Freitag, 6. März 2020

[Rezension] Spuk in Hill House - Shirley Jackson

Titel: Spuk in Hill House
Autor:  Shirley Jackson
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2019
Anzahl der Seiten: 320
Cover und Inhaltsangabe: © Festa


Begonnen: 27.01.2020
Beendet: 31.01.2020



"Vier Menschen betreten die alte Villa, die als Hill House bekannt ist. Sie wollen die übernatürlichen Phänomene, die sich angeblich darin ereignen, untersuchen.
Die vier werden etwas Böses erleben, das sich ihrer Kontrolle und ihrem Verstand entzieht. Sie können unmöglich wissen, dass sie von dem Haus selbst angelockt wurden und welche bösen Pläne es verfolgt …"




Nachdem ich vor kurzem "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" von Shirley Jackson gelesen habe, stand für mich fest, dass ich mich nun endlich mal an den bereits 1959 erschienenen Gruselroman "Spuk in Hill House" wagen wollte.

Ich muss zu Beginn der Rezension erwähnen, dass ich sowohl die Verfilmung "Das Geisterschloss", als auch die Netflixserie bereits kannte. Dadurch bin ich hier wahrscheinlich mit höheren Erwartungen an diese Geschichte herangetreten. Tatsache ist, dass Shirley Jacksons Werk hier nichts mit den Verfilmungen gemein hat und hier eher einen sehr subtilen Horror verbreitet, gleichzeitig wieder recht schräge und undurchsichtige Charaktere in den Fokus stellt.

So bekommen hier die beiden Frauen Eleanor und Theodora die Einladung eines Forschers, der am Paranormalen interessiert zu sein scheint. Mit ihm und dem zukünftigen Erben von Hill House sollen die beiden einige Zeit in dem Spukhaus verbringen und schauen, was dort so passiert.

Im Zentrum der ganzen Geschichte steht definitiv Eleanor, die ihren Platz in der Welt nicht so recht zu kennen scheint und auch auf Hill House recht verloren und manchmal auch ungemein naiv und kindlich wirkt. Sie fand ich als Charakter noch interessant, denn er lädt zu Interpretationen ein, doch Theodora, Dr. Montague und der zukünftige Erbe Luke blieben für mich von ihrer Art doch recht schleierhaft.

So wirken alle Anwesenden erst einmal wie Leute, die nur in das Haus gekommen sind, um ihren Spaß zu haben. Als dann das Haus zum Leben erwacht, reagieren sie dann auch weniger besorgt als erfreut. So hatte ich in diesem Roman keine Person gefunden, die echte Angst verspürt hat und demzufolge wollte sich dieses Gefühl bei mir auch nicht einstellen.

Die Atmosphäre, die Hill House verströmt, fand ich einzigartig. Die Vorgeschichte, die kurz erzählt wird, empfand ich auch als absolut stimmig, aber es hätten für mich hier doch mehr Parallelen gezogen werden können. So wirkte das Haus auf mich nicht so böse wie von der Autorin beabsichtigt, was für mich in erster Linie wohl daran lag, dass Eleanor sich ungemein wohl dort fühlt und demzufolge die gruseligen Dinge, die so passieren, einfach hinnimmt. So fühlte ich mich als Leser dazu gezwungen, den "Spuk" auch eher als "normal" zu betrachten.

Ich habe versucht, mich in die Zeit zurückzuversetzen, in der das Buch spielt, aber auch das hat mich leider nicht tiefer in die Geschichte abtauchen lassen. Mir war "Spuk in Hill House" teilweise zu wirr und zu dialoglastig. Im Gegensatz zu "Wir haben schon immer im Schloss gelebt", das ich wirklich grandios fand, waren mir hier die Charaktere leider auch eine Spur zu schräg. Zwar fand ich das Ende wirklich gut und passend, aber gegruselt habe ich mich leider nicht ...



Durch die Verfilmungen trat ich wohl mit zu hohen Erwartungen an "Spuk in Hill House" heran. So empfand ich Eleanor zwar als interessanten, wenngleich doch sehr schrägen Charakter, aber ich hätte innerhalb dieser "Forschergruppe" doch etwas mehr Ernsthaftigkeit gebraucht, um die Atmosphäre, die definitiv vorhanden war, richtig auszukosten ...


Mittwoch, 4. März 2020

[Rezension] Der Strand - Alex Garland

Titel: Der Strand
Autor:  Alex Garland
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. April 1999
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe: © Goldmann


Begonnen: 24.01.2020
Beendet: 28.01.2020



"Der junge Engländer Richard ist mit dem Rucksack in Thailand unterwegs. Er reist abseits der überfüllten Routen des Massentourismus, auf der Suche nach dem einzigartigen Abenteuer. Als er einen entlegenen Strand entdeckt, glaubt er, am Ziel seiner Träume angelangt zu sein: weißer Sand und farbige Korallengärten, umgeben von tropischem Dschungel. Nur eine kleine Gruppe junger Leute teilt die Idylle mit ihm. Doch plötzlich zeigt der Strand sein wahres Gesicht – und entpuppt sich als grausame Hölle, die sie alle zu vernichten droht ..."




Im kalten Januar bin ich gedanklich mit diesem Buch nach Thailand gereist und habe mich zusammen mit dem Engländer Richard und dem französischen Paar Francoise und Etienne auf eine abgelegene Insel begeben. "Der Strand" war wieder einmal ein zufälliger Bücherschrankfund, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat.

Sehr atmosphärisch lässt der Autor uns hier erst einmal Thailand erkunden und das an der Seite eines doch recht schrägen Protagonisten. Richard ist kein normaler Backpacker, vielmehr ist er vom Krieg begeistert und liebt gleichzeitig den Nervenkitzel. Kein Wunder also, dass er, als ein Mann in seinem Hotel ihm von einem wundervollen Strand erzählt, sofort aufbrechen will.

Die ganze Reise zum Strand ist hierbei schon ein kleines Abenteuer. Doch im Fokus steht natürlich die "Inselkommune", die sich hier niedergelassen hat und fern der Gesellschaft lebt. Auf den ersten Blick scheint dieses Inselleben perfekt. Jeder ist für eine Arbeit eingeteilt, es gibt genug essen und natürlich Gleichgesinnte. Doch natürlich entwickelt sich dann doch noch alles in einen regelrechten Albtraum!

"Der Strand" besitzt auf jeden Fall einige Parallelen zu William Goldings "Herr der Fliegen". Allerdings haben wir hier junge Erwachsene, die sich zu einer kleinen Gemeinschaft zusammenschließen und sich aus eigenem Entschluss abkapseln.

Besonders spannend ist in diesem Roman neben dem Inselleben der Protagonist Richard. Er ist kein normaler junger Mann, vielmehr scheint er immer auf der Suche nach Nervenkitzel zu sein und bringt sich und auch andere dadurch in Gefahr. Ich empfand ihn als sehr vielschichtigen Charakter, dessen Verhalten zu eigenen Interpretationen auffordert. So ist er kein echter Held, sondern sticht eher dadurch hervor, dass er alles andere als perfekt ist.

Ich habe das Buch förmlich verschlungen und bin regelrecht begeistert von diesem Debüt, dass sowohl sprachlich, als auch inhaltlich komplett überzeugt. Ein mutiges Werk, das voller Hoffnung steckt und dennoch auch die Schattenseiten eines Ortes zeigt, der einen zeitweise vielleicht wirklich wie das Paradies vorkommt!




Für mich war "Der Strand" eine sehr abenteuerliche Reise auf eine einsame Insel, auf der sich Hoffnung bald in pure Verzweiflung verwandelt. Ein tolles Debüt!

Montag, 2. März 2020

[Rezension] Ein Cottage in den Highlands - Sandra Pulletz

Titel: Ein Cottage in den Highlands
Autor:  Sandra Pulletz
Genre: Roman, Liebesroman
Erscheinungsdatum: 2. März 2020
Anzahl der Seiten: 286
Cover und Inhaltsangabe: © Forever



"Maires Leben besteht nur aus Arbeit, denn als Tierärztin auf der schottischen Halbinsel Skye, gibt es immer etwas für sie zu tun. Und dann sind da auch noch ihr Vater und das Farmhaus, die ihre Aufmerksamkeit verlangen. Der amerikanische Hilfsarbeiter Caden, der ihnen zur Hand gehen soll, kommt ihr da gerade recht. Nur, dass sie plötzlich Gefühle spürt, die sie seit Jahren nicht mehr hatte, überrascht Maire. Mit der Zeit kommen die beiden sich immer näher. Doch Caden ist nicht der, für den Maire ihn hält und die Lügen zwischen ihnen, drohen alles zu zerstören. Können sie gemeinsam der Wahrheit ins Auge blicken?"




Bisher habe ich alle Bücher von Sandra Pulletz verschlungen und war froh, dass ich auch ihr neuestes Werk schon im Vorfeld lesen durfte. "Ein Cottage in den Highlights" beschreibt hier die Geschichte von Maire, die auf einer schottischen Halbinsel lebt und als Tierärztin arbeitet. Dabei lernen wir sie als Leserin erst einmal bei der Arbeit kennen. Eine sehr aufopferungsvolle Arbeit, denn sie kümmert sich um alle Tiere auf der Insel und ist eigentlich immer zu im Einsatz. Es ist also kein Wunder, dass für die Liebe augenscheinlich kein Platz in ihrem Leben ist.

Als Gegenpol lernen wir erst einmal Caden kennen, der eigentlich aus einem speziellen Grund auf die Insel und zum Cottage von Maires Vater gekommen ist. Ein Grund, den er Maire, die ihm immer näher kommt, erst einmal verschweigt, was sich natürlich im Verlauf des Romans als großer Fehler herausstellt.

Ich mochte hier beide Charaktere sehr gerne, denn wie es so ist, verstehen sie sich anfangs nicht besonders gut und finden erst, als sie einander besser kennenlernen heraus, was sie füreinander fühlen. Solche Geschichten gefallen mir stets viel besser als diese typischen "Liebe auf den ersten Blick"-Storys und so hat mich auch das langsame Zueinanderfinden von Maire und Caden absolut in den Bann gezogen.

Natürlich gibt es hier auch wieder ein großes Hin und Her bevor die beiden wirklich zusammen kommen und einige Missverständnisse, die mich absolut an das Buch gefesselt haben. Wieder einmal hat Sandra Pulletz einen tollen Schauplatz gewählt, zwei wundervoll liebenswürdige Charaktere geschaffen und eine Story zu Papier gebracht, die keinen Moment langweilig wird!




Mit "Ein Cottage in den Highlands" hat Sandra Pulletz einen wundervollen Liebesroman geschaffen, der mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen und nach Schottland entführt hat! Mehr davon!


Samstag, 29. Februar 2020

[Rezension] Dr. Jekylls Erbe - Robert Bloch, Andre Norton

Titel: Dr. Jekylls Erbe
Autor:  Robert Bloch, Andre Norton
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Februar 1995
Anzahl der Seiten: 281
Cover und Inhaltsangabe: © Lübbe


Begonnen: 21.01.2020
Beendet: 23.01.2020



"Eine Zetungsannonce in dem Lieblingsbuch ihres soeben verstorbenen Vaters bringt es an den Tag: Die junge Hester Lane kann Anspruch auf das Erbe des berühmten Dr. Jekylls anmelden, der unter mysteriösen Umständen  den Tod fand. So verlässt Hester Lane ihre kanadische Heimat und taucht in das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ..."





Vor kurzem habe ich Robert Bloch für mich entdeckt und "Dr. Jekylls Erbe", das er gemeinsam mit der Fantasyautorin Andre Norton geschrieben hat, war für mich ein sehr überraschender Bücherschrankfund. So wird von dem Autorengespann hier "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson fortgesetzt.

Die Geschichte selbst beginnt hier recht harmlos und ruhig. Wir lernen erst einmal Hester kennen, die von Kanada nach England kommt und sich ein eigenes Leben aufbauen will. Dabei versucht sie sich als Journalistin bei einer Zeitung und kommt so in Kontakt mit der Heilsarmee. Dann stellt sich jedoch heraus, dass sie die Erbin des legendären Dr. Jekylls ist und das Grauen entfaltet sich ...

Das Buch wird auf dem Cover als "historischer Schocker" bezeichnet und das ist hier sehr treffend. In der ersten Hälfte begleiten wir erst einmal Hester Lane, wie sie versucht, in London zu leben und dadurch auch die dunklen Seiten der Stadt kennenlernt. Auch wenn die Geschichte hier sich erst einmal nur langsam entwickelt, empfand ich sie doch als sehr atmosphärisch.

Interessant ist auf jeden Fall, dass wir hier auch die Charaktere aus der Originalgeschichte wiederfinden. So ermittelt hier Inspektor Newcomen und auch der Rechtsanwalt Utterson tritt wieder auf. Es ist jedoch auch ein Buch, das sich ohne Vorwissen lesen lässt, denn natürlich wird die bekannte Geschichte von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" hier noch einmal aufgerollt.

Nach der ersten Hälfte und nachdem Hester Lane dann endlich das Erbe antritt, verwandelt sich der Roman dann tatsächlich in einen echten Schocker. Dabei hat mich hier das doch sehr unerwartete Ende auf jeden Fall überzeugt. Es ist ein toller Gruselroman, der noch einmal die guten und die bösen Seiten eines Menschen aufzeigt!



Wieder einmal habe ich einen kleinen Schatz aus einem Bücherschrank gefischt. "Dr. Jekylls Erbe" ist hier ein sehr atmosphärischer Gruselroman, der die Geschichte rund um "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" sehr originell fortsetzt!

Donnerstag, 27. Februar 2020

[Rezension] Auf der Suche nach Rebecca - Eoin Dempsey

Titel: Auf der Suche nach Rebecca 
Autor:  Eoin Dempsey
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 7. April 2015
Anzahl der Seiten: 360
Cover und Inhaltsangabe: © Amazon Crossing


Begonnen: 20.01.2020
Beendet: 24.01.2020



"Nichts konnte Christopher und Rebecca voneinander fern halten, weder ihre Eltern, noch ihr Verlobter. Aber als der Zweite Weltkrieg die Insel Jersey erreicht, wird Rebecca nach Europa verschleppt. Christophers Familie wird ins heimische Deutschland deportiert, wo er sich freiwillig für die SS meldet, weil er nichts ungetan lassen möchte, um die Frau zu retten, die er liebt.

Er wird nach Auschwitz versetzt und stellt fest, dass er die gestohlenen Gelder der Opfer überwachen soll. Seine neue Position könnte ihm ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Aber wird ihm das die Kraft geben, wagemutig sein neues Schicksal in die Hand zu nehmen, das sein Leben und das der anderen für immer verändern könnte?"




"Auf der Suche nach Rebecca" ist das Debüt des in Amerika lebenden Schriftstellers Eoin Dempsey und meiner Meinung nach ein Erstlingswerk, das sich wirklich sehen lassen kann. Der Autor beschreibt hier zu Beginn die Liebesgeschichte von Christopher und Rebecca, die sich beide bereits seit Kindheitstagen kennen und viele Höhen und Tiefen erleben.

Die Vorgeschichte der beiden mochte ich sehr, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um mit beiden Charakteren warm zu werden. Mir hat hier tatsächlich ein wenig Charaktertiefe gefehlt .- besonders bei Rebecca, die für mich lange nur das Mädchen, das Christopher eben liebt, war.

Manche Handlungen konnte ich am Anfang nicht so ganz nachvollziehen. Beispielsweise Christophers Vater, der seinen Sohn plötzlich von Rebecca fernhält, obwohl dieser das Mädchen eigentlich fast schon als Tochter betrachtet. Da dies aber ein Debüt ist, konnte ich darüber hinwegsehen und war doch überrascht, in welche Richtung sich das Buch dann noch entwickelt.

So bricht hier nämlich der zweite Weltkrieg aus und wir landen mit Christopher bei der SS in Auschwitz. Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht primär als Liebesroman gelesen habe, sondern eher als historischen Roman. Der Teil, der im Konzentrationslager spielt, hat mich tatsächlich mitgenommen und teilweise, aufrund der vielen Grausamkeiten, wirklich sprachlos gemacht!

Ich mochte Eoin Dempseys Schreibstil hier sehr gerne. Er ist eindringlich und leicht, auch wenn es an manchen Stellen doch noch an etwas Gefühl fehlt. So ging mir die Geschichte selbst zwar nahe, aber doch nicht nahe genug. Ich muss zudem gestehen, dass mir das Ende etwas zu überladen war, zu positiv, zu sehr in Richtung "Happy End" gedrängt. Doch von dieser Kritik abgesehen war "Die Suche nach Rebecca" dennoch ein sehr eindringlicher Roman, der mich nicht nur unterhalten, sondern auch aufgezeigt hat, wie grausam Menschen sein können ...




"Die Suche nach Rebecca" war für mich eher ein historischer Roman als eine Liebesgeschichte. So empfand ich besonders Christophers Zeit bei der SS im Konzentrationslager hier sehr fesselnd und gleichzeitig ungemein schockierend!

Montag, 24. Februar 2020

[Rezension] Tür ins Dunkel - Dean Koontz

Titel: Tür ins Dunkel
Autor:  Dean Koontz
Genre: Roman, Horror
Erscheinungsdatum: 1990
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe: © Heyne Verlag


Begonnen: 16.01.2020
Beendet: 19.01.2020



"Nach seiner Scheidung verschwindet Dylan McCaffey mit seiner kleinen Tochter spurlos. Sechs Jahre später entdeckt die Polizei seine Leiche – auf bestialische Weise zugerichtet. Stunden danach wird seine Tochter von Streifenpolizisten aufgelesen, nackt und völlig verstört. Melanie ist das Opfer grausamer psychischer Experimente, die außer Kontrolle geraten sind. Alle an den Experimenten beteiligten Personen sterben eines gewaltsamen Todes."




Und wieder habe ich ein Buch von Dean Koontz im Bücherschrank gefunden und da ich ihn im vergangenen Jahr wieder für mich entdeckt habe, stand schnell fest, dass ich nun nach und nach alle seine Werke näher betrachten werde.

"Tür ins Dunkel" erinnert von der Story ein wenig an "Stranger Things". Wir haben hier ein Mädchen, an dem offensichtlich grausame Experiment durchgeführt wurden. Diese Experimente haben allerdings ein Ende, als ihr Vater und zwei seiner Kollegen tot aufgefunden werden und das Mädchen endlich wieder zur Mutter zurückkehrt. Doch der wahre Horror beginnt hier erst ...

Dean Koontz Schreibstil ist wie immer locker und leicht, wodurch ich schnell in der Geschichte hineingefunden habe. Die Experimente selbst und das Thema Astralreisen empfand ich hier als äußerst gelungen, allerdings hätte ich mir hier noch mehr Hintergrundwissen gewünscht.

Die Story selbst erstreckt sich im Grunde nur auf zwei Sichten. Wir haben die Mutter, die nun feststellt, dass etwas mit ihrem Kind nicht stimmt und dann den Polizisten Dan, der sich hier von Anfang an für sie einsetzt. Der Grund dafür hat sich mir nicht so recht erschlossen, da es doch so wirkte, als würde er allein aus Sympathie oder Anziehungskraft handeln.

Schade ist hier auf jeden Fall, dass Melanie, das Kind, nur eine Nebenfigur bleibt, obwohl sie eigentlich im Zentrum des ganzen steht. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas träge und kommt nur langsam voran. Besonders den Polizeistrang empfand ich als zu unwichtig und daher störend. Dan als Helden hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht, mehr interessante und originelle Charaktere wie beispielsweise in "Bote der Nacht" hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.

"Tür ins Dunkel" bietet kaum Überraschungen. Es ist ein Buch, das sich locker und leicht lesen lässt, Dean Koontz aber sicher nicht von seiner besten Seite zeigt. Für mich war die Geschichte sehr vorherhsehbar und bot kaum große Spannungsmomente, was für mich auch an den Charakteren lag, mit denen ich leider nicht mitfiebern konnte ...



Ein solider Horrorroman, der aber mal wieder zeigt, dass Dean Koontz sein Niveau nicht so recht halten kann. Für mich leider eher eins seiner schlechteren Bücher, wenngleich sich diese Geschichte als Zwischendurchlektüre dennoch gut lesen lässt ...

Freitag, 21. Februar 2020

[Rezension] Nofretete - Das Buch der Toten - Nick Drake

Titel: Nofretete - Das Buch der Toten
Autor:  Nick Drake
Genre: Krimi, Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 2. Januar 2001
Anzahl der Seiten: 481
Cover und Inhaltsangabe: © Bastei Lübbe


Begonnen: 09.01.2020
Beendet: 17.01.2020



"Ägypten im 12. Jahr der Regierungszeit von Echnaton. Nofretete ist die mächtigste und schönste Königin der antiken Welt. Mit ihrem Mann Echnaton regiert sie ein Reich, das an Ruhm und Einfluss nicht mehr zu übertreffen ist. Doch plötzlich verschwindet sie.

Der junge Oberermittler von Theben, Rai Rahotep, erhält vom König persönlich den Auftrag, Nofretete zurückzubringen. Falls er Erfolg hat, wird ihm größte Ehre zuteil. Falls nicht, werden er und seine Familie sterben ..."




In diesem Jahr wurde wieder einmal mein Interesse für Ägypten geweckt. Besonders interessant finde ich die Regierungszeit von Echnaton und Tutanchamun und der Abwendung von Amun zum Sonnengott Aton. Dies wird auch in diesem Roman thematisiert.

Beginne ich aber erst einmal mit der Sprache und dem Schreibstil Nick Drakes. Ich muss zugeben, dass ich anfangs doch überrascht war, dass der Autor doch eine sehr moderne Sprache für seinen ägyptischen Roman ausgesucht hat. So gab es für mich zwar erst einmal keine großen Probleme beim Lesen, allerdings so ganz passend empfand ich diesen Stil nicht, da doch immer wieder zeitgenössische Begrifflichkeiten vorkommen.

Dennoch hat mich die Geschichte gerade am Anfang in den Bann gezogen. Hier lernen wir erst einmal den "Ermittler" Rahotep kennen, den Wahrheitssucher. Er wird zu Echnaton gerufen und soll rausfinden, was mit seiner Frau Nofretete passiert ist. Die schöne Königin ist verschwunden und Rahotep hat nun eine Woche Zeit, um herauszufinden, was mit ihr geschehen ist - andernfalls stirbt er.

Wie ein recht typischer Krimi beginnt Rahotep dann in der neuen Hauptstadt Achet-Aton zu ermitteln. So befragt er erst einmal die verschiedensten Leute, was für mich hier wahrlich der große Pluspunkt des Romans ist. So lernen wir viele aus der Geschichte bekannte Persönlichkeiten kennen, wie Eje, Haremhab und Thutmosis.

Besonders toll fand ich hier das Treffen mit Thutmosis, den Schaffer der Nofretete-Statue, die auch erwähnt wird. Hier hat ich tatsächlich jene tolle Atmosphäre gespürt, die ich mir von diesem Roman gewünscht hatte.

Leider verliert sich die Atmosphäre irgendwann, denn Rahotep ermittelt zwar, aber kommt nicht wirklich voran. Und das ist auch die große Schwachstelle dieses Romans: Rahotep führt den Leser nicht durch die Geschichte, nein, er wird selbst geführt. So beschränkt sich die Krimihandlung auf die Befragungen der verschiedenen Personen und dann offenbart sich die ganze Wahrheit leider wie aus dem Nichts.

Ich muss sagen, dass ich hier schon sehr enttäuscht war. Bis zu einem gewissen Punkt empfand ich das Kennenlernen der verschiedenen historischen Person als ungemein fesselnd, doch natürlich habe ich gemerkt, dass die Story dadurch einfach nicht vorankommt. So ist das Ende dann leider keine sonderlich große Überraschung, denn natürlich war, für alle, die sich ein wenig mit der Geschichte auskennen, klar, in welche Richtung das Buch sich entwickeln wird ...




"Nofretete - Das Buch der Toten" hat mich von der historischen Seite auf jeden Fall überzeugen können, auch wenn der Autor sich doch für einen sehr modernen Schreibstil entschieden hat. Die Krimihandlung verliert sich allerdings hier irgendwann und bei mir war, ab einen gewissen Punkt, einfach die Luft raus ...