Titel: Mädchenmörder
Autor: Thea Dorn
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2020
Seitenzahl: 324
Cover: © Goldmann
Begonnen: 12.03.2026
Beendet: 16.03.2026
Thea Dorn wagt sich mit "Mädchenmörder" mutig an ein sehr schwieriges Thema, denn sie erzählt nicht nur von einer schrecklichen Entführung, sondern auch von einem Opfer, das sich schließlich emotional mit dem Täter verbündet und sogar davon überzeugt ist, dass da zwischen ihnen Liebe sein könnte.
Der Roman ist dabei sehr ungewöhnlich aufgebaut. Julia selbst erzählt ihre Geschichte in Form eines Buches, das die ganze Wahrheit beinhalten soll. Julia kommt dabei aber immer wieder an ihre Grenzen, denn sie schildert nicht nur die Entführung und den Missbrauch, sondern auch ihren eigenen Wandel von einem Opfer zur Mitwisserin, die eventuell sogar selbst eine Täterin ist.
Als Leser wusste ich gar nicht so genau, was ich für Julia empfinden sollte. Sie durchlebt tatsächlich die Hölle in den Fängen ihres Entführer, doch zeitgleich setzt die Zeit mit ihm auch etwas in ihr frei. Sie verändert sich und es stellt sich die Frage, ob sie nicht selbst auch ein Monster sein kann.
Mich hat diese Geschichte wirklich sehr mitgenommen, besonders im letzten Teil, in dem Julia beginnt, Briefe an ihren Entführer zu schreiben, um ihm nahe zu sein. Hier gibt es auch noch eine sehr bittere Überraschung. Vermutlich ist das Buch nicht für jeden Leser geeignet, doch für mich war spürbar, wie tiefgründig sich Thea Dorn mit dem ganzen Thema beschäftigt hat und sich ganz bewusst dazu entschieden hat, auch mal eine etwas dunklere Seite, die selten verstanden wird, zu präsentieren. Mir hat es gefallen!




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