Mittwoch, 9. Dezember 2015

[Rezension] Darkest Powers: Schattenstunde - Kelley Armstrong

Titel: Darkest Powers: Schattenstunde
Autor: Kelley Armstrong
Verlag: Knaur
Genre: Fantasy, Mystery, Jugendbuch
Seitenzahl: 416
ISBN:  978-3426507803
Cover und Inhaltsangabe © Knaur



"Die dunklen Mächte begehren auf - Band 1 der "Darkest Powers"-Serie 
Ich heiße Chloe Saunders, und mein Leben wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Ich wollte immer eine ganz normale Jugendliche sein. Doch heute weiß ich nicht einmal mehr, was das ist, normal sein. Alles begann an dem Tag, an dem ich meinen ersten Geist sah – und er mich. Nun kommen immer mehr Tote auf mich zu. Und da das alles andere als normal ist, wurde ich nach Lyle House geschickt – angeblich ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche. Aber da steckt mehr dahinter. Und die anderen Jugendlichen hier sind auch nicht einfach nur durchgeknallt. Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich muss versuchen, den dunklen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Denn nur so kann ich die Toten, die immer näher kommen, zum Schweigen bringen …" 




Der erste Band der "Darkest Powers" - Reihe beschreibt Chloe Sanders Leben, dass sich schlagartig an dem Tag ändern, an dem sie ihre Periode bekommt. Chloe kann plötzlich Geister sehen und wird in ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche geschickt. 

Jugendlich und locker, so würde ich den Schreibstil beschreiben, der mich wirklich fesseln konnte. Leider muss ich aber hier auch die Übersetzung bemängeln, denn an einigen Stellen ist die Sprache ein wenig hölzern.




Protagonistin in dieser Geschichte ist Chloe, ein Mädchen, die schon als Kind im Keller ihrer Eltern Geister sehen konnte. Diese "Fähigkeit" wird aber erst viele Jahre später wieder entdeckt, als sie in der Schule plötzlich einen Geist sieht.

Chloe ist ein eher zurückhaltender Typ, ein wenig schüchtern, ein wenig ängstlich, ein wenig naiv. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren, aber manchmal fand ich sie auch ein wenig zu übertrieben. Klar, wir erfahren alles aus ihrer Sicht, aber dennoch hat sie sich für mich manchmal zu oft leiten lassen. Ein wenig Eigeninitiative hätte ihr nicht geschadet!

Im weiteren Verlauf lernt Chloe in dem "Heim" die anderen Jugendliche kennen. Sie sind zwar allesamt sympatisch, aber hier hätte ich mir ein paar mehr Hintergründe gewünscht! Besonders Derek, der eine zentrale Rolle spielt, war in meiner Vorstellung ein wenig blass!




Ich mag Jugendbücher über das "Paranormale" und so bin ich über dieses Buch gestolpert. "Darkest Powers: Schattenstunde" ist ein gut zu lesendes Jugendbuch. Die Idee mit diesen "Fähigkeiten" ist zwar nicht neu, wurde von Kelley Armstrong aber sehr kreativ umgesetzt und mit neuen Ideen gespickt. 

Besonders den Anfang und die Einführung Chloes fand ich sehr gelungen. Leider hat sich an der Stelle, an der Chloe das Wohnheim namens Lyle House betritt, die Geschichte ein wenig gewandelt. Es kamen kaum noch Spannungsmomente und es gingt nur noch um das "Herausfinden" der Wahrheit. Zwar hatte ich noch immer Spaß beim Lesen, aber es hat mir eine gewisse Geradlinigkeit gefehlt.

Auch die Charaktere fand ich im Mittelpunkt nicht ganz überzeugend. Während wir Chloe sehr nahe kommen, bleiben die anderen Charaktere ein wenig im Hintergrund. Ich hoffe, dass sich dies in den anderen Teilen ändern wird!

Am Ende gab es einen schlimmen Cliffhanger, aber ich bin immer noch hin und her gerissen, ob ich die anderen Bücher auch lesen werde! Dieses Buch war ein guter Start, aber mir hat etwas gefehlt, um das Buch wirklich zu etwas Besonderem zu machen!




Auf jeden Fall ist "Darkest Powers: Schattenstunde" eine tolle Geschichte über ein Mädchen, das plötzlich Fähigkeiten entdeckt, von der Außenwelt isoliert und schließlich als schizophren abgestempelt wir. Für mich war bei diesen Teil aber noch Luft nach oben und ich hoffe, dass die Nachfolgebände die andere Charaktere ein bisschen besser beleuchten!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.





Montag, 7. Dezember 2015

[Rezension] Die Beschützerin - Susanne Kliem

Titel: Die Beschützerin
Autor: Susanne Kliem
Genre: Psychothriller
Verlag: carl`s books
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3570585313 
Cover und Inhaltsangabe © carl`s books






„Janne Amelung, erfolgreiche Event-Managerin bei einem Berliner Fernsehsender, muss ihre Abteilung vor Unternehmensberatern präsentieren. Die Atmosphäre ist angespannt – es steht viel auf dem Spiel. Umso erleichterter ist Janne, dass Vanessa Ott aus dem Beraterteam aufgeschlossen und sympathisch wirkt und sogar den privaten Kontakt zu ihr sucht. Janne lässt sich dankbar darauf ein – auch wenn sie das starke Interesse der Beraterin insgeheim irritiert. Aber Nein sagen ist nicht gerade ihre Stärke.
Kurze Zeit später hat sich Jannes Situation komplett gewendet: Sie wird zum Opfer von Mobbing und Intrigen, selbst ihre engsten Kollegen misstrauen ihr nun. Dann dringt jemand heimlich in ihre Wohnung ein, benutzt ihre persönlichsten Dinge. Als ihr eine Affäre angehängt wird und ihre große Liebe Gregor sich von ihr abwendet, erkennt Janne, dass sie Opfer eines teuflischen Plans ist. Aber wer steckt dahinter?“




Nach „Trügerische Nähe“, meinem absoluten Monatshighlight vom September, durfte ich nun auch noch ein weiteres Buch von Susanne Kliem lesen. Hierbei handelt es sich um „Die Beschützerin“, das ebenso leise Töne anschlägt und eine Geschichte von Intrigen, Machtmissbrauch und Manipulationen erzählt.

Wie schon bei „Trügerische Nähe“ mag ich Susanne Kliems Stil sehr gerne. Ich würde beinahe sagen, sie ist nach diesen zwei Büchern bereits eine meiner liebsten, deutschen Autoren geworden, denn man merkt ihr an, dass sie mit Herzblut schreibt. All ihre Charaktere tragen sehr viel Leben in sich und sind sehr gut durchdacht. Schon nach wenigen Seiten werden sie real und das finde ich an Büchern immer bewundernswert! Hier wurde ich sofort in die Geschichte gezogen und konnte das ganze Ausmaß der Intrigen am eigenen Leib spüren! Hut ab, Susanne Kliem hat wirklich ein großes Talent für psychologische  Tiefe und ein Gespür für Menschen!




Janne Amelung ist eine Frau, die eigentlich mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hat einen Freund, den sie liebt und einen guten Job, doch dann bricht ihre Welt einem Kartenhaus gleich plötzlich zusammen. Erst fliegen die ersten Karten, dann weitere und dann stürzt alles ein.

Janne Amelung habe ich als eine sehr starke Frau wahrgenommen. Sie will sich nicht kaputt machen lassen und versucht zu kämpfen. Doch wie, wenn ihr niemand glauben möchte? Ich konnte mich sehr gut mit Janne identifizieren! Oft habe ich mich gefragt, was ich an ihrer Stelle getan hätte, aber in einer solchen Situation möchte ich wirklich nie stecken. (Zumal mir der Job bei einem Fernsehsender wohl zu stressig wäre!)

Vanessa Ott ist Teil eines Beraterteams, das bei dem Sender für ein paar Sparmaßnahmen sorgen soll. Janne findet Vanessa am Anfang noch sympathisch, aber das ändert sich schnell, denn irgendwas scheint mit der Frau nicht zu stimmen! Was das ist, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, aber ich empfand auch Vanessa Ott als interessanten Charakter, der aber leider an einigen Stellen für meinen Geschmack zu schnell abgearbeitet wurde!




Das Buch „Die Beschützerin“ konnte mich bereits nach wenigen Seiten fesseln. Janne war mit sofort sympathisch und so fiel es mir leicht, mit ihr mitzufiebern. Klar, die Geschichte ist sicher nicht neu, es gibt viele Bücher und auch Filme, die sich mit haargenau dem gleichen Thema und der gleichen Ausgangssituation beschäftigen, aber dennoch finde ich, dass Susanne Kliem hier einen spannenden Psychothriller geschaffen hat, der mich als Leser einfach nicht mehr loslassen wollte. Die Seiten flogen nur so dahin und ich habe mich komplett in der Geschichte verloren!

Die Situation mit Janne spitzt sich immer mehr zu und es werden immer mehr Personen involviert. Zum einen sind da natürlich Jannes Arbeitskollegen, aber dann ist da natürlich auch Jannes persöliches Umfeld. Die Beziehung zu ihrem Freund Gregor beispielsweise wird ebenfalls noch auf eine harte Probe gestellt und ich empfand die ganzen kleinen Intrigen und Machtbeweise sehr gelungen und spannend umgesetzt. Für mich war dieses Buch zwar eher ruhig, aber wie bei „Trügerische Nähe“ geht es auch hier um das Zwischenmenschliche, um die Psyche der Menschen und um Gefühle wie Angst, Schmerz und Hass. Susanne Kliem schafft es für mich sehr gut, diese Emotionen in die Geschichte einfließen zu lassen!

Einen einzigen Kritikpunkt muss ich hier aber doch noch erwähnen! Das Ende ist recht vorhersehbar und ein klein wenig enttäuscht war ich über die einseitige Betrachtung der „Täterrolle“. Das ist für solche Geschichten zwar typisch, aber ich hätte mir hier ein oder zwei andere Blickwinkel gewünscht. Ich möchte psychisch kranke Menschen nämlich nicht nur als „böse“ oder „schlecht“ sehen, denn ich denke, dass auch solche labilen Personen mehrere Seiten an sich haben und vielleicht auch eine Geschichte, die einiges, wenn auch nicht alles, erklärt. Das ist wie gesagt aber nur ein winziges Detail, das meinen Lesespaß aber auch nur für ein paar wenige Momente getrübt hat!




Eine spannende Geschichte über Macht, Intrigen und Ängste! Für mich trotz kleiner Kritikpunkte absolut empfehlenswert!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten!

Sonntag, 6. Dezember 2015

[Rezension] Never Knowing - Endlose Angst - Chevi Stevens

Titel: Never Knowing – Endlose Angst
Autor: Chevy Stevens
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Genre: Thriller
Seitenzahl: 496
ISBN:  978-3596192748 
Cover und Inhaltsangabe © Fischer



„Die adoptierte Sara hat sich immer gefragt, wer wohl ihre richtigen Eltern sind. Als ihre eigene Hochzeit bevorsteht, macht sie sich auf die Suche. Doch ihre leibliche Mutter verweigert schockiert den Kontakt. Verstört forscht Sara weiter und findet etwas Unfassbares heraus: Ihr leiblicher Vater ist ein berüchtigter Serienmörder. Sara versucht, mit ihren Ängsten fertigzuwerden: Hat sie mehr von ihrem Vater geerbt, als sie sich eingestehen will? Doch bald wird klar, dass es Schlimmeres gibt, als zu erfahren, dass dein Vater ein Killer ist – nämlich, dass er von dir erfährt …“




Nach „Still Missing“ und „That Night“ ist „Never Knowing“ nun mein drittes Buch von Chevy Stevens und wieder einmal bin ich von ihren Stil begeistert. Ich mag ihre ruhige Spannung und die Charaktere, mit denen ich mich stets identifizieren kann. Wer „Still Missing“ kennt, wird den Stil hier wiedererkennen, der sich aus den Erzählungen bei einer Psychologin zusammensetzt.




Sara ist eine junge Mutter, die bald ihren Verlobten heiraten möchte. Sie hat nie erfahren, wer ihre leiblichen Eltern sind und kurz vor der Hochzeit möchte sie diese endlich kennenlernen. Doch leider ist ihr Vater ein gestörter Serienmörder, der schon lange von der Polizei gesucht wird. Sara ist die „Ich“-Erzählerin und eine toughe und mutige Frau. Einzig ihre ständigen Schuldvorwürfe waren mir hin und wieder einfach zu viel!

Evan ist Saras Ehemann, der natürlich auch in die Sache involviert wird. Interessant fand ich auch hier, dass er ein Charakter war, der nicht einfach blind alles akzeptiert. Die Beziehung zu Sara wird auf eine harte Probe gestellt, als plötzlich ihr Vater auf der Bildfläche erscheint.

John ist der Vater von Sara und der gesuchte Serienmörder. Wir lernen ihnen im Grunde fast nur über Telefonate kennen, in denen er sehr abhängig von seiner gerade gefundenen Tochter wirkt. Er will sie kennenlernen, aber weiß nicht, ob er ihr vertrauen kann. Bemerkenswert ist auch hier die psychologische Tiefe seines Charakters!




Das Buch beginnt eher ruhig mit Saras Suche nach ihren Eltern. Dabei muss sie erste Rückschläge wegstecken und als dann auch noch rauskommt, dass ihr Vater ein gesuchter Serienmörder ist, bricht für Sara eine Welt zusammen. John, ihr Vater, nimmt Kontakt zu ihr auf und von da an ändert sich ihr Leben schlagartig! Interessant war hier vor allem das Innenleben von Sara, die hin und hergerissen ist! Soll sie ihrem Vater vertrauen? Und was, wenn die Gene ihres Vaters auch in ihr und ihrer Tochter stecken?

Die Ängste von Sara sind auf jeder einzelnen Seite spürbar, auch wenn die Geschichte eigentlich sehr vorhersehbar ist. Sara telefoniert mit ihrem Vater, lernt ihn nach und nach kennen und versucht ihn von weiteren Morden abzuhalten! Zusammen mit der Polizei will sie ihn schnappen, aber dabei ist der Druck, der auf ihr lastet, sehr groß!

An einigen Stellen waren mir Saras Schuldvorwürfe zu übertrieben dargestellt, aber im Großen und Ganzen konnte ich ihr Handeln und ihre Gefühle verstehen. Für mich hat sie die Geschichte angetrieben, da es spannend zu sehen war, wie das plötzliche „Auftauchen“ ihres Vaters ihr ganzes Leben beeinflusst.

„Never Knowing“ ist ein sehr geradliniges Buch, das jedoch zu jedem Zeitpunkt eine sehr ruhige Spannung besitzt! Zwar läuft die Geschichte ohne viele Umschweife direkt so ab, wie ich es erwartet habe, aber dennoch gibt es am Ende noch eine kleine Wendung! 100 Prozent logisch fand ich diese zwar nicht, aber dennoch hat mich das Buch gut unterhalten!




Psychologische Tiefe, eine spannende Charakterentwicklung und eine ruhige Spannung machen diesen Thriller zu einem Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Trotz seltsamen Ende gebe ich eine klare Leseempfehlung!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Freitag, 4. Dezember 2015

[Rezension] Während du stirbst - Tammy Cohen

Titel: Während du stirbst
Autor: Tammy Cohen
Verlag: Blanvalet
Genre: Thriller, Psychothriller
Seitenzahl: 416
ISBN:  978-3734102196 
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet





„Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das nächste –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt …“




„Während du stirbst“ beginnt sofort mit der Entführung von Jessica Gold und wir als Leser sind hautnah dabei. Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten, aber dennoch eindringlich. Aus der Sicht von Jessica wird geschildert, was ihr widerfährt und sehr oft hatte ich eine Gänsehaut beim Lesen und musste erst einmal tief durchatmen, um das Grauen zu verarbeiten.

Besonders bemerkenswert fand ich bei diesem Psychothriller die Nähe zu der Protagonistin Jessica. Alles wird Stück für Stück aufgebaut, aber dann kommen Wendungen, die alles wieder über den Haufen werfen! Hier spielt Tammy Cohen mit ihren Lesern und das macht sie auf sehr hohem Niveau!

Mein einziger Kritikpunkt, den ich leider erwähnen muss, ist die Tatsache, dass der Schreibstil an einigen Stellen nicht ganz rund ist. Es schleichen sich die typischen Anfängerfehler ein, die für mich allerdings nicht schwer ins Gewicht fallen. Zwar wird es zum Ende hin besser, aber ich hatte das Gefühl, dass es ein paar Probleme bei der Übersetzung gab! Trotzdem gibt die Autorin selbst mit ihrem Debütthriller hier aber ein sehr hohes Niveau vor, das andere Psychothriller erst einmal erreichen müssen!




Interessant bei diesem Buch fand ich, dass die Protagonistin nicht dieser 0815-Typ ist, sondern einen ganz eigenen Charakter besitzt, den wir im ersten Teil des Buch ergründen dürfen. (Oder denken wir das nur?) Jessica Gold ist eine schräge, junge Frau, die wohl überall anecken würde. Ich mochte sie, eben weil ich „normale“ Menschen meistens unsagbar langweilig finde!

„Während du stirbst“ setzt besonders auf Charaktertiefe und Charakterentwicklung. Wir haben im ersten Teil der Geschichte Jessica, die von Dominic entführt wird und in ein perverses Spiel gerät. Auf der anderen Seite haben wir ganz kurze Abschnitte über die zuständige Ermittlerin namens Kim. Positiv empfand ich hier, dass die Polizeiarbeit nur einen sehr geringen Teil der Geschichte einnimmt! Jessicas Entführung, ihre Qualen und sämtliche Hintergrunde stehen im Fokus dieses Thrillers!

Kim selbst ist nahezu besessen von ihrem Job und vernachlässigt ihre Familie immer mehr. Sie möchte den Fall um Jessica aufklären, denn sie merkt, dass irgendwas an der ganzen Geschichte nicht stimmen kann. Auch ihre Entwicklung und ihre Denkweisen fand ich sehr spannend!

Natürlich muss ich auch Dominic erwähnen, auch wenn ich zu ihm nicht zu viel verraten möchte, da sich die Geschichte besonders im zweiten Teil stark in eine andere Richtung entwickelt! Im ersten Teil hatte ich jedoch große angst vor ihm. Ja, die ganzen Schilderungen der Dinge, die er Jessica antut, waren für mich sehr schwer zu begreifen. Er legt es nicht darauf an, sie einfach zu töten, sondern es scheint, als würde er besonders Jessicas Qualen genießen, wenn sie zum Beispiel als Vegetarierin massenweise Fleisch in sich reinstopfen oder nachts in einer kalten Hundehütte schlafen muss!




Das Buch konnte mich trotz einiger stilistischer Schwächen gleich in den Bann ziehen. Mit Jessica  konnte ich mich sehr gut identifizieren (nicht nur wegen dem Namen! ;)) und ich habe mit ihr mitgefiebert, denn die ganze Entführung und ihre Tortur in Dominics Wohnung haben selbst mich als eingefleischten Horror- und Thrillerfan schockiert!

„Während du stirbst“ ist ein waschechter Psychothriller, der mich als Leser an einigen Stellen wirklich schockiert zurückgelassen hat. Zum einen ist da Jessicas „Weihnachtsfest“ bei ihrem Entführer Dominic, der wirklich krank zu sein scheint! Jessica wird gezwungen, Weihnachten mit ihm zu verbringen und merkt schnell, in welcher Hölle sie sich da plötzlich befindet! Die ganze Quälerei, die einzeln betrachtet vielleicht gar nicht so schlimm wäre, ergab für mich ein wahres Bild der Grausamkeit.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich stellenweise wirklich großes Mitgefühl mit Jessica hatte!

Jessica ist vom Charakter einfach sehr speziell und würde vermutlich von der breiten Masse als „verrückt“ oder „geistesgestört“ bezeichnet werden. Die Charakterwahl ist meiner Meinung nach die größte Stärke dieses Thrillers. Wir lernen hier nämlich nicht nur den „Täter“ kennen, sondern kommen auch dem „Opfer“ nahe, auch wenn nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint!

Die zahlreichen Wendungen haben mich hier erstaunt. Das Buch ist in zwei Teile eingeteilt. Der erste Teil beschreibt Jessicas Gefangenschaft und im zweiten Teil geht es gleich weiter mit der Zeit danach. Ich möchte hier auch nicht zu viel verraten, denn diesen Thriller muss man einfach erleben! Die Wendungen haben mich teilweise schockiert, aber auch erstaunt, denn sie werfen noch einmal die ganze Geschichte um und erleuchten alles von einer anderen Seite! Hier hat die Autorin wahres Geschick bewiesen und mich von vorneherein auf eine falsche Fährte geschickt! Das liebe ich an Psychothrillern!

Auch das Ende war sehr überraschend und es ergab sich eine gut konstruierte und erschreckende Geschichte, die ich so zu Beginn des Buches sicher nicht erwartet hätte! Hier ein großes Lob an die Autorin und ich hoffe, sie wird noch viel mehr Psychothriller in diesem Stil schreiben!




„Während du stirbst“ von Tammy Cohen ist für mich einer der besten Psychothriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe! Geniale Wendungen, atemlose Spannung und Charaktere fern des Mainstreams! So muss ein guter Thriller sein!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten mit Extrakäse.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat November 2015

Der Monat November verging für mich wie im Flug. Glücklicherweise durfte ich in diesem Monat so einige tolle Bücher lesen. Ich habe die Vergangenheit einer alten, verlassenen Psychiatrie erforscht, habe eine neue, tolle Dystopie für mich entdeckt und durfte eine Profilerin bei der Arbeit begleitet. Für mich war der November ein toller Lesemonat, auch wenn es ein abgebrochenes Buch gab!

Insgesamt habe ich im November 11 Bücher lesen dürfen.

Krimi/Thriller

Die Schule des Schweigens - Jeffery Deaver
Farbenblind - Colby Marshall
Die Scherben der Wahrheit - Mark Billingham

Mysterythriller

Des Nebels Kinder - Cheryl Kaye Tardif

Roman

Die dunklen Mauern von Willard State - Ellen Marie Wiseman
Möchtegern - Milena Moser

Fantasy 

Marked - Sue Tingey

Dystopie

Das Feuerzeichen - Francesca Haig

Jugendbuch

Der Bund der Wölfe - Nina Blazon
Young World - Chris Weitz

Anthologie

Mängelexemplare: Haunted




Mein Highlight des Monats ist sehr schnell zu benennen. "Das Feuerzeichen" von Francesca Haig hat mich gleich von der ersten Seite in einen magischen Bann gezogen! Die neue Dystopie über eine Welt in der Zukunft, in der alle Menschen als Zwillinge geboren werden, fand ich sehr originell! Hier hoffe ich besonders auf eine Verfilmung, denn das Buch habe ich förmlich verschlungen. Es kann meiner Meinung nach großen Dystopien wie "Die Tribute von Panem" oder "Breathe" auf jeden Fall das Wasser reichen!



Mein Flop des Monats war "Marked" von Sue Tingey. Leider habe ich mir beim Lesen des
Klappentextes eine ganz andere Geschichte vorgestellt. Ich dachte, es würde um das Paranormale gehen und um eine Welt aus gruseligen Dämonen. Letztendlich war die Geschichte für mich zu geradlinig und stellenweise leider sehr langweilig. Auch die Dämonen wurden für mich zu eintönig dargestellt!




Die Überraschung in diesem Monat war auf jeden Fall das Buch "Die dunklen Mauern von Willard State" von Ellen Marie Wiseman. Ich habe das Buch zufällig bei "Was liest du?" und bin sehr glücklich darüber. Aufgrund des eher harmlosen Covers hätte ich es sonst wahrscheinlich im Bücherladen schlicht und ergreifend übersehen!

Besonders interessant fand ich an dem Buch, dass es in zwei Zeitebenen spielt. Wir lernen die alte, verlassene Psychiatrie kennen, aber auch das Leben der damaligen Patienten. Das Buch hat mich so oft zum weinen gebracht und am Ende war ich wirklich erstaunt darüber, welchen Bann das Buch doch auf mich ausgeübt hat. "Die dunklen Mauern von Willard State" ist auf jeden Fall mein momentanes Lieblingsbuch und es hat gute Chance, auch mein Jahreshighlight zu werden!

Und wie sah euer November aus? Auch so positiv?





Montag, 30. November 2015

[Rezension] Mängelexemplare: Haunted

Titel: Mängelexemplare: Haunted
Autor: Anthologie unter anderem Vincent Voss, Xander Morus, Constantin Dupien und andere
Verlag: Amrun Verlag 
Genre: Anthologie
Seitenzahl: 258
ISBN:  978-3958690585 
Cover und Inhaltsangabe © Amrun Verlag




„Am Ende des Glaubens fangen sie an zu existieren. Wenn der Gong um Punkt Mitternacht zwölfmal schlägt und die Geisterstunde einläutet, wird uns Menschen das Fürchten gelehrt. Denn seit jeher verfolgen Spuk- und Gespenstergeschichten vornehmlich ein Ziel: dem Leser einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Die geheimnisvollen unstofflichen Wesen sind dazu prädestiniert, Angstzustände auszulösen und eine Gänsehaut hervorzurufen. Dreizehn packende Spuk- und Geistergeschichten über unheimliche Erscheinungen, musikliebende Besessene, düstere Schatten, flüsternde Häuser und vieles mehr. Mängelexemplare: Haunted – dreizehn illustrierte Spuk- und Geistergeschichten von Tobias Bachmann, Markus K. Korb, Vincent Voss, Stefanie Maucher, Melanie Ulrike Junge, Fred Ink, Benar Leston, Constantin Dupien, Xander Morus, Melisa Schwermer, Regina Müller, Lisanne Surborg und Christian Sidjani.“




Diese Anthologie habe ich während einer Leserunde auf Lovelybooks entdecken dürfen. Da ich großer Fan von düsteren und gruseligen Geschichten bin, habe ich mich sehr auf diese Geschichtensammlung gefreut, vor allem, da ich auch das Thema „Geister“ und „Dämonen“ sehr interessant finde.

Wie es sich für eine gute Anthologie gehört, verbinden sich hier verschiedene Autoren, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Natürlich ist klar, dass bei 13 verschiedenen Autoren nicht jeder Stil gefallen kann. Im Großen und Ganzen hielten die Autoren für mich ein gutes Niveau in ihren Geschichten, auch wenn es so einige gab, die mir nicht gefallen haben.




In 13 verschiedenen Geschichte kommen wir dem Geisterreich mal mehr oder weniger nahe. Bei Kurzgeschichten ist eine besondere Charaktertiefe meistens nicht zu erwarten, aber es gab auch hier einige Kurzgeschichten, die mir aufgrund ihrer Charaktere im Gedächtnis geblieben sind.

Zum Beispiel erzählt die Geschichte „Frau Adonay“ von Fred Ink eine Geschichte über einen Jungen, der bei einer „Zigeunerin“ aufwächst und dort mit gruseligen Geschehnissen konfrontiert wird, während wir in der Geschichte „Lost Place“ von Melisa Schwermer zusammen mit dem Protagonisten einen Lost Place besuchen.

Wir kommen den Charakteren der einzelnen Geschichten mal mehr und mal weniger nahe, aber dennoch muss ich hier die Kreativität der Autoren loben, denn auch wenn das Thema immer „Haunted“ lautet, so finden sich hier doch nicht nur die typischen Gruselgeschichten! Es gibt auch einige Schätze, die wirklich sehr originell sind!




Als erstes muss ich die hochwertige Aufmachung des Buches loben. Schon allein das Cover ist ein echter Blickfang und auch die zahlreichen Bilder von Julia Takagi bringen die Stimmung der einzelnen Geschichten sehr gut auf den Punkt. Als Besonderheit findet sich vor jeder Geschichte ein einzelner Auszug von dem jeweiligen Autoren handschriftlich verfasst. Eine tolle Idee, die zwar in der Umsetzung aufgrund einzelner Sätze, die unmöglich zu entziffern waren, ein wenig verbesserungswürdig ist, aber dennoch das Buch zu einem Unikat macht. Hier steckt Leidenschaft hinter und das sieht man dem Buch auch an!

Für mich fing die Anthologie ein wenig schwach an. Die Geschichten waren zu Beginn ein wenig klischeehaft, aber dann kam „Die Geschichte von Jimmie Rocks letzten Album“ von Vincent Voss und ich war wirklich begeistert. Hier möchte ich aber nicht zu viel verraten, denn ich denke, jeder sollte ganz unvoreingenommen an diese Story gehen.

Auch „Frau Adoney“ von Fred Ink war für mich ein Highlight des Buches, genau wie „Das Puppenhaus“ von Xander Morus, „Lost Place“ von Melisa Schwermer und „Auf dem Silbertablet“ von Lisanne Surborg. Zwar konnte mich kaum eine Geschichte gruseln, aber ich denke, das war auch nicht der Hauptaugenmerk der Autoren. Hier geht es um Kreativität und Atmosphäre und die war in den genannten Geschichten auf jeden Fall vorhanden!

Die meisten der restlichen Geschichten waren ebenso gut zu lesen, auch wenn es ein oder zwei Storys gab, die mich leider überhaupt nicht begeistern konnten. Eine Geschichte habe ich sogar nach wenigen Seiten abgebrochen, da ich einfach keinen Zugang fand. Ich denke jedoch, dass dies immer Geschmackssache ist. „Mängelexemplare: Haunted“ bietet auf jeden Fall eine tolle Abwechslung und eignet sich bestens für Zartbesaitete. Eingefleischte Horrorfans werden hingegen eher enttäuscht sein, denn hier steht eindeutig nicht der Horror oder das Gruseln im Vordergrund. Ich kann die Anthologie auf jeden Fall weiterempfehlen!




Eine schöne Mischung aus atmosphärischen Geschichten. Für mich waren einige Schätze dabei und ich bin froh, wieder neue und talentierte Autoren kennengelernt zu haben! Von mir eine klare Empfehlung!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Samstag, 28. November 2015

[Buchvorstellung] Gehäkelte Figuren - Heidi Oehlmann



Titel: Gehäkelte Figuren
Autor: Heidi Oehlmann
Genre: Anleitung, Häkelbuch
Seitenzahl: 80
ISBN: 978-1519126337




"Häkeln ist keine Zauberei. Im Gegenteil. Es ist leicht zu erlernen. Alles, was dazu benötigt wird, sind Wolle, Häkelnadeln und etwas Geduld. Über 20 abwechslungsreiche Häkelfiguren warten in dem Buch darauf, entdeckt und nachgehäkelt zu werden. Darunter sind Anleitungen für kuschlige Tiere wie der Bär Freddy, die Spinne Luise, das Schaf Walther oder die Schlange Mona. Figuren wie der Feigenkaktus Pepe oder die mehrfarbig gehäkelte Vase eignen sich hervorragend als Dekoelemente. Mit den enthaltenen Grundlagen gelingt es sogar Anfängern nach kurzer Zeit, erste Erfolge zu verzeichnen. Es werden alle Techniken genau erklärt, um die Häkelfiguren selbst herstellen zu können."




Ja, ich gestehe, hin und wieder greife ich auch gerne zur Häkelnadel und zaubere kleine, süße Tierchen und Figuren. Gerade in der kalten Jahreszeit empfinde ich es als einen spannenden Zeitvertreib und man hat auch gleich ein paar neue und vor allem selbstgemachte Geschenke für Freunde und Familie! ;) Und sind Häkelfiguren nicht einfach süß???

Heidi Oehlmanns neues Buch durfte ich schon im Vorfeld Probehäkeln und ich war begeistert. Ich
habe mich für einen Bär mit Schal entschieden, den ihr hier auch auf den Bildern seht! Echt süß. ;)
In Heidi Oehlmanns Häkelbuch gibt es noch so einige kreative Figuren und Tiere zu entdecken, die sie sich alle mit viel Liebe selbst ausgedacht hat! Von mir bekommt das Buch eine klare Häkelempfehlung! Also ran an die Nadeln!

Und eine Frage an euch: Häkelt ihr auch gerne? Was habt ihr schon gehäkelt? ;) Ich bin auf eure Antworten gespannt!