Dienstag, 4. August 2026

[Spontane Leserunde] Die Taube - Patrick Süskind

 


Es geht weiter mit unserem Sommer der spontanen Leserunden, dieses Mal lesen Sandra Pulletz und ich Patrick Süskinds "Die Taube". Wer spontan mitlesen mag, kann sich uns gerne anschließen!

Leseabschnitte

1. Abschnitt - erstes Drittel

2. Abschnitt - zweites Drittel 

3. Abschnitt - letztes Drittel

Montag, 3. August 2026

[Rezension] Aschenputtel - Kristina Ohlsson

 


 Titel: Aschenputtel

Autor:  Kristina Ohlsson

Genre: Thriller, Krimi

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 496
Cover: © Blanvalet

Begonnen: 01.07.2026
Beendet: 06.07.2026


"Aschenputtel" beginnt mit einem sehr fesselnden Moment in einem Zug, der außerplanmäßig anhält. Eine Mutter steigt aus und wird so von ihrer Tochter getrennt, die daraufhin spurlos verschwindet, nur ihre Sandalen bleiben zurück ...

Ein echter Thriller ist dieses Buch sicherlich nicht, sondern eher ein Krimi, der wohl auch gleichzeitig dazu dient, Alex, Peder und Frederika als Ermittler einzuführen. So gibt es wie es für das Genre typisch ist, auch jede Menge Privates, was mich jedoch mal wieder vom eigentlichen Fall abgelenkt hat. Ich weiß allerdings, dass es Leser gibt, die solch persönliche Einblicke lieben. In diesem Teil geht es vor allem um Frederika, die von ihren Kollegen als sehr empathielos und unfähig betrachtet wird.

Der Fall selbst hat mir gefallen, denn wir bekommen auch teilweise Einblick in den Kopf des Täters. Es gibt auch einige Schockmomente, was hier sehr nahe geht, weil es sich bei den Opfern ja um Kinder handelt.

Das Motiv fand ich passend und die Hintergründe wirklich erschreckend. Zum Ende hin ist allerdings spürbar, dass dies das Debüt der Autorin ist, denn der Täter wird schnell und etwas lieblos präsentiert. Potenzial, sich in den nächsten Bänden zu steigern, ist auf jeden Fall vorhanden. Ich würde tatsächlich auch noch einen Teil der Reihe lesen, wenngleich mich das Privatleben der Ermittler nicht interessiert.



Ein recht klassisch aufgebauter Fall, der aber zu fesseln weiß, wenngleich auch mal wieder viel zu viel Privates der Ermittler enthält.

Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 1. August 2026

[Rezension] Der Sündenbock - Daphne du Maurier

    


Titel: Der Sündenbock

Autor:  Daphne du Maurier

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1959

Seitenzahl: 443
Cover: © Bertelsmann 

Begonnen: 30.06.2026
Beendet: 03.07.2026


Seit "Rebecca", das tatsächlich eins meiner Lieblingsbücher geworden ist, bin ich großer Fan von Daphne du Maurier und sehr begeistert davon, wie vielfätig ihre Werke doch sind. "Der Sündenbock" handelt von zwei Männern, die sich zufällig treffen und sich so ähnlich sehen, dass sie ihre Leben tauschen.

Ganz freiwillig läuft dieser Tausch allerdings nicht ab. Der Engländer John, der aktuell sehr einsam ist und nichts mit seinem Leben anzufangen weiß, erwacht in Jeans Hotelzimmer in der Kleidung seines Doppelgängers. Er erfährt nicht nur, dass Jean ein französischer Graf ist und eine riesige Familie besitzt, sondern taucht auch noch immer tiefer in den Grund dafür ein, wieso Jean sein Leben so einfach aufgibt.

Ich habe nun schon etliche Geschichte über solche Doppelgänger gelesen, die miteinander tauschen, doch nach wir vor finde ich das Thema sehr spannend. John erkennt relativ schnell, wie schwierig das Verhältnis innerhalb der Familie ist, denn Jean hatte Affären und zudem ein großer Lügner. Interessant ist hier, dass John auf seine eigene, ruhige und ehrliche Art versucht, Herr über das ganze Chaos zu werden. Hier zeigt sich, wie unterschiedlich die Männer doch sind und wie schwer es ist, die eigene Identität abzulegen, wenn man in eine andere Rolle schlüpft. Im Grunde blitzt der wahre Charakter immer durch.

"Der Sündenbock" ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer und vielschichtiger Roman. Nur das Ende empfand ich dann als viel zu unbefriedigend und deprimierend. Es mag zu Johns Charakter passen, aber es wäre doch schön gewesen, wenn er auch etwas mehr Selbstbewusstsein aus der ganzen Geschichte mitgenommen hätte! Interessant wäre zudem sicherlich auch einmal ein Kapitel aus Jeans Sicht gewesen, der zur selben Zeit ja auch Johns Leben zerstört hat.


Ein vielschichtiger Roman über zwei Männer, die ihr Leben tauschen. Bis auf das unbefriedigende Ende ein tolles Werk!

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 31. Juli 2026

[Rezension] Wo waren Sie, Dr. Highley? - Mary Higgins Clark

   


Titel: Wo waren Sie,  Dr. Highley?

Autor:  Mary Higgins Clark

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 1992

Seitenzahl: 316
Cover: © Heyne 

Begonnen: 29.06.2026
Beendet: 01.07.2026


Mary Higgins Clark ist mit ihren Büchern fester Bestandteil meines Lebens, denn ihre Geschichten bieten solide und leicht zugängliche Unterhaltung - auch wenn sie selten Highlights sind.

In "Wo waren Sie, Dr. Highley" geht es um einen Arzt, der schon auf den ersten Seiten eine Leiche fortschaffen muss - dabei aber von der Richterin Katie, die zufällig gerade im Krankenhaus liegt, beobachtet wird. Der Täter selbst ist also von Anfang an bekannt, dennoch ist eine gewisse Spannung durch die sehr kurzen Kapitel weiterhin vorhanden.

Mir gefiel das Krankenhaus als Schauplatz und auch der kleine Einblick in die Welt der Medizin, auch wenn das, was Dr. Highley hier tut, wohl in der Realität nicht machbar ist. Es besitzt allerdings einen guten Unterhaltungswert. Mary Higgins Clark hätte hier aber auch gerne mehr Wissen einbauen können.

Weniger gefallen hat mir die Tatsache, dass der Arzt hier viel zu viele Beweise hinterlässt und alles viel zu offensichtlich erscheint. Das ganze Puzzle lässt sich relativ leicht zusammensetzen und Katie war mir in vielerlei Hinsicht zu naiv. Ich verstehe nicht, wieso Frauen in solch älteren Werken immer so schwach dargestellt werden müssen ...



Pure Durschnittskost von Mary Higgins Clark. Für zwischendurch nicht schlecht, da die kurzen Kapitel einen schnellen Zugang ermöglichen, aber ansonsten fehlt einiges, damit diese dünne Story in Erinnerung bleibt ...

Ich vergebe 3 von 5.

Donnerstag, 30. Juli 2026

[Rezension] Die Wahrheit, wie Delly sie sieht - Katherine Hannigan

  


Titel: Die Wahrheit, wie Delly sie sieht

Autor:  Katherine Hannigan

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2015

Seitenzahl: 304
Cover: © dtv

Begonnen: 28.06.2026
Beendet: 30.06.2026


Delly kann einfach nichts dagegen tun, dass sie immer wieder aneckt und Ärger macht. Nun droht sie sogar von der Schule zu fliegen, wenn sie sich nicht endlich ändert. Zum Glück ist da plötzlich die neue Mitschülerin namens Ferris, die nicht spricht und sich nicht anfassen lässt. Es beginnt eine Freundschaft, die keine Worte braucht und die zeigt, wie leicht Akzeptanz doch sein kann ...

Ich empfand Delly als sehr interessante Protagonistin, die mit ihren kreativen Wortschöpfungen auch einen gewissen Humor mit hineinbringt. Mehr noch gefiel mir aber Ferris, die eine unfassbare Ruhe ausstrahlt und gleich mehrere Kinder wie magisch anzieht. Hier zeigt sich schön, dass eine Freundschaft keine Worte benötigt. Die Kinder halten wie selbstverständlich zusammen und verurteilen Ferris nicht. 

Das Buch ist sehr positiv, sieht man von der Vorgeschichte von Ferris ab, die man als erwachsener Leser sicherlich sehr früh schon erahnen kann. Durch die sehr kurzen Kapitel fehlte es mir allerdings ein wenig an Tiefe. Gerade zum Ende hin wird vieles zu schnell erzählt und für mich stand Delly auch zu sehr im Mittelpunkt. Gerne hätte ich auch einmal alles aus Ferris' Sicht erfahren.

Mir hat dieses sensible Buch, das von mehreren sehr unterschiedlichen Kindern, die zueinander finden, erzählt, von der Botschaft dennoch sehr gefallen. An Ferris werde ich wohl noch länger zurückdenken!

 


Ein sensibler Jugendroman, der zeigt, wie leicht Freundschaften entstehen, wenn man einander einfach so akzeptiert wie man ist!

Ich vergebe 4 von 5.

Mittwoch, 29. Juli 2026

[Rezension] Gottlos - Karin Slaughter

  


Titel: Gottlos

Autor:  Karin Slaughter

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 512
Cover: © Rowohlt 

Begonnen: 25.06.2026
Beendet: 29.06.2026

Da mich Karin Slaughter vor einiger Zeit mit "Die falsche Zeugin" wieder daran erinnert hat, wie gerne ich sie in meiner Jugend gelesen habe, griff ich nun zu "Gottlos", das allerdings Teil einer Serie rund um die Ermittler von Grant County ist.

Der Fall selbst ist interessant, denn es geht um ein Mädchen, das lebendig begraben wurde. Die Spur führt schnell zu einer religiösen Farm, auf der Abby zuvor gelebt hat und es wird klar, dass die Wahrheit hinter dem Mord dort verborgen liegt.

Ich kenne die vorherigen Teile nicht, habe aber gespürt, dass hier einige Geschichten der Ermittler und auch der Gerichtsmedizinerin Sara fortgesetzt werden. So geht es um ihre Beziehung zu dem Chief Jeffrey, die nach einem Seitensprung neu entflammt, obwohl noch einiges zwischen ihnen steht. Zeitgleich wird auch von der Polizistin Lena erzählt, die von ihrem Freund geschlagen wird. Diese ganzen privaten Probleme lenken stark vom eigentlich Fall ab.

"Gottlos" war für mich kein echter Thriller, denn es gab so gut wie keine Spannung. Die Ermittlungen innerhalb der Sekte liefen sehr ruhig ab und bestanden im Grunde nur aus Gesprächen, die zeigen sollten, wie fanatisch die Gemeinschaft ist. Mir fehlte hier auch das Originelle, denn irgendwie lag das Motiv für den Mord dadurch auch schnell auf der Hand.

Dieses Buch hat mir mal wieder klar gezeigt, wieso ich mit Ermittlerkrimis selten etwas anfangen kann. Die ganzen klischeehaften Probleme, die zu sehr vom eigentlichen Fall ablenken, langweilen mich. So war es für mich auch hier schwer, bis zum Ende am Ball zu bleiben. Eine echte Wendung gab es hier leider auch nicht. Das Buch hat sich für mich leider nicht gelohnt. 


Für mich war "Gottlos" wieder einmal ein typischer Ermittlerkrimi, in dem die persönlichen Probleme zu sehr vom eigentlichen Fall ablenken. Die breite Masse an Lesern scheint das zu lieben, mich langweilt es zu Tode ...
Ich vergebe 2 von 5.

Montag, 27. Juli 2026

[Rezension] Das Labyrinth der träumenden Bücher - Walter Moers

  


Titel: Das Labyrinth der träumenden Bücher 

Autor:  Walter Moers

Genre: Fantasy

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 432
Cover: © Knaus

Begonnen: 24.06.2026
Beendet: 28.06.2026


Da mich "Die Stadt der träumenden Bücher" regelrecht umgehauen hat, wollte ich direkt in die Fortsetzung eintauchen, was bei mir - als Leser, der keine Reihen mag - absolut selten ist. Die Geschichte spielt nun 200 Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Band. Hildegunst von Mythenmetz ist nun ein gefeierter Schrifsteller, hat jedoch seine Inspiration verloren und schreibt ohne echte Leidrnschaft. Als er einen Brief mit einem schlechten Manuskript und einer eindeutigen Botschaft bekommt, macht er sich auf den Weg nach Buchhaim, das nach dem Brand neu errichtet wurde.

Vom Stil und der Sprache besitzt diese Fortsetzung auf jeden Fall dasselbe Niveau wie der Vorgänger und auch die Illustrationen haben mir wieder gut gefallen. Leider ist die Handlung in diesem Buch wirklich sehr dünn und ein echtes Abenteuer erwartet den Leser hier leider auch nicht. Stattdessen erkunden wir Buchhaim und werden praktisch mit Fakten bombardiert.

Sehr ausschweifend wird auch der Puppetismus behandelt. Mythenmetz scheint - wie es sich für einen Autor gehört - regelrecht besessen von dem Thema zu sein. In seinem Nachwort entschuldigt sich der Autor selbst für die Ausschweifungen, aber irgendwie hat es für mich dennoch meine Euphorie für Zamonien etwas gedämpft.

Eigentlich ist es recht sympathisch und menschlich, dass dieser Teil nun so viele Schwächen aufweist. Das passt sogar ganz gut zu einem Schriftsteller, der die Inspiration und Liebe zum Schreiben verloren hat. Ich war von diesem Buch aber dennoch sehr enttäuscht, besonders da die Geschichte wohl erst im dritten Teil, den ich nicht besitzte, wirklich beginnt und mir hier alles recht leblos vorkam ...




Leider besitzt der zweite Band kein echtes Abenteuer und beschäftigt sich nur mit Buchhaim und dem Puppetismus und das auf sehr trockene, leblose Art. Schade!

Ich vergebe 3 von 5.