Montag, 10. März 2025

[Rezension] Das fremde Mädchen - Katherine Webb

 


Titel: Das fremde Mädchen

Autor:  Katherine Webb

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 656
Cover: © Diana
Begonnen: 18.02.2025
Beendet: 21.02.2025



Im Jahre 1803 findet ein namenloses Mädchen zu einem Haus, in dem eine alte und eine junge Frau leben. Alice nimmt das Mädchen direkt bei sich auf und nennt es Starling. Sie versprechen einander, für immer Schwestern zu bleiben. Doch im Jahre 1821 arbeitet Starling in einem großen Anwesen für eine Mutter und ihren verwirrten Sohn Jonathan, den Starling seit Jahren verdächtigt, Alice getötet zu haben. Erst als Rachel, die Alice so ähnlich sieht, in Jonathans und Starlings Nähe kommt, löst sich ein düsteres Geheimnis.

"Das fremde Mädchen" konnte mich von der ersten Seite an in den Bann ziehen. Zum einen wird die sehr berührende Geschichte von Alice erzählt, die ein junges Mädchen aufnimmt und sich unsterblich in Jonathan verliebt, der allerdings schon einer anderen versprochen ist. Der Hauptstrang erzählt allerdings von Rachel, die gerade einen sehr schwierigen Mann geheiratet hat und sich plötzlich zwischen Jonathan und Starling wiederfindet. Interessant ist, wie die beiden zueinander finden und gemeinsam die Tragödie rund um Alice und ihr Verschwinden aufdecken.

Bei Büchern mit über 600 Seiten bin ich immer etwas vorsichtig, da es oft zu Längen kommt, doch Katherine Webb treibt die Geschichte mühelos und sehr leicht voran, sorgt für Atmosphäre und Nähe zu den Charakteren. Durch einen ausgesprochen flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin.

Mich konnte das Buch berühren, überraschen und auch schockieren, denn das, was Alice widerfahren ist, hat mich sehr mitgenommen. Die Charaktere mit all ihren Fehlern haben mir genauso gefallen wie das hoffnungsvolle Ende! 


Katherine Webb schafft es, hier auf über 600 Seiten eine berührende, atmosphärische und sehr überraschende Geschichte über ein dunkles Geheimnis zu erschaffen, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wirkt! Ein tolles Werk!

Ich vergebe 5 von 5.


Samstag, 8. März 2025

[Rezension] Dunkle Schatten - Marcia Muller

 


 Titel: Dunkle Schatten

Autor:  Marcia Muller

Genre: Roman, Thriller

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 384
Cover: © Argon
Begonnen: 14.02.2025
Beendet: 19.02.2025


Dreizehn Jahre ist das Massaker im Canyon nun her, als die Leiche einer jungen Frau angeschwemmt wird und der Autor Guy Newberry über den damaligen, bisher ungelösten Fall schreiben will. Die Polizistin Rhoda Swift hat alle Hände voll zu tun, denn sie war es, die damals Beweismittel verschlampt hat ...

"Dunkle Schatten" besitzt einen spannenden Einstieg, denn wir erfahren von Chrystals letzten Stunden. Als ihre Leiche gefunden wird, verliert sich diese Spannung jedoch, denn wir erfahren erst einmal nur Bruchstückchenhaft von dem Massenmord im Cascada Canyon. Schade ist hier, dass alles, was damals geschah, nicht in einem eigenen Strang erzählt wird und sich daher nur in den Gesprächen recht oberflächlich zusammensetzt.

Die Polizistin Rhoda und der Autor Guy übernehmen die Ermittlungen und - wie sollte es auch anders sein - kommen sich dabei auch privat näher. Für mich hätte es diese typische Liebesgeschichte in dem Buch nicht gebraucht.

"Dunkle Schatten" ist ein recht typischer Roman, der verzweifelt versucht, ein Thriller oder Krimi zu werden, dafür aber zu ruhig erzählt wird. Es gibt einige starke Momente, doch so recht fesseln konnte mich das Buch ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Auch vom Showdown und vor allem der Auflösung hätte ich mir noch einen größeren Knall erhofft. So werde ich dieses Buch aber wohl recht schnell wieder vergessen haben.


"Dunkle Schatten" von Marcia Muller weiß zu Beginn noch zu fesseln, lässt dann aber recht schnell nach. Ein eher durchschnittlicher Roman, der unbedingt ein Thriller oder Krimi sein will, sich aber in einer viel zu tiefen Ruhe verliert.

Ich vergebe 3 von 5.

Donnerstag, 6. März 2025

[Rezension] Ein Lied für meine Tochter - Jodi Picoult

 


 Titel: Ein Lied für meine Tochter

Autor:  Jodi Picoult

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 576
Cover: © Lübbe
Begonnen: 13.02.2025
Beendet: 18.02.2025


Zoe versucht sein Jahren schwanger zu werden. Nachdem sie ein weiteres Baby verliert, hält ihr Mann Max den Druck nicht mehr aus. Er lässt sich Scheiden und findet Trost in einer christlichen Gemeinde, während Zoe sich neu verliebt - in eine Frau. Zoe und Vanessa wollen unbedingt ein Kind bekommen, doch Max ist dagegen, dass die beiden Eltern werden dürfen und er hat ebenfalls ein Recht auf die vor Jahre eingefrorenen Embryonen ...

Jodi Picoults Bücher durchleuchten stets sehr sensibel, gefühlvoll und auch sehr ehrlich das Leben von Menschen, die zu kämpfen haben. In diesem Buch sind es Zoe und Vanessa, die für die Akzeptanz ihrer Beziehung in einem Staat, in dem Ehen zwischen Homosexuellen noch immer nicht erlaubt sind, kämpfen müssen. Die beiden wollen ein gemeinsames Kind, doch Zoes Expartner ist dagegen. Es beginnt eine Gerichtsverhandlung, die kaum spannender sein könnte.

Mich hat auch dieses Werk von dieser einzigartigen Autorin wieder zu Tränen gerührt. Die Charaktere mit all ihren Fehlern sind absolut gelungen. So ist da Max, der zu der Gemeinde kommt, dort wirklich eine Zuflucht finden und gar nicht merkt, wie veraltet die Bibelverse sind, die Pastor Clive predigt. In Bezug auf die Kirche verspürte ich jede Menge Wut beim Lesen.

Wunderschön hingegen ist die Liebesgeschichte zwischen Zoe und Vanessa, die sich ganz sanft entwickelt und im Anschluss vor eine harte Probe gestellt wird. Ein wundervolles und aktuelles Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, jeden Menschen dasselbe Recht zuzusprechen!


Auch dieses Buch von Jodi Picoult konnte mich wieder tief berühren und an etlichen Stellen zum Weinen bringen. Eine wundervolle Autorin

Ich vergebe 5 von 5.

Dienstag, 4. März 2025

[Rezension] Marthas Geheimnis - Brigitte Aubert

 


Titel: Marthas Geheimnis

Autor:  Brigitte Aubert

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 254
Cover: © btb
Begonnen: 12.02.2025
Beendet: 14.02.2025


Georges Lyon gibt vor, jeden Tag zu seiner Arbeit bei einer Firma aufzubrechen - in Wahrheit ist er jedoch Teil einer Verbrecherbande und steht kurz vor seinem nächsten Bankraub. Doch dann sieht er plötzlich Martha mit einem Mann und er erkennt, dass seine große Liebe noch ein größeres Geheimnis als er selbst hat ...

Nachdem mir "In Dunkel der Wälder" von Brigitte Aubert so gut gefiel, war ich froh, noch zwei weitere Bücher dieser doch sehr ausgefallenen Schriftstellerin entdeckt zu haben. "Marthas Geheimnis" besitzt dabei eine sehr mysteriöse Ausgangslage. Wir erleben, wie Georges ein Doppelleben führt und wie er gleichzeitig herausfindet, dass auch seine Freundin Martha nicht einfach nur brav daheim auf ihn wartet. 

Während der Leser zu Beginn noch nicht weiß, ob Georges sich alles nicht vielleicht nur einbildet, wird die ganze Story immer verrückter. Zum einen gibt es nach dem Banküberfall jede Menge Stress für Georges, der überraschend viele Menschen beseitigen muss, zum anderen wird er auch noch von seiner eigenen Vergangenheit überrollt.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser dieses Buch als zu überdreht und einfach als "to much" empfinden werden, vor allem als auch die dunkle deutsche Geschichte noch eine große Rolle spielt und Georges sich in einen wahren James Bond verwandelt, der jede Menge einstecken muss. An "Im Dunkeln der Wälder", das auf ganz andere Art für Spannung und Atmosphäre gesorgt hat, reicht dieses Buch für mich nicht heran. Dennoch besitzt es einen guten Unterhaltungswert und irgendwie muss man wahrlich darüber schmunzeln, was für eine wahnwitzige Story man am Ende hier gelesen hat.


Mein zweites Buch von Brigitte Aubert war ein ganz anderes Leseerlebnis. Statt Atmosphäre erzeugt die Autorin hier eher eine sehr verrückte und auch etwas absurde Geschichte, die zum Glück aber einen großen Unterhaltungswert besitzt!

Ich vergebe 4 von 5.

Sonntag, 2. März 2025

[Rezension] Die Katze, die nicht sterben wollte - Inger Frimansson

 


Titel: Die Katze, die nicht sterben wollte

Autor:  Inger Frimansson

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 384
Cover: © btb
Begonnen: 11.02.2025
Beendet: 13.02.2025


Ein Mann, der seit dem Tod seiner Mutter alleine lebt, schleicht um ein Sommerhaus herum. Er ist harmlos, doch das wissen Beth und Ulf nicht, denn sie denken, er wäre einer von zwei entflohenen Häftlingen. Schnell eskaliert es. Beth erschlägt den Mann und muss mit Ulf die Leiche beseitigen ...

Die Autorin Inger Frimansson stellt für mich eine wundervolle Neuentdeckung dar. Ich mag Krimis und Thriller mit Tiefgang, die unter die Haut gehen, atmosphärisch sind und tief in dunkle Abgründe eintauchen. Genau solch ein Buch ist "Die Katze, die nicht sterben wollte". 

Aus drei Sichtweisen wird hier eine sehr tragische Geschichte erzählt. Zum einen ist da der namenlose Mann, der so still stirbt wie er gelebt hat und dann einfach begraben wird. Es gibt jedoch tatsächlich jemand, der ihn vermisst und sucht. Im Mittelpunkt steht allerdings Beth, die nun von ihrer Schuld verfolgt wird - sogar bis nach Afrika. Es ist eine Schuld, die wie ein tapferes Kätzchen einfach nicht sterben will ...

Sehr eindringlich und melancholisch zeichnet die Autorin das Bild von Menschen, die Verluste erleben, falsche Entscheidungen treffen und am Abgrund herumtanzen. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch weitere Bücher in diesem Stil von ihr lesen darf!


Inger Frimansson hat mich mit diesem Krimi/Thriller, der Tiefgang und Atmosphäre besitzt voll und ganz überzeugt. Für mich eine starke Neuentdeckung!

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 28. Februar 2025

[Rezension] Wer heute lügt, ist morgen tot - Thomas Enger

 


Titel: Wer heute lügt, ist morgen tot

Autor:  Thomas Enger

Genre: Jugendthriller

Erscheinungsjahr: 2019

Seitenzahl: 320
Cover: © cbt
Begonnen: 09.02.2025
Beendet: 12.02.2025


Evens Freundin Mari wird am Morgen nach einem Schulfest tot zusammen mit einem von Evens Bandkollegen aufgefunden. Sie hatte am Abend zuvor mit Even per SMS Schluss gemacht. Plötzlich wird Even zum Verdächtigen, denn ein Video taucht auf und ein Schüler behauptet, Even beim Fest gesehen zu haben. Even versucht alles, um seine Unschuld zu beweisen, doch will er wirklich herausfinden, wer der wahre Mörder ist und wieso Mari ihn verlassen wollte?

"Wer heute lügt, ist morgen tot" ist ein Jugendthriller, der durch die Erzählform direkt in den Bann zieht. Wir lernen Even nämlich im Gerichtssaal kennen, in dem er über die Zeit nach dem Mord an seiner Freundin spricht. So entsteht nach und nach das Bild von seiner Beziehung zu Mari, aber auch von seiner verzweifelten Suche nach Antworten. Antworten, die seine ganze Welt zerstören ...

Thomas Enger erzeugt einen angenehmen Spannungsbogen, auch wenn für mich schon früh gewisse Dinge eine Spur zu ersichtlich waren. Der Protagonist braucht erstaunlich lange, um die Zusammenhänge zu verstehen. Das hat mich ein klein wenig ungeduldig werden lassen zum Ende hin. Die Offenbarung des Mörders bringt noch eine gute Wendung mit sich. Ich habe das Buch gerne gelesen.


"Wer heute lügt, ist morgen tot" ist ein interessant aufgebauter Jugendthriller mit einem guten Spannungsbogen, bei dem sich nur gewisse Hintergründe schon zu früh abzeichnen. 

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 27. Februar 2025

[Rezension] Ein langes Wochenende: Und dein Mörder wartet schon - Gilly Macmillan

 


Titel: Ein langes Wochenende: Und dein Mörder wartet schon

Autor:  Gilly Macmillan

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2023

Seitenzahl: 413
Cover: © Blanvalet
Begonnen: 06.02.2025
Beendet: 11.02.2025


Drei Frauen wollen gemeinsam ein Wochenende in einem abgelegenen Ferienhaus verbringen. Ihre Ehemänner sollen am nächsten Tag eintreffen, doch schon bei ihrer Ankunft finden sie einen Brief, der anscheinend von einer weiteren Freundin stammt. Eine Freundin, die vorgibt, einen der Ehemänner getötet zu haben ...

Ein langes Wochenende besitzt zwei Stränge, die praktisch parallel verlaufen. Zum einen erfahren wir, was Ruth, Jayne und Emily im Ferienhaus erleben, als sie den Brief finden und versuchen, mit ihren Handys irgendwie ihre Männer zu erreichen. Der zweite Strang erzählt von dem Mörder, der in der Ferne einiges zu erledigen hat.

Die Cliffhanger und Wendungen sind in diesem Thriller gelungen und sorgen für einen konstanten Spannungsbogen. Die Autorin erzeugt viele Frage und sorgt dafür, dass bis zum Ende unklar ist, wer das Opfer und wer der Täter ist. Jede Frau und auch jeder Ehemann besitzt dabei eigene Probleme. Klar ist eigentlich nur, dass alles mit Edie zusammenhängen muss, die bei dem Ausflug nicht dabei ist, weil sie vor kurzem ihren Ehemann Rob bei einem tragischen Unfall verloren hat.

Durch die kurzen Abschnitte aus den unterschiedlichen Sichtweisen entsteht eine tolle Dynamik. Schade ist nur, dass die abgelegene Scheune gar nicht der Hauptschauplatz ist und es erst richtig interessant wird, als die Frauen abreisen. Das Ende ist durchaus passend, hat mich aber auch ein klein wenig enttäuscht, weil ich noch eine größere Überraschung erwartet hatte. Hier macht es sich die Autorin auch etwas zu leicht, alles zu Ende zu bringen. Dennoch aber ein solider und gut zu lesender Thriller!


"Ein langes Wochenende" ist ein Thriller mit einem tollen Spannungsbogen, der sehr viele Fragen aufwirft. Schade ist nur, dass die abgelegene Scheune nur kurz Schauplatz der Handlung ist und es sich die Autorin zum Ende hin eine Spur zu einfach macht.

Ich vergebe 4 von 5.