Sonntag, 20. September 2026

[Rezension] Geheimnis einer Nachtigall - Victoria Holt

 


 Titel: Geheimnis einer Nachtigall

Autor:  Victoria Holt

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1990

Seitenzahl: 422
Cover: © Knaur
Begonnen: 17.08.2026
Beendet: 20.08.2026


Ich bin schon lange großer Fan von Victoria Holt, die mich bisher noch mit keinem Buch enttäuscht hat. Ihre unvorhersehbaren Geschichten begeistern mich besonders durch die starken Protagonistinnen. So war es auch bei dieser Geschichte, die von Susanna handelt, die nach dem Tod der Mutter und einer Zeit bei ihrem Vater in Indien auf einem Internat lernt, selbstständig zu sein. Etwas zu schnell lässt sie sich zu einer Ehe hinreißen, die ganz sanft beginnt, sich aber als echter Albtraum entpuppt.

In Aubrey, ihrem Mann scheint nämlich etwas Dunkles zu schlummern, das von einem unheimlichen Arzt freigesetzt wird. Diesem Arzt gibt Susanna schließlich die Schuld daran, dass ihr ganzes Leben im Chaos versinkt und sie beginnt ihn zu jagen, während sie versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Victoria Holt sorgt in diesem Buch für einige Tragödien, die nicht nur an Susanna nagen, sondern auch den Leser mitnehmen. Es ist sehr spannend zu sehen, wie Susanna sich weiter entwickelt und versucht, ihren eigene Platz zu finden.

Überraschend viele Themen spricht die Autorin in diesem Werk an. Zum einen geht es um eine unglückliche Ehe, zum anderen aber auch um eine Frau, die ihre Berufung sucht. Seit Kindheitstagen hat Susanna nämlich bereits eine besondere Gabe. Sie kann Schmerzen lindern. Das macht sie zu einer perfekten Krankenschwester, gerade in einer Zeit der Kriege. Überrascht war ich, dass in diesem Buch Florence Nightingale auftritt, die Susanna als großes Vorbild dient und sie auf den richtigen Weg führt.

Mich hat Susannas Lebensgeschichte bestens unterhalten und einen guten Einblick in die damalige Zeit gegeben. Für mich bisher eins der besten Bücher, die ich von Victoria Holt gelesen habe.


Victoria Holt enttäuscht nie. Eine wendungsreiche Geschichte und ein gelungener Einblick ins 19. Jahrhundert!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 18. September 2026

[Rezension] Mörderfinder - Die Spur der Mädchen - Arno Strobel

 


 Titel: Mörderfinder - Die Spur der Mädchen

Autor:  Arno Strobel

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 342
Cover: © Fischer
Begonnen: 14.08.2026
Beendet: 17.08.2026


Mit Arno Strobel hatte ich nach einigen sehr schwachen Werken eigentlich schon abgeschlossen. Doch dann fand ich den ersten Teil seiner Krimireihe in einem Bücherschrank und konnte diesen auch noch in einer Leserunde lesen. Zum Glück habe ich Strobel noch eine Chance gegeben, denn "Mörderfinder - Die Spur der Mädchen" war seit langem mal wieder ein Thriller, der mich wirklich gepackt und mitgerissen hat.

Sehr unheimlich beginnt die Geschichte für einen Vater, der vor sechs Jahren seine Tochter verloren hat. Nun findet er Lenis Schulrucksack und andere persönliche Gegenstände, die andeuten, dass sie zurück sein könnte. Zeitgleich verschwinden wieder Kinder und es scheint, dass der Täter von damals wieder zuschlägt.

Als Ermittler tritt hier Max Bischoff auf, der eigentlich den Polizeidienst hinter sich gelassen hat und nun Dozent an einer Uni ist. Er bringt den Studenten bei, sich in die Täter hineinzuversetzen, wird nun aber von Lenis Vater beauftragt, herauszufinden, was geschehen ist. Dabei offenbart sich eine sehr grauenvoll Geschichte, die mich beim Lesen oft an meine Grenzen gebracht hat.

Sehr aufwühlend ist das Thema, geht es doch um Kinder, die misshandelt werden. Das hat mich an einigen Stellen echt an meine Grenzen gebracht und ein paar Mal sogar Übelkeit ausgelöst. 

Spannend bleibt die Tätersuche, die hier pausenlos zum Miträtseln einlädt. Teilweise lässt sich das Puzzle selbst zusammensetzen, da es nicht allzu viele Verdächtige gibt. Ich hatte in eine andere, etwas kompliziertere Richtung gedacht, war aber auch so mit dem stimmigen Ende zufrieden. Mit diesem Werk hat mich Arno Strobel wieder zurückerobert. Ich hoffe, noch weitere Teile der Reihe zu finden!



Ein spannender Thriller, der aufwühlt und mich ein paar Mal an meine Grenzen gebracht hat. Damit hat Strobel mich als Leser zurückgewonnen!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 16. September 2026

[Rezension] Aufgeklärt! Ungesühnt! - Berühmte Schriftsteller über aufregende Mordfälle der Kriminalgeschichte

 


Titel: Aufgeklärt! Ungesühnt!

Autor:  Arthur Conan Doyle, Ellery Queen, Edgar Wallace und andere

Genre: True Crime Kriminalgeschichten 

Erscheinungsjahr: 1999

Seitenzahl: 688
Cover: © Bechtermünz Verlag

Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 18.08.2026


Die Idee, berühmte Autoren über echte Kriminalfälle schreiben zu lassen, hat mich bei diesem Doppelband besonders angesprochen. In "Aufgeklärt!" und "Ungesühnt" hat der Herausgeber Richard Glyn Jones viele Artikel gesammelt, die Schriftsteller über historische Fälle verfasst haben.

Dabei geht es zum Beispiel um sehr bekannte Mörder wie Jack the Ripper oder auch der rätselhafte Fall der Lizzie Borden. Gleichzeitig wird aber auch von anderen Morden erzählt und einige Autoren lassen sich auch zu eigenen Theorien hinreißen.

Interessant fand ich die Schlussfolgerungen von Arthur Conan Doyle, der ja einst einen Fall aufgeklärt hat. Nur interessierte sich niemand so recht für die zahlreichen Beweise, die er geliefert hat. So werden in den einzelnen Geschichten auch die Fehler des Rechtssystems immer wieder deutlich und es zeigt sich, dass manchmal einfach nur der erst beste Schuldige genommen wurde, um einen Fall abschließen zu können.

Die einzelnen Fälle sind mal mehr und mal weniger spannend. Einige wenige, in denen es vorwiegend um lange und auch langweilige Prozesse ging, konnten mich nicht so recht fesseln. Die Erzählweise ist hier auch sehr unterschiedlich. Mal wird ein  Fall nur oberflächlich nacherzählt, mal wird alles in eine richtige Geschichte verpackt und für einen Spannungsbogen gesorgt. So war es für mich eine recht durchwachsene Sammlung mit einigen Höhen und einigen Tiefen. Etwa die Hälfte der Fälle fand ich interessant, die andere war mir etwas zu zäh erzählt.


Eine durchwachsene Sammlung mit echten Kriminalgeschichten, die von berühmten Autoren mal mehr und mal weniger stark nacherzählt werden.

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 14. September 2026

[Rezension] Hochprozentiges Spiel - Christine Bernath

  


Titel: Hochprozentiges Spiel

Autor:  Christine Bernath

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 192
Cover: © RM Buch und Medien
Begonnen: 13.08.2026
Beendet: 15.08.2026


Dieses Buch hatte ich schon eine gefühlte Ewigkeit liegen, denn ich dachte, dass es einfach nur ein recht typisches Buch über Alkoholkonsum unter Jugendlichen ist. Schon nach wenigen Seiten war mir jedoch klar, dass diese Geschichte so viel mehr ist und überraschend tief geht.

Schon der Einstieg geht unter die Haut, denn wir lernen Anna kennen, die von ihren Eltern gedrängt wird, endlich wieder "normal" zu sein. In einem Restaurant kippt Anna beim Anblick von Alkohol jedoch einfach um. Nach und nach wird klar, dass irgendwas passiert sein muss, das für ihre äußerlichen und innerlichen Narben verantwortlich ist.

Erzählt wird von Anna vor und nach einem schrecklichen Ereignis, das für den Leser erst einmal nicht greifbar ist. Vergangenheit und Gegenwart sind nicht gekennzeichnet, doch das störte mich nicht, denn beides verschmilzt immer mehr miteinander und zeichnet nicht nur das Bild einer Teenagerin auf, die Fehler begeht, sondern beschäftigt sich auch damit, wie Freundschaft eben nicht sein sollte. 

Ich war begeistert darüber, wie die Autorin hier dieses schwierige Thema einbaut und wirklich zeigt, was Alkohol für große Schäden anrichten kann. Mich hat dieses Jugendbuch begeistert und ich hoffe, noch einmal in den Genuss von einem Werk der Autorin zu kommen!


Ein Jugendbuch, das überraschend tief geht und das Thema Alkoholmissbrauch mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Stark!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 12. September 2026

[Rezension] Ostseesühne - Eva Almstädt

 


Titel: Ostseesühne

Autor:  Eva Almstädt

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 368
Cover: © RM Buch und Medien Vertrieb
Begonnen: 11.08.2026
Beendet: 13.07.2026


In einem Bücherschrank stieß ich auf den neunten Teil einer sehr bekannten Krimireihe, die an der Ostsee spielt. Da ich Eva Almstädt bisher noch nicht kannte, sah ich es als gute Möglichkeit, mich mit ihrem Stil und auch ihrer Ermittlerin Pia Korittki vertraut zu machen.

Der Einstieg ist leicht, denn die Autorin besitzt einen sehr einfachen und schnörkellosen Stil. So wird man direkt mit einem Mord und einem Leichenfund in einem Teich konfrontiert. Gleichzeitig ist die Familie des Hofes, auf dem sich der Teuch befindet, scheinbar spurlos verschwunden. Es kursieren Gerüchte, dass die Fuhrmanns einst ein Mädchen gefangen hielten.

Die Bewohner des Dorfes erfüllen zwar sämtliche Klischees, die man sich vorstellen kann, aber irgendwie passt das zu einem lockerleichten Krimi wie diesen. Ein paar Längen gibt es zwar während der Ermittlung und für Pias Privatleben konnte ich auch nicht das nötige Interesse aufbringen, aber der Fall selbst hat mich doch überraschend gut unterhalten und zum Ende hin sogar überrascht. Ich hatte Angst, dass die Autorin den offensichtlichen Weg wählt, doch stattdessen baut sie tatsächlich noch eine Überraschung ein.

Ich bin positiv überrascht von dieser Reihe und würde tatsächlich auch noch einmal zu einem Teil greifen, wenn er mir in die Hände fällt!


Ein leichter, angenehmer Krimi, der Spannung besitzt, wenngleich auch einem typischen Aufbau und Muster folgt. Ich fühlte mich gut unterhalten!

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 11. September 2026

[Rezension] Der Friedhof der vergessenen Bücher - Carlos Ruiz Zafón

 


Titel: Der Friedhif der vergessenen Bücher

Autor:  Carlos Ruiz Zafón

Genre: Kurzgeschichten 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 224
Cover: © Fischer

Begonnen: 08.08.2026
Beendet: 11.08.2026


Die sehr geheimnisvolle Welt, die Carlos Ruiz Zafón mit seinem "Friedhof der vergessenen Bücher" erschaffen hat, zog mich bereits in den ersten beiden Bänden seiner Reihe in den Bann. Die Bibliothek, die tief unter Barcelona nur auf den richtigen Leser für jedes Buch wartet, verbirgt einige Geschichten und auch Menschen, die alle miteinander verbunden zu sein scheinen. In einer weiteren spontanen Leserunde haben wir in insgesamt elf Erzählungen versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Die einzelnen Kurzgeschichten, von denen einige wirklich nur wenige Seiten umfassen, sind intensiv, mystisch und regen zum Nachdenken an. Es geht um dunkle Pakte, um Geister und auch Liebe sowie die Verlockung von Ruhm und Erfolg. Bereits bekannte Charaktere wie David Martín bekommen eine Vorgeschichte und auch die Entstehung der Bibliothek im 15 Jahrhundert wird thematisiert. Andreas Corelli, der diabolische Verleger kommt ebenfalls vor, wenngleich mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden.

Ein gewisses Vorwissen ist wohl notwendig, um gewisse Verbindungen erkennen zu können. Zudem trifft man auf einige historische Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Miguel de Cervantes. Zafón ist ein wahrer Meister, mit wenigen Sätzen Atmosphäre zu erzeugen und so die düstere Seite von Barcelona sowie seinen Charakteren hervorzuheben. Ich halte diesen Band mit Erzählungen für eine wirklichen tolle Ergänzung zu dem von ihm geschaffenen Universum!


Eine intensive und wundervolle Ergänzung zu Zafóns geheimnisvoller Bibliothek, die immer größer zu werden scheint und immer mehr Fragen aufwirft!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 10. September 2026

[Rezension] Tini - Sammelband - Käthe Theuermeister

    


Titel: Tini Sammelband

Autor:  Käthe Theuermeister

Genre: Kinderbuch

Erscheinungsjahr: 1981

Seitenzahl: 318
Cover: © Neuer Jugendschriften-Verlag

Begonnen: 07.08.2026
Beendet: 12.08.2026


In diesem alten Kinderbuch sind alle vier Bücher der "Tini-Reihe" zusammengefasst. Käthe Theuermeister erzählt von einem roten Ballon, der eine ganz besondere Freundschaft beginnt und Tini in den Taunus führt, wo sie eine neue Heimat finden soll.

Ich bin immer wieder auf der Suche nach älteren Büchern, die sich oftmals als große Schätze entpuppen. So war es auch hier. Tinis Geschichte, die mit einer an einem Luftballon befestigten Karte und dann mit einer wunderschönen Brieffreundschaft beginnt, hat mich direkt in den Bann gezogen. In der ersten Geschichte lernt Tini hier Inge aus dem Taunus kennen. Mit ihr verbringt sie die Sommerferien und diese Freundschaft soll ihr Leben verändert, denn schon bald wartet ein großer Schicksalsschlag auf sie.

Jede einzelne Geschichte habe ich mit einem Lächeln auf den Lippen gelesen, denn es ist schön, Tini durch ihre Kindheit zu begleiten und ein paar unterhaltsame Abenteuer mit ihr zu erleben. Besonders der Besuch auf der Burg hat mir sehr gefallen. Auch die Freundschaften, die Tini hier in allen vier Storys schließt, haben mir gefallen.

Aus heutiger Sicht wirkt Tini eventuell charakterlich etwas zu perfekt. Sie besitzt keinerlei Fehler und ist das Gute in Person, wodurch sie auch nur Gutes anzieht. Diese Botschaft selbst ist natürlich absolut passend für ein Buch aus der damaligen Zeit und auch für ein Werk, das sich hauptsächlich an Kinder richtet. Mir hat das Lesen auf jeden Fall Spaß gemacht.



Ein schönes Kinderbuch, das die Geschichte eines Mädchens erzählt, das sich immer für das Gute einsetzt. Eine schöne Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt.

Ich vergebe 5 von 5.