Montag, 23. Juli 2018

[Rezension] Lockwood & Co. - Das flammende Phantom (Band 4) - Jonathan Stroud

Titel: Lockwood & Co. - Das flammende Phantom (Band 4)
Autor: Jonathan Stroud
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 28. November 2016
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe © cbj

Achtung! Band 4 einer Reihe, Rezension enthält Spoiler!




"Im vierten Abenteuer um die Geisterjägeragentur Lockwood & Co. bekommen Anthony Lockwood und George es mit einem besonders schrecklichen Verbrechen zu tun. Die Spur hinter dessen dunklem Geheimnis führt sie mitten ins Herz der Londoner Gesellschaft. Um diesen Fall zu klären, müssen sie alle Kräfte mobilisieren und so bitten sie die in Geisterdingen hochbegabte Lucy, als Beraterin in die Agentur zurückzukehren. Doch die Freunde ahnen nicht, wie sehr diese Nachforschungen sie selbst in ihren beruflichen und persönlichen Grundfesten erschüttern werden und dass sie damit Kräfte auf den Plan rufen, die selbst sie nicht mehr kontrollieren können ..."




Ich bin ja schon ein wenig Stolz, dass ich es einmal schaffe, eine Reihe tatsächlich kontinuierlich fortzusetzen. Das liegt aber vor allem an diesem witzigen und originellen Dreiergespann, das Jonathan Stroud hier erschaffen hat. Noch immer habe ich großen Spaß Lucy, Anthony und George bei ihren Abenteuern zu begleiten.

Auch den Schreibstil fand ich hier wieder genial, auch wenn es zu Beginn alles etwas melancholischer erscheint, da Lucy ja nun als selbstständige Geisterjägerin unterwegs ist. Auch der Sarkasmus kam hier ein wenig kürzer als in den anderen Teilen, aber darüber konnte ich hinwegsehen!




Die Charaktere brauche ich nach dem mittlerweile vierten Band wohl nicht mehr beschreiben. Ich kann aber sagen, dass ich Lucy, als auch Anthony und George mittlerweile wirklich in mein Herz geschlossen habe!

In "Das flammende Phantom" ist Lucy hierbei anfangs auf sich allein gestellt. Sie hat die Agentur ja aus Angst um Anthony verlassen und schlägt sich nun als selbstständige Agentin durch. Den Schädel hat sie mitgenommen, was für ein wenig Humor in ihrem recht tristen Alltag sorgt.

Es ist eindeutig, dass Lucy die Zeit bei "Lockwood & Co." vermisst und so ist sie froh, dass sie von Anthony als Beraterin in einem sehr schweren Fall dazugeholt wird. Endlich sind die drei wieder vereint und mittlerweile habe ich mich als Leser auch etwas an Holly gewöhnt. (Auch wenn ich wohl kein Riesenfan von ihr werde!)

Dennoch ist in dem Buch eine ganz andere Spannung zwischen den drei Ermittlern. Ich empfand es aber als passend und ich muss sagen, dass ich immer noch darauf warte, dass Anthony und Lucy zueinander finden!

Wie in den anderen Büchern gibt es auch hier ein paar Fälle zu lösen, anfangs von Lucy allein, dann mit der ganzen Gruppe, die hier auch noch unerwartet weiteren Zuwachs bekommt. Obwohl mir hier wieder ein wenig der Grusel gefehlt hat, muss ich doch sagen, dass der Autor wieder eine spannende Geschichte konstruiert hat und viele tolle Ideen eingebaut hat.

Der große Showdown ist natürlich wieder spektakulär und konnte mich fesseln. Und natürlich gibt es wieder einen gemeinen Cliffhanger, der einen förmlich zwingt, die Reihe sofort fortzusetzen,




Lucy geht hier anfangs ihren eigenen Weg, findet aber zum Glück schnell zur Agentur zurück. Wieder ein spannendes Abenteuer, weniger gruselig als die Vorgänger, aber dennoch ein echter Lesespaß! Ich bin auf den letzten Band gespannt!

Freitag, 20. Juli 2018

[Rezension] Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich - Karen Hamilton

Titel: Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich
Autor:  Karen Hamilton
Genre: Psychothriller, Roman
Erscheinungsdatum: 9. Juli 2018
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!




"Juliette Price weiß genau, was sie will und wen sie will. Um ihrem Freund Nate nahe zu sein, wird sie Flugbegleiterin bei der Airline, für die er als Pilot arbeitet. Sie sind füreinander bestimmt, da ist Juliette absolut sicher. Dass Nate vor ein paar Monaten mit ihr Schluss gemacht hat, bedeutet nichts. Denn Juliette hat einen Plan, wie sie ihn zurückgewinnen wird. Sie ist die perfekte Freundin, und sie wird ihm zeigen, wie sehr er sie in seinem tiefsten Inneren noch liebt – und wenn er sie dafür erst einmal fürchten lernen muss ..."




In letzter Zeit konnten mich ja so einige Psychothriller rundum begeistern und nun gesellt sich auch noch ein weiterer dazu: "Perfect Girlfriend" von Karen Hamilton ist die Geschichte einer verlorenen Frau, die einen Mann für ewig an sich binden will. Dass sie dabei sich selbst verliert und einer "Perfektion" anstrebt, die in Wahrheit nur eine Illusion ist, scheint sie überhaupt nicht zu merken.

Ich finde es großartig, welch frischer Wind momentan im Bereich der Psychothriller doch aufkommt. Karen Hamilton beschränkt sich hierbei auf eine altbekannte Thematik, schafft es aber meisterhaft, eine Protagonistin zu erschaffen, die ihren eigenen, bösen Weg geht und dabei furchtbar sympathisch wirkt. Ich habe Juliette Price geliebt!




- Juliette Price -

Juliette Price wurde von ihrem Exfreund auf recht schmerzliche Art un Weise verlassen. Ihm war die Beziehung zu intensiv, zu eng und so verlangt er mehr Freiraum. Darauf lässt sich Juliette dann auch ein, doch heckt bereits einen Plan aus, wie sie ihn ewig an sich binden kann. Schließlich liebt er sie ja, genau wie sie ihn, oder?

Nach und nach wird auch Juliettes Vergangenheit aufgerollt. Schon der Prolog deutet an, dass ihre Kindheit ziemlich abrupt zum Stillstand kam. Hier verliert sie nämlich ihren kleinen Bruder und gibt sich selbst dafür die Schuld.

Juliette ist eine Soziopathin, die sich selbst in eine Liebe hineinsteigert, die es überhaupt nicht gibt. Zeitgleich hat sie sich in den Kopf gesetzt, auch noch das Leben anderer Menschen zu zerstören und was soll ich sagen? Ich fand Juliette verdammt interessant und muss gestehen, dass ich vollkommen auf ihrer Seite stand. Teilweise habe ich sie beim Lesen sogar angefeuert, auch wenn natürlich ein melancholischer Unterton vorhanden ist. Denn eigentlich verdient sie echtes Glück, nicht solch ein erzwungenes!

- Nate -

Irgendwann lernt der Leser auch Nate persönlich kennen und was soll ich hier sagen? Er ist der Typ Mann, von dem jede Frau die Finger lassen sollte. Nate will sich nicht binden und am besten keine Verantwortung übernehmen! Was Juliette an ihm fand? Es ist hier wohl die Liebe (oder doch der Hass?) der sie antreibt!




Nach dem Prolog, der bereits eine traurige Kindheitserinnerung aufgreift, lernen wir Juliette kennen, die gerade ein Trainee absolviert, um Flugbegleiterin zu werden. Hoch in der Luft, so denkt sie, wird sie ihren Nate, der als Pilot arbeitet, schon wieder für sich gewinnen können. Mit Juliette gemeinsam tritt der Leser also hier den Weg in eine Zukunft an, die Juliette als perfekt empfindet. Sie verändert sich vollkommen, sowohl äußerlich, als auch vom Charakter, nur damit sie ihren großen Plan, Nate zurückzugewinnen, endlich in die Tat umsetzen kann.

Es wird schnell klar, dass die Art der Perfektion, die Juliette hier anstrebt, überhaupt nicht existiert. Sie verliert sich selbst in einem Wahn und gleichzeitig in einer Wunschvorstellung, ja in einem großen Traum, der überhaupt nicht erreichbar zu sein scheint. Sie vergisst nämlich eins: Zur Liebe gehören immer noch zwei Personen.

Nach außen verstellt sich Juliette, schließt Freundschaften, die ihr vielleicht von Nutzen sein können, verliert sich innerlich aber komplett. Das empfand ich teilweise als sehr traurig, dennoch stand ich beim Lesen auf ihrer Seite. Ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass es für sie doch irgendwie noch gut ausgehen könnte, ja, das sie endlich das bekommt, was sie verdient.

Die Autorin hat hier eine furchtbar sympathische Antiheldin geschaffen, eine Soziopathin, die wenn es sein muss, auch Leben zerstört und über Leichen geht. Der Roman ist hierbei zwar sehr ruhig und auch sehr geradlinig erzählt, besitzt aber viele tolle Spannungsmomente. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so mitgefiebert habe ich mit Juliette!

Da unsere Protagonistin als Flugbegleiterin arbeitet, gibt es sehr viele Handlungsorte und vor allem auch sehr viele interessante Einblicke in das Leben der Stewardessen. Hier hat die Autorin auf jeden Fall ihre eigene Berufserfahrung mit eingebracht und auf den Flügen, als auch in den verschiedenen Ländern für Abwechslung gesorgt.

Die Geschichte steigert sich bis zum Ende, das dann allerdings vollkommen plötzlich kommt und eigentlich fast alles offen lässt. Ich mag offene Enden sehr gerne, aber hier hätte ich mir tatsächlich doch irgendeine Richtung gewünscht, die zumindest angedeutet wird. Tatsächlich war ich vom Ende hier ein wenig enttäuscht ... 




"Perfect Girlfriend - Du weißt, du liebst mich" ist zwar ein ruhig erzählter Psychothriller, dessen Stärke aber eindeutig in der Protagonistin liegt. Das Buch ist hier wohl nicht für jeden Leser geeignet, denn Juliette ist alles andere als die typische 0815-Hauptcharakterin. Um ihre recht eigene Geschichte zu verstehen, muss man wohl selbst leicht verrückt oder halt offen für das Leben einer Soziopathin sein. Ich bin dann wohl beides ...

Donnerstag, 19. Juli 2018

[Rezension] Spiele-Comic Noir: Gefangen!

Titel: Spiele-Comic Noir: Gefangen
Autor:  Mc & Manuro
Genre: Spiele-Comic
Erscheinungsdatum: 1. Mai 2018
Cover und Inhaltsangabe © Pegasus Spiele



"Deine halbwüchsige Tochter wurde auf offener Straße verschleppt! Die Entführer kontaktieren dich und fordern dich auf, dich in einem verlassenen Herrensitz mitten im Wald einzufinden, wo sie deine Tochter gefangen halten! Ohne zu zögern begibst du dich dorthin und musst bald erkennen, was in Wahrheit hinter der Entführung steckt und wen die Entführer wirklich wollen – dich! Aber zum Glück bist du hier der Held und kannst im Wettstreit gegen die Zeit mit den passenden Entscheidungen und auch dem nötigen Maß an Feuerkraft alles zu einem guten Ende bringen."




Nachdem ich mittlerweile schon einige Fälle mit den beiden Spiele-Comics rund um "Sherlock Holmes" lösen durfte, stand nun ein eher düsteres Abenteuer auf den Plan. Mit "Gefangen" startet Pegasus Spiele eine neue Reihe, die hier mit dem Verschwinden eines Mädchens beginnt. Wir, der Vater der Entführten, müssen unsere Tochter finden, die irgendwo in einem alten Herrenhaus festgehalten wird.

Dabei stellen sich uns so einige Gefahren in den Weg. Wir müssen selbst entscheiden, welchen Fährten wir folgen, welche Gegenstände wir mitnehmen und wann benutzen und wir müssen jeden einzelnen Raum gut durchsuchen. Hier verstecken sich oftmals kleine Details, die man auf dem ersten Blick nicht wahrnimmt.

Aber erst einmal zurück zum Anfang. Hier gibt es erst einmal einen Charakterbogen. Man kann Werte für Stärke, Geschick und Willenskraft vergeben und findet außerdem seine Gesundheitsanzeige und einen Zeitstrahl. In diesem Abenteuer arbeitet die Zeit nämlich gegen uns, was noch einmal für einen ordentlichen Adrenalinschub sorgt. Als Spieler müssen wir zahlreiche Entscheidungen treffen, dabei aber auch die kleinen "Sanduhrsymbole" im Auge behalten. Läuft die Zeit ab, ist auch unsere Tochter verloren ...

Doch nicht nur die Zeit stellt ein echtes Problem dar. Im Herrenhaus selbst gibt es noch einige Überraschungen, ja, ganz böse Überraschungen. Hier waren wir teilweise echt geschockt, was für Auswirkungen eine einzelne Entscheidung doch nehmen kann. Bei unserem ersten Versuch (Ich habe das Buch wieder mit meinem Mann gelesen) sind wir auch direkt gestorben, bevor wir unsere Tochter finden konnten. Beim zweiten Versuch kamen wir zwar bis zum Ende, aber es war ein bitterböses ...

Überrascht waren wir, wie viele Entscheidungsmöglichkeiten und Räume es doch gibt. Auch die Hintergrundgeschichte hat uns gut gefallen und war ausgesprochen atmosphärisch eingebaut. Teilweise hatte ich tatsächlich Herzrasen, als es wieder einmal brenzlig wurde und ich habe mich tatsächlich wie der Held dieser Geschichte gefühlt. Ein wahnsinnig toller Spiele-Comic, den man wirklich unzählige Male spielen kann, da es wirklich sehr viele Dinge zu entdecken gibt!




Dieser Spiele-Comic hat uns absolut in den Bann gezogen. Wir haben ihn bereits zwei Mal gespielt und immer wieder neue Sachen entdeckt. Ein tolles, gruseliges und vor allem atmosphärisches Abenteuer, in dem man selbst die Entscheidungen trifft. Ein echtes Highlight!

Dienstag, 17. Juli 2018

[Buch vs. Verfilmung] Letztendlich sind wir dem Universum egal

Cover © FJB


Erst im letzten Monat habe ich "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan gelesen und war tatsächlich hin und weg von der Geschichte rund um A, der/die keinen Körper hat und jeden Tag in einem anderen Menschen aufwacht. Die Botschaft des Buches hat mich berührt, da
es hier um so viel mehr geht als um eine simple Liebesgeschichte. Es geht um die Unterschiede, die uns alle zu etwas Besonderem machen, es geht um Akzeptanz und darum, dass die Welt voller Farben ist und dass genau dies etwas Wunderschönes ist.

"Letztendlich sind wir dem Universum egal" hat mich dabei nicht nur an einer Stelle zum weinen gebracht. Ich habe es geliebt, dass wir mit A gemeinsam jeden Tag einen anderen Menschen kennenlernen. So wachen wir in den unterschiedlichsten Personen auf und schnell wird klar, dass es auf die Seele ankommt und nicht auf die Hülle!

Für mich war das Buch im Jugendroman-Bereich ein echtes Highlight und ich werde das Buch in einigen Jahren wohl auf jeden Fall noch einmal lesen!




Natürlich musste ich im Anschluss an das Buch auch noch den Film sehen. Im Vorfeld war mir bereits klar, dass es schwer sein wird, die Gedankenwelt von A auf der großen Leinwand darzustellen. Zugegebenermaßen war ich erst einmal enttäuscht, dass der Film fast vollständig aus Rhiannons Sicht erzählt wird. Meiner Meinung nach war sie im Buch allerdings nur eine Art Wegweiser für A, die Liebesgeschichte selbst stand für mich hier nämlich gar nicht so sehr im Fokus.

Die Verfilmung von "Letztendlich sind wir dem Universum egal" geht hier eindeutig mehr in die Richtung Teenie-Liebesfilm. Im Fokus des Ganzen steht Rhiannon, dargestellt von Angourie Rice, die für mich hier leider viel zu wenig Emotionen rüberbringen konnte. Das ist sehr schade, denn dadurch war der Film leider tatsächlich "nur" ein netter Teeniefilm, der mich emotional nicht direkt berühren konnte.

Für Fans des Buches ist die Verfilmung aber dennoch ein Muss - solange nicht mit zu hohen Erwartungen an die ganze Sache herangegangen wird. Während das Buch sich intensiv mit den verschiedensten Menschen beschäftigt, in denen A erwacht, geht es hier aber zentral um die Liebesgeschichte. Natürlich muss sich auch A selbst finden, aber dies bleibt doch etwas im Hintergrund, was ich sehr schade fand.




Diese Verfilmung beweist wieder einmal, dass nicht jede Geschichte, die auf dem Papier funktioniert, auch als Film klappt. Für mich war das Buch von der Botschaft her einfach wundervoll, ich habe es geliebt, mit A in den verschiedensten Menschen aufzuwachen und die vielen kleinen Unterschiede zu entdecken, die jeden von uns zu etwas Besonderem machen! Der Film wirkte auf mich daher sehr abgeschwächt, ohne große Emotionen und ohne Nachklang. Ich empfehle eindeutig, zu erst das Buch zu lesen und dann dem Film, ganz unvoreingenommen, eine eigene Chance zu geben. Er ist meiner Meinung nach unterhaltsam, aber nicht mit dem Buch vergleichbar!

Sonntag, 15. Juli 2018

[Rezension] Der Tag an dem Cooper starb - Rebecca James

Titel: Der Tag an dem Cooper starb
Autor:  Rebecca James
Genre: Jugendbuch, Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 9. Juli 2018
Anzahl der Seiten: 368
Cover und Inhaltsangabe © cbt

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar! 




"Als Coopers Leiche am Fuß der Klippen gefunden wird, lautet die offizielle Version: Selbstmord. Doch Libby, Coopers Freundin, kann das nicht glauben – Cooper und sie waren doch glücklich, es war die ganz große Liebe. Warum sollte er sich das Leben nehmen? Auf der Suche nach Antworten stößt Libby auf ein Netz von Lügen und Täuschung. Während die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen, beginnt Libby zu ahnen, dass hinter Coopers Tod ein abgründiges Geheimnis steckt ..."




Endlich kam ich mal wieder in den Genuss eines Jugendthrillers, der mich von der ersten Seite an in den Bann ziehen konnte. "Der Tag, an dem Cooper starb" beginnt hierbei bereits mit dem angeblichen Selbstmord Coopers. Natürlich kennt der Leser selbst Cooper zu Beginn nicht und daher war es schwer, hier etwas zu empfinden, doch die Autorin rollt dann nach und nach die Geschichte von Anfang an auf. So lernen wir Cooper und sein Umfeld kennen und haben dabei immer im Hinterkopf, dass er bald sterben wird ...

Mir hat der Schreibstil hier unfassbar gut gefallen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, einmal "Jetzt" und dann "Damals", was hier für Spannung sorgt. Die Abschnitte aus der Gegenwart sind relativ kurz gehalten, hier erfahren wir, wie das Umfeld Coopers mit alledem umgehen. Sehr beklemmend wird hier beschrieben, wie besonders Libby versucht, wieder den Boden unter den Füßen zu finden und letztendlich auch die ganze Wahrheit über Coopers Tod herausfinden will? Doch kann diese Wahrheit überhaupt etwas ändern?

Neben den verschiedenen Zeitebenen ist zudem jedes Kapitel aus einer anderen Sicht. So lernen wir Libby, Coooper, Claire und Sebastian näher kennen. Sie alle scheinen in die Tragödie involviert zu sein.




- Libby -

Libby und Coopers Liebesgeschichte wird hier von Anfang an aufgerollt. Wir erleben mit, wie Libby auf Cooper trifft, wie die beiden sich näher kommen und wie sie sich letztendlich unsterblich ineinander verlieben.

Libby selbst ist ein herzensguter und sehr ehrlicher Mensch. Sie bringt eine gewisse Normalität in Coopers Leben. Er muss sich durch sie keine Gedanken mehr um Ansehen oder Geld machen. Bei ihr kann Cooper einfach frei sein.

- Cooper -

Auf der anderen Seite steht dann natürlich Cooper. Auf den ersten Blick scheint er recht wenig mit Libby gemein zu haben, doch dennoch kommen sie sich näher und Cooper lernt endlich sich selbst kennen.

Ich empfand Cooper als sehr interessanten und vielschichtigen Charakter. Während er anfangs durch seinen Freundeskreis geprägt war, lernt er im Verlauf der Geschichte, was es heißt, eigene Entscheidungen zu treffen und dass es vollkommen in Ordnung ist, sich zu verändern und sich neuzuorientieren.

- Claire -

Claire war einst mit Cooper zusammen, doch die Beziehung der beiden endete auf recht schmerzvolle Art und Weise. Cooper selbst will nichts mehr von Claire wissen, doch Claire hängt noch immer an ihm und kann es nicht ertragen, dass er jetzt mit Libby zusammen ist.

Claire selbst hielt ich zu Beginn der Geschichte für einen furchtbar von Neid zerfressenden Menschen. Doch dieses Bild hat sich schließlich gewandelt, denn sie ist im Grunde eine zerbrochene junge Frau, die ihren Weg einfach noch nicht gefunden hat!

- Sebastian -

Sebastian kann man oberflächlich betrachtet als echten Snob bezeichnen. Er stammt aus einer angesehenen Familie, hat Geld und schmeißt die coolsten Partys. Doch dass auch er nicht wirklich glücklich ist, wird schnell klar.

Die Beziehung zu seinem Vater ist durch Sebastians Homosexualität gestört und so klammert er sich an seinen besten Freund Cooper, in den er wohl auch etwas verliebt ist. Er erträgt es ebenfalls nicht, dass Cooper nun mit Libby zusammen ist und kaum noch Zeit für ihn hat ...




"Der Tag, an dem Cooper starb" war von Anfang an ein Jugendthriller ganz nach meinem Geschmack. Das Buch beginnt sofort mit der schockierenden Nachricht vom Tode Coopers. Angeblich hat er Selbstmord begangen, doch seine Freundin Libby will da nicht so recht dran glauben.

Der Leser erfährt nun erst einmal ganz ausführlich die Liebesgeschichte von Cooper und Libby, die natürlich einen fahlen Beigeschmack besitzt, da wir bereits wissen, dass Cooper bald sterben wird. So süß ich die Kennenlerngeschichte der beiden auch fand, so traurig hat sie mich zeitgleich aber auch gemacht.

Der Autorin ist es auf jeden Fall gelungen, sämtliche Charaktere sehr vielschichtig zu beschreiben. So hat irgendwann jeder, wirklich jeder, ein Motiv, Cooper zu hassen. Viele der Freunde der beiden sind von Anfang an gegen die Beziehung, da Libby und Cooper aus verschiedenen Schichten kommen. Doch Cooper findet sich durch Libby selbst und stellt damit auch sein eigenes Umfeld in Frage.

Zentrales Thema dieses überaus spannenden Jugendthrillers ist auf jeden Fall die Frage nach der Popularität. Dieses typische Schubladendenken, das es wohl überall auf der Welt gibt, zwängt hier unseren Cooper, der einfach nur sich selbst finden will, furchtbar ein. Ist das etwa der Grund, warum er beschließt, Selbstmord zu begehen?

Im Verlaufe der Geschichte kommen so einige Geheimnisse ans Tageslicht. Geheimnisse, die auf den erste Blick gar nicht so tragisch erscheinen, aber dennoch weitreichende Folgen haben. Durch die unterschiedlichen Perspektiven setzt sich das Puzzle nach und nach zusammen. Als Leser habe ich zwar ab einen gewissen Punkt geahnt, was nun hinter allem steckt, dennoch hat mich aber das Ende so sehr mitgenommen, dass ich tatsächlich mit den Tränen kämpfen musste.




Für mich war "Der Tag, an dem Cooper starb" daher ein ungemein fesselnder und berührender Jugendthriller mit einer wichtigen Thematik und vielen Gänsehautmomenten. Wer Jugendthriller genauso liebt wie ich, sollte dieses Buch unbedingt lesen!


Freitag, 13. Juli 2018

[Leseprobe] "Impa & Way und die Namen des Bösen" - Jeidra Rainey

Heute erscheint mein nächstes Jugendbuch als Ebook und ich dachte, ich präsentiere euch direkt einmal das erste Kapitel aus Impas Sicht. Viel Spaß beim Lesen!

-1-

Impa Krämer hasste es, zu warten. „Zeit totschlagen“, so nannten es die Leute mit einem Schmunzeln, unwissend, wie wertvoll jede einzelne verlorene Sekunde doch war. Das Leben konnte so schnell vorbei sein.
Ich schlage gerade die Zeit tot, dachte Impa. Ich trete sie mit den Füßen und spucke sie, wenn sie keuchend am Boden liegt, auch noch an. Ich könnte genauso gut einen Vorschlaghammer nehmen und mir damit den Schädel einschlagen.
Impa versuchte stets, jede einzelne Minute und jede Sekunde zu nutzen. Sich einfach abzulenken, damit ihre kostbare Lebenszeit verstrich, widerte sie an. Seit sie Jayden kannte, war sie aber genau dazu gezwungen.
Jayden war eigentlich kein schlechter Kerl. Hin und wieder konnte er ganz erträglich sein. Dann brachte er sogar den einen oder anderen halbwegs klugen Satz über die Lippen.
Sein Problem, das damit auch Impas war, bestand darin, dass er einfach kein Interesse an einer festen Freundin hatte. Kein Interesse und keine Zeit, aber das wollte er sich nicht eingestehen. Ein Kerl wie er brauchte eine Freundin an seiner Seite, eine besonders pflegeleichte.
Impa saß wieder einmal in seinem Auto und zählte die Minuten, bis er endlich aus dem Fitnessstudio kam. Ein dreißigminütiges Training musste für ihn täglich sein, ansonsten fühlte er sich nicht wohl in seiner Haut.
Zweimal war Impa mit ihm gegangen, aber Sport war so gar nichts für sie. Das monotone Training an den Geräten hatte sie gelangweilt. Hinzu kamen die stöhnenden und schwitzenden Menschen, deren gaffende Blicke sie nicht ertragen hatte. Das war nicht ihre Welt.
Sie fragte sich, warum jemand freiwillig so viel Geld bezahlte, um ein stinkendes Studio zu besuchen, während im Wald ausreichend Trainingsgeräte zur freien Nutzung zur Verfügung standen. Vielleicht war ihnen der Waldboden zu schmutzig für die teuren Sportschuhe, die ein jeder von ihnen trug oder aber es gab dort, in der Einsamkeit der Natur, einfach nicht genügend Bewunderer.
Die halbe Stunde war um. Nun würde Jayden nur noch zehn Minuten brauchen, um sich umzuziehen und fünf weitere für ein Gespräch mit seinen Freunden vor dem Eingang. Ein monotoner Ablauf.
Impa blätterte ein letztes Mal die Bücher durch, die sie im Anschluss zur Bibliothek bringen wollte. Ihre Lieblingsstellen hatte sie nun schon viel zu oft gelesen.
Hätte sie doch bloß einen eigenen Führerschein, aber dafür hatte sie weder das Geld noch das nötige Selbstvertrauen. Sie sah sich selbst durch ihre Schusseligkeit bereits als Gefahr für den Straßenverkehr. Niemand sollte ihr die Macht über ein Auto geben, konnte sie doch nicht einmal richtig Fahrradfahren.
Jayden trat mit zwei von seinen Freunden aus dem Fitnessstudio. Durch die regennasse Windschutzscheibe konnte Impa sein verzerrtes, lachendes Gesicht erkennen. Er war glücklich, frei und unbeschwert. All das würde er ablegen, sobald er das Auto betrat.
Jayden redete kurz mit seinen Kumpels und verabschiedete sich. Als er in sein Auto stieg und Impas Anwesenheit registrierte, verkrampfte sich sein kantiges Gesicht. Seine blauen Augen wurden matt und sein durchtrainierter Körper fiel auf dem Fahrersitz in sich zusammen.
Er beugte sich zu ihr, um ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange zu geben. „Sorry, dass es so lange gedauert hat!“
„Können wir jetzt bitte zur Bibliothek fahren?“ Impa deutete auf die Uhr auf seinem Armaturenbrett. „Sie schließt in einer Stunde!“
Impa hatte sich bereits den ganzen Tag darauf gefreut, durch die Gänge mit den teils alten und teils neuen Büchern zu schlendern, die interessantesten Werke herauszuziehen, sich vom Klappentext verzaubern und in eine andere Welt entführen zu lassen. Die Bücherei war ihr Rettungsanker, der einzige Lichtblick am Ende eines trüben Tages.
„Also …“ Jayden sah gequält aus. „Eigentlich wollte ich mich noch mit Henry und den anderen Jungs in dem neuen Pub in der Stadt treffen … Da findet eine Eröffnungsparty statt!“
„Was?“, fragte Impa. Sie spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, angetrieben von ihrer Enttäuschung, aber auch einem Gefühl, das ihr vollkommen fremd war. „Heißt das …?“
„Hey!“ Er legte ihr eine Hand auf den Arm. Die Berührung tröstete sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie fühlte sich falsch an.
„Ich kann dich noch zur Bibliothek bringen“, bot Jayden ihr an und betrachtete sich im Rückspiegel. „Zurück musst du dann aber laufen!“
„Laufen?“ Impa konnte es nicht glauben. „Du weißt aber schon, wo ich wohne?“
„Oder du fragst eine Freundin, ob sie dich abholen kann“, schlug Jayden vor und fuhr sich mit den Fingern über seine gezupften Augenbrauen, um sie in Form zu bringen.
Innerlich lachte und weinte Impa. Sie hatte keine Freunde. Niemand konnte sie zu ihrer kleinen Wohnung bringen, die sich im nächsten Dorf befand. Hätte sie doch bloß ihr Fahrrad genommen …
„Du kannst auch mit zum Pub kommen!“ Jayden musste selbst über diesen dämlichen Vorschlag grinsen. „Du kannst ja im Auto warten, das machst du ja eh so gerne …“
In diesem Moment zerriss etwas in Impa. Sie nahm an, dass es ihr Geduldsfaden war. „Ist das dein Ernst?“
Jayden trennte sich von seinem Spiegelbild. „Du kannst natürlich auch mit reinkommen, aber das willst du ja wohl nicht, oder? Du findest Menschen ja eh scheiße!“
Impa drückte ihren Rucksack mit den Büchern an sich. Eine einsame Träne landete direkt auf dem Reißverschluss.
„Hey!“ Jayden seufzte. „Ich kann dich morgen direkt nach dem Training zur Bibliothek fahren!“
Nein. Impa würde es nicht noch einmal ertragen in diesem nach Putzmittel stinkenden Auto warten zu müssen. „Ich habe keine Lust mehr, meine Zeit zu verschwenden!“
„Was?“ Eine kleine Gefühlsregung erschien auf Jaydens Gesicht.
„Du … bist … pure … Zeitverschwendung“, sprach sie das aus, was sie schon lange dachte und betonte dabei jedes einzelne Wort. Es fühlte sich gut an. Befreiend.
Jayden riss die Augen auf und kniff sie dann zusammen. „Du machst mit mir Schluss?“
Erleichterung. Da lag eindeutig Erleichterung in seiner Stimme. Zum ersten Mal teilten sie ein Gefühl.
„Ich glaube, wir waren niemals ein richtiges Paar“, fasste Impa ihre „Beziehung“ zusammen. Sie hatten sich aneinandergeklammert, aus purem Eigennutz. „Ich bezweifle eh, dass du jemand anderen als dich selbst lieben kannst!“
Sie waren vor gut zwei Monaten zusammengekommen. Es hatte nie ein Date gegeben, sie waren sich nur mehrmals über den Weg gelaufen, weil Jayden in Regenthal, dem kleinen Dorf, in dem sie lebte, in einer kleinen freien Autowerkstatt eine Ausbildung machte. Irgendwann hatte er sie gefragt, ob sie nicht seine Freundin sein wollte. Es war so einfach und schnell gegangen, dass niemand von ihnen die Chance gehabt hatte, sich ernsthaft zu verlieben.
Jayden lachte auf. „Dachtest du echt, dass ich jemanden wie dich lieben könnte? Schau dich doch mal an!“
Das musste Impa nicht. Sie wusste auch selbst, wie sie aussah: groß, knochig, blass. Das lange, rötliche Haar hing leblos an ihr herab. Ihre Augen schweiften stets misstrauisch und voller Trauer umher. Die jahrelange Einsamkeit hatte sich in ihr blasses Gesicht gebrannt.
Obwohl sie nichts für Jayden empfand, trafen sie seine Worte hart und unerwartet. Weitere Tränen stahlen sich über ihr Gesicht.
„Ich habe genug Zeit verschwendet“, presste sie hervor und öffnete die Autotür.
„Ja, ich auch …“, entgegnete Jayden und grinste breit. „Ich wollte eh nie mit dir zusammen sein! Du hast mein Auto lange genug mit deinem widerlichen Kräuterzeug verpestet!“
„Gut, dass du mich daran erinnerst!“ Impa griff nach ihrem Thermobecher, in dem sich noch immer ihr heißgeliebter grüner Tee befand. Zum Glück hatte sie bis jetzt nur die Hälfte davon getrunken.
Sie öffnete den Verschluss und feuerte den noch lauwarmen Tee in sein verblüfftes Gesicht. Eine weitere Verschwendung, die ihr keinerlei Genugtuung brachte.
„Ich hoffe, du findest eine Freundin, die wirklich zu dir passt!“, rief Impa ihm zum Abschied zu. „Auch wenn dir das vermutlich zu anstrengend wäre, was?“
Jayden wollte kein Mädchen an seiner Seite, das Zeit mit ihm verbringen wollte. Nein, er wollte einfach nur kein Single sein, weil alle seine Kumpels jetzt eine Freundin hatten.
„Ich kann jede haben!“, kreischte Jayden, als hätte Impa gerade sein Ego beleidigt. Vermutlich hatte er ihr wieder einmal nicht richtig zugehört. „Jede! Aber du wirst niemals wieder jemanden wie mich abbekommen!“
„Das hoffe ich doch“, erwiderte Impa und knallte die Tür zu.
Jayden startete den Wagen und fuhr mit quietschenden Reifen davon, froh, endlich diese „Verrückte“ los zu sein.
Das war also meine erste Beziehung, dachte Impa und schaute dem silbernen Auto nach. Eine ungemeine Erleichterung erfüllte sie, vermischte sich allerdings mit einer Wut, die sie nicht kontrollieren konnte. War sie auf sich oder auf Jayden wütend? So etwas brauche ich definitiv kein zweites Mal …

Mittwoch, 11. Juli 2018

[Rezension] Liebe in Reihe 27 - Eithne Shortall

Titel: Liebe in Reihe 27
Autor:  Eithne Shortall
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 11. Juni 2018
Anzahl der Seiten: 384
Cover und Inhaltsangabe © Diana Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag, das ich bei der Nachverlosung auf Lovelybooks dieses Buch gewinnen durfte!




"Cora hat den Glauben an die Liebe aufgegeben. Zumindest was sie selbst betrifft. Deshalb versüßt sie sich ihren Job am Check-in-Schalter des Londoner Flughafens damit, Singles hoch über den Wolken zu verkuppeln. Mithilfe der glamourösen Flugbegleiterin Nancy macht Cora die Reihe 27 zu einem Liebeslabor. Dort findet sich bei jedem Flug ein Passagier ganz unverhofft neben seinem potenziellen Traummann oder seiner Traumfrau wieder. Die Verwicklungen sind vorprogrammiert, auch mit Vielflieger Aidan, der nicht so durchschaubar ist, wie er scheint. Wird Cora selbst irgendwann wieder auf Wolke (2)7 schweben?"




Der Klappentext hat mich bei diesem Buch sehr neugierig gemacht, sodass ich froh war, das Buch bei Lovelybooks bei einer Verlosung gewonnen zu haben. Von den vielen eher negativen Meinungen wollte ich mich von dem Lesen hier nicht abhalten lassen - muss mich letztendlich aber dennoch anschließen.

Die Geschichte hat sich zu Beginn noch recht flüssig gelesen. Ich dachte, es wäre eine angenehme Lektüre für zwischendurch, doch leider ließ das Buch irgendwann enorm nach. Alles, einschließlich der Charaktere, wirkte furchtbar eintönig und lieblos beschrieben. Zwar steht Cora im Mittelpunkt des Ganzen, doch ihre sehr eintönige Geschichte wird immer wieder unterbrochen, um kurze "Liebesgeschichten" einzufügen, die bei mir aber keinerlei Emotionen erzeugen konnte.




- Cora -

Cora war für mich leider eine sehr nervige Protagonistin, bei der ich öfters die Augen verdrehen musste. Ich denke, die Autorin wollte hier, auch durch die Geschichte mit ihrer Mutter, eine aufopferungsvolle Hauptcharakterin erschaffen, doch manche sehr oberflächliche Aussagen von ihr machten sie für mich furchtbar unsympathisch.

Zudem wirkt sie viel zu aufdringlich, spioniert die Passagiere aus und entscheidet dann noch furchtbar oberflächlich, wen sie denn nun auf die beiden Plätze in Reihe 27 setzt. Von Miss Amor habe ich hier tatsächlich mehr erwartet ...

So steht Coras eigene kleine Geschichte auch im Fokus, doch diese "Liebelei" ist so trocken erzähl, dass ich mich tatsächlich gefragt habe, welche Richtung das Buch nun einschlagen wollte ... Sollte es nur um ein paar oberflächliche Liebesgeschichten gehen? Doch warum wird immer wieder Coras komplette Lebensgeschichte eingefügt? Wie genau sollte Cora auf den Leser wirken?




"Liebe in Reihe 27" war leider mal wieder ein Buch, das mich komplett enttäuscht hat. So witzig und süß der Klappentext auch klingt, so lahm war letztendlich die Geschichte, die für mich keinerlei Pepp und auch keine Emotionen besaß.

Um ehrlich zu sein hätte ich auch nicht erwartet, hier ein tiefgründiges Buch vorzufinden. Aber ich hätte mir doch eine gewisse Unterhaltung gewünscht, viele kleine magische Momente hoch in der Luft eben, in denen sich zwei Personen finden. Stattdessen gehen die Begegnungen der Menschen in den meisten Fällen nie über nichtssagenden Smalltalk hinaus ... Einige der Paare finden sich sympathisch, andere eher nicht und das war es dann auch schon ...

Außer im Titel findet man hier leider kaum Liebe ... Es gibt ein paar seltsame Nebenhandlungen, die einfach nur zur Streckung des Ganzen herhalten müssen. (So beispielsweise Coras nervige Freundin Nancy, die irgendwie noch oberflächlicher als Cora wirkt ...) Dann noch Coras ganze Lebensgeschichte, die lieblos einfach runtergeleiert wird. Für mich war das Buch teilweise wirklich schwer zu lesen!

Eine echte Botschaft besitzt das Buch auch nicht, es ist einfach super frustrierend, teilweise sogar recht melancholisch. Durch die oberflächliche Betrachtungsweise und die fehlende Tiefe hat es mich beim Lesen furchtbar wütend gemacht ...

Das Ende ist dann genauso lieblos wie das restliche Buch. Und wozu habe ich mich bis zum Ende gequält? Damit irgendwie noch ein "Happy End" zurechtgebogen wird, das null zur restlichen Story passt. Sorry, aber für mich war "Liebe in Reihe 27" leider pure Zeitverschwendung, ein Buch, das sich so positiv und süß anhört, dann aber nur für Frust sorgt. Echt schade!




"Liebe in Reihe 27" von Eithne Shortall war für mich ein sehr frustrierendes Buch, das mich, statt zu unterhalten, in ein tiefes, finsteres Loch voller Melancholie gezogen hat. Alles wirkt sehr
oberflächlich, hölzern und furchtbar lieblos. Definitiv kein sommerlicher Wohlfühlroman ...