Montag, 8. Juni 2026

[Rezension] Der Reporter - John Katzenbach


 Titel: Der Reporter 

Autor:  John Katzenbach

Genre: Krimi, Thriller 

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 432
Cover: © Knaur 
Begonnen: 09.05.2026
Beendet: 14.05.2026


Mit John Katzenbach tue ich mich seit jeher recht schwer. In meiner Jugend habe ich ein Buch von ihm gelesen, dass mir wirklich gefiel, doch danach gab es nur noch einige Versuche und abgebrochene Werke. Nun wollte ich ihm aber noch einmal eine Chance geben.

"Der Reporter" beginnt mit einem Mord an einem jungen Mädchen und die Einführung des Journalisten Malcom, der über den Fall berichtet. Anfangs wirkt das Buch sehr träge und es braucht tatsächlich erst mal achtzig Seiten, bevor der Mörder sich telefonisch bei Malcom meldet und ihm zusichert, ganz exklusiv berichten zu dürfen.

Die Telefonate mit dem Mörder sind auch das Herzstück dieses Thrillers, auch wenn sie für meinen Geschmack gerne noch etwas tiefgründiger und böser hätten sein können. Interessant fand ich das Spiel, dass der Täter mit der Presse und auch der ganzen Öffentlichkeit treibt, denn er versetzt die ganze Stadt in Panik und wird praktisch zu einem Star. Hier zeigt sich, welche große und auch gefährliche Rolle der Journalismus oft spielt. Malcom gibt dem Täter hier nämlich eine grandiose Bühne, auf der er sich austobt.

Malcom selbst bleibt leider sehr unsympathisch und in seiner Rolle als Reporter bis zu einem gewissen Punkt sehr emotionslos. Er wirkt zu verbissen und agiert manchmal eher wie eine Maschine als wie ein echter Mensch. Mit ihm mitfiebern war daher nahezu unmöglich für mich.

Die Hintergründe der Morde erschließen sich für den Leser selbst schneller als für Malcom und die Ermittler. Das Finale verläuft recht unspektakulär und echte Wendungen besitzt das Buch leider auch nicht. Ich denke, dass mir die Thriller von John Katzenbach einfach nicht wirklich liegen.


Katzenbach und ich finden wohl nicht mehr zueinander. Für mich war das Buch zu unspektakulär.

Ich vergebe 3 von 5.

Samstag, 6. Juni 2026

[Rezension] Wirbel in Klasse 2 - Enid Blyton


Titel: 
Wirbel in Klasse 2

Autor:  Enid Blyton

Genre: Jugendbuch 

Erscheinungsjahr: 1966

Seitenzahl: 138
Cover: © Schneider Verlag
Begonnen: 07.05.2026
Beendet: 11.05.2026


Mit Enid Blyton und ihren Werken tue ich mich bisher ein wenig schwer. Ein Buch aus der "Tina und Tini"-Reihe gefiel mir ganz gut, ein anderes Kinderbuch von ihr habe ich allerdings abbrechen müssen, weil es mir eine Spur zu diskriminierend war. Den Geschichten merkt man ihre Zeit leider recht stark an, auch "Wirbel in Klasse 2", das eigentlich Band zwei der Dolly-Reihe ist, zeigt ganz offen auf, das auch an einem Mädcheninternat Mobbing zum Alltag gehört.

Es ist das zweite Jahr für Dolly, ihre Freundin Susanne und viele andere Mädchen, die nach Möwenfels zurückkehren und sich mit Streichen, Lästereien und viel Lärm den Schulalltag erträglicher machen. Ich hab mich beim Lesen schon stark im meine eigene Schulzeit zurückversetzt gefühlt. Alles ist sehr laut, unruhig und fast alle Mädchen wollen im Mittelpunkt stehen. Dadurch fiel mir das Lesen nicht sonderlich leicht, denn die ganzen Lästereien waren nicht meins und machten alle Charaktere sehr unsympathisch.

Natürlich haben die Streiche und auch die Verstrickungen untereinander einen gewissen Unterhaltungswert. Es passiert auf wenigen Seiten auch sehr viel und es wird dadurch nie langweilig. Dennoch habe ich mich immer gefragt, wo ein Spaß eben aufhört und wann es beginnt, verletzend zu sein. Zumindest Reue zeigen in diesem Buch zum Ende hin einige Charaktere. Diese Einsicht hat mich ein wenig versöhnlicher gestimmt, aber noch einmal möchte ich das Mädcheninternat nicht besuchen!


Sehr viel Lästereien, Streiche und Lärm bestimmen den Alltag auf dem Mädcheninternat. Unterhaltsam bis zu einem gewissen Punkt, doch es werden zu viele Grenzen überschritten ...
 
Ich vergebe 3 von 5.

Freitag, 5. Juni 2026

[Rezension] Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit - Claire Douglas

 


Titel: Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Autor:  Claire Douglas

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 456
Cover: © Penguin Verlag
Begonnen: 06.05.2026
Beendet: 09.05.2026


Francesca lebt mittlerweile in London als sie einen Anruf von dem Bruder ihrer ehemaligen besten Freundin bekommt. Sophie verschwand eines Tages auf dem alten Pier in ihrer Heimatstadt, nun wurde eine Leiche gefunden. Um endlich die Wahrheit über Sophies Tod herauszufinden, kehrt Francesca in ihre Heimat zurück und findet dort so einige unschöne Wahrheiten heraus.

Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln, vor allem da spürbar ist, dass die Protagonistin etwas verheimlicht. Während Francesca in der Gegenwart mit alten Bekannten redet und dabei Dinge erfährt, die Sophie ihr scheinbar verheimlicht hat, erfahren wir als Leser in einem Strang, der 1997 spielt, genau, was Sophie damals erlebt hat. Hier wird auch schnell klar, dass Francesca keine wirklich gute Freundin war.

Es kommen viele Charaktere vor, die verdächtig erscheinen und etwas mit Sophies Verschwinden zu tun haben könnten. Zudem gibt es einen echten Schockmoment, der alles in ein ganz anderes Licht rückt. Das Ende selbst beziehungsweise die Auflösung habe ich ab einem gewissen Punkt zwar schon so erwartet, aber dennoch war ich bis zur letzten Seite gefesselt. Das war mal wieder ein Thriller, der ganz meinem Geschmack entsprach!


Ein fesselnder Thriller, der nie langweilig wird und einige schockierende Wahrheiten ans Tageslicht befördert. Absolut mein Geschmack!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 3. Juni 2026

[Rezension] Antonias Verdacht - Manfred Witte

 


 Titel: Antonias Verdacht

Autor:  Manfred Witte

Genre: Jugendbuch 

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenzahl: 222
Cover: © Tienemann
Begonnen: 03.05.2026
Beendet: 06.05.2026


Antonia erwacht gefesselt, geknebelt und mit verbundenen Augen aus einer Ohnmacht. Sie weiß nicht, wo sie ist und wer sie entführt hat. Doch dann kehren langsam die Erinnerungen an die letzten Stunden zurück und damit auch an ihren Freund Pauli sowie an den seltsamen Ruven, den sie vor einiger Zeit kennengelernt hat ...

Anfangs hatte ich ein paar Probleme, in diese Geschichte hineinzufinden, denn die Jugendsprache innerhalb von Paulis Clique wird hier doch sehr extrem dargestellt. Sie ist sicherlich authentisch, aber die Lesbarkeit hat darunter etwas gelitten. Irgendwann konnte ich mich damit aber anfreunden und der wirklich spannenden Story dann auch folgen.

Die Entführung selbst nimmt erst mal nur einen kleinen Teil der Handlung ein, denn der Autor fokussiert sich auf die Vorgeschichte. Wir lernen Pauli kennen, mit den Antonia schon eine Weile zusammen ist, obwohl sie gar nicht mal so genau weiß, warum eigentlich und treffen dann auf Ruven, der sich verfolgt führt. Pauli wirkt nicht sonderlich intelligent und lässt sich - als Ruven auftaucht - von seiner Eifersucht treiben.

Ruven ist ein sehr spannender Charakter. Er stammt aus einer reichen Familie, hat jedoch beide Eltern verloren und sucht verzweifelt Anschluss sowie jemanden, der ihm glaubt, dass er verfolgt wird. Antonia weiß nicht, ob Ruven einfach nur schizophren ist oder ob da tatsächlich jemand hinter ihm her ist. Doch dann gerät sie ja selbst in die Fänge einer unbekannten Person. Bis zum Ende bleibt dieser Jugendthriller sehr spannend und auch wenn ich die Auflösung teilweise schon erahnen konnte, hat mich die Geschichte doch sehr gut unterhalten. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter.


Ein spannender Jugendthriller, bei dem man sich aber erst mal an die Sprache der jugendlichen Clique gewöhnen muss! Mir hat er gefallen, auch wenn ich das Ende bereits erahnen konnte.
 
Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 2. Juni 2026

[Rezension] Die Straße der grausamen Träume - Sharon Mortimer

 


 Titel: Die Straße der grausamen Träume (Horror und Schrecken)

Autor:  Scharon Mortimer

Genre: Horror 

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 128
Cover: © Moewig 
Begonnen: 26.04.2026
Beendet: 03.05.2026


Dieses dünne Buch/Heft stammt aus einer Reihe, die in den 2000er Jahren herauskam und die irgendwie damals unbemerkt an mir vorbeigezogen ist. Dabei war ich schon als Teenie dem Horrorgenre verfallen und mochte damals die monatlich erscheinenden Mystery Thriller aus dem Cora-Verlag sehr gerne. Nun habe ich "Die Straße der grausamen Träume" in einen Bücherschrank entdeckt und zusammen mit meinem Mann gelesen.

Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass man als Leser hier kein besonders hohes Niveau erwarten sollte. Die Geschichte ist einfach aufgebaut und lässt sich sicherlich vom Schreibstil gut mit den John-Sinclair-Heften vergleichen. Wir haben hier einen rätselhaften Nebelspuck, der junge Mädchen heimsucht und in den Selbstmord treiben will. Lieutenant Kent Cates macht sich auf die Jagd nach einem schwarzmagischen Magier, der relativ schnell offenbart, was er mit seinem Ritual erreichen will ...

Hätte ich das Buch selbst gelesen und nicht vorgelesen, wäre es wohl nur halb so unterhaltsam gewesen. Es steckt nämlich voller schräger Übersetzungs-, Grammatik- und Rechtschreibfehler, die hier bereits zeigen, dass der Verlag wohl nicht besonders sorgfältig mit dieser Geschichte umgegangen ist. Wir hatten das Gefühl, dass alles auch recht trashig aufgebaut ist und sich der Spuk daher auch recht einfach auflöst am Ende. Es gab damals sicherlich deutlich Stärke Gruselromane in Heftform, dennoch war es ein kleines Stückchen Nostalgie.


Etwas trashig und voller Fehler, aber irgendwie als Vorleselektüre doch ganz nett und ein Stückchen Nostalgie!

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 1. Juni 2026

[Rezension] Something in the Water - Catherine Steadman

  


Titel: Something in the Water

Autor:  Catherine Steadman

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 464
Cover: © Piper 
Begonnen: 01.05.2026
Beendet: 06.05.2026


Das Buch beginnt mit einem Blick in die Zukunft: Erin vergräbt eine Leiche. Um wen es sich handelt, bleibt erst einmal offen. Im Anschluss lernen wir Erin und ihren Verlobten Mark kurz vor der Hochzeit und ihren Flitterwochen kennen. Die Autorin lässt sich hier viel Zeit, die Beziehung der beiden zu beschreiben, aber auch auf die ersten Probleme aufmerksam zu machen. Mark hat nämlich gerade seinen Job bei einer Bank verloren und findet keine neue Anstellung.

Auch wenn sich das Buch zu Beginn nicht wie ein echter Thriller anfühlt, konnte es mich dennoch fesseln. Es war interessant zu sehen, wie Mark und Erin schon vor der Hochzeit auf einige harte Proben gestellt werden. Geld spielt bei beiden eine recht große Rolle und genau das soll ihnen zum Verhängnis werden. Zudem hat Erin, die gerade einen Dokumentarfilm über Gefängnisinsassen dreht, bereits einige Berührungspunkte mit Verbrechern.

Richtig spannend wird die Geschichte erst, als die beiden in ihre Flitterwochen aufbrechen. Auf Bora Bora gehen die beiden Tauchen und finden dabei nicht nur ein unheimliches Wrack, sondern auch eine Tasche. Der Inhalt stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf und bald befinden sie sich im Sog einer riesigen Summe Geld und gleichzeitig auch in den Fängen eines Verbrechens, denn es gibt jemanden, der ihnen schon auf den Fersen ist.

Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen, denn es ist spannend mitzuerleben, wie Erin und Mark - angetrieben von der Verlockung des Reichtums - immer tiefer abrutschen, sich Dinge verheimlichen und ihre Ehe riskieren.
Hier zeigt sich sehr schön, dass Geld sehr viel kaputt machen kann und den wahren Charakter der Menschen ans Tageslicht befördert. Erin und Mark werden zu Fremden und schließlich kämpft jeder nur noch für sich selbst ...


Ein Thriller, der ruhig beginnt, dann aber einen grandiosen Sog entwickelt und den Leser tief in ein Verbrechen hineinzieht.

Ich vergebe 5 von 5.

Sonntag, 31. Mai 2026

[Release-Day] Die Jahreszeiten in Rainfield gehen weiter ...

 RELEASE-DAY "Frühlingsgewitter in Rainfield"


Ich hatte ja durch meine erkrankte Hündin leider einen sehr düsteren Frühling, bin aber echt froh, dass mich das Schreiben dieser Kurzgeschichten wieder etwas aus dem Abgrund herausziehen konnte. Rainfield wurde für mich wieder zu einer Zuflucht und ab heute - also noch vor dem meteorologischen Sommeranfang - dürft ihr auch wieder in meine kleine, verregnete Kleinstadt reisen.

Ich hoffe, dass die Geschichten so stark wie immer sind. Diese letzten Monate steckten ja voller Zweifel und Sorgen und vielen Tränen. Ich habe versucht, alles hineinfließen zu lassen, denn genau das macht auch das Schreiben für mich aus.

Hier nun mehr über die einzelnen Geschichten:

In "Risse" geht es um Darren, der anders ist als seine Mitschüler. Er freut sich, als er eine Einladung zu einer Party erhält, doch diese findet ausgerechnet in der Ramshakle Road statt ...

"Die Farben des Frühlings" erzählt von dem 16-jährigen Vincent, der sehr obsessiv Bilder malt, die alle in seinem Umfeld verstören. Seine kleine Schwester will ihm helfen und ein wenig Farbe in seine Kunstwerke bringen ...

Die Geschichte des Hexenzirkel, der in den


beiden vorherigen Bänden schon eingeführt wurde, wird natürlich auch fortgeführt. Bonny, Red, Laura und Emily werden immer stärker, doch sie halten leider nicht zusammen.

In "Baby Nummer 1639" geht es um eine Hebamme, die sich im Rainhouse mit einem sehr jungen Mädchen trifft, das denkt, schwanger zu sein, obwohl sie nie etwas mit einem Junge hatte ...

"Pollenflug" erzählt von Janice, die aufgrund einer Allergie nur an Regentagen das Haus verlassen kann. Wütend zerstört sie Blumen in einem Garten, was natürlich Folgen haben wird ...

Da ich Tagebuchstorys liebe und damit gerne experimentiere, gibt es in diesem Band auch wieder eine Geschichte in dieser Form. "Liebes Tagebuch, böses Tagegebuch" berichtet von einem Mädchen, das gemeinsam mit ihrem Tagebuch immer böser wird.

Wer sich gefragt hat, welche Geschichte und vor allem Vergangenheit der neue Direktor der Rainfield High besitzt, bekommt in "Timothys Ring" nun Antworten.

"Geduld ist eine Tugend". Genau das muss auch Tammy im Garten ihrer Großeltern lernen, als ein neuer Nachbar dazu kommt und den Frieden stört.

Sheila hasst Blumen, die sich in einer Vase langsam dem Tod nähern. In "Keine Blumen" bekommt sie jedoch täglich mehrere Sträuße zugeschickt ...

In "Das Gewitter" tauschen zwei Freundinnen nach einem Blitzeinschlag die Körper. Die kleine Barbara, die immer jeden beneidet hat, muss jedoch nun erfahren, dass auch andere Leute Probleme haben, die man auf den ersten Blick überhaupt nicht sieht ...

Um einen Serienmörder, der in den 70ern in Rainfield aktiv war, geht es in "Ein sonderbarer Duft". Rionda Davis will die Morde endlich aufklären und den Mörder für ihren Abschlussfilm an der Dropvale Movie Academy stellen. Doch das geht nach hinten los ...

Charly ist "Anders als andere Jungs" und war bisher nie verliebt. Deswegen machen seine zwei besten Freunde ein Date für ihn aus, das anders verläuft als geplant.

Die Fortsetzungsgeschichte aus den vorherigen beiden Bänden geht in "Frühlingsende" weiter. Die Weddingplanerin Summer heißt mit Nachnamen nun Springs, erkennt jedoch, was für ein Langweiler ihr Mann ist. Sie sehnt sich nach dem Sommer, doch der muss für sie mit einer großen Veränderung beginnen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich wieder in Rainfield besucht und mich weiterhin unterstützt, denn dieses Buch ist schok vor drm Releaseday etwas untergegangen.