Samstag, 13. Juli 2024

[Rezension] Zwischen dir und mir - Lino Munaretto

 


Titel: Zwischen dir und mir

Autor:  Lino Munaretto

Genre: Roman, Liebesroman

Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 288
Cover: © cbt
Begonnen: 09.06.2024
Beendet: 12.06.2024



Lisa und Alex stammen aus zwei Welten. Sie ist wunderschön, beliebt und mit dem perfekten Jungen zusammen und er ist in einem verkorksten Leben gefangen. Doch dann finden die beiden zusammen als sich Lisa von ihrem Freund Dennis trennt, doch damit fangen die Probleme erst an ...

"Zwischen dir und mir" ist eine von moderne Interpretation von Romeo und Julia. Lisa stammt aus gutem Hause und hat scheinbar ein perfektes, wenn auch vorbestimmtes Leben. Alex stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen, ist schlecht in der Schule und hat Stress mit seiner Familie. Lisa und Alex nähern sich recht schnell an, doch leider konnte ich zwischen den beiden nicht so recht etwas spüren.

Die Geschichte plätschert dabei doch leider etwas dahin. Es ist spürbar, dass dies der erste Roman des Schriftstellers ist, der sich hier doch stark an Klischees hält und es nicht schafft, in die Tiefe zu tauchen und den Charakteren Leben einzuhauchen. Mit Lisa kam ich nicht wirklich klar und die oft sehr primitiven Gespräche der Jungs (Manchmal auch die der Mädels) untereinander waren einfach nicht meins. Auch wurden mir zu viel auf jugendliche Klischees gesetzt wie beispielsweise die Mädchen, die sich mal küssen, um das auszutesten oder aber Alex als typischer Junge, der Pornos schaut.

Das ganze Verlieben der Beiden ging mir auch zu schnell und das Abblocken von Alex war für mich nicht so recht nachvollziehbar, was wohl daran lag, dass sein Innerstes nur hin und wieder durchblitzte, aber nicht so recht greifbar war. Leider konnte mich "Zwischen dir und mir" daher nicht besonders gut unterhalten. Es ist wohl leider auch eine Geschichte, die ich schnell wieder vergessen haben werde ...




"Zwischen dir und mir" erstickt leider an der fehlenden Tiefe, den recht plumpen Dialogen und den sehr eindimensionalen Charakteren. 


Ich vergebe 2 von 5.





Donnerstag, 11. Juli 2024

[Rezension] Schwarzer Mond - Dean Koontz


Titel: 
Schwarzer Mond

Autor:  Dean Koontz

Genre: Roman, Horror. Sci-Fi

Erscheinungsjahr: 1996
Seitenzahl: 742
Cover: © Heyne
Begonnen: 05.06.2024
Beendet: 13.06.2024


Sechs Menschen, die weit entfernt voneinander leben, werden von einer geheimnisvollen Kraft heimgesucht. Dom, der gerade sein erstes Buch herausgebracht hat, schlafwandelt, während Ginger plötzlich aufgrund von Anfällen ihre Ausbildung zur Chirurgin nicht mehr fortsetzen kann und ein Pfarrer seinen Glauben verliert. Sechs Fremde erkennen, dass im Sommer vor einem Jahr etwas mit ihnen geschehen sein muss und sie finden sich in einem Motel ein, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Schon seit meiner Jugend bin ich großer Fan von Dean Koontz, der als Vielschreiber jedoch sehr viele schwächere Horrorromane herausgebracht hat. Mit "Schwarzer Mond" hat er allerdings sein ganzes Können bewiesen. Ich war von der ersten Seite an begeistert über die Charaktertiefe. Koontz gibt hier sehr eindringliche Einblicke in die unterschiedlichsten Leben und erzeugt dabei eine unheimliche Atmosphäre durch eine unbekannte Bedrohung. Der Leser tappt genau wie die Charaktere lange Zeit im Dunkeln und fragt sich, welche Macht solch eine Auswirkung auf diese so unterschiedlichen Menschen haben kann.

Dabei baut Koontz seine Lieblingsthemen ein, geht es doch um übersinnliche Kräfte und auch eine Bedrohung für die gesamte Menschheit. Nach und nach finden die einzelnen Personen zu einander und stoßen dabei dann auf ein großes Geheimnis. Der Showdown hat es dann in sich.

Stephen King bezeichnet "Schwarzer Mond" als Koontz besten Roman und dem kann ich nur zustimmen. Auf über 700 Seiten erschafft der Autor hier eine eindringliche, unheimliche, geheimnisvolle und auch tiefgründige Geschichte über verschiedene Menschen, die verzweifelt herausfinden wollen, was ihnen widerfahren ist. Dabei bleibt das Buch bis zum Ende spannend und vor allem rätselhaft. Die letztendlich Auflösung entsprach dabei genau meinem Geschmack und erinnert tatsächlich ein wenig an ein gewisses Werk von Stephen King. Für mich war "Schwarzer Mond" ein großes Highlight und definitiv der stärkste Roman, den ich bisher von Koontz gelesen habe!



"Schwarzer Mond" ist die eindringliche Geschichte von sechs Fremden, die unabhängig voneinander unheimliche Veränderungen an sich feststellen und dann gemeinsam versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Bisher der stärkste Roman, den ich von Koontz gelesen habe!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.

Dienstag, 9. Juli 2024

[Rezension] Mordgedanken - Oliver Pautsch

 


Titel: Mordgedanken

Autor:  Oliver Pautsch

Genre: Jugendroman, Jugendkrimi

Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 224
Cover: © Thienemann Verlag
Begonnen: 06.06.2024
Beendet: 09.06.2024



Jan ist bis über beide Ohren in Mona verliebt - doch Mona ist kein einfaches Mädchen und Jan fällt es schwer, ihr wirklich nahe zu kommen. Dann verschwindet Mona auf einmal und Jan begibt sich auf die verzweifelte Suche nach ihr ...

"Mordgedanken" von Oliver Pautsch besitzt ein angenehm flottes Tempo und eine jugendliche Sprache. Der Autor beschäftigt sich mit einem Jungen, der die erste Liebe erlebt, auf einmal aber gezwungen ist, um diese zu kämpfen. Er wird also der große dieser Geschichte.

Die Story selbst ist recht einfach gehalten, was mich als erwachsener Leser doch etwas gestört hat, da ich vor allem gerne tiefer in Monas Gedankenwelt eingetaucht wäre. Manchmal empfand ich die zeitliche Einordnung der Kapitel schwierig, da oft nicht so recht erkennbar war, wie lange die einzelnen  Szenen zurücklagen.

Was genau hinter Monas Verschwinden steckt war für mich relativ früh ersichtlich und so konnte mich das Ende selbst nicht so recht überraschen. Hier wäre auch etwas mehr Tiefe noch schön gewesen, gerade, weil es eine solch wichtige Thematik ist. Ich denke aber, dass jüngere Leser durchaus gefallen an dem Buch finden werden, da es doch spannend aufgebaut ist!




"Mordgedanken" von Oliver Pautsch ist ein spannend und flott erzählter Krimi, mit dem ich als erwachsener Leser aber ein paar Probleme hatte!

Ich vergebe 3 von 5.




Sonntag, 7. Juli 2024

[Rezension] Alica - Bernhard Hennen

 


Titel: Alica

Autor:  Bernhard Hennen

Genre: Jugendfantasy

Erscheinungsjahr: 2012
Seitenzahl: 334
Cover: © cbt
Begonnen: 01.06.2024
Beendet: 05.06.2024


Alica erwartet nicht viel von den zwei Wochen, die sie in dem uralten Haus ihrer Großeltern verbringen soll, doch dann wird sie in das Abenteuer ihres Lebens gerissen. Ein geheimnisvoller Geisterfalke greift sie an und sie bekommt die Gelegenheit, allerlei Märchen- und Fabelwesen zu treffen und für einen jungen Mann zu kämpfen, in den sie sich unsterblich verliebt ...

Von Bernhard Hennen habe ich viel gehört, doch nie etwas gelesen. Als ich nun diesen jugendlichen Fantasyroman in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckte, dachte ich, dass nun der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, um diesen Schriftsteller endlich einmal kennenzulernen. Er besitzt tatsächlich in "Alica" einen sehr einfachen Schreibstil, der es mir schnell ermöglichte, in der Geschichte anzukommen. Auch seine zahlreichen sehr originellen und fantasiereichen Ideen konnte mich schnell in dem Bann ziehen. Allerdings wirkt die ganze Geschichte etwas unausgewogen.

"Alica" hat sich für mich eher wie ein Märchen als wie ein Fantasyroman gelesen. Die Protagonistin trifft hier auf einen Geisterfalken, auf Heinzelmännchen, Kobolde und auch düstere Hexen. Der Humor hat mir hier gefallen, aber Alica selbst blieb leider sehr eindimensional und ohne Tiefe. Sie treibt durch die Geschichte und wird zwar zur großen Heldin, kam mir aber als Leser überhaupt nicht nah. Müsste ich nun ihren Charakter beschreiben, wäre mir das leider nicht möglich.

Auch die Liebesgeschichte besaß für mich nichts Besonderes oder gar Magisches. Im Grunde ist "Alica" einfach nur eine simple Abenteuergeschichte über ein Mädchen, das in eine andere Welt und Zeit reist und dort dann für einen jungen, natürlich unfassbar hübschen Mann kämpft, den sie vom ersten Moment liebt. Ich vermute, dass ich diese Story relativ schnell wieder vergessen haben werde. Vermutlich werden sich auch eher jüngere Leser angesprochen fühlen.





"Alica" war nun mein erster Kontakt mit Bernhard Hennen und obwohl mir die originellen, sehr märchenhaften Ideen gefielen, fehlte es mir hier an Charaktertiefe und damit an Nähe zu einer Protagonistin, die zwar zur Heldin wird, mir aber sehr fremd blieb.

Ich vergebe 3 von 5.

Freitag, 5. Juli 2024

[Rezension] Dunkle Umarmung (Casteel-Saga 5) - V.C. Andrews

 


Titel: Dunkle Umarmung (Casteel-Saga 5)

Autor:  V.C. Andrews

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1990
Seitenzahl: 448
Cover: © RM Buch und Medien Vertrieb
Begonnen: 01.06.2024
Beendet: 05.06.2024


ACHTUNG! Band 5 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!

Im fünften Band der Casteel-Saga wird die Vorgeschichte der jungen Leigh erzählt, die plötzlich ein ganz neues Leben im Haus ihres Stiefvaters beginnen muss, nachdem ihre Mutter sich überraschend scheiden ließ und sich sofort in eine neue Ehe stürzte. Dabei kommt sie ihrem Stiefvater viel näher als ihr lieb ist ...

Als anschließender Teil unserer gemeinsamen Leserunde reisten wir zu den Anfängen der überaus düsteren und tragischen Familengeschichte. Leigh ist noch ein junges Mädchen, als sich ihre Mutter scheiden lässt und eine neue Ehe mit dem sehr reichen und gleichzeitig sehr jungen Tony beginnt. Leigh muss mit gerade einmal zwölf Jahren schlagartig erwachsen werden, denn in der Nähe von Tony, ihrem Stiefvater, wird sie mit ihrer eigenen Sexualität konfrontiert.

Nachdem jeder Teil dieser Saga für mich ein klein wenig nachließ, was sicherlich daran liegt, dass zumindest ein Teil der Reihe aus der Feder eines Ghostwriters stammt, konnte mich Leighs Geschichte zum Glück wieder berühren und gleichzeitig auch erschüttern. Es gibt hier einige typische Andrews-Momente, die sich beim Lesen einbrennen.

Ich bin durch die Seiten geflogen und habe mich daran erfreut, bereits bekannte Personen noch einmal zu treffen. Auch Leighs Mutter Jillian wird hier noch einmal genauer charakterisiert und es ist sehr erschreckend, was sie ihrem eigenem Kind hier alles zumutet. Mich hat Leighs Zeit auf Farthinggale Manor beim Lesen emotional stark herausgefordert - und das, obwohl die Geschichte aus den anderen Bänden eigentlich schon bekannt ist.

So hat mich dieser Abschlussband doch sehr versöhnlich einer Reihe gegenüber gestimmt, die im Mittelteil doch leider stark nachließ und kaum überraschen konnte. Ich würde zukünftigen Lesern allerdings empfehlen, mit dieser Vorgeschichte anzufangen und dann mit Band 1 und 2 weiterzumachen und eventuell die restlichen Bände zu ignorieren.



"Dunkle Umarmung" erzählt als abschließender Teil der Casteel-Saga die Vorgeschichte von Leigh und hat mich - auch wenn ich ihre Geschichte bereits kannte - emotional stark aufgewühlt! Schade, dass nicht die gesamte Reihe dieses Niveau halten konnte!


Ich vergebe 5 von 5.



Mittwoch, 3. Juli 2024

[Rezension] Rom, zweite Klasse, einfach - Thomas Jeier

 


Titel: Rom, zweite Klasse, einfach

Autor:  Thomas Jeier

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 1995
Seitenzahl: 175
Cover: © hautnah
Begonnen: 31.05.2024
Beendet: 01.06.2024


Yvonnes ältere Schwester Angie bleibt immer öfter nachts fort. Sie fängt an, Drogen zu nehmen und lässt sich auf die falschen Leute ein. Jegliche Hilfe ihrer Familie lehnt sie ab, doch Yvonne will ihre Schwestern nicht so leicht aufgeben ... 

Die Geschichte wird aus der Sicht von Yvonne erzählt, der braven, sehr angepassten Tochter, die gar nicht so recht versteht, was mit ihrer älteren Schwester passiert. Anfangs nimmt Yvonne Angie in Schutz, doch bald muss sie erkennen, dass ihre Schwester so tief abgerutscht ist, dass sie allein nicht mehr herauskommt.

Thomas Jeier beschäftigt sich in diesem kurzen Jugendroman in erster Linie mit den Auswirkungen des Drogenkonsums auf das nahe Umfeld des Suchtkranken. Dabei entsteht natürlich eine gewisse Distanz zu Angie, deren Beweggründe der Leser - genau wie ihre Famile - nur erahnen kann. Ich hätte hier gerne noch ein kurzes Kapitel aus ihrer Sicht gelesen.

Innerhalb der Familie kommt es zu den typischen Problemen. Die Eltern sind maßlos überfordert und Yvonne, die gerade zum ersten Mal verliebt ist, wird um ihre eigene Jugend gebracht. Das Buch bietet viel Stoff zum Diskutieren, hätte für meinen Geschmack aber noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Als Einstieg in diese Thematik ist das Buch für Jugendliche aber sicherlich bestens geeignet. Angehörigen von Suchtkranken würde ich es aber nicht empfehlen, da sich hier doch eine gewisse Ausweglosigkeit abzeichnet.




"Rom, zweite Klasse, einfach" ist ein Jugendbuch mit einer wichtigen Thematik, dass allerdings eher grob das Leben von Angehörigen schildert und das Drogenthema nicht vertieft. Dennoch lesenswert!


Ich vergebe 4 von 5.

Montag, 1. Juli 2024

[Rezension] Cold Case - Das verschwundene Mädchen - Tina Frennstedt


 Titel: Cold Case - Das verschwundene Mädchen

Autor:  Tina Frennstedt

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2020
Seitenzahl: 448
Cover: © Bastei Lübbe
Begonnen: 29.05.2024
Beendet: 03.06.2024


Ein Serienmörder geht um, der schon vor vielen Jahren das erste Mal auf der Bildfläche auftauchte und Frauen in den frühen Morgenstunden auflauert. Alles deutet daraufhin, dass dieser Täter auch etwas mit einem Cold Case zu tun - dem spurlosen Verschwinden einer 19-Jährigen. Tess leitet die Ermittlungen, denn es ist klar, dass der Täter noch einmal zuschlägt ...

"Cold Case - Das verschwundene Mädchen" ist ein klassischer und daher auch eher durchschnittlicher Ermittlerthriller. Das Cold-Case-Thema hat mich zwar angesprochen, aber ich musste doch relativ schnell feststellen, wie sehr der Aufbau dieses Thrillers doch den hunderten Büchern dieses Genres ähnelt, die ich in meinem Leben bereits gelesen habe.

Flüssig lesen lässt sich die Geschichte und der Fall ist durchaus interessant aufgebaut, aber erneut zeigte sich für mich, warum mit Thriller dieser Art nicht mehr zusagen: Es geht einfach zu viel um das Privatleben der Ermittler. Wer dies mag wird dieses Buch sicherlich genießen können. Mir ging Tess mit ihren Beziehungsproblemen leider stark auf die Nerven.

Das Ende selbst habe ich schon früh erahnt, finde es aber durchaus passend. Spannende Momente gab es, aber letztendlich wird mir dieses Buch wohl nicht in Erinnerung bleiben und die Reihe werde ich wohl auch nicht fortsetzen ...



Ein durchschnittlicher Ermittlerroman mit einem halbwegs interessanten Fall, aber mal wieder zu Privatkram der Ermittlerin ...

Ich vergebe 3 von 5.


Sonntag, 30. Juni 2024

[Rezension] L'amore vince sempre : Falsch gewettet - Sandra Pulletz


Titel: 
L'amore vince sempre : Falsch gewettet

Autor:  Sandra Pulletz

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2024
Seitenzahl: 386
Cover: © Sandra Pulletz



 Annabella ist ein echtes Mauerblümchen und hat noch nie einen Jungen geküsst. Urplötzlich steckt sie - initiiert von ihrer besten Freundin - in einer Kusswette fest. Bis zum Ende der Ferien soll sie so viele Jungs wie möglich sammeln und diese auf Fotos festhalten. In Venedig, wo sie Zeit bei ihren Verwandten bringt, findet sie auch direkt ein paar süße Jungs und einer hat es ihr besonders angetan ...

"L'amore vince sempre : Falsch gewettet!" ist ein jugendlicher, sehr frecher und sommerlicher Roman über ein Mädchen, dass verzweifelt versucht, eine Wette zu erfüllen und sich dabei dann glatt bis über beide Ohren verknallt.

Die Autorin, die sonst eher Romane für Erwachsene schreibt, hat hier bewiesen, dass ihr Jugendbücher ebenfalls liegen. Annabella ist hier eine sehr sympathische Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Auch der Schauplatz ist gelungen, da spürbar ist, welch tiefe Verbindung die Autorin zu Venedig hat.

Es gibt zudem mehrere Stränge, die für Abwechslung sorgen. Sehr gefallen hat mir auch die kleine Schatzsuche mit einer sehr schönen und passenden Wendung am Ende. Mir gefallen die Jugendbücher der Autorin sehr und ich hoffe, dass es bald einen zweiten Teil geben wird!



Mich konnte Sandra Pulletz mit ihrem Jugendroman, den ich schon vielen Jahren das erste Mal und nun erneut testlesen durfte, absolut überzeugen! Klare Empfehlung!


Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 29. Juni 2024

[Rezension] Just Listen - Sarah Dessen

 


Titel: Just Listen

Autor:  Sarah Dessen

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2015
Seitenzahl: 464
Cover: © dtv
Begonnen: 28.05.2024
Beendet: 31.05.2024


Augenscheinlich ist Annabel ein Mädchen, das immer bekommt, was sie will. Sie arbeitet als Model, hat eine tolle Familie und viele Freunde. Doch mit dem Beginn des neuen Schuljahres ändert sich alles. Mit ihren Schwestern gibt es Probleme, die Leute in der Schule meiden sie und sie weiß selbst nicht mehr so genau, wer sie sein will. Dann trifft sie auf den musikverrückten Owen und plötzlich hat sie den Mut, sich selbst ganz neu zu entdecken ...

"Just Listen" war nun mein zweites Jugendbuch von Sarah Dessen. Abermals thematisiert die Autorin hier viele, gerade für junge Menschen, sehr wichtige Themen. So hat Annabel das Gefühl, sich plötzlich selbst nicht mehr zu kennen. Zuhause gibt es Probleme mit ihrer magersüchtigen Schwester, in der Schule wird sie von einer ehemaligen Freundin gedemütigt und die Modeljobs, die ihre Eltern ihr aufdrängen, sind eigentlich auch nicht wirklich ihr Ding.

Immer wieder wird die Vergangenheit im Hauptstrang eingearbeitet, was mich ein klein wenig verwirrt hat, da die Autorin munter zwischen Erinnerungen und der Gegenwart hin und her wechselt. Was Annabels Verhalten anbelangt ergibt vieles aber auch erst Sinn, als die ganze Geschichte bekannt ist. Ich muss sagen, dass ich Annabel gerade zu Beginn nicht immer verstehen konnte und auch leider nicht das Gefühl hatte, dass sie gut zu Owen passt.

Owen ist ein wirklich starker Charakter in dieser Geschichte, durch den Annabel ein klein wenig unterging. Ich mochte Owens Liebe zur Musik und seine ehrliche Art, die auch auf Annabel abfärbt. Eine reine Liebesgeschichte ist "Just Listen" nicht, vielmehr ist es ein Jugendbuch über Probleme und den Umgang damit. Mich konnte "Just Listen" durch viele starke Momente und die sensible Aufarbeitung der Vergangenheit überzeugen, auch wenn der letzte Funke zwischen Owen und Annabel bei mir einfach nicht überspringen wollte.



"Just Listen" konnte mich als Jugendbuch über viele verschiedene Probleme absolut überzeugen, aber die Liebesgeschichte selbst ging mir leider nicht allzu nah. Durch viele starke Momente aber dennoch lesenswert!

Ich vergebe 4 von 5.

Freitag, 28. Juni 2024

[Rezension] Der Monarchfalter in meinem Haar - Susanne Sievert


 Titel: Der Monarchfalter in meinem Haar

Autor:  Susanne Sievert

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2024
Seitenzahl: 278
Cover: © Susanne Sievert



Shelly ist ein echtes Partygirl. Mit Alkohol und leichten Männerbeziehungen treibt sie umher und lässt sich immer wieder von ihrem allerbesten Miles, der sehr introvertiert ist, auffangen. Er ist der einzige, der hinter ihre Fassade blickt, doch kann er wirklich immer für sie da sein.

Susanne Sievert hat mich mit diesem anfangs sehr lockeren Roman über ein Partygirl, das nicht gerade sympathisch wirkt, absolut überrascht. Denn nach und nach bröckelt Shellys Fassade und alles steuert auf einen großen Schockmoment hin, der mich im allerersten Moment sprachlos und unfähig gemacht hat, weiterzulesen. Hier beweist die Autorin, dass sie den Leser geschickt aufs Glatteis führen kann

"Der Monarchfalter in meinem Haar" hat mich von der Intensität komplett gefangen genommen. Irgendwann konnte ich sogar Shelly, die ich anfangs für ein großes Miststück hielt, ins Herz schließen. Miles war auch für mich hier ein großer Held, der sehr viel Verständnis und auch Durchhaltevermögen zeigen muss. Das Ende hat mich hier sehr berührt und ich kann diesen Roman allen wärmstens empfehlen!


"Der Monarchfalter in meinem Haar" ist ein intensiver Liebesroman mit einer starken Wendung zu Beginn und Charakteren mit Ecken und Kanten, die man beim Lesen einfach ins Herz schließen muss.


Ich vergebe 5 von 5.


Donnerstag, 27. Juni 2024

[Rezension] Falsche Zungen (Kurzgeschichten) - Ingrid Noll


 Titel: Falsche Zungen

Autor:  Ingrid Noll

Genre: Kurzgeschichten

Erscheinungsjahr: 2004
Seitenzahl: 256
Cover: © Diogenes
Begonnen: 27.05.2024
Beendet: 29.05.2024


In insgesamt 25 kurzen Geschichten und persönlichen Anekdoten zeigt die Meisterin des Schwarzen Humors hier ihr ganzes Können. Thematisch geht es um Mütter und Familien, um die großen Leidenschaften und um untreue Liebende.

Dabei startet das Buch mit den stärksten Geschichten dieser Sammlung. In "Falsche Zungen" geht es um eine Mutter, die heimlich das Tagebuch ihres Sohnes ließ und dadurch ihren eigene Untergang besiegelt. Diese Geschichte war hier auch mein großer Favorit, zeigt sie doch Nolls bitterböse Seite.

In "La Barbuda" widmet sich Noll einem bekannten Gemälde, während es in "Stich für Stich" um eine fast krankhafte Besessenheit für das Sticken geht. Bei dieser Geschichte fand ich das Ende grandios.

Neben Liebhabern, die Morde planen gibt es auch noch die Geschichte der heiligen Maria, die ihren Sohn Jesus zur Welt bringt. Nur Noll kann dies mit so viel Witz erzählen. Bei den meisten Geschichten bekam ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht und gewisse Bilder, wie die der strickenden Schlangen, haben sich nun in mein Gehirn gebrannt.

Auch wenn ich einige spätere Geschichten ein wenig zu kurz und dadurch auch etwas schwächer empfand, hat mich dieser Kurzgeschichtenband doch unfassbar gut unterhalten. Interessant waren auch die fünf Storys aus Nolls eigenem Leben. Für Noll-Fans sind diese Kurzgeschichten auf jeden Fall ein Muss!



Ingrid Noll konnte mich auch in ihren Kurzgeschichten mit ihren bitterbösen und gleichzeitig sehr witzigen Geschichten unterhalten. Eine grandiose Autorin!

Ich vergebe 5 von 5.