Freitag, 16. April 2021

[Rezension] Nichts davon ist wahr - Michelle Painchaud


 Titel: Nichts davon ist wahr

Autor:  Michelle Painchaud
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 23. August 2019
Anzahl der Seiten: 264
Cover und Inhalsangabe: © dtv
Begonnen: 12.03.2021
Beendet: 16.03.2021


"Mit vier Jahren wurde Erica Silverman entführt. Jetzt, 13 Jahre später, ist sie wieder da. So scheint es zumindest …

Denn das Mädchen, das aufgetaucht, heißt eigentlich Violet. Sie wurde ihr ganzes Leben darauf vorbereitet, Erica zu sein: Violets Vater ist ein hochprofessioneller Betrüger, der vor nichts zurückschreckt, um diesen Identitätsschwindel durchzuziehen.

Doch je länger Violet sich als Erica ausgibt, desto schwerer fällt es ihr, dieses skrupellose Spiel weiterzuspielen."


Violet wurde jahrelang darauf vorbereitet, sich als die schon als kleines Mädchen verschwundene Erica auszugeben. Sie wurde von einem Verbrecher aus dem Waisenhaus geholt, der sie seitdem benutzt, um zahlreiche Coups durchzuziehen. Der größte steht ihr nun bevor, denn sie soll ein Gemälde aus Ericas Elternhaus stehlen ...

Die Ausgangslage selbst ist zwar nicht neu, weiß aber dennoch zu fesseln und das, obwohl von Anfang an bekannt ist, das Violet nur eine große Show abzieht und alle in ihrem Umfeld nur belügt. Ich empfand Violet als sehr vielschichtigen und interessanten Charakter, denn sie unterdrückt hier ihre eigene Persönlichkeit, kommt aber nicht dagegen an, dass die echte Violet sich immer wieder an die Oberfläche kämpft. Schließlich hat es sich für mich beim Lesen auch so angefühlt, als würden die beiden Mädchen miteinander verschmelzen. Violet fühlt sich in diesem neuen Leben wohl. Sie hat endlich Freunde, wird von einer Mutter geliebt und lernt auch noch einen echt coolen Jungen kennen.

Als echten Thriller würde ich "Nichts davon ist wahr" von Michelle Painchaud nicht bezeichnen, denn dafür ist die Handlung doch sehr ruhig. Für mich ging die Geschichte schon mehr in Richtung Jugendbuch, geht es doch in erster Linie darum, wie Violet sich immer mehr mit Ericas Persönlichkeit und dem neuen Leben anfreundet. Dabei verliert sie ihr großes Ziel, also den Raub des Gemäldes, zwar nicht aus den Augen, doch sie merkt schnell, dass Geld nicht alles ist ...

Mir gefiel die kleine Liebesgeschichte genau wie auch das Aufarbeiten von Violets "echtem" Charakter, der dem Leser durch zahlreiche Rückblicke nähergebracht wird. Sie hatte nie eine Familie, wurde nie wirklich geliebt und genau das ging mir doch sehr nahe beim Lesen. Das Ende selbst ist passend, wenngleich auch ebenso ruhig wie der restliche Roman.


"Nichts davon ist wahr" ist eher Jugendbuch als Thriller, überzeugt aber dennoch durch die Geschichte eines Mädchens, das mehr sein will als nur eine Trickbetrügerin. Ein tolles Werk!

Ich vergebe 4 von 5.


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