Sonntag, 31. Mai 2020

[Rezension] Duddits - Dreamcatcher - Stephen King

Titel: Duddits - Dreamcatcher
Autor:  Stephen King
Genre: Roman, Science-Fiction
Erscheinungsdatum: 1. März 2001
Anzahl der Seiten: 825
Cover und Inhaltsangabe: © Ullstein


Begonnen: 07.05.2020
Beendet: 13.05.2020



"Was für die vier Freunde Pete, Henry, Jonesy und Beaver als harmloser Jagdausflug in die Wälder von Maine geplant war, endet für sie völlig unverhofft in einem bizarren Albtraum; Rettung kann nur noch ihr alter Freund Duddits mit seinen hellseherischen Gaben verheißen."




"Duddits" war eines jener King-Werke, dem ich bisher kaum Beachtung geschenkt habe. In erster Linie lag es wohl daran, dass die Geschichte mehr Richtung Science-Fiction geht und nicht wie gewohnt im Horrorbereich angesiedelt ist. Durch einen zufälligen Bücherschrankfund habe ich mich nun aber dazu entschlossen, dem Buch eine Chance zu geben.

Die Geschichte erinnert zu Beginn ein wenig an "Es". Wir haben auch hier vier Freunde, die sich schon seit ihrer Kindheit kennen und sich jeden Herbst zu einem Jagdausflug treffen. Doch in diesem Jahr ist plötzlich alles anders und in dem Gebiet, in dem sie sich befinden, passieren merkwürdige Dinge. Plötzlich müssen sie nicht nur um das eigene Leben kämpfen, sondern um das der gesamten Menschheit.

Dabei schafft King hier einen besonders originellen Virus, der zudem von Aliens auf die Menschheit losgelassen werden soll. Am Anfang wird hier auch sehr schonungslos berichtet, was dieses Virus mit dem menschlichen Körper anstellt!

Der Anfang mit der Einführung der Charaktere hat mir hier echt gut gefallen. Die vier Freunde waren mir gleich sympathisch. Zudem werden wir hier auch direkt mit den seltsamen Dingen, die in dem Gebiet passieren, konfrontiert. Stephen King ist wohl einer wenigen Schriftsteller, der seitenlang über "Fürze" schreiben kann, ohne dabei ins Abstruse abzudriften. Hier musste ich wirklich das eine oder andere Mal laut lachen. Besonders die Kackwiesel fand ich genial.

Die Geschichte beginnt für einen King doch sehr spannend und flott, legt sich dann aber leider etwas, was für mich in erster Linie an den Strang rund um die Einsatztruppe lag, die den ganzen Vorfall für die Regierung natürlich vertuschen soll. Dieser Strang zieht sich bis zum Ende des Buches hin und hat mein Lesevergnügen leider etwas getrübt.

Dennoch besitzt das Buch definitiv seine Stärken. Zum einen ist dies sicherlich der große Held dieser Geschihte: Duddits. Die Vorgeschichte, wie die vier Freunde sich mit dem behinderten Jungen anfreunden, hat mich hier unfassbar berührt. Duddits selbst mochte ich sehr, schade ist, dass er letztendlich erst in der zweiten Hälfte seinen "großen" Auftritt hat.

Die Einbindung der Traumthematik, der Telekinese und der Symbolik des Traumfängers empfand ich als überaus passend. Auch die vielen kleinen und auch großen Anspielungen an andere Werke, besonders an "Es", haben mir hier gut gefallen. Nur die Story selbst war mir dann doch im Mittelteil zu zäh. Die ganze Verfolgungsjagd am Ende hätte es für mich hier nicht gebraucht, denn dadurch wirkt das Ende doch leider zu überladen.



"Duddits" ist ein Werk, das Stärken, aber auch Schwächen besitzt. Für mich war hier die Freundschaft zwischen Duddits, Pete, Jonesy, Biber und Henry beinahe einprägsamer als die Haupthandlung rund um das Virus ...

Samstag, 30. Mai 2020

[Rezension] Ediths Tagebuch - Patricia Highsmith

Titel: Ediths Tagebuch
Autor:  Patricia Highsmith
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1980
Anzahl der Seiten: 435
Cover und Inhaltsangabe: © Diogenes


Begonnen: 04.05.2020
Beendet: 06.05.2020



"Eine Mutter notiert in ihrem Tagebuch, was sie bewegt: Ihr Ehemann trägt sie auf Händen, Sohn Cliffie brilliert an der Elite-Universität Princeton; die Mädchen und die Firmen reißen sich um ihn. Edith selbst macht Karriere als Journalistin. Das ist die Welt, die sie gerne hätte. Doch was Edith Howland in ihrem Tagebuch notiert, sind Tagträume, ist eine Wunschwelt..."



Als ich vor gut zwei Jahren mein erstes Buch von Patricia Highsmith im Bücherschrank gefunden habe, war mir noch nicht klar, wie stark mich diese Autorin doch beeinflussen und inspirieren wird. Mittlerweile habe ich schon einige Bücher von ihr gelesen und entdecke doch stets neue Seiten an ihr und durch ihre Geschichten auch an mir selbst.

Auch in "Ediths Tagebuch" geht es wieder um die psychologische Betrachtungsweise von Charakteren, die an der Gesellschaft und der geforderten beziehungsweise gewünschten Normalität zerbrechen. So steht im Fokus der Geschichte Edith, die am Anfang mit ihrer Familie in ein eigenes Haus zieht. Dort könnte alles perfekt sein, doch Patricia Highsmith zeigt schnell auf, wie stark es bereits unter der Oberfläche brodelt.

In ihrem Tagebuch schreibt Edith die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens nieder - doch dabei kann sie einfach nicht ehrlich sein. Denn wäre sie das, müsste sie sich mit ihrem gestörten Sohn und ihren Eheproblemen auseinandersetzen. Während die Realität den Leser in diesem Buch das eine oder andere mal regelrecht schockiert, nimmt Edith alles gefilterter wahr und flüchtet sich in ihre eigene Welt ...

Edith selbst repräsentiert hier jene Menschen, die im Laufe ihres Lebens irgendwann stagnieren und sich immer mehr in eine eigene Welt zurückziehen. Frustration und das Gefühl, in einem goldenen Käfig festzusitzen, führen nicht selten dazu, dass eigene Leben Stück für Stück aufzugeben. Auch mir hat Patricia Highsmith mit dieser Geschichte wieder einmal die Augen geöffnet, auch wenn ich wohl selbst sehr oft in Bücherwelten und auch meine eigenen Geschichten flüchte, um die oft sehr trostlose Realität nicht ertragen zu müssen.

Auch Cliffie, Ediths Sohn, empfand ich hier als ungemein faszinierenden Charakter. Während der Leser klar und deutlich erkennt, dass der Junge nach Aufmerksamkeit und Liebe schreit, ignorieren seine Eltern sämtliche Warnzeichen.

In vielerlei Hinsicht wirkt dieser Roman sehr bizarr und doch zeichnet er schonnunglos das Leben vieler Menschen nach, die sich wie Edith auch einreden, dass sie ein gutes Leben haben. Edith selbst flüchtet sich hier schließlich in die Politik, der sie die ganze Schuld an ihr verkorkstes Leben gibt ...

"Ediths Tagebuch" ist ein sehr ruhiger Roman, der die drei Familienmitglieder durchleuchtet und dabei eine Scheinwelt aufdeckt, die zu einer erschreckenden Normalität geworden ist. Für viele Leser wird dieses Werk sicher sehr unangenehm sein, aber genau das ist es, was diesen Roman ausmacht! Er schafft neue Blickwinkel!




Patricia Highsmith zeigt mit diesem Roman auf, dass es manchmal leichter ist, eine Lüge zu leben, statt sich der Wahrheit zu stellen. Damals wie heute ein echtes Meisterwerk!

Mittwoch, 27. Mai 2020

[Rezension] Die Wandlung - Adam Baker

Titel: Die Wandlung
Autor:  Adam Baker
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 17. April 2012
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe: © Blanvalet


Begonnen: 04.05.2020
Beendet: 08.05.2020



"Viel zu lange schon sitzt die Crew von der Ölbohrinsel Rampart mitten im Arktischen Ozean fest. Doch dann erfahren sie aus den Nachrichten, dass niemand mehr sie nach Hause holen wird. Denn draußen in der Welt wütet eine schreckliche Pandemie, die überallhin nur Tod und Verwüstung bringt. Wenn die fünfzehn Frauen und Männer jetzt noch überleben wollen, müssen sie den langen und gefahrvollen Heimweg selbst bewältigen. Doch das Schlimmste wissen sie noch nicht: Die alles verheerende Seuche ist längst auch schon zu ihnen gelangt …"



"Die Wandlung" ist ein Buch, das perfekt zur aktuellen Zeit passt. Wir haben auch hier eine Pandemie und in der gesamten Welt herrscht der Ausnahmezustand. Nur wenige Informationen dringen auf die abgelegene Bohrinsel und so wissen die Männer und Frauen, die dort arbeiten nicht, wie es um das Leben dort draußen steht.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Jane, die Pfarrerin der Bohrinsel, kennen, die im Grunde die Protagonistin und auch Heldin dieses Thrillers ist. Sie ist überwichtig, wurde gemobbt und will sich eigentlich aus purer Verzweiflung das Leben nehmen. Doch dann bricht das Chaos auf der Bohrinsel aus und sie wird zum ersten Mal gebraucht.

Ich mochte es, dass sich der Autor für eine eher untypische Protagonistin entschieden hat, die sich hier im wahrsten Sinne des Wortes durch die ganze Geschichte kämpfen muss. Natürlich ist es etwas übertrieben, dass sie innerhalb kürzester Zeit zu einer echten Kampfmaschine mutiert, aber dennoch fand ich ihre Entwicklung gut umgesetzt.

Adam Baker verliert keinerlei Zeit und erschafft ein Problem nach dem anderen. So müssen sich die Überlebenden nicht nur um ihre Nahrungsmittel und die Kälte kümmern, sondern werden auch recht schnell mit den ersten "Infizierten" konfrontiert.

Die Charaktere kommen, bis auf Jane, ohne große Vorgeschichte aus und sind deshalb doch recht austauschbar. Der Autor setzt den Augenmerk hier aber eher auf die Handlung, die er wirklich gnadenlos vorantreibt, als auf Charaktertiefe oder gar Atmosphäre.

Auf mich wirkte "Die Wandlung" fast wie ein Film und ich glaube, auf der großen Leinwand wären die kleinen Schwachstellen auch nicht so sehr ins Gewicht gefallen. So muss ich aber sagen, dass mir einiges doch zu schnell ging und ich beim Lesen oft das Gefühl hatte, das ganze Umfeld der Bohrinsel und auch des Schiffes nicht wirklich genießen zu können.

Dennoch hat mich die Geschichte aber unterhalten und mir gezeigt, dass ich solche Romane trotz der aktuellen Situation (Oder vielleicht auch gerade deswegen) genießen kann. Vielleicht sind sie sogar eine gute Vorbereitung auf die Zukunft!




"Die Wandlung" ist ein actiongeladener Endzeitroman, der durch den Schauplatz und die vielen Gefahren eine tolle Dynamik entwickelt und deswegen zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig wird. Nur die Atmopshäre leidet doch teilweise unter der viel zu überladenen Story ...

Sonntag, 24. Mai 2020

[Rezension] Das Haus der Lady Armstrong - Andrew O'Connor

Titel: Das Haus der Lady Armstrong
Autor:  Andrew O'Connor
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 16. Juni 2014
Anzahl der Seiten: 496
Cover und Inhaltsangabe: © Ullstein


Begonnen: 27.04.2020
Beendet: 02.05.2020



"Als Lord Edward Armstrong 1840 für seine Frau Anna ein Herrenhaus errichten lässt, ist es ein Monument der Liebe. Doch der ersehnte Erbe bleibt aus, und ihre Ehe zerbricht. Ihren Nachfahren Lord Pierce und Lady Clara ergeht es nicht besser. Auch auf ihnen scheint ein Unglücksfluch zu liegen, und Clara verlässt das Haus als gebrochene Frau ... Ein Jahrhundert später: Auf Anhieb hat Kate Fallon sich in das Anwesen verliebt, doch ahnt sie nicht, was sich in diesen Mauern abgespielt hat. Bis sie sich gemeinsam mit Nico Armstrong, dem letzten Erben des Hauses, auf eine Reise in die Vergangenheit begibt, in der geliebt und gehasst, betrogen und gemordet wurde. Drei Generationen lang. Wird das Haus auch Kates Leben unwiederbringlich verändern?"




Die Geschichte rund um "Das Haus der Lady Armstrong" erstreckt sich über drei Zeitebenen. Zu Beginn reisen wir ins Jahr 1840 und erfahren, wie Anna einen Mann heiratet und von ihm besagtes Haus bekommt. Sie verbringen dort wundervolle Jahre, doch obwohl die beiden sich lieben, gibt es doch einige Hürden zu überwinden.

Nachdem wir als Leser die Geschichte der ersten Besitzer erfahren haben, reisen wir zu den Jahren 1913 bis 1922 und lernen Clara kennen, die ihr Herz an Pierce Armstrong verliert. Er ist ein Mann, der niemanden außer sich selbst zu lieben scheint und so beginnt hier eine Ehe voller Gleichgültigkeit. Claras Geschichte hat mich hier besonders mitgenommen, denn sie ist solch ein starker Charakter, der durch eine falsche Entscheidung in ein solch schreckliches Leben gerät.

Zum Ende hin reisen wir dann noch in die Gegenwart und lernen die momentanen Besitzer kennen. Im Zentrum des Ganzes steht also das Anwesen der Armstrongs, das so einige Menschen beherbergt und daher so einige Geschichten zu erzählen hat.

Andrew O'Connors Schreibstil ist hier sehr leicht und die Kapitel sind kurz und knackig gehalten. Von daher ist die Geschichte sehr kurzweilig und lässt sich flott lesen. Ich habe mich von der Handlung gut unterhalten gefühlt, auch wenn der Roman ein paar Schwächen aufweist. So waren die unterschiedlichen Zeiten für mich nicht direkt spürbar und die einzelnen Handlungsstränge liefen doch recht geradlinig ab. Daher gibt es hier keine großen Überraschungen oder Wendungen.

Dennoch halte ich "Das Haus der Lady Armstrong" für einen guten Unterhaltungsroman, den ich bis zum Schluss gerne gelesen habe. Er wird mir vielleicht nicht großartig in Erinnerung bleiben, hat mir dennoch aber ein paar entspannte Lesestunden verschafft!




"Das Haus der Lady Armstrong" von Andrew O'Connor ist ein unterhaltsamer Roman, der die  verschiedenen Bewohner und Besitzer eines Hauses betrachtet! Von den Charakteren her sehr interessant, doch die Atmosphäre kam durch die kurzen Kapitel so kurz ...

Donnerstag, 21. Mai 2020

[Rezension] Das Geisterhaus - Isabell Allende

Titel: Das Geisterhaus
Autor:  Isabell Allende
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Erstmals 1982, diese Ausgabe 1989
Anzahl der Seiten: 208
Cover und Inhaltsangabe: © Suhrcamp


Begonnen: 22.04.2020
Beendet: 27.04.2020



Isabel Allende erzählt die wechselhafte Geschichte der Familie des chilenischen Patriarchen Esteban Trueba und seiner hellsichtigen Frau Clara und führt uns mit der ihr eigenen Fabulierkunst durch eine Zeit, in der persönliche Schicksale und politische Gewalt eng miteinander verwoben sind. Der Erfolg dieses Buches verdankt sich dem hinreißenden Erzähltemperament Isabel Allendes: Mit Phantasie, Witz und Zärtlichkeit malt die Autorin das bunte Tableau einer Familie über vier Generationen hinweg.




Isabell Allendes Romane gehören mittlerweile zur Weltliteratur und obwohl ich ihren Büchern schon oft begegnet bin, habe ich mich nie an sie herangetraut. Doch nun habe ich ihr Erstlingswerk im Bücherschrank entdeckt und muss sagen, dass ich damit mal wieder auf einen echten Schatz gestoßen bin!

Da meine Ausgabe weder einen Klappentext noch eine Inhaltsangabe besaß, habe ich mich ganz unvoreingenommen in "Das Geisterhaus" begeben. Der Schreibstil ist hier ungemein detalliert, aber gleichzeitig auch unfassbar lebendig. Schon nach wenigen Seiten konnte ich mich dieser vielschichten Geschichte nicht entziehen.

Im Fokus des ganzen Geschehens steht Clara. die wir auf den ersten Seiten bereits im Kindesalter kennenlernen und erfahren, dass sie ganz besondere Fähigkeiten besitzt. So bewegen sich in ihrer Gegenwart nicht nur Gegenstände, nein, sie hat auch Visionen. Recht schnell sagt sie dann auch den Tod eines Familienmitglieds voraus ...

Ich habe Clara, die hier von verschiedenen Leuten betrachtet wird, schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist für alle Leute ein großes Mysterium, aber ich mochte ihre doch sehr eigentümliche Art sehr gerne. Sie lebt teilweise in der Welt der Geister und daher kommt wohl auch der Titel des Romans.

Wer hier allerdings eine unheimliche Geschichte erwartet, wird wohl enttäischt werden. "Das Geisterhaus" ist ein Roman, der viele Richtungen einschlägt und gar nicht so recht in ein Genre einzuordnen ist. Es gibt sehr intensive Einblicke in die verschiedenen Charaktere. Toll fand ich hier, dass fast alle Personen eine ganz eigene Geschichte besitzen.

Mich hat dieses Werk, das zum Ende hin auch auf politische Ereignisse eingeht, emotional sehr berührt. Ich habe mit Clara, Blanca, Alba, Pedro und auch dem Hund Barrabas gelacht, gelitten und getrauert. Ich freue mich schon auf weitere Bücher dieser talentierten Autorin!




"Das Geisterhaus" ist eine tolle Familiensaga mit wundervollen Charakteren, das mich von seiner Insensivität umgehauen hat. Es steckt voller Leben und gehört nun definitiv zu meinen Lieblingsbüchern!

Montag, 18. Mai 2020

[Rezension] Die Hölle der Ashley Collins - Jon Athan

Titel: Die Hölle der Ashley Collins
Autor:  Jon Athan
Genre: Roman, Horror
Erscheinungsdatum: 14. September 2019
Anzahl der Seiten: 208
Cover und Inhaltsangabe: © Festa Extrem

Achtung! Dieses Buch ist erst ab 18 Jahren erhältlich!

Begonnen: 22.04.2020
Beendet: 24.04.2020



"Logan und Jane sind ein ganz normales Ehepaar. Sie lieben ihre Kinder. Nur die 16-jährige Tochter macht es ihnen schwer. Sie ist respektlos und sucht ständig Streit.
Als die Auseinandersetzungen immer heftiger werden, sehen sich die besorgten Eltern zum Handeln gezwungen: Ashley muss auf den rechten Pfad geführt werden, bevor sie sich selbst und die Familie zerstört. Sie wird im Keller angekettet und die Lektionen beginnen ... Es ist zu ihrem Besten!"




Ab und an mag ich extreme Horrorromane, in denen es ungemein blutig und brutal zugeht, sehr gerne. Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, mehr aus dem Festa-Verlag zu lesen. Nun habe ich mich erst einmal dem ersten in Deutschland erschienenen Roman von Jon Athan gewidmet und der Autor hat mich mit diesem Splatter-Werk echt gut unterhalten.

In "Die Hölle der Ashley Collins" geht es um Logan und Jane Collins, die nicht mehr mit ihrer pubertierenden Tochter Ashley klarkommen. Als Logan Ashley beim Sex mit ihrem Freund erwischt, beschließt er, ihr endlich eine gehörige Lektion zu erteilen. Er sperrt sie in den Keller ein, der schnell zu Ashleys persönlicher Hölle wird ...

Ashley selbst ist hierbei ein ganz normaler Teengaer. Sie raucht, trinkt, hat Sex und rebelliert halt gerne. Doch das wollen ihre Eltern nicht mehr akzeptieren ... Beim Lesen musste ich hier echt oft schlucken, denn natürlich hatte ich Mitleid mit Ashley und habe Logan und Jane gegenüber einen tiefen Hass verspürt.

Die ganze Story ist auf jeden Fall echt durchgeknallt und krank. Der Schreibstil von Jon Athan hat mir aufgrund seiner Einfachheit gut gefallen. Er setzt den Fokus mehr auf die Schockmomente und nicht unbedingt auf Charaktertiefe. Hin und wieder bin ich zwar über ein paar ungünstige Formulierungen gestoßen wie beispielsweise die Tatsache, dass bekannte Personen immer mal wieder nur als "der Mann" oder "die Frau" bezeichnet wurden, aber das kann auch dem Lektorat geschuldet sein.

Bizarr ist dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite, vor allem, da die Eltern, die ihre Tochter hier brutal misshandeln, noch immer von Liebe sprechen und es als ihr gutes Recht ansehen, sie zu schlagen und zu bestrafen.

Ashleys Bruder Calvin, der gerade seine eigene Sexualität entdeckt, spielt in dieser Geschichte auch noch eine kleine Rolle. In ihm ist die Zerrissenheit zu spüren, auf der einen Seite das Gute zu tun, auf der anderen Seite aber von den eigenen Trieben gesteuert zu werden ...

Das Buch war für mich ein sehr blutiger Horrortrip, der mich oftmals schlucken ließ. Die Handlung selbst ist zwar, wenn auf Horrorfilme steht, recht vorhersehbar, aber die einzelnen Szenen waren so fesselnd und schockierend, dass ich förmlich an den Seiten geklebt habe! Besonders die Sache mit dem Lockenstab hat sich nun wohl auf ewig in meinem Kopf gebrannt!




"Die Hölle der Ashley Collins" ist ein brutaler und blutiger Roman, der defintinv nichts für schwache Nerven ist und an einigen Stellen dem Leser den Atem verschlagen lässt. Eine klare Empfehlung von mir!

Samstag, 16. Mai 2020

[Rezension] Die Hummerschwestern - Beverly Jensen

Titel: Die Hummerschwestern
Autor:  Beverly Jensen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 22. April 2012
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe: © btb

Begonnen: 19.04.2020
Beendet: 22.04.2020



"Ein kleines Haus am Rande einer zerklüfteten Steilküste. Hier leben die Schwestern Idella und Avis nach dem Tod der Mutter allein mit ihrem chaotischen Vater. In einer Welt, die aus nichts als Kartoffelfarmen, Hummerfallen, rauen Männern und harter Arbeit zu bestehen scheint. Wäre da nicht die liebenswerte Maddie, das französischsprachige Dienstmädchen, das sich nach einer Familie sehnt und aus alten Lumpen eine Puppe zusammennäht, die ihr Ein und Alles ist. Und der schrullige Doktor, der ein schreckliches Geheimnis hütet. Und natürlich Avis’ störrische Kuh Bossy, die eines Tages beinahe im Schlamm versinkt. Über sieben Jahrzehnte hinweg begleiten wir die unvergesslichen Schwestern von Kanada nach Neuengland, wo Idella in ihrem Gemischtwarenladen in Maine kauzige Einheimische bedient, während ihr Mann anderen Frauen nachstellt. Und wo Avis an einem stürmischen Wintertag etwas ganz Entscheidendes verliert ..."




Dieser Bücherschrankfund hat mich angesprochen, da Stephen King sich für die Veröffentlichung eingesetzt und das Werk unter anderen mit "Die Bienenhüterin" verglichen hat. Dieses Buch hatte im vergangenen Jahr zu meinen Favoriten gehört. Die Autorin Beverly Jensen durfte die Veröffentlichung ihres ersten und einzigen Werkes leider nicht mehr miterleben. Ihre Familie und viele Autoren haben sich nach ihrem Tod dafür eingesetzt, dass "Die Hummerschwestern" ihren Weg zu den Lesern finden.

Mich hat die Geschichte von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Sie beginnt sehr emotional im Jahre 1916 mit der Geburt von Avis und Idellas Schwester und gleichzeitig mit einem sehr schweren Schicksalsschlag für die damals noch so jungen Mädchen.

"Die Hummerschwestern" erzählt nun, wie sich das Leben der beiden Schestern entwickelt und erstreckt sich von 1916 bis 1987. Im Fokus des Ganzen steht die ältere Schwester Idella, die für mich ein sehr starker und aufopferungsvoller Charakter war. Wir erleben mit, wie sie sich von ihrem Vater löst und schließlich einen eigenen Weg geht, der so einige Hürden bereithält.

Der Klappentext selbst verrät hierbei allerdings schon unnötig viel, denn die Geschichte selbst ist sehr ruhig und besitzt kaum Höhepunkte oder gar große Wendungen. Dafür gibt es viele kleine und stille Momente im Leben von Idella und auch von Avis, die mich absolut berühren konnten.

Die Autorin beschreibt hier, in welchen Richtungen das Leben verlaufen kann. Auf der einen Seite sind da die vielen Probleme, aber auf der anderen Seite auch die vielen tollen Erinnerungen, die auf ewig im Gedächtnis blieben.

"Die Hummerschwestern" haben mich auf jeden Fall berührt, wenngleich ich es doch etwas schade fand, dass Avis nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und es doch im Grunde fast nur um Idella ging. So konnte ich stellenweise nicht nachvollziehen, wie Avis nun am Ende gerade zu dieser doch sehr zerbrochenen Frau wurde ...




In "Die Hummerschwestern" beobachten wir zwei Schwestern, deren Leben sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Ein ungemein ruhiges, aber dennoch berührendes Werk von einer Autorin, die leider viel zu früh verstorben ist ...


Donnerstag, 14. Mai 2020

[Kurzmeinungen] Mangas im April

Cover © Egmont Manga
Say "I love you" Band 2 - 16 von Kanae Hazuki

Schon im letzten Monat hatte ich mich unsterblich in diesen Manga verliebt und so stand der April ganz im Zeichen dieser Reihe, die mich absolut gefesselt hat! Mei, die nie einen Menschen an sich herangelassen hat, kommt hier mit Yamato, einem echten Mädchenschwarm zusammen, wird immer offener und erkennt, dass es Leute gibt, die sie akzeptieren und mögen. Für mich war der Manga sehr
tiefgründig, denn durch die vielen Nebencharaktere, die hier auch noch eine eigene Geschichten bekommen, werde viele wichtige Themen angesprochen. So geht es nicht nur um die erste Liebe, sondern auch um Ausgrenzung, Mobbing, fehlendes Selbstvertrauen und um den Mut, endlich allen sein "wahres Ich" zu zeigen. Ich liebe diesen Manga, bin aber schon jetzt traurig, ihn wohl bald zu beenden und mich dann von all den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden!
Cover © Tokiopop

"Ein Freund für Nanoka - Nanokanokare 01" von Saro Tekkotsu und Miyoshi Toumori

Dies war leider ein Manga, der mich nicht wirklich mitgerissen hat. Es geht hier um Nanoka, die
einem anscheinend x-beliebigen Typen ihre Liebe gesteht. Dies allein hat mich schon irgendwie nicht in den Bann gezogen, hinzu kam, dass für mich Nanoka kaum Charakter besaß ... Daher leider nichts für mich. Ich werde diese Reihe nicht weiter verfolgen ...

"Love & Lies" (Band 1-3) von Musawo

Cover © Kazé Manga
"Love & Lies" kann man schon fast als Dystopie bezeichnen, denn hier schreibt die derzeitige Regierung vor, wer der zukünftige Lebenspartner der Menschen sein soll. Dies soll die Geburtenrate wieder steigern und für das perfekte Erbgut sorgen. Unser Protagonist Yukari ist allerdings schon lange in seine Mitschülerin Misaki verliebt, doch dann erhält er seine Regierungsmitteilung und lernt seine zulünftige Partnerin kennen ... Die Geschichte ist locker und leicht erzählt, besitzt einen tollen Humor und eine sehr schräge Dreiecksbeziehung! Bisher gefällt mir die Reihe echt gut!


Cover © Tokiopop
"My Magic Fridays"  (Band 1 - 6) von Arina Tanemura

In "My Magic Fridays" geht es um Ai, die schon lange in Mia verliebt ist, doch dann ihrem jüngeren Cousin Nachhilfe gibt und erfährt, dass dieser auch in sie verliebt ist und um sie kämpfen wird. Nach dem ersten Band dachte ich schon, dass es hier mal wieder um eine
Dreiecksgeschichte geht, doch in Wahrheit geht es um die Liebe einer sechzehnjährigen zu einem Grundschüler und das fand ich dann doch echt süß und fesselnd, denn ich glaube, dass Liebe keine Grenzen kennt und alle die jetzt laut schreien: "Das ist Verführung Minderjähriger" oder es sogar als "pervers" bezeichnen ... Liebe kennt keine Grenzen und genau das will diese Mangareihe ausdrücken. Also mir gefällt sie sehr!

Dienstag, 12. Mai 2020

[Netflix] Kurzmeinungen zu Filmen und Serien im April 2020

"Vielmachglas"

© Warner Bros. Pictures
Von deutschen Filmen halte ich sonst nicht wirklich viel, aber Jella Haase halte ich für eine unfassbar tolle und vor allem auch inspirierende Schauspielerin. Aus diesem Grund habe ich mir "Vielmachglas" angeschaut, das von der Thematik selbst ja eh gut zu mir passt. Es geht hier um Marleen, die noch zuhause wohnt und sich keine große Gedanken um ihre Zukunft macht. Als dann ihr Bruder, der durch die ganze Welt reist und nun sogar kurz davor ist ein Buch zu veröffentlichen,  ihr ein "Vielmachglas" schenkt, in dem sie ihre ganzen Abenteuer sammeln soll, weiß sie erst einmal nicht viel damit anzufangen, doch dann gibt es einen Wendemoment in ihrem Leben und Marleen beginnt endlich zu leben.

Ich mochte den Film sehr, er hat mich zum Lachen, zum Nachdenken und in einer Szene sogar um weinen gebracht. Ein toller deutsche Film, der absolut sehenswert ist!

© Netflix
"Élite" (Staffel 1 bis 3)

Diese Serie wollte ich schon lange mal austesten und da wir gerade aktuell nichts geschaut hatten,
haben wir einfach mal die erste Folge angefangen und ja, sie hat uns gefallen! Es wirkt wie eine Mischung aus "Gossip Girl" und "Pretty Little Liars", denn es geht hier ebenfalls um einen Mordfall und erzählt praktisch den Weg dahin. Neben der Frage, wer denn nun der Mörder ist/sein wird, geht es aber auch um typische Jugendprobleme wie die erste Liebe, der Schuldruck, Drogen, aber auch Homosexualität und Religiosität. Die erste Staffel hat mich dabei gefesselt, die zweite war etwas schwächer, doch die dritte war echt mega genial, besonders, was die letztendliche Auflösung des Mordfalls betrifft. Schade, dass die Geschichten der einzelnen Charaktere jetzt aber wohl beendet ist!

"Sword Art Online"

In "Sword Art Online" geht es um eine virtuelle Realität, die zahlreiche Spieler gefangen hält. Diese müssen sich nun dort herauskämpfen. Allerdings warten zahlreiche Gefahren in dieser Fantasy-Welt auf sie und wenn sie in dem Spiel sterben, so sterben sie auch in der Realität.

Für mich ein guter Anime für Zwischendurch, der besonders Spieler solcher Onlinegames ansprechen wird!

© Netflix
"Der Schacht"

Diesen Film halte ich bis Dato für den besten Film dieses Jahres und ich glaube kaum, das er von der Intensität und Aussagekraft für mich noch überboten werden kann Es handelt sich hierbei um eine Dystope, in der Menschen sich freiwillig einsperren lassen können, um im Anschluss ihren gesellschaftlichen Rank zu verbessern. In einer Art Turm sind in verschiedenen Zellen, in denen jeweils zwei Personen untergebracht sind. Ein Schacht verbindet alle Ebenen und einmal pro Tag wird darüber eine Platte Essen geliefert - Das Problem ist nur, dass sich die Personen auf den oberen Ebenen die Bäuche vollschlagen, während die auf den unteren hungern müssen ...

"Der Schacht" kritisiert hier in erster Linie unser krankes System, zeigt aber auch auf, dass wir Menschen einen großen Teil dazu beitragen, dieses aufrecht zu erhalten. So bietet auch unsere Welt theoretisch genug Essen, Wohnraum und lebensnotwendige Dinge für alle, würden wir alles nur gerecht aufteilen ...

Mich hat der Film schockiert und wirklich sprachlos zurückgelassen. Die Dialoge und Bilder stecken voller Metaphern und das offene Ende fordert auf, selbst über die angesprochenen Probleme unserer Gesellschaft nachzudenken ... Für mich ein Must-See!
© Netflix

"Outer Banks"

Mit dieser Serie habe ich mich doch recht schwer getan. Es geht es um eine Gruppe Teenager, die hier ine Art Schatzsuche geraten. Das Drehbuch ist stellenweise echt unlogisch und teilweise echt einfach nur verrückt. So ist die Serie zwar schon fesselnd, aber es gab so viele Momene, bei denen ich den Kopf schütteln musste.

"Cloverfield Paradox"

© Netflix
"Cloverfield" war damals ein Found Footage Film, den ich als wahres Highlight betrachtet habe. Die zwei Fortsetzungen empfand ich aber also doch recht schwach. Der dritte Teil, der nun ein Science Fiction-Film ist, war mir zu difus und leider wenig fesselnd. Es geht um die Besatzung einer Raumstation, die mit ansehen muss, wie sich die Erde selbst vernichtet und dann in einen Strudel seltsamer und leider auch wirrer Ereignisse gerät! In einer Filmkritik wurde der Film als "belanglos" bezeichnet und das trifft es meiner Meinung nach sehr gut ...

"Kiss me first"

Und noch eine Serie, die mich leider nicht so recht vom Hocker reissen konnte. Es geht hier um eine virtuelle Welt, in der die 17-Jährige Leila plötzlich die selbstsichere Tess kennenlernt , die auch im echten Leben ihre Freundin wird. Dann geschiehen allerdings im Spiel und auch in der realen Welt sonderbare Dinge ... Die Serie fängt echt stark an, endet aber leider doch sehr wirr ...

Sonntag, 10. Mai 2020

[Rezension] Nur ein Tanz mit dir - Sandra Pulletz

Titel: Nur ein Tanz mit dir 
Autor:  Sandra Pulletz
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 9. Mai 2020
Anzahl der Seiten: 241
Cover und Inhaltsangabe: © Sandra Pulletz


Begonnen: 02.05.2020
Beendet: 09.05.2020



"Mariella hat es nicht leicht. Sie ist alleinerziehend und lebt mit ihrer Tochter Amelie bei den Eltern ihres Exfreundes, die sie wie ein Dienstmädchen behandeln.
Auf Amelies Abschlussball trifft Mariella den Englischlehrer ihrer Tochter und ist sofort von ihm verzaubert. Doch dann taucht auch noch ihr Exfreund auf und wirbelt den ganzen Abend durcheinander.
Gibt es die große Liebe nur im Märchen oder wird Mariella endlich ihren Traumprinzen finden?"



Wieder einmal durfte ich ein Buch von Sandra Pulletz im Vorfeld lesen und dieses Mal hat es mich besonders gefreut, dass es sich hierbei um seine sehr eigene und kreative Variante von Cinderella beziehungsweise Aschenputtel handelt - einem meiner liebsten Märchen.

Der Schreibstil von Sandra Pulletz ist wie immer lockerleicht und so kam ich sehr schnell in die Geschiche hinein. Witzig war natürlich erst einmal, dass es keine strenge Stiefmutter, sondern sehr nervige Schwiegereltern gibt, bei denen unsere Protagonistin Mariella lebt und leider als Dienstmädchen komplett ausgenutzt wird.

Mariellas Schwiegereltern waren für mich hier ein echtes Hassobjekt. Zum Glück hat Mariella aber eine tolles Verhältnis zu ihrer Tochter und zudem eine sehr liebe und für die Geschichte auch noch sichtige Nachbarin. Die ganzen kleinen und auch großen Anspielungen zu der Märchenvorlage haben mir hier gut gefallen und ich musste beim Lesen das eine oder andere Mal schmunzeln!

Die Liebesgeschichte selbst entwickelt sich hier langsam und wirkte auf mich sehr magisch. Ich mochte die Dynamik von Mariella und dem Englischlehrer. Das Knistern zwischen den beiden war auf jeden Fall bei jedem Aufeinandertreffen zu spüren.

Besonders gelungen fand ich hier wieder die Nebencharaktere. Wir haben hier nicht nur Mariellas Tochter, ihre beste Freundin und die Nachbarin, sondern auch noch ein süßes Eichhörnchen, in das ich mich echt verliebt habe!




Mit "Nur ein Tanz mit dir" ist der Autorin ein sehr märchenhafter Roman gelungen, der zum Träumen einlädt. Weiter so!

Freitag, 8. Mai 2020

[Rezension] Sieben Lügen - Elizabeth Kay

Titel: Sieben Lügen
Autor:  Elizabeth Kay
Genre: Roman, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2020
Anzahl der Seiten: 385
Cover und Inhaltsangabe: © Bastei

Begonnen: 13.04.2020
Beendet: 17.04.2020



"Mit dieser kleinen Notlüge fängt alles an. "Natürlich passen du und Charles gut zusammen", versichert Jane ihrer besten Freundin Marnie. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Und zwar gewaltig. Denn eine Lüge zieht bekanntlich die nächste nach sich, und schon bald ist das Verhältnis der drei unwiederbringlich vergiftet. Aus Unbehagen wird Verdacht, aus Verdacht Gewissheit - und aus Freundschaft eine tödliche Falle ..."




Mit Psychothrillern habe ich mich in diesem Jahr bisher schwer getan. "Sieben Lügen" von Elizabeth Kay sollte nun mein erster Versuch werden, mich wieder an dieses eigentlich so geliebte Genre heranzutasten.

"Sieben Lügen" ist die Geschichte zweier Freundinnen, die sich seit der Kindheit kennen und nun, im Erwachsenenalter, voneinander abdriften, obwohl sich doch beide eigentlich aneinanderklammern wollen. Es ist eine recht typische Story über Obsession, über den Wunsch, mit einer anderen Person zu verschmelzen und das Aufgeben der eigenen Person.

Der Schreibstil der Autorin ist hierbei sehr eindringlich, aber auch unfassbar ruhig. So wird die ganze Geschichte zwar sehr tiefgründig, aber ohne Höhen oder auch nur Spannung erzählt. Obwohl ich den Stil von Elizabeth Kay mochte und auch passend fand, kam mir die Handlung teilweise zu monoton vor.

Die Charaktere selbst fand ich gelungen und für einen Psychothriller passend. Wir haben hier Jane, die eigentlich wie eine normale Frau wirkt, doch wenn es um Marnie geht in eine gewisse Abhängigkeit verfällt und dann Marnie selbst, die unnahbar wirkt, sich aber auch in dieser doch sehr ungesunden Freundschaft verliert.

Schreibstil und Charaktere waren gelungen, doch dennoch konnte mich das Buch einfach nicht abholen. Das Hauptproblem für mich war hier wohl in erster Linie, dass die Geschichte selbst kaum Neues bietet und auf mich wirkte, als hätte ich schon zig Thriller mit ähnlicher Thematik gelesen. Zum anderen waren da die fehlenden Überraschungen. Im Grunde war nichts passiert, dass ich so nicht erwartet hätte und das hat mich, gerade zum Ende hin, leider furchtbar frustriert ...




"Sieben Lügen" ist sicher kein schlechter Psychothriller, ist aber durch seinen ruhigen und unspektakulären Schreibstil und die fehlenden Wendungen/Überraschungen eher für Leser geeignet, die sich langsam an das Genre herantasten wollen ...