Samstag, 11. Januar 2020

[Rezension] Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit (Band 1) - Alice Moon

Titel: Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit: Band 1 
Autor:  Alice Moon
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2001
Anzahl der Seiten288
Cover und Inhaltsangabe © Loewe

Begonnen: 19.11,19
Beendet: 20.11.19



"Würdest du dich einer Liebe öffnen, die dich für immer glücklich macht oder aber für alle Ewigkeit verflucht? Die dein Herz wieder schlagen lässt oder dir das Letzte nimmt, was von deiner Menschlichkeit noch übrig ist?

Würdest du ein solches Risiko eingehen?

Denn eins ist gewiss: Diese Liebe ist deine einzige Chance, doch nichts liegt näher beisammen als Liebe und ewige Verdammnis. Gibst du ihr nach, kannst du alles gewinnen – oder alles verlieren."




Noch ein Bücherschrankfund, der mich aufgrund der wunderschönen Gestaltung des Covers und Bucheinbands direkt angesprochen hat. "Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit" ist allerdings eine recht typische Geschichte, die es so in dem Genre unzählige Male gibt.

Die Geschichte liest sich dabei, wie eine nette und einfache Tennie-Story. Wir haben hier Sarah, eine Protagonistin, mit der sich wohl jeder identifizieren kann und auf der anderen Seite Dustin, der sich nicht in ein "Monster" verwandeln will und sich noch an seine menschliche Seite klammert.

Interessanter als die beiden Protagonistin fand ich tatsächlich May, die beste Freundin von Sarah, die Dustin zu kennen scheint. Ihr Charakter ist sehr geheimnisvoll, auch wenn ich mir doch recht schnell zusammenreimen konnte, was sie denn nun mit Dustin verbindet.

"Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit" ist in erster Linie ein Buch für jüngere Leser, vielleicht sogar solche, die von der "Biss"-Reihe nicht genug bekommen können und mehr in diesem Genre lesen wollen. Es ist ein Buch, dass ich innerhalb von zwei Tagen bereits durchgelesen hatte und auch nicht bereue, denn es ist wirklich eine nette Geschichten für Zwischendurch, bei der man einfach mal abschalten kann!

Dabei verrät der Titel und auch schon die Anspielungen auf der ersten Seite natürlich bereits, um was für ein "Wesen" es sich bei Dustin handelt. Die Autorin versucht die Spannung natürlich dennoch bis zum Ende aufrecht zu erhalten, was ihr allerdings nur bedingt gelingt. Tatsächlich ist "Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit" doch sehr vorhersehbar. Es passierte im Grunde nichts, dass ich so nicht erwartet hätte.

Das und die Tatsache, dass Dustin und Sarah doch recht eindimensional beschrieben werden, macht das Buch natürlich zu einer Lektüre, die nicht so recht in Erinnerung bleiben mag. Vielleicht steigert sich die Autorin noch in den Folgebänden, für mich war dieser Teil dann aber doch eher ein durchschnittlicher Teenie-Roman, der leider keine Überraschungen aufweist, aufgrund der Länge und des sehr leichten Schreibstils aber flott zu lesen ist!





Für mich war "Blood Romance – Kuss der Unsterblichkeit" von Alice Moon ein gutes Buch für Zwischendurch. Zwar ist die Geschichte von Anfang bis Ende recht vorhersehbar und
klischeebeladen, lässt sich aber sehr schnell und einfach lesen. Fans des Genres werden sich auf jeden Fall gut unterhalten fühlen!

Donnerstag, 9. Januar 2020

[Rezension] Das Jesus Video - Andreas Eschbach

Titel: Das Jesus Video
Autor:  Andreas Eschbach
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 2006
Anzahl der Seiten: 663
Cover und Inhaltsangabe © Droemer Knaur

Begonnen: 13.11,19
Beendet: 18.11.19



"Bei archäologischen Ausgrabungen in Israel findet der Student Stephen Foxx in einem 2000 Jahre alten Grab die Bedienungsanleitung einer Videokamera, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll. Es gibt nur eine Erklärung: Jemand muss versucht haben, Aufnahmen von Jesus Christus zu machen! Der Tote im Grab wäre demnach ein Mann aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reiste - und irgendwo in Israel wartet das Jesus-Video darauf, gefunden zu werden.
Oder ist alles nur ein großangelegter Schwindel? Eine atemberaubende Jagd zwischen Archäologen, Vatikan, den Medien und Geheimdiensten beginnt ..."




"Das Jesus Video" gehört zu den wenigen deutschen Filmen, die ich wirklich absolut gelungen fand und nun schon einige Male gesehen habe. Die Romanvorlage habe ich allerdings nie gelesen - in erster Linie, weil ich es normalerweise nicht mag, ein Buch nach dem Schauen des dazugehörigen Filmes zu lesen. Nun habe ich "Das Jesus Video" jedoch in einem Bücherschrank gefunden und was soll ich sagen? Schon nach ein paar Seiten hat mich die Geschichte in den Bann gezogen!

Interessant fand ich, wie sehr sich das Buch doch vom Film unterscheidet. So hatte ich hier tatsächlich das Gefühl, die Geschichte noch einmal entdecken zu können. Stephen Foxx ist hier nämlich kein armer Student, sondern ein reicher Programmierer, der nur aus Spaß an den Ausgrabungen teilnimmt.

Zufällig entdeckt Stephen die Anleitung für eine Videokamera, die noch gar nicht auf dem Markt ist, in einem uralten Grab und damit beginnt das Abenteuer. Toll fand ich hier besonders, gedanklich nach Israel reisen zu können und so einige interessante historische Fakten zu erfahren. Zudem beleuchtet Andreas Eschbach das Thema Zeitreisen aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen und wirft viele Fragen auf. Allen voran natürlich die, was wäre, wenn es wirklich solch ein Video von Jesus geben würde ...

Gelungen fand ich auch die kritische Betrachtung der Kirche, die, wenn wir mal ehrlich sind, tatsächlich ein großes Interesse hätte, solch ein Video in die Hände zu bekommen. Menschen wollen glauben und im Grunde ist es ihnen ganz gleich, woran sie glauben. Ich denke, es geht hier in erster Linie an den Glauben an sich und die Hoffnung dahinter!

Natürlich gibt es hier auch einen geldgierigen Geschäftsmann, der ebenfalls auf der Jagd nach dem Video ist. John Kaun war mir teilweise aber etwas zu präsent, die Abschnitte aus seiner Sicht eher etwas langatmig. Im Gegensatz dazu steht natürlich Stephen, der vom Autor natürlich von Anfang an als großer Held beschrieben wird. Ich fand ihn im Film selbst etwas authentischer, im Buch musste er allerdings die ganze Sache in die Hand nehmen, um die Geschichte voranzutreiben.

Überrascht war ich, dass sich das Ende doch extrem von dem Film unterscheidet. Ich muss aber sagen, dass Eschbach hier einen passenden und vor allem überaus kritischen Abschluss gefunden hat. Ich bin jetzt auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung!




"Das Jesus Spiel" stellt die große Frage, was wäre, wenn es wirklich ein Video geben würde, dass die Existenz von Jesus entweder beweist oder sie widerlegt. Eschbach erschafft hier ein interessantes und fesselndes Gedankenspiel, dass zwar zu Beginn etwas langatmig wirkt, aber am Ende mit einem sehr kritischen Ende zu überzeugen weiß!

Dienstag, 7. Januar 2020

[Rezension] Keiner von euch (11 Kurzgeschichten) - Patricia Highsmith

Titel: Keiner von euch
Autor:  Patricia Highsmith
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1984
Anzahl der Seiten: 351
Cover und Inhaltsangabe © Diogenes

Begonnen: 08.11,19
Beendet: 12.11.19




Seit nun gut zwei Jahren gehört Patricia Highsmith zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich habe mich also riesig gefreut, als ich ein Buch mit elf ihrer Kurzgeschichten in einem Bücherschrank entdeckt habe! Zum ersten Mal muss ich bei einem "Kurzgeschichten"-Band tatsächlich sagen, dass mich beinahe alle Storys wirklich fesseln und begeistern konnte. Highsmiths besaß ein unfassbar großes Talent, in die Menschen hineinzuschauen und den Leser förmlich zu einer eigenen moralischen Beurteilung zu zwingen. Alle Geschichten in diesem Buch sind ungemein intensiv und kritisch, bei mir sind sie noch lange nach dem Lesen nachgehallt.

"Was die Katze hereinschleppt"
Hier handelt es sich um einen fast schon typischen Krimi, indem eine Katze zwei Finger ins Haus schleppt. Wer ist der Tote? Und wer der Mörder? Das Ende muss jeder Leser wohl selbst analysieren und sich fragen, wie er oder sie gehandelt hätte ...

"Keiner von uns"
Die titelgebende Geschichte war auch einer meiner Favoriten. Wir haben hier Edmund, der von seinen "Freunden" nicht so recht akzeptiert beziehungsweise überhaupt gemocht wird. Beim Lesen habe ich hier wirklich Wut auf diese sogenannten "Freunde" verspürt. Einfach eine sehr eindringliche Geschichte!

"Das Schrecken des Korbflechtens"
Diese Geschichte wirkt fast schon untypisch. Es geht um eine Frau, die am Strand einen Korb findet und ihn im Handumdrehen repariert. Danach ist sie wie besessen von dem Korb, er schwebt immer in ihren Gedanken herum ... Das Ende lässt hier fast schon philosophische Schlüsse zu.

"Unter eines dunklen Engels Auge"
Hier möchte Lee das Haus seiner Mutter verkaufen, um ihr Pflegeheim auch in den nächsten Jahren bezahlen zu können. Im Ort angekommen, findet er dann jedoch etwas Schreckliches über seinen langjährigen Freund heraus. Diese Geschichte handelt vordergründig von Karma und Patricia Highsmith hat es tatsächlich auf dem Punkt gebracht, wie manchmal doch für den nötigen Ausgleich gesorgt wird!

"Dein Leben widert mich an"
Ein weiterer meiner Lieblingsgeschichten. Hier geht es um Ralph, der von seinen Vater verstoßen wird, weil er, statt einen "normalen" Job nachgeht, lieber Musiker sein will und Spaß haben will. Diese Geschichte ist doch sehr melancholisch, aber leider doch recht aktuell. Ich konnte mich hier wohl selbst nur zu gut drin wiederfinden ...

"Der Traum der Emma C."
Okay, hier haben wir eine Geschichte, die mich weniger begeistern konnte. Es geht um eine junge Frau, die von Matrosen gerettet wird und natürlich das Objekt aller Begierde darstellt. Gut zu lesen war diese Geschichten aber dennoch!

"Trautes Heim"
Diese Geschichte ist ungemein kritisch und eindringlich. Herbert und Lios adoptieren hier ein älteres Ehepaar aus einem Heim, sind aber schnell mit ihnen überfordert und lassen sich sogar von ihnen vertreiben. Das Ende macht dann förmlich fassungslos, besonders wohl, da es ein Thema ist, das auch heute leider noch ungemein aktuell ist ...

"Die Abenteurerin"
Hier haben wir die Geschichte der Frau eines Staatsmannes, die einmal aus ihrem Leben ausbricht, nur um im Anschluss wieder gefangen genommen zu werden. Das Ende ist wirklich bitter ...

"Vermasselt"
Kann ein Mann zwei Frauen lieben? Harry ist auf jeden Fall der Meinung, denn er ist mit Connie und Lesley zusammen und kann sich einfach nicht entscheiden. Zum Glück scheint sein Unterbewusstsein dann doch zu einer Wahl zu drängen ... Mir hat diese Geschichte auch unfassbar gut gefallen!

"Der Drachen"
Hier haben wir eine sehr traurige Geschichte über einen Jungen, der seiner toten Schwester einen Drachen baut ... Hier kamen mir tatsächlich die Tränen ...

"Das schwarze Haus"
Und zu guter Letzt gibt es noch eine Geschichte über ein Haus, das dem jungen Tim zum Verhängnis werden soll - allerdings auf eine ganze andere Weise, als man jetzt denken mag. Hier gibt es auf jeden Fall viel Spielraum zum interpretieren!





"Keiner von euch" beinhaltet eine tolle Mischung von Kurzgeschichten, die allesamt zeigen, was für eine eindrucksvolle Schrifstellerin Patricia Highsmith gewesen ist. Ich empfehle dieses Buch besonders Leuten, die sich an Highsmiths herantasten wollen! Ihr werden auf jeden Fall von ihr in den Bann gezogen!



Montag, 6. Januar 2020

[Rezension] Weit wie das Meer - Nicholas Sparks

Titel: Weit wie das Meer
Autor:  Nicholas Sparks
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Februar 1998
Anzahl der Seiten: 304
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

Begonnen: 06.11,19
Beendet: 07.11.19

"Die Journalistin Theresa findet am Strand eine Flaschenpost, in der ein Liebesbrief voll verzweifelter Sehnsucht steckt. Zutiefst berührt davon, veröffentlicht Theresa das Dokument in ihrer Zeitungskolumne. Binnen kurzer Zeit erhält sie von Lesern weitere Briefe, die offenbar vom selben Autor stammen. Wer ist dieser Mann? Theresa macht sich auf die Suche, sie findet Garrett – und die Begegnung ist schicksalhaft: Garrett leidet noch unter dem Tod seiner geliebten Frau, aber Theresa bringt erstmals wieder etwas in ihm zum Klingen, was er längst verloren glaubte."




In meiner Jugend habe ich bereits ein Werk von Nicholas Sparks gelesen, dass mich damals nach dem Beenden weinend zurückgelassen hatte. Als ich weitere Bücher von Nicholas Sparks in einem Bücherschrank gesehen habe, wollte ich unbedingt mal wieder an dieses Gefühl von damals anknüpfen, ja, ich habe eine emotionale Geschichte erwartet, die mich zum weinen, vielleicht sogar zum verzweifeln bringt.

"Weit wie das Meer"gehört dabei wohl zu seinen bekanntesten Werken. Es wurde schließlich sogar mit Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmt. Die Grundidee mit der Flaschenpost hat mir hierbei sehr gut gefallen, doch leider wurde ich mit den beiden Charakteren nicht wirklich warm.

Theresa, die besagte Flaschenpost findet, verfällt hierbei in einen regelrechten Wahn und will den Verfasser jener Zeilen, die mich im übrigen überhaupt nicht berühren konnten, ausfindig machen. Das geht dann auch recht schnell, sie findet Garrett und natürlich verlieben sich die beiden ineinander.

Während ich Theresa noch halbwegs verstehen konnte, fiel es mir bei Garrett leider extrem schwer. Sein Hin und Her ging mir teilweise echt auf die Nerven. Äußerlich bin ich wohl eigentlich schon im richtigen Alter für diese Art von Geschichten, aber innerlich bin ich wohl noch etwas zu jung. Teilweise wirkte das Buch extrem kitschig auf mich, so kitschig, dass ich bei manchen Formulierungen echt lachen musste.

Garrett zeigt zudem kein wirkliches Interesse an Theresa, wodurch ihre "Liebe" auf mich doch recht oberflächlich wirkte. Von einem Partner erwarte ich persönlich schon, dass er sich für mich, meine Interesse und meine Hobbys interessiert, doch das war bei Garrett irgendwie nicht der Fall!

Zudem fehlte es mir leider an Gefühl. Es liest sich doch wie jede andere x-beliebige Liebesgeschichte und ist daher, bis zu einem gewissen Punkt, doch recht vorhersehbar. Zum Ende hin wird es dann allerdings noch einmal dramatisch und dann war da auch der Nicholas Sparks, den ich von früher doch noch kannte! Teile des Endes waren wirklich emotional, schade nur, dass ich keinerlei Beziehung zu den Charakteren aufbauen konnte ...




"Weit wie das Meer" war für mich nichts mehr ein durchschnittlicher und (leider) x-beliebiger Liebesroman, der leider doch recht kitschig wirkt. Mit den Charakteren wurde ich nicht warm, nur das Ende fand ich wirklich treffend und emotional. Leider kam das dann doch alles zu spät, sodass ich nicht wirklich mit Garrett und Theresa mitfühlen konnte ...

Sonntag, 5. Januar 2020

[Rezension] Der Fremde im Haus - Ruth Rendell

Titel: Der Fremde im Haus
Autor:  Ruth Rendell
Genre: Roman, Krimi
Erscheinungsdatum: 26. August 2019
Anzahl der Seiten: 304
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet

Begonnen: 07.11,19
Beendet: 12.11.19



"Zum ersten Mal in seinem Leben verläuft für Carl alles nach Plan. Sein Romandebüt wird veröffentlicht, er hat ein Haus in Londons Stadtmitte geerbt, und er ist glücklich verliebt. Um jetzt noch für den nötigen Geldfluss zu sorgen, sucht er sich einen Untermieter, den er für einen wahren Glücksfall hält. Doch der vermeintlich zuvorkommende Dermot streift nachts durchs Haus, taucht im Dunkeln hinter Türen auf und durchwühlt Schränke und Schubladen. Als er schließlich von einem tragischen Unglück in Carls Bekanntenkreis erfährt, setzt dies eine Kette verhängnisvoller Ereignisse in Gang ..."




Ruth Rendell war eine Autorin, die ich schon lange einmal ausprobieren wollte. Mit "Der Fremde im Haus" habe ich mich letztendlich aber doch recht schwer getan. So interessant ich die Charakterzeichnung am Anfang auch noch fand, so sehr fehlte mir doch der gewisse Funke in der Story und auch bei den verschiedenen handelnden Personen, die doch alle recht eindimensional bleiben.

Die Ausgangssituation ist interessant. Wir haben hier Karl, der Autor, der von seiner Kunst nicht leben kann und deswegen das obere Stockwerk seines geerbten Hauses vermietet. Dann geschieht in Karls Bekanntenkreis ein Unglück, an dem Karl selbst mehr oder weniger beteiligt und das setzt eine ganze Reihe von Ereignissen und Fehlentscheidungen in Gang ...

Was ich an dem Buch leider nicht verstanden habe, waren die zwei Handlungsstränge, die nebenher laufen und die mit Karls Schichte kaum etwas zu tun haben. Für mich waren dies leider zwei kurze und ungemein unwichtige Nebengeschichten, die die Haupthandlung nur noch auf die gewünschte Romanlänge gestreckt haben ...

Den Schreibstil selbst empfand ich als recht angenehm, allerdings gab es für mich kaum Höhen und Tiefen, die gesamte Geschichte wird auf dem gleichen Niveau erzählt. So hatte ich doch irgendwie beim Lesen ständig das Gefühl, dass jetzt doch mal endlich etwas kommen muss, etwas, das der Handlung irgendeinen Reiz gibt.

Die einzelnen Personen blieben für mich recht blass. Allen voran Karl, der sich hier im Grunde nicht einmal so recht durchsetzen kann und irgendwie nirgends wirklich Leidenschaft entwickelt. Weder fürs Schreiben, noch für seine Freundin. Er ist irgendwie immer nur "da", agiert nur, ohne eine echte Persönlichkeit zu entwickeln.

Leider reagiert er (und auch andere Charaktere) in diesem Buch teilweise doch wenig nachvollziehbar. Allen voran die erste "Erpressung", die für mich doch etwas an den Haaren herbeigezogen war. Auch Dermot, der Mieter, bleibt von seiner Motivation her doch nur ein Phantom. Mehr als ein paar Sätze liest man von ihm auch nicht. Schade, denn gerade dieser geheimnisvolle Mieter hätte als Nebenstrang doch deutlich besser gedient, als Lizzie und ihr Busfahrender Vater ...





"Der Fremde im Haus" war für mich leider eine Enttäuschung. Der Schreibstil war angenehm, aber die Story war für mich teilweise doch nicht so ganz nachvollziehbar. Auch die Nebenstränge waren im Grunde vollkommen unnötig und dienten doch nur zur Streckung dieses Krimis, der zwar einige interessante, moralische Fragen aufwirft, mir aber wohl nicht länger im Gedächtnis bleiben wird!

Samstag, 4. Januar 2020

[Rezension] Wir haben schon immer im Schloss gelebt - Shirley Jackson

Titel: Wir haben schon immer im Schloss gelebt
Autor: Shirley Jackson
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2019
Anzahl der Seiten: 224
Cover und Inhaltsangabe © Festa

Begonnen: 06.11,19
Beendet: 07.11.19



"Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet.
Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr.
Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …"




Im letzten Jahr habe ich die Netflixserie "Spuk in Hill House" gesehen und seitdem wollte ich unbedingt ein Buch von Shirley Jackson lesen. Wie der Zufall es so wollte sollte nun "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" mein erstes Buch dieser Autorin werden.

Das Buch ist hierbei wie ein klassischer Horrorroman aufgebaut. Wir haben die Familie Blackwood, die im Dorf nicht sonderlich beliebt ist. Dies muss auch Merricat wieder einmal am eigenem Leib erfahren, als sie dort einkauft. Es bleibt lange Zeit sehr geheimnisvoll, denn natürlich weiß der Leser nicht, warum genau die Blackwoods im Ort so verhasst sind.

Sehr atmosphärisch wird dann aber eine "alte" Geschichte über einen schrecklichen Vorfall aufgerollt. Obwohl das Buch mit seinen 224 Seiten doch recht kurz ist, war es für mich hier doch ein sehr intensives Leseerlebnis. Ich habe sogar gemerkt, wie ich durchwegs eine Gänsehaut hatte. In erster Linie lag dies wohl an dem unheimlichen Schloss als Schauplatz, zum anderen aber auch an dem doch recht sonderbaren Familienleben.

Merricat, die hier mehr oder weniger im Mittelpunkt der Geschichte steht, empfand ich als ungemein interessanten Charakter. Sie wünscht sich eigentlich nichts mehr, als von einem geflügelten Pferd abgeholt zu werden und auf dem Mond zu leben - weit weg von allen Menschen und in völliger Ruhe.

"Wir haben schon immer im Schloss gelebt" hat mir ein paar unheimliche Lesestunden verschafft. Zeitgleich besitzt das Buch auch eine gewisse Kritik gegenüber einer Gesellschaft, die, heute wie damals, doch recht schnell urteilt und auch verurteilt. Gerade das Ende fand ich daher ungemein passend, wenngleich auch sehr melancholisch!




"Wir haben schon immer im Schloss gelebt" war mein erster Roman von Shirley Jackson und ich war überwältigt von der Atmosphäre, die sie sowohl innerhalb des Schlosses, als auch zwischen den einzelnen Familienmitgliedern aufbaut. Es ist nicht primär ein Horrorroman, hat bei mir aber für Gänsehaut gesorgt und war daher mal wieder ein echtes Highlight!

Donnerstag, 2. Januar 2020

[Rezension] Christine - Stephen King

Titel: Christine
Autor:  Stephen King
Genre: Roman, Horrorroman
Erscheinungsdatum: 8. Februar 2011
Anzahl der Seiten: 896
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

Begonnen: 29.10,19
Beendet: 05.11.19



"Eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung: Arnie liebt seine Freundin Leigh und "Christine", seinen 1958er Plymouth Fury. Aber das Auto lebt. Und es ist tödlich eifersüchtig."




Autos haben mich noch nie sonderlich interessiert, weswegen ich wohl "Christine" nie gelesen habe. Durch einen Bücherschrankfund wollte ich aber gerade zu Halloween mal wieder ein Buch von Stephen King lesen und ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung. Ich hätte mir kaum ein passenderes Werk vorstellen können - zumal ich ja auch im Auto lebe!

Überrascht hat mich hier auf jeden Fall, dass hier die Anfänge der Geschichte nicht von Arnie selbst erfahren, sondern von Dennis, seinem besten Freund. Er ist dabei, als Arnie das schrottreife Auto vor einem Haus stehen sieht und natürlich versucht er ihn von dem Kauf abzubringen.

Dennis ist ein guter Freund, der natürlich schnell merkt, dass dieses Auto seinem Freund nicht gut tut. Arnie hat plötzlich kaum noch Zeit und ist nur noch in der Werkstatt, um an Christine herumzuschrauben. Dabei verwandelt er sich zunehmend in eine ganz andere Person.

Die Vorgeschichte von dem 1958er Plymouth Fury empfand ich hier als besonders unheimlich. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass ich einmal Angst vor einem Auto haben könnte, aber Stephen King hat es hier tatsächlich geschafft.

"Christine" besitzt dabei eher einen unterschwelligen Horror. Da wir das Geschehen erst einmal von Dennis erfahren, bleibt da eine gewisse Distanz zu Arnie, aber auch dem Auto, aber diese braucht der Leser am Anfang auch erst mal, um Mitgefühl zu entwickeln. Erst dann beginnt die zerstörerische Wut Christines und endet in einem genialen Showdown.





Ich hätte mir für das diesjährige Halloween kein besseres Buch vorstellen können. "Christine" hat mich, wie zahlreiche King-Bücher zuvor, magisch in den Bann gezogen und mir stellenweise eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen!