Montag, 14. September 2015

[Rezension] Vielleicht mag ich dich morgen - Mhairi McFarlane

Titel: Vielleicht mag ich dich morgen
Originaltitel: Here`s Looking at you
Autor: Mhairi McFarlane
Verlag: Knaur
Genre: Roman
Seitenzahl: 496
ISBN:  978-3426516478 
Cover und Inhaltsangabe © Knaur




„Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.“





Über dieses Buch bin ich durch Zufall gestoßen und ich fand, dass sich die Ausgangssituation (ein Mädchen, das einst gemobbt wurde und später den Typen wieder trifft, der ihr das alles angetan hat) sehr interessant. Wer hier jedoch eine tiefgründige Geschichte über eine Frau erwartet, die einst durch die Hölle gehen musste, wird wohl enttäuscht werden. Anfangs war auch ich ein wenig enttäuscht, da das Buch doch ganz anders ist, als ich es mir vorgestellt hatte, aber dann habe ich akzeptiert, dass es sich hier um einen leichten (Liebes)Roman ohne viel Tiefgang handelt und das passt auch perfekt zu dem Schreibstil.

Aus den Sichten von Anna und James wird das Aufeinandertreffen der beiden mit viel Wortwitz locker und leicht erzählt. Dabei verzichtet die Autorin auf jeglichen Kitsch und lässt ihre beiden Protagonisten erst einmal mit wenig Gefühl aufeinandertreffen. Positiv fand ich hier, dass es kein typischer 0815 Liebesroman ist, der nach dem bekannten Schema abläuft: Frau trifft Mann und es ist sofort die große Liebe. In „Vielleicht mag ich dich morgen“ geht es eher mit Humor zu. So hat James längst eine „Frau“ und Anna datet im Internet. Wie kommen die beiden also zusammen? Oder sind sie einfach zu verschieden dafür?




Zu Beginn der Geschichte hat mir ein wenig die Verbindung zu Anna gefehlt. Als Einstieg in das Buch erfahren wir, was damals in der Schule passiert ist und wie sehr sie von James, den sie damals eigentlich mochte, verletzt wurde. Leider hat das alles keinerlei Emotionen in mir ausgelöst, was vielleicht daran lag, dass wir im anschließenden Kapitel eine ganz andere Anna kennenlernen. Sie ist zum wunderschönen Schwan herangewachsen, ist nicht mehr dick und voller Selbstbewusstsein. Die Anna von damals existiert im Grunde überhaupt nicht mehr!

James ist recht schwer einzuschätzen. Damals in der Schule war er der beliebteste Junge der Schule. (Wie sollte es auch anders sein?) Er sieht noch immer blendet aus und ist ein wenig überheblich, fast schon eine Spur selbstsüchtig. James ist verheiratet, doch seine Frau hat ihn betrogen. Jetzt will er sie um jeden Preis zurückhaben, aber ist dies das Richtige für ihn?




Nachdem ich akzeptiert habe, dass dieses Buch eher in die Kategorie „leichte Lektüre“ einzuordnen ist, konnte ich es im vollen Umfang genießen. Das Mobbing von Anna damals in der Schule nimmt im Grunde nur einen kleinen, unwichtigen Teil ein. Zwar ist sie sehr vorsichtig als sie James erst bei dem Klassentreffen und später bei der Arbeit trifft und verspürt noch immer einen Schmerz, wenn sie an damals denkt, aber der Fokus des Buches liegt auf der heutigen Anna und dem heutigen James.

Mit Wortwitz peppt die Autorin das Buch auf. Auch wenn einige Witze eher nur ein leichtes Schmunzeln bei mir erzeugt haben, würde ich die Geschichte doch als sehr humorvoll beschreiben. Anna trifft sich hier mit Männern zu verschiedenen Blind Dates und dabei entstehen lustige Situationen. Auch James Katze bekommt noch eine sehr witzige Rolle und Annas Schwester, die gerade vor ihrer Hochzeit steht.  Ist auch wichtig für die Geschichte. Es ist im Grunde ein Roman über das Leben zweier Menschen, die noch nach der Liebe suchen und gar nicht wissen, dass sie bereits ganz in der Nähe ist. Ob Anna das für James ist? Und ob Anna James das Mobbing von damals verzeihen wird?

Im Großen und Ganzen Kann ich sagen, dass mich das Buch gut unterhalten hat. Leider wurde das Thema Mobbing nicht als ernstes Thema behandelt, was mich ein wenig enttäuscht hat, denn ich finde die Aussage, die im Grunde versteckt in den Zeilen steckt und in etwa so lautet: „Du musst dich erst ändern, um geliebt zu werden!“ nicht ganz so toll. Warum musste Anna erst äußerlich schön werden, um von James als Frau gesehen und geschätzt zu werden? Solche Oberflächlichkeiten sind nicht so ganz mein Geschmack, aber ich sehe das Buch einfach als leichte Lektüre für zwischendurch!




Gute Unterhaltung mit ein wenig Witz und einer netten Liebesgeschichte, die bei mir aber das Herz nicht getroffen hat!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Mittwoch, 9. September 2015

[Rezension] Eisige Schwestern - S. K. Tremayne

Titel: Eisige Schwestern
Autor: S. K. Tremayne
Verlag: Knaur
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3426516355 
Cover und Inhaltsangabe © Knaur




„Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt.
Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.“




Und wieder kommt ein Psychothriller, auf den ich durch andere Blogger aufmerksam wurde. Ich muss sagen, dass ich aufgrund der Charakterwahl dachte, es hier mit einer Autorin zu tun zu haben, aber ich war überrascht, als ich gelesen habe, dass „Eisige Schwestern“ von einem englischen Autoren geschrieben wurde. Hier muss ich gleich sagen: Hut ab! Er hat die Gefühlswelt der Protagonistin perfekt aufs Papier gebracht und während der ganzen Geschichte eine unterschwellige Spannung gehalten, die mir die Kälte und die Einsamkeit auf der schottischen Privatinsel näher gebracht hat.




Die Protagonistin Sarah ist eine junge Mutter, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf eine einsame Insel ziehen möchte, um die schrecklichen Geschehnisse der Vergangenheit zu vergessen. Sie hatte nämlich vor einem Jahr noch Zwillinge gehabt, von dem eines der Mädchen bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Zurück blieb Kirstie, die sich aber seit einiger Zeit seltsam verhält. Ist Kirstie etwa in Wahrheit gar nicht Kirstie, sondern ihre Zwillingsschwester Lydia?

Am interessantesten fand ich in diesem Buch die Beschreibung des kleinen Mädchens, die logischerweise eine große Rolle spielt. Sie verhält sich plötzlich wie ihre Zwillingsschwester und beharrt schließlich darauf, in Wahrheit Lydia zu sein. Aber was ist die Wahrheit? Und kann es sein, dass an dem Tag des Unfalls noch etwas anderes vorgefallen ist? Und dass der Unfall gar kein Unfall war?




Wer bei dem Buch einen atemberaubenden Thriller erwartet, wird wohl enttäuscht werden, denn „Eisige Schwestern“ ist vielmehr ein tiefgründiger Roman mit leichtem Gänsehautfaktor, der aber besonders durch die Charakterisierung der Tochter besticht. Es werden viele Frage aufgeworfen und es kommen stets neue Vermutungen auf. Der Autor erschafft hier ein wahres Verwirrspiel. Teilweise wusste ich nicht mehr, was ich glauben soll und wem ich in diesem Buch vertrauen kann. (Da ich eh an das Paranormale glaube, war ich sogar teilweise von der Existenz von Geistern überzeugt!)

Die Geschichte dreht sich um die ganze Familie. Zum einen ist da Sarah, die nicht gerade das Idealbild einer fürsorglichen Mutter abgibt. Es wird schnell klar, dass sie einen Liebling unter ihren Zwillingen hatte, was mir irgendwie nicht so ganz gefallen hat. Als Charakter fand ich sie aber dennoch passend, vor allem da sie jetzt versucht, eine gute Mutter für Kirstie (Oder doch Lydia???) zu sein.

Auch wenn die Geschichte eher ruhiger abläuft, hatte ich oftmals eine Gänsehaut und an manchen Stellen habe ich mich sogar gegruselt. Vor allem die Insel und die Atmosphäre eines kalten Winters haben mir gefallen und ich hatte das Gefühl, selbst für kurze Zeit in dieser Abgeschiedenheit zu leben!

Das Ende... Ja, die einen werden es wohl mögen, während die anderen es wohl für zu vorhersehbar halten werden. Ich kann mich zwischen diesen beiden Varianten nicht entscheiden, denn auf der einen Seite fand ich die Auflösung durchaus plausibel und spannend, aber dennoch habe ich mich auch gefragt, warum das nicht schon früher zur Sprache gekommen ist, beziehungsweise wie ein Kind in dem Alter so lange schweigen konnte! Nichtsdestotrotz kann ich das Buch weiterempfehlen, besonders jetzt im Winter ist es eine tolle Lektüre für einen gemütlichen Tag auf der Couch!



Eine Insel, eine Familie und ein dunkles Geheimnis. „Eisige Schwestern“ ist ein atmosphärischer Roman mit leichtem Gruselfaktor.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Montag, 7. September 2015

[Rezension] Die Frau mit dem roten Schal - Michel Bussi

Titel: Die Frau mit dem roten Schal
Autor: Michel Bussi
Verlag: Rütten & Loening 
Genre: Roman
Seitenzahl: 368
ISBN: 978-3352006760 
Cover und Inhaltsangabe © Rütten & Loening 




„Jamal sieht zuerst nur den roten Schal. Dann die verzweifelte junge Frau, die am Rand der Klippen steht. Er will sie retten, wirft ihr den Schal zu. Doch die Frau springt. Und niemand glaubt ihm seine Geschichte, denn es sind bereits zwei Frauen zu Tode gekommen, nach exakt dem gleichen Muster. Verzweifelt versucht Jamal zu beweisen, dass er nichts mit dem Tod der Frau zu tun hat, aber alles spricht gegen ihn. Und schon bald weiß er selbst nicht mehr, was wahr ist und wem er noch vertrauen kann … Ein hochspannendes und emotionales Spiel zwischen Schein und Wirklichkeit.“




Auf „Die Frau mit dem roten Schal“ war ich sehr gespannt, denn der Autor wurde bereits auf dem Buchrücken als „neuer Star“ betitelt. Michel Bussi gehört zu den besten Schriftstellern Frankreichs und wird jetzt vermutlich auch Deutschland erobern. Vom Schreibstil muss ich jedoch sagen, dass dieser mich nicht unbedingt umgehauen hat. Er ist gut durchdacht, voller Metaphern und kleiner Hinweise und auch das Geheimnisvolle wird aufrecht erhalten, aber dennoch empfand ich ihn teilweise als zu leicht. An einigen Stellen hätte ich mir eine intensivere Wortwahl gewünscht, damit ich tiefer in die Geschichte rund um Jamal hineingezogen werde. So hatte ich stellenweise das Gefühl, auf der Strecke zurückzubleiben.

Die Geschichte rund um die ermordeten Frauen, die anscheinend zuvor vergewaltigt wurden, wird aus verschiedenen Sichten erzählt. In Form von Akten, bei denen der Autor aber ebenfalls für eine erzählerische Variante erschienen hat, wird der Fall komplett wiedergegeben. In einer Rezension habe ich gelesen, dass hier kritisiert wurde, dass diese Polizeiberichte auf diese Art wiedergegeben wurden, aber ich empfand es als positiv, da sonst solche Akten ja meist recht langatmig sind. Hier hat der Autor einfach seine künstlerische Freiheit ausgenutzt und das sehr gut und geschickt!

Michel Bussi verstrickt die gesamte Geschichte in einen feinmaschigen Netz aus Lügen und Wahn. Als Leser hatte ich das Gefühl, selbst nicht mehr zu wissen, was wahr und falsch ist und oftmals habe ich mich mit der Theorie konfrontiert gesehen, dass hier auf jeden Fall etwas Übernatürliches geschehen sein musste, Beim Lesen hatten sich in meinem Kopf zahlreiche Theorien gebildet und doch konnte ich dieses überraschende Ende nicht einmal ansatzweise erahnen!




Jamal ist ein Mann, der nur noch ein Bein besitzt und ein großes Rätsel daraus macht, was mit ihm passiert ist. Er ist recht introvertiert und eigen, wodurch auch die Story einfach ein wenig „anders“ war. (Ich bin sowieso kein Fan von Mainstream, deswegen liebe ich Charaktere, die eine ganz eigene Persönlichkeit besitzen!!!)

Jamal trifft auf den Klippen eine Frau, die sich hinabstürzen lassen will. Er wirft ihr einen Schal zu, den er kurz zuvor gefunden hat, doch die Frau lässt sich hinabstürzen. Unten angekommen findet er nur noch ihre Leiche und der rote Schal ist um ihren Hals geschlungen. Was ist passiert? Und warum geht die Polizei von Mord aus?

Jamal muss auf eigene Faust die Wahrheit herausfinden, denn es scheinen sich alle gegen ihn verschworen zu haben. Er trifft eine junge Frau, die ihm augenscheinlich helfen möchte. Aber kann er ihr vertrauen? Und was ist mit den Zeugen, die das Unglück der Frau gesehen haben, aber plötzlich verschwunden sind?




Ich brauchte ein paar Seiten, um mich mit dem Schreibstil des Autoren anzufreunden. Er ist doch recht einfach, wenn auch mysteriös. Die verschiedenen Erzählweisen haben mir sehr gut gefallen, Vergangenheit und Gegenwart haben sich vermischt und ein komplettes Puzzle ergeben, dass nach und nach zusammengesetzt wurde.

Leider habe ich schon nach gut 100 Seiten etwas herausgefunden, das mir ein wenig die Auflösung vorweggenommen hat. Wenn man wie ich gerne Rätsel löst und auch gerne bei Thrillern und Krimis mitdenkt, dann wird einem wohl ein Detail gleich ins Auge springen. Mit diesem Lösungsansatz wusste ich allerdings lange Zeit nichts anzufangen, denn der Autor hat hier eine sehr verstrickte und geheimnisvolle Geschichte geschaffen, auf deren Auflösung man unmöglich kommen kann!

Der Roman verwandelt sich im Laufe der Geschichte in eine Art Krimi. Jamal möchte herausfinden, was wirklich vorgefallen ist, vor allem, als er heimlich Akten zugesteckt bekommt, die auf einen ähnlichen Fall hinzudeuten scheinen, der bereits 10 Jahre zurück liegt. Damals ist bereits eine Frau umgekommen, auf die gleiche Art und Weise. Kurz darauf passierte ein weiterer Mord und alles deutete auf einen Serienmörder hin, der sich wahllos Opfer sucht. Ist das wirklich die Wahrheit? Und warum taucht die Frau, die er selbst von der Klippe hat springen sehen, in keiner Zeitung auf? War das alles nur Einbildung? Aber warum ist dann die Polizei hinter Jamal her?

Fragen über Fragen. Ich glaube, ich habe noch nie so intensiv nachdenken müssen, wie bei diesem Buch. Der Autor hat es geschafft, mich auf die falsche Fährte zu locken. Am Ende gibt es noch so einige Wendungen und eine Auflösung, die selbst mich geschockt hat. Ob das alles logisch ist, sei dahingestellt (Muss ein Buch denn immer logisch sein?), aber dennoch empfand ich dieses Buch als positive Überraschung!




Tausend Fragen kommen beim Lesen von „Die Frau mit dem Schal“ auf und es gibt doch nur eine Wahrheit! Ein spannender und vielschichtiger Roman, bei dem nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick scheint!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Freitag, 4. September 2015

[Rezension] Das Dornenkind - Max Bentow

Titel: Das Dornenkind
Autor: Max Bentow
Verlag: Goldmann
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3442204328 
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann




„Der Fund von drei Todesopfern, in deren Haut geheimnisvolle Botschaften geritzt wurden, stellt die Berliner Kriminalpolizei vor ein Rätsel. Während der Ermittlungen wird Trojans schlimmster Albtraum wahr: Er bekommt den Anruf einer Frau, die behauptet, die Tochter des „Federmannes“ zu sein. Der infame Serienmörder war dem Ermittler vor vier Jahren schwerst verletzt entwischt. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater am Leben ist. Trojan merkt schnell, dass er in einen fatalen Sog geraten ist. Denn der „Federmann“ wird nicht eher ruhen, bis er ihn vernichtet hat.“




Zu Beginn dieser Rezension muss ich sagen, dass ich „Der Federmann“ von Max Bentow nicht gelesen habe. Ich kenne nur „Die Totentänzerin“ und „Das Hexenmädchen“, zwei Bücher, die mich wirklich begeistern konnten und mich von dem einmaligen Stil Bentows überzeugt haben.

„Das Dornenkind“ wollte ich auch unbedingt direkt nach dem Erscheinen lesen und ich muss sagen, dass es sehr gut ohne Vorwissen zu verstehen ist und ich deswegen meine Entscheidung nicht bereue, es direkt gelesen zu haben, ohne die Vorgeschichte zu kennen. Diese wird nämlich im Laufe der Geschichte immer wieder kurz angeschnitten, damit auch neue Leser das Buch verstehen können. (Wer jedoch den ersten Band der Reihe noch lesen will, sollte dieses Buch erst im Anschluss genießen, denn natürlich wird hier der Täter genannt!)

Max Bentow gehört für mich mittlerweile zu einem der besten deutschen Thrillerautoren. Er versteht es, seine Leser tief in die Psyche der Täter zu führen und er verzichtet dabei auf das langweilige „Drumherum“, mit dem viele andere Autoren ihre Bücher ja gerne füllen. Mit „Das Dornenkind“ hat er für mich einen spannenden und tiefgründigen Psychothriller erschaffen, der mich nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken hat laufen lassen! Sein Gefühl für die richtigen Worte, die gleichzeitig Spannung erzeugen und die Charaktere zum Leben erwecken, ist einmalig. Für mich als Autorin ist er auf jeden Fall ein großes Vorbild!




Wie ich in anderen Rezensionen zu seinen Büchern bereits erwähnt habe, mag ich den Ermittler Nils Trojan, der sich hier erneut mit einem bestialischen Killer konfrontiert sieht, der vor Jahren als der Federmann Schlagzeilen machte! Wer mich kennt, weiß, dass ich die stereotypischen Ermittler in Büchern meistens extrem langweilig finde, aber das ist bei Nils Trojan nicht der Fall. Er wirkt sehr menschlich, hat seine Ecken und Kanten und versucht sein Privatleben von der Arbeit zu trennen. Der Autor verzichtet auf dauernde Einblenden seines Lebens außerhalb seines Jobs und genau deswegen mag ich die Bücher so! Es geht in erster Linie um den Täter, die Opfer und das Verbrechen, nicht um das Leben eines Ermittlers und die öde Polizeiarbeit!

Wir lernen in diesem Buch gleich zu Beginn Wendy kennen. Eine junge Frau, die anscheinend ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Ein Geheimnis, das sie sich selbst nicht eingestehen kann. Gekonnt spielt der Autor hier mit dem Leser und schickt ihn auf eine falsche Fährte, denn Wendy ist gar nicht so leicht zu durchschauen. Auf welcher Seite steht sie? Und was hat sie mit dem Federmann zu tun? (Ich kann euch sagen, dass ihre Verwicklung in die ganze Sache absolut spannend ist, aber ich werde hier natürlich nichts verraten!!!)




Meine Begeisterung über das Buch dürfte bereits spürbar sein und ich denke, so mache ich jetzt einfach weiter. Ich muss Max Bentow einfach loben. Er versteht es wirklich, einen echten PSYCHOTHRILLER zu erschaffen, der unter die Haut geht und bei mir als Leser wirklich Angstzustände ausgelöst hat. „Das Dornenkind“ ist aus verschiedenen Sichten verfasst, sodass wir als Leser immer hautnah am Geschehen sind. Mal sehen wir alles aus der Sicht eines der Opfer, mal aus Sicht des Täters und des Federmanns und mal aus der Sicht von Trojan oder Wendy. Das macht das Buch so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Seiten flogen nur so dahin.  So muss ein spannender Thriller und ein Buch sein, von dem ich mich nicht mehr lösen kann!

Die Geschichte rund um das Dornenkind (Ja, wer könnte das bloß sein! ;)) ist unsagbar spannend und teilweise sehr gruselig. Schon allein der Täter und seine ganze kranke Art hat mich auf der einen Seite in den Bann gezogen und auf der anderen Seite abgeschreckt. Alles wird sehr detailliert geschildert, zu jeder Person wird eine Beziehung aufgebaut und dann schockt Max Bentow den Leser mit einer unerwarteten Wendung. Ja, ich habe beinahe mit allen Personen mitfiebern können und als langsam der große Showdown eingeleitet wurde, fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ja, am Ende kommt dann noch einmal alles anders als erwartet und ich bin schon jetzt auf das nächste Werk des Autoren gespannt.




Max Bentow hat mit „Das Dornenkind“ einen spannenden, gruseligen und psychologischen Thriller geschrieben, der unter die Haut geht! Klare Leseempfehlung!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Mittwoch, 2. September 2015

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat August 2015

Und wieder ist ein Monat rum und ich habe sage und schreibe 15 Bücher geschafft! Darüber freue ich mich sehr, vor allem da auch einige Schätze dabei waren! Besonders gefreut habe ich mich über das neue Buch von Sara Shepard in dem ich total abtauchen konnte. Desweiteren habe ich einige Thriller gelesen und konnte beispielsweise in "Deadline" von Renée Knight einer Frau folgen, die ihr dunkelstes Geheimnis in einem Buch niedergeschrieben vorfand und in "Broken Dolls" war ich an der Seite eines überheblichen Ermittlers, der einen bestialischen Psychopathen jagen musste. Begeistert war ich zudem über die Jugendthriller, die ich entdecken durfte. In "Lügenschwester" von Claudia Puhlfürst habe ich die Geschichte eines Mädchens erfahren, die nach dem Verschwinden ihrer Schwester nicht von einer Entführung ausging. Mit ihr zusammen habe ich mich auf die Suche nach ihrer Schwester begeben, während ich in "Denn morgen sind wir tot" von Andreas Götz einer tiefgründigen Bonny und Clyde Geschichte folgen konnte. In "Alterra", dem ersten Band einer Fantasy/Dystopie Reihe habe ich mit verschiedenen Kindern das Ende der Welt erlebt und in "Nachts" von Mercedes Lauenstein habe ich mit einer Frau Menschen besucht, die die Nächte in Einsamkeit verbringen.

Gelesen habe ich folgende Bücher:

Thriller/Krimi

That Night - Schuldig für immer - Chevy Stevens
Du bist zu schnell - Zoran Drvenkar
Broken Dolls - James Carol
Deadline - Renée Knight
Hypnose - Sina Beerwald
Die stille Kammer - Jenny Blackhurst

Jugendbuch/Jugendthriller 

Lügenschwester - Claudia Puhlfürst
The Perfectionists, Lügen haben lange Beine - Sara Shepard
Manche Mädchen müssen sterben - Jessica Warman
Heute trägt der Himmel Seide - Ellen Alpsten
Denn morgen sind wir tot - Andreas Götz

Fantasy

Alterra: Die Gemeinschaft der Drei (Band 1) - Maxime Chattam

Roman

Bad Romeo & Broken Juliet – Wohin du auch gehst: Band 1 - Leisa Rayven
Glück ist eine Gleichung mit 7 - Holly Goldberg Sloan
Nachts - Mercedes Lauenstein




Es fiel mir diesen Monat schwer, ein Highlight zu benennen, da einige tolle Bücher dabei gewesen sind, aber ich denke, ich entscheide mich für "The Perfectionists" von Sara Shepard. Ich liebe Jugendthriller, in denen es um verschiedene Mädchen geht, mit denen ich mich selbst identifizieren kann und die alle ihre eigenen Probleme haben. Zudem fand ich die Ausgangssituation in dem Buch wieder absolut toll, denn hier stehen fünf Mädchen unter Verdacht einen Mord an einen verhassten Mitschüler begangen zu haben! Die Auflösung des ersten Teils fand ich auf jeden Fall schon mal spannend und ich freu mich auf weitere Teile!



Der Flop des Monats fällt mir umso leichter, denn im August gab es nur ein Buch, das mir so richtig auf die Nerven ging. Die Rede ist von "Bad Romeo & Broken Juliet" von Laisa Rayven. Ich konnte bei dem Buch nur mit dem Kopfschütteln, denn so etwas sexistisches habe ich noch nie zuvor gelesen. Die ganze Geschichte lässt sich auch mit wenigen Worten zusammenfassen und Emotionen habe ich in dem Buch überhaupt nicht finden können! Mehr möchte ich hier auch gar nicht schreiben, denn ich habe schon genug Zeit an dem Buch verschwendet!




Ich habe bei dem Thriller "Deadline" von Renée Knight gar nicht so viel erwartet. Umso erstaunter war ich, dass ich so einen gut durchdachten Psychothriller vorgefunden habe, in dem ich schon nach wenigen Seiten abtauchen konnte! Es geht um eine junge Frau, die ein Buch bekommt, in dem ihre ganze Geschichte niedergeschrieben ist. Eine grausame Geschichte. Aber ist das auch die Wahrheit? Die Autorin hat hier viel mehr der Psyche der Leser gespielt. Ich habe mich auch hinreißen lassen und viel zu schnell geurteilt und war am Ende umso überraschter! Von mir eine klare Leseempfehlung!

Montag, 31. August 2015

[Rezension] Die stille Kammer - Jenny Blackhurst

Titel: Die stille Kammer
Autor: Jenny Blackhurst
Verlag:  Bastei Lübbe
Genre: Thriller, Psychothriller
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3404172191 
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe




„Mein Name ist Emma Cartwright. Noch vor drei Jahren war ich Susan Webster - jene Susan Webster, die ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan getötet hat. Fast drei Jahre verbrachte ich in der Forensischen Psychiatrie. Seit vier Wochen bin ich wieder draußen. Unter neuem Namen lebe ich nun in einer Stadt, wo niemand von meiner dunklen Vergangenheit weiß. Doch heute Morgen erhielt ich einen Brief, adressiert an Susan Webster. In dem Umschlag befand sich das Foto eines etwa dreijährigen Jungen, auf der Rückseite standen die Worte: Dylan - Januar 2013. Kann es sein, dass mein geliebter Sohn noch lebt?“




Jenny Blackhurst hat mit „Die stille Kammer“ ein sehr spannendes Thema aufgegriffen. Als Leser lernen wir eine Frau kennen, die angeblich ihren Sohn umgebracht hat. Doch ist dies tatsächlich die Wahrheit?
„Die stille Kammer“ konnte mich vom Schreibstil trotz kleiner Schwächen auf jeden Fall überzeugen, doch finde ich die Bezeichnung „Psychothriller“ nicht ganz zutreffend. Vielmehr ist das Buch ein Krimi oder ein eher ruhiger Thriller, der eine gut konstruierte Geschichte besitzt, aber nicht wirklich tief in die menschlichen Psyche eintaucht. Hier hätte sich die Autorin ruhig ein wenig mehr trauen können, denn Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden!

Spannend fand ich die verschiedenen Erzählebenen. Zum einen ist da Susan in der Gegenwart, die plötzlich ein Foto ihres Sohnes bekommt. Von da an verändert sich ihr Leben und sie ist besessen davon, ihren Sohn zu finden. Außerdem erfahren wir von einer Geschichte aus der Vergangenheit. Es ist die Geschichte von mehreren Jungs, die viel mehr als nur Freundschaft verbindet. Wie das alles zu Susan passt? Das erfahren wir erst sehr spät, mir vielleicht sogar eine Spur zu spät!




Die Charaktere sind ein wenig kompliziert. Susan, die Protagonistin, die nach der Wahrheit ihres Sohnes sucht, ist auf jeden Fall ein Charakter mit dem ich mich identifizieren konnte, auch wenn sie nur in einer Art Momentaufnahme sehen. (Ich muss sagen, dass ich eher Bücher mag, in denen man die Protagonisten näher kennenlernt und das Gefühl bekommt, kurzzeitig Teil ihres Lebens zu sein!)

In „Die stille Kammer“ hatte ich zeitweise Probleme, alle Charaktere zuzuordnen. Leider gibt es eine Menge Leute, die wichtig für die Geschichte sind und besonders am Ende hat mich die Vielzahl der Namen ein wenig verwirrt. Zu einigen hatte ich auch leider kein genaues Bild vor Augen!




„Die stille Kammer“ ist ein Buch, das sich gut und schnell lesen lässt. Es ist vom Spannungsniveau eher ruhiger, da doch die Nachforschungen von Susan im Mittelpunkt stehen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, einen Krimi zu lesen, denn Susan spricht mit den verschiedensten Personen um das Puzzle nach und nach zusammenzusetzen. Manchmal waren die Gespräche aufschlussreich und interessant, doch oft waren sie auch ohne Ergebnisse und sehr langatmig.

Ich mochte die verschiedenen Zeitebenen sehr, aber ich muss sagen, dass mir die aus der Vergangenheit besser gefallen hat. Hier war der Stil der Autorin auch irgendwie geradliniger, als hätte ihr das Schreiben diese Abschnitte viel mehr Freude bereitet. Als Susans Abschnitte kamen, habe ich mir oft gewünscht, einfach weiterblättern zu können, um endlich mehr von damals zu erfahren und zu verstehen, wie das alles zusammenpasst!

Am Ende ging alles dann sehr schnell und es wurde streckenweise wirklich zu einem echten Thriller. (Ein Psychothriller war es für mich aber nicht!) Es gibt einige Wendungen und alle Geheimnisse werden mal mehr und mal weniger logisch erklärt. Die Auflösung hat mich zufrieden gestellt, aber leider keinen „Wow“- Moment hervorgebracht!




Für mich ist „Die stille Kammer“ kein wirklicher Psychothriller, aber die Geschichte ist dennoch solide und das Ende bietet einige Überraschungen!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten!


Samstag, 29. August 2015

[Rezension] Glück ist eine Gleichung mit 7 - Holly Goldberg Sloan

Titel: Glück ist eine Gleichung mit 7
Autor: Holly Goldberg Sloan
Verlag: Hanser
Genre: Roman, Jugendroman
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3446245532 
Cover und Inhaltsangabe © Hanser




„Willow ist ein Energiebündel, denkt immer positiv und interessiert sich für alles: Sie studiert das Verhalten von Fledermäusen, züchtet Zitrusfrüchte im Garten und begeistert sich für die Schönheit der Zahl 7. Ihr größter Wunsch ist es, gleichaltrige Freunde zu finden. Dafür lernt sie sogar Vietnamesisch. Doch dann verunglücken ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall. Es ist wie ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken – ihrer Hochbegabung – und ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält. Dabei verändert sie das Leben aller, die sie trifft, und jeder Einzelne entdeckt, welche Kräfte in ihm stecken.“




Auf „Glück ist eine Gleichung mit 7“ habe ich mich wirklich gefreut, denn allein der Klappentext versprach viel Gefühl und interessante, vielschichtige Charakter. Nach den ersten Seiten fand ich Holly Goldbers Sloans Schreibstil auch noch wundervoll, die Metaphern und die lebhafte Sprache haben mir das Gefühl gegeben, in Willows Welt eintauchen zu können. Das, was ich am Anfang toll fand, hat sich im Laufe der Geschichte allerdings gewandelt und ich muss sagen, dass ich nach gut 100 Seiten den abgehackten Stil der Autorin mit den kurzen Sätzen nicht mehr mit Genuss lesen konnte. Klar, diese Art passt zu Willow, doch bei den anderen Charakteren ist es völlig fehlplatziert. Leider wurde die Geschichte auch immer zäher, nachdem die Sache mit dem Unfall der Eltern passiert ist. Es werden so viele Dinge beschrieben, die mich einfach nicht interessiert haben, dass ich den Zugang zu dem Buch verloren habe. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Autorin sonst für Film und Fernsehen arbeitet, aber ich muss sagen, dass mir Willows Geschichte in Buchformat leider nicht gefallen hat. Als Film wären die ganzen bildhaften Abschnitte sicher emotionaler gewesen!




Die Protagonistin Willow fand ich unsagbar süß und ich habe sie schon nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen. Sie ist anders als andere Jugendliche in dem Alter. Durch ihre Hochbegabung hat sie ganz andere Interesse und lebt sozusagen in ihrer eigenen Welt. Das finde ich wirklich bewundernswert. Leider entwickelt sie sich nach dem Unfall ihrer Eltern für mich in eine falsche Richtung. Obwohl das Motto des Buches „Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um anzukommen“ ist, verändert sie sich doch meiner Meinung nach viel zu stark und lässt sich treiben, um sich besser ihrer neuen Familie anzupassen. Obwohl ich Willow wirklich einen tollen Charakter fand, hat mich dieser Wandel im Laufe der Geschichte traurig gemacht. Nachvollziehen konnte ich dies nur teilweise. Was will die Autorin uns damit sagen? Dass man sich wenigstens teilweise anpassen muss, um dazuzugehören? Dass man nur einen Teil seiner Selbst nach außen tragen sollte?

Schade fand ich zudem, dass es noch andere Nebencharaktere gibt, die Willows Geschichte ein wenig verdrängen. Klar, sie sind Teil davon, aber dennoch hätte ich viel lieber das gesamte Buch aus der Sicht von Willow gelesen, zu mal ich besonders den Betreuer Dell sehr unsympathisch finde. Er wandelt sich zwar, aber mit ihm wurde ich einfach nicht warm.




Nach den ersten Seiten dachte ich, mit „Glück ist eine Gleichung mit 7“ wieder einmal ein besonderes Buch gefunden zu haben, doch nach 100 Seiten hat sich meine Meinung komplett geändert. Den Anfang fand ich sehr spannend und interessant, vor allem da wir Willow und ihren wundervollen Charakter kennenlernen dürfen und sie in sehr witzige Situationen begleiten. Hier hatte ich gleich das Gefühl, eine Verbindung zu Willow zu haben, die aber nicht das gesamte Buch gehalten hat.

Der Unfall der Eltern wird schon auf den ersten Seiten thematisiert. Klar, schließlich geht es ja darum, wie Willow damit fertig wird und sich mit ihrer Art bei anderen Menschen integrieren muss. Als es dann wirklich zu dem Unfall kommt und Willows Eltern weg sind, konnte ich kaum Emotionen spüren, was ich sehr schade fand. Ich denke, dass dies der Zeitpunkt war, an dem ich mich von Willow entfernt habe, denn hier wurde klar, in welche Richtung sich das Buch entwickelt.

Willow lernt neue Menschen kennen, findet sich plötzlich in einer neuen, chaotischen „Familie“ wieder und lernt sich selbst anzupassen und sich dennoch treu zu bleiben. Leider gefiel es mir nicht, dass Willow sich tatsächlich ändern musste, damit sie das Gefühl bekam, akzeptiert zu werden. Am Ende habe ich die alte Willow vermisst und war enttäuscht, dass das Buch mit einer übertriebenen Perfektion abgeschlossen wurde. Alles in allem hat mich das Buch streckenweise enorm gelangweilt, vor allem als über mehrere Seiten beschrieben wurde, wie sie einen Garten anlegen oder eine Wohnung ausmisten. Hier hatte ich das Gefühl, dass das Buch unnötig gestreckt wurde und das Willows so tolle Persönlichkeit aus diesem Grund zu kurz kam!




Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch wirklich nett geschrieben ist, aber nur aneinandergereihte Weisheiten und eine interessante Protagonistin helfen dann doch nicht zu einer rundum perfekten Story. Leider hat mich die Geschichte nicht wirklich erreichen können, auch wenn ich Willow wirklich in mein Herz geschlossen habe!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.