Mittwoch, 31. Januar 2024

[Rezension] Close to you - Isabell May

 


Titel: Close to you

Autor:  Isabell May

Genre: Roman, Liebesroman

Erscheinungsjahr: 2018
Seitenzahl: 432
Cover: © One
Begonnen: 18.01.2024
Beendet: 22.01.2024


Violet will an einem College in Maine ganz neu beginnen und findet dort auch schnell neue Freunde. Und dann ist da auch noch der düstere Aiden, der sich ihr gegenüber zwar sehr distanziert verhält und den einige für gefährlich haltet, sie aber dennoch magisch anzieht. Soll sie sich wirklich auf ihn einlassen? 

"Close to you" besitzt einen angenehmen Stil und interessante Charaktere. Mit Violet, die sich auf der Flucht befindet und immer wieder in Panik verfällt, konnte ich mich schnell identifizieren und mochte auch Aiden mit seiner unnahbaren, sehr geheimnisvollen Art sehr gerne. Auch wenn er nicht unbedingt dauernd als optisch so makellos hätte beschrieben werden müssen.

Mir gefielen die Anspielungen zu Mary Shelleys "Frankenstein" hier sehr, die eine wundervolle, aber auch tragische Parallele erzeugen. In gewisser Weise ist der Roman, wie wohl viele in diesem Genre, recht typisch aufgebaut und daher an manchen Stellen doch sehr vorhersehbar, aber mir gefiel die Charaktertiefe. Es gibt viele tolle Momente zwischen Aiden und Violet, die sich bei mir eingeprägt haben. Auch die Geheimnisse der beiden haben mir gefallen, auch wenn sie sich teilweise schon erahnen ließen.

Mich hat Isabell Mays "Close to you" auf jeden Fall unterhalten und mir gezeigt, dass ich doch hin und wieder auch mal zu einem Buch aus diesem Genre greifen sollte!


"Close to you" mag vom Aufbau und der Bad-Boy-Thematik vielen Romanen aus diesem Genre ähneln, konnte mich aber durch die interessanten Charaktere und dem angenehmen Stil doch gut unterhalten! 

Ich vergebe 4 von 5.


Dienstag, 30. Januar 2024

[Rezension] Die Farbe von Milch - Nell Leyshon

 


Titel: Die Farbe von Milch

Autor:  Nell Leyshon

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 208
Cover: © Eisele Verlag
Begonnen: 17.01.2024
Beendet: 19.01.2024


Mary lebt mit ihren Schwestern auf einem Bauernhof. Da sie ein kaputtes Bein und zudem noch ein loses Mundwerk hat, ist der Vater besonders streng zu ihr und schlägt sie bei jeder sich um bietenden Gelegenheit. Dennoch ist Mary unglücklich, als sie ihre Familie verlassen muss, um ins Haus des Pfarrers zu ziehen und sich dort um seine kranke Frau zu kümmern. Es eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt, von der Mary aber gar kein Teil sein will ...

"Die Farbe von Milch" ist allein vom Schreibstil her ein einzigartiges Werk. Geschrieben als Tagebuch erzählt Mary ihre Geschichte hier selbst, benutzt dabei selten ein Komma und schreibt praktisch alles so nieder, wie es ihr in den Kopf schießt. Dabei schildert sie alles von Anfang an sehr unverblümt und zeigt, wie schwer es Mädchen und Frauen im 19. Jahrhundert hatten.

Mary ist dabei ein sehr freches, fast schon verlautes Mädchen, das immer das ausspricht, was es denkt. Mich hat sie ein wenig an "Anne Shirley" aus "Anne auf Green Gables" erinnert, auch wenn ihre Geschichte hier weitaus tragischer ist. Im Hause des Pfarrers lernt sie zwar das Lesen und Schreiben, doch als seine kranke Frau stirbt, muss sie mit seinen Annäherungsversuchen klar kommen. Dabei wird ihr schnell klar, dass sie als einfache Angestellte gar keine echte Chance hat.

Mich hat das Buch emotional stark mitgenommen. Marys Beschreibungen wühlen auf und auch wenn vieles sich schnell voraussehen lässt, hat mich hier das Ende doch sprachlos zurückgelassen. "Die Farbe von Milch" ist definitiv ein besonders Buch und gehört nun auch zu meinen Highlights!


"Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon beschreibt das tragische Leben eines Bauernmädchens, das so viel erkennt, aber dennoch ihrem eigenem Leben nicht entkommen muss. Ein stilles Meisterwerk!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


Sonntag, 28. Januar 2024

[Rezension] Ein unheimlicher Gast - Gillian White


Titel: 
Ein unheimlicher Gast

Autor:  Gillian White

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2003
Seitenzahl: 382
Cover: © Goldmann
Begonnen: 15.01.2024
Beendet: 18.01.2024


Rose und Michael führen eine Bilderbuchehe. Sie sind seit 30 Jahren zusammen und verbringen ihren Hochzeitstag in Venedig. Doch schon für Zeit vor dem Urlaub entpuppt sich als Albtraum, denn Rose findet bei Michael eine Nachricht von einer anderen Frau. Um nicht verlassen zu werden, schmiedet sie einen bitterbösen Plan ...

"Ein unheimlicher Gast" besitzt einen sehr einfachen Schreibstil und mehrere Handlungsstränge, die von der Autorin geschickt miteinander verknüpft werden. Zum einen haben wir Rose, die sich in ihrer Eifersucht verliert und schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als ein paar Tabletten zu benutzen, um Michael daran zu hindern sie zu verlassen. Zeitgleich haben ihre Töchter Jessie und Daisy mit einer Stalkerin zu kämpfen, die denselben Namen wie Michaels angebliche Affäre trägt. Wie also passt das alles zusammen?

Die verschiedenen Blickwinkel offenbaren immer wieder neue Fakten, wodurch die Geschichte nie an Spannung verliert. Die Charaktere sind allesamt nicht einfach und das macht es hier so interessant, weil immer wieder neue Richtungen eingeschlagen werden. Als Leser habe ich niemanden wirklich vertraut und hatte das Gefühl, dass jeder hier irgendwas zu verbergen hat. Das Ende bringt dann noch eine gute Wendung mit sich. Ich kann das Buch nur empfehlen.



"Ein unheimlicher Gast" ist ein lesenswerter Roman/Thriller, in dem es um Eifersucht, Stalking und den Wunsch nach Rache geht. 

Ich vergebe 5 von 5.



Freitag, 26. Januar 2024

[Rezension] Amour Fou - Marek van der Jagt

 


 Titel: Amour Fou

Autor:  Marek van der Jagt

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2002
Seitenzahl: 356
Cover: © Diogenes


Begonnen: 13.01.2024
Beendet: 16.01.2024


Marek ist davon besessen, die große, leidenschaftliche Liebe zu finden, über die seine Mutter stets geschwärmt hat. Doch das ist gar nicht so leicht, denn gleich sein erster Kontakt zum anderen Geschlecht endet in einer Katastrophe. Von da an fühlt Marek sich wie ein Zwerg und muss erst lernen, wieder aufrecht durchs Leben zu schreiten.

"Amour Fou" ist zugleich eine sehr amüsante als auch tragische Geschichte eines Jungen, der in einem wohlhabendem Haus aufwächst und schon früh mit dem leidenschaftlichen Liebesleben seiner Mutter konfrontiert wird. Marek begibt sich nun selbst auf die Suche nach der "Amour Fou", doch muss feststellen, dass diese gar nicht so leicht zu finden ist. Vor allem dann nicht, wenn man tief im Inneren gar nicht so recht an die Liebe glaubt.

Spannend ist hier der stets zu spürende Einfluss der Mutter, die sich immer alles genommen hat, was sie wollte. Ihr Sohn hingegen hat das Gefühl, nicht wirklich zu leben und nur von einer seltsamen Geschichte in die nächste zu gleiten. Dabei wird der Leser mit zahlreichen skurrilen, unfassbar witzigen, aber zeitgleich auch sehr prägenden Momenten konfrontiert. Obwohl ich manchmal beim Lesen laut lachen musste, ist doch Mareks Schmerz stets spürbar.

Für mich war die Lektüre von "Amour Fou" ein intensiver Einblick in das Leben eines jungen Mannes, der die Liebe sucht, obwohl er eigentlich sich selbst erst einmal finden muss. Mich hat dieser Roman in die Tiefe gezogen und zum Ende hin sogar stark aufgewühlt. Ein beeindruckendes Werk!


"Amour Fou" ist ein origineller Roman über einen jungen Mann, der die große Liebe finden will. Sehr intensiv, witzig und tiefsinnig!

Ich vergebe 5 von 5.


Mittwoch, 24. Januar 2024

[Rezension] Bis ihr sie findet: Sechs Freunde. Ein Mörder. Wem vertraust du? - Gytha Lodge

  


Titel: Bis ihr sie findet

Autor:  Gytha Lodge

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 400
Cover: © HOFFMANN UND CAMPE VERLAG

Begonnen: 10.01.2024
Beendet: 13.01.2024


Ein Mädchen findet auf einem Campingausflug einen Finger. Es ist der Finger der vor 30 Jahren verschwundenen Aurora, die mit den Freunden ihrer großen Schwester gezeltet hat. Nun wird auch ihre Leiche entdeckt, in einem Versteck, von den nur die sechs Freunde wussten ...

In "Bis ihr sie findet" geht es um einen verstrickten Fall, in dem eigentlich nur einer der sechs Freunde der Mörder sein kann. Da es hauptsächlich um Ermittlungen geht, lernt der Leser die einzelnen Freunde nach und nach in der Gegenwart kennen und es scheint, dass jeder als Mörder in Frage kommt.

Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt. Es gibt kurze Abschnitte aus der Vergangenheit, in denen der Leser Teil jener verhängnisvollen Nacht sein darf. Diese Abschnitte hätten für meinen Geschmack aber gerne länger und auch intensiver sein können.

Der Fall selbst hat mir gefallen und die Autorin schafft es, immer neue Details ans Tageslicht zu bringen. So setzt sich das Puzzle nach und nach zusammen und auch die Auflösung ist stimmig, wenngleich aber auch keine allzu große Überraschung. Für mich war "Bis ihr sie findet" auf jeden Fall ein solider Krimi, der beim Lesen Spaß gemacht hat!



"Bis ihr sie findet" ist ein ruhiger, aber dennoch fesselnder Ermittlerroman rund um einen alten Fall. Für meinen Geschmack hätte der Vergangenheitsstrang aber gerne noch mehr Platz einnehmen können!

Ich vergebe 4 von 5.





Montag, 22. Januar 2024

[Rezension] Der Name der Rose - Umberto Eco

 


 Titel: Der Name der Rose

Autor:  Umberto Eco

Genre: Roman, Klassiker

Erscheinungsjahr: 1986
Seitenzahl: 656
Cover: © Hanser, Carl GmbH + Co.
Begonnen: 08.01.2024
Beendet: 15.01.2024


Im Jahre 1327 reist der Novize Adson mit William von Baskerville, der in vielerlei Hinsicht zu seinem Lehrmeister werden soll, in eine Abtei. Aufgrund seines Scharfsinns wird William von Baskerville in einen rätselhaften Fall hineingezogen, denn es stürzte ein Mönch zu Tode. Bald kommt es zu weiteren unerklärlichen Vorkommnissen und Todesfällen. Die Spuren führen in die geheimnisvolle Bibliothek des Klosters, die von keinem Mönch betreten werden darf ...

Nun habe ich mich endlich diesem Klassiker gewidmet, den ich bereits seit Jahren lesen wollte, aber vor dem ich sehr großes Respekt hatte. Ich brauchte tatsächlich etwas, um mich in die doch sehr vielschichtige Geschichte hineinzufinden. Der Autor beschreibt das Kloster und auch das Leben dort sehr detailliert, sodass ich mich selbst so gefühlt habe, als würde ich dort durch die Gemäuer laufen. Besonders die Bibliothek ist dabei ein sehr mysteriöser Ort, der zahlreiche Geheimnisse zu verbergen scheint.

Der Novize Adson erzählt diese Geschichte, in der er selbst an der Seite von dem ehemaligen Inquisitor William von Baskerville viel über die Religion, die sein Leben bestimmen wird, erfährt, aber auch zeitgleich mit dem eigenem Erwachsenwerden konfrontiert wird. William von Baskerville war hier aber natürlich für mich der spannendste Charakter, erinnert er mit seinem Scharfsinn doch stark an Sherlock Holmes.

"Der Name der Rose" ist ein sehr umfangreiches Werk, für das selbst ich eine gute Woche gebraucht habe. Es ist kein reiner Krimi, denn es geht im Verlauf um so viel mehr als nur die rätselhaften Mordfälle. Der Lateinanteil mag im ersten Moment überfordernd wirken, erschafft aber eine passende Atmosphäre. Ich wurde förmlich durch die Seiten getragen und konnte das Werk genießen, auch wenn ich denke, dass es solch ein Buch ist, das man mehrmals lesen und immer wieder etwas Neues entdecken kann. Für mich definitiv ein sehr intensives Lesehighlight!



"Der Name der Rose" ist ein vielschichtiges Werk über die rätselhaften Geschehnisse in einem Kloster, in dem der Teufel höchstpersönlich umzugehen scheint. Ein starkes Werk! 

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen!



Samstag, 20. Januar 2024

[Rezension] Moriac - Bente Porr

 


Titel: Moriac

Autor:  Bente Porr

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 320
Cover: © Naumann & Göbel
Begonnen: 06.01.2024
Beendet: 10.01.2024


Curt von Sedlitz reist mit seinem alten Jugendfreund Germer und dessen Freundin Fee im Sommer 1932 nach Frankreich. In der Nähe eines kleinen Bergdorfes namens Moriac bleiben sie allerdings liegen und erfahren dann, dass ein Fluch rund um das Tal des Mont Larin liegt. Ein Fluch, der immer wieder Menschen verschwinden lässt ...

"Moriac" ist ein sehr mysteriöser Roman, der sich um ein verfluchtes Tal und eine sehr düstere Legende dreht. Es geht allerdings auch um eine erzwungene Freundschaft. Germer stellt dabei einen sehr unberechenbaren Charakter dar, der pausenlos seine Macht ausüben lässt und sowohl Curt als auch Fee zeigt, wie wertlos die beiden in seinen Augen sind. Der Ferientrip wird also in vielerlei Hinsicht zu einem wahren Albtraum.

Bente Porr besitzt einen angenehmen Stil und erschafft eine sehr atmosphärische Geschichte über einen sehr mysteriösen Fluch. Mir gefiel hier die sehr fantasievolle Hintergrundgeschichte des Grafen, der dort in der Nähe des Berges spuken soll.

In gewisser Weise habe ich zwar schon geahnt, in welche Richtung sich alles entwickeln wird, aber das Buch konnte mich dennoch auf sehr angenehme Art in den Bann ziehen und unterhalten. Für mich ein gelungener Mysteryroman!



"Moriac" ist die fesselnde und sehr kreative Geschichte eines alten Fluches, der immer wieder Menschen verschwinden lässt. Mysteriös und sehr fantasievoll.

Ich vergebe 5 von 5.




Donnerstag, 18. Januar 2024

[Rezension] Knautschzone - Mark Werner

 


Titel: Knautschzone

Autor:  Mark Werner

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 288
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 04.01.2024
Beendet: 08.01.2024


Henny ist in einem öden Job in der Stadtverwaltung gefangen, träumt aber noch immer von einer Karriere als Rockmusiker. Mit seiner Band will er unbedingt einen Plattenvertrag und auf den größten Bühnen dieser Welt stehen, doch die Realität trifft ihn hart, als seine Freundin Alexa ihm plötzlich offenbart, dass sie schwanger ist. Henny will direkt in den nächsten Flieger nach Amerika steigen, doch dann kommt alles anders als gedacht, denn er wird von einer Frau angefahren ...

Zu Beginn der Geschichte gefiel mir der Humor und der bissige Sarkasmus. Henny ist ein sehr festgefahrender Charakter, der sehr unzufrieden mit seinem Leben wirkt, aber nicht wirklich motiviert ist, daran etwas zu ändern. In "Knautschzone" geht es um geplatzte Träume und um die öde Realität, die viele Menschen davon abhält, den vorgegeben Weg zu verlassen.

Während der Leser Henny bei seiner überstürzten Flucht begleitet, erfährt er mehr über seine Vergangenheit. Hier geht es vorwiegend um die Band, die Musik und um Hennys Großvater, der ihm früh eibtrichterte, dass Frauen der Untergang aller Männer sind. Ich muss sagen, dass mich diese Einblicke in seine Vergangenheit ein wenig gelangweilt haben. Besonders den Großvater mochte ich nicht und auch die Band kam mir nicht sonderlich nahe.

Ein echtes Abenteuer erlebt Henny in diesem Buch auch nicht, hat aber am Ende das Gefühl, sich selbst besser zu verstehen. Natalie, mit der er sich schließlich betrinkt und dabei sich selbst ergründet, bleibt recht eindimensional und zum Schluss wirkt das Ende leider etwas zu kitschig. 


Der Humor hat mir in "Knautschzone" genauso gefallen wie der sehr festgefahrene Protagonist, aber ansonsten war mir die Handlung leider viel zu seicht und unspektakulär. Ein echtes Abenteuer erleben Natali und Henny in dieser einen Nacht nämlich nicht.

Ich vergebe 3 von 5.




Dienstag, 16. Januar 2024

[Rezension] Die Braut von Pendorric - Victoria Holt

 


Titel: Die Braut von Pendorric

Autor:  Victoria Holt

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 388
Cover: © Weltbild
Begonnen: 04.01.2024
Beendet: 06.01.2024


Favel lebt mit ihrem Vater auf der Sonneninsel Capri, lernt dann dort aber Roc kennen, der sie heiratet und mit nach Cornwall nimmt. Favel fühlt sich in dem Landsitz und auch innerhalb der neuen Familie sofort wohl, doch dann erfährt sie, dass alle jungen Frauen, die nach Pendorric kommen, eines mysteriösen Todes sterben.

Ich mag die sehr sanften Geschichten von Victoria Holt, die immer mit leichtem Grusel gewürzt werden. "Die Braut von Pendorric" nimmt allerdings nur langsam Fahrt auf, denn gemeinsam mit Favel erkunden wird erst einmal das Anwesen, machen uns mit den einzelnen Familienmitgliedern vertraut und erfahren auch von dem Fluch, der angeblich auf Pendorric lastet und alle jungen Bräute frühzeitig sterben lässt.

Die alte Legende, die im Grunde nur aus zwei seltsamen Todesfällen besteht, hätte für meinen Geschmack aber gerne noch etwas unheimlicher eingebaut werden können. Mir gefiel hier aber Favel als unerschrockende Heldin, die hier einige Überraschungen erleben muss. Diese vielen kleinen Wendungen sind auch gelungen und auch die Auflösung am Ende ist sehr stimmig. Für mich war "Die Fraut von Pendorric" ein lesenswerter Roman, der allerdings erst in der zweiten Hälfte seine wahre Stärke zeigt.


"Die Braut von Pendorric" braucht zwar eine Weile, um wirklich zu fesseln, überrascht dann aber mit einigen Wendungen und einem stimmigen Ende. 

Ich vergebe 4 von 5,



Sonntag, 14. Januar 2024

[Rezension] Die Frau vom Strand - Petra Johann

 


Titel: Die Frau vom Strand

Autor:  Petra Johann

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2021
Seitenzahl: 456
Cover: © Rütten & Loening
Begonnen: 01.01.2024
Beendet: 04.01.2024


Rebecca lebt mit ihrer kleinen Tochter Greta und ihrer Frau in einem ruhigen Haus an der Ostsee. Eines Tages trifft sie bei einem Spaziergang jedoch eine nackte Frau, die sie um Hilfe bittet. Sie freundet sich mit dieser Frau, die sich ihr als Julia vorstellt, an, erkennt jedoch nicht, dass diese ein ganz eigenes Ziel verfolgt. Plötzlich gibt es eine Tote und für Rebecca ist nichts mehr wie zuvor.

"Die Frau von Strand" besitzt einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich förmlich durch die Seiten hat fliegen lassen. Spannend und auch sehr mysteriös ist hier besonders der Anfang mit der geheimnisvollen Frau, die auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Der Leser weiß nicht, wem er hier vertrauen kann.

Nach gut hundert Seiten gibt es jedoch einen Stilbruch, den ich so nicht erwartet habe, denn von da an geht es nur noch um die Ermittlungen der Komissarin Edda. Dies hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes gar nicht erwartet. Gefesselt war ich zum Glück weiterhin, auch wenn es einige sehr zähe Abschnitte gibt, in denen im Grunde nicht viel Neues passiert.

Als echten Thriller würde ich "Die Frau vom Strand" nicht bezeichnen. Es ist eher ein Krimi, in dem es zentral um die Ermittlungen in einem sehr verstrickten Fall geht. Einiges wird sehr oft durchgekaut und ich konnte mir das Ende tatsächlich schon sehr früh zusammensetzen. Mich hat das Buch auf jeden Fall gut unterhalten  weniger Ermittlung und vor allem auch 200 Seiten weniger hätten der Geschichte aber sicherlich gut getan!



"Die Frau vom Strand" besitzt einen so angenehmen Stil, dass ich mich sogar von der sehr zentralen Ermittlungsarbeit nicht abschrecken ließ. Auch wenn vieles vorhersehbar ist und ich schon lange vor dem Ende das meiste durchschaut habe, gefiel mir die Story, die sicher auch gut für Leser ist, die ruhigere Geschichten und Miträtseln bevorzugen.
Ich vergebe 4 von 5.




Freitag, 12. Januar 2024

[Rezension] Lilly unter den Linden - Anne C. Voorhoeve

 


Titel: Lilly unter den Linden

Autor:  Anne C. Voorhoeve

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2006
Seitenzahl: 288
Cover: © Ravensburger
Begonnen: 01.01.2024
Beendet: 03.01.2024


Auf einer Party des historischen Museums, in dem Lilly gerade angefangen hat zu arbeiten, wird sie an den traurigsten Moment ihres Lebens erinnert. Ein Moment, der in ihr aber den Wunsch nach einem neuen Leben geweckt hat. Als ihre Mutter starb, lernte sie als Kind nämlich ihre Tante kennen, die im Osten lebte und zu der sie unbedingt ziehen wollte. Doch der Weg von West nach Ost ist in der damaligen Zeit durch eine Mauer versperrt ...

"Lilly unter den Linden" beginnt sehr berührend mit der Erzählung von Lilly, die als Kind nach dem Tod ihrer Mutter in ihrer Trauer förmlich ertrunken und erst durch ihre Tante wieder Hoffnung schöpfte. Doch da steht die Dreizehnjährige plötzlich vor einer neuem Herausforderung, denn wie soll sie zu ihrer Tante in die DDR kommen?

Dieses Jugendbuch soll zeigen, wie unterschiedlich das Leben im Osten und Westen zur Zeit der Mauer war und das gelingt der Autorin auch sehr gut. Lilly bekommt Einblick in beide "Welten" und sieht dann auch die Stärken und Schwächen der beiden doch sehr unterschiedlichen Systeme.

Der Weg in die DDR ist für Lilly allerdings gar nicht so schwer wie der Klappentext es andeutet. Ein paar Hürden wären hier nicht schlecht gewesen. Auch die Geschichte der Mutter, die hier von Lilly erzählt wird, wirkt leider sehr distanziert, weil es eben nur eine Erzählung ist und der Leser keine Möglichkeit bekommt, Teil des Geschehens zu sein.

Diese Distanz und auch die etwas langatmige Erzählweise, bei der ich zum Ende hin auch das Gefühl hatte, dass bei der Autorin irgendwann die Luft raus war, führten dazu, dass ich den Anfang stärker fand als die letzten Seiten, auf denen Lillys restliche Lebensstationen recht lieblos heruntergeleiert werden ...


Nach einem starken, berührenden Anfang entwickelt sich dieser Jugendroman, in dem es um die damalige Teilung Deutschlands geht, leider in eine etwas langatmige Erzählung eines Mädchens, das doch gar nicht so viele Hürden überwinden muss wie der Klappentext andeutet ... 



Ich vergebe 3 von 5.