Dienstag, 4. August 2026

[Spontane Leserunde] Die Taube - Patrick Süskind

 


Es geht weiter mit unserem Sommer der spontanen Leserunden, dieses Mal lesen Sandra Pulletz und ich Patrick Süskinds "Die Taube". Wer spontan mitlesen mag, kann sich uns gerne anschließen!

Leseabschnitte

1. Abschnitt - erstes Drittel

2. Abschnitt - zweites Drittel 

3. Abschnitt - letztes Drittel

17 Kommentare:

  1. Antworten
    1. Jonathan Noel ist über 50 und lebt in Paris. Wir erfahren einiges über sein bisheriges Leben. Kurz auch, dass seine Eltern deportiert wurden, als er noch klein war. Es wäre gut gewesen, hierzu noch mehr zu erfahren. Auf jeden Fall hat Jonathan eine Schwester, die später aber woanders hinzieht. Auch er ist ja von zuhause weg und nach Paris, wo er ein einfaches Zimmer bewohnt, dass er sogar nach und nach kaufen will. Eines Tages ist im Flur des Mitwohnhauses aber eine Taube und versetzt ihn in Angst und Schrecken. Er weiß gar nicht, wie er seine Wohnung nun verlassen soll und überlegt, in ein Hotel zu ziehen, solang die Taube da ist ...

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    2. Was für ein schräger Einstieg, mir gefiel ja schon der erste Satz total!
      Für die einen mag Jonathans Leben sehr trostlos erscheinen, er selbst behauptet aber glücklich und zufrieden zu sein. Sowohl mit seinem Job als Wachmann als auch mit seinem winzigen Zimmer.
      Doch dann ist da die Taube, die ihn aus der Fassung bringt und für ihn wohl ein Symbol für pures Chaos ist. Irgendwie sehr schräg, dass er ins Hotel will und sogar plant, nicht mehr zurückzukehren. Vielleicht hat er innerlich nur auf einen Moment gewartet, aus dieser Trostlosigkeit auszubrechen?

      Wie er meint, er wolle in einer Ehe eine monotone Ruhe und Ereignislosigkeit war wohl schon klar dass er ein einsames Leben führen wird. Keine Frau will wohl in solch einer Trostlosigkeit gefangen sein. Fragt sich nur, ob er sich da nicht auch nur an Gewohnheiten klammert ...

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    3. Ich hinterfrage jetzt nicht einmal, wieso er so Panik vor der Taube schiebt ... :D

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  2. Antworten
    1. Auf dem Weg zur Arbeit redet Jonathan mit der Concierge - ich hätte gar nicht gedacht, dass dies damals ein weiblicher Beruf war? Jedenfalls beschwert er sich über die Taube und seine eigene Wut auf sie kann er gar nicht äußern ... Also man merkt hier, er ist wohl doch nicht so selig und glücklich im Leben. Seit die Taube auftauchte, hat er irgendwie nur Pech ...

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    2. Die Taube sorgt ja echt für viel Chaos, aber auch dafür, dass Jonathan wohl wirklich merkt, dass er gar nicht so zufrieden mit seinem Leben ist wie er vorgibt.
      Das Gespräch mit der Concierge war schon lustig irgendwie, gleichzeitig aber auch bitter. Er hat sich da so reingesteigert mit der Hausordnung, während sie selbst gar keine große Sache in dem Auftauchen der Taube sah. Für ihn war das ja schon wie ein Weltuntergang.
      Dann der Landstreicher ... da redet er sich ja wieder ein, dass er ja zufrieden sein kann. Neid und eben auch der Vergleich mit anderen Menschen sind für mich immer sichere Anzeichen für Frustration.

      In welchem Jahr soll das denn alles spielen? Ich kann gar nicht genau sagen, ob Concierges vorwiegend männlich waren. Ich stelle mir da als Ansprechpartner und eben dieses "Mädchen für alles" eigentlich auch Frauen gut vor. Ich wollte jetzt noch nicht google beim Lesen, weil es so kurz ist und ich mir nichts vorweg nehmen will. Nach dem Lesen recherchiere ich mal zur Zeit.

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  3. Antworten
    1. Jonathans bisherige Sicherheit existiert einfach nicht mehr. Mit der kaputten Hose geht er zu einer Schneiderin, die ihm erklärt, dass sie die Hose nicht mal eben nebenbei und schnell reparieren kann. Sie hat so viel zu tun ... der Tag ist bereits voll. Jonathan ist verzweifelt, aber muss das akzeptieren. Nun ändert sich etwas. Er erkennt, dass nicht alles nach Plan laufen kann. Am Ende kehrt Jonathan in seine Wohnung zurück. Die Taube ist verwschwunden. Das Fenster im Flur geschlossen.

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    2. Bei den Abschnitt hatte ich echt das Gefühl, dass das Buch in Jonathans Selbstmord enden könnte. Das hatte ich schon gedacht, bevor das mit der letzten Mahlzeit kam. Allerdings würde ein Selbstmord wohl zu viel Eigeninitiative verlangen - dazu ist Jonathan nicht in der Lage. Er ist es gewohnt, sich wie viele andere Menschen treiben zu lassen und Veränderungen auszuweichen.

      Am Ende ist er da wo er begonnen hat. Vor seinem Zimmer, die Taube fort, die Welt wieder in bester "Ordnung" oder vielleicht auch nicht ... aber das ist wohl auch okay für ihn.

      Schade, dass es nicht für eine Veränderung gereicht hat. Aber so ist es wohl echt ein guter Spiegel einer Gesellschaft, die sich kaum vörwärts bewegt.

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    3. Finest du nicht, dass er sich verändert hat? Bis zur Schneiderei dachter er ja fix, es läuft nach "seinem" Plan ... Außerdem muss er ab hier ja in "Kontakt" mit der Außenwelt treten. Zudem verlässt er ja auch seine ansonst starre Routine ... Ich denke, er kehrt zwar in seine Ordnung zurück, die innere Wahrnehmung hat sich aber dennoch verändert.

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    4. Ich hatte das Gefühl, dass er nur kurz - eben für diesen einen Tag - aus seinem gewohnten Ablauf ausgebrochen ist und am Ende dann zurückkehrte, weil er die gewohnte Sicherheit gesucht und auch gefunden hat. Ich vermute fast, am nächsten Tag ist dann alles wieder beim Alten, nur die kaputte Hose ist vielleicht noch so eine Erinnerung, was hätte sein können.

      Eventuell wäre es auch besser gewesen, wenn die Taube am Ende noch da gewesen wäre? Als Motivation und Antrieb?

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  4. Die Taube steht für as Unerwartete und Angst vor Veränderung. Es gibt viele Menschen, die solche Ängste in sich tragen. Süskind hat hier eine etwas übertriebene Geschichte entwickelt, die man aber schön interpretieren kann.

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  5. Ich fand das alles gar nicht so übertrieben, wenn ich mir anschaue, wie Menschen sonst ihren Frust zeigen. :)
    Mir hat die Novelle gefallen, hatte Tiefgang und zeigt sehr schön, wie man enden kann, wenn man immer nur auf dem vorgegeben Weg landet.

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  6. Jetzt habe ich auch mal den Wiki-Eintrag gelesen. Ich wusste gar nicht, dass Patrick Süskind selbst so menschebscheu ist und gar nicht in der Öffentlichkeit auftritt. Das macht ihn und seine Werke noch interessanter. Man spürt hier auch regelrecht, dass gewisse Dinge ungefiltert wahrnimmt. Sehr spannender Autor. Ich kannte ihn bisher ja ausschließlich von "Das Parfüm".

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    1. Ja, habe ich auch gelesen und ich kannte bisher auch nur "Das Parfum"

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