Titel: Der Geblendete
Autor: Dean Koontz
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2003
Seitenzahl: 888
Cover: © Heyne
Begonnen: 16.06.2026
Beendet: 22.06.2026
Die letzten Bücher, die ich von Dean Koontz gelesen habe, gehörten eher seiner quantitativen Phase an, weswegen ich diesen Wälzer, der fast 900 Seiten umfasst, erst einmal eine ganze Weile vor mich hergeschoben habe. Doch nun habe ich mich herangewagt und dabei ein echtes Meisterwerk entdecken dürfen, das vom Stil und Aufbau stark an Stephen King erinnert.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweise. So lernen wir mit Junior Cain erst einmal einen Mann kennen, der das abgrundtief Böse darstellt, denn er tötet gleich auf den ersten Seiten seine Frau Naomi, die er eigentlich liebt. Das Töten liebt er allerdings noch viel mehr und es zeigt sich schnell, dass er auch schon etliche Frauen missbraucht hat.
Eine dieser Frauen ist von ihm schwanger, stirbt aber bei der Geburt. Gleichzeitig wird auch noch der Junge Bartolomew geboren, der im Alter von drei Jahren erblinden wird, aber dennoch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen soll. Wie alles zusammengeführt wird, kann man über viele hundert Seiten nur erahnen, doch spielt das Paranormale und vor allem die Frage, ob es mehrere Wirklichkeiten gibt, eine sehr große Rolle.
Ich hatte wirklich Angst vor den knapp 900 Seiten, doch das war unbegründet, denn ich flog förmlich durch das Buch, denn die vielschichtigen Charaktere reißen einfach mit. Einen klassischen Horrorroman findet man hier allerdings nicht, ich würde es eher als psychologischen Horror bezeichnen, im dem auch sehr viele philosophische Fragen eine Rolle spielen. Junior Cain, der keinerlei Grenzen zu kennen scheint, steht Kindern gegenüber, die wohlbehütet aufwachsen und noch gar nicht wissen, wie grausam die Welt ist. Das gefiel mir ausgesprochen gut und ich glaube fast, dass ich mit "Der Geblendete" nun das stärkste, intensivste und auch berührendste Buch von Koontz gelesen habe! Für mich war dieses Werk ein großes Highlight!




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