gefahr."




Die Schule Norra Latin hat einst tatsächlich existiert. Nun dient sie als Schauplatz für eine sehr geheimnisvolle Geschichte, die für den Leser lange Zeit recht nebulös erscheint.

Das Buch besitzt zwei Sichten, wobei ich mich als Leser lange Zeit gefragt habe, ob diese tatsächlich nötig waren. Während Tamar ein sehr interessanter und vor allem tiefgründiger Charakter ist, bleibt Clea in ihren Geschichten doch recht eindimensional und hat mich leider sogar etwas aggressiv gemacht.

Als Leser werden wir an die Schauspielschule "Norra Latin" entführt. Nach und nach offenbart sich eine sehr geheimnisvolle und teilweise auch recht unheimliche Geschichte über eine alte Legende. In "Norra Latin" soll nämlich noch immer ein Schüler umherwandeln, der vor vielen Jahren nach einer Aufführung einfach verschwand ...




- Tamar -

Tamar war mein Lieblinsgcharakter in diesem Buch. Bei ihr ist die Leidenschaft zur Schauspielerei deutlich zu spüren. In ihrer Kindheit hat sie "Ein Sommernachtstraum" als Theaterstück gesehen und war von der Rolle des Puck so fasziniert war, dass sie nun den großen Traum hat, selbst einmal auf einer großen Bühne zu stehen.

Tamar hat allerdings auch Selbstzweifel. Sie weiß nicht, ob sie gut genug ist und ob sie sich wirklich mit den anderen Schauspielschülern messen kann. Nach außen hin wirkt sie recht kühl, verschlossen und undurchsichtig.

Wir begleiten Tamar hier dabei, die Wahrheit hinter der alten Legende herauszufinden, erfahren aber auch, dass sie unsterblich in Clea verliebt ist. Verstehen oder greifen konnte ich diese Gefühle aber nicht ...

- Clea -

Auf der anderen Seite steht Clea, die bereits ein kleiner Star ist. Im Laufe der Geschichte kommt sie mit ihren Jugendfreund Tim zusammen und diese Beziehung dominiert ihre Abschnitte und leider auch das gesamte Buch. Die beiden geben nach außen hin das perfekte Traumpaar ab, während sie doch in Wahrheit nur zwei Verlorene sind, die sich verzweifelt aneinanderklammer, sich dabei aber noch weiter nach unten ziehen.

Leider verliert sich Clea im Laufe der Handlung immer mehr. Auf der einen Seite wollte ich sie wachrütteln, doch auf der anderen hat sie mich auch ein wenig genervt. Im Grunde ist und bleibt Clea bis zum Schluss auch nur Nebencharakter, ihre ganzen Erlebnisse sind für die eigentliche Story komplett unwichtig!




"Norra Latin - Die Schule der Träume" von Sara B. Elfgren hat mich überrascht. Es beinhaltet eine Geschichte, die ich so anhand des Klappentextes nicht erwartet hatte. Geht es um Geister? Magie? Oder nur darum, in eine Rolle zu schlüpfen?

Die Autorin schlägt hier verschiedene Themen an und so war mir lange Zeit nicht klar, in welche Richtung sich das Buch denn entwickeln wird. Erst einmal haben wir da die alte Legende über einen Schüler, der bei einer Aufführung verschwand und davor angeblich einen Lehrer getötet haben soll. Tamar wird im Laufe der Geschichte tiefer in die damaligen Geschehnisse hineingezogen und scheint von dem Geist des Jungen verfolgt zu werden. Verliert sie etwa den Bezug zur Realität? Oder möchte tatsächlich jemand, dass endlich die Wahrheit ans Licht kommt?

Cleas Abschnitte sind hingegen der totale Kontrast. Hier geht es um eine Scheinwelt, die nach außen hin aufrecht erhalten werden muss. Sehr kritisch betrachtet die Autorin hier die sozialen Medien, in denen doch eine Perfektion vorherrscht, die es in der "echten Welt" überhaupt nicht gibt. Leider hat mich Cleas Sicht teilweise etwas genervt und ja, leider auch gelangweilt. Ihre Geschichte tritt lange Zeit auf der Stelle, denn im Grunde geht es hier nur um die On-Off-Beziehung zu Tim, die mich als Leser sehr wütend und auch recht depressiv zurückgelassen hat.

Während in Tamars Abschnitten wenigstens Spannung vorherrscht, bleiben Cleas Abschnitte lange Zeit nichtssagend und sterbenslangweilig. Die Verbindung beider Handlungsstränge lässt hier auch auf sich warten und ich habe als Leser angefangen, einen gewissen Hass auf die nicht enden wollende Romanze zwischen Clea und Tim zu empfinden. Und Hass ist etwas, dass ich beim Lesen eines Jugendbuches eigentlich nicht empfinden möchte ...

Positiv empfand ich allerdings die Leichtigkeit, mit der die Autorin beispielsweise das Thema LGBT einbaut. Es gibt keine Wertung, keine Kritik, sondern das Thema Homosexualität, das hier aber nicht im Fokus steht, wird als vollkommen normal betrachtet. Auch die Tiefe der Charaktere hat mir gefallen, auch wenn für mich Cleas Abhängigkeit von Tim einen viel zu großen Platz einnahm.

Leider wirkt das Buch mit seinen 639 Seiten viel zu sehr in die Länge gezogen. Während zahlreiche Anspielungen zu Supernatural oder auch Harry Potter die ganze Sache noch etwas auflockern, verläuft die Haupthandlung recht geradlinig und ohne große Spannung.

Die alte Legende über den verschwundenen Jungen wird unzählige Male wiederholt, genau wie die Abhängigkeit von Clea und Tim immer wieder Thema ist. Es war für mich schwer, am Ball zu bleiben. Ich hatte zwar das Gefühl, in der Geschichte drin zu sein, gleichzeitig aber auch irgendwie nicht. Es war seltsam, denn das Buch war auf der einen Seite sehr intensiv, auf der anderen aber auch so nichtssagend, weil oft einmal 50 Seiten am Stück nichts, wirklich rein gar nichts, passiert ist. (Weswegen es in der Leserunde auch kaum Gesprächsstoff gab!)

Am Ende war ich leider furchtbar enttäuscht und war erst einmal unsicher, wie ich das Buch überhaupt bewerten soll. Auf der einen Seite ist die Story rund um Erling und sein Verschwinden sehr interessant, auf der anderen Seite ist dann aber das Ende, das einfach nicht zur restlichen Geschichte passen will. Als Leser habe ich mich gefragt, warum ich mich über 500 Seiten durch eine seltsam träge Handlung, die sich wirklich in zwei, drei Sätzen zusammenfassen lässt, gequält habe, nur um dann mit so einer schnellen Auflösung abgefertigt zu werden ... Leider erschien mir das Ende nicht stimmig und so habe ich das Buch hier tatsächlich sehr enttäuscht zugeschlagen ...




"Norra Latin - Die Schule der Träume" besitzt einen wundervoll melancholischen Schreibstil und eine besondere Charaktertiefe, doch beides wird überhaupt nicht genutzt. Die Story ist furchtbar träge, es passiert recht wenig, es gibt zahlreiche Wiederholungen und leider ein "Happy End" das einfach nicht zur Handlung passen will ... Für mich leider ein echter Flop ...

Freitag, 7. September 2018

[Rezension] Zwischen uns ein ganzes Leben - Melanie Levensohn

Titel: Zwischen uns ein ganzes Leben
Autor:  Melanie Levensohn
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 22. August 2018
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Fischer




"Paris, 1940: Für die jüdische Studentin Judith wird es unter der deutschen Besatzung immer gefährlicher. Zusammen mit ihrer großen Liebe Christian, Sohn eines Bankiers, plant sie heimlich die Flucht. Doch plötzlich ist sie spurlos verschwunden.
Mehr als fünfzig Jahre später in Washington: Auf Jacobina lastet ein Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben, aber ihr Leben lang nicht eingelöst hat. Sie soll ihre unbekannte Halbschwester Judith finden. Jetzt bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Da trifft sie auf die junge Französin Béatrice. Die beiden Frauen freunden sich an. Gemeinsam machen sie sich auf eine Suche, die sie weiter führt, als sie je erwartet hätten …"




Es war für mich mal wieder Zeit, ein wenig in die Vergangenheit einzutauchen. Interessant fand ich hier die Tatsache, dass ein Teil des Buches in Frankreich zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. Die Autorin schafft hier einen spannenden Einblick in die Kriegszeit in einem Land, das von Deutschland besetzt wurde und sich die Menschen plötzlich mit Diskriminierungen konfrontiert sehen.

Das Buch spielt hier wieder teilweise in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich den Vergangenheitsstrang deutlich stärker fand. Der Schreibstil der Autorin war hier intensiver, etwas emotionaler und irgendwie auch eindringlicher, während der Gegenwartsstrang leider auch einige zähe Momente enthielt.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich hier allerdings begeistern. Ich war schnell in der Geschichte drin und konnte mir besonders Paris um 1940 sehr gut vorstellen.




- Béatrice -

Béatrice war hier vom Gefühl her die Protagonistin, obwohl die "große" Geschichte dieses Buches eindeutig Judith gehört. Mit Béatrice hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, denn auf mich wirkte sie teilweise leider sehr egoistisch und dadurch auch wenig sympathisch. Ihre schlagartige Wandlung konnte ich ihr nicht wirklich abkaufen und das hat leider dazu geführt, dass ich mit ihr nicht wirklich warm wurde.

Béatrice eigene Geschichte hat mich hier allerdings nicht wirklich abgeholt, weil ich das Gefühl hatte, dass hier mal wieder irgendeine Liebesgeschichte reingequetscht wurde, um das Buch zu strecken.

- Judith -

Judith Abschnitte aus der Zeit um 1940 haben mich mit auf eine Reise nach Frankreich genommen. Als Leser erleben wir mit, wie das Land durch die deutschen besetzt und schließlich auch mit dem faschistischen Gedankengut vergiftet wird. Dies fand ich sehr atmosphärisch und Judith, als Einzelschicksal, tat mir wirklich leid!

In ihrem Leben gibt es allerdings einige Lichtblicke, denn gerade zur Zeit des Krieges verliebt sie sich. Christian gibt ihr die Kraft, das alles durchzustehen und plant sogar mit ihr die Flucht.

Mit Judith konnte ich hier mitfiebern, besonders da schon durch das Wissen aus der Gegenwart klar ist, dass irgendwas passiert sein muss!




"Zwischen uns ein ganzes Leben" ist ein Buch, das zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin- und herpendelt. Zentrale Frage der ganzen Geschichte ist, was damals, um 1940, mit Judith passiert ist. Jacobina, ihre Halbschwester, hat ihrem Vater am Sterbebett nämlich das Versprechen gegeben, nach Judith zu suchen - nur hat sie es bis an ihr Lebensende nicht getan ...

Mithilfe von Béatrice, die Jacobina hier zufällig kennenlernt, will sie endlich herausfinden, was damals mit Judith passiert ist. Nach und nach lernt der Leser dann auch Judith kennen und bekommt Einblicke in die Kriegszeit. Diese empfand ich als sehr atmosphärisch und fesselnd, teilweise hat es mich auch wieder einmal mitgenommen, zu was Menschen denn fähig sein können ...

Wie bei den meisten Büchern dieser Art empfand ich den Vergangenheitsstrang allerdings wieder deutlich stärker. Immer, wenn ich gemerkt habe, dass es mit der Gegenwart weiterging, war ich etwas enttäuscht, vor allem da ich mit Béatrice als Charakter nicht so recht warm wurde und es mir hier alles zu geradlinig und einfach verlief ... Auch der Zufall hat mir hier wieder eine zu große Rolle gespielt, was dazu geführt hat, dass sich das Buch für mich etwas gezogen hat!

Die Liebesgeschichte von Béatrice selbst war mir leider etwas zu kitschig und zu eindimensional, dafür konnte mich aber die zarte Liebe zwischen Judith und Christian vollkommen in den Bann ziehen. Das Ende hingegen, gerade auch um einen Bogen zur Gegenwart zu schlagen, hätte meiner Meinung nach noch ein Paukenschlag gebraucht ...

Dem Buch ist auf jeden Fall anzumerken, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt, was ich allerdings nicht als besonders störend empfand.Vieles verlief zwar recht einfach, dennoch war das Buch aber ein spannender Einblick in die Kriegszeit. Ein erschreckendes Beispiel, an dem wir uns orientieren sollten, um unsere Menschlichkeit nicht noch einmal zu verlieren ...




Auch wenn mir eine gewisse Tiefe in den Charakterzeichnungen gefehlt hat und die Geschichte doch recht geradlinig verlief, möchte ich sie an dieser Stelle doch empfehlen, denn für ein Debüt ist es äußerst gelungen! Der Vergangenheitsstrang rund um die Jüdin Judith hat mir gut gefallen, denn er gab hier einen erschreckenden Einblick in eine düstere Seite unserer Geschichte, die leider auch in anderen Ländern Wellen geschlagen hat ...


Dienstag, 4. September 2018

[Rezension] Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld - B. A. Paris

Titel: Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld 
Autor: B. A. Paris
Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 20. August 2018
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Es ist dunkel, ein Unwetter tobt und die junge Lehrerin Cass will so schnell wie möglich nach Hause. Als sie auf der verlassenen Landstraße ein parkendes Auto sieht, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie steigt nicht aus, um der Fahrerin Hilfe anzubieten. Sie fährt weiter. Am nächsten Tag erfährt sie, dass die Frau in ihrem Auto ermordet wurde. Und nicht nur das: Cass kannte das Opfer. Von Schuldgefühlen geplagt, fragt sie sich, ob sie die schreckliche Tat hätte verhindern können. Dann erhält sie plötzlich anonyme Anrufe – am anderen Ende nur bedrohliches Schweigen. Ist der Mörder jetzt auch hinter Cass her?"




"Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" war im vergangenen Jahr eins meiner Highlights im Thriller-Bereich. Kein Wunder also, dass ich auch das neue Buch der Autorin schon sehnlichst erwartet habe.

Wie in ihrem großen Debüt gibt die Autorin in "Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld" tiefe Einblicke in die Psyche ihrer Protagonistin. Sehr eindringlich beschreibt sie hier das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren - die Kontrolle über den eigenen Verstand.

Ich liebe den sehr eindringlichen Schreibstil von B. A. Paris, denn ich habe mich auch hier wieder so gefühlt, als wäre ich hautnah dabei, ja, als würde ich selbst den Verstand verlieren.




- Cass -

Cass ist eine sehr sympathische Frau, die eigentlich ein sehr zufriedenes Leben führt. Sie hat einen Mann, der sie liebt, einen guten Job. ein ruhig gelegenes Haus, ausreichend Geld und tolle Freunde. Alles ändert sich jedoch schlagartig, als sie nachts eine einsame Straße durch den Wald entlangfährt und im Regen eine Frau in einem anderen Auto sitzen sieht. Statt ihr zu Helfen, fährt sie aus Angst weiter und muss am früheren Morgen dann erfahren, dass die Frau ermordet wurde und zudem keine Unbekannte war.

Hier erleben wir nun mit, wie Cass sich selbst die Schuld gibt und sich selbst verliert. Urplötzlich gerät ihr Leben aus den Fugen, sie vergisst, dass sie Freunde eingeladen hat, bestellt ohne sich daran erinnern zu können Dinge und kann irgendwann auch die Geräte in ihrem Haus nicht bedienen. Leidet sie etwa wie ihre Mutter einst an Demenz?

Die Autorin lässt sich viel Zeit, dem Leser Cass näher zu bringen und ich hatte beim Lesen tatsächlich schreckliches Mitleid mit ihr. Ein tolles Stilmittel ist hier, dass die Autorin den Leser ebenso verwirrt, denn bei vielen Unterhaltungen, an die sich Cass scheinbar später nicht mehr erinnert, sind wir dabei und können so selbst nicht unterscheiden, ob Cass nun wirklich den Verstand verliert oder ob da doch etwas Anderes dahinter steckt!




Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin bereits im ersten Kapitel das große Unglück, das der Auslöser für die gesamte Geschichte sein soll. Her nimmt Cass die Abkürzung durch den Wald. Es regnet, es ist dunkel und Cass will eigentlich nur so schnell wie möglich nach Hause. In einer Haltebucht sieht sie plötzlich ein Auto in dem eine Frau sitzt. Sie hält kurz an, doch traut sich nicht, aus dem Auto zu steigen und fährt schließlich weiter ...

Am nächsten Morgen verändert sich das Leben von Cass schlagartig. Die Frau, die sie im Auto gesehen hat, wurde ermordet und es ist zudem jemand, den sie kannte. Urplötzlich geschehen auch in ihrem Umfeld unheimliche Dinge. So klingelt dauernd das Telefon, Sachen werden in ihren Haus umgestellt und sie hat das Gefühl, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Hier hatte ich beim Lesen tatsächlich des öfteren eine Gänsehaut, so gruselig fand ich die Atmosphäre, wenn Cass wieder einmal allein in ihrem Haus ausharren musste.

Die Geschichte entwickelt sich recht langsam, dafür bekommen wir aber einen tollen Einblick in die Gedankenwelt unserer Protagonistin, die hier nicht nur mit ihren Schuldgefühlen kämpfen muss, sondern auch mit ihrer Angst, den Verstand zu verlieren. Bald stellt sich hier nämlich heraus, dass Cass anfängt, Dinge zu vergessen. Ist daran nur der Stress Schuld? Oder steckt da mehr dahinter?

Ich fand das Buch durchwegs fesselnd, auch wenn der größte Teil der Handlung aus der zunehmenden Verwirrtheit der Protagonistin besteht. Dafür hat es B. A. Paris auch hier geschafft, dass ich mit Cass gelitten habe. Allerdings gibt es hier einen ganz großen Kritikpunkt: Die Auflösung ist eigentlich schon zu Beginn abzusehen. Ich muss hier ganz ehrlich sagen, dass ich das Ende bereits nach gut einem Drittel durchschaut habe, ich das Buch dennoch verschlungen habe, um zu wissen, ob ich denn wirklich richtig liege.

Das Ende weiß nicht direkt zu überraschen, aber schockiert hat es mich trotzdem. Mich hat es hier tatsächlich sehr mitgenommen, wie bösartig Menschen doch sein können. Genau wie bei "Saving Grace" geht es hier im Fokus auch eher darum, am Ende für Gerechtigkeit zu sorgen, ja, als Leser wollte ich nur eins: Das Buch mit dem Gefühl der Genugtuung zuschlagen!

"Breakdown" hat mich auch hier gut unterhalten, an das Debüt der Autorin reicht es allerdings nicht heran. Dafür besitzt das Buch leider zu wenig Überraschungen und macht sich auch zu sehr vom Zufall abhängig, was für mich leider immer ein Zeichen von Schwäche innerhalb der Story ist. Cass selbst findet die Wahrheit nämlich erst raus, als der Zufall ihr diese in die Hände spielt. Etwas mehr Eigeninitiative hätte der Protagonistin hier ganz gut getan ...




"Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist Schuld" reicht nicht direkt an das Debüt der Autorin heran, besitzt aber dennoch seine Stärken. Besonders die tiefen Einblicke in die Psyche unserer Protagonistin und die teilweise echt unheimliche Atmosphäre haben dafür gesorgt, dass ich das Buch förmlich verschlungen habe. Nur die Auflösung war leider von Anfang an klar, was natürlich das Ende abgeschwächt hat ...

Samstag, 1. September 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat August

Der August war für mich buchtechnisch wieder einmal ein sehr düsterer Monat. Neben der Leserunde zu "In einer kleinen Stadt" von Stephen King, die natürlich ein echtes Highlight war, gab es einige Thriller und Krimis, die mich mal mehr und mal weniger überzeugen konnten!

Insgesamt habe ich im August gar nicht einmal so viele Bücher geschafft, dafür waren aber wieder ein paar sehr tolle Werke dabei. Leider gab es aber auch ein paar Bücher, die mich nicht fesseln konnten und leider eins, das ich abbrechen musste. Ich bin aber dennoch zufrieden!

Ich habe 6 Bücher gelesen und 1 Buch abgebrochen.

- Thriller/Krimi -

Der Süße Wahn - Patricia Highsmith
Eiskalte Freundschaft - Ich werde nie vergessen - Laura Marshall (4 von 5)
Seelenspiel - Tarryn Fisher (3 von 5)

- Roman -

Ein feiner dunkler Riss - Joe R. Lansdale (4 von 5)
Vox - Christina Dalcher (2 von 5)

- Horrorroman -

In einer kleinen Stadt - Stephen King (5+ von 5)

- Abgebrochen -

Hinter verschlossener Tür - Marybeth Mayhew Whalen





Da es in diesem Monat für mich keinen weiblichen Lieblingscharakter gab, muss ich gleich zu
Cover © Heyne
meinem männlichen Lieblingscharakter kommen. Ich kann mich hier nicht so recht zwischen Leland Gaunt  und Alan Pangborn entscheiden. Beide stammen aus "In einer kleinen Stadt" von Stephen King. Während Leland Gaunt das Böse nach Castle Rock bringt, versucht Alan, der Sheriff, es zu bekämpfen. Ich fand beide Seiten interessant. Leland Gaunt als Bösewicht hat mir unfassbar gut gefallen, auf der anderen Seite habe ich natürlich auch mit Alan mitfiebern können. Bei diesem Buch stand ich tatsächlich zwischen den Stühlen!




Hier muss ich tatsächlich noch einmal "In einer kleinen Stadt" nennen. Leland Gaunt, der in Castle Rock sein Geschäft namens "Needful Things" eröffnet, verbreitet von Anfang an eine sehr gruselige Atmosphäre. Alles in seinem Laden hat seinen Preis und die Leute, sogar ein kleiner Junge, scheinen bereit, ihn zu bezahlen. Besonders geschockt zurückgelassen hat mir hier Brians Geschichte. Daran werde ich hier tatsächlich noch länger denken müssen!


Cover © Suhrkamp



Diesen hatte ich mit "Ein feiner dunkler Riss"von Joe R. Lansdale. Ich musste hier keine Tränen vergießen, aber die Diskriminierung und Unterdrückung der Menschen hat mich hier tatsächlich mitgenommen. Das Buch spielt in den 50er Jahren und der Rassismus andersfarbigen Menschen gegenüber war hier sehr gut spürbar. Es hat mich wieder einmal echt traurig gemacht, wie oberflächlich Menschen doch sein können ...


Cover © Diogenes


Diesen hatte ich auf jeden Fall mit "Der süße Wahn" von Patricia Highsmith. Ich konnte mit David, der hier um die Liebe einer Frau kämpft, gut verstehen. Es war faszinierend zu
sehen, in was für eine verzwickte Lage er gerät und wie schlussendlich das Lügennetz in sich zusammenfällt!


Cover © S. Fischer



"Vox"von Christina Dalcher war für mich eigentlich ein großer Flop. Dennoch muss ich die Grundidee an dieser Stelle loben, denn die Autorin spricht ein Thema an, das leider immer noch
aktuell ist: Die Unterdrückung der Frauen. Was, wenn es eine Welt gäbe, in der Frauen nur noch 100 Worte am Tag von sich geben dürfen? Wenn ihnen alles, wirklich alles, genommen wird?

Leider wird im Buch selbst die Botschaft nicht so recht herübergebracht. Das Buch beginnt mit diesem Gedankenspiel, setzt es allerdings nicht fort und verwandelt sich schließlich in einen simplen Wissenschaftsthriller mit einem echt lahmen Ende. Die Grundidee ist hier genial, die Umsetzung leider nicht ...

Und wie sah euer Lesemonat aus? Seid ihr zufrieden?