Samstag, 10. April 2021

[Rezension] Der gläserne Himmel - Petra Hammesfahr

 


Titel: Der gläserne Himmel

Autor:  Petra Hammesfahr
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1995
Anzahl der Seiten: 498
Cover und Inhalsangabe: © rowohlt

Begonnen: 08.03.2021
Beendet: 11.03.2021


"Christian ist Mitte dreißig und Lehrer, als er in das Dorf zurückkehrt, in dem er als Kind eine unbeschwerte Zeit verbrachte. Hier begegnet er Sina. Gebannt von ihrer Anziehungskraft macht er ihr bald einen Heiratsantrag. Doch wer ist diese rätselhafte junge Frau, die oft nicht sie selbst zu sein scheint? Und was bedeuten die Träume, in denen Sina blutüberströmt in einem Graben liegt? Christian stellt Nachforschungen an und erkennt, dass in diesem idyllischen Ort vor vielen Jahren ein schreckliches Verbrechen geschah ..."


Petra Hammesfahr gehört für mich schon lange zu den besten deutschen Schriftstellerinnen. Ihr Stil erinnert mich immer leicht an Patricia Highsmith und ich liebe es, das sie in ihren Geschichten nie durchblicken lässt, wohin denn alles führen wird. Zeitgleich ist sie eine wahre Meisterin darin, in die Abgründe der menschlichen Seele zu blicken.

In "Der gläserne Himmel" lernen wir erst einmal Chris kennen, der unbedingt Lehrer werden und in Kirchfelden arbeiten will, einem Ort, mit der er einige gute Erinnerungen verbindet, obwohl er nur ein einziges Mal dort war. Chris beginn schließlich, dort zu unterrichten, merkt jedoch schnell, dass es schwer ist, im Dorf Anschluss zu finden.

Das Dorfleben beschreibt Petra Hammesfahr hier sehr anschaulich. Jeder scheint über jeden informiert zu sein und die Machtverhältnisse sind klar geregelt. So gibt es eine Dorfprinzessin, die allen Männern den Kopf verdreht und alle Fäden in den Händen hält. Auch Chris verfällt Sina, doch dadurch kommen einige dunkle Geheimnisse ans Licht ...

"Der gläserne Himmel" unterscheidet sich deutlich von den anderen Werken von Petra Hammesfahr, die sich doch eindeutig dem Psychothriller-Genre zuordnen lassen. Doch auch in diesem Roman sind die Charaktere sehr vielschichtig und stecken gleichzeitig voller Rätsel. So ist Sina nur schwer zu durchschauen und agiert teilweise so, als würde sie sich selbst nicht kennen.

Unerwarteterweise schlägt das Buch schließlich eine fast schon spirituelle beziehungsweise übernatürliche Richtung ein, die sicherlich nicht jedem Leser gefallen wird. Die Autorin gibt kurz Einblick in ihrer Vorstellung von einem "gläsernen" Himmel, lässt den Leser aber viel Freiraum selbst zu entscheiden, was wahr sein könnte und was eben nicht. Das Ende selbst ist bitter, doch passend. Ein originelles, einzigartiges und sehr starkes Werk!


"Der gläserne Himmel" ist ein vielschichtiger Roman, der leicht ins Übernatürliche abdriftet und die Rätsel des Lebens anspricht. Ein starkes Werk!

Ich vergebe 5 von 5.


Donnerstag, 8. April 2021

[Rezension] Die Macht der Träne - Cornelia Harz


 Titel: Die Macht der Träne

Autor:  Cornelia Harz
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 1. August 2002
Anzahl der Seiten: 218
Cover und Inhalsangabe: © Cornelia Harz

Begonnen: 08.03.2021
Beendet: 10.03.2021


"Trotz ihrer Skepsis lässt sich Marlene auf eine ungewöhnliche Paartherapie ein: Ihr Mann soll wieder Mann sein dürfen, früher seien Männer glücklicher gewesen. Was als harmloses Rollenspiel beginnt, wird schnell tödlicher Ernst. Marlene weiß, dass auch sie in dieser Einöde sterben soll.

Aber warum glaubt ihr niemand? Hat sie alleine überhaupt eine Chance, ihrem Tod zu entkommen?"


Titel und auch Inhaltsangabe haben mich bei diesem Werk direkt angesprochen. Die Grundidee einer Paartherapie, die recht schnell außer Kontrolle gerät, fand ich spannend, doch leider hat sich beim Lesen dann doch recht schnell eine gewisse Frustration breitgemacht.

Die drei Paare selbst sind interessant, wenngleich sie von der Autorin doch mit recht typischen Problemen ausgestattet werden und ansonsten leider recht eindimensional wirken. So haben wir da einen Mann, der arbeitslos ist und trinkt, einen anderen der Extremsport macht und wiederum einen anderen, der zu viele Überstunden macht. In der Therapie, die ebenfalls von einem Paar angeboten wird, das sich nicht mehr allzu viel zu sagen hat, stehen nun die Männer im Fokus, die angeblich von ihren Frauen unterdrückt werden und zum alten Rollenbild zurückfinden sollen ...

Dirks Vorgehen bei dieser doch sehr speziellen Therapieform war für mich von Anfang an leider wenig glaubhaft, was in erster Linie daran lag, dass er den Männern förmlich mit dem Vorschlaghammer eintrichtert wie schwach sie durch ihre Frauen doch sind. Hier fehlte mir das nötige Feingefühl und auch einen sensiblen Umgang mit dem Thema der Gleichberechtigung. So wirken weder Dirk noch Noah wie echte Therapeuten.

Die Geschichte selbst ist leider auch sehr vorhersehbar und nach einem Viertel passiert bereits der erste Mord und der Täter ist bekannt. Von da an plätschert die Story nur so dahin und es passiert eigentlich nichts mehr Aufregendes. An Spannung fehlt es dann leider auch und von einem Psychothriller ist diese doch sehr einfache Story weit entfernt.

Eigentlich fand ich, wie anfangs erwähnt, die Grundidee gar nicht schlecht und auch die Aussage, dass Trauern wichtig und auch absolut nötig ist, hat mir gefallen. Auch am Schreibstil selbst hatte ich nichts auszusetzen. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht begeistern und ich war an vielen Punkten kurz davor, das Buch abzubrechen. Warum ich das nicht getan habe? Ich dachte tatsächlich, dass da noch irgendwas kommen muss - doch leider kam tatsächlich nichts mehr ...



"Die Macht der Träne" von Cornelia Harz klang vom Titel und vom Klappentext wirklich vielversprechend, doch leider war die Geschichte sehr vorhersehbar und so unspektakulär und oberflächlich, dass die Bezeichnung Psychothriller leider absolut nicht passt ...

Ich vergebe 2 von 5.


Dienstag, 6. April 2021

[Rezension] Still - Dirk Pope

 


Titel: Still

Autor:  Dirk Pope
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. August 2002
Anzahl der Seiten: 198
Cover und Inhalsangabe: © Carl Hanser Verlag

Begonnen: 04.03.2021
Beendet: 07.03.2021


 
"Mariella redet nicht, nicht mit der Mutter, dem Vater, nicht mit den Goldfischen, den Lehrern oder Mitschülern. Weil ihre Eltern sich getrennt haben. Weil niemand sie verstehen will. Und weil ohnehin zu viel geredet wird. Je lauter es um sie herum wird, desto leiser wird sie. Mariellas Stille eckt an und fordert heraus. Keiner darf einfach so anders sein. Zum Glück ist da Stan, der gehörlos ist und Mariella akzeptiert, so wie sie ist. Gemeinsam mit ihm findet Mariella eine eigene Sprache. Die Begegnung der beiden bestärkt sie darin, bei sich zu bleiben und schließlich ihre Stimme doch wieder zu erheben."


"Still " von Dirk Pope habe ich genau an meinem Geburtstag begonnen, da die Protagonistin Mariella mir hier aus der Seele spricht - und das, obwohl sie überhaupt nicht redet. Weder mit ihren Eltern, noch mit den Lehrern oder ihren Klassenkameraden, wodurch sie zur totalen Außenseiterin geworden ist. Sie hat weder Freunde, noch irgendjemanden, dem sie sich anvertrauen kann - bis sie Stan kennenlernt, der selbst gehörlos ist und deswegen ebenfalls nicht spricht.

Mich haben Mariellas Gedankengänge von der ersten Seite tief berührt, denn ich bin auch ein Mensch, der kaum Gefallen an Worte findet und der findet, dass die Menschen viel zu viel reden ohne wirklich etwas zu sagen. Früher, in meiner Schulzeitung war ich genau wie Mariella das Mäuschen, das nie etwas gesagt habe und ich habe mich damit wohl gefühlt - was leider innerhalb der Gesellschaft nicht akzeptiert wird.

In "Still" geht es um Ausgrenzung, ja, darum, dass die Gesellschaft mit "Andersartigkeiten" einfach nicht klar kommt. Ich mochte Mariella, die hier einfach nur ihr Ding durchzieht und sich überhaupt nicht ändern will. Es ist schön, dass sie schließlich in Stan auch jemanden findet, der sie versteht und sie ermutigt, so zu bleiben wie sie ist.

Mein einziger Kritikpunkt wäre tatsächlich die Länge dieses Romans. Auf nur 198 Seiten bleibt nicht viel Platz, alles zu beleuchten und vor allem, die Leute in Mariellas Umfeld auch zum Denken anzuregen. Beim Leser mag das mit Sicherheit funktionieren, doch ich hätte mir irgendwie interessant gefunden, wenn auch mal die Sichtweisen ihrer Mitschüler oder ihrer Eltern hervorgehoben worden wären. Auch die Tragik des Endes wirkt dann doch etwas abgeschwächt, denn eine gewisse Person, die zum Ende hin noch eine wichtige Rolle spielt, wurde doch leider viel zu kurz erwähnt ...

Ansonsten ist es aber ein Roman, den ich wirklich gerne gelesen habe und der ich in einer Zeit, in der dieses leider viel zu oberflächliche "Diversity"-Denken eingesetzt hat, auch mal leise Töne anschlägt und sehr sensibel aufzeigt, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind.


"Still" ist ein ruhiger Roman über ein Mädchen, das einfach nicht mehr sprechen will, aber auf ihre Weise dennoch kommuniziert. Sehr berührend, sensibel und ehrlich, nur leider viel zu kurz ...

Ich vergebe 4 von 5.


Sonntag, 4. April 2021

[Rezension] Wenn Schweigen tötet - John Marrs

 


Titel: Wenn Schweigen tötet

Autor:  John Marrs
Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2021
Anzahl der Seiten: 428
Cover und Inhalsangabe: © Edition M

Begonnen: 26.02.2021
Beendet: 04.03.2021


"Jeden zweiten Abend essen Maggie und Nina zusammen. Wenn sie fertig sind, bringt Nina Maggie zurück in ihr Zimmer im Dachgeschoss und legt sie in Ketten. Denn Maggie hat Dinge getan, die unverzeihlich sind, und jetzt bezahlt sie den Preis dafür.

Aber in der Vergangenheit gibt es vieles, was Nina nicht weiß, und Maggie wird dafür sorgen, dass es so bleibt – auch wenn es sie tötet. Denn in diesem Haus ist die Wahrheit gefährlicher als jede Lüge."


Von John Marrs habe ich bisher noch nichts gelesen und so war ich auf meinen allerersten Thriller hier sehr gespannt. Der Klappentext hatte mich bereits angesprochen, doch konnte mich noch nicht einmal annähernd auf diese wendungsreiche Geschichte vorbereiten.

In "Wenn Schweigen tötet" geht es um Nina, die ihre Mutter Maggie auf dem Dachboden gefangen hält und anscheinend für etwas, was in der Vergangenheit passiert ist, büßen lässt. Dabei erfahren wir aus den Sichten von Mutter und Tochter, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte und schnell wird deutlich, dass sich die Frage nach der Schuld nicht so einfach beantworten lässt.

Nach und nach deckt der Autor die Vorgeschichte der beiden Frauen auf. Dabei geht es zum einen um Ninas Jugend, zum anderen aber auch um Maggies spätere Gefangenschaft. So setzt John Marrs Puzzlestück für Puzzlestück zusammen und erschafft hier eine bitterböse Geschichte!

Mich hat dieser Thriller schon auf den ersten Seiten abgeholt und gefesselt, denn als Leser weiß man sehr lange nicht, wem man nun vertrauen soll. Das macht dieses Buch so spannend, dass man es unmöglich aus der Hand legen kann. Durch zahlreiche Wendungen und Überraschungen sorgt der Autor zudem, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig wird oder aber sich so einfach durchschauen lässt.

Ich habe schon lange nicht mehr einen solch intensiven Psychothriller gelesen, der mich an vielen Punkten schockiert und an einigen Stellen sogar echt sprachlos gemacht hat. Denn in "Wenn Schweigen tötet" ist doch alles anders, als es auf den ersten Blick scheint und das macht dieses Werk zu eine außergewöhnliche Lektüre, gerade in einem Genre, in dem schon fast alles dagewesen ist. Ich bin froh, diesen Autor endlich entdeckt zu haben und bin bereits auf weitere Bücher gespannt!



"Wenn Schweigen tötet" ist ein spannungsgeladener, schockierender und wendungsreicher Psychothriller, der mich echt sprachlos zurückgelassen hat. Ich hatte schon lange nicht mehr ein solch intensives Leseerlebnis!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


Freitag, 2. April 2021

[Rezension] Der Medicus von Saragossa - Noah Gordon

  


Titel: Der Medicus von Saragossa

Autor:  Noah Gordon
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 1. August 2002
Anzahl der Seiten: 497
Cover und Inhalsangabe: © Festa Extrem

Begonnen: 24.02.2021
Beendet: 08.03.2021


"Im Jahre 1492 hat die Inquisition Spanien fest im Griff. Per Edikt wird verkündet, dass alle Juden das Land zu verlassen hätten, und ein großer Exodus beginnt. Jona, der dreizehnjährige Sohn des jüdischen Silberschmiedes Helkias Toledano, steht nach der Ermordung seines Bruders Meir und dem Tod seines Vaters durch einen aufgebrachten Mob völlig allein da. Doch statt sich zum Christentum zu bekehren oder zu fliehen, beschließt er, zu seinem Glauben zu stehen und sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Für ihn beginnt eine abenteuerliche Odyssee kreuz und quer durch Spanien. Drei Jahre und zahllose Abenteuer später, im Sommer 1495, ist Jona zu einem kräftigen jungen Mann herangewachsen, der gelernt hat zu überleben und sich dennoch nichts sehnlicher wünscht, als zur Ruhe zu kommen. In Granada begegnet er endlich wieder Glaubensgenossen: der Familie des Seidenhändlers Saadi, die immer noch heimlich ihre Religion praktiziert. Jonas Liebe zu Inés, Saadis schöner Tochter, muss dennoch unerfüllt bleiben. Ein Schiff bringt Jona nach Gibraltar, wo er als Lehrling bei dem Waffenschmied Fierro unterkommt. Fierro muss schließlich selbst vor der Inquisition fliehen und bittet den jungen Mann, ihn zu seinem Bruder Nuno, einem alten Medicus, nach Saragossa zu begleiten. Als der Waffenschmied heimtückisch ermordet wird, beschließt Jona, dennoch seinen Weg nach Norden fortzusetzen. In Saragossa angekommen, entscheidet die Begegnung mit Nuno Jonas Schicksal, denn er spürt sofort, dass in der Heilkunst seine wahre Berufung liegt ..."


Ich habe mir schon lange vorgenommen, einmal ein Buch von Noah Gordon auszuprobieren. "Der Medicus" war ein Roman, den ich oft in öffentlichen Bücherschränken gesehen, aber nie mitgenommen habe, da ich doch lieber mit einem weniger bekannten Werk beginnen wollte. So stieß ich auf "Der Medicus von Saragossa" und besonders die Geschichte der spanischen Inquisition hat mich hier angesprochen.

Zu Beginn des Geschehens erfahren wir erst einmal, dass der Sohn eines jüdischen Silberschmieds beim Überbringen einer Reliquie ums Leben kam. Dieser sonderbare Raubmord wird einem ebenfalls jüdischen Arzt übergeben, der sich einfach einmal umhören soll - dann aber verschwindet. Auch Jona, der Bruder des Getöteten, erkennt plötzlich, dass seine Heimat sich verändert. Juden sollen entweder zum Christentum konvertieren oder aber verschwinden. So wird Jonas Vater kurz vor der gemeinsamen Flucht getötet und Jona muss allein versuchen, am Leben zu bleiben und dabei seinen Glauben nicht komplett aufzugeben.

Jona reist nun also umher und kommt kurzzeitig bei verschiedenen Leuten unter und findet verschiedene Anstellungen, doch er reist schließlich immer weiter, weil es nirgends einen Ort zu geben scheint, an dem er seinen Glauben ausleben darf. Jonas Geschichte ist auf jeden Fall sehr fesselnd und durch sein ständiges Herumreisen gibt es immer wieder neue Leute und Orte kennenzulernen. Außerdem wird Jona langsam erwachsen und es macht Spaß mitzuerleben, wie er sich zu einem echten Mann entwickelt. Die Heilkunst selbst entdeckt er allerdings erst reichlich spät, wodurch die wirklich interessanten Einblicke in das Leben eines Medicus doch recht kurz ausfallen.

Interessant war dieser Roman auf jeden Fall, dennoch habe ich aber fast zwei Wochen zum Lesen gebraucht, was für mich schon recht viel war. Die Geschichte hat sich gut lesen lassen und beinhaltet dabei auch noch viele interessante historische Fakten ohne dabei zu überladen zu wirken, doch dennoch hat mir irgendwas beim Lesen gefehlt. Trotz der vielen Gefahren war die Story für mich nicht unbedingt fesselnd oder spannend und so konnte ich das Buch recht oft einfach aus der Hand legen. Dennoch bereue ich das Lesen nicht und werde mir sicherlich noch einmal andere Bücher des Autors ansehen.

 

"Der Medicus von Saragossa" beschreibt die vielen kleinen Abenteuer des Waisenjungen Jona, der einfach nur am Leben bleiben und seinen Glauben nicht verlieren will. Ein interessanter historischer Roman, der mir stellenweise aber nicht fesselnd genug war!

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 30. März 2021

[Rezension] Verity - Colleen Hoover

 


Titel: Verity

Autor:  Colleen Hoover
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 13 März 2020
Anzahl der Seiten: 368
Cover und Inhalsangabe: © dtc

Begonnen: 23.02.2021
Beendet: 25.02.2021


"Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf denTod ihrer beiden Töchter folgte, nicht mehr ansprechbar und ein dauerhafter Pflegefall.
Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und darin offenbart sich Lowen Schreckliches ..."

Ich habe nun schon einige Liebesromane von Colleen Hoover gelesen und als nun zu "Verity" griff, habe ich wohl erwartet, eine ähnliche, emotionale Geschichte erwartet. Allerdings schlägt dieses Buch doch eine ganz andere und teilweise auch sehr düstere Richtung ein.

Lowen ist eine recht introvertierte Schriftstellerin, die keine Lesungen gibt und sich aus der Öffentlichkeit heraushält. Sie soll für eine sehr berühmte Thrillerautorin, die nach einem Unfall ein Pflegefall ist, eine sehr erfolgreiche Reihe fortsetzen.

So kommt Lowen schließlich zu Jeremy, der sich aufopferungsvoll um seine Frau Verity kümmert und findet schließlich ein Manuskript, das viele dunkle Schatten offenbart, die schon lange über der Familie kreisen. Jeremy hat nämlich bereits seine zwei Töchter verloren.

Da ich selbst ein sehr introvertierter Schreiberling bin, konnte ich mich mit Lowen gut identifizieren. Ich mochte es, dass sie teilweise doch sehr unsicher, denn dadurch ist sie das komplette Gegenteil von Verity, die es vor ihrem Unfall geliebt hat, im Mittelpunkt zu stehen.

Ich war überrascht, dass sich dieses Buch recht schnell als echter Thriller und auch Pageturner entpuppt hat. Die Geschichte besitzt einige doch sehr düstere und schockierende Momente, die mich teilweise etwas an V. C. Andrews erinnert haben. So musste ich, gerade bei Veritys Manuskript echt oft schlucken.

Es fiel mir schwer, das Buch zur Seite zu legen, denn es ist wirklich unfassbar spannend. Im Haus passieren so einige seltsame Dinge, während Jeremy und Lowen sich näher kommen und zeitgleich das Manuskript offenbart wird. Es gibt einige doch sehr intensive Sexszenen, die es für mich persönlich zwar nicht gebraucht hätte, die aber doch zur Härte der Geschichte passen.

"Verity" ist ganz anders als die anderen Bücher der Autorin, aber genau das hat mich hier so sehr überrascht, denn diese Geschichte ist so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte. Mit dem Ende hat die Autorin mich dann tatsächlich noch einmal gekillt. Ich brauchte tatsächlich ein paar Tage, um damit fertig zu werden. Ein wirklich grandioses Werk!


"Verity" ist eher ein Thriller als ein Liebesroman und besitzt eine sehr düstere Geschichte, die an vielen Stellen zu schockieren weiß. Ich hoffe auf mehr Bücher dieser Art aus der Feder von Colleen Hoover, denn dieses war für mich ein echtes Highlight!



Ich vergebe 5 von 5 mit einem Exratropfen!

Sonntag, 28. März 2021

[Rezension] Im Morgengrauen - Stephen King


Titel:
 
Im Morgengrauen

Autor:  Stephen King
Genre: Horror, Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1985
Anzahl der Seiten: 288
Cover und Inhalsangabe: ©  Heyne

Begonnen: 22.01.2021
Beendet: 24.01.2021


Folgende Kurzgeschichten:
"Der Mann, der niemandem die Hand geben wollte"
"Achtung – Tiger!"
"Omi"
"Morgenlieferungen"
"Der Nebel"

Wieder einmal hatte ich das Glück, einen Kurzgeschichtenband von Stephen King aus einem öffentlichen Bücherschrank zu fischen. Es waren allesamt Geschichten, die ich bisher noch noch nicht kannte und die ich daher regelrecht verschlungen habe.

In "Der Mann, der niemanden die Hand geben wollte" treffen sich wieder einmal ein paar Männer, um sich gruselige Geschichten zu erzählen. Dieses Mal geht es um Bower, der gerade aus Bombay zurückgekehrt ist und sich recht sonderbar verhält. Er will niemanden die Hand geben ... Bei einem Pokerspiel lässt sich jedoch jemand dazu hinreißen - mit fatalen Folgen. Ich empfand diese Geschichte als guten Einstieg, auch wenn sie ohne die typischen Horror- und Gruselelemente auskommt.

"Achtung - Tiger!" ist eine relativ kurze, schräge und auch witzige Geschichte, die mich mal wieder daran erinnert hat, dass ich selbst große Angst vor öffentlichen Toiletten habe. In dieser Story muss Charles mitten im Unterricht dringend pinkeln - nur leider wird das Klo anscheinend von einem Tiger bewacht. Recht kurz, aber dennoch irgendwie amüsant.

Großmütter können ganz schön gruselig sein, vor allem, wenn man ganz allein mit seiner gruseligen Oma daheim ist und diese dann auch noch so aussieht, als wäre sie tot ... Beim Lesen von "Omi" liefen mir einige Schauer über den Rücken und das bitterböse Ende hat mir unfassbar gut gefallen. Für mich ein großes Highlight!

Mit nur sieben Seiten ist "Morgenlieferung" die kürzeste Geschichte in diesem Buch und ist wohl nur ein Buchanfang, den King nie weiter verfolgt hat. Schade, denn ich fand den morgendlichen Rundgang eines Milchlieferanten sehr fesselnd!

Die längste und wohl auch bekannteste Geschichte in dieser Sammlung ist sicherlich "Der Nebel". Nach einem sonderbaren Sturm fährt David mit seinem Sohn und seinen Nachbarn zum Supermarkt, wird dort aber von einem mörderischen Neben überrascht. Ich empfand diese Geschichte als sehr unterhaltsam, spannend und unheimlich. Neben "Omi" mein absolutes Highlight in diesem Kurzgeschichtenband!


"Im Morgengrauen" vereint Stephen King fünf doch sehr unterschiedliche Kurzgeschichten, die allesamt seinen einzigartigen Stil widerspiegeln. Mit "Der Nebel" und "Omi" habe ich hier auch endlich wieder ein paar echte Highlights aus der Feder von Stephen King entdecken dürfen!

Ich vergebe 5 von 5.