Freitag, 12. Juni 2026

[Rezension] Ausgeknipst - Rolf Bönnen

  


Titel: Ausgeknipst

Autor:  Rolf Bönnen

Genre: Jugendroman, Jugendkrimi

Erscheinungsjahr: 2005

Seitenzahl: 288
Cover: © Thienemann
Begonnen: 12.05.2026
Beendet: 15.05.2026


Von den jugendlichen Labyrinthe-Krimis habe ich nun schon einige gelesen und bisher wurde ich selten enttäuscht. Mit "Ausgeknipst" von Rolf Binnen hatte ich jedoch von Anfang an große Schwierigkeiten, weil mir die Geschichte recht wirr vorkam und die Jugendsprache sehr anstrengend gestaltet ist.

Im Fokus steht hier Britta, die so einige Probleme hat. Zum einen ist sie in Bob verliebt, zum anderen ist da aber auch noch Steffen, der hinter ihr her ist. Urplötzlich tauchen dann auch noch Bilder von ihr auf, auf denen sie beinahe nackt zu sehen ist und diese Bilder bedrohen das Unternehmen von ihrem Vater. 

Die Story selbst ist nicht schlecht und es gibt einige spannende Momente, doch leider sind sämtliche Charaktere in dem Buch furchtbar unsympathisch. In Brittas Kopf konnte ich beim Lesen nicht wirklich schauen und fast alle Männerrollen agieren furchtbar frauenfeindlich. Am abartigsten fand ich  Brittas Vater. Wie er über seine Frau und seine Tochter denkt und redet hat mir echt Übelkeit verursacht. Hier tat mir Britta wirklich leid mit solch einer Familie gestraft zu sein. 

Die Auflösung selbst fand ich tatsächlich nicht schlecht, doch alles in allem
Verspürte ich leider kein besonders angenehmes Lesegefühl bei diesem Buch.


Die Krimihandlung selbst ist gar nicht mal schlecht, aber die Charaktere sind allesamt so unsympathisch, dass ich kein angenehmes Lesegefühl verspürt habe. Schade!
 
Ich vergebe 3 von 5.

Donnerstag, 11. Juni 2026

[Rezension] Das Kind der Anderen - Bethan Roberts


 Titel: Das Kind der Anderen

Autor:  Bethan Roberts

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 352
Cover: © Diana
Begonnen: 11.05.2026
Beendet: 13.05.2026


Maggie passt wie immer auf den Sohn ihrer Cousine Nula auf. Doch dieser Tag endet anders als alle anderen zuvor, denn Maggie entführt Samuel und nimmt den Jungen mit auf jene Insel, auf der Nula und Maggie einst einen gemeinsamen Sommer verbrachten ...

Was auf dem Klappentext wie ein Psychothriller klingt, entpuppt sich in Wahrheit als sehr ruhiger Einblick in das Leben zweier Frauen. Während Nula einen Mann und ein Kind hat, irrt Maggie etwas ziellos umher. Etwas, das damals in jenem Sommer passiert ist, scheint die Frauen geprägt zu haben, denn beide sind weit davon entfernt, glücklich zu sein.

Leider plätschert die Geschichte in der Gegenwart nur so dahin, denn der Leser spürt natürlich, dass von Maggie keinerlei Gefahr ausgeht. Der Vergangenheitsstrang, der von jenem Sommer erzählt, ist da deutlich interessanter, aber hier fehlte es mir an Tiefe. Es passiert viel, aber ich konnte kaum Emotionen spüren. Gerade Nula war für mich bis zum Ende nicht greifbar und auch Maggie wirkte recht eindimensional. Zum Ende hin plätschert die Story leider auch einfach nur aus. Mir fehlte es in diesem Roman an starken und einprägsamen Momenten. Vermutlich werde ich das Buch schnell wieder vergessen haben.


Ein zu ruhiger Roman, der zu oberflächlich  bleibt und dem das gewisse Etwas einfach fehlt.
 
Ich vergebe 3 von 5.

Mittwoch, 10. Juni 2026

[Rezension] Garten der Versuchung - V. C. Andrews

 


Titel: Garten der Versuchung (Wildflower-Reihe 5)

Autor:  V.C. Andrews

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2015

Seitenzahl: 406
Cover: © Edel Elements
Begonnen: 08.05.2026
Beendet: 14.05.2026


Nachdem wir in einer gemeinsamen Leserunde die ersten vier Bände der "Wildflower"-Reihe gelesen haben und uns in diesen die Geschichten von vier recht unterschiedlichen Mädchen bei einer Gruppentherapie angehört haben, ging es nun für uns an den Abschlussband. Erzählt wird hier ausschließlich aus der Sicht von Cat, die auch die wohl intensivste Vorgeschichte besitzt.

Cat lebt noch immer mit der Frau zusammen, die eigentlich gar nicht ihre Mutter ist und die ich verbietet, ihre neue Freundinnen zu treffen. Doch dann stirbt Geraldine und die Mädchen verbünden sich, um ihren Tod zu vertuschen. Das sorgt für einen starken Moment zwischen den vier Mädchen, doch leider entwickelt sich die Freundschaft aller nicht wirklich weiter in diesem Teil. Ich konnte das Band zwischen ihnen nicht so recht spüren, es fehlte mir an Tiefe in ihren Gespräche und echten Zusammenhalt. Gerade von Jade verbreitet auch immer wieder eine sehr unangenehme Stimmung und oft empfand ich den Druck, den die Gruppe auf Cat ausübt, als grenzwertig. Echte Freundschaft sieht für mich anders aus.

Cat selbst mochte ich nach wie vor. In diesem Abschlussband lebt sie regelrecht auf und hat auch zum ersten Mal einen Freund. Allerdings war für mich spürbar, dass sie in erster Linie noch Zeit bräuchte, um alles zu verarbeiten. Diese Zeit bekommt sie allerdings noch nicht einmal von ihren Freundinnen. Es passiert hier eine ganze Menge und auch die Geschichten von Jade, Star und Misty werden noch ein klein wenig weitergeführt. Dennoch bleibt irgendwie alles recht oberflächlich. 

Einen Gänsehautmoment gab es zwar zum Ende hin, aber mir fehlte doch bei dieser Reihe der Tiefgang und der bitterböse Blick in die Abgründe. Man spürt, dass V.C. Andrews diese Reihe nicht selbst geschrieben hat.


Ein eher schwacher Abschluss einer Reihe,bei der man wirklich spürt, dass ein Ghostwriter am Werk war. Cat wird mir noch in Erinnerung bleiben, die Freundschaft der Mädchen untereinander hingehen nicht.

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 8. Juni 2026

[Rezension] Der Reporter - John Katzenbach


 Titel: Der Reporter 

Autor:  John Katzenbach

Genre: Krimi, Thriller 

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 432
Cover: © Knaur 
Begonnen: 09.05.2026
Beendet: 14.05.2026


Mit John Katzenbach tue ich mich seit jeher recht schwer. In meiner Jugend habe ich ein Buch von ihm gelesen, dass mir wirklich gefiel, doch danach gab es nur noch einige Versuche und abgebrochene Werke. Nun wollte ich ihm aber noch einmal eine Chance geben.

"Der Reporter" beginnt mit einem Mord an einem jungen Mädchen und die Einführung des Journalisten Malcom, der über den Fall berichtet. Anfangs wirkt das Buch sehr träge und es braucht tatsächlich erst mal achtzig Seiten, bevor der Mörder sich telefonisch bei Malcom meldet und ihm zusichert, ganz exklusiv berichten zu dürfen.

Die Telefonate mit dem Mörder sind auch das Herzstück dieses Thrillers, auch wenn sie für meinen Geschmack gerne noch etwas tiefgründiger und böser hätten sein können. Interessant fand ich das Spiel, dass der Täter mit der Presse und auch der ganzen Öffentlichkeit treibt, denn er versetzt die ganze Stadt in Panik und wird praktisch zu einem Star. Hier zeigt sich, welche große und auch gefährliche Rolle der Journalismus oft spielt. Malcom gibt dem Täter hier nämlich eine grandiose Bühne, auf der er sich austobt.

Malcom selbst bleibt leider sehr unsympathisch und in seiner Rolle als Reporter bis zu einem gewissen Punkt sehr emotionslos. Er wirkt zu verbissen und agiert manchmal eher wie eine Maschine als wie ein echter Mensch. Mit ihm mitfiebern war daher nahezu unmöglich für mich.

Die Hintergründe der Morde erschließen sich für den Leser selbst schneller als für Malcom und die Ermittler. Das Finale verläuft recht unspektakulär und echte Wendungen besitzt das Buch leider auch nicht. Ich denke, dass mir die Thriller von John Katzenbach einfach nicht wirklich liegen.


Katzenbach und ich finden wohl nicht mehr zueinander. Für mich war das Buch zu unspektakulär.

Ich vergebe 3 von 5.

Samstag, 6. Juni 2026

[Rezension] Wirbel in Klasse 2 - Enid Blyton


Titel: 
Wirbel in Klasse 2

Autor:  Enid Blyton

Genre: Jugendbuch 

Erscheinungsjahr: 1966

Seitenzahl: 138
Cover: © Schneider Verlag
Begonnen: 07.05.2026
Beendet: 11.05.2026


Mit Enid Blyton und ihren Werken tue ich mich bisher ein wenig schwer. Ein Buch aus der "Tina und Tini"-Reihe gefiel mir ganz gut, ein anderes Kinderbuch von ihr habe ich allerdings abbrechen müssen, weil es mir eine Spur zu diskriminierend war. Den Geschichten merkt man ihre Zeit leider recht stark an, auch "Wirbel in Klasse 2", das eigentlich Band zwei der Dolly-Reihe ist, zeigt ganz offen auf, das auch an einem Mädcheninternat Mobbing zum Alltag gehört.

Es ist das zweite Jahr für Dolly, ihre Freundin Susanne und viele andere Mädchen, die nach Möwenfels zurückkehren und sich mit Streichen, Lästereien und viel Lärm den Schulalltag erträglicher machen. Ich hab mich beim Lesen schon stark im meine eigene Schulzeit zurückversetzt gefühlt. Alles ist sehr laut, unruhig und fast alle Mädchen wollen im Mittelpunkt stehen. Dadurch fiel mir das Lesen nicht sonderlich leicht, denn die ganzen Lästereien waren nicht meins und machten alle Charaktere sehr unsympathisch.

Natürlich haben die Streiche und auch die Verstrickungen untereinander einen gewissen Unterhaltungswert. Es passiert auf wenigen Seiten auch sehr viel und es wird dadurch nie langweilig. Dennoch habe ich mich immer gefragt, wo ein Spaß eben aufhört und wann es beginnt, verletzend zu sein. Zumindest Reue zeigen in diesem Buch zum Ende hin einige Charaktere. Diese Einsicht hat mich ein wenig versöhnlicher gestimmt, aber noch einmal möchte ich das Mädcheninternat nicht besuchen!


Sehr viel Lästereien, Streiche und Lärm bestimmen den Alltag auf dem Mädcheninternat. Unterhaltsam bis zu einem gewissen Punkt, doch es werden zu viele Grenzen überschritten ...
 
Ich vergebe 3 von 5.

Freitag, 5. Juni 2026

[Rezension] Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit - Claire Douglas

 


Titel: Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Autor:  Claire Douglas

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 456
Cover: © Penguin Verlag
Begonnen: 06.05.2026
Beendet: 09.05.2026


Francesca lebt mittlerweile in London als sie einen Anruf von dem Bruder ihrer ehemaligen besten Freundin bekommt. Sophie verschwand eines Tages auf dem alten Pier in ihrer Heimatstadt, nun wurde eine Leiche gefunden. Um endlich die Wahrheit über Sophies Tod herauszufinden, kehrt Francesca in ihre Heimat zurück und findet dort so einige unschöne Wahrheiten heraus.

Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln, vor allem da spürbar ist, dass die Protagonistin etwas verheimlicht. Während Francesca in der Gegenwart mit alten Bekannten redet und dabei Dinge erfährt, die Sophie ihr scheinbar verheimlicht hat, erfahren wir als Leser in einem Strang, der 1997 spielt, genau, was Sophie damals erlebt hat. Hier wird auch schnell klar, dass Francesca keine wirklich gute Freundin war.

Es kommen viele Charaktere vor, die verdächtig erscheinen und etwas mit Sophies Verschwinden zu tun haben könnten. Zudem gibt es einen echten Schockmoment, der alles in ein ganz anderes Licht rückt. Das Ende selbst beziehungsweise die Auflösung habe ich ab einem gewissen Punkt zwar schon so erwartet, aber dennoch war ich bis zur letzten Seite gefesselt. Das war mal wieder ein Thriller, der ganz meinem Geschmack entsprach!


Ein fesselnder Thriller, der nie langweilig wird und einige schockierende Wahrheiten ans Tageslicht befördert. Absolut mein Geschmack!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 3. Juni 2026

[Rezension] Antonias Verdacht - Manfred Witte

 


 Titel: Antonias Verdacht

Autor:  Manfred Witte

Genre: Jugendbuch 

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenzahl: 222
Cover: © Tienemann
Begonnen: 03.05.2026
Beendet: 06.05.2026


Antonia erwacht gefesselt, geknebelt und mit verbundenen Augen aus einer Ohnmacht. Sie weiß nicht, wo sie ist und wer sie entführt hat. Doch dann kehren langsam die Erinnerungen an die letzten Stunden zurück und damit auch an ihren Freund Pauli sowie an den seltsamen Ruven, den sie vor einiger Zeit kennengelernt hat ...

Anfangs hatte ich ein paar Probleme, in diese Geschichte hineinzufinden, denn die Jugendsprache innerhalb von Paulis Clique wird hier doch sehr extrem dargestellt. Sie ist sicherlich authentisch, aber die Lesbarkeit hat darunter etwas gelitten. Irgendwann konnte ich mich damit aber anfreunden und der wirklich spannenden Story dann auch folgen.

Die Entführung selbst nimmt erst mal nur einen kleinen Teil der Handlung ein, denn der Autor fokussiert sich auf die Vorgeschichte. Wir lernen Pauli kennen, mit den Antonia schon eine Weile zusammen ist, obwohl sie gar nicht mal so genau weiß, warum eigentlich und treffen dann auf Ruven, der sich verfolgt führt. Pauli wirkt nicht sonderlich intelligent und lässt sich - als Ruven auftaucht - von seiner Eifersucht treiben.

Ruven ist ein sehr spannender Charakter. Er stammt aus einer reichen Familie, hat jedoch beide Eltern verloren und sucht verzweifelt Anschluss sowie jemanden, der ihm glaubt, dass er verfolgt wird. Antonia weiß nicht, ob Ruven einfach nur schizophren ist oder ob da tatsächlich jemand hinter ihm her ist. Doch dann gerät sie ja selbst in die Fänge einer unbekannten Person. Bis zum Ende bleibt dieser Jugendthriller sehr spannend und auch wenn ich die Auflösung teilweise schon erahnen konnte, hat mich die Geschichte doch sehr gut unterhalten. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter.


Ein spannender Jugendthriller, bei dem man sich aber erst mal an die Sprache der jugendlichen Clique gewöhnen muss! Mir hat er gefallen, auch wenn ich das Ende bereits erahnen konnte.
 
Ich vergebe 4 von 5.