Samstag, 11. Juli 2020

[Rezension] Bärenblues (Hap & Leonard, Band 3) - Joe R. Lansdale

Titel: Bärenblues (Hap & Leonard, Band 3)
Autor:  Joe R. Lansdale
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 30. November 2016
Anzahl der Seiten: 275
Cover und Inhalsangabe: © Golkonda Verlag


Begonnen: 15.06.2019
Beendet: 18.06.2019





"Haps frühere Flamme, Florida Grange, hat im Provinzkaff Grovetown nach den unveröffentlichten Tonbändern einer schwarzen Blues-Legende gesucht. Dabei kam sie womöglich einem Lynchmord auf die Spur und dem örtlichen Kapuzenklan in die Quere. Also machen sich Hap und Leonard nun auf die Suche nach ihr."

Die "Hap & Leonard"-Reihe habe ich im letzten Jahr mit meinen Bloggermädels begonnen, doch aufgrund meiner doch etwas schwierigen und alles andere als normalen Lebenssituation dann leider pausieren müssen. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich mittlerweile total auf "Lansdale-Entzug" bin und ich besonders seinen schwarzen Humor und seine knallharten Dialoge vermisst habe.

"Bärenblues" ist hierbei der dritte Band der Reihe, die sich mit dem doch recht ungleichen Zweiergespann Hap und Leonard beschäftigt. In diesem Teil geht es auf die Suche nach Florida, die Haps Exfreund und Marvin Hansons aktuelle Partnerin ist. So reisen sie nach Grovetown und werden dort natürlich wieder einmal mit dem Thema "Rassismus" konfrontiert.

Dabei gibt es als grobe Rahmenhandlung hier Floridas rätselhaftes Verschwinden, die in das kleine Städtchen gereist ist, um mehr über einen sonderbaren Selbstmord zu erfahren. Florida habe ich als Leser schon in den vorherigen Teil ins Herz geschlossen und wollte daher unbedingt wissen, was mit ihr passiert ist..

Grovetown ist hier eine, für die damalige Zeit, recht typische Kleinstadt, in der ganz eigene Gesetze zu gelten scheinen. Unsere beiden Helden geraten hier natürlich prompt in eine Auseinandersetzung mit den Einheimischen und dabei geht es natürlich wieder einmal knallhart zur Sache!

Lansdales genialer Humor ist natürlich auch hier wieder das, was die Geschichte vorantreibt. Die Dialoge sind bissig, hart und sicher nicht für Jedermann geeignet. Aber genau das liebe ich an Joe R. Lansdale. Er zieht hier einfach sein Ding durch und bleibt sich treu.

Auch "Bärenblues" hat mich wieder gut unterhalten und zum Lachen gebracht, auch wenn ich doch anmerken muss, dass gerade im Mittelteil ein paar Längen vorhanden waren und das Ende selbst mich nicht direkt vom Hocker reißen konnte. Auf überraschende Wendungen oder kluge Zusammenhänge hat Lansdale allerdings noch nie großen Wert gelesen, dafür setzt er alles auf einen schonungslosen Handlungsverlauf, in dem er all seine Charaktere leiden lässt. Für Fans des Autors ist dieser Band definitiv ein Muss!



Ein brennendes Nachbarhaus an Weihnachten, ein Chihuahua, der zu lange im Ofen getrocknet wurde und Bären, die ihrem Geschlechtstrieb nachgehen. Die Haupthandlung ist auch in diesem Teil wieder überschaubar, aber durch den tiefschwarzen Humor, den bissigen Dialogen und den einzigartigen Charakteren, die auch hier wieder jede Menge einstecken müssen, ist "Bärenblues" ein echt schräges Abenteuer!


Mittwoch, 8. Juli 2020

[Rezension] About a Boy - Nick Hornby

Titel: About a Boy
Autor:  Nick Hornby
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Juni 2012
Anzahl der Seiten: 428
Cover und Inhaltsangabe: © Kiepenheuer & Witsch


Begonnen: 15.06.2020
Beendet: 17.06.2020





"Will ist 36, durch eine Erbschaft finanziell unabhängig und lebt in London ein eigentlich ruhiges, gemütliches Leben - bis er eines Tages den zwölfjährigen Marcus (und seine frischgeschiedene Mutter) kennenlernt. Schnell werden der trendbewußte und Fußball-begeisterte Womanizer und der Junge, der so uncool ist, daß seine Mitschüler ihn links liegen lassen, dicke Freunde, und irgendwann lernt das ungleiche Paar - der Jüngere steckt noch nicht ganz in der Pubertät, der Ältere scheint sie immer noch nicht hinter sich gelassen zu haben - gemeinsam, was es heißt, erwachsen zu werden..."



Vor vielen Jahren habe ich bereits "A long way down" von Nick Hornby gelesen und der bissige, schonungslose und natürlich sehr humorvolle Stil hat sich bis heute in mein Gedächtnis gebrannt. Nun habe ich Hornbys wohl bekanntesten Roman im Bücherschrank entdeckt und darin mal wieder einen kleinen Schatz gefunden.

Neben dem genialen Humor, der mich beim Lesen oft laut loslachen ließ, schlägt der Roman auch ein paar sehr ernste und melancholische Töne an. Wir haben hier den zwölfjährigen Marcus, der mit seiner depressiven Mutter zusammenlebt und schließlich auch noch mit ansehen muss, wie diese versucht, sich das Leben zu nehmen.

Marcus war für mich ein sehr faszinierender Charakter. Obwohl er noch ein Kind/Jugendlicher ist, wirkt er sehr reif in gewissen Denkweisen. Dem gegenüber steht allerdings seine doch recht naive, unbeholfene Art, die ihn zu einem Charakter macht, den man einfach lieben muss.

Im Verlauf der Geschichte trifft Marcus hier auf Will, der bereits 36 Jahre ist, und in seinem Leben bisher nichts Besonderes geleistet hat. Er lebt von den Tantiemen eines Songs, den sein Vater im Jahr 1938 geschrieben hat und er selbst abgrundtief hasst. Will besitzt deutlich zu viel Freizeit und kommt schließlich auf die "geniale" Idee, einer Gruppe "Alleinerziehender" beizutreten - nur gibt es da ein Problem: Er hat überhaupt kein Kind. Mit Will zusammen erlebt der Leser hier einige sehr skurrile Momente ...

Wer nun wirklich der "Boy", also der "Junge" in dieser Geschichte ist, bleibt unklar, denn an Will zeigt sich, dass "Erwachsen werden" nicht bedeutet, seine eigene Kindheit aufzugeben. Will selbst ist zu Beginn ein sehr oberflächlicher Mann, der Probleme von sich fernhält und immer in den Tag hineinlebt. Durch Marcus, der in ihm schnell einen Freund und vielleicht sogar eine Art Vaterersatz sieht, lernt er, was es heißt, gebraucht zu werden.

Auch Mobbing spielt in diesem Roman eine zentrale Rolle. Marcus ist an seiner Schule ein Außenseiter und lernt erst, als er die rebellierende Ellie trifft, dass es nicht darauf ankommt, sich anzupassen, sondern Menschen zu finden, die einen so akzeptieren, wie man ist.

Nick Hornby hat mit "About a Boy" einen sehr vielschichtigen Roman geschaffen, der viele ernste Themen mit einem grandiosen Humor verbindet. Mich hat dieses Buch berührt, zum Nachdenken angeregt, zum Lachen gebracht und am Ende habe ich es mit einem wohligen Gefühl in der Brust zuschlagen können.



Wenn man auf der letzten Seite eines Buches bereits anfängt, die Charaktere zu vermissen, weiß man einfach, dass man gerade mal wieder ein echtes Highlight beendet hat. Es ist ein Buch, das
verschiedene Arten des "Erwachsen werdens" aufzeigt und zeitgleich auf angenehme Art verdeutlicht, wie schön unperfekt das Leben doch oft ist!



Samstag, 4. Juli 2020

[Rezension] Der Schützling - Patrick Redmond

Titel: Der Schützling
Autor:  Patrick Redmond
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2002
Anzahl der Seiten: 428
Cover und Inhaltsangabe: © Knaur


Begonnen: 09.06.2020
Beendet: 15.06.2020



"Michael, Heim- und Waisenkind, nach dem Studium an der Eliteuniversität erfolgreicher Junganwalt, ist liiert mit Rebecca, seiner Traumfrau. Alles scheint zu stimmen - wäre da nicht ein Kindheitstrauma, die Sehnsucht nach Liebe, Vertrauen, Beschützt werden. Genau diese Lücke erkennt und schließt Max, der vermeintlich väterliche Freund. "Jemand, der ausschließlich und allein für ihn da war." Max ist vereinnahmend, besitzt Geld und Macht, verfügt über "hochkarätige Beziehungen", hält geheimnisvolle Triumphe in der Hand und akzeptiert "kein NEIN als Antwort". Er sagt: "Wenn ich jemanden liebe, dann will ich ihn kontrollieren. Ihn zu einem Gefangenen machen, der nicht entkommen kann." Es sind jene im doppelten Sinne fesselnden Machenschaften eines Mannes, die Michael und sein Umfeld immer weiter in ein Netz aus subtilem Machtspiel, ahnungsloser Hörigkeit und persönlicher Besitzergreifung verspinnen."




"Das Wunschspiel von Patrick Redmond hat mich vor ein paar Jahren so sehr begeistert, dass ich noch immer gerne an die sehr intensive Geschichte zurückdenke. Nun bin ich froh, ein weiteres von Redmonds Büchern im Bücherschrank entdeckt zu haben-

"Der Schützling" ist ähnlich wie "Der Schützling" ein psychologischer Roman, der sich auf seine vielschichtigen Charaktere fokussiert. Zu Beginn der Geschichte erfahren wir erst einmal, dass unser Protagonist Michael keine allzu tolle Kindheit hatte. Er hat viele Jahre im Waisenhaus leben müssen und echte Liebe daher nie gespürt.

Dann trifft er jedoch Rebecca und die Beziehung wird für Michael zu einem Rettungsanker. Sie ist es, die ihn davon hindert abzudriften und ihn gleichzeitig bei all den kleinen und großen Problemen des Alltags zur Seite steht.

Auch im Erwachsenenalter hat Michael es nämlich nicht gerade leicht. Zum einen sind da seine Schwiegereltern, die ihn absolut nicht leiden können und zum anderen sind es Probleme auf der Arbeit. Michael hat früh gelernt, wie hart ein einziger Fehler betraft werden kann.

Als Michael und Rebecca ihren neuen Vermieter kennenlernen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Max ist erfolgreich, steinreich und charmant - und das, obwohl er wie Michael einst im Waisenhaus leben musste.

Max war für mich ein sehr interessanter und lange Zeit auch sehr schwer einschätzbarer Charakter, was seine genaue Motivation angeht. Ist das, was er tut nur ein Machtspiel? Oder will er wirklich Michaels Freund oder sogar ein Vaterersatz für ihn sein?

"Der Schützling" ist ein Werk, in dem es um verzweifelte Beziehungen, Kontrolle und den Wunsch nach einem perfekten, ja, "maßgeschneiderten" Leben geht. Sehr intensiv wird hier die Abhängigkeit von Michael geschildert, der irgendwann nur noch wie eine Marionette agiert. Natürlich spitzt sich die Situation hier immer weiter zu und endet in einen bitterbösen Showdown, der sich wie ein Thriller liest.

Die unterschwellige Spannung war für mich kaum auszuhalten. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und auf jeder Seite erwartet, dass die "Max-Bombe" jeden Moment hochgehen wird. Das Ende hat mich hier wirklich mitgenommen und nach dem Zuschlagen hatte ich eine ungemeine Wut im Bauch. Mit "Der Schützling" hat Patrick Redmond mich wieder einmal daran erinnert, was für ein großartiger Autor er ist!




"Der Schützling" hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen und tief in ein erschreckendes und dennoch faszinierendes "Psychospielchen" gezogen. Teilweise hatte ich selbst das Gefühl, von Max manipuliert zu werden. Ein toller, psychologischer Roman!


Mittwoch, 1. Juli 2020

[Rezension] Die Berufene - M. R. Carey

Titel: Die Berufene
Autor:  M. R. Carey
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2014
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe: © Knaur


Begonnen: 07.06.2020
Beendet: 10.06.2020



"Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein Parasit hat einen Großteil der Bevölkerung in menschenfressende Zombies verwandelt. Auf einer Militärbasis erforschen Wissenschaftler an infizierten Kindern, die trotz des Befalls noch logisch denken und ihr Verhalten kontrollieren können, den Verlauf der Infektion. Eines von ihnen ist Melanie, die Intelligenteste von allen. Kurz bevor auch sie auf dem Seziertisch landen kann, wird die Basis von einer Meute hungriger Infizierter angegriffen. Nur eine kleine Gruppe aus Soldaten und Wissenschaftlern überlebt. Verzweifelt kämpfen sie gemeinsam mit Melanie gegen die Infizierten – und gegeneinander. Denn auch wenn Melanie sich gegen ihre Instinkte wehrt, macht ihr Hunger sie sehr, sehr gefährlich …"



„Die Berufene“ von M. R. Carey beginnt sehr geheimnisvoll. Wir lernen Melanie kennen, die, wie andere Kinder, in einer Einzelzelle sitzt und an einen Rollstuhl gefesselt zum Unterricht gefahren wird.

Schnell bekommen wir zu spüren, dass Melanie sich zwar für ein normales Kind hält, aber keines ist. Sie wird sehr menschlich, wissbegierig und gutmütig dargestellt, weswegen ich sie schnell in mein Herz geschlossen habe. Grausam ist hier auf jeden Fall, wie Melanie und auch die anderen gefangenen Kinder behandelt werden. Sie werden zum Beispiel mit Chemikalien gereinigt und bekommen Maden zu essen.

Das erste Drittel des Romans, der die Gefangenschaft Melanies durchleuchtet, empfand ich hier als sehr intensiv und die Beziehung von Melanie zu ihrer Lehrerin Miss Justineau sehr gut dargestellt. Sehr kritisch stellt sich hier auch die Frage, was genau einen Menschen nun zu einem Menschen macht.

Aus mehreren Blickwinkeln erfahren wir schließlich, was mit der Welt passiert ist. Interessant ist hier auf jeden Fall die Geschichte des Parasiten, wenngleich sich der Roman, nach dem tollen Anfang, dann doch in eine recht typische „Zombie/Endzeit“-Geschichte verwandelt und daher nur noch an wenigen Punkten zu überraschen weiß.

Mit dem „Ausbruch“ aus dem Gefängnis eskaliert schließlich die ganze Situation und es geht um Leben und Tod. Die anfängliche subtile Spannung wird von ein paar knackigen Actionszenen abgelöst. Denn natürlich gibt es auch in dieser Welt infizierte, die „Hungernde“ genannt werden. Hier macht es sich der Autor recht leicht und bedient sich den gängigen Elementen aus dem „Zombie“-Bereich.

Dennoch weiß „Die Berufene“ aber zu fesseln, was in erster Linie sicher an den interessanten Charakteren liegt. Erst war ich über die „Wandlung“ des Romans doch etwas enttäuscht, aber letztendlich muss ich doch sagen, dass mich Melanies Geschichte gut unterhalten hat. Sie muss hier mit ihrer Lehrerin, dem Militär und einer Ärztin nicht nur gegen den Pilz und ihre Triebe ankämpfen, sondern auch um ein Stück Menschlichkeit!




Der intensive und geheimnisvolle Anfang rund um die eingesperrten Kinder schafft zu Beginn eine tolle Atmosphäre, die sich allerdings recht schnell wandelt und einen recht typischen, aber dennoch fesselnden „Zombie“-Roman offenbart, der durch die interessanten Charaktere aber dennoch zu unterhalten weiß!

Sonntag, 28. Juni 2020

[Rezension] Wenn die Dunkelheit kommt - Dean Koontz

Titel: Wenn die Dunkelheit kommt
Autor:  Dean Koontz
Genre: Roman, Horrorroman
Erscheinungsdatum: 1991
Anzahl der Seiten: 314
Cover und Inhaltsangabe: © Heyne


Begonnen: 05.06.2020
Beendet: 08.06.2020



"Baba Lavelle ist ein Fremder in New York. Seine Domäne ist die Nacht, sein ständiger Begleiter der Tod. Er gebietet über die dunklen Kräfte des Voodoo. Grausam und entschlossen macht er sich an seine Aufgabe."



Bei Dean Koontz weiß ich nie, ob mich bei seinen Werken ein wahres Highlight oder aber das komplette Gegenteil erwartet. Er ist tatsächlich ein Autor, bei dem die Qualität doch sehr stark schwankt, sodass ich auch bei „Wenn die Dunkelheit kommt“ nicht wusste, was mich erwarten wird.

Leider muss ich sagen, dass dieses Werk für mich mal wieder eher in die Kategorie „Massenware“ fällt. Dabei ist die Grundidee hier gar nicht einmal so schlecht, wäre da nicht die doch recht lahme Police-Love-Story und eine ewig andauernde Verfolgungsjagd, die mich leider kaum fesseln konnte.

Das Voodoo-Thema, das der Klappentext hier schon andeutet, ist interessant, wurde für mich aber zu oberflächlich in die Handlung eingebaut. So gibt es zwar Polizeiarbeit, aber keine echten Ermittlungen, da recht schnell feststeht, was sich denn nun hinter den Morden innerhalb des Drogenmilieus verbirgt. So steht auch für Jack Dawson, unseren Polizisten und Protagonisten, schnell fest, dass ein gewisser Lavelle dahintersteckt, der sich der schwarzen Voodoo-Magie verschrieben hat.

So beginnt die Jagd nach dem Voodoo-Priester, der es auf Jacks Kinder abgesehen hat. Dabei wird auch ein kleiner Teil der Geschichte aus der Sicht von Jacks Tochter Penny erzählt. Diese Abschnitte waren für mich die fesselndsten und auch unheimlichsten. Im Gegensatz zum restlichen Roman gab es hier eine tolle Atmosphäre und auch eine leicht unheimliche Grundstimmung.

Beim Lesen war bei mir recht schnell die Luft raus, vor allem da ich die Liebesgeschichte vollkommen deplatziert und auch störend fand, während die Verfolgungsjagd mir einfach zu lang und actionlastig war. Am Ende musste ich auch die Augen verdrehen, als es mal wieder um den Kampf „Gut vs. Böse“ ging und alles doch recht schnell aufgelöst wird …




Das Voodoo-Thema fand ich ansprechend, doch leider war „Wenn die Dunkelheit kommt“ doch ein recht lahmer „Horror“-Roman, bei dem für mich nur in den
Abschnitten aus der Kindersicht etwas Atmosphäre aufkam … Die Story an sich, besonders diese unnötige Liebesgeschichte, ist leider echt lahm …

Donnerstag, 25. Juni 2020

[Rezension] Mörderhaus - Vanessa Savage

Titel: Mörderhaus
Autor:  Vanessa Savage
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2019
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe: © Knaur


Begonnen: 31.05.2020
Beendet: 05.06.2020



"Heimelig und malerisch gelegen oben auf den Klippen an der Küste von Wales: So hat Patrick seiner Frau Sarah und den beiden Kindern das Haus beschrieben, in dem er aufgewachsen ist. Und das er nun für sie alle gekauft hat, damit sie wieder glücklich werden können. Das Haus stand jahrelang leer – seit dort ein Mann seine Familie ermordet hat. Es ist feucht, kalt und baufällig. Das ist jedoch längst nicht das Schlimmste: Der Mörder von damals wurde gerade entlassen, jemand scheint nachts ums Haus zu schleichen. Und dann verändert sich Patrick auf unheimliche Weise ..."




"Mörderhaus" von Vanessa Savage bedient sich einem altbekannten Ausgangsplot. Wir haben hier eine Familie, die in ein unheimliches Haus zieht und dort von ihren Problemen, die sich schon viel zu lange angestaut haben, überrollt wird.

In dem besagten Haus wurde vor vielen Jahren eine Familie getötet, der Mörder zwar geschnappt, aber es ist weiterhin unklar, was damals nun wirklich passiert ist. Sarah hat von Anfang an ein schlechtes Gefühl, was das Haus betrifft, kann ihren Mann aber nicht davon abbringen, es zu kaufen - mit ihrem geerbten Geld, das sie eigentlich für eine Weltreise nutzen wollte

Patrick ist sehr auf das Haus fixiert und schon kurz nach dem Einzug offenbart sich eine dunkle Seite an ihm. "Mörderhaus" zeigt hier auf, dass es viele Arten von Misshandlungen gibt. So entpuppt sich Patrick hier schnell als echtes Monster. Er behandelt seine Frau und auch seine Kinder leider alles andere als liebevoll.

Ich mag zerbrochene Charaktere in Büchern sehr gerne. So leidet Sarah hier in dieser Geschichte an Depressionen und wird fast schon als unmündig, beziehungsweise unfähig, eigene Entscheidungen zu treffen, dargestellt. Es war hier auf jeden Fall faszinierend zu sehen, wie Sarah langsam aus ihrer Starre erwacht und erkennt, dass sie eine eigenständige Person ist ...

Durch die Vorgeschichte rund um den Mord, gibt es zudem eine gewisse gruselige Grundstimmung, die für meinen Geschmack allerdings noch intensiver hätte sein können. So hätte ich gerne noch mehr über die Familie, die dort einst gelebt hat, aber auch über Patricks Vergangenheit erfahren.

Mich hat "Mörderhaus" gut unterhalten und das Ende mit der kleinen "Wende/Überraschung" hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir einiges schon zusammenreimen konnte. Allerdings muss ich hier sagen, dass auf mich die letzten 50 bis 100 Seiten zu überladen gewirkt haben. Alle beteiligten Personen breiten erst mal bereitwillig ihre Lebensgeschichte aus, obwohl es hier eigentlich um Leben und Tod gehen sollte ... Dennoch halte ich "Mörderhaus" aber für einen guten und lesenswerten Psychothriller!



"Mörderhaus" ist ein unterhaltsamer Psychothriller über eine Familie, die in ein unheimliches Haus zieht und dort von ihren Problemen und der Vergangenheit überrollt wird. Von der Grundidee sicher nichts Neues, aber dennoch interessant umgesetzt ... 

Montag, 22. Juni 2020

[Rezension] Dark Love - Dich darf ich nicht finden (Band 2) - Estelle Maskame

Titel: Dark Love - Dich darf ich nicht finden
Autor:  Estelle Maskame
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2016
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe: © Heyne


Begonnen: 29.05.2020
Beendet: 31.05.2020



"Vor genau dreihundertneunundfünzig Tagen hat Eden ihn zuletzt gesehen – ihren Stiefbruder Tyler. Den Jungen, den sie heimlich liebt. Den sie aber eigentlich nicht lieben darf, weil ihre Familie strikt dagegen ist. Doch nun endlich werden sie einen herrlichen Sommer gemeinsam verbringen: in New York, der Stadt, die nie schläft. Mit tausend Schmetterlingen im Bauch kommt Eden am Flughafen an, und als sie in Tylers smaragdgrüne Augen blickt, ist es auch schon um sie geschehen. Gemeinsam streifen sie durch den Big Apple, und es wird immer klarer, dass die beiden nicht voneinander losgekommen sind. Werden sie ihren verbotenen Gefühlen widerstehen können?"




Direkt nach dem Beenden des ersten Bandes habe ich mich auch schon dazu entschieden, Edens und Tylers Geschichte gleich weiterzulesen. Ansonsten bin ich nämlich, wenn ein zu großer Zeitraum zwischen den Bänden liegt, meistens weniger motiviert, Reihen fortzusetzen.

Während mich der erste Teil hier noch gut unterhalten hat und vor allem von den Charakteren her begeistert hat, muss ich doch sagen, dass ich mich hier gerade mit Eden, aus deren Sicht wir hier auch erfahren, wie es mit ihr und ihrem Stiefbruder weitergeht, doch sehr schwer getan hat.

Beginnen wir aber von vorne. Ich fand die Tatsache, dass Eden sich schließlich im ersten Band für jemand anderen entschieden hat, ganz interessant, doch hier in diesem Buch wird eigentlich sehr schnell klar, dass sie nur Tyler liebt und auch will. Ihre Beziehung zu einem anderen Jungen war also nur so etwas wie ein Lückenfüller ... Leider ist besagter Junge auch noch ein echt sympathischer Kerl, weswegen es mir hier echt leid tat, wie Eden mit ihm und seinen Gefühlen umging.

Es ist hier von Anfang an klar, mit welcher Absicht Eden nach New York reist und so hat mich ihr doch recht kindisches Verhalten mit diesem unsinnigen Hin und Her hier echt aufgeregt. Während ich dies im ersten Band noch ganz nett und auch verständlich fand, hätte ich hier doch erwartet, dass Eden irgendwie reifer und bedachter umgeht. Für jemanden, der mit den Gefühlen anderer Menschen spielt, habe ich sie ehrlich gesagt nicht gehalten.

So war "Dark Love - Dich darf ich nicht finden" für mich leider eher eine frustrierende Fortsetzung, die mir wieder mal gezeigt hat, warum ich Reihen so wenig mag. Viele Probleme erscheinen hier zu künstlich und auch dieses ständige Drama darum, dass die beiden ja Stiefgeschwister sind, ging mir irgendwann auf die Nerven ...

Dennoch ist auch dieser Band wieder gut zu lesen und sicher auch wichtig, denn die Liebesgeschichte von Eden und Typler war ja nach dem ersten Band noch nicht vorbei. Für mich gab es auch hier wieder einige sehr schöne und süße Momente, auch wenn ich Tyler im Vergleich zu seinem früheren "Ich" doch sehr "weich" fand. Bei ihm sieht man allerdings, dass er erwachsen geworden ist - während Eden doch recht egoistisch wirkt, dauernd grundlos eifersüchtig ist und gleichzeitig gar nicht an ihren meilenweit entfernten Freund denkt ...

Das Ende hier fand ich, da es auch noch einen kleinen Cliffhanger gibt, dennoch passend und gut. Allerdings muss ich jetzt ehrlich sagen, dass ich erst einmal eine Pause von Eden brauche ... Demnach werde ich die Reihe erst einmal pausieren und vielleicht irgendwann einmal fortsetzen ...




Auch der zweite Band ist wieder ein leicht zu lesender (Liebes-)Roman, der zwar zu unterhalten weiß, mich aber durch die vielen unnötigen und künstlich erzeugten Probleme und auch der anstrengenden, unreifen Art der Protagonistin nicht mehr so recht begeistern konnte ... Hier in diesem Band war mir Tyler deutlich sympathischer als Eden ...