Montag, 25. Mai 2026

[Rezension] Pass auf, was du träumst - Unni Lindell

 


Titel: Pass auf, was du träumst 

Autor:  Unni Lindell

Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: 2000

Seitenzahl: 474
Cover: © Weltbild
Begonnen: 28.04.2026
Beendet: 01.05.2026


Skandinavische Krimis ziehen mich ja immer magisch an, da ich die Melancholie, die sie ausstrahlen, echt mag. Auch "Pass auf, was du träumst" von Unni Lindell besitzt den typischen Schwermut, driftet dabei aber schon fast ins Depressive ab. 

Gleich auf den ersten Seiten kommt der Mörder zu Wort und wir erleben, wie er ein Mädchen tötet. Es gibt Einblicke in sein Denken, doch um ehrlich zu sein, konnte ich seine Motive nicht so recht verstehen. Nach dem Mord entwickelt sich alles zu einem typischen Krimi, in dem die recht zähe und langweilige Ermittlungsarbeit von Cato Isaksen im Kontrast zu seinem schwierigen Privatleben steht. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass es mehr um Cato selbst als um den Fall geht.

Unsympathische Ermittler habe ich schon oft in Büchern getroffen. Mit Cato wurde ich auch nicht wirklich warm, weil seine Gedanken fast so wirr und düster wie die des Mörders sind. Wir erleben wie er seine Familie vernachlässigt, fremd geht und dann plötzlich mit zahlreichen persönlichen Problemen konfrontiert wird. Das war anstrengend, denn der Fall bleibt dabei sehr lange auf der Strecke. Immer und immer wieder werden die Freunde des Opfers vernommen und dabei wird im Grunde nichts Wichtiges offenbart. Die Autorin dreht sich hier im Kreis, weil es ihr einfach nicht gelingt, den Fall interessant einzubauen.

Die einzelnen Kapitel sind zwar sehr kurz und dadurch flott gelesen und der fast poetische, sehr düstere Stil ist im Grunde auch ganz passend, doch die Autorin schafft es nicht, in die Tiefe zu kommen. Viele sehr wichtige Themen - wie Tanjas Magersucht - werden leider nur sehr oberflächlich angesprochen. Für mich war dieser Krimi leider sehr schwach - auch was die einfallslose Auflösung betrifft ...


Ein sehr schwacher Krimi, in dem ein sehr depressiver Ermittler im Fokus steht und der Fall selbst sehr lieblos wirkt. Schade.

Ich vergebe 2 von 5



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