Donnerstag, 4. Januar 2024

[Rezension] Die Wächter - John Christopher

 


Titel: Die Wächter

Autor:  John Christopher

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 1999
Seitenzahl: 191
Cover: © Oetinger
Begonnen: 20.12.2023
Beendet: 23.12.2023


Nach dem plötzlichen Tod seines Vater muss Rob, der in der Konurba wohnt, in ein Internat. In alten Briefen seiner ebenfalls verstorbenen Mutter findet er dann Hinweise, dass sie einst im Landkreis aufgewachsen ist. Dorthin bricht Rob nun also auf und findet sich in einer vollkommen anderen Welt wieder, in der es statt technischen Fortschritt noch den Adel und Bedienstete gibt ...

"Der Wächter" ist der allererste utopische Roman, der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Der Autor erschafft hier eine Welt, die aus zwei Teilen besteht. Zum einen sind da die Menschen in der Konurba, sprich der Großstadt, in der die breite Masse lebt, arbeitet und von dem technischen Fortschritt profitiert. Auf der anderen Seite eines unter Strom stehenden Zaunes lebt der Adel in riesigen Landhäuser und mit zahlreichen Bediensteten. Angeblich sind die Menschen auf beiden Seiten zufrieden mit ihrem Leben, doch dennoch droht ein Aufstand.

Der Autor beschreibt diese Welt der Zukunft, die manchmal aber eher so wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben, nur grob und lässt dadurch sehr viele Fragen offen. Das regt zum Nachdenken an, sorgt aber auch dafür, dass ich als erwachsener Leser das ganze System nicht vollständig begreifen konnte. Vieles wird hier leider auch nur angedeutet.

Spannend ist, dass unser Protagonist den größten Teil des Buches eher ein Mitläufer bleibt. Relativ schnell und vielleicht eine Spur zu leicht kommt er im Landkreis an und wird dann dazu gedrängt, sich anzupassen. Dies tut er auch ohne etwas zu hinterfragen und ist damit das perfekte Beispiel dafür, wie leicht es Menschen fällt, sich den äußeren Begebenheiten anzupassen. Erst zum Ende der relativ kurzen Geschichte wird Rob gedrängt selbst eine Entscheidung über seine Zukunft zu treffen. "Die Wächter" ist auf jeden Fall eine interessante Utopie/Dystopie für junge Leser, als Erwachsener hätte ich mir aber einen Hauch mehr Tiefe und mehr Beschreibungen der Welt gewünscht!





"Die Wächter" beschreibt eine zweigeteilte Welt, in der ein Junge lernt, sich anzupassen, um dazugehören zu dürfen. Ein interessantes Jugendbuch, das für meinen Geschmack aber ruhig etwas intensiver hätte sein können!

Ich vergebe 4 von 5.




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