Samstag, 17. November 2018

[Rezension] Desperation - Stephen King

Titel: Desperation
Autor:  Stephen King
Genre: Roman, Horror
Erscheinungsdatum: 1996
Anzahl der Seiten: 672
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Peter und Mary Jackson geraten auf ihrer Fahrt durch Nevada in einen ausweglosen Alptraum: Ein psychopathischer Fremder verschleppt sie in die verlassene Bergarbeiterstaddt Desperation, wo in einem Minenschacht das Monster TAK haust. TAK ernährt sich aus der Lebensenergie von Menschen ..."




Ein neuer Monat, eine neue "King"-Leserunde. Passend zu Halloween haben wir uns für eine sehr unheimliche und düstere Geschichte entschieden. "Desperation" fängt hier bei beinahe wie ein Splatter-Horror an und besitzt daher von der allerersten Seite einen ungemeinen Spannungsbogen.

Atmosphärisch und dicht ist die Geschichte rund um das "verlassende" Minen-Städtchen, in dem plötzlich verschiedene Personen landen. Ich persönlich mag die älteren Bücher von King viel lieber als die aktuellen und ich weiß nach diesem Buch auch wieder genau warum. Hier steht tatsächlich noch der echte Horror im Mittelpunkt, eine nicht greifbare Macht, die für Angst und Schrecken sort!

Ich war beim Lesen sofort in der Geschichte drin. Manchmal war ich so tief in "Desperation" gefangen, dass ich alles um mich herum vergessen haben. Genau so muss ein gutes Buch sein!




- David -

Im Laufe der Geschichte schließt sich eine ganze Gruppe "Überlebender" zusammen. Der Charakter, der für mich (und wohl auch für die anderen Charaktere) am wichtigsten war, war David, ein 11-Jähriger Junge, der hier über sich hinaus wachsen will.

Seit dem tragischen Unfall seines besten Freundes glaubt David an Gott. Er betet jeden Tag und ist überzeugt davon, mit Gott reden zu können. Hier in dieser Geschichte gibt es so einige kleine Wunder, die zeigen, dass David vielleicht wirklich so etwas wie ein "Prophet" ist.

Ich empfand David als ungemein interessanten Charakter, besonders da er im Verlauf der Geschichte über sich hinaus wachsen muss. Er wirkte ungemein reif und besonnen.

-Weitere Charaktere -

Stephen King gibt hier jedem Charakter wieder eine eigene Geschichte. So haben wir im späteren Verlauf eine Gruppe der unterschiedlichsten Menschen, darunter ein Autor, sein Assistent, der eine Anhalterin mitgenommen hat, einen alten Trinker, eine Forscherin und die Familie Carver.

Alle Charaktere waren gut gezeichnet, sie besaßen eine eigene Persönlichkeit und waren mal mehr und weniger sympathisch. Einzig Ralph, den Vater von David, empfand ich als sehr schwache Person. Obwohl er überhaupt nicht im Zentrum der Geschichte steht, konnte ich nicht verstehen, warum er seine Frau so einfach aufgibt und kaum Trauer zeigt ...




"Desperation" ist nicht so friedlich wie Stephen Kings Kleinstadt Castle Rock. Nein, die Minenstadt "Desperation" ist düster und recht verlassen. Hier wird gleich zu Beginn eine ungemeine Spannung aufgebaut, als verschiedene Personen, unabhängig voneinander, nach "Desperation" gebracht werden oder selbst den Weg in dieses kleine Städtchen finden.

Die Geschichte hat mich am Anfang ein wenig an "Texas Chainsaw Massacre" erinnert, da wir hier einen scheinbar wahnsinnigen Cop haben, der scheinbar wahllos Leute einsperrt und tötet. Dabei sagt er immer wieder ein Wort, nämlich "TAK".

Unheimlicher kann eine Geschichte nicht beginnen. Wir lernen hier verschiedene Menschen kennen, die von eben diesen Cop eingesperrt werden und ganz nebenbei erfahren wir, dass beinahe alle Einwohner der Stadt bereits tot sind. War es wirklich der Cop? Oder ist er von etwas viel Mächtigeren "besessen"?

Stephen King, der selber sehr religiös ist, bürgt hier dem elfjährigen David eine große Last auf. Der Junge scheint von Gott auserwählt worden zu sein, gegen das Böse zu kämpfen. "Gut" gegen "Böse" heißt es hier also. Wird David es mit seinen neuen "Gefährten" schaffen, "TAK" aufzuhalten?

Die Geschichte besitzt ein sehr hohes Spannungsniveau und die 672 Seiten sind hier tatsächlich wie im Flug vergangen, da Stephen King dem Leser kaum Zeit zum Durchatmen gibt. Während wir natürlich an der Seite der "Überlebenden" versuchen, einen Ausweg aus "Desperation" zu finden, zeichnet sich nebenbei auch noch die grausame Geschichte der Mine ab. Hier hat ich teilweise wirklich eine Gänsehaut beim Lesen.

"Desperation" ist eine sehr atmosphärische, teilweise sogar sehr brutale und blutige Geschichte. Besonders die verschiedensten Tiere, die ebenfalls den Kampf gegen die Menschheit angetreten haben, fand ich sehr unheimlich. (Obwohl es Fiedelspinnen nur in der Welt von Stephen King zu geben scheint, hasse ich diese Krabbeltiere nun total!)

Auch das Ende konnte mich überzeugen, auch wenn einiges natürlich offen bleibt und den Leser förmlich zwingt, die Zusammenhänge selbstständig zusammenzusetzen.So hat aber der Kreis, der bezüglich Davids Mission geschlossen wird, einen wunderbaren Nachklang und lässt einen, auch wenn man selbst nicht an Gott glaubt, noch einmal darüber nachdenken, wer auf dieser Welt für den nötigen Ausgleich zwischen "gut" und "böse" sorgt ....




"Desperation" war eine Geschichte, die ich förmlich inhaliert habe. Megaspannend, sehr atmosphärisch und so unheimlich, dass es mir beim Lesen kalt den Rücken runter gelaufen ist. Ein wahres Highlight aus der Feder des Meisters!

Donnerstag, 15. November 2018

[Buch vs. Verfilmung] Becks letzter Sommer - Benedict Wells


In diesem Monat habe ich endlich mein erstes Buch von Benedict Wells gelesen. "Becks letzter Sommer" hat mich dabei auf eine abenteuerliche Reise in die Türkei, aber gleichzeitig auch zu mir selbst entführt. Das Buch handelt von den Entscheidungen, die wir im Leben treffen, die uns auf verschiedene Wege führen können, aber auch über das Begraben der eigenen Träume, die einen am Ende aber doch immer noch verfolgen!

Robert Beck ist in dem Buch kein leichter Protagonist, aber dafür einer, der Ecken und Kanten besitzt und mit dem ich mich deswegen sehr gut identifizieren konnte. Er sieht in seinem Unterricht einen talentierten Jungen und möchte ihn fördern. Doch steckt da vielleicht auch der eigene Wunsch dahinter, den eigenen großen Traum doch noch zu verwirklichen?

Für mich war "Becks letzter Sommer" ein wahres Buchhighlight und ich weiß schon jetzt, dass ich diese Geschichte zu meinen Jahreshighlights gehören wird. Für mich war es definitiv auch nicht das letzte Buch von Benedict Wells, ich muss allerdings erst noch den wunderbaren Nachklang dieser Geschichte genießen und auch verarbeiten!



Kommen wir nun zum Film. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, muss ich zugeben, dass ich etwas skeptisch eingestellt war. Wirklich gute deutsche Filme kann ich tatsächlich an einer Hand abzählen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber bei vielen deutschen Filmen fehlen mir doch ein wenig die Emotionen. Es kommt meistens recht wenig rüber.

Überrascht war ich beim Film jedoch erst einmal, wie sehr sich zu Beginn doch an die Buchvorlage gehalten wurde. Wir lernen Becks, Rauli und auch Charlie kennen und natürlich kommt es hier zu einigen sehr witzigen Szenen. Allerdings kommt die Gedankenwelt von Becks selbst, die im Buch sehr wichtig ist, in der Verfilmung natürlich etwas zu kurz.

Die Charaktere im Film agieren ähnlich wie im Bauch. Christian Ulmen als Becks wird aber eindeutig von der tollen schauspielerischen Leistung von Nahuel Pérez Biscayart, der hier Rauli spielt, übertrumpft. Rauli war im Film genauso, wie ich ihn mir im Buch vorgestellt hatte. Witzig ist hier auch der Soundtrack der Band Bonaparte, die nicht nur für einen Ohrwurm sorgt, sondern einfach genial auf Rauli selbst abgestimmt ist.

Ich fand den Film auf jeden Fall unterhaltsam. Er besitzt nicht die Schwere des Romans, sondern ist eben das, was Kinozuschauer erwarten: Eine leichte, witzige Geschichte mit einem Hauch Tragik. Das Ende wurde hierbei komplett geändert, denn natürlich möchte kein Zuschauer am Ende des Films in eine recht depressive Stimmung verfallen. Das war hier allerdings ein Punkt, den ich schade fand, denn genau diesen Nachklang hätte ich auch hier am Ende des Filmes erwartet. Leider ist es im Leben ja oftmals so, dass wir in Sackgassen geraten, auch wenn wir uns augenscheinlich richtig entscheiden. Dieses "offene" Happy End hätte es hier für mich nicht gebraucht ...




An dieser Stelle punktet natürlich wieder einmal das Buch, das einfach einen viel tieferen Einblick in Becks Gedankenwelt bietet. Die Literaturvorlage ist definitiv, wenn man sie dann nicht nur auf das Wesentliche beschränkt, eine sehr melancholische Geschichte, die einen auch das eigene Leben reflektieren lässt. Der Film ist hingegen reinste Unterhaltung mit einem Ende, dass Hoffnung gibt ...

Kennt ihr das Buch? Und habt ihr auch schon den Film gesehen?

Dienstag, 13. November 2018

[Rezension] Becks letzter Sommer - Benedict Wells

Titel: Becks letzter Sommer
Autor:  Benedict Wells
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: September 2008
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe © Diogenes




"Ein liebeskranker Lehrer, ein ausgeflippter Deutschafrikaner und ein musikalisches Wunderkind aus Litauen auf dem Trip ihres Lebens, von München durch Osteuropa nach Istanbul. Unter den Fittichen eines alternden Folkstars und seiner unsterblichen Songs. ›Becks letzter Sommer‹ ist Künstlerroman, Roadmovie und Odyssee durch die Anfechtungen von Genialität und Mittelmaß."




In den vergangenen Monaten sind mir immer wieder die Bücher von Benedict Wells begegnet und nun war es endlich so weit, auch ich habe mein erstes und definitiv nicht letztes Buch von ihm gelesen. Nun stelle ich mir aber tatsächlich die Frage, warum mir der Autor nicht schon früher begegnet ist!?

Benedict Wells besitzt einen sehr leichten, aber dennoch sehr tiefgründigen Schreibstil. Er schafft es, mit nur wenigen, wirklich gut gewählten Worten, sehr viele Bilder entstehen zu lassen. Gleichzeitig besitzt er einen guten Humor, aber auch sehr viele nachdenkliche und fast schon melancholische Momente.




- Robert Beck -

Im Zentrum steht Becks, der eigentlich gar nicht merkt, wie frustriert er wirklich ist. In seinem Job als Lehrer gibt es so einige Tiefpunkte, doch es gibt auch Momente, in denen der wahre "Becks" etwas durchschimmert. Er ist nämlich eigentlich gar nicht der harte und kalte Typ, den er hier oftmals mimt.

In seiner Klasse ist ein Junge, der Beck wieder Hoffnung gibt. Der Litauer Rauli ist ein wahres Naturtalent an der Gitarre und so sieht Beck seinen großen Traum von einer Musikkarriere wieder vor sich - mit Rauli als Star. Natürlich steckt hier in erster Linie Eigennutz dahinter und Becks muss im Verlauf des Romans erst einmal lernen, dass jeder Mensch selbst für die Erreichung seiner Träume verantwortlich ist, ja, dass man diese Aufgabe nicht übertragen kann ...

Die Charakterzeichnung von Robert Beck ist Benedict Wells hier unfassbar gut gelungen. Normalerweise wäre Becks hier ein Mensch, den ich total unsympathisch finden würde, aber der Autor schafft es ihn sehr menschlich, halt mit Ecken und Kanten darzustellen und genau deswegen habe ich ihn tatsächlich irgendwann in mein Herz geschlossen.

- Rauli -

Rauli, der Außenseiter der Klasse, hat bisher nur die Schattenseiten des Lebens kennengelernt. Auf einmal soll er auf der Bühne stehen und die Songs von seinem Lehrer Beck spielen. Doch ist dies überhaupt das Leben, das er möchte? Wohin führen ihn die Entscheidungen, die er trifft?

- Charlie -

Ein weiterer überaus wichtiger und interessanter Charakter ist hier definitiv Charlie, Becks einziger wahrer Freund. Mit ihm beginnt hier auch das kleine Abenteuer, das nicht witziger sein könnte, aber doch (leider) sehr tragisch endet.

Charlie habe ich tatsächlich in mein Herz geschlossen, wahrscheinlich, weil er wie alle Charaktere in diesem Roman einfach sehr lebendig und vor allem alles andere als perfekt dargestellt wird!





Für mich war "Becks letzter Sommer" ein wahres Erlebnis. Auf der einen Seite empfand ich es als ungemein witziges Abenteuer, auf der anderen Seite aber auch als Buch, das eine Reise zum eigenem "Ich" ist. So gibt es sehr viele philosophische Betrachtungen, sehr viele Fragen zur Selbstfindung und vor allem auch zur Selbstverwirklichung.

Die große Frage dieses Romans ist natürlich: "Kann jemand anderes den eigenen Traum leben?" Robert Beck, unser Protagonist, ist davon überzeugt, als er den talentierten Raulie an der Gitarre spielen hört und plötzlich die Hoffnung bekommt, sein Leben doch nicht als Lehrer fristen zu müssen.

Ungemein witzig beschreibt der Autor erst einmal, wie Rauli und Beck zueinanderfinden, obwohl sie im Grunde überhaupt nicht zueinander passen. Sie verstehen einander recht wenig und schnell wird klar, dass Beck Rauli viel mehr braucht, als dieser ihn.

Natürlich gibt es auch eine kleine, aber sehr wichtige Liebesgeschichte, die noch einmal aufzeigt, wie mutlos Beck doch im Laufe der Jahre geworden ist, ja, wie wenig er an sich selbst glaubt und in seinem doch recht festgefahrenen Leben verweilt.

Ich denke, der Autor spricht hier tatsächlich viele Menschen an, die irgendwann ihre eigene Träume zu Grabe tragen und ihre Hoffnungen dann beispielsweise in die eigenen Kinder setzen. Doch warum gehen wir Menschen immer davon aus, dass es irgendwann zu spät ist, für die eigenen Träume zu kämpfen? Ja, warum geben wir sie auf und versinken in einer gewissen Trostlosigkeit, die wir dann einfach den Alltag nennen?

Mich hat "Becks letzter Sommer" in dieser Hinsicht tatsächlich ebenfalls zum Nachdenken gebracht. Es gibt auch bei mir düstere Tage, in denen ich alles für sinnlos halte, doch ich denke, es ist wichtig, an seinen Träumen festzuhalten, denn ansonsten wird man zu einem frustrierten und überaus verbitterten Menschen, der nur noch funktioniert.

Das Buch besitzt einige tolle Botschaften. So stimme ich vollkommen damit überein, dass es im Leben um die Erinnerungen geht und darum, für sich selbst die "richtigen" Entscheidungen zu treffen, ganz gleich, in welche Richtung sie auch führen mögen.

"Becks letzter Sommer" hat mich hier zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken gebracht. Das Buch besitzt durch das toll gewählte Ende einen wundervollen Nachklang. Es ist definitiv eine Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werde!



Mein allererstes Buch von Benedict Wells hat mich überwältigt. Ich hätte niemals mit solch einer intensiven und tiefgründigen Geschichte gerechnet, die mich zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt und mich sogar mein eigenes Leben reflektieren lässt. Definitiv ein Highlight und nicht mein letztes Buch von Benedict Wells!


Sonntag, 11. November 2018

[Rezension] Geisterstunde - Peter Straub

Titel: Geisterstunde
Autor:  Peter Straub
Genre: Horrorroman, Roman
Erscheinungsdatum: 7. November 2005
Anzahl der Seiten: 587
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann




"Der Schrecken wartet nur auf seine Chance. Vier Männer erzählen sich gegenseitig Gespenstergeschichten, um sich zu unterhalten. Doch plötzlich kommt es in der Stadt zu einer Serie von mysteriösen Morden und abscheulichen Gräueltaten. Voller Entsetzen müssen die Männer erkennen, dass sie die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit überschreiten und die schlafenden Geister zum Leben erwecken."




Nun habe ich Halloween genutzt, um endlich einmal ein Buch von Peter Straub zu lesen. "Geisterstunde" lag hierbei schon ewig auf meinem Sub und ich war immer etwas abgeschreckt über die doch recht negativen Meinungen über die Komplexität der Geschichte.

Und ja, ich muss hier auch gestehen, dass ich furchtbar schwer in die Geschichte reingekommen bin. Es kommen gefühlt 60 Personen vor, die ich beim Lesen unmöglich zuordnen konnte. So hatte ich leider kein klares Bild vor Augen und musste mich sehr anstrengen, der eigentlichen Handlung überhaupt zu folgen.

Ich weiß an dieser Stelle natürlich nicht, ob die Übersetzung auch ihren Teil dazu beigetragen hat, dass ich dieses Buch nicht genießen konnte, aber es war tatsächlich so, dass ich das Buch sehr oft frustriert und mit Kopfweh beiseite legen musste, da es doch sehr anstrengend zu lesen war.




An dieser Stelle kann ich keine Charaktere näher beschreiben, da es keine Hauptpersonen in dieser Geschichte gibt. Es wird aus so vielen Sichten erzählt und so viele Namen genannt, dass mir auch an dieser Stelle die Zuordnung sehr schwer fällt!

Wir haben natürlich die vier Herren, die sich gegenseitig Geschichten erzählen, dann eine geheimnisvolle Frau, die in die Stadt kommt und dann natürlich die Einwohner selbst. Während Stephen King seine Charaktere sehr genau beschreibt, bleiben sie bei Peter Straub nur Namen ohne Aussehen und ohne Persönlichkeit, weswegen ich leider nicht tief genug in die Geschichte eindringen konnte.




Ihr merkt sicher, dass ich mich recht schwer mit meinem allerersten Buch von Peter Straub getan habe. Ich habe mich leider über große Teile durchgequält. Meine Notizen zu dem Buch sind wirr, einfach weil kein roter Faden zu erkennen ist. Die Geistergeschichten, die im Klappentext angesprochen werden, stehen leider auch nicht im Fokus des Ganzen. Viel mehr geht um das kleine Städtchen, das plötzlich scheinbar von den Geistern der Verstorbenen heimgesucht wird.

Ich muss zugeben, dass ich schon nach wenigen Seiten vollkommen überfordert war. Peter Straub springt auch sehr gerne zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was mich als Leser noch mehr verwirrt hat. Irgendwann habe ich mich zwar halbwegs in die Geschichte eingefunden, aber auch dann gabs es noch Charaktere, die zuvor noch nicht vorkamen.

Lange Zeit blieb mir auch unklar, worauf die Geschichte denn hinaus will. Geht es um den Tod von Edward, einem Freund der Altherrengesellschaft? Um die ganzen privaten Problemchen der Bewohner? Oder doch um die "Selbstmorde", die gerade geschehen? Bis sich der Nebel dichtet, dauert es hier tatsächlich furchtbar lange. Nur eine Sache hat mich durchhalten lassen: Ich wollte unbedingt wissen, wie das Buch zu Ende geht!

Das Ende ist dann wirklich gelungen, auch wenn die Geschichte für mich einen intensiveren und vor allem flotteren Anfang gebraucht hat. Peter Straub hat seine erschaffene Welt selbst absolut im Griff, hat es aber nicht geschafft, mich ebenfalls in sie abtauchen zu lassen! Es gab viel zu viel Nebensächlichkeiten und leider keinen roten Faden! Die Idee hinter dem ganzen ist echt gut, aber das Buch erfordert enorm viel Aufmerksamkeit und ließ mich einfach nicht abschalten beim Lesen ...




"Geisterstunde" war für mich leider eine sehr zähe Lektüre. Die Geschichte besaß für mich leider viel zu viele Charaktere, die ich mir allesamt nicht so wirklich vorstellen konnte. Das Buch war sehr schwer zu lesen und deswegen blieb auch die erhoffte Gruselatmosphäre leider aus ...



Freitag, 9. November 2018

[Rezension] Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab (Band 5) - Jonathan Stroud

Titel: Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab (Band 5)
Autor: Jonathan Stroud
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 27. November 2017
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe © cbj

Achtung! Band 5 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!




"In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich?
Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert!"




Nun ist es also so weit, das letzte Abenteuer von "Lockwood & Co" liegt hinter mir und ich muss gleich zu Beginn dieser Rezension sagen, dass ich Lucy, George und Anthony schrecklich vermissen werden. Die drei (und später auch Holly) sind mir sehr ans Herz gewachsen, sodass ich diesen Abschlussband nun mit einem lachenden und einen weinenden Auge gelesen habe.

Natürlich besitzen unsere drei Ermittler auch hier wieder ihren bissigen Humor, ihre gewohnte tollpatschige Art und auch ihrem Zusammenhalt. In diesem Band wartet kein gewöhnlicher Fall auf "Lockwood & Co", vielmehr geht es darum, alle Fragen zu beantworten, die in den letzten Teilen nach und nach aufgeworfen wurden. So steht Marissa Fittes im Fokus des Ganzen, was ja bereits der Vorgängerband mit seinem Cliffhanger angedeutet wurde.

Es gibt wieder einige gefährliche Hindernisse zu überwinden, um der ganzen Wahrheit endlich auf die Spur zu kommen. Dabei geht es nicht nur einmal um Leben und Tod. So spannend ich diesen Teil auch fand, dieses Mal hat der Autor leider keine echte gruselige Atmosphäre erschaffen können. Es war viel mehr sehr viel Action verbunden mit dem Drang, so ziemlich alle Fragen beantworten zu wollen.

Natürlich musste die Reihe irgendwann zum Abschluss kommen und für mich war "Das Grauenvolle Grab" auf jeden Fall ein würdiger letzter Band. Nur eine Sache, hat mich am Ende etwas enttäuscht: Die "Liebes"-Geschichte wird auch hier nicht zu Ende erzählt. Der Autor überlässt es hier vielmehr den Leser, wie es mit Lucy und Anthony denn weitergehen wird. Das ist ein Detail, das ich dem Autor tatsächlich übel nehme und mit dem ich erst mal versuchen muss, klarzukommen! :P




Der letzte Band der "Lockwood & Co" Reihe konnte mich auf jeden Fall überzeugen, obwohl ich auch hier die gruselige Atmosphäre der ersten Bände etwas vermisst habe. Dennoch geht es die ganze Geschichte hier würdig und sehr spannend zu Ende. Der Autor versucht, alle Fragen zu beantworten, auch wenn eine Sache dann doch für meinen Geschmack zu offen blieb ...

Mittwoch, 7. November 2018

[Rezension] Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge - Erin Kelly

Titel: Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge
Autor:  Erin Kelly
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 22. August 2018
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe © Scherz



"Im Sommer 1999 erleben Kit und Laura eine totale Sonnenfinsternis in Cornwall.
Beide sind jung und verliebt, sie sind fest davon überzeugt, dass sie noch viele solche Naturereignisse gemeinsam beobachten werden.

Im fahlen Dämmerlicht danach, als sich der Schatten auflöst, glaubt Laura etwas gesehen zu haben. Eine brutale Vergewaltigung. Doch der Mann bestreitet alles. Die Frau schweigt. Seine Aussage gegen die von Laura.
Monate nach der Gerichtsverhandlung steht die Frau plötzlich vor Lauras und Kits Tür. Schleicht sich auf merkwürdige Weise in ihr Leben. Nur Kit scheint zu sehen, was Beth Taylor wirklich ist: eine Bedrohung.

15 Jahre später leben Laura und Kit unter falschem Namen an einem geheimen Ort. Keine Kontakte in die sozialen Medien, kein Eintrag im Telefonbuch, nur gelegentliche Telefonate. Etwas liegt noch immer im Dunklen, Laura fürchtet es, und sie ahnt, dass sie nur einen Teil des Bildes sieht. Doch dann steht Beth Taylor plötzlich vor Lauras Tür. Und jetzt drängt die Wahrheit mit aller Macht ans Licht…"




"Vier.Zwei.Eins" von Erin Kelly besaß für mich von der ersten Seite an eine gewisse Grundspannung, die ich bei vielen aktuellen Thriller zur Zeit etwas vermisse. Die Autorin schafft es hier, den Leser erst einmal im Ungewissen zu machen. Sie offenbart eine Tat, lässt jedoch offen, wer hier nun Opfer und Täter ist. Dieses Verwirrspiel hat mich von Anfang an magisch in den Bann gezogen,

Klar, das Buch ist in erster Linie ein Roman und ist sehr ruhig, dafür aber sehr tiefgründig und atmosphärisch erzählt. Diese beiden Faktoren sind mir beim Lesen besonders wichtig und deswegen kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ich Erin Kellys Schreibstil sehr passend und mitreißend fand.




- Laura -

Die Autorin hat mit Laura das Bild einer Frau geschaffen, die durch eine einzige "Entscheidung" ihr ganzes Leben aufs Spiel sitzt. So ist es Laura, die sich vor Gericht für das Opfer der "angeblichen" Vergewaltigung einsetzt. doch hat sie wirklich das gesehen und gehört, was sie vorgibt?

In der Gegenwart scheint diese Tat noch immer Wellen zu schlagen. Laura leidet an Panikattacken und verlässt das Haus kaum noch. Sie hat Angst vor Beth, der sie damals vor Gericht geholfen hat. Doch warum eigentlich?

- Beth -

Ist Beth hier Opfer oder Täterin? Die Autorin lässt Beth hier sehr mysteriös erscheinen. So bleibt lange Zeit unklar, ob die Vergewaltigung tatsächlich eine Vergewaltigung war. Direkt nach der Verhandlung und der Urteilsverkündung steht sie nämlich bei Laura und Kit auf der Matte und schleicht sich scheinbar immer mehr in ihr Leben ein!

Ich empfand die Charakter allesamt sehr spannend und facettenreich, gleichzeitig aber auch sehr mysteriös gehalten. Als Leser fiel es mir schwer, einzuschätzen, wen ich hier vertrauen kann und wem nicht!




Mit Thrillern tue ich mich seit einigen Wochen recht schwer, doch nun kam dieses Buch, das eigentlich ein Roman ist, aber mehr Spannung, Atmosphäre und kluge Wendungen besaß, als die letzten meiner gelesenen Bücher auf denen dick "Thriller" auf dem Cover stand.

Tatsächlich entwickelt sich die die Geschichte in "Vier.Zwei.Eins" sehr langsam, aber das braucht der Leser auch, um die verschiedenen Charaktere kennenzulernen. Bis das abgehandelt ist, was der Klappentext bereits wiedergibt, vergeht erst einmal ein Drittel der Geschichte. Bei anderen Büchern hätte ich dies wohl als etwas in Länge gezogen betrachtet, doch hier war alles stimmig.

Erin Kelly baut eine wunderbare Grundstimmung auf und lässt von Anfang viele Frage für den Leser offen. Durch ihre Erzählperspektiven scheinen wir auch nicht das volle Ausmaß der ganzen Handlung präsentiert zu bekommen, sondern immer nur recht subjektive Wahrnehmungen. Wir wissen also nicht, wem wir hier nun glauben oder gar vertrauen können.

So ist da Laura, die einen Mann und eine Frau bei einer Vergewaltigung sieht. Der Mann streitet alles ab, die Frau ist so geschockt, dass sie erst einmal schweigt. Vor Gericht stehen sich hier nur zwei angebliche "Wahrheiten" gegenüber. Aber was ist in dieser Nacht wirklich passiert?

Interessant fand ich auch das Thema "Sonnenfinsternis", das sich durch das ganze Buch zieht. Nicht nur, dass Kit total davon besessen zu sein scheint, jede Finsternis zu sehen, nein, auch im übertragenden Sinne passt es perfekt, haben sich doch auch urplötzlich Schatten über Lauras und Kits Leben gelegt.

Bis zum Ende passieren einige Merkwürdige Dinge und die Autorin schafft es perfekt, den Leser in eine gewisse Richtung zu drängen. Mit dem Ende und vor allem der Auflösung hätte ich niemals gerechnet. Es war mal wieder ein Buch, das hier eine sehr große Überraschung parat hält und mir aufgrund dieser Wendung wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird!




"Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge" von Erin Kelly ist ein ruhiger erzählter Roman, der aber von Anfang an zu überraschen weiß. Die Autorin schafft es meisterhaft, den Leser in eine gewisse Richtung zu drängen und ihm am Ende nicht nur zu überraschen, nein, auch zu schockieren! Eine absolute Empfehlung von mir!

Sonntag, 4. November 2018

[Leserunde] Desperation - Stephen king

Es geht wieder los! Am 5. November startet hier unsere nächste "King"-Leserunde zu "Desperation" und natürlich ist jeder herzlich willkommen, der noch spontan zu uns stoßen will!




Inhalt

"Peter und Mary Jackson geraten auf ihrer Fahrt durch Nevada in einen ausweglosen Alptraum: Ein psychopathischer Fremder verschleppt sie in die verlassene Bergarbeiterstaddt Desperation, wo in einem Minenschacht das Monster TAK haust. TAK ernährt sich aus der Lebensenergie von Menschen ..."

Aufteilung

1. Abschnitt - Anfang bis Erster Teil, Kapitel 4
2. Abschnitt - Erster Teil, Kapitel 5 bis Zweiter Teil, Kapitel 1
3. Abschnitt - Zweiter Teil, Kapitel 2 bis Zweiter Teil, Kapitel 5
4. Abschnitt - Dritter Teil (Komplett)
5. Abschnitt - Vierter Teil, Anfang bis Vierter Teil, Kapitel 4
6. Abschnitt - Vierter Teil, Kapitel 5 bis Ende

Wer liest mit?

Heidi Oehlmann (Autorin)
Ich :D