Donnerstag, 29. April 2021

[Rezension] Meine beste Freundin - Sarah Alderson


Titel:
 
Meine beste Freundin

Autor:  Sarah Alderson
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 21. April 2020
Anzahl der Seiten: 279
Cover und Inhalsangabe: © Goldmann Verlag

Begonnen: 26.03.2021
Beendet: 30.03.2021


"Seit Jahren hat die unscheinbare Lizzie nicht mehr an ihre ehrgeizige Kollegin Becca gedacht. Obwohl online befreundet, nahm Becca im wahren Leben kaum Notiz von ihr und verschwand nach einem schrecklichen Unfall schließlich ganz. Als Lizzie plötzlich ein Tinder-Date mit James, Beccas attraktivem Exfreund, vorgeschlagen wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Becca, die laut Facebook mittlerweile das perfekte Leben führt – Designstudio, erfolgreicher Ehemann, süßes Baby –, hätte doch sicher nichts dagegen. Doch mit Freunden wie Becca braucht Lizzie keine Feinde …"


Wir leben in einer Zeit, in der wir einen kleinen oder auch großen Teil unseres Lebens mit anderen, fremden Menschen übers Internet teilen. Dabei wird allerdings eine Scheinwelt errichtet, denn natürlich ist die echte Welt nicht ansatzweise so perfekt, wie es auf den sozialen Netzwerken oft aussieht ... Mit dieser Thematik beschäftigt sich auch "Meine beste Freundin" von Sarah Alderson. In dem Thriller geht es um Lizzie, die furchtbar eifersüchtig auf das Leben ihrer ehemaligen Kollegin Becca ist ... Doch ist dieses Leben wirklich so toll, wie es auf den Onlineprofilen scheint?

Becca ist, seit sie auf einer Weihnachtsfeier einen tragischen Unfall hatte, von der Bildfläche verschwunden. Da lernt Lizzie plötzlich Beccas Exfreund über Tinder kennen und stellt sich zeitgleich die Frage, was denn aus ihrer ehemaligen Kollegin wurde. Nach ein paar Mausklicks steht fest: Beccas Leben ist noch perfekter geworden. Sie hat einen tollen Job, einen neuen Mann und sogar eine kleine Tochter ...

Wirklich sympathisch ist in diesem Thriller niemand, aber das ist auch ganz passend. "Meine beste Freundin" zeigt sehr gut, was die anscheinend so "perfekte" Onlinewelt aus uns Menschen machen kann. Da ist auf der einen Seite die von Neid zerfressene Protagonistin, die sich viel mehr für Beccas Leben als für ihr eigenes interessiert und dann ist da die strahlende und angeblich immer glückliche Becca, die allerdings seit dem Unfall doch ein ganz anderer Mensch ist.

Sehr anschaulich zeigt die Autorin, was das Internet mit unserer Psyche tun kann. Sie zeigt auf, wie leicht wir uns alle doch von dieser Scheinwelt blenden lassen und wie leicht aus Neid doch echter Hass werden kann. "Meine beste Freundin" ist kein Schocker, weiß aber dennoch zu fesseln. Allerdings muss ich gestehen, dass ich relativ schnell wusste, wohin sich alles entwickeln wird. Lizzie und Becca empfand ich als sehr interessante Charaktere, die beide ihre Problemchen haben. Im letzten Drittel ließ die Geschichte für mich allerdings stark nach. Zum einen lag das sicher daran, dass sich das Ende schon früh abzeichnet, zum anderen aber auch daran, dass die polizeilichen "Ermittlungen" recht überflüssig und wenig glaubwürdig wirken. Wie die Autorin in ihrem Nachwort offenbart, wurde dieses Buch in nur sechs Wochen geschrieben und das ist, gerade am Ende auch spürbar ...


Neid, Eifersucht und Hass, all das begegnet uns tagtäglich im Internet und auch in diesem Thriller wird deutlich, wie gefährlich diese Scheinwelt sein kann, die auf vielen sozialen Netzwerken aufrecht erhalten wird ... Als Thriller etwas vorhersehbar, aber durch die zwei Frauen, die hier gegenener agieren, obwohl sie sich überhaupt nicht kennen, doch eine fesselnde Lektüre!

Ich vergebe 4 von 5.





Dienstag, 27. April 2021

[Rezension] Die Wanderhure - Iny Lorentz


 Titel: Die Wanderhure

Autor:  Iny Lorentz
Genre: Roman, Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 1. April 2005
Anzahl der Seiten: 607
Cover und Inhalsangabe: © Knaur

Begonnen: 24.03.2021
Beendet: 29.03.2021


"Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückscheut. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaustreibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf ..."


"Die Wanderhure" von dem Autorenduo Iny Lorentz war so ein Buch, das ich schon etliche Male in der Hand gehalten habe und sogar schon einmal begonnen hatte. Mit historischen Romanen komme ich allerdings erst seit ein paar Jahren zurecht und so war nun erst die Zeit gekommen, diesem Werk endlich eine richtige Chance zu geben.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir direkt Marie kennen, die unmittelbar vor ihrer Hochzeit Opfer einer schrecklichen Intrige wird und schließlich aus ihrer Heimatstadt verbannt wird. Die ersten Seiten waren hier sehr mitreißend, denn sie zeigen sehr schön die Ungerechtigkeiten dieser Zeit auf, in der Geld und Ansehen mehr zählen als Menschlichkeit.

Als Leser begleiten wir nun Marie, die versucht, am Leben zu bleiben und sich schließlich auch Männern hingibt, da ihr klar wird, überhaupt keine andere Wahl zu haben. Es war interessant und spannend zu sehen, wie sie sich von einem wohlbehüteten und unschuldigen Mädchen in eine starke, selbstbewusste Frau verwandelt, die sich nicht unterkriegen lässt. Angetrieben wird sie in erster Linie von ihrem Verlangen nach Vergeltung. Der Mann, dem sie ihr neues Leben verdankt, soll nicht ungeschoren davonkommen.

Ich war überrascht, wie einfach der Schreibstil der beiden Autoren doch ist. So konnte ich unfassbar schnell in die Geschichte eintauchen. Ich denke, dieses Werk ist besonders für jene Leser geeignet, die gerne einmal einen historischen Roman ausprobieren wollen, sich aber schnell von zu vielen geschichtlichen Fakten erschlagen fühlen. "Die Wanderhure" entführt zwar ins sehr düstere Mittelalter, aber ich habe schon im Vorfeld gelesen, dass dies eher eine Unterhaltungslektüre ist. So geht es in erster Linie um Maries Reise und vieles entspringt auch nur der Fantasie der Autoren und dient nur dazu, die Geschichte voranzutreiben. Mir hat etwas die Tiefe gefehlt und stellenweise auch die Emotionen.

Den Anfang fand ich deutlich stärker als den weiteren Verlauf. Die Personen, die Marie trifft, sind abwechslungsreich gestaltet. Gefallen hat mir vor allem Hiltrud, die zu einer treuen Freundin wird. Michel, der für Anfang an etwas für Marie empfindet, kam mir allerdings doch zu kurz und am Ende konnte ich sein Verhalten nicht so recht nachvollziehen. Das Ende ist gelungen, auch wenn es mir doch etwas zu viel des Guten war. Nicht jede Geschichte braucht ein solch übertriebenes Happy End. Trotz meiner Kritik hat mich das Buch aber gefesselt und unterhalten. 


Auch wenn es der Geschichte etwas an Tiefe und Emotionen fehlt, konnte mich "Die Wanderhure" doch packen und unterhalten. Durch die einfache Sprache und den vielen kleinen Abenteuern ist es definitiv ein lesenswerter Roman, der auch Menschen begeistern dürfte, die mit historischen Werken sonst nichts anzufangen wissen!
Ich vergebe 4 von 5.




Sonntag, 25. April 2021

[Rezension] Birthday Girl - Vier Freundinnen. Ein tödliches Geschenk. - Sue Fortin


Titel:
 
Birthday Girl - Vier Freundinnen. Ein tödliches Geschenk.

Autor:  Sue Fortin
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2019
Anzahl der Seiten: 481
Cover und Inhalsangabe: © Penguin Verlag

Begonnen: 19.03.2021
Beendet: 24.03.2021

"Für ihren Geburtstag hat sich Joanne etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie lädt ihre drei besten Freundinnen zu einem Wochenende in eine abgelegene Hütte in den schottischen Wäldern ein. Und sie hat dafür ein Spiel vorbereitet. Denn was die anderen voneinander nicht wissen: Jede von ihnen verbirgt ein dunkles Geheimnis, und Joanne plant, jedes einzelne nach und nach zu enthüllen. Doch dann ist plötzlich eine von ihnen tot. War es ein Unfall oder Mord? Können die Freundinnen einander noch trauen oder hat das tödliche Spiel um die Wahrheit gerade erst begonnen?"



Vier Freundinnen, ein Abenteuerurlaub und eine Menge Geheimnisse im Gepäck. Das klingt eigentlich nach einer tollen Ausgangslage für einen spannenden Thriller, doch leider hatte ich mit "Birthday Girl" von Sue Fortin von Anfang an so meine Probleme.

Mir fiel es erst einmal schwer, die vier Frauen zu unterscheiden. Besonders Zoe und Andrea wirken gerade am Anfang sehr farblos und auch austauschbar, da der Leser reichlich wenig über die beiden erfährt. Die Ich-Erzählerin Carys gibt da zum Glück mehr über sich preis, während die Gastgeberin Joanne erst einmal nur ein sehr berechnender und auch gemeiner Mensch zu sein scheint.

Spannung besitzt "Birthday Girl" aber, was sicherlich an den gut gesetzten Cliffhangern liegt. Sue Fortin treibt die Geschichte immer weiter voran, offenbart einige interessante Geheimnisse und baut auch noch ein paar Wendungen ein. Gelangweilt habe ich mich beim Lesen nicht, aber mir fehlte es doch an Emotionen und auch an einer Person, mit der ich mitfiebern kann.

Mit Carys, die als Erzählerin natürlich im Fokus der Geschichte steht, wurde ich nicht wirklich warm. Allgemein konnte ich mit der "Freundschaft" der vier reichlich wenig anfangen, wirken sie doch alle so, als könnten sie sich nicht wirklich leiden. Irritiert hat mich auch, dass, nachdem eine von den Frauen tot aufgefunden wird, niemand wirklich trauert und schließlich sogar eine verletzte Freundin einfach so vergessen wird ... Alle Charaktere wirkten auf mich leider sehr egoistisch.

Dabei baut die Autorin bis zum Ende einige tolle Ideen ein. Ich mochte das Spiel, das sich Joanne ausgedacht hat und fand auch die Outdoor-Aktivitäten sehr interessant. Das Ende selbst ist auch nicht schlecht. auch wenn mir der ganze Plan des Täters doch sehr wirr vorkam ... Alles in allem ist "Birthday Girl" sicherlich ein Buch, das sich gut und schnell lesen lässt und auch ein paar Überraschungen bereit hält!



"Birthday Girl" von Sue Fortin besitzt eine interessante Ausgangslage und eine angenehme Spannung, konnte mich von den Charakteren allerdings nicht überzeugen. Dennoch nett für zwischendurch!

Ich vergebe 3 von 5.


Donnerstag, 22. April 2021

[Rezension] Rebecca - Daphne du Maurier

 


Titel: Rebecca

Autor:  Daphne du Maurier
Genre: Roman, Klassiker
Erscheinungsdatum: 1966
Anzahl der Seiten: 499
Cover und Inhalsangabe: © Fackelverlag

Begonnen: 19.03.2021
Beendet: 23.03.2021


"Vor der Kulisse des alten englischen Herrensitzes Manderley entsteht langsam, aus der Vergangenheit auftauchend, das Bild jener geheimnisvollen Frau, deren Schatten einer großen Liebe zum Verhängnis zu werden droht ..."


Im vergangenen Jahr habe ich mein allererstes Buch von Daphne de Maurier gelesen. "Die Parasiten" konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen. Nun habe ich diese uralte Ausgabe von "Rebecca", ihrem wohl bekanntesten Werk, in einem Bücherschrank entdeckt und endlich kann ich verstehen, warum ihre Bücher zu den großen Klassikern gehören und auch heute noch zahlreiche Leser begeistern.

In "Rebecca" erfahren wir die sehr tragische und auch düstere Geschichte einer namenlosen Frau, die noch sehr jung und unerfahren ist, als sie auf den Witwer Maxim de Winter trifft und sich in ihn verliebt. Die beiden heiraten und sie wird die neue Herrin von Manderley. Dabei stellt sie jedoch fest, dass Maxims erste Frau, die von allen geliebte Rebecca, dunkle Schatten in dem Anwesen hinterlassen hat, die ihre Zukunft und ihr Glück gefährden.

Daphne du Maurier hat der Ich-Erzählerin aus gutem Grund keinen Namen verpasst, denn die verstorbene Rebecca füllt diese Geschichte vollständig aus. Sie macht es der neuen Mrs. de Winters sehr schwer, einen Platz in Manderley und auch an der Seite von Maxim zu finden. Ich konnte von Anfang an mit ihr mitfühlen und war teilweise sprachlos darüber, wie beispielsweise die Haushälterin Mrs. Danvers mit ihr umgibt und ihr ununterbrochen das Gefühl gibt, nicht einmal halb so viel wert wie die von allen geliebte Rebecca zu sein. Dies alles verunsichert sie immer mehr und sorgt dafür, dass sie sich selbst nicht als würdige Hausherrin und auch Ehefrau betrachtet.

Ich könnte "Rebecca" nicht direkt einem Genre zuordnen. Es ist zum einen eine sehr tragische Liebesgeschichte, zum anderen aber auch ein Krimi, denn es gibt eine sehr große Überraschung. Dieses Werk war seit langem mal wieder ein Klassiker, der mich nicht nur in den Bann gezogen hat, sondern regelrecht umgehauen hat. Ich habe mich gefühlt, als würde ich selbst in Mrs. de Winters Haut stecken. Ein wirklich starkes Werk, das es direkt auf meine Liste der Lieblingsbücher geschafft hat!



Eine sehr tragische Geschichte über eine junge, namenlose Frau, die einfach nicht gegen die Schatten der Vergangenheit ankommt. "Rebecca" ist ein sehr intensives Werk mit einer tollen Protagonistin, einer überraschenden Wendung und einer düsteren Grundstimmung. Für mich ein absolutes Must Read und nun definitiv eins meiner Lieblngsbücher!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


Dienstag, 20. April 2021

[Rezension] The Couple - Ihre Liebe ist vorbei. Ihr Spiel hat erst begonnen. - Araminta Hall

  


Titel: The Couple - Ihre Liebe ist vorbei. Ihr Spiel hat erst begonnen.

Autor:  Araminta Hall
Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2019
Anzahl der Seiten: 378
Cover und Inhalsangabe: © Heyne Verlag

Begonnen: 16.03.2021
Beendet: 19.03.2021


"Mike und Verity sind das perfekte Paar. Und um seine Traumfrau glücklich zu machen, hat Mike nicht nur einen gut bezahlten Job angenommen, sondern auch ein wunderschönes Haus gekauft. Er würde alles für sie tun. Auch wenn das bedeutet, dass sie manchmal grausame Spiele spielen. Doch plötzlich trennt Verity sich von ihm und verliebt sich in einen anderen Mann. Mike wird der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie antwortet nicht auf seine Anrufe und auch nicht auf seine Nachrichten. Aber dann wird ihm etwas klar: Ein neues Spiel hat begonnen und er muss Verity nun beweisen, wie weit er wirklich gehen kann …"


Auf der Suche nach interessanten, neueren Thrillern stieß ich auf "The Couple - Ihre Liebe ist vorbei. Ihr Spiel hat erst begonnen.", das sich vom Klappentext her sehr spannend angehört hat, geht es doch um einen Mann, der die Trennung zu seiner großen Liebe nicht verkraftet und sich schließlich einredet, dies wäre noch Teil eines Spiels, das sie immer gespielt haben.

Das "Crave-Spiel", das Verity und Mike sich ausgedacht haben, hat mich anfangs an die Spielerein von Chuck und Blair aus "Gossip Girl" erinnert, nur mit dem Unterschied, dass es in dieser Geschichte der weibliche Teil ist, der sich von Männern verführen lässt, um ihrem Freund die Gelegenheit zu geben, sich als "echter Mann" zu geben und die Konkurrenten davonzujagen.

Der Anfang der Geschichte wirkte auf mich allerdings etwas unstrukturiert. Wir lernen hier Mike kennen, der bruchstückchenhaft von wichtigen Ereignissen erzählt. Dabei liegt die Trennung von Verity nun schon eine Weile zurück und er ist gerade aus Amerika zurückgekehrt, wo er zwei Jahre lang geschuftet hat, um sich (und eigentlich auch Verity) ein Haus zu kaufen. Der Leser erkennt recht schnell, wie wirr Mikes Gedanken sind und wie besessen er von Verity ist und auch war. Dabei wirkt er fast so, als würde er alles von ihr abhängig machen und überhaupt keine eigene Persönlichkeit besitzen, was ihn nicht unbedingt zu einem einfachen Charakter macht.

Verity wirkt in seinen Beschreibungen eiskalt und nicht besonders liebenswürdig. Sympathieträger gab es in dieser Geschichte für mich daher nicht und ich wusste lange nicht, auf welcher Seite ich denn stehe und was ich mir als Ausgang für die beiden wünschen soll. Ein angenehmer Spannungsbogen ist definitiv vorhanden, da der Leser unbedingt wissen will, ob Verity vielleicht tatsächlich ein solch grausames Spiel vorbereitet hat. Leider schießt sich die Autorin dann aber selbst ins Bein, denn ein wichtiger Wendepunkt wird viel zu schnell abgearbeitet und die zweite Hälfte des Buches besteht nur noch aus einem Prozess, der zwar ein paar Interessante Blickwinkel offenbart, die Spannung aber verpuffen lässt ...


"The Couple - Ihre Liebe ist vorbei. Ihr Spiel hat erst begonnen" beginnt sehr vielversprechend und besitzt bis zur Hälfte einen guten Spannungsbogen, flacht dann zum Ende hin aber leider ab und animiert dann auch nicht mehr zum miträtseln ... Schade!

Ich vergebe 3 von 5.



Sonntag, 18. April 2021

[Rezension] Fame Junkies - Morton Rhue

 Titel: Fame Junkies

Autor:  Morton Rhue
Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2009
Anzahl der Seiten: 320
Cover und Inhalsangabe: © Ravensburger Verlag

Begonnen: 16.03.2021
Beendet: 17.03.2021


"Teenager-Paparazza Jamie erhält einen Top-Auftrag in Hollywood und gerät in eine skandalöse Intrige um den Superstar Willow, über deren Ausgang ihre Fotos entscheiden. Denn Jamies Bilder können das Ende von Willows Karriere bedeuten."


"Die Welle" von Morton Rhue ist ein Buch, das ich wohl nie vergessen werden. Als ich nun "Fame Junkies" in einen öffentlichen Bücherschrank gefunden habe, fiel mir auf, dass ich nie andere Werke von ihm gelesen habe. Das wollte ich nun ändern.

Morton Rhue beschäftigt sich in dieser Geschichte mit den Schattenseiten des Berühmtseins. Jamie ist gerade einmal 16 und bereits eine berühmte Paparazza. Mit ihr begegnen wir hier einer sehr interessanten Protagonistin, denn natürlich ist es eher ungewöhnlich, das Fotografen plötzlich ins Rampenlicht rücken.

Jamies fünfzehn Minuten Ruhm scheinen recht schnell vorbei zu sein, doch das will sie nicht wirklich akzeptieren. Plötzlich ist der Erfolg alles für sie und sie bekommt einen regelrechten Höhenflug. Doch der Sturz scheint gewiss ... Neben Jamie spielt noch ihr bester Freund Avy, der eine Karriere als Schauspieler anstrebt und sich dafür sogar bereitwillig unters Messer legt, eine kleine Rolle. Es wird schnell ersichtlich, dass im Film-, Musik- und Modelgeschäft nur wenig echt ist und die Klatschzeitschriften gieren danach, die Fehler der Stars aufzudecken.

"Fame Junkies" besitzt einen sehr einfachen und auch sehr jugendlichen Schreibstil. Etwas verwirrt haben mich die Zeitsprünge, die der Autor hier macht und die gerade jüngere Leser eventuell überfordern konnte. Auch ich hatte in einigen Kapiteln Schwierigkeiten, mich daran zu erinnern, zu welchem Zeitpunkt das alles denn gerade geschieht.

Aufgepeppt wird die Geschichte durch viele Mails und Zeitungsartikel. In der Zeit von Social Media, Youtube usw. mag die Handlung stellenweise etwas altmodisch wirken, aber die Kritik an einer Gesellschaft, die sich nur am das Leben anderer Menschen kümmert, ist brandaktuell. Für mich war "Fame Junkies" ein gelungener Einblick in die Schattenseiten des Showbusiness, der anschaulich zeigt, wie krank unserer Welt teilweise ist und wie wenig wir alle daran doch etwas ändern ...


"Fame Junkie" ist ein fesselndes Jugendbuch über die dunklen Seiten des Erfolgs, das zwar ein paar Zeitsprünge zu viel macht, aber durch die kritische Betrachtungsweise dennoch nicht an Aktualität verliert!

Ich vergebe 4 von 5.



Freitag, 16. April 2021

[Rezension] Nichts davon ist wahr - Michelle Painchaud


 Titel: Nichts davon ist wahr

Autor:  Michelle Painchaud
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 23. August 2019
Anzahl der Seiten: 264
Cover und Inhalsangabe: © dtv
Begonnen: 12.03.2021
Beendet: 16.03.2021


"Mit vier Jahren wurde Erica Silverman entführt. Jetzt, 13 Jahre später, ist sie wieder da. So scheint es zumindest …

Denn das Mädchen, das aufgetaucht, heißt eigentlich Violet. Sie wurde ihr ganzes Leben darauf vorbereitet, Erica zu sein: Violets Vater ist ein hochprofessioneller Betrüger, der vor nichts zurückschreckt, um diesen Identitätsschwindel durchzuziehen.

Doch je länger Violet sich als Erica ausgibt, desto schwerer fällt es ihr, dieses skrupellose Spiel weiterzuspielen."


Violet wurde jahrelang darauf vorbereitet, sich als die schon als kleines Mädchen verschwundene Erica auszugeben. Sie wurde von einem Verbrecher aus dem Waisenhaus geholt, der sie seitdem benutzt, um zahlreiche Coups durchzuziehen. Der größte steht ihr nun bevor, denn sie soll ein Gemälde aus Ericas Elternhaus stehlen ...

Die Ausgangslage selbst ist zwar nicht neu, weiß aber dennoch zu fesseln und das, obwohl von Anfang an bekannt ist, das Violet nur eine große Show abzieht und alle in ihrem Umfeld nur belügt. Ich empfand Violet als sehr vielschichtigen und interessanten Charakter, denn sie unterdrückt hier ihre eigene Persönlichkeit, kommt aber nicht dagegen an, dass die echte Violet sich immer wieder an die Oberfläche kämpft. Schließlich hat es sich für mich beim Lesen auch so angefühlt, als würden die beiden Mädchen miteinander verschmelzen. Violet fühlt sich in diesem neuen Leben wohl. Sie hat endlich Freunde, wird von einer Mutter geliebt und lernt auch noch einen echt coolen Jungen kennen.

Als echten Thriller würde ich "Nichts davon ist wahr" von Michelle Painchaud nicht bezeichnen, denn dafür ist die Handlung doch sehr ruhig. Für mich ging die Geschichte schon mehr in Richtung Jugendbuch, geht es doch in erster Linie darum, wie Violet sich immer mehr mit Ericas Persönlichkeit und dem neuen Leben anfreundet. Dabei verliert sie ihr großes Ziel, also den Raub des Gemäldes, zwar nicht aus den Augen, doch sie merkt schnell, dass Geld nicht alles ist ...

Mir gefiel die kleine Liebesgeschichte genau wie auch das Aufarbeiten von Violets "echtem" Charakter, der dem Leser durch zahlreiche Rückblicke nähergebracht wird. Sie hatte nie eine Familie, wurde nie wirklich geliebt und genau das ging mir doch sehr nahe beim Lesen. Das Ende selbst ist passend, wenngleich auch ebenso ruhig wie der restliche Roman.


"Nichts davon ist wahr" ist eher Jugendbuch als Thriller, überzeugt aber dennoch durch die Geschichte eines Mädchens, das mehr sein will als nur eine Trickbetrügerin. Ein tolles Werk!

Ich vergebe 4 von 5.


Mittwoch, 14. April 2021

[Rezension] Unter den Linden - Das Haus Gravenhorst - Christian Pfannenschmidt

 


Titel: Unter den Linden - Das Haus Gravenhorst

Autor:  Christian Pfannenschmidt
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. November 2007
Anzahl der Seiten: 496
Cover und Inhalsangabe: © Knaur

Begonnen: 11.03.2021
Beendet: 15.03.2021


"Berlin 1906: Friederike, die jüngste Tochter aus der berühmten Schokoladendynastie Gravenhorst, ist mit ihrem Bruder Julius in der kaiserlichen Hauptstadt unterwegs, als ihnen plötzlich eine junge, völlig aufgelöste Frau vor die Kutsche läuft. Die beiden Geschwister beschließen kurzerhand, die heimatlose Anna Merthin zur Pflege mit nach Hause zu nehmen. Das stößt in der Familie und beim Personal auf erbitterten Widerstand. Doch die energische Friederike kann schließlich ihre Mutter überzeugen, Anna als Dienstmädchen einzustellen.
Insbesondere Julius war vom ersten Augenblick an von der liebenswürdigen Anna verzaubert, und auch sie kann sich seinem Charme nicht entziehen. Doch dürfen diese Gefühle überhaupt sein? Zumal schon seine Hochzeit mit einer anderen, standesgemäßen Frau ins Haus steht …"


Ich lese schon seit ein paar Jahren hin und wieder ganz gerne Familiengeschichten - vermutlich, weil ich selbst keine allzu tolle Familie habe und mich deswegen einmal als Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft fühlen kann. So war es auch bei diesem Werk, bei dem ich großen Spaß hatte, das Haus Gravenhorst mit seinen kleinen und großen Problemen kennenzulernen.

Wir reisen, nach einem kurzen Abstecher in die Gegenwart, ins Jahr 1906 und lernen erst einmal Anna kennen, die so verzweifelt ist, dass sie darüber nachdenkt, sich das Leben zu nehmen. Sie kommt dann allerdings zu den Gravenhorst und nach anfänglichen Anfeindungen bekommt sie dort schließlich eine Stelle. Der Leser lernt nach und nach die Familienmitglieder und auch die Angestellten des Hauses kennen. Dabei scheint jede Person ein ganz eigenes Geheimnis zu besitzen,

Der Schreibstil von Christian Pfannenschmidt ist sehr einfach gehalten und so war ich schon nach wenigen Seiten komplett in der Geschichte abgetaucht. Dabei kam mir alles teilweise wie ein Film vor. Tatsächlich habe ich schließlich herausgefunden, dass es "Unter den Linden - Das Haus Gravenhorst" tatsächlich als Serie gibt. Dem Schreibstil ist es leicht anzumerken, dass der Autor viele Drehbücher schreibt.

Mich konnte die Geschichte selbst von Anfang an gut unterhalten. Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch. Besonders Fritzi hat es mir angetan, aber auch die Hausherren selbst scheinen doch wunderbare Menschen mit Ecken und Kanten zu sein. Die kleine Liebesgeschichte hat, so vorhersehbar sie auch sein mag, mir ebenfalls gefallen, auch wenn ich mir gerade zum Ende hin etwas mehr Eigeninitiative vom männlichen Part gewünscht hätte. Zudem wäre es noch interessant gewesen, mehr über Annas Vorgeschichte zu erfahren.


Von der Handlung her mag "Unter den Linden - Das Haus Gravenhorst" recht unspektakulär erscheinen, doch die kleinen Problemchen der Familienmitglieder und Angestellten sorgen doch für eine angenehme Unterhaltung. Ich habe das Buch echt gerne gelesen!

Ich vergebe 4 von 5.


Montag, 12. April 2021

[Rezension] Heimgesucht - Mark Edwards

 


Titel: Heimgesucht

Autor:  Mark Edwards
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 10. März 2020
Anzahl der Seiten: 394
Cover und Inhalsangabe: © Edition M

Begonnen: 10.03.2021
Beendet: 12.03.2021


"Lucas Radcliffe mietet sich in einem einsam gelegenen Schriftsteller-Refugium in Wales ein, um an seinem neuen Buch zu arbeiten. Schnell zieht ihn die düstere Geschichte der Hausbesitzerin Julia in den Bann. Vor zwei Jahren ertrank ihr Mann im nahen Fluss, weil er die Tochter retten wollte. Aber Lilys Leiche wurde nie gefunden. In ihrer Verzweiflung glaubt Julia, dass sie noch lebt.

Fasziniert von Julia, will Lucas herausfinden, was wirklich passiert ist. Er recherchiert und findet im Dorf verstörende Erklärungen zwischen Fluch und Aberglauben. Doch er muss bald feststellen: Der wahre Abgrund ist noch lange nicht erreicht …"



Der Horrorautor Lucas Radcliffe will sein nächstes Buch in einem abgelegenen Schriftstellerhaus schreiben und merkt recht schnell, dass in diesem "Refugium" so einige seltsame Dinge passieren. Spukt es etwa in dem Haus? Und hat es etwas mit der verschwundenen Tochter der Besitzerin zu tun?

"Heimgesucht" von Mark Edwards hat mich schon nach wenigen Seiten in den Bann gezogen, denn dieser Thriller weiß zu gruseln, zu fesseln und am Ende sogar zu überraschen. Für den Leser bleibt lange Zeit unklar, ob es in dem Haus und dem angrenzenden Wald spukt oder ob doch ein Mensch aus Fleisch und Blut dahintersteckt. Dies macht die ganze Geschichte, die zudem noch mit der düsteren Legende einer roten Witwe gewürzt wird, zu einem echten Pageturner.

Gelungen sind auch die Charaktere. Zum einen haben wir natürlich unseren Protagonisten, der zuletzt ausgerechnet ein Buch über ein Monster geschrieben hat, das Kinder tötet. Natürlich ist sein Interesse schnell geweckt, zumal er an seinem aktuellen Manuskript nicht weiterkommt. Auch die anderen Autoren, die in dem Schriftstellerhaus untergekommen sind, haben mir gefallen, genau wie die Bewohner der Dorfes, die alle irgendwie mehr zu wissen scheinen, aber kaum etwas von sich geben.

Das Buch besitzt eine tolle, subtile Gruselatmosphäre und gut gesetzte Cliffhanger. "Heimgesucht" ist zwar kein echter Schocker, besitzt aber doch einige beklemmende Momente, da Stück für Stück die Vergangenheit aufgerollt wird. Teile der Auflösung konnte ich mir zwar zusammenreimen, aber mit dieser Wendung am Ende hätte ich tatsächlich nicht gerechnet. Für mich ein wirklich toller, leicht unheimlicher Thriller, der mich wieder einmal zu einem neuen Schriftsteller geführt hat. Ich bin auf weitere Bücher von ihm gespannt!


"Heimgesucht" ist ein gruseliger und spannungsgeladener Thriller, der an einem tollen Schauplatz spielt und einige sehr unheimliche Momente besitzt. Mehr davon!

Ich vergebe 5 von 5!


Samstag, 10. April 2021

[Rezension] Der gläserne Himmel - Petra Hammesfahr

 


Titel: Der gläserne Himmel

Autor:  Petra Hammesfahr
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1995
Anzahl der Seiten: 498
Cover und Inhalsangabe: © rowohlt

Begonnen: 08.03.2021
Beendet: 11.03.2021


"Christian ist Mitte dreißig und Lehrer, als er in das Dorf zurückkehrt, in dem er als Kind eine unbeschwerte Zeit verbrachte. Hier begegnet er Sina. Gebannt von ihrer Anziehungskraft macht er ihr bald einen Heiratsantrag. Doch wer ist diese rätselhafte junge Frau, die oft nicht sie selbst zu sein scheint? Und was bedeuten die Träume, in denen Sina blutüberströmt in einem Graben liegt? Christian stellt Nachforschungen an und erkennt, dass in diesem idyllischen Ort vor vielen Jahren ein schreckliches Verbrechen geschah ..."


Petra Hammesfahr gehört für mich schon lange zu den besten deutschen Schriftstellerinnen. Ihr Stil erinnert mich immer leicht an Patricia Highsmith und ich liebe es, das sie in ihren Geschichten nie durchblicken lässt, wohin denn alles führen wird. Zeitgleich ist sie eine wahre Meisterin darin, in die Abgründe der menschlichen Seele zu blicken.

In "Der gläserne Himmel" lernen wir erst einmal Chris kennen, der unbedingt Lehrer werden und in Kirchfelden arbeiten will, einem Ort, mit der er einige gute Erinnerungen verbindet, obwohl er nur ein einziges Mal dort war. Chris beginn schließlich, dort zu unterrichten, merkt jedoch schnell, dass es schwer ist, im Dorf Anschluss zu finden.

Das Dorfleben beschreibt Petra Hammesfahr hier sehr anschaulich. Jeder scheint über jeden informiert zu sein und die Machtverhältnisse sind klar geregelt. So gibt es eine Dorfprinzessin, die allen Männern den Kopf verdreht und alle Fäden in den Händen hält. Auch Chris verfällt Sina, doch dadurch kommen einige dunkle Geheimnisse ans Licht ...

"Der gläserne Himmel" unterscheidet sich deutlich von den anderen Werken von Petra Hammesfahr, die sich doch eindeutig dem Psychothriller-Genre zuordnen lassen. Doch auch in diesem Roman sind die Charaktere sehr vielschichtig und stecken gleichzeitig voller Rätsel. So ist Sina nur schwer zu durchschauen und agiert teilweise so, als würde sie sich selbst nicht kennen.

Unerwarteterweise schlägt das Buch schließlich eine fast schon spirituelle beziehungsweise übernatürliche Richtung ein, die sicherlich nicht jedem Leser gefallen wird. Die Autorin gibt kurz Einblick in ihrer Vorstellung von einem "gläsernen" Himmel, lässt den Leser aber viel Freiraum selbst zu entscheiden, was wahr sein könnte und was eben nicht. Das Ende selbst ist bitter, doch passend. Ein originelles, einzigartiges und sehr starkes Werk!


"Der gläserne Himmel" ist ein vielschichtiger Roman, der leicht ins Übernatürliche abdriftet und die Rätsel des Lebens anspricht. Ein starkes Werk!

Ich vergebe 5 von 5.