Donnerstag, 30. März 2023

[Buchbaby] Mein neuer Kurzgeschichtenband "Seltsames aus Rainfield" erscheint heute!

 Hallo ihr Lieben,



Heute erscheint mein nächster Kurzgeschichtenband, an dem ich diesen Winter über mit eisigen Fingern im Auto sehr intensiv gearbeitet habe. Ich liebe die Zeit, die ich in Rainfield verbringen darf und lade euch nun auch gerne erneut an, mich dort zu besuchen. In 13 sehr unterschiedlichen Geschichten gibt es jede Menge neue Orte und interessante Persönlichkeiten zu entdecken, aber auch alte Bekannte treten mal wieder in Erscheinung!

Ein Jahrgangstreffen, das blutig endet …

Drei Freunde, die im Dew Wood eine Leiche finden und aus Spaß in der Nähe zelten wollen ...

Ein Mädchen, das große Angst vor Toiletten hat, dann aber dringend einmal die Schultoilette benutzen muss …

Der verlassene Waschsalon in der Mainstreet, aus dem die unheimliche Geräusche dringen …

Ein Podcast, den ein Mädchen für ihren vermissten Freund startet und der im Haus fünf unheimlicher Brüder sein gruseliges Ende findet …

Diese und andere seltsame Geschichten entführen dich erneut in die Stadt der Außenseiter und der dunkelsten Geheimnisse …

Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich für euren Besuch! Wie im Nachwort dieses Buches bereits erwähnt, seid ihr mittlerweile zu der Familie geworden, die ich nie hatte und es ist toll, dass ihr
Rainfield so sehr mit Leben füllt! Der Ort wird mit jedem Leser, der dort Zuflucht findet, realer. Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Motivation, Unterstützung und vor allem auch für euer Verständnis!

Eure Jeidra Rainey (die sich jetzt bei frühlingshaften Temperaturen an den Endspurt des nächsten Slasherroman macht!)

Dienstag, 28. März 2023

[Rezension] Tanz im Harvest Moon - K.C. McKinnon

 


Titel: Tanz im Harvest Moon

Autor:  K.C. McKinnon

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1998
Seitenzahl: 242
Cover: © List
Begonnen: 11.03.2023
Beendet: 14.03.2023


Maggie McIntyre, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde, stößt auf die Briefe ihrer Jugendliebe Rob. Spontan entschließ sie sich, das Tanzcafé "Harvest Moon" zu besuchen, in dem sie Rob vor vielen Jahren traf, doch leider ist das Café längst geschlossen. Maggie kauft es und will es neu eröffnen, doch da taucht plötzlich Robs Sohn Eliot auf ...

Die Ausgangslage dieses relativ kurzen Romans ist nicht neu. Wir haben eine Frau, die verlassen wird und sich fragt, ob sie nicht die falschen Entscheidungen getroffen hat. Maggie konnte ich zu Beginn der Geschichte noch gut verstehen, später, als sie sich selbst im Weg steht, allerdings nicht mehr.

Das "Harvest Moon" als Schauplatz hat mir gefallen, doch Robs Briefe, die oft den Beginn eines Kapitels darstellen, waren mir zu oberflächlich und unromantisch. Für mich war die ehemalige Liebe von Rob und Maggie nicht greifbar, da sie immer nur andeutungsweise geschildert wird. Zudem hat es mir der Schreibstil der Autorin nicht leicht gemacht, da seitenlang oft kein einziger Abschnitt vorhanden ist und vieles einfach nur runtergeleiert wirkt.

Überraschen konnte mich dieser Liebesroman nicht, denn es lief im Grunde alles so ab, wie ich es nach dem Lesen des Klappentextes geahnt habe. Er ist sicherlich eine ganz nette Lektüre für einen Nachmittag, aber länger an die Geschichte oder die Charaktere werde ich sicher nicht zurückdenken.


Eine nette kleine Liebesgeschichte, die ohne große Überraschungen auskommt und wohl eher nicht im Gedächtnis bleiben wird.

Ich vergebe 3 von 5.




Sonntag, 26. März 2023

[Rezension] Popcorn - Ben Elton

 


Titel: Popcorn

Autor:  Ben Elton

Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsjahr: 2000
Seitenzahl: 254
Cover: © Goldmann
Begonnen: 08.03.2023
Beendet: 13.03.2023


Der Kultregisseur Bruce Delamitri hat gerade erst den Oscar für seinen neuesten, sehr gewalttätigen Film, der im ganzen Land zu zahlreichen Diskussionen geführt hat, gewonnen. In der Nacht nach der Preisverleihung verschafft sich ein eiskaltes Killer-Paar Zutritt zu seinem Haus und zeigt ihm und schließlich der ganzen Welt, wie brutal die Realität sein kann ...

"Popcorn" von Ben Elton war einer der spannendensten und zeitgleich kritischsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, wer genau die Verantwortung für Gewaltverbrechen trägt und ob brutale Filme die Menschen nicht vielleicht doch zu gewissen Taten verleiten.

Ich wusste beim Lesen nicht, auf welcher Seite ich nun stehen soll. Die Argumente des Regisseur, der seine Filme als pure Kunst und eben auch Unterhaltung ansieht, konnte ich absolut verstehen. Ihm gegenüber steht dann aber das irre Ganster-Paar, das bereits sehr viele Morde begangen hat und auch offen zugibt, dass sie den Film von Bruce unzählige Male gesehen haben.

Der Stil des Autors ist genial. Mit viel Humor versehen lässt er Wirklichkeit und Film verschmelzen. Er zeigt sehr treffend, dass wir das Leben oft nur als eine große Show betrachten, in der es nur darum geht, sich selbst ins gute Licht zu rücken. Das Ende hat mich sprachlos gemacht und mir viel Stoff zum Nachdenken geliefert. Ein tolles Werk!


Für mich war "Popcorn" ein spannender Pageturner mit einer wichtigen Botschaft, die den Leser am Ende sprachlos und sehr nachdenklich zurücklässt!

Ich vergebe 5 von 5.




Freitag, 24. März 2023

[Rezension] Fremde aus dem All (Lübbes Auswahlband) - H.G. Wells, Isaac Asimov, Ray Bradbury und andere

 


Titel: Fremde aus dem All (10 Geschichten)

Autor:  H.G. Wells, Isaac Asimov, Ray Bradbury und andere 

Genre: Science Fiction
Erscheinungsjahr: 1982
Seitenzahl: 416
Cover: © Bastei Lübbe
Begonnen: Dezember 2022
Beendet: März 2023


Mein Mann und ich habe uns Ende letztes Jahres dem Science-Fiction-Genre zugewandt und da fiel uns in einem Bücherschrank dieser alte Sammelband mit den Geschichten von zehn sehr bekannten Schriftstellern in die Hände, der sich perfekt zum Vorlesen geeignet hat. Thematisch geht es hier in jeder Geschichte um eine andere Spezies, die sich auf unseren Planeten einnisten will.

Als Einstieg in dieses Buch gibt es den Anfang von "Die Landung der Marsianer", der mir total Lust darauf gemacht hat, dieses sehr bekannte Werk einmal in Angriff zu nehmen. "Im Goldfischglas" von Robert A. Heinlein setzt sich mit der Frage auseinander, was wäre, wenn wir Menschen anderen Spezies einfach gleichgültig wären. Hier hat mir besonders das Ende gefallen.

Isaac Asimovs "Keine Angst vor kleinen Tieren" wirkt auf den ersten Blick wie eine typische Alien-Geschichte, besitzt aber eine geniale Wendung. Ray Bradbury, den ich schon durch andere Werke wie "Fahrenheit 451" kannte, zeigt in "Alle Jungen züchten Riesenpilze" eine ganz originelle Art, wie sich andere Lebensformen auf unserem Planeten einnisten können.

"Formfragen" von Robert Sheckle beschäftigt sich mit Wesen, die jede Form annehmen können und auf eine gefährliche Mission geschickt werden, die anders als erwartet endet. In "Schutzengel" von Arthur C. Clarke werden religiöse Fragen nach der kosmischen Bestimmung aufgeworfen, war für mich aber etwas schwächer als die vorherigen Storys.

"Der Außenweltler" von Poul Anderson war die längste Geschichte in diesem Band und leider eine, die abgebrochen haben. "Der Rote" von Jack London zeigt auf sehr interessante Weise, was wäre, wenn ein Artefakt aus dem All von einem bgelegenen Stamm entdeckt wird und die restliche Zivilisation nichts davon weißt.

Die wohl lustigste Geschichte in diesem Band ist "Andromeda im Brombeerstrauch" von Richard Hey, die auch in Deutschland spielt. Hier landet ein Flugobjekt in einem Brombeerstrauch und der Besucher ist gezwungen, in dieser Welt zu bleiben. "Invasion" von Stanislaw Lem ähnelt der Geschichte von H.G. Wells, da auch hier seltsame Dinge auf der Erde landen und den Wissenschaftlern Kopfzerbrechen bereiten. 

Bis auf die abgebrochene Geschichte konnten mich alle Autoren mit ihrem Stil und ihren Ideen begeistern. Auf einige Autoren wie H.G. Wells, Richard Hey und Stanislaw Lem bin ich hier besonders neugierig geworden. Etwas störend waren die zahlreichen Rechtschreib- und Tippfehler, die ich von einem Buch aus dem Verlag eigentlich gar nicht erwartet hatte. Es gab hier tatsächlich Seiten, auf denen in jedem Satz ein Fehler war, was das Vorlesen doch etwas erschwert hat. Dennoch kann ich diesen Sammelband empfehlen, da er auch Einsteigern einen guten Einblick in das Genre gibt.


Ein spannender Sammelband, in dem die wohl bekanntesten Schriftsteller des Science-Fiction-Genres Einblick in ihre Arbeit geben. Für mich ein perfekter Einstieg in das Invasions-Thema mit zahlreichen spannenden Ideen. Empfehlenswert!

Ich vergebe 4 von 5.




Mittwoch, 22. März 2023

[Rezension] Die Schattenhand - Agatha Christie

 


Titel: Die Schattenhand (Miss Marple)

Autor:  Agatha Christie

Genre: Krimi
Erscheinungsjahr: 1995
Seitenzahl: 219
Cover: © Loewe
Begonnen: 04.03.2023
Beendet: 08.03.2023


Jerry zieht sich mit seiner Schwester nach einem Unfall zur Erholung aufs Land zurück und will sich einmal nur auf die Natur und den typischen Dorfklatsch konzentrieren. Doch dann stört eine Serie anonymer Briefe den Frieden. Plötzlich verdächtig jeder jeden und dann passiert auch noch ein Mord ...

Mit dem Dorfidyll ist es für Jerry und Joanna in diesem Krimi schnell vorbei. Mir gefielen die Atmosphäre und Ausgangslage sehr, denn die Briefe sorgen von Anfang an dafür, dass Misstrauen vorherrscht und der Leser das Gefühl bekommt, dass sich hinter jeder Person der ominöse Briefeschreiber verbergen könnte. Als dann auch noch ein Mord geschieht, lädt die Geschichte zum Miträtseln denn. Es hat Spaß gemacht, die Charaktere näher kennenzulernen. Besonders Megan, die Jerry sogar noch den Kopf verdreht, entpuppt sich als überraschend vielschichtige junge Frau.

Miss Marple spielt allerdings nur eine winzige Rolle und taucht erst im letzten Drittel auf, um den Fall zu lösen. Das Ende hat mir dabei gefallen, vor allem, da ich die ganze Zeit in eine andere Richtung gedacht habe. Für mich ist "Die Schattenhand" auf jeden Fall ein starker Krimi, der es geschafft hat, dass ich mich selbst kurzzeitig als Teil der Dorfgemeinschaft gefühlt habe und ausnahmslos jeden verdächtigt fand. Ein starker Fall!


"Die Schattenhand" entführt in ein kleines Dorf und zeigt, dass auch dort das Böse lauert und nur auf den passenden Moment wartet. Ein spannender Krimi mit einer überraschenden Auflösung!

Ich vergebe 5 von 5.




Montag, 20. März 2023

[Rezension] Der goldene Kompass - Philip Pullman

 



Titel: 
Der goldene Kompass

Autor:  Philip Pullman

Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsjahr: 2006
Seitenzahl: 412
Cover: © Carlsen
Begonnen: 06.03.2023
Beendet: 10.03.2023


Lyra, die in einem College in Oxford lebt, rettet ihren Onkel, der fast vom Rektor vergiftet wird. Sie hört, wie ihr Onkel Asriel von einer anderen Welt und einem seltsamen Staub redet und will ihn in den Norden begleiten. Doch er lässt sie mal wieder zurück. Als plötzlich ihr bester Freund Roger verschwindet, steht für Lyra fest, dass sie eine schwierige Reise antreten muss ...

"Der goldenen Kompass" ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie, die sogar bereits verfilmt wurde. Der Einstieg in diese Welt, in der jeder Mensch einen Dæmon als Begleiter hat, könnte dabei nicht spannender sein. Lyra, die eigentlich noch ein Kind ist, muss plötzlich kämpfen, um ihren besten Freund zu retten und die Wahrheit über die Organisation, die Kinder entführt, die andere Welt und den seltsamen Staub herausfinden.

Die Ideen mit den Dæemonen, dem Alethiometer, den Bären und auch dem rätselhaften Staub gefielen mir sehr, doch auch die Schauplätze haben es in sich. Lyras Reise wird immer wieder behindert. Für ein Jugendbuch fand ich es stellenweise schon recht brutal.

Gepackt hat mich die Handlung auf jeden Fall, allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mit Lyra und auch den restlichen Charakteren ein paar Probleme hatte, da alle doch sehr stark wirken und vom Schicksal gelenkt werden. Ich konnte zu Lyra keine echte Verbindung aufbauen, wodurch ich manchmal das Gefühl hatte, nicht hautnah dabei zu sein. Dennoch empfand ich diesen ersten Teil aber sehr kreativen Abenteuerroman, der viele spannende Momente besitzt. 


"Der goldene Kompass" ist ein spannender Jugend-Fantasyroman mit vielen kreativen Einfällen, das sich beim Lesen wie ein großes Abenteuer anfühlt. Nur die Charaktere sind mir leider nicht so nahe gekommen wie ich es mir gewünscht hätte ...

Ich vergebe 4 von 5.




Sonntag, 19. März 2023

[Rezension] Der talentierte Mr. Ripley - Patricia Highsmith


Titel: 
Der talentierte Mr. Ripley

Autor:  Patricia Highsmith

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2004
Seitenzahl: 333
Cover: © Süddeutsche Zeitung Bibliothek
Begonnen: 27.02.2023
Beendet: 03.03.2023


Tom Ripley hat sich, nach dem frühen Tod seiner Eltern, immer allein und nicht unbedingt auf legalem Wege durchgeschlagen. Plötzlich bekommt er die Gelegenheit, nach Italien zu reisen. Er soll dort den Sohn des reichen Mr. Greenleaf dazu animieren, nach Amerika zurückzukehren. Doch Tom freundet sich mit Dickie an und schließlich will er genau so ein Leben führen wie er ...

Ich habe die Woche vor meinem Geburtstag genutzt, um mich wieder einmal näher mit Patricia Highsmith zu beschäftigen. Neben ihren Tagebüchern, die mir als tägliche Inspirationsquelle dienen, durfte ich nun endlich eins ihrer wohl bekanntesten Werke lesen. Mit dem Mr. Riple hat sie einen spannenden Charakter erschaffen, der aus der Welt der Literatur kaum noch wegzudenken ist.

Tom Ripley, der hier verzweifelt versucht, einen Platz in der Welt zu finden und dabei auch vor Mord nicht zurückschreckt, ist ein Protagonist, der gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Highsmith deutet immer nur an, dass seine Kindheit und Jugend nicht allzu rosig war und lässt schließlich einen Mann auftreten, der zwar selbstbewusst wirkt, sich in der eigenen Haut aber nicht wirklich wohlfühlt.

Tom Ripley hatte auch mich von der ersten Seite mit seinem Charme um den Finger gewickelt. Es war spannend zu sehen, wie er sich eine ganz eigene Realität erschafft und durch jede Menge Glück mit allem davonkommt. Genial ist, wie er die Polizei immer wieder hinters Licht führt und dabei oft Grenzen überschreitet. Ich hatte beim Lesen echt oft das Gefühl, dass er nun doch eine Spur zu weit gegangen ist, doch letztendlich wurde er von der Autorin und wohl auch vom Schicksal beschützt.

Für mich war "Der talentierte Mr. Ripley" ein kleines Meisterwerk, das Highsmith von ihrer stärksten Seite zeigt. Ich bin auf die weitere Reise von Tom Ripley gespannt und kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der die Autorin bisher noch nicht ausprobiert hat!


"Der talentierte Mr. Ripley" gilt nicht ohne Grunde als eines der stärksten Werke der Autorin. Auch mich konnte der Verbrecher Tom Ripley mühelos um den Finger wickeln und ich bin gespannt, in welche Situationen er in den anderen Romanen noch reinschlittern wird.

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.




Samstag, 18. März 2023

[Rezension] Shamrock Kisses - Sandra Pulletz

 


Titel: Shamrock Kisses

Autor:  Sandra Pulletz

Genre: Roman, Liebesroman
Erscheinungsjahr: 2022
Seitenzahl: 272
Cover: © Sandra Pulletz
Begonnen: 23.02.2023
Beendet: 28.02.2023


Lucia wünscht sich nichts sehnlicher, als das Konzert ihrer geliebten Irish Heads besuchen zu können. Dieses findet aber nun nicht in Österreich sondern in Dublin statt. Wie durch ein Wunder kommen Lucia und ihre Freundin Tinka wirklich nach Irland, doch bei den beiden Chaotinnen geht von Anfang an einiges schief. Und dann taucht auch noch Fionn auf, der auch Musik macht ...

Als großer Fan der romantischen Bücher von Sandra Pulletz war ich froh, auch diese Geschichte wieder vorab lesen zu dürfen. Lucia und ihre Freundin Tinka fand ich von Anfang an als absolutes Chaosteam sehr amüsant. Fionn, der eher sanfter ist, bringt als Gegenpol eine angenehme Ruhe in die Geschichte.

Das Thema Musik kommt hier natürlich auch nicht zu kurz und das führt auch zu allerlei Missverständnissen, denn Lucia fährt total auf den Leadsänger der Irish Heads ab. Sehr romantisch wird die Geschichte, als Lucia begreift, dass sie sich längst in jemand anderes verliebt hat.


Mich konnte auch diese süße Geschichte wieder in den Bann ziehen und bis zum Ende gut unterhalten. Gelungen sind hier auch wieder die Nebencharaktere, die alle eine kleine eigene Story bekommen. Auch dieses Werk von Sandra Pulletz kann ich empfehlen. Wer Humor und Romantik sucht, wird mit "Shamrock Kisses" große Freude haben!

Ich vergebe 5 von 5.




Donnerstag, 16. März 2023

[Rezension] Mein Herz so weiß - Javier Marías

 


Titel: Mein Herz so weiß

Autor:  Javier Marías

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1998
Seitenzahl: 352
Cover: © dtv
Begonnen: 24.02.2023
Beendet: 01.03.2023


Eine junge Frau, die gerade erst von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrt ist und mit ihrer Familie isst, erhebt sich plötzlich vom Tisch, geht ins Bad und schießt sich mitten ins Herz. Das ist die Ausgangslage, die auch Folgen für den Ich-Erzähler, der erst spät davon erfährt, dass diese Frau seine Tante war und sein Vater ihr damaliger frisch vermählter Mann, haben soll.

Der anfangs namenlose Protagonist wirkt nach seiner eigenen Hochzeit verloren und bekommt Zweifel. Immer wieder bekommt er zu hören und zu spüren, dass die Liebe nur ein Zwang sei. Zwingt auch er seine Frau in diese Ehe? Und warum gab ihm sein Vater bei der Hochzeit den Tipp, seine Geheimnisse niemals mit seiner Frau zu teilen?

"Mein Herz so weiß" war mein allererstes Buch von dem im vergangenen Jahr verstorbenen, sehr bekannten Schriftsteller, der einen beeindruckenden, wenngleich auch nicht allzu leicht zu lesenden Schreibstil besitzt. Seine Sätze sind sehr verschachtelt, recht poetisch und oft gibt es über viele Seiten keinen einzigen Absatz. Ich musste mich nach dem perfekten beschriebenen Schockmoment am Anfang erst einmal hineinfinden und vor allem verstehen, wohin das Buch mich denn führen will.

Es handelt sich nicht um eine geradlinig erzählte Geschichte. Der Autor schweift oft ab, lässt den Protagonisten (und damit auch den Leser) umherirren und konfrontiert ihn immer wieder mit den dunklen Seiten, die in jedem Menschen schlummern. Besonders interessant fand ich hier Berta, die mit einem wildfremden Mann schreibt und plötzlich bereit ist, alles für ihn zu tun.

Das Ende zeichnet sich hier im Grunde schon zu Beginn ab und so sind die Hintergründe des damaligen Selbstmords wenig überraschend. Sprachlich ist "Mein Herz so weiß" sicherlich ein kleines Meisterwerk, das zum Nachdenken einlädt. Nach dem Zuschlagen hatte ich aber auch das Gefühl, gerade eine zu aufgeblähte und mit viel zu vielen Worten geschilderte Geschichte gelesen zu haben ...



Sprachlich gesehen ist "Mein Herz so weiß" von Javier Marías ein kleines Meisterwerk, das philosophische Fragen stellt und tief in Abgründe schauen lässt. Leider kann die Handlung da nicht so recht mithalten und ist rückblickend betrachtet zu aufgebläht ...

Ich vergebe 4 von 5.


Dienstag, 14. März 2023

[Rezension] Helden der City - Kristina Dunker

 


Titel: Helden der City

Autor:  Kristina Dunker

Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenzahl: 168
Cover: © Arena
Begonnen: 23.02.2023
Beendet: 27.02.2023


Vivi und ihre Freunde probieren auf einer Kirmes zum ersten Mal Bungeejumping aus. Plötzlich erleben sie diesen unglaublichen Kick und wollen mehr. Immer öfter begeben sie sich in Gefahr und schnell droht eine ihrer Aktivitäten aus dem Ruder zu laufen ...

Durch den sehr jugendlichen Stil erleben wir das Geschehen aus der Sicht von Vivi, die sich wie viele Jugendliche einfach verloren fühlt. Da ist die Leere, die sie nach der kurzen Beziehung mit Olli, der ebenfalls in ihrer Clique ist, mit den extremen Aktivitäten bekämpfen will. Doch was, wenn die Leere mit jedem Kick größer wird?

Die Autorin beschreibt hier sehr schön, was passiert, wenn Jugendliche sich langweilen und in der Stadt überall vertrieben werden. Es wundert wenig, dass sie sich dann zu Lost Places hingezogen fühlen und sich aus Langeweile irgendwelche gefährlichen Extremsportarten ausdenken.
Erschreckend ist auch der Gruppenzwang, der ausgeübt wird. Mutig ist plötzlich nur noch, wer sein Leben aufs Spiel setzt, dabei ist es viel stärker, auch einmal "Nein" zu sagen.

Das Buch ist recht kurz, erzählt aber dennoch eine wichtige Geschichte über Freundschaft, die Suche nach einem Platz im Leben und dem Mut, sich für sich selbst aber auch andere einzusetzen. Mir hat die Geschichte und besonders auch das Ende gefallen. Dieses schwingt hier keine Moralkeule, sondern zeigt, dass Fehler eben zum Leben dazugehören.



Ein Jugendbuch, das sehr eindringlich die Gefahren von Extremsportarten schildert und zeigt, wie schnell besonders Jugendliche süchtig nach dem Kick werden. Ein spannendes und gleichzeitig nachdenklich stimmendes Jugendbuch!

Ich vergebe 5 von 5.



Sonntag, 12. März 2023

[Rezension] Die Reisen des Mr. Leary - Anne Tyler

 


Titel: Die Reisen des Mr. Leary

Autor:  Anne Tyler

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1991
Seitenzahl: 361
Cover: © Fischer
Begonnen: 20.02.2023
Beendet: 24.02.2023


Nach dem tragischen Tod seines Sohnes wird Macon Leary auch noch von seiner Frau verlassen. Aus ihm wird ein einsamer Mann, der sich nicht mehr öffnen kann. Doch dann tritt die lebhafte Muriel in sein Leben, die auf dem ersten Blick gar nicht zu ihm passt. Und dann kommen sich die beiden doch näher ...

Anne Tyler hat mich mit ihrem außergewöhnlichen Protagonisten sofort in den Bann gezogen. Macon schreibt Reiseführer für Leute, die geschäftlich gezwungen sind, andere Länder zu vesuchen. Die "Tourist wider Willen"-Bücher beschreiben Macon perfekt, denn er hasst das Reisen und mag keinerlei Veränderungen. Am liebsten hätte er einen geregelten Tagesablauf, aber wie ist das nach dem Tod seines Sohnes und der Trennung seiner Frau überhaupt möglich?

Macon lässt keinerlei Gefühle zu, ist sehr eigen und stößt die Leute immer wieder von sich fort. Dabei sieht er gar nicht, dass er gar nicht so einsam ist wie er glaubt. Der Roman besitzt Humor, strahlt aber gleichzeitig auch eine ungemeine Ruhe aus. Macon wehrt sich mit Händen und Füßen gegen jede Veränderung und verfällt immer wieder in alte Muster. Sehr menschlich wählt er lieber den Weg des geringsten Widerstandes anstatt ein Risiko einzugehen.

Für mich war "Die Reisen des Mr. Leary" ein erfrischend ehrlicher Liebesroman, der sehr schön zeigt, dass sich Liebe erst entwickeln muss und es im Anschluss sehr viel Mühe kostet, sie am Leben zu halten. Obwohl ich Muriel am Anfang echt nervig fand, gefiel es mir, wie sie aus Macon aus seinem Schneckenhaus gelockt hat. An Macons eigensinnige Art und Muriels unermüdliche Versuche, ihn für sich zu gewinnen, werde ich sicher noch lange zurückdenken!


"Die Reisen des Mr. Leary" ist ein außergewöhnlicher Liebesroman, der zeigt, dass sich Liebe erst einmal entwickeln muss und Zeit braucht. Für mich ist die Autorin eine spannende Neuentdeckung!

Ich vergebe 5 von 5.



Freitag, 10. März 2023

[Rezension] Ein Raunen in der Nacht (Kurzgeschichten) - Joan Aiken


Titel: 
Ein Raunen in der Nacht (Kurzgeschichten)

Autor:  Joan Aiken

Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsjahr: 1983
Seitenzahl: 160
Cover: © Oetinger

Begonnen: 22.02.2023
Beendet: 24.02.2023


Ich bin nun schon seit ein paar Jahren großer Fan der Bücher von Joan Aiken und nun habe ich diesen alten Kurzgeschichten-Band von ihr entdeckt. In neun relativ kurzen Storys erzählt sie von unheimlichen Begegnungen und alten Legenden.

"Miss Spifire" ist die Geschichte von Onkel Ned, der auf der Rollbahn sterben will und deswegen dort in seinem Bett auf den Tod wartet. "Sie hatte Angst vor oben" handelt von der kleinen Tessie, die nie freiwillig ein oberes Stockwerk betritt und deswegen sogar freiwillig draußen schläft.

In "Die schwarzen Klippen" reißen zwei Freunde nach Irland und besuchen eine alte Kirche und im Anschluss die titelgebenden Klippen. "Der Finder" beschäftigt sich mit einem magischen Artefakt, das verlorene Dinge wiederfinden soll, während "Der Bucklige vom Brookpark" eine atmosphärische Geistergeschichte ist.

"Sultan, mein Freund" ist recht überladen und erzählt die gesamte Vorgeschichte eines Pfarrhauses. Die Story hätte glatt einen Roman füllen können. "Na und?" beschäftigt sich mit dem Untergang der menschlichen Rasse und regt zum Nachdenken an. In "Der Picknickplatz" geht es einen Wahn und "Das Schwanenkind" ist wohl die einzige Geschichte in diesem Band, die an die genialen Psychothriller der Autorin erinnert. Diese Story war mein Favorit.

Mir haben diese abwechslungsreichen und sehr atmosphärischen Geschichten gut gefallen, auch wenn ich bei einigen das Gefühl hatte, dass sie zum Ende hin etwas schwächeln. Vieles war mir eine Spur zu kurz, wodurch einige Fragen nicht beantwortet werden. Dennoch hatte ich einige tolle Lesestunden und mich bei einigen Geschichten sogar gegruselt.


Als großer Fan der Autorin habe ich diese neun Kurzgeschichten sehr gerne gelesen, auch wenn mir vieles eine Spur zu kurz war. Die Atmosphäre war aber stimmig und ihre Ideen auf jeden Fall originell.

Ich vergebe 4 von 5.