Sonntag, 31. Mai 2026

[Release-Day] Die Jahreszeiten in Rainfield gehen weiter ...

 RELEASE-DAY "Frühlingsgewitter in Rainfield"


Ich hatte ja durch meine erkrankte Hündin leider einen sehr düsteren Frühling, bin aber echt froh, dass mich das Schreiben dieser Kurzgeschichten wieder etwas aus dem Abgrund herausziehen konnte. Rainfield wurde für mich wieder zu einer Zuflucht und ab heute - also noch vor dem meteorologischen Sommeranfang - dürft ihr auch wieder in meine kleine, verregnete Kleinstadt reisen.

Ich hoffe, dass die Geschichten so stark wie immer sind. Diese letzten Monate steckten ja voller Zweifel und Sorgen und vielen Tränen. Ich habe versucht, alles hineinfließen zu lassen, denn genau das macht auch das Schreiben für mich aus.

Hier nun mehr über die einzelnen Geschichten:

In "Risse" geht es um Darren, der anders ist als seine Mitschüler. Er freut sich, als er eine Einladung zu einer Party erhält, doch diese findet ausgerechnet in der Ramshakle Road statt ...

"Die Farben des Frühlings" erzählt von dem 16-jährigen Vincent, der sehr obsessiv Bilder malt, die alle in seinem Umfeld verstören. Seine kleine Schwester will ihm helfen und ein wenig Farbe in seine Kunstwerke bringen ...

Die Geschichte des Hexenzirkel, der in den


beiden vorherigen Bänden schon eingeführt wurde, wird natürlich auch fortgeführt. Bonny, Red, Laura und Emily werden immer stärker, doch sie halten leider nicht zusammen.

In "Baby Nummer 1639" geht es um eine Hebamme, die sich im Rainhouse mit einem sehr jungen Mädchen trifft, das denkt, schwanger zu sein, obwohl sie nie etwas mit einem Junge hatte ...

"Pollenflug" erzählt von Janice, die aufgrund einer Allergie nur an Regentagen das Haus verlassen kann. Wütend zerstört sie Blumen in einem Garten, was natürlich Folgen haben wird ...

Da ich Tagebuchstorys liebe und damit gerne experimentiere, gibt es in diesem Band auch wieder eine Geschichte in dieser Form. "Liebes Tagebuch, böses Tagegebuch" berichtet von einem Mädchen, das gemeinsam mit ihrem Tagebuch immer böser wird.

Wer sich gefragt hat, welche Geschichte und vor allem Vergangenheit der neue Direktor der Rainfield High besitzt, bekommt in "Timothys Ring" nun Antworten.

"Geduld ist eine Tugend". Genau das muss auch Tammy im Garten ihrer Großeltern lernen, als ein neuer Nachbar dazu kommt und den Frieden stört.

Sheila hasst Blumen, die sich in einer Vase langsam dem Tod nähern. In "Keine Blumen" bekommt sie jedoch täglich mehrere Sträuße zugeschickt ...

In "Das Gewitter" tauschen zwei Freundinnen nach einem Blitzeinschlag die Körper. Die kleine Barbara, die immer jeden beneidet hat, muss jedoch nun erfahren, dass auch andere Leute Probleme haben, die man auf den ersten Blick überhaupt nicht sieht ...

Um einen Serienmörder, der in den 70ern in Rainfield aktiv war, geht es in "Ein sonderbarer Duft". Rionda Davis will die Morde endlich aufklären und den Mörder für ihren Abschlussfilm an der Dropvale Movie Academy stellen. Doch das geht nach hinten los ...

Charly ist "Anders als andere Jungs" und war bisher nie verliebt. Deswegen machen seine zwei besten Freunde ein Date für ihn aus, das anders verläuft als geplant.

Die Fortsetzungsgeschichte aus den vorherigen beiden Bänden geht in "Frühlingsende" weiter. Die Weddingplanerin Summer heißt mit Nachnamen nun Springs, erkennt jedoch, was für ein Langweiler ihr Mann ist. Sie sehnt sich nach dem Sommer, doch der muss für sie mit einer großen Veränderung beginnen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich wieder in Rainfield besucht und mich weiterhin unterstützt, denn dieses Buch ist schok vor drm Releaseday etwas untergegangen.

Freitag, 29. Mai 2026

[Rezension] Paper Princess - Erin Watt

  


Titel: Paper Princess - Die Versuchung

Autor:  Erin Watt

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 2017

Seitenzahl: 384
Cover: © Piper 
Begonnen: 30.04.2026
Beendet: 03.05.2026


In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mal öfter über den Tellerrand hinauszublicken und auch Bücher außerhalb meiner bevorzugten Genres zu lesen. So fiel mir in einem Bücherschrank nun der erste Teil dieser Reihe in die Hände, in der es um ein Mädchen geht, das sich nach dem Tod allein durchschlagen muss, dann aber plötzlich Teil von der Familie eines Multimillionärs wird. Seine fünf Söhne machen ihr das Leben allerdings von Anfang an sehr schwer ...

Tatsächlich war ich von "Paper Princess" zu Beginn angenehm überrascht. Ella ist eine starke Protagonistin, die es - abgesehen von ihrer Fixierung auf ihr atemberaubendes Aussehen - wirklich faustdick hinter den Ohren hat und sich in der neuen Familie wirklich zu behaupten weiß. Der Luxus im Haus der Royals haut sie er erst einmal um und ich habe schnell erkannt, dass dies auch so gar nicht meine Welt ist, denn hier ist vieles Schein und das viele Geld verleiht eine Macht, die besonders die Söhne gerne ausnutzen.

Zu den Söhne muss ich hier auch noch kommen, denn die fand ich allesamt sehr abstoßend. Besonders Reed und Easton mit ihren frauenfeundlichen und sehr sexistischen Sprüchen haben bei mir an manchen Stellen echt Würgereize hervorgerufen. Ich war froh, dass Ella sich meistens doch gut gegen sie behaupten konnte - allerdings nur bis zu dem Punkt, an dem Reed ihr gehörig den Kopf verdreht und sie sich ihm beinahe willenlos hingibt. Das hat mich leider etwas von Ella distanziert.

Natürlich wird Reed von der Autorin bewusst so extrem dargestellt. Für mich persönlich hat er jedoch zu viele Grenzen überschritten und bis auf wenige Ausnahmen, in denen er einmal kurz Einblick in seine Gedanken gibt, geht es für ihn doch nur ums Körperliche. Das hat es für mich sehr anstrengend gemacht, denn als Frau möchte ich solche Sprüche, die er für vollkommen normal hält, ehrlich gesagt nicht hören.

Der Cliffhanger am Ende hat mir gefallen, aber die Reihe fortsetzen werde ich dennoch nicht, denn ich möchte weder Reed oder den anderen Söhne noch einmal begegnen. Eins hat mir das Buch allerdings mal wieder klar gezeigt: Ich bin lieber weiterhin arm wie eine Kirchenmaus als gefangen in solch einer anstrengenden Welt, in der es nur um Geld und Oberflächlichkeiten geht ...


Diese luxuriöse Welt, in der es nur um Geld, Oberflächlichkeiten und Sexismus geht, war nicht so meins. Angenehm war einzig und allein Ella, die sich hier bis zu einem gewissen Punkt gut behaupten kann, doch bei Reeds Aussagen musste ich oft würgen!

Ich vergebe 3 von 5.

Mittwoch, 27. Mai 2026

[Rezension] Mich gibt's auch noch - Suzanne LaFleur


 Titel: Mich gibt's auch noch 

Autor:  Susanne LaFleur

Genre: Jugendbuch 

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 384
Cover: © Dressler
Begonnen: 28.04.2026
Beendet: 30.04.2026


Dieses Buch beginnt bereits sehr emotional, denn wir erleben die 11-jährige Aubrey, die von ihrer Mutter verlassen wurde und nun ganz allein zuhause ist. Zum Glück taucht ihre Großmutter Gram nach einer Weile auf und holt sie zu sich nach Vermont. Dort muss Aubre jedoch nicht dir Flucht ihrer Mutter verarbeiten, sondern auch das, was mit ihrem Vater und ihrer Schwester Savannah passiert ist ...

Aubreys Geschichte konnte mich von der allerersten Seite an berühren. Gemeinsam mit dem Mädchen habe ich anfangs auch sehr viel Wut der Mutter gegenüber empfunden, doch im späteren Verlauf wird klar, dass beide einen eigenen Schmerz zu verarbeiten haben. Es ist sicherlich nicht richtig, daß eigene Kind im Stich zu lassen, aber gemeinsam mit Aubrey konnte ich die Mutter hier tatsächlich ein wenig verstehen.

Eine unfassbar wichtige Rolle nimmt hier die Großmutter ein. Sie führt Aubrey zurück ins Leben, gibt ihr Aufgaben, motiviert sie und gibt ihr Sicherheit. Das hat mich stellenweise wirklich zu Tränen gerührt, wie Aubrey immer mehr aufblüht, wieder Lachen kann und Freunde findet. Wie von selbst wird sie dabei wieder Teil einer großen Familie. Es hat mir wirklich gefallen, wie viel Liebe und Verständnis Aubrey von allen Seiten entgegengebracht wurde.

"Mich gibt's auch noch" ist keine leichte Lektüre. Die Geschichte geht tief und Aubreys Schmerz hat mir beim Lesen echt den Hals zugeschnürt. Es war gleichzeitig aber schön zu sehen, wie Aubrey immer stärker wird! Für mich hat Suzanne LaFleur hier einen sehr emotionalen Jugendroman geschaffen, der wehtut, aber gleichzeitig auch zeigt, wie schön das Leben sein kann!


Schmerzhaft, emotional und doch mit einer wundervollen Botschaft. Ein starker Jugendroman!

Ich vergebe 5 von 5.

Montag, 25. Mai 2026

[Rezension] Pass auf, was du träumst - Unni Lindell

 


Titel: Pass auf, was du träumst 

Autor:  Unni Lindell

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenzahl: 474
Cover: © Weltbild
Begonnen: 28.04.2026
Beendet: 01.05.2026


Skandinavische Krimis ziehen mich ja immer magisch an, da ich die Melancholie, die sie ausstrahlen, echt mag. Auch "Pass auf, was du träumst" von Unni Lindell besitzt den typischen Schwermut, driftet dabei aber schon fast ins Depressive ab. 

Gleich auf den ersten Seiten kommt der Mörder zu Wort und wir erleben, wie er ein Mädchen tötet. Es gibt Einblicke in sein Denken, doch um ehrlich zu sein, konnte ich seine Motive nicht so recht verstehen. Nach dem Mord entwickelt sich alles zu einem typischen Krimi, in dem die recht zähe und langweilige Ermittlungsarbeit von Cato Isaksen im Kontrast zu seinem schwierigen Privatleben steht. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass es mehr um Cato selbst als um den Fall geht.

Unsympathische Ermittler habe ich schon oft in Büchern getroffen. Mit Cato wurde ich auch nicht wirklich warm, weil seine Gedanken fast so wirr und düster wie die des Mörders sind. Wir erleben wie er seine Familie vernachlässigt, fremd geht und dann plötzlich mit zahlreichen persönlichen Problemen konfrontiert wird. Das war anstrengend, denn der Fall bleibt dabei sehr lange auf der Strecke. Immer und immer wieder werden die Freunde des Opfers vernommen und dabei wird im Grunde nichts Wichtiges offenbart. Die Autorin dreht sich hier im Kreis, weil es ihr einfach nicht gelingt, den Fall interessant einzubauen.

Die einzelnen Kapitel sind zwar sehr kurz und dadurch flott gelesen und der fast poetische, sehr düstere Stil ist im Grunde auch ganz passend, doch die Autorin schafft es nicht, in die Tiefe zu kommen. Viele sehr wichtige Themen - wie Tanjas Magersucht - werden leider nur sehr oberflächlich angesprochen. Für mich war dieser Krimi leider sehr schwach - auch was die einfallslose Auflösung betrifft ...


Ein sehr schwacher Krimi, in dem ein sehr depressiver Ermittler im Fokus steht und der Fall selbst sehr lieblos wirkt. Schade.

Ich vergebe 2 von 5



Samstag, 23. Mai 2026

[Rezension] Märchenhaft erwählt (Band 1) - Maya Shepherd

  


Titel: Märchenhaft erwählt 1

Autor:  Maya Shepherd

Genre: Märchen 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 374
Cover: © Sternensand Verlag
Begonnen: 24.04.2026
Beendet: 28.04.2026


Kaum jemand weiß von mir, dass ich mit Märchen tatsächlich aufgewachsen bin und viele davon noch immer in meinem Herzen trage. So habe ich spontan diesen ersten Band einer märchenhaften Trilogie aus einem Bücherschrank befreit.

In "Märchenhaft erwählt" geht es um einen Prinzen, der bei seiner Geburt verflucht wurde. Ein Kuss soll Lean eines Tages ins Unglück stürzen. Zum Glück konnte der Flucht ein wenig abgemildert werden und so kann ein Kuss der wahren Liebe ihn schließlich retten. Nach einer Tradition seines Landes müssen zwölf auserwählte Mädchen in Prüfungen um den Platz an seiner Seite ringen, darunter sind auch die Schwestern Heera und Medea. Kann es sein, dass eine der beiden Leans große Liebe ist?

Maya Shepherd verbindet viele altbekannte Ideen, um ein eigenes Märchen zu kreieren. Besonders gefallen hat mir Heera als Charakter, denn sie ist frech, sagt immer ihre Meinung und hinterfragt zum Glück auch die Prüfungen, in denen sich die Mädchen für die Liebe in Gefahr bringen sollen.

Ich bin förmlich durch dieses lockerleichte Märchen geflogen, das zwar kaum in die Tiefe geht, aber einem klassischen Muster folgt und daher wie die alte Grimm-Märchen zu unterhalten weiß. Viele Prüfungen lösen sich zwar recht leicht auf, aber mir gefiel die Kreativität, mit der die Autorin ihre Welt fühlt. Nur manchmal hat sie sich vielleicht ein wenig zu sehr von gewissen bekannten Szenen inspirieren lassen. So besaß ich die Jagdszene, die fast genauso in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" vorkam, zu wenig Eigenes. Insgesamt war ich aber wirklich positiv überrascht von diesem Reihenauftakt und würde sogar den zweiten Teil lesen, wenn er mir einmal in die Hände fällt!


Eine märchenhafte, lockerleichte Erzählung, die viele Ideen verbindet und vor allem durch die freche weibliche Protagonistin zu unterhalten weiß.

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 22. Mai 2026

[Spontane Leserunde] Erinnerungen an Anne Frank - Alison Leslie Gold

 


Über das lange Pfingstwochenende bot sich nun wieder die Gelegenheit, mit meiner Autorenfreundin Sandra Pulletz ein Buch gemeinsam zu lesen. Dieses Mal erinnern wir uns gemeinsam ein wenig an Anne Frank. 

Leseabschnitte

1. Abschnitt: Anfang bis Kapitel 7

2. Abschnitt: Kapitel 8 bis Kapitel 15

3. Abschnitt: Kapitel 16 bis Kapitel 21

4. Abschnitt: Kapitel 22 bis Ende


Ich wünsche uns angenehme Lesestunden. Wer mit einsteigen mag, ist herzlich eingeladen. Jeder liest in seinem Tempo.

Donnerstag, 21. Mai 2026

[Rezension] Sieben - Mark Frost


 Titel: Sieben

Autor:  Mark Frost

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 512
Cover: © Heyne
Begonnen: 22.04.2026
Beendet: 27.04.2026


Ich bin ja immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und bei diesem Buch wusste ich direkt, dass mich eine sehr verrückte und abgedrehte Geschichte erwarten wird, denn Mark Frost ist schließlich der Mitschöpfer von "Twin Peaks". "Sieben" ist der originelle Auftakt einer Reihe, in dem Arthur Conan Doyle im Mittelpunkt steht.

Doyle, der zu dem Zeitpunkt der Geschichte noch nicht allzu bekannt oder gar berühmt ist, wird zu einer Séance eingeladen, die schließlich sehr blutig endet. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Sparks, der Geheimagent der Königin sein soll, wird er von seltsamen Mächten verfolgt und gerät so an eine finstere Bruderschaft.

"Sieben" ist pure Unterhaltung, wenngleich die Geschichte stellenweise auch sehr überladen wirkt. Es treten einige obskure Gestalten auf, die teilweise sogar aus der Schauerliteratur bekannt sind und Doyle wird wirklich gnadenlos durch die Story gejagt. Besonders gefallen hat mir die düstere Vorgeschichte von Alexander, die fast ein eigenes Buch füllen könnte. Ich hatte auf jeden Fall Spaß mit dem Buch, auch wenn ich beim Zuschlagen das Gefühl gehabt habe, dass an einigen Stellen weniger mehr gewesen wäre, gerade, um mehr Atmosphäre und vielleicht sogar Tiefe zu erzeugen.


Ein überdrehter und sehr verrückter Romam, in dem Arthur Conan Doyle ein sehr unterhaltsames Abenteuer erlebt!

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 19. Mai 2026

[Rezension] Zeit der Kirschblüte - Holly Thompson

 


Titel: Zeit der Kirschblüte

Autor:  Holly Thompson

Genre: Roman 

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 382
Cover: © Goldmann
Begonnen: 21.04.2026
Beendet: 24.04.2026


Alles beginnt im Jahre 1970 mit einem Unfall, bei dem Caitlin ihre beste Freundin Mie verliert. Viele Jahre später kehrt Caitlin als Englischlehrerin nach Japan zurück. Angetrieben von ihrer eigenen Schuld und Trauer bewegt sie sich scheinbar ziellos durch die japanische Kultur bis sie ein junges Mädchen trifft, das genauso verloren ist wie sie selbst ...

"Zeit der Kirschblüte" ist ein sehr ruhiger und sensibler Roman, der von einer Frau erzählt, die von ihrer Vergangenheit verfolgt wird, allerdings (noch) nicht bereit zu sein scheint, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Wie die im Titel erwähnten Kirschblüten selbst ist auch der Stil der Autorin sehr sanft und berührend. Es gibt nahezu keine Höhepunkte in diesem Buch, keine Wendungen und auch keine großen Momente. Alles wird sehr leise erzählt, was für mich fast schon meditativ wirkte. Wir reisen mit Caitlin ganz gemächlich in die Vergangenheit und verarbeiten diese.

Interessante Einblicke gibt es in die japanische Kultur und dies aus der Sicht von zwei Charakteren, die beide wohl niemals ganz dazugehören werden. Für mich war dieser Roman sehr stimmig, dennoch habe ich gemerkt, dass mir beim Zuschlagen etwas fehlte. Vielleicht verlief mir alles ein wenig zu geradlinig, gerade zum Ende hin, als sich die Botschaft dieses Romans herauskristallisierte. An die Ruhe, die diese Geschichte ausstrahlt, werde ich mich aber sicherlich noch lange erinnern.


Ein sehr sanfter, fast schon meditativer Roman, der die japanische Kultur durchleuchtet und gleichzeitig von Schuld und Trauer erzählt.

Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 17. Mai 2026

[Rezension] Die falsche Zeugin - Karin Slaughter


Titel: 
Die falsche Zeugin

Autor:  Karin Slaughter

Genre: Thriller 

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 592
Cover: © Harper Collins
Begonnen: 16.04.2026
Beendet: 22.04.2026


Karin Slaughters Bücher kenne ich noch aus meiner Jugend und damit aus meiner Anfangszeit als Thrillerleserin. Irgendwann habe ich ihre Werke aus den Augen verloren und dann dieses recht aktuelle Buch, das während der Corona-Pandemie spielt, gefunden. Lange lag es allerdings herum, denn die beinahe 600 Seiten haben mich doch ein wenig abgeschreckt. Meine Angst war jedoch unbegründet, denn ich bin förmlich durch die Seiten geflogen.

Allein der Einstieg, der von dem wohl schrecklichsten Tag im Leben von der Babysitterin Callie erzählt, ist unfassbar spannend, tragisch und hart. Hier musste ich beim Lesen schon ein paar Mal innehalten. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht allerdings die Anwältin Leigh, die nun einen mutmaßlichen Vergewaltiger vertreten soll. Andrew ist jedoch kein Unbekannter für sie, sondern der Junge, auf den sowohl Callie als auch Leigh früher aufgepasst haben und der etwas über die beiden Schwestern zu wissen scheint.

Spannend fand ich hier die Beziehung der beiden Schwestern, die sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Callie konnte die Geschehnisse aus ihrer Jugend niemals verarbeiten und rutschte in eine Drogensucht, während Leigh versucht, ein halbwegs normales Leben zu führen und die Vergangenheit nicht an sich heranzulassen. Mir gefiel die Härte der Geschichte, denn es zeigt sich an Callie sehr schön, wie schnell eine einzige Entscheidung das Leben in eine Sackgasse lenkt.

Auch der Gegenwartsstrang bleibt interessant, denn der Leser erkennt sehr schnell, dass Andrew ein echtes Monster ist, das eigentlich eingesperrt gehört. Leigh ist allerdings gezwungen, sich für ihn einzusetzen und den Opfern somit einen weiteren Faustschlag zu verpassen. Dieser Zwiespalt in Hinblick auf ihre eigene Vorgeschichte ist absolut gelungen. Ich hätte selbst nicht gewusst, was ich an Leighs Stelle hätte tun sollen. Große Wendungen und Überraschungen gibt es in diesem Thriller nicht, aber die waren für mich auch nicht nötig, denn die Einblicke in die menschlichen Abgründe reichen hier vollkommen aus. Ich sollte wohl wieder öfter zu einem Buch der Autorin greifen!


Ein sehr harter und schonungsloser Thriller, der auch ohne Wendungen zu fesseln weiß!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 15. Mai 2026

[Rezension] Das Spiel des Engels - Carlos Ruiz Zafón

 


Titel: Das Spiel des Engels

Autor:  Carlos Ruiz Zafón

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2012

Seitenzahl: 712
Cover: © Fischer
Begonnen:15.04.2026
Beendet: 21.04.2026


"Der Schatten des Windes" war vor sechs Jahren mein Einstieg in die magische Welt von Carlos Ruiz Zafón und ein großes Highlight. Allein die Idee rund um den "Friedhof der vergessenen Bücher" gefällt mir sehr. "Das Spiel des Engels" ist der zweite Teil der Reihe, auch wenn es hier um andere Charaktere geht.

Im Fokus dieses Romans steht der Autor David Martín, den wir erst einmal durch die Anfänge seiner Karriere begleiten. Hier ist neben der Liebe zum Lesen auch die Magie des Schreiben in jeder Zeile spürbar, was mich als Schriftstellerin natürlich sehr berührt und inspiriert hat. David Martín gerät an die unterschiedlichsten Leute, die es mal mehr und weniger gut mit ihn meinen. Während er seinen eigenen Weg und damit auch seine eigene Geschichte sucht, bekommt er einige Aufgaben, mit denen er sich beinahe obsessiv beschäftigt und dabei manchmal sogar sein Leben vergisst. So soll er beispielsweise für einen Verleger eine eigene Religion erschaffen. 

Carlos Ruiz Zafón schickt seinen Protagonisten auf eine bizarre Reise durch die Welt der Bücher und dem Wahn des Schreibens, den wir Autoren wohl allesamt kennen. Obwohl das Buch mehr als 700 Seiten lang ist, bin ich nur so durch die Geschichte geflogen und mochte natürlich auch den "Friedhof der vergessenen Bücher", der hier auch eine wichtige und wegweisende Rolle spielt, sehr. Der Autor würzt seine Geschichte mit vielen Geheimnissen, unerwarteten Abenteuern, gruseligen Momenten und natürlich auch mit Liebe sowie Freundschaft.

Ich glaube, wer Literatur liebt, kommt an der magischen, abenteuerlichen und sehr atmosphärischen Welt von Zafón nicht vorbei! Für mich als Autorin ist er er ein großes Vorbild, denn seine Geschichten wirken kreativ, mutig und vor allem auch unfassbar lebendig!


Ein magischer Roman voller Liebe zur Literatur, Abenteuer und Atmosphäre. 

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 13. Mai 2026

[Rezension] Geheimnis in Weiß - J. Jefferson Farjeon

  


Titel: Geheimnis in Weiß

Autor:  J. Jefferson Farjeon

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 282
Cover: © Klett-Cotta
Begonnen: 14.04.2026
Beendet: 16.04.2026


Ein Zug bleibt an Weihnachten stecken und mehrere Passagiere suchen Zuflucht in einem Haus, das seltsamerweise offen steht. Von den Bewohner fehlt jede Spur und dann passiert auch schon der erste Mord ...

"Geheimnis in Weiß" erschien erstmals 1937 und liest sich zu Beginn ein wenig wie ein Krimi von Agatha Christie. Die Atmosphäre auf den ersten Seiten gefiel mir und die Charaktere wirkten zwar etwas klischeehaft, aber dennoch interessant. Besonders der Parapsychologe Edward Maltby sorgt für ein paar unterhaltsame Gespräche über Geister und entwickelt hier auch noch einen detektivischen Spürsinn.

Leider erzählt der Autor den größen Teil des Geschehens in Dialogen, wodurch bei mir leider keine Spannung aufkam. Den Mittelteil, in dem es im Grunde nur um Mutmaßungen geht, fand ich dermaßen zäh, dass ich einige Male überlegt habe, das Buch zur Seite zu legen. Dies hätte ich auch besser tun sollen, denn die ganze Auflösung wirkt etwas unbeholfen zusammengeschustert, um auf alle Fragen eine passende Antwort zu finden. Mich hat dieser Krimi leider enttäuscht.


Ein Krimi, der stark anfängt, sich aber schnell in endlosen und zähen Dialogen verliert. 


Ich vergebe 2 von 5.

Montag, 11. Mai 2026

[Rezension] Ein Tropfen Zeit - Daphne du Maurier

 


Titel: Ein Tropfen Zeit

Autor:  Daphne du Maurier

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: erstmals 1969

Seitenzahl: 414
Cover: © Bertelsmann
Begonnen: 13.04.2026
Beendet: 15.04.2026

"Ein Tropfen Zeit" ist wohl der kreativste und gleichzeitig ungewöhnlichste Roman von Daphne du Maurier. Wir folgen hier Richard, der von einem alten Freund aufgefordert wird, eine von ihm erschaffene Droge auszuprobieren. Mithilfe dieser Droge reist Richard scheinbar ins 14. Jahrhundert und erlebt dort die Intrigen rund um eine adlige Familie. Dabei verliert er immer mehr den Bezug zur Realität und damit seinem eigenem Leben.

Daphne du Maurier verbindet hier zwei sehr interessante Themen miteinander. Zum einen geht um eine Droge, die natürlich abhängig macht und auch etliche Nebenwirkungen hat, zum anderen setzt sie sich aber auch mit der Frage auseinander, inwieweit die Vergangenheit noch in der Lage ist, die Gegenwart zu beeinflussen. Richard verliert immer mehr den Bezug zu seinem eigenem Leben, zu seiner Familie und auch zu sich selbst. Er verliert sich vollkommen in den Zeitreisen und auch in der wunderschönen Isolda, die er aber niemals berühren kann.

Mit dem Vergangenheitsstrang, in dem sowohl Richard als auch wir als Leser nur Beobachter sind, habe ich mich ein wenig schwer getan. Trotz Stammbaum am Ende des Buches, brauchte ich recht lange, um die Charaktere zuordnen zu können. Es blieb bis zum Ende eine gewisse Distanz vorhanden.

Wirklich fesselnd fand ich allerdings die Auswirkungen der Drogen und Richards zunehmende Besessenheit. Zudem kommt es noch zu einem sehr tragischen Vorfall, der Richard eigentlich aufwecken und von der Droge wegfahren sollte. Leider zeigt sich hier, wie stark solch eine Sucht sein kann. Für mich war "Ein Tropfen Zeit" ein sehr ungewöhnlicher, aber durchaus lesenswerter Roman von Daphne du Maurier!


Ein ungewöhnlicher Roman über eine Zeitdroge und die Vergangenheit, die manchmal mächtiger als die Gegenwart ist.

Ich vergebe 4 von 5.