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Mittwoch, 4. Februar 2026

[Rezension] Atlantis - Stephen King


Titel: 
Atlantis

Autor:  Stephen King

Genre: Kurzgeschichten, Novellen

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 624
Cover: © Heyne
Begonnen: 15.01.2026
Beendet: 20.01.2026


"Atlantis" ist wohl das reifste Werk von Stephen King, in dem es einmal nicht um ein klassisches Horrorszenario geht, sondern der Schmerz des Erwachsenwerden beschrieben wird. Alle fünf hier gesammelten Novellen befassen sich dabei mit dem Vietnamkrieg, der dunkle und gefräßige Schatten wirft und sich nicht mehr ignorieren lässt.

Das Herz dieser fünf Novellen bildet meiner Meinung nach die erste und auch längste Geschichte. Auf knapp 300 Seiten wird in "Niedere Männer in gelben Anzügen" von Bobby erzählt, der im Jahre 1960 seinen elften Geburtstag feiert und dann Freundschaft mit dem neuen Mieter Ted schließt. Bobby verliebt sich, erfährt von geheimnisvollen, unheimlichen Botschaften und muss schließlich auf sehr schmerzhafte Weise erwachsen werden. Passend sind hier besonders die Anspielungen an William Goldings "Herr der Fliegen", denn in dieser Geschichte geht es erst einmal um eine ganz andere Art des Krieges, die wohl jeder Heranwachsende kennt.

"Herzen in Atlantis" entführt schließlich ins Jahr 1966 und an ein College, auf dem Pete Riley mit anderen Studenten dem Kartenspiel "Hearts" verfällt. Ich musste mich hier erst einmal mit dem Spiel vertraut machen, fand dann aber die Symbolik dieser Geschichte unfassbar stark. Während sich die erste Widerstandsbewegungen formieren, fliehen die Studenten in die Welt des Spieles und vernachlässigen dabei ihre eigene Zukunft, die eh im Ungewissen liegt. 

In "Blind Willie" sind im Jahre 1983 die Nachwirkungen des Krieges zu spüren. Bill, der auch in der ersten Novelle schon eine Rolle spielte, trägt den Vietnamkrieg mit sich herum, indem er sich in den blinden Willie verwandelt und Geld erbettelt, das er im Anschluss spendet. Eine unfassbar nachhallende Geschichte über eine Schuld, die niemals verschwindet.

Die beiden letzten und recht kurzen Geschichten katapultieren ins Jahr 1999 und schließen den Kreis, denn wir erfahren vom Ende eines Charakters und vom Widersehen anderer. Auch hier gibt es viele Metaphern und eine wunderballe Symbolik, die zeigt, dass die Vergangenheit einem unter sich begräbt, wenn man nicht irgendwie Frieden mit ihr schließt. Auch die Anspielungen an den "dunklen Turm" haben mir hier sehr gefallen und ich kann abschließend nur sagen, dass ich in "Atlantis" wieder ein großes Highlight gefunden habe. 


Der Schmerz des Heranwachsens, die Schatten des Vietnamkrieges und Menschen, deren Leben eine ganz neue Richtung bekommt. Kings reifstes und sicherlich auch tiefgründigstes Werk, das nachhallt und für mich ein echtes Highlight darstellt!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


Freitag, 9. Januar 2026

[Rezension] Nacht der Auferstehung - Jeffrey Sackett


Titel: 
Nacht der Auferstehung

Autor:  Jeffrey Sackett

Genre: Horrorroman

Erscheinungsjahr: 1989

Seitenzahl: 475
Cover: © Knaur
Begonnen: 16.12.2025
Beendet: 22.12.2025


Simon Proctor tritt als Rockmusiker und Hexenmeister auf den großen Bühnen auf. Sein neuestes Projekt ist jedoch ein Horrorfilm, in dem er die Geschichte seines Vorfahren John Proctor erzählt, der in Salem während der Hexenprozesse den Tod fand, nachdem er sich mit zwei Mädchen eingelassen hat. In Simons Leben treten ebenfalls plötzlich zwei junge Mädchen, die sich dem Satanismus verschrieben haben und Simons ganze Familie ins Unglück stürzen ...

"Nacht der Auferstehung" wirkt von der ersten Seite an wie ein Splatter-Film aus den 90ern. Es kommt jede Menge nackter Haut vor und es fließt auch recht viel Blut. Simon lernen wir als Musiker kennen, der die große Show liebt und den Hexenmeister auf der Bühne nur darstellt. Er zieht jedoch auch seine beiden Kinder und deren Freunde immer tiefer in die Welt des Satanismus hinein. 

Jeffrey Sackett konnte mich mit "Nacht der Aufstehung" auf jeden Fall unterhalten, auch wenn er kaum Wert auf Atmosphäre legt. Stattdessen versucht er zu schocken, was ihm gut gelingt. Interessant ist auch die Vorgeschichte von John Proctor. Für mich war dies alles allerdings keine Art von Horror, die mir wirklich eine Gänsehaut bescheren kann.

Sympathisch sind die Charaktere allesamt nicht. Mitfiebern konnte ich im Grunde nur mit Simons Tochter Rowena, die als einzige etwas Verstand zeigt. Ansonsten wirken alle anderen Personen wie typische Personen aus einem etwas trashigen Horrorfilm. Das muss man wohl mögen, um sich auf die Geschichte einlassen zu können. Ich hatte Spaß beim Lesen.



Ein Horrorroman über Satanismus, der zwar wenig Wert auf Atmosphäre legt, dabei aber das typische Feeling der 90er-Jahre-Horrorfilme aufgreift. Mit allen Stärken, aber auch Schwächen ...

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 11. Dezember 2025

[Rezension] Nachtstimmen - Dean Koontz


  Titel: Nachtstimmen

Autor:  Dean Koontz

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2003

Seitenzahl: 264
Cover: © Heyne
Begonnen: 12.11.2025
Beendet: 14.11.2025


Colin ist an seiner Schule eigentlich ein Außenseiter. Umso überraschter ist er darüber, dass der beliebte Roy plötzlich sein Freund sein will. Colin ahnt noch nicht, dass Roy eine sehr düstere und gewalttätige Seite besitzt, die er gerne mit ihm gemeinsam ausleben will ...

"Nachtstimmen" ist ein Horrorroman, der die Freundschaft zweier Jungs thematisiert. Dabei geht es in erster Linie um Manipulation, wie schon auf den ersten Seiten klar ersichtlich ist. Roy vertraut dem sehr naiven Colin hier nämlich an, dass er mal eine Katze getötet hat. Colin glaubt ihm nicht, doch Roys Geschichten und Wünsche werden immer bizarrer und grausamer.

Roy und Colin sind zwei sehr spannende Charaktere. Während Roy keine Grenzen mehr zu kennen scheint, versucht Colin seinen Freund von gewissen Taten abzuhalten. Gut und Böse treffen hier also in Gestalt von zwei Teenagern aufeinander und Koontz schafft es meisterhaft, für viele Schockmomente zu sorgen, in denen der Leser befürchtet, dass sich Roys "Gift" nun auch auf Colin überträgt. 

Ich habe nun schon etliche Bücher von Dean Koontz gelesen und dieses entpuppte sich endlich mal wieder als echtes Highlight. Die Geschichte ist intensiv und geht sehr nahe, weil der Leser mit Colin gemeinsam in sehr toxische und gefährliche Freundschaft gerät, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Ein sehr starker Horrorroman!


Der Horror einer Freundschaft, in der es vorwiegend um Manipulation geht! Für mich eins der besten Bücher von Koontz und ein echtes Highlight!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

[Rezension] Drei - Stephen King


  Titel: Drei 

Autor:  Stephen King

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1989

Seitenzahl: 462
Cover: © Heyne
Begonnen: 31.10.2025
Beendet: 05.11.2025


Das Abenteuer von Roland, dem letzten Revolvermann, geht weiter, doch in diesem zweiten Teil der Turm-Saga bekommt er noch Gefährten an seine Seite. Erst einmal erwacht er jedoch an einem Ufer und wird angegriffen, nur um dann durch eine Tür in unsere Welt zu reisen und im Körper eines jungen Mannes zu landen. Es warten noch zwei weitere Türen auf ihn ...

Vor einigen Jahren habe ich mich an den ersten Teil der Reihe rund um den dunklen Teil gewagt. Damals war ich verwirrt, aber auch sehr fasziniert von dieser Geschichte, die Stephen King selbst wohl nicht so richtig versteht. Der erste Band war sehr schwer zu lesen und deswegen hat es nun wohl auch einige Zeit gedauert bis ich mich an den zweiten Teil wagte.

Das Lesegefühl ist hier anders als im ersten Band. Sehr schnell war ich gefesselt, denn der Revolvermann betritt die uns bekannte Welt und gerät dort in einige gefährliche und sehr spannende Situationen. Mit den drei Türen ist auch endlich ein roter Faden zu erkennen. 

Besonders gelungen sind die Charaktere, auf die er trifft. Zum einen ist da der Eddie, der in einem Flugzeug Drogen schmuggeln soll. Als wirklich spannend fand ich aber Odetta, die zwei Persönlichkeiten besitzt und diese endlich bekämpfen muss, um zu erkennen, wer sie ist. Sowohl bei Eddie als auch bei Odetta bin ich sehr gespannt, welche Rolle sie noch spielen werden. Der Turm rückt wirklich näher und ich fühle mich endlich bereit, mich ihm zu stellen!



Der zweite Teil der Turmsaga hat mich endlich komplett in den Bann ziehen können. Nun steht der weiteren Reise zum dunklen Turm nichts mehr im Wege!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Frankenstein - Das Gesicht - Dean Koontz

 


Titel: Frankenstein - Das Gesicht, Band 1

Autor:  Dean Koontz

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2006

Seitenzahl: 384
Cover: © Heyne
Begonnen: 30.10.2025
Beendet: 03.11.2025


In New Orleans geht ein Serienmörder um, der Körperteile raubt. Zeitgleich erhält Deucalion, der kein geringerer ist als Frankensteins Monster und aktuell in einem Kloster lebt, eine beunruhigende Nachricht. Anscheinend ist sein Schöpfer noch genauso am Leben wie er selbst und er verfolgt einen großen Plan, der die ganze Welt verändern soll ...

"Frankenstein" gehört für mich zu den größten Werken der Horrorliteratur. Aus diesem Grund war ich doch etwas skeptisch, als mir der erste Teil dieser Reihe von Dean Koontz in die Hände fiel. Auch Koontz gehört für mich zu den größten Horrorautoren, allerdings weiß ich auch, dass er sich manchmal eher der Quantität als der Qualität verschrieben hat.

Für diese Reihe rund um Frankenstein und sein Monster, die beide bis in die heutige Zeit überlebt haben, scheint er aber wirklich zu brennen. Ursprünglich sollte es sogar eine Fernsehserie geben, doch da gab es wohl gewisse Unstimmigkeiten. Koontz interpretiert den Klassiker ganz neu, holt sowohl Victor als auch das Monster in die Gegenwart und erzählt von einer Perfektion, die eigentlich gar nicht erreichbar ist  ... 

Mich hat der erste Band, der zeitgleich von zahlreichen brutalen Morden, aber auch sehr atmosphärisch von den erschaffenen Geschöpfen, die erkennen müssen, dass ihn irgendetwas fehlt, erzählt, überraschend gut unterhalten. Ich bin eigentlich kein Reihenleser, aber hier hätte ich am liebsten direkt weitergelesen. Ein spannender, atmosphärischer und origineller Auftakt. Ich hoffe sehr, dass mir die anderen beiden Teile bald in die Hände fallen werden!


Koontz setzt die Geschichte von "Frankenstein" auf sehr kreative und atmosphärische Art fort. Ein toller erster Teil mit vielen spannenden Ideen und Charakteren.

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 2. Dezember 2025

[Rezension] Jäger des Grauens - John Saul

  


Titel: Jäger des Grauens

Autor:  John Saul

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2005

Seitenzahl: 411
Cover: © Heyne
Begonnen: 28.10.2025
Beendet: 31.10.2025


Joan holt nach einem Feuer ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Emily zu sich ins Haus. Ihr Mann und ihr Sohn Matt sind alles andere als begeistert, weil die alte Frau das Familienleben einschränkt und immer wieder nach Joans verstorbener Schwester Cynthia fragt, die sie anscheinend mehr geliebt hat als Joan. Cynthia ist plötzlich wieder präsent in der Familie und es scheint, dass sie Rache will ...

Erst kurz vor Halloween habe ich diese für mich in diesem Jahr wirklich perfekte Lektüre für diesen Tag gefunden. John Saul schreibt ganz oldschool jene Art von Horror, die ich in neueren Büchern leider stark vermisse. Auch hier erschafft er eine sehr schaurige Atmosphäre, indem er eine Großmutter zu ihrer Familie ziehen lässt und damit auch gewisse "Geister aus der Vergangenheit" Einzug halten lässt.

"Jäger des Grauens" erzählt von schwierigen Familienverhätnissen. Nicht nur Matt hat es schwer mit seiner Großmutter und auch seinem Stiefvater, nein, auch Joans Kindheit wird nach und nach aufgearbeitet, während das Böse sich ein Opfer nach dem anderen sucht. Schnell wird Matt nach einem augenscheinlichen Jagdunfall in die Rolle des Täter gedrängt und verliert zunehmend den Glauben in sich selbst.

Das Ende ist bitter, überraschend und sehr böse. Die Wendung ist absolut gelungen und ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass ich nun an Halloween solch einen starken Horrorroman von John Saul lesen durfte. Es war ein sehr unheimliches Erlebnis!



Oldschool-Horror vom Feinsten und für mich die perfekte Halloweenlektüre in diesem Jahr!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 6. November 2025

[Rezension] Die Chronik der Draculas - Peter Tremayne

 


Titel: Die Chronik der Draculas

Autor:  Peter Tremayne

Genre: Horror, Roman

Erscheinungsjahr: 1977

Seitenzahl: 204
Cover: © Bastei Lübbe
Begonnen: 02.10.2025
Beendet: 06.10.2025


Van Helsing entdeckte einst die Aufzeichnungen von Mircea, dem jüngsten Sohn des Grafen Dracula. Mit seiner Mutter floh Mircea als Kind aus seiner Heimat und vor seinem gewalttätigen Vater, als junger Mann kehrt er nun zurück zu seinen beiden Brüdern, dem Schloß Dracula und seinem Erbe, das kaum düsterer sein könnte ...

"Dracula" war im letzten Jahr meine Halloweenlektüre und ein großes Highlight. Peter Tremayne zeichnet in "Die Chronik der Draculas", dem ersten Band, der sich mit der Familiengeschichte beschäftigt, einen Teil der Schrecken auf, die Dracula auch nach seinem Tod verbreitete.

Als ich mit dem Buch begann, war ich ein wenig skeptisch, weil der Autor erst einmal sehr trocken gewisse geschichtliche Fakten einbaut, doch dann reist Mircea in die Walachei und die Seele des großen Literaturklassikers wird perfekt eingefangen. Die Zeit auf dem Schloss könnte kaum schauriger und atmosphärischer sein. Spannend ist zudem, wie der unwissende Mircea die schreckliche Wahrheit über seine eigene Familie herausfinden muss.

Das Buch war für mich der perfekte Einstieg in die düstere Jahreszeit und ich hoffe sehr, die beiden Fortsetzungen der Reihe irgendwann auch noch lesen zu dürfen, auch wenn die Bücher teils sehr alt sind. Wer "Dracula" mag, wird dieses Werk sicherlich auch genießen!


Ein atmosphärischer und unheimlicher Einblick in die Geschichte der Dracula-Familie! 

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 14. Januar 2025

[Rezension] Im Auge des Winters - Dan Simmons

 


Titel: Im Auge des Winters

Autor:  Dan Simmons

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2006

Seitenzahl: 400
Cover: © Heyne
Begonnen: 31.12.2024
Beendet: 04.01.2025



Nach 41 Jahren kehrt Dale nach Elm Haven zurück und mietet die Farm, auf der sein Freund Duane damals gelebt und auch gestorben ist. Während er versucht, einen Roman über jenen schrecklichen Sommer zu schreiben, stellt er fest, dass im Ort und in dem Haus seltsame Dinge passieren. Auf seinem Computer tauchen seltsame Botschaften auf. Botschaften, die nur von Duane stammen können.

"Sommer der Nacht" war für mich vor einigen Jahren ein grandioser Horrorroman, in dem ich mit einer Gruppe von Freunden gegen das Unbekannte kämpfen musste. Die Fortsetzung "Im Auge des Winters" galt bei vielen Lesern als schwächer und deswegen habe ich die Lektüre etwas hinausgezögert. Doch nun war ich bereit, mit Dale gemeinsam nach Elm Haven zurückzukehren, was sich für mich beim Lesen sehr nostalgisch angefühlt hat.

"Im Auge des Winters" ist definitiv anders als der Vorgängerroman, doch nicht schwächer. Dale ist erwachsen, seine Ehe ist gescheitert, er musste seine Affäre aufgeben und ist zu einem leidenschaftlslosen Schriftsteller geworden. Er zieht auf die Farm, auf der Duane einst vom Mähdrescher erfasst wurde. Dieser Duane ist auch der Erzähler dieser Geschichte, was ich sehr passend fand, denn Dale selbst ist doch sehr verloren.

Es entwickelt sich eine wirklich unheimliche und atmosphärische Spukhausgeschichte, in der Verstorbene auftauchen, geheimnisvolle Hunde und auch eine Gefahr in Form von einer Gruppe Skinheads. Für mich hatte dieser Roman alles, was eine gute Horrorgeschichte braucht und ich bereue es ein wenig, dass Buch erst zwei Jahre nach dem ersten Teil gelesen zu haben. Dan Simmons beweist, dass der definitiv mit Stephen King mithalten kann!


"Im Auge des Winters" ist anders als der Vorgängerroman, aber sicherlich nicht schwächer oder weniger intensiv. Für mich ein starker und atmosphärischer Spukhaus-Roman, den ich sehr gerne gelesen habe!


Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 12. Oktober 2024

[Rezension] Abergläubisch - R.L. Stine


Titel: 
Abergläubisch

Autor:  R.L. Stine

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1997

Seitenzahl: 384
Cover: © Goldmann
Begonnen: 10.09.2024
Beendet: 15.09.2024


Sara verliebt sich Hals über Kopf in Liam, der sehr abergläubisch ist - was zunehmend zu Problemen führt. Dennoch will sie ihn heiraten. Zur selben Zeit geschehen brutale Morde. Eins haben alle Opfer gemeinsam: Sie haben eine Verbindung zu Liam ...

Ich war hocherfreut, aber auch überrascht, als ich im Bücherschrank ein Buch von R. L. Stine entdeckt habe, das einmal nicht für Kinder oder Jugendliche geschrieben wurde. "Abergläubisch" ist dabei ein Horrorroman, der vom Stil ein wenig an Stephen King oder Dean Koontz erinnert. Besonders die Morde schildert der Autor sehr brutal und blutig. Auch seine gewohnten Cliffhanger machen es kaum möglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Von der ersten Seite war ich von dieser Geschichte, in der Liams Aberglaube eine große Rolle spielt, gebannt, auch wenn die Protagonistin Sara sehr naiv ist und alles recht spät erkennt. Dennoch gefielen mir hier Stines Einfälle rund um diese Art der Dämonen sehr und auch wenn alles zum Ende hin sehr bizarr wird, zeigt er eindeutig, dass er ein echter Horrorautor ist und auch das erwachsene Publikum gut unterhalten kann!


Brutal und blutig ist dieser Roman aus der Feder von R.L. Stine, der hier beweist, dass er mit Stephen King, John Saul und Dean Koontz definitiv mithalten kann!

Ich vergebe 5 von 5.



Samstag, 31. August 2024

[Rezension] Dracula - Bram Stoker

 


Titel: Dracula

Autor:  Bram Stoker

Genre: Roman, Klassiker, Horrorroman

Seitenzahl: 415
Cover: © Bertelsmann
Begonnen: 26.07.2024
Beendet: 30.07.2024


Der Rechtsanwalt Jonathan Harker wird von Graf Dracula auf sein Schloss eingeladen. Es soll um Geschäftliches gehen, doch schnell erkennt Jonathan, dass sein Gastgeber ein dunkles Geheimnis hütet ...

"Dracula" ist ein wahrer Klassiker und als mir das Buch nun endlich in die Hände fiel, wollte ich es mir eigentlich für Halloween aufheben, konnte nur aber doch nicht widerstehen. Die Geschichte, die ausschließlich in Form von Briefen, Tagebucheintragungen, Telegrammen, Berichten und Zeitungsausschnitten erzählt wird, hat mich von der ersten Seite in den Bann ziehen können. Schon Jonathan Zeit auf dem Schloß besitzt eine unfassbar intensive und besrohliche Atmosphäre und auch die anschließende Reise nach London weiß zu packen. Hier lernen wir verschiedene Menschen kennen, die zueinander finden und es sich schließlich zur Aufgabe machen, Graf Dracula zu töten.

Immer wieder wird deutlich, wie mächtig Graf Dracula ist. Einige tragische Todesfälle gibt es in dem Buch natürlich auch und besonders einer ging mir beim Lesen sehr nahe.

Neben dem legendären Van Helsing, der hier der schrecklichen Wahrheit auf die Spur kommt, empfand ich auch den verrückten Renfield als ausgesprochen interessanten Charakter. Auch Mina, die anfangs verzweifelt auf Jonathans Rückkehr wartet und schließlich Teil der Gruppe wird, die Graf Dracula vernichten will, mochte ich sehr. Mich hat dieser Klassiker bestens unterhalten, inspiriert und auch an einigen Stellen gegruselt. Für mich ein großes Highlight im Horrorgenre und ein sehr vielschichtiges Werk!


Ich bin echt froh, diesen Klassiker endlich gelesen zu haben. Mir gefiel die Erzählform, die Spannung und auch die Atmosphäre. Ein Highlight!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.

Samstag, 10. August 2024

[Rezension] The Green Mile - Stephen King

 


 Titel: The Green Mile

Autor:  Stephen King

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1998
Seitenzahl: 480
Cover: © Bertelsmann Club
Begonnen: 04.07.2024
Beendet: 09.07.2024


1932: Paul Edgecombe ist Aufseher im Staatsgefängnis Cold Mountain in Georgia und für Block E verantwortlich, in dem die Gefangenen nur auf ihren baldigen Tod auf dem elektrischen Stuhl warten. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis John Coffey eingeliefert wird, der zwei Farmerstöchter umgebracht haben soll. Als dann auch noch eine kleine Maus mit besonderen Fähigkeiten auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse im Todestrakt ...

"The Green Mile" ist einer der wenigen Romane von Stephen King, an die ich mich bisher noch nicht gewagt habe. Schuld daran war wohl die Verfilmung, die mich als junges Mädchen tatsächlich sehr verstört hat. Nun war aber endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um in diese Geschichte einzutauchen.

King schrieb dieses Buch einst als Fortsetzungsroman und ich denke, dass dieses Werk genau deswegen fokussierter wirkt als viele andere. Der rote Faden ist von Anfang an zu erkennen, denn der Aufseher Paul erzählt während er in einem Pflegeheim sitzt von seinen Erlebnissen mit der Maus Mr. Jingles und John Coffey, der das eine oder andere Wunder vollbringt.

Als Leser konnte ich die Charaktere und besonders auch die Maus in mein Herz schließen und habe in einigen Szenen sogar ein paar Tränen vergossen, denn die Geschichte zeigt sehr schön, wie grausam die Welt und vor allem auch, wie böse die Menschen sein können. Percy habe ich regelrecht gehasst und für John Coffey habe ich gehofft, dass er irgendwie doch noch seinen Platz findet, auch wenn er selbst wohl erkannt hat, dass es diesen nicht gibt. Für mich war "The Green Mile" auf jeden Fall ein großes Lesehighlight, das mich tief berührt hat und mich nun wohl mein restliches Leben begleiten darf. 



"The Green Mile" war ein Buch, vor dem ich mich immer ein wenig gefürchtet habe, aber das ich nun wirklich ins Herz schließen konnte. Ich habe viele Tränen vergossen und kann nun mal wieder eins von Kings Werken als großes Lesehighlight abspeichern!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.