Titel: Und nachts die Angst
Autor: Carla Norton
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 400
Cover: © Knaur
Begonnen: 10.04.2026
Beendet: 14.04.2026
Reeve wurde mit zwölf Jahren entführt und viele Jahre lang gefangen gehalten. Sie konnte nur entkommen, weil ihr Entführer mit ihr im Kofferraum einen Unfall gebaut hat. Viele Jahre später ist sie immer noch in Therapie und wird von ihrem Psychologen gebeten, sich um ein weiteres Entführungsopfer zu kümmern. Tilly Geschichte ähnelt ihrer eigenen und Reeve, die eigentlich gedacht hatte, dass der Täter geschnappt wurde, beginnt eigenständig zu ermitteln ...
"Und nachts die Angst" beginnt spannend und intensiv, verliert sich dann aber leider recht schnell in einer recht typischen Thrillerhandlung, die vom Aufbau und dem Plot viel zu flach bleibt. Als Leser erfahren wir schon viel zu viel über den wahren Täter und auch über das, was er sich über all die Jahre aufgebaut hat, um nicht geschnappt zu werden. Durch die kurzen Kapitel liest es sich zwar flott, aber es bleibt alles leider sehr oberflächlich.
Reeve fand ich auf den ersten Seiten sehr faszinierend, weil sie das Erlebte noch immer verarbeiten muss. Doch dann mutiert sie zur großen Heldin des Buches, was für mich nicht passte nach all dem, was sie erlebt hat. Sie war mir zu glatt und zu perfekt. Auch hier fehlte es an Tiefe und vor allem an einer psychologischen Betrachtung der ganzen Thematik. Sowohl Reeve als auch Tilly verhalten sich nicht wie Mädchen, die solch einen Albtraum erlebt haben.
Ich denke, dass sich die Autorin bei ihrem Debüt an einem klassischen Thriller-Aufbau irritiert hat und noch nicht so recht den Mut hatte, mal eine eigene Richtung zu wagen. Wer nicht viel in diesem Genre liest, wird das Buch sicherlich mehr genießen können als Vielleser, die Geschichten wie diese bereits kennen. Für mich war "Und nachts die Angst" pure Durchschnittskost.











