Freitag, 17. April 2026

[Rezension] Boy meets Girl - Julia Holbe

 


 Titel: Boy meets Girl

Autor:   Julia Holbe

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2023

Seitenzahl: 288
Cover: © Penguin
Begonnen: 26.03.2026
Beendet: 30.03.2026


Hätte Nora zu Beginn dieses Romans nicht herausgefunden, dass ihr Mann sie betrügt, wäre sie wohl noch länger in ihrer doch sehr unglücklichen Ehe geblieben. Doch Hals über Kopf stürzt sie sich in eine Affäre mit einem Mann, den sie im Supermarkt kennenlernt und trifft dann auch noch ihren alten Jugendfreund Yann wieder. Sie ist der festen Überzeugung, dass jede Geschichte mit dem klassischen "Boy meets Girl" beginnen muss und scheint gar nicht zu wissen, dass sie auch selbstständig auf die Suche nach ihrem Glück und ihrer Freiheit gehen könnte.

Nora ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, was mir gut an diesem Roman gefiel. Allerdings stand ihr Job als Paartherapeutin und auch die Tatsache, dass sie schon viele Bücher über Beziehungen geschrieben hat, für mich im großen Kontrast zu ihrer verlorenen und oft auch sehr verbitterten Art. Ohne diesen Backround hätte ich mich leichter mit ihr identifizieren können.

Obwohl als Lesermeinung auf dem Cover von "Boy meets Girl" steht, dass man die Lust am Leben beim Lesen spüren soll, hatte ich doch eher ein ganz anderes Lesegefühl. Nora macht sich zu abhängig von dem Wunsch, einen neuen Mann im Leben haben zu wollen und scheint gar nicht bereit zu sein, sich erst mal zum sich selbst zu kümmern. Lange Zeit wirkt die Geschichte dadurch sehr bitter und fast schon verbittert, denn Nora trifft keine echten Entscheidungen und macht es sich furchtbar kompliziert, indem sie im Grunde einfach nur stagniert.

Julia Holbe zeigt anhand von Nora sehr schön, dass wir aus Angst vor Veränderungen oftmals den einfacheren Weg wählen und lieber feststecken bleiben, als mal eine neue Richtung einzuschlagen. Manchmal hätte ich Nora beim Lesen echt gerne einmal durchgeschüttelt, aber ich denke, dass letztendlich sehr authentisch beschrieben wird, wie schwer es ist, aus seinem gewohnten Umfeld auszubrechen. Es gefiel mir, dass Noras Zukunft selbst am Ende ungewiss bleibt. Auch wenn mir der Roman stellenweise zu bitter war, habe ich ihn doch gerne gelesen.



Ein Roman, der auf sehr bittere Weise von Trennungen und schwierigen Neuanfängen erzählt.

Ich vergebe 4 von 5.

Mittwoch, 15. April 2026

[Rezension] An einem Tag im November - Petra Hammesfahe

 


Titel: An einem Tag im November

Autor:   Petra Hammesfahr

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2016

Seitenzahl: 510
Cover: © Diana
Begonnen: 24.03.2026
Beendet: 27.03.2026


Petra Hammesfahr begleitet mich schon seit meiner Jugend. Mittlerweile habe ich also schon etliche Bücher von ihr gelesen und kenne natürlich auch ihren Stil, in dem sie oft sehr weit ausholt, um sehr viele Stränge erst parallel laufen zu lassen und erst am Ende die Schnittpunkte anzusteuern. Auch in "An einem Tag im November" gibt es sehr viele Geschichten, die sich erst im späteren Verlauf verbinden.

Im Mittelpunkt steht hier tatsächlich die Suche nach einem vermissten Kind. Die kleine Emilie ist verschwunden und Verdächtige gibt es direkt viele und ebenso viele Mutmaßungen von der Polizei. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir die Ermittlerabschnitte in diesem Buch gar nicht gefallen haben. Klinkhammer selbst stellt fast nur Vermutungen an, hat keinerlei Beweise und demnach auch keine einzige Spur. Erst ein Zufallsfund bringt ihn dann nach sehr viel Herumgerate der Wahrheit näher.

Gefallen haben mir hingegen die unterschiedlichen Themen, die Petra Hammesfahr hier anspricht. Da ist zum Beispiel die Mädchengang namens "Trio Infernale" mit den zwei gefürchteten russischen Mädchen, die nicht nur an ihrer Schule Angst und Schrecken verbreiten. Keiner scheint die Gruppe aufhalten zu können.

Auch die Familie von Emilie wird beleuchtet und hier zeigt sich besonders die Überforderung der Mutter. Mir fehlte bei Anne jedoch echte Trauer. Für mich hat sie nicht wie eine Frau reagiert, die gerade ihr Kind verloren hat.

Letztendlich holt Petra Hammesfahr aber viel zu weit aus. Am Ende zeigt sich doch, dass viele Stränge eigentlich nicht dazu beigetragen haben, die Story voranzutreiben. Vieles wirkt gerade zum Ende hin sehr unwichtig. Ich hätte es besser gefunden, wenn die einzelnen Charaktere mehr Tiefe gehabt hätten und der Unfang des Geschehens etwas minimiert worden wäre. Für mich ist "An einem Tag im November" nicht der stärkste Roman der Autorin, aber auch nicht ihr schlechtester.


Viele Stränge, die sich erst am Ende verbinden, ergeben hier zwar eine sehr umfangreiche Geschichte, doch mir fehlte es mal wieder an Tiefgang ...

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 13. April 2026

[Rezension] Alle meine Schwestern - Judith Lennox

 


Titel: Alle meine Schwestern

Autor:   Judith Lennox

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 588
Cover: © Piper
Begonnen: 23.03.2026
Beendet: 26.03.2026


Ich habe nun schon einige Bücher von Judith Lennox gelesen und weiß daher, dass ihre Geschichten oft sehr ähnlich aufgebaut sind. Sie verfolgt das Leben ihrer Charaktere über mehrere Jahre und beschreibt die Höhen und Tiefen, die eben dazugehören.

In "Alle meine Schwestern" geht es Marianne, Iris, Eva und Clemency. Obwohl die vier Schwestern sind, besitzen sie alle ganz unterschiedliche Charaktere, Ansichten und auch Ziele im Leben. Marianne trifft recht schnell ihre große Liebe, was besonders die hübsche und etwas eitle Iris überrascht, die eigentlich fest damit gerechnet hat, als erste zu heiraten. Da kein passender Mann auftaucht, wird sie kurzerhand Krankenschwester, um ihrer Familie zu entkommen. Eva hingegen verschreibt sich der Kunst und das Nesthäckchen Clemency ist gezwungen, bei ihrer Familie und ihren Brüdern zu bleiben, obwohl es dort etliche Probleme und wenig Harmonie gibt.

Judith Lennox beschreibt den Beginn des 19. Jahrhunderts sehr lebendig und lässt auch immer wieder historische Ereignisse einfließen. Sie besitzt einen sehr flotten Schreibstil, der mich auch bei diesem Buch wieder durch die Seiten fliegen ließ. Es macht Spaß, die Charaktere durch ihr Leben zu begleiten und zu sehen, dass es immer wieder Momente gibt, die es erforderlich machen, eine neue Richtung einzuschlagen.

Das Band der vier Schwestern untereinander empfand ich allerdings als recht dünn und wie in anderen Werken fiel mir auch hier wieder auf, dass es oft an großen Gefühlen und intensiveren Momenten fehlt. Es ist immer sehr viel Handlung auf wenig Raum, wodurch das Mitfühlen mir manchmal etwas schwer fällt. Gerne gelesen habe ich aber auch dieses Buch, das sicherlich nicht mein letztes der Autorin gewesen sein wird.


Vier Schwestern, die Anfang des 19. Jahrhunderts ganz eigene Wege einschlagen werden hier sehr unterhaltsam beschrieben. Es fehlte nur mal wieder an intensiven Momenten zum Mitfühlen und Mitleiden.

Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 11. April 2026

[Rezension] Das Gesetz der Serie - Val McDemid

 


Titel: Das Gesetz der Serie

Autor:   Val McDermid 

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 358
Cover: © Knaur
Begonnen: 20.03.2026
Beendet: 24.03.2026


Schon lange wollte ich einmal ein Buch von Val McDermid lesen. Da ich zwei ihrer Werke schon vor einer Weile gefunden, entschied ich mich dafür, mit "Das Gesetz der Serie" zu beginnen, da ich das Soap-Thema hier interessant fand und auch eine Leibwächterin als Ermittlerin ganz originell klang.

Wir reisen gemeinsam mit der Leibwächterin Kate Brannigan an das Set einer Seifenoper namens "Nordlichter". Die Darstellerin Gloria hat einen Drohbrief erhalten und nun Angst um ihr Leben. Sterben soll jedoch bald eine ganz andere Person. Leider ist die Geschichte von Anfang an sehr träge. Da ist zwar der Drohbrief, der eine gewisse Gefahr erzeugen soll, doch ansonsten passiert lange erst einmal gar nicht. Spannung habe ich lange Zeit vergebens gesucht.

Ich dachte mir im Vorfeld zwar schon, dass die Welt der Soaps hier eher kritisch betrachtet wird, aber dass alles so oberflächlich und klischeehaft bleibt, hätte ich nicht erwartet. Die Charaktere sind furchtbar eindimensional und das betrifft sogar Kate Brannigan selbst, die ohne groß etwas zu leisten mal eben diesen sehr unspektakulären Fall aufklärt. Gestreckt wird alles mit einigen Nebenstorys über Kates Mitarbeiter, die mir allesamt auch zu blass gezeichnet waren. 

Vermutlich wird mein erstes Buch von Val McDermid nun auch schon mein letztes gewesen sein, denn mit ihrem Stil konnte ich wenig anfangen. Eventuell gebe ich ihr aber noch eine zweite Chance, denn vielleicht hatte ich hier eher eins ihrer schwächeren Werke erwischt. Begeistern konnte mich an diesem Buch nämlich im Grunde kaum etwas.



Für mich war alles an diesem Buch viel zu träge und eindimensional. Der Fall selbst hätte kaum unspektakulärer sein können ...

Ich vergebe 2 von 5.

Donnerstag, 9. April 2026

[Rezension] Und sowas nennt ihr Liebe - Marie Louise Fischer

 


 Titel: Und sowas nennt ihr Liebe

Autor:   Marie Louise Fischer

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 318
Cover: © Pavillon
Begonnen: 19.03.2026
Beendet: 23.03.2026


Jürgen Molitor steht vor Gericht. Er wird angeklagt, seinen besten Freund Gerd erschossen zu haben. Der Staatsanwalt ist sich sicher, dass der Auslöser für diese Tat ganz woanders liegt und genau hier setzt dieser Roman an. Als Leser werden wir Teil der Familie Molitor, in der jeder eigene Probleme hat und statt einander zu helfen wird ein unfassbare Druck aufgebaut. Ein Druck, an dem Heranwachsende schnell einmal zerbrechen.

Während Jürgen Probleme mit seiner nächsten Versetzung hat und sich zeitgleich verliebt, fällt seine Schwester Martina auf einen älteren Mann herein und muss damit auch allein fertig werden. Die Eltern der beiden haben nämlich ganz eigene Sorgen. Helmuth Molitor, der Vater, hat nicht nur eine Affäre, sondern wird auch erpresst und seine Frau spürt schon lange, dass sie nicht mehr geliebt wird. Alles in allem zeichnet Marie Louise Fischer hier das Bild einer Familie, in der es keinerlei Zusammenhalt mehr gibt und jeder ein eigenes Päckchen zu tragen hat.

"Und sowas nennt ihr Liebe" war nun mein zweites Buch von Marie Louise Fischer. Die Autorin habe ich erst im letzten Jahr durch einen Krimi entdeckt. Auch wenn ihr Schreibstil aus heutiger Sicht etwas verkrampft und auch eingestaubt wirken mag, gefiel mir die vorhandene Tiefe und Vielschichtigkeit. Obwohl alles wie ein Krimi beginnt, geht es letztendlich doch um eine zerbrochene Familie, die vor der Wahl steht, einander zu verlieren oder endlich mal zuzuhören und hinzusehen.

Das Cover selbst passt für mich überhaupt nicht zu der Geschichte und ich muss auch ehrlicherweise sagen, dass mir das Ende eine Spur zu positiv war. Kein Gericht würde in solch einem Fall wohl so entscheiden. Hier hätte ich mir eine realistischere Auflösung gewünscht und auch innerhalb der Familie hatte es gerne noch etwas mehr Verständnis geben können. Beispielsweise werden psychische Probleme angesprochen ohne jedoch hier nach einer Lösung odee gar echten Hilfe zu suchen. Marie Louise Fischers Bücher sind mir dennoch mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich freue mich schon jetzt auf das Nächste!



Ein älterer Roman, der wie ein Krimi beginnt, doch dann eine Familie durchleuchtet, in der es echte Liebe schon lange nicht mehr zu geben scheint ...

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 7. April 2026

[Rezension] Schreiende Schatten - Maggie Shayne

  


Titel: Schreiende Schatten

Autor:   Magie Shayne

Genre: Roman, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 366
Cover: © Weltbild
Begonnen: 17.03.2026
Beendet: 20.03.2026


Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei dem Buch keine allzu großen Erwartungen hatte, denn alles an dem Buch wirkt unfassbar schwammig. Titel, Cover und sogar dee Klappentext geben meiner Meinung nach nicht besonders viel her. Doch ich wollte diesem Thriller dennoch eine Chance geben.

Die Geschichte selbst beginnt mit einem brutalen Mord an zwei kleinen Kindern, an dem Detective Vince beinahe zerbricht und erst einmal beurlaubt wird. In diesem Urlaub beginnt er jedoch in einem kleinen Ort eigene Nachforschungen anzustellen und kommt dadurch mit Holly in Kontakt, die selbst einst miterleben musste, wie ihre Schwester entführt wurde ...

Obwohl durch die Kindermorde am Anfang doch eine gewisse Spannung aufgebaut wird, verpufft diese recht schnell wieder, denn der ganze Fall wirkt seltsam schwammig und eine echte Spur gibt es nicht. Zudem ist Holly, die mit ihren verdrängten Erinnerungen zu kämpfen hat, leider ein sehr blasser und langweiliger Charakter.

Die recht typische Liebesgeschichte hat mich bei diesem Buch am meisten genervt. Zwischen Holly und dem Detective gibt es ab dem ersten Moment eine gewisse Anziehung, doch beide wollen sich dieser natürlich nicht hingeben. Das Hin und Her der beiden ist füllend und ging mir mächtig auf die Nerven.

Das Ende selbst hätte eigentlich gut sein können, doch irgendwie ergeben gewisse Dinge einfach keinen rechten Sinn. Für mich war "Schreiende Schatten" so eine typische Massenware in diesem Genre und ein Buch, das ich in wenigen Tagen wohl schon komplett vergessen haben werde!



Liest sich leider wie typische Thriller-Massenware ... Für Vielleser in diesem Genre sicher nicht geeignet.

Ich vergebe 2 von 5.

Sonntag, 5. April 2026

[Rezension] Ludvig meine Liebe - Katarina von Bredow

 


Titel: Ludvig meine Liebe

Autor:  Katarina von Bredow

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 1994

Seitenzahl: 218
Cover: © Bertelsmann
Begonnen: 16.03.2026
Beendet: 19.03.2026


Amanda gräbt ihre alten Tagebücher aus und blickt auf ihre Jugend zurück. Damals hat sie sich in ihren Bruder Ludvig verliebt und sich in dieser geheimen sowie verbotenen Liebe beinahe selbst verloren.

Sehr einfühlsam widmet sich Katarina von Bredow einem sehr schwierigen Thema, beschreibt sie doch, wie sich zwei Geschwister (die eventuell auch nur Halbgeschwister sind!) ineinander verlieben, obwohl sie wissen, dass diese Liebe keine Zukunft haben kann. In erster Linie geht es zwischen den beiden um eine körperliche Anziehung. Sie kommen nicht mehr los voneinander, reagieren eifersüchtig wenn andere Partner auftauchen und klammern sich immer wieder voller Verzweiflung aneinander. Als Leser wünscht man sich für die beiden eine ganz andere Welt.

Dieser Jugendroman ist sehr schmerzhaft und zeigt, wie Menschen sich verbiegen, um in ein gewisses Bild zu passen. Das tun auch Amanda und Ludvig als ihre Liebe wie eine Seifenblase immer wieder an der harten Realität platzt. Mir hat das Buch und vor allem auch der Tiefgang gefallen!


Ein berührender Jugendroman, der sich sensible mit einem schwierigen Thema auseinandersetzt ohne dabei ein Urteil zu fällen! Lesenswert!

Ich vergebe 5 von 5.